Kasseler Neueste Nachrichten
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Hessische Abendzeitung
öhtmtnet 231. Einzelnummer 10 Ps. Sonntags 15 Pf. Sonnabend, Oktober 1925 Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Gefährliche Manöver im Orient.
Drinnen und draußen.
Wirtschaft. — Locarno. — Tschitscherin.
Schon bei der Verabschiedung der ©teuer» aesetze traten die Finanzgewaltigen der Länder tm Reichstage sehr entschieden gegen die Thesaurierungspolitik des Reichssinanzmim- steriums auf. Man erlebte ein seltsames Schauspiel: Preußen, Bayern, Sachsen nfw. in gleicher Front! Erst nachdem sich also die Finanzminister der Länder an das Plenum des Reichstages und damit an die breiteste Oeffentlichleit gewandt hatten, kam eine Verständigung — und auch das nur durch das geschickte Eingreifen des Reichskanzlers zustande. Ein bitterer Rest ist geblieben. Die meisten Finanzminister der Länder stehen entweder vor leeren oder doch stark geleerten Kasten, haben zum Teil nicht unwesentliche Fehlbeträge zu buchen. Das Reich aber kann in den ersten fünf Monaten des lausenden Etatjahres einen Ueberschuß von ungefähr 380 Millionen Goldmark buchen. Daß diese Tatsache von den Ländern, deren Selbstbesteue- rung ja sehr eingeschränkt worden ist, mit nicht K freundlichen Gefühlen aufgenommen wird, t man verstehen. Darauf hat der preußische Handelsminister Rr. Schreiber gestern im Landtag hingewiesen. Man kann nicht achtlos daran vorüergehen, wenn der preußische Handelsminister den Wunsch nach Erleichterung der Steuerlasten im Interesse der Wirtschaft mit der Feststellung gegründet, daß die Steuerlast gegenwärtig im Durchschnitt mindestens das fünffache der Vorkriegzeit beträgt.
Die Hoffnungen, die der preußische Handelsminister in Bezug auf den Preisabbau gemacht hat, können nicht als allzu rostg bezeichnet werden. Die Reichsregierung scheint vorläufig nicht geneigt, eine wesentliche Herabsetzung der Steuerlasten in Angriff zu nehmen. Als eine der Vorbedingungen für einen durchgreifenden Preisaban bezeichnete Minister Dr. Schreiber eine weitere Herabsetzung der Umsatzsteuer. Sehr wünschenswert wäre es auch, wenn die Gemeinden die Mahnung befolgen würden, daß eine weitere Anziehung der Gewerbesteuer ebenfalls nicht geeignet ist, preisabauend zu wirken. Bemerkenswert waren noch die Ausführungen über die Belastung der deutschen Wirtschaft, vor allem über die Belastung der Produktion durch das hohe Ainsniveau. Es ist bekannt, daß die Herabsetzung des ZinSnweans eine fühlbare Erleichterung bei den staatlichen Geldern bisher in keiner Wiese gebracht hat. Der preußische Handelsminister verspricht sich sehr viel von einer entschiedenen Verwaltungsreform. Er glaubt, daß durch eine entschiedene verwaltungsresorm di« Lasten der Wirtschaft vermindert werden können. An Schluß der Etatsrede gab der Minister der Hoffnung Ausdruck, daß die Gesundung der deutschen Wirtschaft durch einen glücklichen Verlauf der Paktverhandlun- gen In Locarno gefördert werden möge. Die- fern Wunsche und dieser Hoffnung kann man sich selbstverständlich nur anscbließen. Zu den Voraussetzungen für eine wirkliche Gesundung der deutschen Wirtschaft gehört aber auch die Behebung der Differenzen zwischen Ländern und Reich auf wirtschaftlichem Gebiete, nicht zuletzt auf dem Gebiete der Steuerlasten, die bei beiderseitigem guten Willen baldmöglichst behoben werden können.
