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Nr. 231 15. Jahrgang.

Kasseler Neueste Nachrichten

Sonnabend, 3. Oktober 1925.

nung sind gestellt 15 Quadratmeter Blech, der

wendet sind nur 11 Quadratmeter. Wagen

Schlager aber die Fabel oom letzten Grammo- Frankfurt 3028 ... Phonstift' Kerzen flackern neben ihn, Traumgs- derselbe Vorwurf ..

ist in Rechnung gestellt ...

Sprtzenkragen, Kasaks zu den verschiedensten gesellschaftlichen Zwecken zu benutzen. Durch!

Sinne der modernen Äusdruckskunst liegender strenger Zweck erreicht. Die Räume waren durch Blumenschmuck der Firma Thielmann stimmungsvoll ausaeschmückt.

in der linken Seite und um iu»mt U1 Bäcker aus der Emmichstraße mit Quetschungen im Rücken rechts und kleiner Hautschramme. Ter dritte Verletzte, ein Herr vom Möncheberg, erlitt leichte bein- und GcflchtSverletzungen. Der Materialschaden ist gering.

Lokalnachilchten vom Tage.

7" Die Einführung des neuen Oberbürger­meisters. Die Mitglieder der Stadtverordneten­versammlung sind für Montag, abend 6 Uhr zu einer öffentlichen Sitzung geladen. Auf der Ta­gesordnung steht die feierliche Einführung des neuen Oberbürgermeisters Dr. Stadler durch den Regierungspräsidenten. Außerdem ist die Wahl eines zweiten unbesoldeten Beigeordneten vorzunebmen.

-? Bon der Volkshochschule. Am Sonntag indet ein Ausflug der Hörer der Volkshoch­schule über Wilhelmshöbe zum Hirzstein und nach den Baunsbergen statt. Treffpunkt 8 Uhr vormittags Bahnhof Wilhelmshöhe.

Hindenburgs Geburtstag in Kastel. Der Christlich-Vaterländische Hestenbund e. V. feierte in seiner gut besuchten Monatshauptversamm­lung in schlichter, einfacher Weise den Geburts­tag des Reichspräsidenten. Einmütig wurde beschlossen, dem Landesvaier ein Huldigungste­legramm zu senden.

Der Herr Likörhändler... und leere Flaschen.

Umfangreiche Diebstähle machten dem In­haber einer hiesigen Likörfabrik viel Sorge. Umso erstaunter war er, als jetzt die Kriminal­polizei ihm... die leeren Flaschen zurücklie­ferte. Sein Fahrbursche hatte sich zum Händ­ler berufen gefühlt und monatelang einen schwunghaften Handel mit dem entwendeten Likör getrieben, bis ihn die Kriminalpolizei erwischte. Ein schwacher Trost also für den Be­stohlenen, daß er die leeren Flaschen wenig­stens zurückerhielt.

es ließen sich noch andere

Wagen nennen, bei denen Unregelmäßigkeiten sestgestellt worden sind. Die Nachprüfungen der

Anwendung von Bemalung und Besticken wer­den oft Kitte Farbenwirkungen erreicht, daneben wird die Individualität betont und ein im

Musik. . die Mär vom roten Teppich ist schön! Und wirkungsvollJawoll .... Befehl! Ein

Trug der Rauch schuld daran oder war es Freude über die gelungene Rettung ... der klei- nenNelly* kullerten dicke Tränen über das Putzige Gesicht, als sie in den Armen ihres Herrn Sicherheit fand . . .! =Schk.

