Kasseler Neueste Nachrichten
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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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SltillttttCt 226. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.
Sonntag, 27. September 1925 Einzelnummer 10 Pf. Sonntags IS Pf. 15. Jahrgang
London-Paris für sofortige Entscheidung.
Dom Engen inöWelte
Wohin führt der Weg?
Richt im härenen Bußgewand werden die deutschen Unterhändler durch die herbstkühlen Fluren demnächst dem Idyll eines Schweizer Sees entgegenpilgern. Auch keine neue Dornen- kroire wird man ihren lockigen oder kahlen Scheiteln Wie noch in Genua, Cannes, London aufpressen. Sondern fast tot Triumph wird sich dort in einem weltabgeschiedenen Alpenwinkel das Schauspiel der Erhöhung und Wiedereinsetzung eines zu tiefst erniedrigten und versklavten Volkes in einen kleinen Kreis elementarster Menschenrechte vollziehen. Wenn es auch übermenschlicher Erleuchtung und Anspannung seitens der deutschen Kreuzritter bedarf, um in die Zwingburg von Versailles Bresche zu le- gegen und für das freiwillig entäußerte deutsche Kleinod Elsaß die blutrünstigen Fesieln der Besatzung und Entwaffnung abzustreisen oder zu lockern. Wenn die deutschen Evangelisten auch mit Menschen- und mit Engelzungen werden reden müssen, um als fromme Völkerbund-Klosterbrüder auch deS Segens ihrer Ordensgelübde teilhaftig zu werden, als da find: Selbstbestim- mungsrecht der Völker nicht bloß für das eine Drittel unter fremden Bajonetten und Knüppeln schmachtender Blutsbrüder, sondern auch für den Anschluß Oesterreichs, der sonst mit der Gewalt einer Naturkatastrophe eines Tages von selber kommt. Ms da ferner find: Anpassung ausgezwungener Verträge an neugestaltete Zeitverhältnisse, Anspruch auf die jedem Mitglied Mstehende Zahl der Kolonialmandate. Ganz abgesehen von der nach Sühne schreienden Kriegsschuldlüge, Abkürzung der Be- satzungs- und Volksabstimmungsfristen (Saar), Bewilligung der Luftfreiheit, Verwirklichung des Abrüstungsparagraphen und anderer verbürgter oder verkürzter, aber unverlierbarer Raturrechte.
Roch schwimmen diese Zukunstsinfeln wie ferne Purpurwölkchen über goldne Abendhimmel. Aber wir müssen und werden sie eines Tages erfliegen —so oder so. (Auch ohne Deutschnattonale wird sich für einen reellen Patt, der uns Atem und Ehre wiedergibt und einen Völkerbund, der unsere Durchmarscheinwäade gelten läßt, immer eine Reichstagsmehrheit finden.) Und was hindert uns innerhalb (und außerhalb) dieser Institutionen als Vorkämpfer für die unterdrückten zehn Millionen Leidensgenossen in allen Erdteilen aufzutreten? Sie werden uns mißtrauen? Sie werden uns vielmehr zujubeln, wenn wir ttotz des Genfer Stempels mh der Verheißung aller Menschen- und Bürgerrechte unter fie treten. Wenn wir, noch mit dem kaum verheilten Wunden unsäglicher Drangsale bedeckt, durch Jahre der Demütigung und Entehrung geläutert, Schwarzen, Gelben und Braunen die Srtovungkrast und Harmonie unseres Idealismus leihen und aufbauen, wo andere niedertraten, versöhnen, wo andere verletzten, Menschenliebe statt Rassenverachtung säen. So wird die Liga der Wehrlosen und Unterjochten an uns auch im Völkerbund die beredtesten Fürsprecher haben. Und so und nur fo werden wir statt mit Papier- nen, fruchtlosen Protesten das Völkerparlament, heute noch ein Hort ber Despotie und schrankenloser Willkür ifiehe Moflul, China, Syrien, Ma- rokko, Oberschlesien, Danzig usw.) zu einem In- strument und Hort der Gerechtigkeit und Menschenwürde umwandeln können.
