Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 230. Etuzekuummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Freitag, 2. Oktober 1925
Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Auslösung und Aeuivahlen in Griechenland.
erwarten, daß den ernsten Maßnahmen bald ein
Die amerikanische Schuldenkommisfion hat
Berlin, 1. Oktober.
r
GaMaux zweiter Sieg.
Auch mit Amerika über die Schulden einig.
(Durcb Funkspruch^
Newyork, 1. Oktober.
gut wie zu einem Abschluß gelangt. Es sei nur noch von der Zollkonferenz, die heute vormittag 10 Uhr zusammentrete, zu ratifizieren. Die Zahlungen erstreckten sich au achtundvierzig Jahre und empfehlen zwölf Jahre verringerte Annuitäten.
Heute ist es kein Geheimnis mehr, daß wenige Tage vor dem Rapallo-Vertrag
Ein aufgelöstes Varlament.
Neuwahlen in Griechenland.
(Eigene Drahtmeldung.)
Athen, 1. Oktober.
Hier wurde die Auflösung der Nationalversammlung bekanntgegeben, die in Politischen Kreisen ziemlich unerwartet kam. In einer Kundgebung a» das Volk wird erklärt, daß die Nationalversammlung nicht mehr das Vertrauen der Nation besitze. Der Zeitpunkt der Neuwahlen wird noch bekannt gegeben.
Herren der Riffhöhen.
Siegreicher Vormarsch der Landungstruppen.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 1. Oktober.
Laut Pressenotiz haben die französischen Truppe» die Höhen von E u i d a n r und T a - ramara erreicht, die die Alhucemasbucht beherrschen. Während des Vorgehens der spanischen Truppen haben zwei Kreuzer die Küste beschossen. Ein Telegramm aus Madrid be- agt: Die im Frontabschnitt Alhueemas eingeleitete Operation ist erfolgreich beendet. Die panische» Truppen habe« den Dschebel Las Pa- lomaS besetzt. Siehe auch Depeschen 2. Seite.)
Ine«. Die Franzosen treffen am Sonnabend ein. Die Engländer werden am Sonntag erwartet.
Schwere Stunden in Berlin.
Auf Wiedersehen am Montag in Locarno.
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 1. Oktober.
von französischer Sette ein offizielles Ungebot an die russische Sowjetregierung ergangen war, das, wenn MoKau sich darauf eingelassen Hütte, für Deutschland einen schweren Schlag bedeutet haben würde. Denn Deutschland wäre dadurch in die äußerst schwierige Situation geraten, auch noch Reparationen an Rußland zahlen zu müssen. Durch den dann rasch abgeschlossenen Vertrag verzichteten beide Länder auf gegenseitige Reparations- oder Entschädigungsansprüche, sodaß damit der /ranzösischc Plan endgültig ins Scheitern gebracht wurde und auf alle Zukunst hinaus keine Aussicht mehr auf Verwirklichung hat. Die ganze deutsche Außenpolitik würde ihren Sinn verlieren, wenn die Abmachungen des Sicher- heitspakies und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund dazu führen könnte, daß Deutschland sich an einer russisch-feindlichen Mächtegruppierung anschließt.
greife und Volitik.
Der £ Oktober und ... Tschitscherin in Berlin.
Die Regierung bat die am 27. August von ihr angekündigten Maßnahmen mtt rücksichtsloser Energie durchgesührt, den Ruhm muß man ihr lassen. Und auch dem heute veröffentlichten Ge- neralstabsbericht über den Teuerungsfeldzug wird man ehrlicherweise die Achtung des guten Willens nicht versagen können. Freilich, mehr als eine momentane Beruhigung der erhitzten Gemüter bedeutet sie nicht, denn an der Tatsache, daß der große Apparat bisher prakti- s ch e Erfolge für die Verbilligung nochsogut wie garnicht gezeitigt hat, wttd auch der Gutgläubigste nicht vorüber können. Gewiß Hai man dem Treiben der Verbände und Kartelle, die immer noch nach Methoden aus der Inflationszeit arbeiten, schnell ein Ende gemacht. Mau hat gütlich aus die Wirtschafts- und Bankvertreter eingeredet, sie von neuen Erhöhungen abgehalten, kleine Preisabschläge durchgesetzt. Das Brot ist schwerer geworden, den Wucherpreisen für Fleisch ein Rtegel vorgeschoben, Milch und Zucker sollen ermäßigt werden. Die Berliner Wucherbeamten arbeiten fieberhaft.
