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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 235. Einzelnummer 10 Pf- Sonntags 15 Pf.

Donnerstag, 8. Oktober 1925

Einzelnummer 10 Pf- Sonntags 15 Pf.

15. Jahrgang

Für Deutschland unannehmbar.

Stresemann wehrt fleh gegen Ostüarantie und Einmarschrecht.

Leerer Schall.

FrankreichsZugeständnisse" und der Osten.

In politischen Kreisen rechnet man damit, daß aus leinen Uall auch bei Abschluß des Si- cherheitspaktcs eine Verkürzung der Be- satzungssristen eintreten wird. Die so­genannte NeutralLsterung der rheinischen Ge­biete wird in franZösischen Kreisen alss ein Fa k- tor des Sicherheitspaktes angesehen. Aber auch ihre Regelung im Rahmen des Pak­tes würde nach Lanzösischer Aussassung keine Verkürzung Der Besatzungsfristen bedeuten. Hierbei muß immer bedacht werden, daß die Lösung dieses Problems im Rahmen des Paktes bestimmt wird dmrch die Rolle, welche dem Völkerbund nach Eintritt Deutschlands in der rheinischen Frage zufällt. Für uns Deut­sche gilt es, gerade in Anbetracht dieser französi­schen Aufsasiung der Rheinlandfrage, mit höch­ster Wachsamkeit die Dinge zu versotgen. Denn wie auch die Dinge liegen und sich entwickeln mögen, Frankreichs Absicht geht darauf hinaus, die deutsche Souveränität in den rheini­schen Gebieten umter irgendeiner Form zu be­schränken.

Der bekannte stcanzöstsche Propagandist Sau­er w e i n spricht neuerdings wieder in einem vielbeachteten Artikel davon, daß Frankreich zu weitgehenden Zugeständnissen" be­reit sei. Er nennt u. a. das Besatzungsrcgime im Rheinland und das Saargebiet und weist im übrigen hinsichtlich des Artikels 16 des Völker­bundspaktes davauf hin, daß den deutschen Vor­behalten zweifellos Rechnung getragen würde, wenn Deutschland nach seinem Eintritt diese Vorbehalte innerhalb des Völkerbun­des zum Ausdocuck bringen würde. Er deutel an, daß infolge der persönlichen Besprechungen der in Locarno versammelten Staatsmänner und durch die diplomatischen Verhandlungen eine Einigung bereits vorbereitet worden sei. Es ist bezeichnend, daß sich die französische Pro­paganda die Unllenntnis großer Kreise der deut­schen Oeffentlichsteit zu Nutze macht, umZuge- fiändniffe Frankveichs" anzudeuten, die gar keine sind. In der Dsarfrage wird z. B. davon ge- sprachen, daß Fraftkreich sich mit einer Ab­stimmung im Saargebiet einverstanden erklären würde wobei man verschweigt, daß diese Abstimmung vertraglich festgelegt ist, daß Frankreich weiter in der Verminde­rung der PolizeAräste an der Saar Zugeständ- niffe machen werde man hütet sich aber, zu sagen, daß Frankreich gar nicht berechtigt ist, im Saargebiet Polizeikräfte, d. h. französische Besatzung zu halten. Daß aber Frankreich solche Scheinzugeständnisie nicht ohne Gegenforderungen macht, erfährt man auf dem Umweg« über London, wo die Blätter melden, daß Frankreich dafür von Deutschland die Be­reitwilligkeit verlange, Schtedsverträge m t t P o l e n und der Tschechoflowakei zu schlie­ßen, den polnischen Korridor zu garan- tierrn und sich zu verpflichten, die östlichen Grenzen nicht gewaltsam zu ändern und Frank­reichs Recht, eine» Schiedsvertrag mit den öst­lichen Nationen abzuschließen, anzuerkennen.

