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Hessische Abendzeitung

Kaffeier Abendzeitung

Sonntag, 20. September 1925

Baut das Schiff der Zukunft!

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der Reichspräsident den Brückenkopf und betrachtete einiae Minuten schweigend und "ichtlich tief ergriffen den deutschen Rhein. Sodann bewegte sich die lange Reihe der Autos durch Ruhrort zurück durch die begeisterte, Spa­lier bildende Menge bis zum Duisburger Stadttheater, wo zu Ehren des Reichspräsiden­ten eine Festaufsührung von Richard WagnersMeistersinger von Nürnberg' statt- sand. Sowohl im dichtgefüllten Theater wie vor diesem sprach Reichspräsident v. Hinden­burg der Bevölkerung seinen Dank aus für die freundliche Aufnahme, die er in Duisburg ge­sunden habe. Der Reichspräsident schloß vor dem Theater seine Dankesrede mit den Worten:

Ich habe heute zum ersten Male nach dem großen Weltkrieg an unserem deutschen Rhein gestanden. Daß ich das bewegten Her­zens getan habe, das wird jeder von Jhn^n verstehen, ist doch der Rhein unser Schick­sal s st r o m. Er gehörte uns, wenn wir einig waren, wir verloren ihn, sobald wir uneinig waren. Darum sei der Rhein uns immer eine Mahnung zur Einigkeit. An dieser Einigkeit mutz jeder Deutsche mitarbeiten, und dies zu tun, wollen wir gemeinsam bekräftigen in dieser Stunde mit dem Ruf: Unser deutsches Vaterland, Hurra, Hurra, Hurra!"

Begeistert stimmte die dicht gedrängte Men­schenmenge in diesen Ruf ein und sang darauf das Deutschlandlied. Nachdem noch der Ober­bürgermeister Dr. Jarres des Reichspräsidenten mahnende Worte unterstrichen hatte, brachte er aus den scheidenden Reichspräsidenten ein Hoch aus, in das die Bevölkerung jubelnd einstimmte.

Von der Essener Feier bleibt noch nachzu­tragen eine Ansprache des Reichsinnenministers Severing, die in der Forderung gipfelte,

Deutsch aus ewig.

Das deutsche Herz am Rhein.

Düsieldorf, 19. September.

Nach dem Eintreffen des Reichspräsidenten brach die aus dem Bahnsteig versammelte Menge in begeisterte Hoch- und H e i l r u s e aus und sang spontan das Deutschlandlied. In der Vor­halle des Bahnhofs bildeten Eisenbahner in Uniform Spalier. Bei einem Abendeflen in der Wohnung des Landeshauptmanns Dr. Hort­on hieß dieser das Reichsoberhaupt willkom­men. Wir sehen in seinem Amte, so fuhr er fort, das Sinnbild der deutschen Einheit, die an der Westgrenze unverbrüchlich hochzuhalten der höchste Stolz unserer Heimaisprovinz ist. Wir sehen in seiner Person das Sinnbild deutscher Kraft und Treue, die stand­hält auch in den schwersten Zeiten und das Letz­te hingibt für das Vaterland. Deutsche Einheit, deutsche Kraft und deutsche Treue, sie liegen daher eingeschlossen in dem Danke und der Ver­ehrung, die wir dem Reichspräsidenten v. Hin- denburg entgegenbringen. Sie soll auch einge­schloffen liegen in dem Willkommengruß und der Huldigung, die wir ihm darbringen, indem Sie, meine verehrten Gäste, sich erheben und mit mir ausrufen: Seine Erzellenz, der Reichspräsi­dent v. Hindenburg, er lebe hoch, hoch, hoch!

Der Reichspräsident erwiderte:

Die Rheinprovinz und die Lande am Rhein haben in schweren Leiden ihr Bekenntnis zur Heimat und zum großen Baterlande be­tätigt und bekräftigt. Ihre Bevölkerung hat in voller Einmütigkeit und opferfreudiger Abwehr

Am Erfticksalsstrom.