Die Eisenbahn hat ihre Lebensmitteltarife ermäßigt, aus Ostpreußen soll Getreide billiger herangeführt werden. Die Preisprüfungsstellen sind dabei, mit den Behörden neue Richtlinien für ein gemeinsames Vorgehen festzulegen, das u. a. auch Obst und Gemüse erfassen soll. Den Gemeinden wird sehr deutlich eine Verbilligung der unerschwinglichen Gas- und Strompreise nahegelegt. Und nicht zuletzt soll die Verbilligung der Zinssätze für öffentliche und private Gelder langsam aber dauernd der Preissenkung die Bahn ebnen. Der Anfang ist gemacht und wir wollen
Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers beschäf- ,
tifltc sich gestern abend ein Minifterrat mit dem Am und se ns ni^ für die Konferenz von Locarno notwendigen^ an dem Schicksal des Zeppelin-Polarfluges bt« Vorbereitungen. Ferner sollen verschiedenes einträchtigen werde? Im Gegenteil: das In- Punkte der Entwaffnungsfrage bespro-lleresse wird dadurch noch gesteigert werden, chen worden sein. — Ein Londoner Telegramm Alles wird sich fragen: Wer wird es nun schaf- besagt, daß es vielleicht zu wett gehe« üwrde, fen: Amundsen oder der Zeppelin? sen letzten Notenwechsel als eine Störung der Weshalb geht Amundsen seinen eigenen Weg? Konferenz zu bezeichnen. Die Hauptsache sei, daß Ter Hauptgrund für sein Vorgehen dürfte aber Deutschlands Annahme vorbehaltlos sein, daß ihm die Zeit zu lang wird. Wir erfolge. Es bestehe kein Grund, der gegen die könnten bestenfalls 1927 fahren. Er aber will, Abhaltung der ersten Sitzung der Konse-wie wir hören, schon 1926 aufbrechen. Er will renz am Montag in Locarno fpreche. unter allen Umständen der Erste
Zu einem Presseinterview äußerte sich Eckener über seinen Nordpolkonkurrenten Amundsen wie folgt: »Sie fragen, ob die große Hast " licht die Anteilnahme der Welt
Wer denkt noch daran?
Amundsen-Eckeners Nordpolrennen. 13. Oktober.
Wer wirb der etfte fei«? — Amuubseus Ebrach. — Deutschlaubs Aufgabe« ftnb gröber.
Eckener als Zeoveliawerber. — Der Tag bet Amerikafahrt. — Beweist es durch die Tai!
Locarno rüstet fieberhaft.
Sitzungssaal, Presse, Draht. — Wo sie wohnen. (Eigener Drahtbertcht.)
Zürich, 1. Oktober.
Aus Locarno wird gemeldet: I« dem Regieruugspalaiswird der Schwurger ichts- s a a l für die Konferenz hergerichtet. Handwerker und Scheuerfrauen sind eifrig an der Arbeit. Pflanzenschmuck wird den Eingang zieren. Für die Presse werden im Elektrizitätswerk die notwendigen Einrichtungen getroffen. Es sind bisher hundertfünfzig Zeitungsvertteter angemcldet. In einem großen Saal werden zehn große Telephonkabinen aufgestellt. Eine neue dirette Leitung mit Basel und Bern wird eingerichtet, durch die die telephonische Verbindung mit Berlin erleichtert wird Obendrein werden noch direkte Verbindungen mit stom,_ Paris und Mailand eingeschaltet. Die ranzösische und italienische Delegation werden im Grand Hotel Wohnung nehmen. Die
deutsche Delegation wird in dem zwei Kilometer entfernten Hotel Esplanade woh- ।
Inzwischen ist nun der Besuch des russischen Außenkommissars mitten in eine Zeit schwierigster und verantwortungsvollster Entscheidungen hineingeplatzt. Sowohl die Außenpolitik Deutschlands als auch die der ihm befreundeten Sowjet-Republik steht an einem Wendepunkt, wo die ganze europäische Konstellation z« einer Umgruppierung der Kräfte und zu einer Anpassung des jeweiligen politischen Kurses an die grundlegenden Reformen der Zukunft erfordern. Wir erfahren aus sehr zuverlässiger Quelle, daß mau i» dem Meinungsaustausch von vornherein darauf verzichten wird, irgend- welche festumrisseueu Zukunftsplüne zu erörtern. An der Situation, vie sie sich jetzt vor der Eröffnung der Sicherheitskonferenz in Locarno darstellt, kann der Besuch des russische« Außenministers ebenso wenig ändern wie etwa die mißglückte Auseinandersetzung über die Kriegsschuldfrage, die bei der Größe der zur Behandlung stehenden Probleme doch nur eine nebensächliche Rolle spielen kann. Die Bed ’thntfl der Zusammenkunft Tschitscherins mit dem Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann liegt einzig und allein darin, daß die Vertreter der beiderseitigen Regierungen demonstrattv dartun werden, daß weder Deutschland gegen Rußland noch Rußland gegen Deutschland auSgespielt wer- , den kann.