Solcher Stimmungsmache gegenüber ist von deutscher Seite zu erklären: Was man durch die französische Propaganda als französische Zuge- ständniffe an Rheön und Saar hinzustellen ver- sucht, sind keine Zugeständnisse, son­dern verttaglich feftgelegte Selbstverständ­lichkeiten. Deuschland wird sich niemals bereitfinden bissen, den Korridor als eine für alle Selten feststehende Tatsache zu bettachten. Sollte Frankreich tatsächlich mit der- arttgen Forderungan auf der Konferenz austre­ten, so wird er auch die Verantwortung für dar Scheitern der Konferenz auf sich zu nehmen haben. Tatsächlich hat denn ge­stern auch Briand bereits vor den Konferenz­schranken feierlich den Ansvruch auf G r r a n t i e der polnischen Ostgrenzen erhoben und kann so gar das beifällige Kopfnicken seiner En- tentesteunde buchen. Wer nun hat auch Stre­semann der Konferenz reinen Wein einge- schentt und der stanko-polni sch-tschechischen Freundschaft die MaSke vom Gesicht gezogen. Frankreich sichert u n S und Polen nachttäglich den Schutz bei einem vom Zaun gebrochenen Angriff zu. Wann aber wird es Wort halten Selbstredend wird es nur für den polnischen Va­sallen das Schwert zhehen und im Rheinland ein- ellen, aber schmunzelnd zusehen, wenn polnische

eaimenter auf Berkin marschieren sollten

Die deutschen Forderungen werden sich also rurz in folgenden Punkten zusammenfassen las­sen: 1. Deutschland würde die Möglichkeit von Sanktionen unter keinen Umständen zu­

lasien, 2. Ein französisches Durchmarsch­recht durch deutsches Gebiet kann unter kei­nen Umständen anerkannt werden. 3. Die von Frankreich geforderten Garantien für die Schiedsgerichtsverträge im Osten sind für Deutschland unannehmbar. 4. Deutschland verlangt vollständige Gleichberechtigung für den Völkerbund. Dieses kleine Beispiel liefert einen schlagenden Beweis dafür, wie groß noch immer die Meinungsverschiedenheiten sind. Man wird also die Situation nach wie vor als schwie­rig und kompliziert, nicht aber als ge­klärt und vorgeschritten bezeichnen dürfen.

Äm Kriegsfall mit Voten. Stresemann gegen Frankreichs Einmarschrecht.

(Privat-Telegramm.)

Paris, 7. Oktober.

Einem Sonderberichterstatter zufolge hat ge­stern die Debatte über die Garantie-Form be­reits begonnen. Dieser Artikel besagt: Wenn die Schiedsgerichtsverträge zwischen Deutsch­land, Polen und Tschechoslowakei verletzt wür­de, dann sei die Rheinlandzone nicht mehr sakrosankt und Frankreich habe das gleiche Recht zu handeln wie im Falle eines di­rekten Angriffs. Außenminister Strese­mann habe den Franzosen erklärt: Euere Al­lianz mit Polen macht den Eindruck, als wenn ihr eine zweiseitige Verpflichtung übernehmt, viedarin besteht, sowohl Deutschland wie Polen im Falle eines Angriffs beistehen zu wollen. 3ft das euer Artikel? Sein Text 'st nicht gegen Deutschland gerichtet, aber es ist klar, daß ihr n i e m a l s g e g e n P o l e n m ar- schieren werdet, selbst wenn es hundert Mal Unrecht hätte, selbst dann, wenn es Deutschland angreift. Deshalb ist ein parteilicher Schiedsgerichtsvertrag zu unserem Schaden.

Briand an Votens Seile.

Die anderen stimmen zu. lEigener Drahtbericht.)

Paris, 7. Oktober.