*

Soweit der amtliche Bericht. Die UnglückS- stelle befindet sich im Vorbahnhof, also zwischen Gleisdreieck und Oberstadtbahnhof. Der Hilfs­dienst der Eisenbahn setzte sofort ein. Auch der Hilfszug, der in der Vorwoche bei Obermars­berg eine Uebung gehabt, traf sehr bald ein Wenige Minuten nach der Alarmierung tra schon die Sanitätswache Orleansstraße unter Leitung von Kolonnenführer Gauler mit Nä­derbahren und dem neuen großen Krankenauto ein. In Betracht kamen drei Verletzte, von de­nen der Zugführer in seine Wohnung gebracht wurde, während die beiden anderen Verletzten, die Rippenquetschung und innerliche Verletzung hatten, nach dem Roteni Kreuz gebracht wurdon. Die übrigen Verletzten zerstreuten sich am Bahn­hof, fuhren weiter oder begaben sich in Hotels. Es handelt sich um ein Ehepaar aus Altona, einest Postschaffner aus Halle, einen Herrn aus Alteholz bei Hochgandern, aus Kespert am Rhein und aus Remscheid und einen Oberpost­sekretär aus Siegburg. Sie haben meist nur Nervenschocks erlitten, herbeigesührt durch den heftigen Anprall und das Umherfliegen von Ge­päckstücken. Der Unfall ist im Grunde kein schwerer. Jedenfalls klappte der Hilfsdienst so­wohl der Sanitatskolonne wie auch der Eisen­bahn. Um 3 Uhr nachts war das Gleis, auf dem sich der Zusammenstoß abspielte, wieder fahrbar.

Ein Fünfzehnjähriger vermißt! Seit dem 28. September wird der hier in der Wolfhager- traße bei seinen Eltern wohnhafte Schlosser­lehrling Arthur Drübach, geboren 5 Mai 1910, vermißt. Er ist mittelgroß,'hat hellblon-

Waggon-Derlelh vor Grrkchl.

Die letzte Phase der Verhandlungen.

Nach der gestrigen Beweisaufnahme gegen Direktor Dörner wird heute in die letzte Phase der Beweisaufnahme eingetreten. Zum Ge­genstand der Verhandlungen werden dieBe­trügereien gegen die Eisenbahn* gemacht. Als sachverständiger äußert sich zunächst Oberinge- nieur G l a h n aus Paderborn. Es kommen die einzelnen Fälle zur Besprechung, bei denen die Staatsanwaltschaft es als erwiesen erachtet, daß zu viel Material verbraucht und der Reichs­bahnverwaltung in Rechnung gestellt worden ei. Zumeist sind es rein technische Fragen, die dazu besprochen werden. Der Sachverständige glaubt sagen zu können, daß bei genauerer Prü- ung der einzelnen Wagen noch bedeutend mehr Belastungsmaterial zu Tage treten werde.

Wagen Magdeburg 3825.

Einer der beanstandeten Wagen, die in Rech­nung gestellt sein sollen, ohne das nur ein Stück dapon angebracht, also erneuert worden wäre: Zwei Türbekleidungen, eine Säule, vier Riegel, zwei Fenstersäulen, 2% Meter Zink­blech, 28 Kilogramm graue Oelfarbe. In Rech-

Schlangen legten sich vor den die Kölnischestraßc herunterschleichenden Wagen Neugierige drängten sich an der Ecke Mauerstraße über den Fahrdamm und Bürgersteig und Schutzpolizei­tschakos funkelten zwischen ihnen.

Aus der Mauerstraße drang Qualm und beißender Geruch Feuerwehrautos Schlauch­leitungen in der engen Straße. Es brannte in einem Seitengebäude der Optischen Werke Au­gust l l g r a b e u. E o. Der Brand, der wahr­scheinlich infolge Kurzschluß eines Motors ent­standen war, fand in aufgespeicherten Verpak- fungsmaterialien besondere Nahrung. Rauchge­schwärzte Mauern, zerbrochene Fensterscheiben und eine leichte Rauchvergiftung der Luft zeug­ten nach knapp einstündiger Arbeit der wacker arbeitenden Feuerwehr noch von dem raschen Er­folg der Brandbekämpfung. Der Betrieb der Fir­ma ist nicht in Mitleidenschaft gezogen, der Schaden durch Versicherung gedeckt.