Die bevorstehenden internationalen Ab - «achuugeu sollen an den bisherigen Beziehun- aen zwischen den beide« Ländern nichts ändern, sondern man will nach wie vor den bisherigen Weg der freundnachbarlichen Beziehungen sowohl in wirtschasflicher als auch politischer Hinsicht weiter beschreiten. Ein solcher Gedankenaustausch zwischen Tschitscherin und den Leitern der deutschen Politik hat vorläufig moralisch und materiell mindestens die Weiche Bedeutung wie etwa der in Aussicht genommene Sicher- heitsvakt, der zwar zahlreiche juristische und po- lttische Klauseln bringen wird, der aber aus der anderen Seite erst nach langer Zeit der Ueber- windung gegenseitiger Rannungen auf eine wirklich dauerhafte Grundlage gestellt werden kann. Gewiß hat es seit dem Vertrage von Rapallo Mischen Deutschland und Rußland wiederholt kleinerei Reibereien gegeben, aber solche urwermeidliche« Zwischenfälle konnten trotz der vielfachen Uebertteibungen und Aufbauschun- gen nichts an der Tatsache ändern, daß Deutschland weder bewußt noch unbewußt jemals eine rutzlandfeindliche Politik teilen konnte
Später ein Moratorium?
Washington, L Oktober. Funktelegramm.) Die ftagliche Einigungsklausel soll bestimmen, daß Frankreich ein Moratorium gewährt werden soll, sofern die gegenwärtig vorliegenden Bedingungen später verschwinden oder eine we- fentliche Abändereung erfahren sollten.
sein und hat auch kein anderes Ziel als das:
Ollf ßpn aIS ten Nordpol erreicht zu haben. An
m . o y. tlvUWUll. wissenschaftlichen Forschungen liegt ihm anschei- Gekündigte Lohntarife der Metallarbeiter. nend nicht so sehr. Wir aber erstreben w i s - (Privat-Telegramm.) senschaftliche und nicht sportliche Erfolge,
Backum 1 Dftnber totr wollen nicht eine Reise nach dem Polarge-
». h . ™ ? TT, biet, sondern dessen Erforschung. Das ^alb*
, D'edre. Metallarbeiterverbandc haben be- starre Nobile-Luftschiff, das Amundsen
schloffen, das Lohnabkommen der Mewürndu- benutzen wird, reicht mit seinen 3570 Kilometern ftrie baS fcamm bis Düsseldorf umfaßt, zum Aktionsradius knapp aus, um zum Nordpol zu O tt ober zu kündige«. Auch d»e Ber- gelangen und dann wieder umzukehren. Es ist liner Metallarbetterverbande haben das Gleiche aber nicht imstande, vier bis fünf Tage lang be,chlaffem Die Berliner BerkehrSangeftellten w. der Lust zu bleiben, umherzukreuzeu und zu haaeu iyre Forderungen nachträglich noch um forschen, für wissenschaftliche Zwecke zu pholo- üstl Prozent erhöht. Sm 1. Oktober graphieren und Messungen vorzunehmen. Wenn ti^-cn alle Lebensmittelpreise in Berlin noch auf auch Amundsen vor uns an den Pol gelaugt: dem Stande des September, z. T. sogar höher, das, Was wir, wird er der Welt und
PreiSsenkungs^'Aktion ist bis jetzt als ge- ber Wissenschaft nicht bringenk scheitert anzusprechen. (S. a. 2. S. Kasten.) Jedenfalls gtaub€ ,<h, daß Amundsen ausschließ» —. . . lich von seinem sportlichen Ehrgeiz geleitet
Von Bam aufaevutfM. wird. Es scheint mir, daß Mussolini den Brr-
S ~ „ ? J * swh mit dem italienischen Nobile-Luftschiff den
~aS Bekenntnis eines Separatisten. Nordpol zu erreichen, zu einer Prestige- (Privat-Telegramm.) frage für Italien gemacht hat. Wir be»
Effe«, L Oktober, trachten unsere Aufgabe als eine rein wis«
von ber fran^S«»ÄL b1' erforschen geben, da mir dort nur Eis und
f en b a t b H U J ‘ vorhanden zu sein scheinen. Wohl aber ist
senoar begünstigt und daß »hnen Frei- möglich, daß in der Ricktuna Alaska