Havas meldet aus Locarno: Nach der Ansicht der Alliierten kann der Sicherheitspakt unverzüg­lich ratifiziert werden. Er wird aber erst in Kraft treten, wenn Deutschland Mitglied des Völkerbundes sein wird. In der gestrigen Konferenz legte Briand dar, Frankreich sei der Auffaflung, daß der Pakt kein Hinder­nis dagegen sei, daß Frankreich auf die Seite Polens und der Tschechoslowakei trete, falls Deutschland zur Gewalt seine Zuflmht neh­me, obwohl eS mit diesen beiden Mächte» Schiedsverträge abgefchloffen hätte, die von Frankreich garantiert werden müßten Cham­berlain, Vandervelde und Seialoja stimmten den Darlegungen Briands ohne Bedenken zu.

Kein Durchmarsch?

Frankreich für den Völkerbund nachgiebig. (Eigene Drahtmeldung.»

London, 7. Ottober.

Die Sonderberichterstatter melden auS Lo­carno: Gestern nachmittag sei die Frage der öst­lich e n Verträge und die des Eintritts Deutsch­lands in den Völkerbund berührt worden. Ein Vertreter hört, daß dann der polnische Außenminister voraussichtlich beanttagen werde, daß die Sowsetregierung ebenso wie die auf der Konferenz vertretenen Mächte befragt werden sollte. Ein Pariser Berichter­statter meldet: Rach seinen Informationen be­stehe bei Frankreich und Polen in der Frage des BormarschrechteS durch deutsches Ge- biet nicht die Unnachgiebigkeit, die man ihnen in Großbritannien zugeschrieben ha­be. Frankreich habe auch Verständnis bezüglich Deutschlands Wünschen betteffend den polni­schen Korridor und verlange nur, daß Deutschland keine gewaltsame Aenderung seiner Ostgrenzen in der Zukunft vornimmt.

Wien am Scheideweg.

Für und gegen die Völkerbundkonttolle. (Privat-Telegramm.)

Wien, 7. Oktober.

Abg. Dr. Bauer gab im Rattonalrat der Ueberzeugung Ausdruck, daß die sozialdemokra­tischen VorfckMge dem Völkerbünde und den Gläubigern LcsierreichS alle für Kredit und Volkswittschast Oesterreichs erforderlichen Bürg­schaften bieten, ohne daß sie die Selbstverant­

wortung des österreichischen Volkes beeinträch­tigen. Der Redner stellte u. a. fest, daß die Lage der österreichischen Notenbank, verglichen mit der anderer Staaten, durchaus günstig ist, und daß daher eine solche Notenbank eines Beraters nicht bedürfe. Abg. Dr. Seipel begrüßte die Erkenntnis, daß auf die Auftastung nicht nur in Genf, sondern auch sonst in der Welt, beson­ders aber der Gläubiger Rücksicht genom­men werden müste. Er brachte gegenüber den Vorschlägen der Sozialdemokraten eine Reihe von Bedenken vor und trat für die Annahme oer Resolution des Völkerbundes ein. Abg. Dr. Bauer stellte gegenüber Dr. Seipel fest, daß die Sozialdemokraten nicht bereit seien, die ele­mentarsten Rechte Oesterreichs auf Selbstän­digkeit zu opfern. Der Redner der Großdeut­schen, Dr. Dinghofer, empfahl die Reso­lution des Völkerbundsrates zur Annahme, da die vom Völkerbund befürchteten Zustände aller Wahrscheinlichkeit nach garnicht eintreten werden.

Abrüstung der Geister.

Wirths Dank an Amerika.

(Durch Funkspruch^

Washington, 7. Oktober.

Aus einem Ehrenbankett der interparlamen­tarischen Union dankte gestern als Vertreter der deutschen Delegation Dr. Wirth für die Hilfe, die Amerika sowohl aus charitativem Ge­biete wie durch die Aufstellung des Dawes- Planes seit dem Waffenstillstand Europa ge­leistet habe. Er stimmte den Worten des Prä­sidenten Coolidge in Omaha zu. daß die Gei­ster a b g e r ü st e t werden und der Raffengegen­satz aufhören müsse, wenn die Menschheit zu einer wirklichen Verständigung kommen wollte.

