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Sltttnmet 210. Einzelnummer 10 Pf^ Sonntags 15 Pf.
Mittwoch, S. September 1925 mni-inumM-iem.r»»»«»,«»«,. IS. Jahrgang
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Kasseler Neueste Nachnchteu
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
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Gras Semstorss aber die Völkerbund Lotterie.
Schweres Ringen an allen Fronten in Marokko.
as wird gespielt?
VV
Goll man, soll man nicht.
Deutschlands Bedingungen für den Völkerbund.
(Eigener Drahtbericht.)
Genf, 8. September.
Graf Bernstorfs, der frühere deutsche Botschaft trr in Washington, äußerte sich in einem JMer- vicw über den Völkerbund wie folgt: Der Völkerbund werde in Deutschland immer noch als ein Bund der Sieqerftaaten betrachte« und seine bisherigen Entscheidungen hätten diesen Eindruck pur verstärkt. Wenn heute eine starke Bewegung in Deutschland für de« Eintritt in den Völkerbund bestehe, so sei man sich bewußt, daß di-S nur möglich fei, wenn Deutschland alS völlig gleichberechtigter Staat anerkannt werde. Heute ei man z:i der Hoffnung berechtigt, daß die kommende Konferenz zu einem Eintritt Deutschlands ,n den Völkerbund führen werde. Aber erst müsse daS linke Rheinufer vertragsmäßig geräumt sein, bevor Deutschland um seinen Eintritt nach- siichen können und dann könne auch der Dicher- heitspakt zum Abschluß kommen. Deutschland habx das größte Interesse an eine« Sicherheitspakt, da seine Grenzen infolge der Absperrung wenig geschützt seien. Wenn jemals in Europa ein wahrer Frieden herrschen sollte, so müßten die Vereinigte« Staaten von Europa «ach dem Vorbild der Schweiz im «roßen aufgebaut werden
Loudon, 8. September.
Aus Tanger wird gemeldet: I« der Gegend von Tetmm sammeln sich andauern Djeballah- krieger. Ein großer Kontingent von ihnen ist durch die spamschen Linien in das Andjoraland cingrdrungen, um insbesondere auch die Eisenbahn Ceuta-Tetuan anzugreifen. Am Sonnabend nachmittag beschossen vierzig spanische Kriegsschiffe die Küste. Wegen starken Ostwindes konnten Ausschiffungen nicht vorgenommen werden. Ein Berichterstatter teilt ferner mit, daß in einem an ihn gerichteten Brief Abd el Krim bestreite, Friedensbedingunge« erhallen zu haben. Es handle sich nm ein polittscheS Manöver. Man wolle die öffentliche Meinung für den Krieg gewinnen. Weiter wird berichtet, daß die Schlacht bei Beuikarrieh weiter andanere. Die Ms- und Djeballakrieger
Gien oder Tod.
Erbitterte Angriff« der Ristruppen.
(Eigener Drahtbericht.)
Pari«, 8. September.
Rach einer Meldung au« Tanger machte sich der Feind an der Westfront lebhaft bemerkbar. Am Lukkosfluffr werden starke Abteilungen von Ristruppe« gemeldet. I« der westliche« Zone steh: die Stellung von Dar-Ben-Karich seit drei Tagen im Kampf mit dem Feinde, der sich dieser Stellung um jeden Preis bemächtigen will. Die beide« spanischen Stellungen scheinen ebenfalls vom Feind« bedroht zu sein. Die Andfchera solle« bi« Absicht habe«, zwischen Pnrnta-Altarez und Beni-Meffaud ««zugrei- fe«. Das spanisch« Kommando hat alle Maßnahme« getroffen, damit die Verbindung zwi- scheu Tanger und Larasch nicht etwa abgeschnitten wird. Der Bruder Abd el Krim« ist Leiter der Operattone» an der Westfront. Die besten Kerntrnppe« der Ristenle seien eingesetzt
Durchbruch bei öenSpauiern
Kampfgewoge an der Marokkofront.
(Eigene Drahtmelbung.)