Run hat man auch den letzten Minifierrat für Locarno gehalten, sodaß die deutschen DÄegier- ten schon heute abreisen können, um am Sonntag den Gruß' der Schweiz am Tagungsort entgegenzunehmen. Die tn der mündlichen Demarche der Botschafter in Paris und London aufgerollte Kriegsschuldfrage ist, wie wir zuverlSsfig erfahren, insofern einer vorläufigen Erledigung zugeführt worden, Äs die Vollmachten der deutschen Delegation jetzt ausdrücklich auf Vorbesprechungen lauten, was dem Gesamtkabinett in jedem Stadium der Verhandlungen das Recht zu einer neuen und erweiterten Stellungnahme offen läßt. Auch die Anhänger der Kriegsschuldftage haben durch ihre Zustimmung zu diesem Kabinettsbeschluß ihren Willen bekundet, unter allen Umständen erst einmal zu Verhandlungen zu kommen Voraussagen auf die Konferenz zu geben, sind sehr schwer. Herr Stresemann sagte Mittwoch a6cn6 zu seinen Parteifreunden, daß man jetzt auch mit einer längeren Dauer der Konferenz rechnen muffe- und daß man vielleicht erst in drei Wochen aus Locarno zurückkommen werde.
Inzwischen hat Tschitscherin mtt Luther-Stresemann die gestern an dieser Stelle berührten Fragen eingehend besprochen. Natur- gemäß find die Besprechungen streng vertraulich und an amtlicher Stelle versichert man, daß es sich um eine allgemeine Aussprache der beiden Staatsmänner ohne besondere Ziele bandle. Aber wie schon Londoner Bläter gestern schrieben, vollziehe sich in Berkin der letzte Vor
stoß gegen die Westpaktide« und di« Entscheidung zwischen West- und Ostorientie- rung Deutschlands. Und ein Kommunisten Blatt deutet weiter an, Tschitscherin werde mutmaßlich in Deutschland bis zum Abschluß der Locanokonferenz bleiben, er warte seinen Ruf ab, wenn keine Verständigung der Außenminister zustande komme. Das bolschewistische Rußland hat immer drei Eisen zu gleicher Zeit im Feuer und baut für jede Eventncckität vor.
Schade, daß dieses nicht immer von der deutschen Autzenpolittk zu sagen war und ist weder vor noch i m, noch nach dem Krieg.
Wetterwolken im Orient.
Einberufene Reservisten. — Englands Flotte. sEigener Drohtberichi i
London, 2. Oktober. *
Ein diplomatischer Berichterstatter schreibt, die letzte« Nachrichten, daß vier türkische Divisionen nach dem Irak beordert seien, bestätigten fich durch die Meldung, daß vier Jahresklassen von Reservisten ein- berufen wurden. Ebenso intereffnnt sei die Nachricht von starke» türkischen Truppenzusam- mcnziehungen bei E l G e s i r a h, einem der Zugänge vom Irak. Unter diesen Umständen sei es nicht überraschend, daß, wie verlautet, die britische Mittelmeerslotte Weisung erhalten habe, fich in den Gewässern des nahen Ostens aus dem schnellste« Weg zu sammel«.
Traum der Äahrhundrrte.
Kellog eröffnet den Friedenskongreß.
(Durch Funkspruch-
Washington, 2. Oktober.
Bei der gestrigen Eröffnung des Kongresses der interpalamentarischen Union begrüßte Staatssekretär Kellog die vierhundert Delegierten von alÄnnddreitzig verschiedenen Staaten. Der Weltfrieden sei Jahrhundertlang der Traum der Staatsmänner gewesen. Man müsse die Völker lehren, sich in friedlichen Gedankengängen zu bewegen, und fie müßten einsehen, daß es zur Erledigung internationaler Streitigkeiten bessere Mittel gibt als die ZnsallSentscheidnn- gen des Krieges. Kellog führte weiter ans: Ich bin kein Schwarzseher, aber ich kann nicht blind fein gegenüber den Kräften, die in allen sich selbst regierenden Ländern am Werke find, um daS ordnungsmäßige auf der Wahl durch das Soll beruhende Regierungssystem zu ze-iktzen und eine K lassen tY r annei aufzurichten.