Doch darüber wird ein Menschenleben, vielleicht auch das ganzer Generationen Hinsehen. Aber auch die Ferne muß von hohen GipfÄu trunken leuchten, wenn wir in Rauch und Finsternis des Werktags nicht ganz ersticken wollen. Denn noch ist daS Gespenst der Teuerung trotz aller Ministerdrohungen, trotz aller Beteuerungen der großen und kleinen Geschäftswelt, selbst trotz der energischsten Sprache deS Reichs- Präsidenten keinen Fuß breit von unserer Schwelle gewichen. Drei Tage trennen uns noch von dem höchst fragwürdigen, vielgepriesenen .Ersten'. Aber wenn nicht noch Stieben und Wunder geschehen, gehen wir auch übermorgen, genau wie fett Jahren, nur noch enttäuschter und verbissener an den unerschwinglichen Herrlichkeiten der Schaufenster und Warmhäuser... vorüber, die man übrigens selbst für die unhalbareu Zustände nicht verantwortlich machen soll. Denn die „tieferen Gründe' liegen bekanntlich bei Kartellen und Großhandel, denen jetzt allerdings scharf auf die Finger geguckt wird. Zum Teil aber auch beim Zwischenhandel, dem gegenüber die Regierung machtlos ist. Wir zweifeln keinen Augenblick, daß es den Herren Ministern mit dem Abbau bitter emst ist. Aber man wird gegen die Teuerungshhdra wohl schärfere Schläge führen mituein, wenn ihr nicht immer neue Köpfe wachsen sollen. Mit der kaum merklichen Brotverbilligung ist nichts getan, wenn Fleisch, Gemüse, Fette wei-
Wirth's Sendung im Dollarland.
Eine Botschaft der Verständigung und Zusammenarbeit.
Gen Persien.
An der Grenze zwischen Morgen- u. Abendland« 7. R-isebrief unseres Mitarbeiters St. Wimmel.
Die brenneud-ften Probleme in Reudeutsch land. — Man streitet um die Lösung. Freie Sprache eines Senators. — Amerikas Rechnung an Caillaux überreicht.
Rewyork, W. September.
Bei einem Frühstück zu Ehren des Reichskanzlers a. D. Dr. Wirth brachte der Präst dent der Handelskammer, Hermann Metz, einen Toast auf den Präsidenten C o o l i d g e und den deutschen Reichspräsidenten aus. Die Handelskammer begrüße jedes Ereignis, das dazu angetan fei, auf geschäftlichem Gebiet eine bessere Verständigung herbeizuführen. Senator C o p e l a n d sprach sich dahin aus, wenn er zu bestimmen hätte, würde eine Wirtfchaftskonferenz stattsinden, aus der über die Wiederherstellung der früheren normalen Weltlage beschlossen werden müßte. Warum lasse man Deutschland nicht Zeppeline bauen nnb an die Vereinigten Staaten verkaufen, so fragte er. Reichskanzler a. D. Wirth stellte unter allgemeiner Heiterkeit fest, et fehe hier zum ersten Male, daß Trinksprüche mit klarem Wasser ausgcbracht würden. Wenn Klarheit und Wahrheit auch in den Beziehungen der Länder geherrscht hätten, so hätte großes Unheil verhütet werden können.
Wirih klopft an die Lore.
Der Exkauzler wirbt für Verständigung.
(Eigener Drahtbericht.)
Rewyork, 96. Sept?v.ber.
