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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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SQttMtWCt 217. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 18 Pf.

Donnerstag, 17. September 1925 Einzelnummer 10 Pf., Sonntag« 15 Pf. 15. Jahrgang

Eaillaux reift heute nach Amerika.

Wozu Konferenzen?

Wo die Entscheidung fällt.

Von

Staatssekretär a. D. Frhr. v. Rheinbaben.

Alljährlich, wenn die Blätter sich verfärben und abzusallen beginnen, wiederholt sich bei uns eine immer zunehmende Flut von Kongressen, Tagungen und Konferenzen aller Art. Von wirk- lichenpolitischen Ferien" wie in vcrgangenerZcit kann in diesem Jahre kaum die Rede sein. Es war sozusagen immer etwas los. Stockholm, Marseilles, Paris, Wien, Genf heißen die gro­ßen Etappen, und in den ersten Tagen des Ok­tobers wird sich diesmal in Amerika die all­jährliche Zusammenkunsl der Jnterparla- rnentarischen Union anschließen. Denn das ist eben ein Zeichen unserer Zeit: Alle wol­len große Politik machen! Aber immerhin kann man eins seststellen: Der Erfolg all dieser öf­fentlich betriebenen Stimmungsmache und Agi­tation ist schließlich doch der, daß die großen außenpolitischen und die damit verwandten kul­turellen und wirtschaftlichen Probleme, die uns bewegen und in denen wir mitten drin stehen, heute einer sehr viel größeren Anzahl von Men­schen vor Augen gehalten werden, als dies frü­her der Fall war.

Die in London gewonnenen sachlichen Unter­lagen für die weiter zu unternehmenden Schrit­te der deutschen Politik sind unendlich viel mehr wert, alS alle Resolutionen derfreien Kongres- se" zusammengenommen. Sie bleiben auch be­stehen gegenüber jeder von Genf her in der Rich­tung auf die deutsche öffentliche Meinung betrie­benen Stimmungsmache. Es ist etwas Eigen­tümliches für Deutschland, daß bei uns so viele sind, die nicht verstehen können, daß ehrliche Friedens- und Verständigungsabsicht sich sehr wohl damit verträgt, daß man dem Wortschwall von mit ganz bestimmter propagandistischer Ab­sicht gehaltenen auswärtigen Reden und For­meln nicht erliegt, sondern bemüht bleibt, in je­der internationalen Zusammenkunft und Ver­handlung auch für sein eigenes Land, d. h. für Deutschland, eine Besserung seiner aus die Dauer unerträglichen Lage zu erzielen. Ich bezweifle, daß die übergroße Mehrheit unseres Voltes im­stande und willens war, die Genfer Reden des Herrn Painleve, Boncour und all der anderen Völkerbunds-Delegierten s o zu lesen und zu ver­stehen, wie sie von denen gemeint waren, die sie hielten. Und ich zweifle andererseits keinen Augenblick daran, daß der ganz überwiegende Teil unseres Volkes letzten Endes der Regierung darin zustimmen wird, daß neue Verträge und internationale Bedingungen nur dann abgeschlossen werden dürfen, wenn sie für Deutschland sichtbare und greifbare Vorteile bieten und wenigstens zu einem gewissen Teile das Unrecht wieder gut machen, oas man uns immer noch bis tn die neueste Zeit hinein zuge- sügt hat. Das ist eben doch schließlich des Pu­dels Kern, und von all den auf internationale Versöhnungsstimmung abgestellten Formeln und Reden kommt keine wirkliche Besserung unserer Lage, wenn wir nicht den nationalen Wil­len aufbringen, uns gegenüber den Interessen und Machtzielen der anderen als Staat und Volk durchzusetzei'.