Dir Zelt drängt.
Briand'S Schrei nach dem Sicherheitspakt.
(Privat-Telegramm.)
Genf, 8. September.
Einem Berliner Pressevertreter gegenüber äußerte Briand die bestimmte Erwartung, mit Rcichsaußenminister Dr. Strrsemann Ende September, spätestens Anfang Oktober zusammenzutreffen. Wörtlich sagte der franzö- ische Außenminister: Sagen Sie, daß ich den Frieden zwischen Deutschland und Frankreich will. Wir müsse« eine endgültige Lösung ür unsere Länder finden, oder wir gehen alle i n Grunde. Wenn der Sicherheltspakt abgeschlossen sei, «erde mim sich auch über die Frage der Abrüstung und der Räumung der besetzten Gebiete einigen. Die Anwesenheit des Reichskanzlers Dr. L u t h e r auf der Konferenz werde ihr einen besonderen Impuls geben.
gebe«. Der italienische Wunsch, bei der ganzen Dache auch ein Wort mitfprechen zu können, wird noch dazu beitragen, Differenzen zu erhöhe». Da ist vor allem die Frage von Mosful, daS man in Genf als bas ,zwe11 e Obersch! e sie «' (siehe auch Karte Innenseite Die Redaktion) bezeichnet. Es wird auch da kaum möglich fei», eine befriedigende Lösung zu finden. Es ist aber eine Prestige-Frage des Rates, daß er einen Ausweg finden kann. Einerseits liegt ihm sehr viel daran, die Türkei in den Völkerbund hinernzubringen und andererseits darf er Mossu! nur unter dem Gesichtspuntte der englischen Politik lösen. Das ist aber beinahe eine Quadratur des Zirkels.
DaS wichtigste Trallandum neben dem Irak ist aber Oesterreich und wird es auch way- rend der Versammlungsdiskussion bleiben. Den Völkerbund bestimmt nur ein Ziel: die Anschlußfrage an Deutschland muß für Oesterreich aus der Welt geschafft werden.
einen neuen Krieg und ohne ein Zerbrechen des Völkerbundes. Darüber ist man sich i» den genserischen Zirkeln klar. Aber auch da wrro sich Wie beim Sicherheitspatt die eigentliche Aktion hinter den Kulissen abspielen. Brmnn und Chamberlain werden mit allen Mitteln ver- 'uchen, von den Nachfolgestaaten Zu gestand, nisse herauszupreffen, die es Oesterreich ertauben, als lebens fähiger Staat im Böllerkonzcrn mitzureden. Es muß für Oesterreich in Genf eine Plattform geschaffen werden, die alle An- fchlutzgedanken überflüssig machen. Das weiß man im Rate und das wird der Tenor der Verhandlungen sein. Ob man in Deutschland va- durch zum Anschluß an diesen Bund geneigter wird, das läßt sich wohl bezweifeln. Es wird vor allem in Deutschland scharf gehört werden, was in Genf geht, denn m der Calvinstadt haben die Türen so gut Schlüssellöcher wie an- derswo und man wird durch das Heer der hier anwesenden Journalisten dies und das erfahren, was eigentlich geheim bleibe» sollte.
Otto Amberg.
Hinter den Kulissen des Völkerbünde«. .
(Von unserem Schweizer Berichterstatter.) i
z. Zt. Genf, 4. September.