Deutscher Dank für rheinische Treue.

Severins über die Zrvansstzerrschast. Hia- deadnrq aus der Rbciudrücke. Der Strom als Symbol. Im Triumph durch die Stadt. Beim Landeshauptmann Horion. Das Bollwerk der Treue.

Duisburg, 19. September.

Sieben deutsche Abenteurer verhaftet.

London, 19. September. (Eigener Draht­bericht.) Aus Jerusalem wird gemeldet: Die britischen Behörden in Semokh an der Grenze zwischen Palästina und Syrien haben sieben Deutsche verhaftet, die, wie man glaube, das Ge­biet der Drusen zu erreichen suchten.

Krumme Nacken in Wien.

Man bemäntelt die Genfer Abfuhr.

(Eigener Drahtbericht.)

Wien, 19. September.

Im Ausschuß des Nationalrats betonte der Finanzminister, daß er im Hinblick auf den Kre­ditbedarf Oesterreichs den Genfer Kreditgebern die unerläßlichen Konzessionen machen würde. Bundrskanzler Dr. Ramek erklärte, er könne mit gutem Gewissen das Eingehen aus die Wün­sche des Völkerbundes empfehlen. Das Ver­langen des Völkerbundes auf Wiederein- führnng der Kontrolle etm Versagen der Anleibe sei von minderer Bedeutung, da der Dienst der Völkerbundsanleihe mehr als vierfach durch das Ergebnis der Zölle und des Tabaismonopols gedeckt sei. Der Bölkerbunds- rat hätte allerdings mit Rücksicht auf tue wirt­schaftliche Dringlichkeit positive Folgerungen aus dem Bericht der Experten ziehen rönnen, man mußte sich aber mit den vielversprechenden Beschlüffen des Völkerbunds begnügen. (S.2.S.)

Wen baoLos trifft.

Kanonenfutter für Marokko. Zur Zeit Ruhe. (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 19. September.

Ein Erlaß des Kriegsministers setzt fest, daß in Zukunft das Los entscheiden soll, wer von den in Frankreich stehenden Soldaten nach Marokko gesandt werden soll. Abd el Krim läßt die Stellungen um Scheschauen in aller Eile ausbauen, offenbar in der Absicht, diese Position erbittert zu verteidigen. Sonst befesti­gen die Franzosen ihre neuen Stellungen. Auch an der spanischen Front herrscht Ruhe.

3m herbftlicht

Scholle und Heimat.

220. Einzelnummer 19 Pf Sonntags 15 Pf.

Zu Mantua m Banden...

Innsbruck, 19. September. (Privattelegramm.) Eine Abordnung der im Ausland lebenden Süd­tiroler besindet sich in Genf, um beim Völker­bund wegen der fremdnationalen Bedrückung nachdrücklich Beschwerde zu führen.

Es sieht böö aus.

Ein Erzbischof in Syrien ruft um Hilfe. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 19. September.

Havas veröffentlicht einen Brief des Erz bischofs von Hauran, in dem es heißt: Die Dru­sen haben einige Siege davongetragen. Mehr als fünftausend Christen wurden ausge- plündert und verjagt und leben unter freiem Himmel. Ueber achthundert Franzosen s id t o t oder verwundet, siebenhundert wer­den in der Festung Sweida belagert. Etwa zehn Dörfer des Hauragebietes haben an Kiefern Aufstande teilgenommen. Eine sram zösische Expedition rüstet sich zum Marsch gegen den Dschebo-Drus. Wir brauchen wenig­stens sünfzehntausend gut ausgevjistete Kämpfer, denn das französische Prestige hat stark gelitten. Sweida wird von Flugzeugen verpsrcgt. Sechs von ihnen sind im Dfcheüel und ,m Hau- rageöiet ab gestürzt, einige davon a b ge ­schossen worden. D,e Lage, so schließt der Brief, ist sehr kritisch. Seit 37 Jahren habe ich derartige trostlose Szenen Nicht gesehen. Eine andere Meldung besagt: Man ist um das Schick­sal der Garnison von Sueida besorgt. Man nimmt an, daß die Besatzung noch einige Tage wird aushalten können, 6tS sie befreit wird. Sweida sei von neuem durch die Drusen bombardiert worden, wobei drei Mann der Garnison dabei verwundet wurden.