Menschenleben wurden nicht gefährdet. Und doch war ein Leben in Gefahr:Nelly*, das kleine allbekannte Radio- und Paddel-Hündchen war in Rauch und Flammen dem Tode nahe als im letzten Augenblick energische Hände ent­schlossen zupackten und über die Hakenleitern der Feuerwehr wurde das Tierchen in Sicherheit ge­bracht!

3ugungifitf im Obei-siadlbaSnhos.

Dreizehn Personen verletzt.

des volles Haar, blasses, schmales Gesicht und blaue Augen. Er geht zur Zeit etwas stockend, da er entzündete Füße hat. Er trug blauen An­zug und schwarze Knöpfschuhe. Mitteilunge über seinen Verbleib sind an den Erkennungsdienst der Kriminalpolizei zu richten.

4- Vor dem Berufungsrichter. Vor dem Strafrichter stand heute ein Wirtspaar aus der Altstadt. Es wurde seinerzeit über den Pro­zeß bereits berichtet. Während das Urteil gegen den Wirt bestätigt wu^pe, erfolgte hinsichtlich der Frau wegen Preistreiberei ein Freispruch.

-T- Allerlei vom Tage. In der Opernstraße letzte sich gestern vormittag ein Lastauto in­folge ungenügender Bremssicherung in Bewe­gung und rollte rückwärts gegen einen halten­den Personenwagen, der stark beschädigt wurde. Personen kamen nicht zu Schaden. In der Gemarkung Niederzwehren brannte gestern Nacht ein nabe den Schießständen stehendes Blockhaus mit Stallung nieder. Die Bewohner konnten sich und ihr Vieh in Sicherheit bringen. In einem hiesigen Beiriel: kam die Krimi­nalpolizei hinter größere Diebstähle. -Werkange­hörige nahmen Betriebsmaterial mit zum eige­nen Dienst oder zum Verkauf an Bekannte und an Geschäfte. Die Untersuchung ist im Gange.

4- Veranstaltungen am Sonnabend. Staats- thcater:George Daudin", 7J4 Uhr. Klei- ues Theater:Klein-Eyolf", 8 Uhr. Kasseler Liederverein: Gesellschafts­abend,. Stadtpark, 8 Uhr. Ufa:Eifersucht.* C h a s s a l l a:Des Lebens Würfelspiel*. K d. W.:Die Verrufenen." Ost­und Westpreußen: Stiftungsfest, 8 Uhr. Cafe Z ekler: Gastspiel Carola Tar­sen, 4 und 8 Uhr. Leistersche Wiese: Oberbayern-Zelt. Heute Freitag: Cafe H a n- sa: Sonderkonzert, 8 Uhr. Stadtpark: Konzert undZapfenstreich*, 8 Uhr.

3m Bürgerhelm.

Weihe einer neuen guten Stube.

In die obere Karlstraße ist neues Leben ein­gezogen, wie überhaupt in die ganze Gegend. Ueberall werden bekanntlich die Fassaden der von du Ry geschaffenen Karlsstadtgebäude in einen neuen Zustand in schönste farbige Behänd- lung gesetzt. So ist's auch jetzt unter Bühnen­maler Schm i d ts bewährter Leitung dem Kleinen Stadtpark* gegangen, der unter der Aera Cöster-Schmoll zu denÄürgersälen* ge­worden ist. Großzügigen Ausdehnungsplänen stehen noch Schwierigkeiten gegenüber. Immer­hin ist man einen Schritt weiter gekommen durch die gestrige Inbetriebnahme desBür­gte r h e i m s* und zwar vorerst einerguten Stube* ... in Wirklichkeit sind es zwei Stuben voll Licht und Farbe, alten Bürgerhauscharak­ter und modernen und doch nicht übermodernen Farbverteilungen. Das Gebälk ist liebevoll be­tont und kernige Sprüchlein darin eingelassen. So dieser:Lieber will ich ledig leben als mei­ner Frau die Hosen geben! "Putten und Wald- tierchen tummeln sich in grünen Ranken ... hüb­sche Holzkronleuchter fügen sich bestens in den allgemeinen Rahmen. Die dekorative Ausstat­tung der Räume stellen die bekannten Werkstät­ten für dekorative Malerei von Richard Doofe zu Kassel, der unterstützt von Kunstmaler Schneider, sich seiner nicht leichten Aufgabe be­stens entledigte, das beste Zeugnis aus. Doofe hat es verstanden, unter Verwendung ausge- zeichneler Fachkenntnisse, behagliche Räume zu schaffen, in denen sich nicht nur die Kasseler Bürger, sondern auch die Fremden wohlfühlen werden. Die Firma Dötenbier sorgte für die gediegenen Schreinerarbeiten im Bunde mit Brensell jun. und die elegante Dekoration der Fenster usw. ... natürlich Apell! Wer aber am besten in diesen Rahmen paßt, ist ... Willy Fiebig, der mit der ihm angetrauten Kunst­köchin zusammen nunmehr zu diesem Laden sagt: Gemacht! Es gab viel Blumen und Lob am gestrigen Abend. Nun kommt eineKut­scherstube* dran ... -22-- I