Auf wenige Worte gebracht, bat sich aus dem Gebiete der großen Politik durch die deutsche Initiative vom 9. Februar jetzt eine Situation entwickelt, daß England d"s starre System deS Genfer Protokolls, d. h. die Verewigung der französischen Vorherrschaft in Europa er­schüttert hat, daß seine These obsiegte, zunächst Vereinbarungen für besondere Zwecke ab« zuschließen, im Gegensatz dein System all- gemeiner Prinzipien und dauernder Fest­legungen, wie es Frankreich mit dem Genfer Protokoll vom 27. September 1924 beabsichtigte. In dieser großen Linie nähern sich also die Ziele Englands und Deutschlands. Tenn auch w:r können naturgemäß keine neuen, star­ten und allgemein gültigen Bedingungen wün­schen, sondern wir erstreben, wenn auch notge- dningen zunächst unter formetter Aufrechterhal­tung des Versailler Vertrages die Möglichkeit seiner Anpassung an neue und geänderte Ver­hältnisse, d. h. an die großen Strömungen und Tendenzen, die neben dem Wiedecansbauwillen Deutschland der Welt vielleicht schon in wenigen Jahren ein ganz anderes Gesicht geben werden. Immer wieder möchte man denen die diesem ganzen zwanosläufigen System heutiger Außen­politik skeptisch gegenübers'ehen. znrusen, daß sie sich vor eigenem Urteil erst mal ein möglichst vollkommenes und ehrliche« Bild der heutigen Weltlage im.Ganzen mache« möchten. Sie ist nicht zuletzt infolge des u iverwüstlichen natio­nalen LebenSdranges des deutschen Volkes gegenüber den dunklen Tagen von Versailles

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^>ine Riesknrechnung für Laillaux

London, 16. September. (Privattelegramm.) Ein Mitglied der Schuldenkommiffion in Was­hington erklärte laut Reuter, daß außer der Zu­rückzahlung seiner gesamten Schulden Frankreich seiner Zahlungsfähigkeit angemesseneZin- s e n entrichten solle. Als Maßstab müsse an Stelle der Lage des französischen Staatsschatzes der Wohl st and des Landes dienen.

dauerte die Schwierigkeiten, die Wiederher­stellung des Kontaktes zwischen den

Signale an der Themse.

Der Innenminister über die rote Gefahr.

(Eigene Drahtmeldung.)

Loudon, 16. September.

Einem Pressevertreter erklärte der Minister des Innern über die rote Gefahr, wenn er die Reise des Kommunisten Saklatvalla nach Amerika verhindern könnte, würde er (einen Augenblick zögern einzugreifen. Er zweifle nicht daran, daß in enger Verbindung mit Mos­kau ein Versuch im Gange sei, die britische Verfassung zu zerstören. Das Publi­kum könne sich aber darauf verlassen, daß man den Gang der Dinge sehr genau verfolgt habe Der Minister kündigt an, daß er im Oktober feine Mitbürger davon zu überzeugen hoffe, daß eine wirkliche rote Gefahr bestehe, und daß, wenn das jetzige schwerfällige Verfahren wegen aufrührerischer Umtriebe unzulänglich sei, die Erekutionsgewalt weitere Machtbe­fugnis e erhalten müsse.

"Bit; Geschrei uno wenig Wolle.

Berlin, 16. September. (Privattelegramm.) Das gestern an Außenminister Stresemann überreichte Memorandum, das am Donnerstag veröffentlicht werden wird, läßt es wünschens­wert erscheinen, nunmehr eine Ministerlvnfe- renz stattfinden zu lassen. Ein Ort dafür ist nicht genannt; als Zeitpunkt erachten die al­liierten Regierungen Endo September oder Anfang Oktober für geeignet; sie erwarten die Antwort der deutschen Regierung darauf. Diese Antwort wird natürlich erst erfolgen, nachdem das Reichskabinett am nächsten Montag dazu Stellung genommen haben wird.

An Bakus Quellen.