möglichst viele Staaten die obligatorische Recht- prechung des Internationalen Gerichtshofes anerkennen müßten. Wenn sich andere Staa­ten ebenso einstellen würden wie England, so würde dadurch dem Schiedsverfahren großer Schaden zugefügt. Durch den Haag würden Streitfälle endgültig geregelt, während das Eingreifen des Völkerbundspakts nur eine pro- mn, v» >>» »h ö.r

visorische Regelung biete, also die Möglichkeit daß Volk und Staat in der siegreichen eines Krieges nicht beseitigen werde. "* " m

M t dem Winde um die Wette.

Newyork, 19. September. (Durch Funk- spruch.) Der Flieger Williams hat einen neuen Schnelligkeitsrekord aufgestellt, indem er eine Turchschnittsgeschwindigkeit von nicht weniger als 285 Meilen in der Stunde erreichte.

Alles um Geld.

Moskaus Liebeswerben an der Themse.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 19. September.

Der russische Geschäftsträger Rakowsky sagte gestern in einem russischen Ehrenmahl: Im allgemeinen fei die Politik der britischen. Ban­ken gegenüber Rußland Die ein« seindstlrgen Neutralität. Es sei schwieriger für die Rusten, mit England normale Handelsbeziehungen zu unterhalten, als z., B. mit Deutschland oder Italien, obwohl diese Staaten selbst auslän­disches Kapital und ausländischen Kredit nöttg hatten. Rußland sei bereit ein« wirtschaft­lichen Lösung zuzustimmen, vorausgesetzt, vast seine Interessen berücksichtigt werden. Es lieg, kaum im Jnteresie Großbritanniens, seine Aus­sichten, auf den sich immer mehr entwickelnden ruffiWn Markt festen Fuß zu foffen, zu vertie­ren oder zu vermindern.

Haben nicht diese immer früher verblassenden Septemberlage Meere von L>cht und Entzücken , über uns auögeschüttet? In warmen Wellen trug der weiche Süd von Heu und welkem Laub, von entblätternden Rosen, grellbunten Astern, von rauchenden Kartosselfeuern den herben | süßen Dust durch Straßen und Alleen, daß er wie süßer Wein durchs Blut floß. Zartblau spannte sich des Himmels weißbetupster Seiden- baldachin von Berg zu Berg und zwischen dem goldüberslammteu, gilbenden Wipfelgrün glom­men schon lichterloh des Herbstes erste Abschieds- sackeln. Wenn die weißglühende Tagesleuchte hinter dem H«kules verschäumte und Milliar­den Sternenlicht« in samtnen Fernen aufzuck­ten, war jede Stunde Gnade, Glück, Gebet. Und ob auch wieder die kalten, freffenden Morgen­nebel uns anpacken, Baum und Blüte unter Frost und Regen erschauern, vom Sturm zer­zaust, entblößt werden . . . Mag die Erde sich schmücken zum wirbelnden Totentanz, in tausend Farben verbluten, hinübergleiten in Schlaf und Tod sie hat mit dem Segen der Scholle Hof und Scheuern geMt wie schon seit Jahren nicht mehr. Und noch biegen sich die Aeste unter der goldnen Fülle des Herbstes, strotzen die Fel­der vom Reichtum der Kartoffeln und Früchte. So hat denn also Mutter Natur wieder ihr großes Tagewerk vollbracht und darf sich zum Winterschlummer neigen.