-T- Neue Erfolge ältester Volkskunst. Der be­kannte in Kassel wohnende Kaspertheaterbesitzer Artur Spiegler hat nach zahlreichen Pres­sestimmen auf der Leipziger Schaumesse sowie in Vereinen und Schulen von Klein-Paris große Erfolge erzielt. Seine vortreffliche Führung der selbst hergestellten Puppen und die ihm ei­gene vollendete Sprechweise hatten täglich tau­sende von Kindern und Erwachsenen vor sein Theater gelockt, die alle vollständig auf ihre röcht billigen Kosten gekommen sind. Besonders wur­de von den Bewohnern der Pleissestadt die Neu­einrichtung des Theaters und der Vorraum da­zu bewundert. Spiegler hat nunmehr vor der Bühne einen halbrunden Platz geschaffen, auf dem unter einer Ueberdachung die Zuhörerschaft auch trockenen Fußes den lustigen Kasperwitzen lauschen kann, geradeso wie es jetzt auf der Kas­seler Oktoberfchaumeffe "zu sehen ist. E. R.

-i- Weitere Oktober-Jubiläen. Das fünfund- zwanzigjährige Mieterjubiläum feiert heute Ru­dolf Mindt im Hause Henkelstraße 13, wäh­rend die Firma Heinrich Gleiser morgen, sonnabends ihr fünfundzwanzigjähriges Ge- imaftsjubtläum begeht. Fünfundzwanzig Jahre waren es gestern, daß Kriminalassistent Diedrich in den Dienst der Kriminalpolizei getreten ist. Durch den Vertreter des Polizeiprä- ibenten wurde ihm besondere Anerkennung zu- tefl und auch die Kollegen, denen er ein Vorbild- l'cher Kamerad ist, ehrten ihn.

-? Sonntagskonzert aus dem FriedrichSplan Am Sonntag mittag von %12 bis y.l Uhr spielt auf dem Fnedrichsplatz die bekannte Gebirgler­kapelle ausOberbat^rn* rm Kaiserbof.

Feuer kn der Muueestmße.

Entzündung durch Motorkurzschluß.

Die in der letzten Zeit fast nur noch von Be­triebsstörungen lebende schmerzensreicheLinie 5* der Straßenbahn geriet auch gestern wieder diesmal ausnahmsweise unverschuldet in ein verkehrshemmendes Abenteuer. Dicke rote

In der vergangenen Nacht fuhr aus Bahnhof Oberstadt infolge falscher Weichenstellung eine Maschine auf den um 12 Uhr 46 von Hazrn. Münden kommenden Personenzug auf. Der Lokomotivführer des Personenzuges, der die Gefahr erkannte, betätigte die Sqnellbremse, sodaß der Zusammenstoß stark abgeschwächt wurde. Trotzdem wurden der Lokomotivführer, zwei Zugbeamte und zehn Reifende, darunter drei auS Kassel leicht verletzt. Aerztliche Hilfe war alsbald zur Stelle. Von den Verletzten aus Kassel mußten zwei nach dem Roten Kreuz gebracht werden und zwar Otto Künhold. Ta­bakreisender au3 der Gießbergstraße mit Schmerz in der linken Seite und am Bein, sowie Oskar

Der Wirt vom Bismarckturm.