Die größte Naphtha-Stadt der Welt. Reisebricf unseres Mitarbeiters ft. Himmel. Betleloolk am Bahnhof. 3m Lickterme«. Kaukasisches Nachtleben. Gestalten aus dem alte» Testament. Glan, ttnb Elend. Bil­der der Armnt. Ei« toter Hasen. Das Stelldichein ans dem Boulevard. Die Stadt

deutschen und den französischen Gelehrten hin­ausgezögert hätten. Paris habe sich lange be- mübt, den Beziehungen zwischen Gelehrten und Untoerfitäten möglichste Objektivität zu stchern. Die Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet müsse bestehen in dem Austausch von füh­renden Köpfen der Wissenschaft, in dem Austausch der studentischen Jugenv und in wechselseitiger Beteiligung an den Ausstel­lungen von Kunst und Kunstgewerbe.

geht llders Meer

Heute an Bord. Painlevö als Finanzherr. (Eigener Drahtberich« >

Paris 16. September.

Rach Schluß der Sitzung des KabinettsrateS bestätigte Finanzminister Caillaux, daß er heute um % 4 Uhr Paris verlassen und sich mit allen Vollmachten versetzen, nach den Vereinig­ten Staaten einschiffen werde. Im Ministcr- rat wurde gestern beschlossen, daß in seiner Ab­wesenheit Ministerpräsident P a i n l e v t das Finanzministerium führen soll. In der Fi­nanzkommission der Kammer wurde der Rechts antrag, eine Unterkommission im Par­lament über die in Washington stattfindenden Schuldcnverhandlungcn auf dem Lausenden zu halten, mit 23 gegen 10 Stimmen abge­lehnt. Dagegen wurde ein Antrag, daß die Finanzkommisston den Finanzminister und die Schuldenabordnung nach ihrer Rückkehr anhören soll, mit 27 gegen 7 Stimmen angenommen.

und den Jahren, die hinter uns liegen, heutek geistigen Verständigung zwischen Frankreich und sehr viel labiler geworden. Man kann! Deutschland willkommen. Herr de Monzie be­such sagen, daß sie ins Rutschen gekommen ' " ist. Aber daraus den Schluß zu ziehen, daß ton dabei abtoarten und stille stehen könnten, bis sich die Dinge draußen von s e l b st zu unseren Gunsten geändert haben werden, wäre ein schwerer Fehler.

Sichtlich drängen auch die anderen, d. tz. unsere Kriegsgegner aus eigenstem Interesse vorwärts und von ihnen geht jetzt der Wunsch

nach einer weiteren Konferenz der Verantwort­lichen Minister aus, die an Wichtigkeit bei wei­tem höher stehen wird, als alles, was seit der Londoner Konferenz im vorigen Sommer ge­schah. Mit Schlagworten und vorgefaßten Mei­nungen wird man also an diese Dinge nicht Herangehen können. Undverzichten" wollen und brauchen wir auf gar nichts, was in der Zukunft uns beschieden sein kann. Ganz rm Gegenteil: Wir wollen durch Aktivität gepaart mit Klugheit, durch nationalen Willen gestützt auf Ehrlichkeit und Würde einen klaren und un­mißverständlichen Schritt in der Richtung aui deutsche Gleichberechtigung und Freiheit tun. sonst hätten die ganzen Erörterungen und Mi­nisterbesprechungen ihren Zweck sicherlich .'er- sehlt. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, daß auf den Konferenzen, auf die wir jetzt zusteuern, da? Einzelne und das Sonderinteresse von Vereinen, Bünden. Parteien, Gesellschaften an Wichtigkeit weit hinter das Ganze des Staatswohls zurücktreten muß. Und um dies klar zu erkennen, wird es nun allmählich doch Zeit, daß auf die kürzlichen und gegenwär­tigen Kongresse, Tagungen und Konferenzen wieder ein deutlicher Akt der Führung der Re­gierung folgt.

bet schönsten Mädchen.

Baku, September 1925.