Die stille Stadt am blauen Leman ist er- wacht. Die drückende Sommerhitze, die über asphaltierten Straßen lag, ist von einem ersten Herbststurm in die Taler der Savoheralpen Erschlagen worden, wo sie sich an Gletschern kühlt. . Genf ist plötzlich wieder jung geworden. In allen Hotels wird geputzt, jeder Pintenwirt gibt seinem Geschäft ein nobles Aussehen. Dte Schaufenster der Geschäfte strahlen im abendlichen Lampenlicht. Varietees und Dancings haben sich ihre .Stars" aus Paris und London verschrieben — eine Hochflut von geputzten und geschminkten Dämchen ist eingezogen, aus Meerbädern und Weltstädten kommen sie an den stillen See. Genf rüstet sich — zur Tagung des Völkerbundes. Es ist, als ob es zu einem großen Feste ging«. »
Inmitten dieses sich schmückende« S,tbtni treffe« sich heute schon «rotze Probleme. Briand, Chamberlain und Bänder- velde sitzen zusammen. Sie sollen int Rat über den nahen Osten, über Oesterreich, Danzig und vieles andere beraten. Sie tun es auch — aber als Ne b e n s a ch e. Es geht außerhalb der Sitzungen um Wichtigeres. Schon am ersten Abend satzen sie zusammen und man sprach über Deutschland und den Sicherheitspatt. Man wird auch i« den kourmendeu Tagen darüber sprechen. Man spricht überhaupt in Gens viel von Deutschland und hat dies von jeher getan. Heute wünscht man die Deutschen nach Genf, so wie man sie vor wenigen Jahren noch von Gens weggewünscht hat. Man ist gewitz, daß sie kommen werden, nur rätselt man über das Wann. Der Völkerbund ist mit dem Leben der Gegenwart nun schon tausendfach verflochten, datz er unentbehrlick -geworden ist. Da Hilst heute keine Polemik darüber hinweg und keine Vogel- Strautz-Politik. Wenn der Völkerbund nur einer erreicht hätte, die Stärkung der Schics- gerichtsidee, so wäre er in der Geschichte schon unentbehrlich geworden..
Und über kurz oder lang werden auch die Deutsche» in Genf sei«. Darüber herrscht hier Gewißheit. Aus Vies« Gewitzhett heraus werde« alle Tage neue Gerüchte geboren. ^.S t re- sem a u n kommt, heißt es heute. Er totrb zwar nicht Genf besuchen, aber er wird in Lau- fa*ne mit den Genfer Großen zusammentretz- ft«. Morgen hört man ein andere» und übermorgen ein drittes Gerücht. Aber alle beschäftigen sie sich mtt den Deutschen. Auch in fran- zösischen Kreisen ist die Frage, wann kommen die Deutschen nach Genf, sehr akut. Briand kämpft ja in Genf mtt ihnen, bevor sie noch da sind. Denn das wahre Kernstück der ganzen Tagung ist ja nicht das, was auf der Tratton- denliste steht, sondern was hinter den ttn- lissen verhandelt wird, nämlich der Sicher- hettspakt. Für die völkerbundsdelegierten güt er als Nachfolger des Genfer Protokolls, daS nun still etngefatgt wurde, nachdem es mtt grobem Pomp in die ihm wenig hold« Welt trat Man borst, daß man in den Pakt mit DeutsiMand Gedanken aus dem Protokoll anfnebmcn Wird. Die Beratungen ht Genf, die einerseits eine Uebereinstrmmung Mischen Frankreich und Belgien-England und andererseits mit Polen und Tschechen schaffen sollen, sdid höchst wichtig. Erst wenn da eine Einigung erzielt ist, den« mo« daran, mit Stresemaun m einer Schweizer Stedt zusanrmenzutrefien, um mtt Deutschland da» Programm der Autzenmi- nisterkonferenz sestzulegen, die dann zum Sicher- deitspakt Stellung nehmen Wird. Diese Vorbe- reitungsarbeit in Genf Wirb heiße, nach außen nicht bemerkbar« Kämpf« hinter den Kulissen
eiten verirrt sich hierher ein Kraftwagen, sodaß bei unserer Ankunft alles, was Bein« hat, zusammenströmt. Dte Männer wetterfeste, gedrungene Gestalt««. Einst mit das beste Soldatenmaterial des Aarenheeres. Unter den Frauen mit ihrem bronzefarbenen sonnenverbrannten Teint manche, die man schön nennen könnte. Und auf den Höfen balgen sich lustig in neckischem Spiel Kinder mit Hunden und kleinen Schweinen herum. Eine kurz« Weiterfahrt, und an das Kosakendorf schließt sich ein anderer Ort an. Die Häuser sind auch aus Lehm, jedoch sta- bller unb stattlicher gebaut. Ich grüße eine kleinere Gruppe von Menschen — man antwortet und spricht deutsch. Das
erste deutsche Kolonistendorf.