Am Wege zum Bismarckturm auf dem Bras- selsberg, jetzt wunderbar im Herbstschmuck, liegt die nach dem stolzen Turm benannte Wirtschaft und bekannte Pension Heinrich Vollgtaffs, einer der Wirte, die vorbildlich sind,wie sie ftn Buche stehen*. Ist er wirflich einmal nicht da, so fehlt etwas imLaden*. Und dieser Wirt feiert an diesem Sonnabend fein Silber­jubiläum als Wirt. Ursprünglich Tapezierer- meister, übernahm er vor 25 Jahren die alte Germania* an der Wilhelmshöher Allee, baute dann die Bahnhofswirtschaft von Harleshausen und später diePrinzenguelle, um 1908 von dort aus wieder an den Waldrand zu gehen, diesmal gehobener zum Brasselsberg, und hier, imBismarckturm*, setzte er sich richtig in den Sattel. Was er dort gebaut hat, ist ein wert­volles Ausflugsziel für Kassel. Daß es Massen- andrang von Ehrungen geben wird, bedarf kei­ner besonderen Erwähnung!

Aus Sem Reiche 6er Kleinkunst.

Winzerstilben .. Schlager auf Schlager!

Rote Rosen, weiße volle Nelken und dazu ein süßer Duft von Wein . . ist ist Weinmond, fröhliche Herbstzeit . so besonders aufgemacht in den Kabarett mit dem poetischen Namen Winzerstuben. Frl. Direktor Baecker hatte glück­lichste Hand bei der Einfügung erster Kleinkunst m diese Stimmung von Herbst und Wein. Ein süßer Blondkopf lacht aus entzückenden Augen, daß die schneeigen Perlenzähne blitzet:, festtiche Kleidung dazu und eine Stimme ...so süß wie das Ganze. Mary B o 11 y ist es. nicht mehr unbekannt in Kassel und allseits begrüßt ... Operettengeist und Liebreiz sind ihr die glück­weisenden Engel... einer hält ja zum andern, .Auf dem Feiedrichsplatz*... wenn sie das singt, dann ist die Begeisterung vollends. Und dann Erna Montana., eine Meisterin des Spitzentanzes, klassisch in altitalienischer Gavot- ( le. keck und flott als schwarzer Totenkopshusar . mit fliegendem Tolman, schlank und rank... eine , Tänzerin, die hier keine ebenbürtigen Vorgänge- , rin besaß Der Beifall lodert ihr geradezu ent-- gegen Dann wieder süße Tanzspiele von Char- lotte Kolledge und Melanie Albrecht.. Nanu. was ist das... lange wallende Haare .. wer diesen schönen Frauenschmuck sieht .. armer Bubikopf . aus ist's mit Dir! Paul Rochelli redet mit dem Bauche. Durch feine Kompagnie. eine Wunderpuppe, die aller­liebst mit den Augen klappert n. einem Kammer­kätzchen aber nein Rochelli schließt mit einer vrächt Ueberraschung: Man kann eigentlich nicht viel sagen, denn der spritzige und witzige An­sager, einer der Wenigen, die kein Schema i haben, das in jedem Programm wiederkehrt, < nimmt schon alles weg . . . Hans Ranbfet... 1 er sitzt am Flügel, meistert das schöne In- ! ftrument, entlockt ihm tranmwetche orientalische I