ihnen hatten ? ^eien. Biele von Land zu finden ist; dort werden wir forschen,
hofft f J mi Jh» bahnf «ff r ‘ 0?; messen und photographieren können. Es muß ^?^7^d^ch lei ihnen ^.bsondere Fahrgelegenhelti berücksichtigt werden, daß der .Weg von Europa
Die Entlöhnung der srpa- nach Amerika über den Pol sehr kurz ist. rattsttsch« Truppe« fei i« Franken erfolgt. Aber selbst wen« diese Roitte für den Reisever- * kehr in Betracht käme, so könnte sie mrch nur
Wie Franzosen für einander eirrstrhen drei bis vier Monate im Fabre benutzt werden. Paris, 1. Oktober. (Privattelegramm.) ein|bom April bis zum August. Anfang Oktober soll Sttaßburger Blatt hat eine Sammlung veran- 2?" bfc Propaganda für die Zeppelin- staltet, um die für die Befreiung des zu 5000fEckener-Spende einfetzen. Dr. Eckener Mark Geldstrafe verurteilten französischen f?IieJ„cflinnt atn 4- Oktober mit einem Vortrag in gers de Co sie notwendigen Summen auhuJS.o"ie^ber0 eine auf mehrere Wochen Vorbringen. In einigen Stunden seien 3500 Mark 25'^2? Propagandareise, die ihn in alle Gaue gezeichnet und nach Freiburg übersandt toorben. fuhren wird, lieber zweitausend
deutsche Städte haben sich um Vorträge Dr.
ßnmmf er Eckeners beworben, bisher konnten aber nur die
JWIHIIII FF, lOnUlil kF niCyH größten Städte Deutschlands dafür in Aussicht Mussolinis Geltung zur Pattkonferenz. genommen werden. Während der Tage der • (Eigene Drahtmeldung.) einjährigen
Rom, 1. Ottober. Wiederkehr der «merikasahrt
Ei« Mailänder Blatt berichtet, Locarno sei As '.Z' R. 3' sollin ganz Deutschland durch gewählt worden, um Mussolini evtl, eine« nach- Serta,”t ,bOTl Postkarten, Abzeichen und traglichen Entschluß zur Teilnahme zu erleich- «erschlußmarken für die Zeppelin-Ecke- tcrn. Das Blatt hält eS aber für ausqeschlos- ner-Spende gesammelt werden. Das deutsche seu, daß Mussolini persönlich erscheine« werde, I^°lk wird dann reichlich Gelegenheit haben, fei» ba die Konferenz zwar wichtige Fragen über « Sehnfucht. bald wieder, wie vor einem den europäischen Frieden erörtern werde, aber ^"hre, den stolzen Luftkreuzer über Deutsch- keine dieser Fragen Italiens Interesse berühre.! Eds Gauen zu sehen, durch seine Opferwillig-
* |Lcy jrfünt zu sehen. Damals, vor einem Jahr,
•Stolt« über «riegsschuid und Otäumuna ^beIt.e. Deutschland über die Taten des
JWK f'Än S
den anderer patriotischer »reife entsprächen, I Dr. Eckener mtt seiner Besatzung als aber aus denselben nationalen Gründen hätten uns, daß wir ihm alle, ohne lln»
die anderen Mächte sie ausschließen müssen, verschied, helfen.
Man könnte aber ttotzdem auf der Konferenz! Auch die Kasselaner,
nebenbei darüber verhandeln. die vor einem Jahr dem Schiff in hellster Be-
geisterung zujubelten, sollten sich heute an jene
BOlllIr ÜFim Tage zuruckerinnern und beweisen, daß jener
• 11. . . bon Herzen kommender Jubel fetzt auch in
Tichitscherin als Gast StresemannS. opferbereiter Dankbarkeit zum Ausdruck kommt
(Privat-Telegramm.) Oder sollten wir dem Ausland gegenüber das
beschämende Zeugnis ablegen, daß wir tatenlos
durchgreifender, nachbal 1 iaer Er- tue amenianttche Schuibentommtsston Hal folg bcschieden sein mag, wenn nicht schwere bxn^'uneinwkett^^hetcklot^n^"hie^'^^ronViffsck? Erschüterungen den langsam genesenden Witt-
schaftskörper ergreifen und die Volk.gemeinschaft n»
zur Tat werden soll, von der man bisher immer nmmr« h?'
nur mit frommem Augenauffchlag geredet hat. ^«^7°S ZahtttugSabkommen fei gest^u fo