Washington befürwortet freie Verträge

Washington, 7. Oktober. (Durch Funkspruch.) Die Interparlamentarische Union befürwortete gestern den Abschluß von Verträgen über Schaffung militärfreier Zonen sowie die allgemeine Einschränkung der Rüstungen.

Gin Blutbad in Syrien.

Hama in Aufruhr. Ernste Zwischenfälle.

(Eigener Trabtberlcbt.)

Paris, 7. Oktober.

Wie Havas aus Algier meldet, geht die Bevölke­rung von Hama in Syrien, unterstützt durch Beduinen, mit Waffen gegen die öffentlichen Ge­bäude vor und fehle den Serail in Brand. Eine Abteilung syrischer Kavallerie entwaffnete die Meuterer. Dreißig von ihnen sollen g e t ö t e t worden sein. In Damaskus soll ein f r a n- zösischer Offizier auf offener Straße ge­schlagen worden fein. Ein französischer Unter offizler habe den Angreifer erschossen.

©grien und Locarno im JItinifterrat.

Paris, 7. Ottober. (Privattelegramm.) Im aesttlgen Ministerrat berichtete Ministerpräsident Painleve über den Stand der Operatlonn in Syrien. Dann wurden die Berichte Briands über Locarno zur Kenntnis genommen.

Mit Fäusten und Knüppeln.

Ein politischer Ueberfall in Berlin.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 7. Ottober.

Als die Teilnehmer an einer sozialdemokra tischen Versammlung den Saal verließen, wur­den sie von iugendlichen Kommunisten Über­fällen und es entstand eint allgemeine Schlä­gerei. Die herbelgerufene Polizei trennte die Kämpfenden und nahm drei Verhaftungen vor. In den Nebenstraßen kam es zu neuen Szenen.

Ein abgesetzter Vrafident.

Chiles Meuterer vor dem Kriegsgericht.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 7. Oftofcer.

Rach einer Sondermeldung auS Santiago de Chile haben infolge des AufstandsversucheS zweier Regimenter der BizeprSstdent und der Marineminister dem Präsidenten Aleffandrj anheimgestellt, eine Steife ins Ausland zu machen. Der Präsident habe sich jedoch ge- weigert. Der Sohn des früheren Präsiden­ten protestiette gegen die persönliche lleber- wachung der Familie Aleffandris. Die Offiziere, die den Aufstand der beiden Regimenter durch­zuführen versuchten, werden vor ein Kriegs­gericht gestellt und abgeurteitt werden.

Bürger und Adel.

Das Wunderivörtchenvon" in der Diplomatie. Erft später geadelt. Bürgerliche Botschafter. Der Äaakee will xitr Graten. Wer de« a znm Vetter bat ... Die Beruftorsss.

berg in Brüssel. Gras in Moskau.

Schon vor dem Kriege führten heftige Um­griffe int Reichstag oft zu der Feststellung, daß ein großer Teil der deutschen Diplomaten, wie z. B die Tttksen, Hoesch, Jenisch, Kienlin, Kühl­mann, Lucius, Magnus, Schön, Schubert und Stohrer deutschen Bürgerfamilien entstammten und erst durch die Nobilitierung ihrer Vater dasvon" vor dem Naänen erhalten hätten, oder aber wie die Herren von Hintze uns Haniel von Haimhausen selbst geadelt worden wären. Als der Krieg ausbrach der konsularische und der diplomatische Dienst waren damals noch streng geschieden wurden in dem letzteren vier Herren beschäftigt, die ohne Adelsprädikat waren. Daß jetzt der überwiegende Teil der Attaches des Auswärtigen Amts dem deutschen Bürgertum entstammt, daß auch in die selb­ständigen diplomatischen Posten inzwischen eine Reihe von Männern eingerückt Ist, die