teils in den Werkstätten von Kunschaus Messing, teils in denen von Frau Heisler-Ptlgram herge­stellt. Fast alle waren ein voller Erfolg für die diesjährige Herbstmode Am stärksten machte sich dies Bestreben nach Deutschtum in den Eigenkleidern bemerkbar Das Eigenkleid der deutschen Frau mit seiner Farbensreudigkeit und Einfachhett gibt der Französierung der deutschen Mode den empfindlichsten Schlag. Die einfachen Beiderwandhauskletder des Kunsthauses Mes- sing aus Stoffen der verschiedensten Webereien leiteten die Kleiderschau ein und gaben in echter Eigenartsbeionung wahre d-utsche Bekleidungs- kunst Morgenkleider im Stile des japanischen Kimonos (Entwurf W. Pilgram) besäßen schönen künstlerischen Wert. Hübsch waren Nachmittags­kleider. Aus dem Geist der Zeit geboren, ist ein schwarzes wandelbares Kleid. Trotz seiner Schlichtheit ist es durch Umlegen von Schals,

gesamten betrügerischen Forderungen ist un­möglich, weshalb eben nur Stichproben bei der Untersuchung gemacht worden sind. Ein wei­terer Sachverständiger begutachtet dann eben­falls die Beanstandungen und sagt, daß die Prüfungskommission von Kleinigkeiten abge­sehen habe: nur die größeren Betrügereien wolle er Vorbringen. Die Verhandlung dauert an. Ein Sachverständiger folgt dem anderen vor den Richtertisch. Heute nachmittag findet die bereits angekündigte Besichtigung der ein­zelnen beanstandeten Wagen statt. -rl-

bilde, Briefe aus Großmütterchens Standuhr rdylltagen, die galante gute alte Zeit. Und was Kandier am Flügel phantasiert, übersetzt Erna Morena in Großmütterchens Kleid in liebreizen­den Tanz. .. Sonst ist Stresemann der gute Be­gleiter. Malinchow läßt die Geige singen und in ecr Diele . . Mönch ist noch da... alle Tänzer sind erfreut darüber Und wer dann heimgeht, freut sich dieses Oktobergeistes in den Winzer­stuben ! -m.

Das Geld wird billiger.

Herabsetzung der Bankprovisionen. (Privat-Telegramm.)

, ,, Berlin, 2. Oktober.

Die feit drei Wochen mit Ministerium und Reichskanzler schwebenden Verhandlungen der Bankwelt haben, wie soeben bestätigt wird, zu dem Ergebnis geführt, daß seitens der Stern, pelvereinigung die Kredit- und Akzeptprovision umzwanzigProzentermäßigt worden ist. (Von yA auf %% pro Monat.) Als Stich­tag gilt der 1. Oktober. Die Sollzinsen lie­gen nach wie vor zwei Prozent über dem ReichSbanksaü. Ebenso hat sich der Satz für Ha- benzmscn für Tägliches Geld nicht geändert.

Schon am Ende?

®bb el Krim soll um den Frieden bitten.

(Eigener Drahtvericht.)

Gens, 2. Oktober.

Zwei Pariser Blätter verbreiteten gestern nachmittag Extrablätter, wonach Äbd el Krim um Frieden gebeten habe. Eine Bestäti­gung dieser Meldung durch die ofliziöse Havas- agentur liegt bis zur Stunde nicht vor. Ein Blatt meldet, daß die Armee Abd el Krim bei Z a za von den Franzosen umringt und in Ge­fahr sei, e r n g e s ch l o f s e n zu werden.

Severlng« Differenzen mit dem Staatssekretär

Berlin, 2. Oktober. Laut Pressenotiz soll der Preußische Staatssekretär Meister demnächst aus bem Ministerium ausscheiden und einen ho- Yen Berwaltungsposten übernehmen. Es sollen w't dem preußischen Innenminister S e v e r t n g verschiedene Meinungsdifferenzen vorliegen.

Boyern droht mit Gewalt.

München, 2. Oktober. Die bayerische Staats- regtenmg fordert in einem Erlaß an die Regie­rungspräsidenten die sofortige Herab­setzung aller Preise um zehn Prozent, unter Androhung eistes Zwangsnotgesetzes

Sin neuer Arbeiterführer.