Und nur der Mensch, das Volk, eingespannt in den P'lug der Pflicht, muß auf's neue die Furchen mist-lßen, die Wintersaat auswersen, muß men, bauen, Niederreißenund in den Kreis herum das Leben jagen, bis es am Wend niedersinkt und stirbt." Und doch will aus der Völker Hände und ihrer Arbeit ncxy kein Segen ruhen. Soviel sie auch an allen Orten der Erde raten und taten, es will der bleierne Alp, na- mentlich über Europa, nicht weichen. Man hatte nach der grausigen Nacht des Vrlkermordens eine Wüste um Mitteleuropa gelegt und unter der Sphinx von Versailles zwei blühende Weltreiche begraben. Aber die Scheintoten sprengten die zehnfach verriegelten Grabkammern und fordern nun ihr Leben von den Totengräbern zurück. Do steht jetzt der eiserne Hindenburg im Kreise sein« Palladine unter den erlösten Ruhrmärty- r«n. Seine schwurgestreckte Rechte und die Kanz­ler- und Ministerstimmen werden dröhnend an die Kabinettstüren der Tiegerstaatcn pochen, denen schon lange um ihre Siegessrüchte herz­lich bange ist. Richt bloß der gesahrliche Deut­schenhasser Lloyd George hat sich aus den feurigen Saulus in den liebenden Paulus ver­wandelt, auch Chamberlain hofft, durch ein im Westpakt verankertes Fünfmachte- b ü n d n i s und durch Schiedsverträge im Osten die Drachensaat von Versailles zu ersticken.

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LeSer muh zeichnen.

Oefsentliche Zeppelinspenden. Wann in Kaffel? 1 (Privat-Telegramm.)

München, 19. September.

In einem Preffeinterview widerlegte Dr. Eckener die irrigeAnficht, daß dieZeppelin-Volks- spende durch Errichtung von Sammeistellen in Zeitungen und Banken gesammelt werden soll. Das ist nicht richtig. Es bestand von vornherein die Absicht, eine Sammlung zu veranstalten, an der sich das g a n z e B o l k beteiligen sollte. Man beabsichtigt u. a. eine Radel mit den Jnitia-ei. Z. E. herzustellen, die jeder erhält, der

zwanzig Pfennig zur Sammlung beiträgt. Spender von Beitrügen von einer Mar! ab. er­halten eine Rosette, wer größere Betrage bringt, wird Quittungen erhalten, die die fammtlierre Unterschrift Eckeners tragen. In Suddentsch- land wird unter dem 1L und 15. Oktober d.c BollSsammlung durchgefuhrt werden. Es wird auch eine Spende der Auslandsdeui- l (h e n organisiert. Dr. Eckener selbst glaubt, - man dem Bau des Polarluftschiffes keine Schwierigkeiten in den Weg legen werde, ur hatte vor etwa acht Tagen in Berlin eine jprechung mit Dr. Nansen, der sich bei der Bot- 'chaslerkonfcrenz für die Erteilung d« Geneh­migung einsetzen wird. Falls das Pollarluft- schiff nicht genehmigt werden sollte, wird dud. gesa'mnette Geld in erst« Lin.e zur Erhaltung des Luftschiffbaues Zeppelin in Friedrichsha­fen verwendet werden. M'n »>; ' re / ;j Damit begnügen, ein Bersuchsschiff mit den er­laubten Abmcffungen zn bauen. Ein solches Luftschiff mit einem Fassungsvermögen von 30 000 Kubikmetern Inhalt könnte dazu dienen, Probleme der praktischen Luftschisfahrt zu die­nen, die bisher der Lösung noch harren. (Es wird Zeit, daß Behörden oder Bürgerbund auch in Kassel hervortreten, um das große Hilsswerl der Deutschen zu organisieren, wenn die Heffen- metropole nicht hinter ihren Schwestern im Reich an Opfermut und vaterländischem Gefühl zurücksteheu will. Die Redaktion.)