Lvbes erste« Wort: Abrüstung.
Washington, 2. Oktober. (Funktelegramm.) Bei der Eröffnung hielt aus ReichstagSpräfi- dent 26be eine Rede, in der er n. a. ausführte: Deutschland hab bereits abgerüstet. DaS vom Präfwenten Coolidg« ausgestellte Abrüstungsprogramm müsse erweitert werden, damit der Friede in ganz Europa einziehe.
AbdelKrimsÄesidenzbrennt
Die Franzose« am 1. Ziel.
(Eigener Drahtbericht.)
Madrid, 2. Oktober.
Nach einem Bericht des Geaerals Primo de Rivera fldjt infolge der Beschießung durch die spanischen Truppen «jdir in Flammen, darunter das Haus Abd el Krims. — Havas meldet auS Fez, die französischen Truppen befestigen die von ü>nen heute früh im Norden von Siffane erreichte« Linien. Die Operationen werden demnächst i« noch größerem Stile wieder auf- genommen. (Siehe auch Depeschen 2- Seite.)
Macdonald gegenDersaMes
Ein granfanter Friede. — Auch feinen Pakt.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 2- Oktober.
Auf der Parteikonferenz in Liverpool führte Macdonald aus, wenn die Arbeiterpartei wieder ans Ruder käme, würde sie zuerst durch einen industriellen Ausschuß die Wirkungen des Tawesplans auf die britischen Industrien beobachten lassen. Tie Arbeiterpartei würde, wenn dies möglich wäre, den Versailler Vertrag ab- ändern. Dieser Vertrag sei eine fürchterliche Regelung. Es sei ein Frieden, der
saft so schlimm wie der Krieg war.
Es sei alS ein Fortschritt zu betrachte«, daß die Reparationsfrage von dem Gebiet politischer
Vorurteile aus das der wirtschaftlichen Erwäg- ungen übergeführt worden seien. Die Arbeiterpartei habe ihre Gegnerschaft gegen den Garantiepakt, über den gegenwärtig verhandelt werde, klar zum Ausdruck gebracht. Eine internationale sozialistische Sonder-Souferen- werde die Bereinbarunge« erwägen, um der internationalen Arbeiterklasse ein Urteil über die dann zn befolgende Politik zu ermöglichen.
Die presse als Gratulant.
Zum heutigen Geburtstag Hindenburgs. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 2. Oktober.
Zum 78. Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenburg schreibt das Berliner Demokratenblatt: Hindenburg hat in der Zeit seit der Reichspräsidentenwahl loyal und gerecht die von ihm freiwillig und ehrlich beschworene republikanische Verfassung gewahrt und bewiefen, daß er nur auf dem Boden dieser Verfassung und über den Parteien stehen will. Ein Rechtsblatt sagt: Vor der machtvollen Würde seiner Persönlichkeit, vor der Reinheit seines Wollens und der unbestechlichen GradliniÄeit seines Charakters hat selbst der deutsch« Parteihaß so etwas wie Respekt gelernt. Es ist doch ein ander Bild, um das Ansehen des Staates und nicht nur im Jnlande geworden, seit der Feld- marfchall, dessen höchste Leitung übernommen hat. Ein drittes Blatt bezeichnet Hindenburg als Verkörperung des Geistes, der Deutschland einst groß gemacm hat und der es heute vor dem Untergänge schützt, und spricht den Wunsch ans, daß das Beispiel selbstloser unbeirrbarer Pflichterfüllung da SHindenburg in weltgeschichtlicher Größe biete, vorbildlich wirke auf alle Glieder der Nation. Die Börsenzeitung schreibt, die wahrhaft ideale und allen kleinlichen Einflüssen weit entrückte Art der Amtsführung Hindenburgs überzeuge das ganze deutsche Volk, daß hier ein überparteilicher, abgeklärter, weiser Volksführer die Sorgen von sechzig Millionen in selbstloser Hingabe auf fich genommen habe.