London, 2. Oktover. (Eigene Drahtmekdrma) Zum Vorsitzenden des Gcwerkschaftskongresies wurde der Generalsekretär des Verbandes der ^narbetter Arthur Pugh gewählt, 14 Mt Mwwn»"u^.!^dlnhäuger der gemäßigten Richtung bezeichnet wird.

ll S 21 den Liefen entrtffea.

New-London, 2. Oktober. (Durch Funkfpruch.» 1rtCn ®TäT"Ien Zweier Zerstörer, die mit

Non 2000 Pferdestärken versehe«

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Wie toirö das Wetter?

Der Frankfurter Wetterdienst meldet:

Das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa zeigt keine Veränderung In den nächsten Tagen wird daher die augenblickliche schöne Witterung anhalten. Da voraussichtlich zeitweise auch stär­kere Bewölkung auftritt, werden die Temperatu­ren tagsüber nur wenig ansteigen.

Vorhersage bis Sonnabend:

Wolkig, zeitweise auch heiter, tagsüber anstei­gende Temperatur, schwache Luftbewegung. Letzte Meschen.

Auf der Xeuerungswacht.

Geschloffene Geschäfte. Wucherbeamte. Polnische Wirtschaft.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 2. Oktober.

Die heute früh eingesetzte verschärfte Polizei- aktton gegen die Lebensmittelgeschäfte hat zn einer Schließung von zwei Geschäften ge­führt, Die höhere Preise gefordert hatten, lieber dreihundert Wucherbeamte sind in Tätigkeit. In Kattowitz und Lodz kam es zu Teue- rungsiinruhen. In «Kattowitz wurden einige dreißig Verhaftungen vorgenommen. Die schlechte Wirtschaftslage in Ostoberschlesien hat r« diesen Massenverhaftungen geführt.

Die Kkiminaipottzei im GMS.

Ein tüchtiges Geschwisterkleeblatt.

Die Wege des Verbrechens sind verschlungen und wenn gar drei Brüder untereinander Geschäfte* machen, dann scheint die Sache tot­sicher. Aber unsere Kriminalpolizei kam dem Kleeblatt doch auf die Spur. Und so erschien die Hermandad und verhaftete die bei einer hiesigen größeren Firma beschäftigten Brüder Hans, Christian und Georg R deren recht um­fangreiche Diebstähle teils Monate zurückliegen.

Recht guten Geschmack hatte das untreue Kleeblatt bewiesen, und Christian, der als Rei­sender für die Firma tätig war, hatte sogar auswärtige Kunden auf. eigene Rechnung mit Gobelins, Möbelstoffen und Gardinen be­liefert.

Jetzt ist der schwunghafte Handel zu Ende undschwedische" Gardinen dürften für die Drei in nächster Zett ein etwas ungeeignetere» Handelsobjekt sein...

... und auch das zarte Geschlecht.

Zarte Bekanntschaften mit Herren knüpfte Fräulein Anna B. an. Eine gewisse Uebung erlangte sie mit der Zeit auch in einem beson­deren Trick. Denn sonderbarerweise vermißte ein jeder ihrer Kavaliere seine Brieftasche...

Das mußte auch der Krimnalpolizei aufsal- ley und vor dem Richter dürste Fräulein Anna unliebsames Wiedersehen mit ihren ..Opfern* feiern. Eine Narnensvetterin von ihr, Anna W., hat ebenfalls zahlreiche Tascheu- diebstähle auf dem Kerbholz. 65 Mark, die sic entwendete, brachen ihr aber nun dasGenick" dem Amtsgericht übergeben, darf sie nun auf ihre Verurteilung warten. Daß Zimmer­mädchen nicht nur nett fein können, beweist die in einem hiesigen Hotel angestellte Ottilie Sch. Aber auch sie konnte dem Auge unserer Krimi­nalpolizei nicht länger verborgen bleiben, die Anzeigen der bestohlenen Hotelgäste häuften sich und das Zimmermädchen wurde als Diebin ermittelt.