Nach tage- und nächtelanger Fahrt, die die meisten von ihnen in dem aus dem fernen Nor­den des Sowjetreiches kommenden Zuge gemacht und an die dreitausend Kilometer zurückgelegt haben, um jetzt zur Sommerszeit im Süden Er­holung zu suchen, soll das langersehnte Ziel nun in wenigen Stunden erreicht sein. Einige Sta­tionen an der Küste noch, und der Zug rollt in den Bahnhof der alten Naphtha-Stadt hinein.Nasiltschiks- (Gepäckträger) ftürmen heran, Hallen und Wartesäle gleichen einem klei­nen Heerlager von Menschen, die auf Banken und auf dem Fußboden kampieren, darunter allerlei Bettlervolk, Obdachlose, die, dank der Nachsicht der Behörde, hier und draußen überall in Ecken und auf Steintrepven des Ge­bäudes Nachttuhe halten, und auf dem Platz vor dem Bahnhof ein Wagenpark von Jswoscht- schicks (Droschkenkutscher) in langen weißen Talaren, die den Trägern so eine Art wür­digen Eindruck geben. Und all diese Menschen ein buntes Völkergemisch. Armenier, He­bräer, Perser treten am markantesten her­vor. In tausend Lichtern erglänzt die Stadt, der man nachrühmt, daß sie die be st erleuch­tete von Europa ist. Durch die nächtliche Stille heult der Nordwind, tagaus, tagein, nur selten von West oder Süd abgelöst. Nur der Nord, bet durch den vorgelagerten Kaukasus zu erklären ist und oft heftig tobt, macht das Leben in der Stadt erträglich, indem er die sengende Hitze, die in diesem Sommer

siebzig Grad Celsius in der Sonne erreicht hat, mildert. Der Nord hat auch her Stadt seinen Namen gegeben:Baknbo", d. h. persischWindstoß^. Hier konzenttieren sich alle barometrischen Ausgleiche von Rußland und Europa. In das Heulen des Nordwindes mischen sich Musikklänge. Wilde kaukasische Me­lodien bringen ans einem Raum, wo es bei kau­kasischem Wein recht lebhaft und ausgelassen zu- geht. Also N a chtb etr i e b hier und da. Und InMonte Carlo- am Boulevard ist ein von der Sowjetbehörde konzessionierter S p i e l k l u v. der sich eines guten Zuspruchs aus den Kreisen derer, die aus irgendwelchen Gründen mit irdi­schen Gütern reicher gesegnet sind, erfreut. Dts Morgendämmerung bricht an. Die meisten niedrigen flachgedeckten Häuser der mehr als tausend Jahre alten Stadt mit ihren vielen verschlungenen und verschwiegenen Gassen uno Gäßchen beginnen ihre Geheimnisse tu enthül­len. Aus verborgenen Winkeln und Toreingän­gen erheben sich allerlei Gestalten, die dort die Nacht verbracht haben. Bejammernswerte Menschen ohne Obdach, deren es hier anschei­nend viele gibt. Aus dem einen Haus tritt ein Wasserträger hervor, ein persischer Lastträger. Früher nannte man ihn Kuli, und er durfte nur auf dem Straßendamm gehen. Antike Formen zeigen bie Krüge, die er trägt. Seltsame Stadt!

Wie zu Christi Zeiten

wird hier auch jetzt das Wassertragen ausgeübt, und auch das Reiten auf Eseln bat sich so erhal­ten, wie es vor 1800 Jahren war. Neben dem Alten und Uralten aber die modernsten Errun­genschaften der Technik, wie etettrii dien Uhren auf den Straßenbahnmasten usw. Grelle Kon­traste auf Schritt und Tritt! Neben dem Glanz, den bte alte Naphtha-Stadt in ihrem Aeußeren bietet, viel Elend. Die Not ist groß, von über­all her sind Zehntausende zugetoandert und haben die Stadt von einst über hunderttausend Einwohnern auf nahezu vierhunderttausend an- wachsen lasten. Sie haben gehofft. Arbeit zu finden. Aber der Hafen liegt so ziemlich sttll, und die Naphtha-Industrie kann auch nicht alle beschäftigen. Der Hafen gleicht einem großen Friedhof von Schiffen, von denen nur wenige verkehren. Das Leben ist sehr teuer; denn um Baku, in einem Umkreise von mehr als hundert Kilometern, gedeiht außer Weintrauben und Feigen nichts, und das Trinktoaster muß ans großer Ferne, aus dem Kaukasus hergel-itet werden. Wenn es alle Monate mal regnet freut sich alle Welt. Wegen der tagsüber herrschenden drückenden Schwüle gehen die Menschen, soweit sie es durch ihre Tätigkeit nicht anders müssen, erst in den späteren Mendsttinden aus dem Hause. Dann geben sich auf dem großen Boule­vard, der der schönste von allen Städten Ruß­lands sein soll, wohl an die

breißigtausend Menschen ein Stelldichein.