Bei dem Ehrenfrühstück befaßte sich Reichskanzler Dr. Wirth besonders eingehend mit der Bedeutung der amerikanischen Mitarbeit bei der Neuordnung der europäischen Verhältnisse und widmete sich besonders der Frage der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich und der Frage der Ausführung des Dawesplanes. Ferner beschäftigte sich Dr. Wirth mit der Krisis der europäischen De-
moltotie, welche auchauf der toterparlamen- tarischen Konferenz in Washington Gegenstand der Altsfprache sein wird. — Bei einem Ehrenessen im Rai für Auswärtige Angelegenheiten hielt Dr. Wirth eine politische Rede, an die sich eine lange Diskussion anschloß. Die Aussprache beschäftigte sich mit dem neuen Deutschland, feinen politischen Kräften, dem Dawesplan, Sicherheitspakt und Handelspolitik.
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Sieben Tlrbeitersadrer suchen Wahrheit
Rewyork, 96. September. (Funktelegramm.) Sieben deutsche Arbeiterführer sind heute mit dem Dampfer „Columbus" hier eingetroffen. Sie wurden von einer Abordnung amerikanischer Arbeiterführer begrüßt. Auch ber frühere Reichskanzler Dr. Wirth war zugegen.
Hieb auf Hieb.
Mellon überreicht Amerikas Gegenangebot.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 26. September.
Havas meldet aus Washington: Gestern mittag fand nach Beendigung der getrennten Sitzungen der beiden Kommissionen eine Vollsitzung statt. Die Kommissionen treten heute vormittag roteber zusammen. In der Vollsitzung überreichte Staatssekretär Mellon Finanzminister Caillaux ein Memorandum, in dem der amerikanische Schulden-Standpnukt auseinandergesetzt wird sowie die Gründe, aus denen die französischen Vorschläge für unannehmbar erklärt werden. Außerdem werden in dem Memorandum gewisse Vorschläge angeregt, um eine Grundlage für die Sckmldenregelung zu finden.
ter in trauriger Glorie ungeniert den doppelten und dr et such en Friedenspreis verschlingen, wenn Kleider, Schuhe, Kohlen nicht Preise halten, die dem Eristenzminimum der Verbraucherschaft angemessen sind. Denn wie soll der Kleinbauer mit Kartoffeln, betreibe, Früchte vorangehen, wenn selbst die Großindufirie sich nicht daS geringste Opser abringen kann? Ein nicht minder schwerer Kamps tobt zurzeit zwischen den Parteien um das Reichs schnlge setz, ge- a»t das von links Sturm gelaufen wird, während Reichskanzler a. D. Marr kürzlich in Wien offen die katholische Schule für Katholiken in Anspruch nahm und evangelische Eltern in Berlin die freie Entfaltung der Be- kenntuisschuleu forderten. Um diesen Zankapfel werden heiße Debatten tot Landtag entbrennen und die Staatslenker werden auch hier einen Ausgleich schaffen müssen, der den vitalen Le- bensinteressen deS Volkes nach allen Seiten zum Wohle des Ganzen Rechnung tragen muß.
3a ober Rein.
England für eine bindende Konferenz.
(eigener Drahtbericht.)
Loudon, 26. September.
Man hofft hier, daß au die deutsche Annahme der Einladung kein Vorbehalt geknüpft werde, denn dadurch könnte höchstens eine neue Verzögerung bewirft werden. Zu der verschie- deutlich ausgesprochenen Vermutung, die Koufe- reu, werde nur vorläufigen Charakter be- sitzen, und es werde ihr eine Hauptkoufe- re uz folgen, wird erklärt, daß dafür nicht der geringste Anlaß bestehe und daß dies vom britischen Standpunkt besonders unerwünscht wäre, da britische Miutster in diesem Jahre sowieso wiederholt und lauge Zett von England abwesend gewesen seien. Die Juristen hätten eine erhebliche Zahl technischer Fragen geregelt. Es fei also nicht einzusehen, warum die Arbeiten der Konferenz keinen abschließenden Charakter ihrer Behandlungsgegenstände haben sollten.