Sie sind im Jahre 1906 nach Rußland gekommen, «reist aus Sachsen ausgewgnderl. Deutsch« Bauern, die Sprache und Eigenart in ihrem ganzen Leben und Wirken in Rußland bewahrt haben und auch zum Ausdruck bringen. Und nun wechseln weiterhin deutsche Kolonisten- und Kosakendörser ftiedlich miteinander ab. Auch Jahrhundert haben aber nicht vermocht, ihnen trotz aller Stürme der Zeiten deutsche Sprache und Sitte zu nehmen. Man hört ausnahmslos deutsche Namen wie Wagner, Walter, Schultheiß, Herling «. a. Georg, HanS, Günther nsw. heißen die Jungen, Maria, Grete, Anna usw. die Mädchen, und untereinander s p r e ch e n s i e alle deutsch, das allerdings ein wenig mit russischen Wörtern durchsetzt, jedoch für jeden nur Deutschsprechenden verständlich. Und mit Stolz holt ein alte« Mütterchen ein ganzes Bündel Briefe, die alle in deutscher Sprache geschrieben sind, hervor. Erst kürzlich schrieb wieder ihr Sohn, der in Ostpreußen weilt. Ein deutsches Eiland, Tausende von Kilometer von der Heimat entfernt, die niemals erfahren hat und niemals erfahren wird, wieviel Schweres ihre Kinder besonders im Laufe des letzte« Jahrzehnts in der russischen Steppe erfahren haben. Schlicht und anspruchslos leben all dies« Menschen auf ihren Dörfern. Eine fünfiöpfige Familie hat etwa dreißig Morgen, die gleich großen Felder in Rußland sind aber nicht so ertragreich und ausnutzbar, sodaß die deutschen Kolonisten schwer ringen und sich durch andere Arbeit einen Nebenverdienst verschaffen massen.
Rosenfeld, Alexanderhos, Eichenfeld
usw. heißen die Dörfer der deutschen Kolonisten. Lauter schmucke, massive, sauber gehaltene Häuser mit ebenso sauber und ordentlich eingerichteten Hosen. Man möchte sich in einem der besten Dörfer in Deutschland wähnen, wenn man Eichenfeld betritt. Einige Minuten Unterhaltung mit den deutschen Landsleuten,
Den letzten Mann zur Front.
Spanien ohne Soldaten. — Waffen fürs Rif.
(Eigener Drahtdericht.)
London, 8. September.
Ein Blatt meldet von der franzöfisch-spani- schen Grenze, daß gestern vierzigtaufend Spa- nter ihre Garnisonen verließen, um an der großen Osfrnfive im Rifgebiet teilzunehmen. Spanien führe damit die letzte ««ter de« Mafien befindliche S ol d atenklasse i«S Feld. Die Ausrechterhaftun« der Ordnung liege von nun an in den Händen der Polizei und der Gendar- metie. Die Landung bei AlhneemaS sei infolge der starken Verteidigung feiten« Abd el KrirnS nicht möglich gewesen. Dte Wafienverforgung des Rifgebietes erfolge «. a. durch zwei pri- »ete Seeflugzeuge, welche von der ita- lienischen Küste aus abslögen.
Mit den Drusen verschworen.
Eine «ttßglückte ftanzSfische Expedition.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 8. September.
An« Jerusalem wird berichtet, vierhundert Franzosen seien in Kbirbet el Chasali südlich von Damaskus eingebiunge« mit der Absicht, den Dorfbewohner« di« Mafien wieder abzunehmen, welche ste von den Franzose« zur Verteidigung gegen Ä»griffe der Drusen erhalten hatten. Da man die Mafien nickst erhielt, wurden die Männer des Dorfes verhaftet und enteignet.
Quellen des Lebens.