Die abschreckenden Zahlen, die jetzt nach der RäumilNg aus den Sachschäden herausge­rechnet Wurden, sollten allein schon eine ewige Verdammnis der alten Sanktionsmethoden sein. Esten hat, <üs ersten Bruchteil des Gesamt­verlustes zwei Millionen Sachschaden zu verzeichnen. Der Produktionsaustall in der Zeit des passiven Widerstandes beträgt allein 16 00 Millionen Goldmark. Dazu kom­men die Einbußen der Post und Eisenbahn mit etwa zweihundert Millionen Goldmark. D« Gesamtschaden der Ruhrwirtschast durch Eingriffe in die Substanz, Stillegung und In­betriebsetzung der Werke nsw. wird aus -H5 Milliarde» Goldmark veranschlagt, wo­zu sich dann noch die fiskalischen Schäden rn Höhe von zwei Milliarden Goldmark gesellen Aber so hat es nach Hindenburg und Luther auch Innenminister Severing zugleich mit dem Dank für das namenlose Heldentum der Ruhr- kämpf« in alle Wett hinaus Berufen, daß man mit Maschinengewehren und Bajonetten keine Kohlen fordern und daß es auch brutale Macht- volitik nicht vermocht hat, das Gefüge des deut­schen Volksstaatee zu zerbrechen.

Doch dieser Leidensweg liegt nun hoffentlich für immer hinter uns. Denn fast will es schei­nen, als sei auch jenseits des Rheins, unter dem Truck der Schulden und Kriegssorgen, ein neuer Geist in die Ministergemächer eingezogen. Ein Franzosenminister hat sogar mit eigener Hand in der Reichshauptstadt die von roher Hand z«- riffenen Fäden zwischen der deutsch-französi­schen Kultur zu knüpfen gewagt. Eme große Geste oder ehrlicher Verständigungswille. Lie nächsten Wochen schon werden es an den Usern irgend eines Schweizer Sees enthüllen, ob man

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Ueberwinduna der Zwangsherrschaft die Pro­be ihrer Verbundenheit glänzend be­standen hätten. Der Abzug der Besatzungstrup- len möge der erste Schritt auf dem Wege der Verständigung fein. Nachmittags traf bann der Reichspräsident in Duisburg ein. Die Fahrt zur Wohnung des Oberbürgermeisters Dr. Jarres gestaltete sich zu einer Triumphfahrt. Der Reichspräsident konnte nur immer wieder für die zahllosen Huldigungen danken. Rach einer kurzen Stärkung begann die eine Stunde dauernde große Autorundfahrt durch Duisburg, Weiderich und Ruhrort. Die Rundfahrt wurde durch einen kurzen Aufenthalt an der Ruhrort- Homberger Rheinbrücke unterbrochen. Während die flaggengeschmückten, aus dem Rhein veran­kerten Dampfer unzählige Böllerschüsse lösten,

England schließt sich aus.

Man unterwirft sich keinem Haager Spruch.

«Sigene Drahtmeldung.)

Gens, 19. September.

Der Bölkerbundsausschutz hat nach der Aus­sprache iw« Schiedsverfahren, Sicherheit und Abrüstung einen füufzehugliedrigen Unterausschuß zur Ausarbeitung einer Resolution eingesetzt. Sir Cecil Hurst teilte mit, daß die englische Regierung nicht tn 6er Lage sei, die obligatorische Recht­sprechung des Haager Gerichtshofes zu un­terzeichnen. England fei aber durchaus gewillt, bei Meinungsverschiedenheiten eine friedli­che schiedsgerichtliche Lösung zu su­chen. Tatsächlich habe England bereits ver­schiedene derartige Verträge abgeschloffen. Diese Schiedsverträge sähen die Regelung aller Streit- fälle vor, soweit sie nicht die Ehre und Frei­heit Englands berührten. Sein Land habe das Interesse von verschiedenen gleichgestellten Ra­tionen in seinem Reich zu vertreten. In dieser