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Auch Frankreich für ganze Arbeit
Paris, 26. September. In einet offiziösen Auslassung heißt eS: In Frankreich ist man n icht der Anficht, daß die am 5. Oktober beginnende Konferenz der Vorläufer einer umfangreichen Konferenz fein soll. Man will in Locarno mit der Frage des SicherheitSpaftes und dem zwischen Deutschland und seinen öst
lichen Nachbarn vorgesehenen Schiedsgerichts- Verträgen zu Ende kommen. Man glaube, daß die Konferenz vierzehn Tage dauern wird. Ghamberlains „freie Hand".
Seine Schiedsgerichte um jeden Preis.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 26. September.
Auf eine von einer halben Million Personen unterzeichnete Petition, in ber Schiedsgerichte für alle internationalen Streitfälle unverzüglich gefordert werden, ließ Chamberlain erwidern, daß Großbritannien bereits in weitgehendstem Maße den Grundsatz beS Schiedsgerichts angenommen habe, daß es aber nicht klug wäre, eine Verpflichtung einzugehen, jeden Streitfall, auch solche, bei denen wichtige Interessen ober die Unabhängigkeit des Staates berührt werden, ohne daß eine Kriegsgefahr besteht, einem Schiedsspruch zu unterbreiten. Man dürfe nicht vergessen, daß das britische Reich keine einheitliche Verfassung hat und daß bei jedem Schritt die Zustimmung der Dominions und Jndiens^eingeholt werden muß.
0NacSvaa'.d in Mißkredit.
London, 96. Septemiber. (Privattelegramm.) Der Bergarbeiterführer Cook wandte sich in einem Presse-Interview scharf gegen Mac - d o n a l d und seine ständigen Angriffe gegen die Gewerkschaftsbewegung. Er sagte, Macdonalds Stellungnahme gegen die Gewerkschafts- beschtüfle sei eine Beleidigung. Ohne die Gewerkschaftsbewegung würde die Arbeiterpartei alsbald zum Tode verurteilt sein.
(Srft in Heben Wochen.
Kein Grund zur Einberufung des Reichstags. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 26. Septencher.
Der Aeltestenrat des Reichstags beschäftigte sich heute mit dem kommunistischen Antrag, den Reichstag für die nächste Woche einzuberufen. Der Antrag wurde mit der außenpolitischen Lage nnb mit der PreiSsrn- kungSaktion begründet. Alle anderen Parteien konnten jedoch zur Zeit noch keinen Anlaß zur sofortigen Berufung des Reichstags sehen. Die Sozialdemokraten behielten sich eine andere Stellungnahme vor. Der Reichstag wird also erst am 19 11. wieder zusammentreten.
Tatarea mit SiefentrSftex. — Das Haas«» grab der Krregssesaaseae«. — Ei» opulentes Mabl mit ... Wodki. — Das Martyrium bet Perserfra«. — Wo sich die Wette» scheibe«.
Die Brücke »wische» Aste« ««b Europa.
Auf dem Kasvischen Meer, im September.
Im Hafen von Baku ist lebhafter Arbeitsbetrieb. Der Sowjctdamrpfer .Bojewoj" wird für feine Küstenrundfahrt auf dem Kaspischen Meere „Har“ gemacht. Tatarische Lastträger (Ambal) schleppen, zu zwei Mann, über den Kopf gelegte Bretter an Boid. Gewaltige Lasten, sodaß man diese Leute nicht mit Unrecht als die stärksten Menschen der Welt bezeichnet Einer von ihnen ladt den Rresenkofser eines Passagiers im Gewicht von fast drei Zentnern aus seinen Rucken und bringt ihn ohne besondere Umstände an Ott und Stelle. Indessen kontrollieren Beamte Pässe und Gepäck. Einige Kabinenpassagiere und eine größere Menge Perser mit ihren-
tief verschleierten Frauen
haben nach und nach an Bord Platz genommen, letztere auf dem Hinterdeck, in typischer orientalischer Art nkbergetauert, mit der dem „Allah — Gläubigen" eigenen stoischen Ruhr ber Dinge harrenb bie da kommen sollen. Mit etwas Verspätung setzt sich „Bojowoj" in Bewegung. Bald «st die alte Naphtha — Stadt mit ihren tausenden von Bohrtürmen — nur noch in ihren llmrissen erkennbar Statt dessen taucht bte Insel Norgen vor uns auf.