ohne Adclsprädikat und Titel

geboren sind wtr nennen nur die Botschafter Nadoluy, Soli und Sthamer, die Gesandten Koester. Adolf Muller, Pfeiffer und Rauscher entspricht nur dem schon vom Reichskanzler von Bethmann-Hollweg im Kriege ausgestellten Grundsatz:Freie Bahn dem Tüchtigen." Trotz­dem gibt es eine Reihe deutscher Äuslanvspo- sten, bei deren Besetzung noch andere Erwägun­gen als die dienstliche Befähigung ausschlagge­bend fein müssen, z. B. die Stellung eines deut-. scheu Botschafters in Washington. Aeußerst be­zeichnend ist die Tatsache, daß, als 1908 der deutsche Botschafter Baron Speck gestorben war, und die deutsche Regierung an feine Stelle den damaligen Generalkonsul in Newyork Bünz, der dort jahrelang amtiert hatte und als einer der besten Kenner der amerikanischen Verhält­nisse galt, setzen wollte, ihr das amerikanische Außenministerium unter der Hand mitteilen ließ, daß eine solche Ernennung ihren Wünschen nicht entsprechen würde. Man sähe eS am lieb­sten, wenn e>n Berufsdiplomat aus alter Fa- mille, wenn möglich ein Graf, nach Wafhington geschickt würde Auch auf einer Reihe von an» Deren Auslandsposten können Diplomaten aus alten Familien noch heute der deutschen Repu- dlik durch Herkunft und Beziehungen gute Dien­ste leisten Daß ;. B. Graf Walczeck, der nach dem Kriege mehrere Jahre zur Disposition gestellt war in den divlo-matischen Dienst zurückberufen und zum deutschen Gesandten in Budapest er­nannt worden ist, dürfte zweifellos ein gefchickter Schachzug des Auswärtigen Amts sein. Ent­stammt er doch einer alten slawischen Adelssami- lie, die 1706 den ungarischen Grafenstand er­hielt. Auch die Verwendung des

Prinzen Victor von Erbach-Schönberg alS GesandtschastSrat unserer Botschaft In Ma­drid bat sicher eine Reihe nicht zu unterschätzen- ver Vorteile, denn durch feine Mutter, eine ge­borene Prinzefsin Battenberg, ist er ein rechter

Vetter der Königin von Spanien bekanntlich einer Tochter des Prinzen Henry von Battenberg. Dasselbe galt für den freilich inzwischen aus dem diplomatischen Dienst aus- gefchiedenen Prinz Victor von Wied, der nach dcm Kriege mehrere Jahre Gesandffchaftsrat in Stockholm war: er ist durch feine Großmutter,eine aeborene Prinzessin von Nassau, Halbvetter des Königs von Schweben Auch dem Gesandt- i -haft8r.it an unserer Londoner Botschaft Graf Albrecht BernStorfs kommt In England, vor allem gesellschaftlich die Tatfache zugute, daß fein Großvater Gras Albrecht Bernstorfs fast an­derthalb Jahrzehnte lang preußischer Gefandter, bann deutscher Botschafter am Hofe von St. Ja- m»S war, und fein Onkel, der spätere deutsche Boffchatter in Washington, Graf Johann Hein­rich von Bernstorfs vor dem Kriege eine große Rolle in der Themsestadt spielte. Das Gegen­beispiel zu den genannten Fällen ist die Tättg- Mt des deutschen Gesandten Landsberg, der nach Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehun­gen zwischen dem Deutschen Reich und Belgien als Missionschef nach Brüssel geschickt wurde, dem als Sozialdemokrat beim belgischen Hofe, als Dissident bei der mächtigen katholisch. Par­tei starke Widerstände begegneten. Reichspräsi­dent Ebert, der kameradschaftlich die Hand Über dem alten Parteigenossen hielt, der zusammen mit ihm als Volksbeauftragter die schweren Mo­nate nach dem Umsturz durchgemacht hatte, rief ibn von feinen Posten ab. Daß sich z. B. die Wünsche der Sowjettegierung, mit der natürlich Wegen deS Agrements vorher Fühlung genom-