Zn den strahlend erleuchteten Gärten locken Musikkapellen, Freilichtkinos oder tatarische

Per Schutz floer die Grenze

Paris, 16. September. (Privattelegramm.) Ter Polizeipräfekt hat gestern dreizehn auslän­dische Kommunisten ausgewiesen und zwar zehn Italiener, einen Spanier und zwei Chinesen.

Am 6. Oktober in Luzern?

Eine neue Lesart. Das Ministerprogramm. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 16. September.

Ein Blatt bezeichnet auf Grund diploma­tischer Informationen als wahrscheinlichen Ter­min für den Zusammentritt der Sicherheiis- Paktkonferenz den 6. Oktober und erklärt, daß Luzern in Betracht komme. Ein anderes Blatt betont, daß die bevorstehende Ministerkonferenz nicht eine Entrevue der Außenminister, sondern die V o l l t o n f e re n z der bevollmächtigten Minister ist. Die Juristen in London hätten sich lediglich mit dem Rheinpakt beschäftigt. Es fei daher ganz natürlich, daß auch bie Ministerkon­ferenz ihre Arbeit in derselben Weise abgrenzt. Der ganze Komplex der Ostfragen werde wohl aus den Verhandlungen ausgeschieben werden. Damit dürfte auch die Frage beantwortet fern, ob Polen und die Tschechoslowakei auf dieser Konferenz vertreten fein werden.

Sie lernen um.

Kultusminister Becker begrüßt de Monzie.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 16. September.

Nach Empfang des französischen Unter- richtSministers de Monzie betonte Minister Becker Lei einem Frühstück: Mit Genug­tuung begrüße er den Besuch des französischen Unterrichtsministers. Die Wissenschaft fei ihrem Wesen nach international; aber der Mensch, der sie erzeuge, gehöre dem nationalen Boden an, m dem er wurzele. Daraus ergäben sich Schwierigkeiten für die internatio­nale Zusammenarbeit der Gelehrten, wenn ihre Völker in Konflikte gerieten. So sei bie äusammenarbeit der Gelehrten ohne b e u t s ch e ch u l d nach dem Kriege nicht wieder ober nur vereinzelt aufgenommen worden. Vielmehr fei nach dem Kriege eine Boykottbewe­gung gegen Deutschland eingeleitet worden. Umso freudiger begrüße er die vorur­teilsfreie Initiative, die Herr de Monzie ergrif­fen hübe, und heiße ihn als Vorkämpfer der

Amerika laß', sie nicht hinein.

London, 16. September. (Privattelegramm.) Aus Washington wird gemeldet, daß laut Pres­senotiz das kommunistifche Mitglied des engli­schen Unterhauses Saklatballa, der zur Konfe­renz der interparlamentarischen Union nach den Vereinigten Staaten zu kom­men beabsichtige, entsprechend den amerikani­schen Gesetzen nicht zugelassen werden sollte

Dir Spanier in der Falle.

Bon der Zufuhr abgeschnitten.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 16. September.

Ein Blatt berichtet auS Tanger über Schwie­rigkeiten der in der Alhucemasbucht gelandeten Spanier. Bier von den Leichterschiffen seien durch Sturm ernstlich beschädigt. Trans­portfahrzeuge und andere Schiffe seien durch Feuer der Risbatterien gezwungen wor­ben, sich außer Schußweite zu begeben. Die opitimistische Beurteilung der Landung tzo.be Besorgnissen Platz gemacht und bas Problem, die große Zahl der gelandeten Trup­pen mit Lebensrnitteln und Kriegsmaterial zu versorgen, fei ernst geworden. (S. Dep. 2. S.)