Sum letzten Mal beisammen. Abreise nach Locarno. Die Innenminister tage«. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 2. Oktober.
Gestern nachmitag fand ein letzter Ministerrat vor der Abfahrt der deutschen Delegation nach Locarno statt. Man beschäftigte sich mit Konferenzsragen und des weiteren auch mit den deutsch - russischen Handelsvertragsverhandlun - gen. — Die Innenminister der Länder find für heute nach Berlin berufe« worden, um über Polizeifragen im Zusammenhang mit der Ent wafsnungsnote der Alliierten und über Fragen des Preisabbaues zu beraten.
6r muß sich bescheiden.
Caillaux' Rotabkommen. — Heute Abschied.
(Durch Funispruch)
Washington, 2. Oktober.
Die ftanzösisch-amerikanischen Schuldenver- handlungen endeten heute mit einem vorläufigen Abkommen, das fich auf einen Zeitraum von fünf Jahren erstreckt. Es steht eine jährliche Zahlung vo« vierzig Millionen Do 11 a r s an die Bereinigten Staate« vor. Weitere Berhandlu«gen sollen ausgenommen werden, sobald die französische Regierung der Anficht ist, daß die Berhälmiffe ihr dies ermögliche«. SaiIlan; betont in einer Ansprache, er wäre glücklich gewesen, wen« eine endgültig« L ö s n « g hätte erzielt werde« könne»; eS sei ihm aber nicht möglich gewesen, weitergehende Verpflichtungen auf fich zu nehme«, als er vorgeschlagen habe. Alsdann schüttelte et Mellon die Hand. Mellon hat jede Aussage verweigert. Senator Snooth hat nur erklärt, daß nur auf der Basis der letzten amerikanische« Vorschläge ein Ausweg aus der Sackgasse möglich sei. Die amerikanische Delegation habe die Verhandlungen nicht abbrechen wollen. Caillaux wird fich heute abend gegen 11 Uhr zur Reise nach Frankreich einschiften.
Vergeben und vergessen.
Ein Friedensschritt der Mächte in China.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 2. Oktober.
I« einer Kollektivnote an China wird der Wunsch ausgesprochen, den Streit über die Vorfälle vom 30. Mai beizulegen. Es soll alles nur Mögliche getan werden, um die Lage in Schanghai zu bessern. Alle militärischen Blaß- nahmen solle» aufgehoben und die Marinedetachements zurückgezogen werde«.
Go wirb man groß.
Der Spruch am Danziger Stadttor.
Der sechzigjährige Dichter als Politiker.
Von Max Halbe.
Der Dichieriubil«, mH brfitx meisterliche« Jugend-Drama «ns das hiesige Staaistheater kürzlich de» verlorenen Oste« vor die Seele rückte, zieht hier als geborener Ostmärker mit seivstem politischem Instinkt die Oninteffenz ans Polens Wiedergeburt auch sür unsere Zeit.
Durch Eintracht wachsen kleine Staaten »um Licht, durch Zwietracht sinken grobe in Staub.
l®tn lateinisches Sprichwort.)