Ziele russischer Wissenschaft.
(Dur» Funkspruch-
Leningrad, 8. September.
Bei der Festsitzung der russischen Akademie begrüßte Lunatscharsky die halbe Million Lehrer der Akademie, welche sofort nach der Oktoberrevolution zur Räteregierung übertraten. Ter Redner wies auf den Drang des Volkes hin und fügte hinzn, der Wiederaufbav fordert das Zusammenwirken. Wie di« Rätemacht zu vcn Gelehrten eingestellt fei, zeigt die staatliche Planstelle, in der Gelehrte an der Lösung der Wirtschaftssragen arbeiten. Das Bud- »et des voNsbildungSkonnniffariatS wächst stets.
Vrimo beNiveraSLlMrnaMrn
Unterwerfung oder Untergang.
(Eigener Drahtdericht.)
Paris, 8. September.
HavaS meldet anS Tetuan, spanische Flieger haben in der Rifgegcnd Tausende von Exemplaren eines von General Primo de Rivera unterzeichneten Flugblattes abgeworfen. In die, er Flugschrift wird erftärt, Abd el Krim lüge (!) wenn er seinen Friedenswillen beteuere. Die Risleute würden bald auf ihrem eigenen Gebiet bi« tapferen spanischen und französischen Soldaten stehen sehen. In dem Ultimatum wirs de« Ri fleuten zur Unterwerfung eine Frist von drei Tagen gewährt. Andernfalls würde« ft« ihrem Untergang znsteuern. Für den Fall, datz die Kriegsgefangenen schlecht behandelt würden, droht das Ultimatum mit Repressalien.
perrt sei. Um Tetuan wütet ein schwerer Kampf. Aus der französischen Zone wird berichtet, daß ein Teil des TeulstammeS «ach seiner Unterwerfung wieder zu And el Krim übergetreten sei.
Zn den Steppen.
Durch deufiche Kolonisten- und Kosakendörfer. 5. Reisebrief unseres Mitarbeiters K. Himmel.
Dur» Rnblands Kornkammern.— Densscher Hände »leih. — Sonern aus S-chtzn. — Muttersprache, Mntterlant. — Ein hartes Los.
Unendlich erscheint die Ur steppe des Ku« bangebietes, auf der allerdings gute Futtergra- er wachsen, gewaltig sind aber andererseits die Gebiete, die durch deutschen Fleiß bereits urbar gemacht worden sind. Weite Felder mit Sonnenblumen, aus denen gutes Speiseöl ür die Ausfuhr hergestellt wird, dehne« sich zu leiden Seiten des Weges aus. Dann folgen große Ackerflächen mit Mais, Zuckerrüben, Zuk- kerrohr, Hans, Leinen, Tomaten, Melonen usw. Auf ebenso großen Getreidefeldern liegt das Getreide, in Puppen gebunden, da Scheunen zum Bergen der Feldsruchte nicht vorhanden inb. Schöne schattige Alleen umfangen unseren Forbwagen in der Mittagsglut nach Verlassen der Feldwege. Platanen, Pyramidenpappeln, Birken, Akazien und andere Laubbäume wechseln in stimmungsvoller Weise mit einander ab. Weiter über alle Hindernisse der oft fast ungangbaren Wege hinweg führt uns das Fordauto durch das Land des Kuban dahin. Einige Blumensetaer, mtt Astern, Löwenmaul, Stiefmütterchen, Cinien und anderen Blumen, durchweg aus Deutschland eingesuhrt, bringen in die Steppen« und Ackerlandschaft eine farbenfreudig« Abwechselung, während znr Seite der Kuban-Strom mit feinen anmutigen Uferlandschasten grüßt. Hier und da vereinigen sich die typisch russischen niedrigen Strohhäuser zu einem Dorf. Kubankosaken sind es, die hier wohnen, in unscheinbaren Behausungen, die man eher Hütten nennen müßte, daneben ein oder mehrere Strohschober, dazu eine Hütte, dte für das Vieh oder als Speicher dient. Nur