Xoufenbt türkischer Soldaten find dott vor Hunger und Durst gestorben
bemerkt zu mir ein türkischer Gesandtschaftssejk- i etär, der sich nach Teheran begeben will. Ich ?nttoortete, daß cbensoviele Tausende deutscher Kttegsgesangener in Deut Gefangenenlager auf Vieser Insel vor Hunger elend umgekomnien sind Ein Niesenfriedhof zeugt von dem tragischen Ende all dieser armen Kriegsgefangenen. Sonst befinden sich auf Rirgen Pul- V - r Ia» e r e er Sowjel Armee. R ch> ufern *ian der Küste zieht nnfer Schiss seine Bahn einsam dahin; nirgends sonst ein Dampfer; denn die Schiffahrt auf dem Meere ist auf ein Minimtun zurückgegangen, und die zahlreichen, im Hafen von Baku liegeudeu Kauf- iahrttischisfe rosten untätig. Nur wenige von ihnen erfüllen ihren Zweck. Die drückende Schwüle des Taaes ist einer milden Wendluft, die daS Meer und ein sanfter West angenehm machen gewtcheu und hat uns all« aufs Deck gelockt. Die
nissische SchifsskÜche ist unübertrefflich.
Die berühmte russische Suppe, „Borsckt" genannt, dann die unvenneidliche „Sukuska" 'Vorspeise) mit allerlei kaltem Imbiß, ähnlich dem schwedischen Lunch, darauf ^Forkoi" (Gebratenes) Es wird gemütlich. Der erste Steuermann spiel» Klavier und ein Sowjet beamtet spendiert Wobki, den es ja in Sowjet- ru bland seit etwa einem Jahre wieder gibt. Deutsch«, rusfifck?« und französische Wotte beherrschen die Untergattung, mit Hilfe diesem drei Sprachen ist eine restlose Verständigung zwischen allen erreicht. Durch eine Luke blickt man auS dem Speiseraum aufS Hinterdeck. Dort sind int Perser niebergetemert, Männer von Frauen streng gesoudett So gebietet es der Koran. Der Koran Verbietet es, sich mit der Fran zusammen in der Oeffeutlichkeit zu teigen. So sind beide Gesiechter gesondert, jede gegenseitige Unterhaltung meidend, übet auch nntereinanber selbst wortkarg, fast unbeweglich in ein und derselben Lage verharrend. In der Frauengruppe eine Russin, die einen Perser zum Mann bitt. Vielleicht ist diese Frau die europäische Sitten vettaufcht hat mit dem ,chon äußerlich wenig beneidenswerten Lose der Critof’n. soweit fit von den -lth-rgebrachten Bräuchen eingeengt ist, überaus zu bemitleiden. Verstohlen bl'ckt sie ab und zu nach der Luke, hinter der ihre russischen Schwestern to geselligem Kreise bei lustigen Weisen ftöhlich fein dürfen. Rur eine dünne Wand trennt fie von 'hnen
trennt Europa von Asien, d. h. europäische von asiatischer Kultur. Rach einer klaren Sternenuacht ist am frühen Morgen Astara erreicht. Die eine Seite des Ottes 'st russisch, die andere persisch. Betde Teile verbindet eine lange Brücke, hier die rote Sow- jetfahne, dort die grüuwtißrote persische Fahne mit dem goldenen Löwen im Winde flatternd. Aller Augen verweilen auf dieser Brücke, die »w i Welttelle, Europa mit Asien, verbindet. Anmutig in der Küstenebene liegt der Ort, während tot Hintergründe gewaltige -Gebirgsketten als Ausläufer der Berge von Kurdistan sich da- hinziehen. Nachts geht es weiter, in der Morgenfrühe des. folgenden Tages landen wir im