Maa könnte den vorstehenden Spruch, de» die Danziger als Mahnung und Warnung in Gold- buchstabe» auf ihr stolzestes Stadttor setzten, auch der Geschichte des polnische» Reiches als Motto votansschlckcn. (Mit nur zu gutem Recht, ja augenblicklich sogar mit noch besserem Recht leider auch unserer eigenen)! Derselbe Staat, der zu Ausgang des 18. Jahrhunderts an der inneren Uneinigkeit seiner herrschenden Klasse, des hohen und des niederen Adels zugrunde ging, wurde rmrd 150 Jahre später aus einem durch Menschenalter währenden Berschmel- zungS- und Einigungsprozeß aller Volksschichten zu neuem Leben wiedergeboren. Drei groß- mächtige Staatsgebäude, Oesterreich, Rußland, Dcuschland mußten zusammenstürzen, damit Polen, dieser richtige Hans tm Gluck, aus ihren Trüffnmern in aller Eile — Gechwtndigkeit tat not! — sich einen wenigstens nach außen hin hochherrschaftlichen, ja palastähnlichen Neubau anfschmettern könne, wie man zu sagen Pflegt. Aber trotz aller Kulissenhaftigkeit muß man doch anerkennen, daß bei seinem Aufbau ein Geist unbedingter
Eintracht und Opferwilligkeit
alle Mitarbeiter und jetzigen Bewohner vom größten bis znm kleinsten beherrscht hat, ja trotz aller zweifellos vorhandenen zenftifugalen Kräfte sie noch heute beherrscht. Anderthalb Jahrhunderte der Fremdherrschaft waren nötig, um den Polen diese natürlich antike Weisheit vom Langgasser Tor tn Danzig einzuhämmern und aus dem Volk, dessen einstiger Reichstag geradezu ein Synonym war für Parteichaos und individuelle Zügellosigkeit, nachgerade den fanatischste» aller heutigen Nationalstaaten zu- fammenzuschmteden. Wie das überhaupt möglich gewesen ist? Wie man das bewerkstelligt hat? Hier merk« auf, lieber Leser, und gib wohl acht für alle künftigen Fälle, die etwa dich selbst betreffen könnte«! Wie gesagt, Polen war aufgeteilt unter die drei Großmächte Rußland, Oesterreich und Preußen-Deutschland. Wenden wir uns gleich den preußischen Untertanen der Provinzen Posen und Westpreußen zu. Zugleich mit dem Aufblühen des Bürgertums hatte sich auch das Polentum eine in der Geschichte bis dahin fast unbekannte Volksschicht, nämlich de» Mittelstand, eben das gebildete und besitzende Bürgertum, neu erschaffe». Diese neue und ihrer Bedeutung wohlbewußte Mittelklasse des PolentnmS gewann sehr bald den wirtschaftlichen Einfluß, den man ihr schon nach den deutsche« Gesetze,! gar nicht versage« konnte. Es gelang ihr aber nur in seltenen Fällen, ihre söhne in die höheren Stellen der deutschen Verwaltung hineinzuschtttuggeln. So mußten die polnischen Bürgersöhne wohl oder übel sich in die freien Berufe flüchten. Man wurdeArzt, man wurde RechtSanwalt, Redakteur, Chemiker, Ingenieur. Innerhalb eines Menschenalters wer dieser Prozeß vollendet, und erst mit Lächeln, dann mit Staunen sahen wir Deutschen in Grande rq. in Thorn. Bromberg. Posen, schließlich auch in Danzig polnische Schilder von Advokaten und Hebammen, von Aerzten und Baubureaus neben den schon früher vorhandenen Geschättsfirmen und Kramläden erwachsen Diese ganze Mittelklasse, die es sonst nirgendwo in Polen gab, hier war fie da, man konnte sie mit all ihrer Breite und Wucht einsetzen, sobald die Entscheidungsstunde der nationalen Schlacht schlagen würde. Und sie schlug. Nicht zum wenigste» dank unserer eigenen Schwäche Zwietracht, Verblendung schlug sie! Während wir unS nach außen und innen verbluteten taten dre Polen das einzige, was ein Volk, da? am Boden liegt tun muß. um wieder in die Höhe zu kommen: Sie hielten den Mund, vertrugen sich untereinander und warteten eben ihre Stunde ab. Noch einmal, liebe Leser, die es angehc, mertt es euch und habet wohl acht: Mund haften! Sich vertragen! Abwarten! Für jeden kommt einmal die Stunde. Sich vertragen und abwarten! Nvch dieser mehr oder minder stillschweigenden Parole handelten die Polen. Sie geduldeten sich bis es so weit war. Und dann. . Dann schlugen sie in jähem Ausbruch los und überrannten in einer einzigen Sturmflut alle unsere Wälle und Deiche. Man muß daS auch a!8 Feind anerkennen und bewundern. Denn von wem könnt? man besser lernen als