Kassckr Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hesfische Abendzeitung
15. Jahrgang
Sonntag, 6. September 1925
Nummer 208
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Maxim Gorkis Gruß an Moskaus Akademie
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Taube Ohren in Varis
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auf einem Mißverständnis des Rechnungsberichts. Ergaben sich doch die Steuerüberschüffe dadurch, daß die Steuereingänge bis zum Juli nach früheren Vorschriften ringezogen wurden.
Rechte aller Böller geboren werden. Deutschland habe sich aber bishre allen internationalen Der- pslichtungen entzogen. Niemand verweigere chm auch die Gleichheit der Rechte; aber es mache seinen Eintritt in den Völkerbund von einer Borzugsbehandlung abhängig, die ihm in Genf eine bevorzugte Stellung verschaffen würde. Das Blatt schließt: „Auf jeden Fall müßte der ReichstagSprästveiit zunächst einmal seine eignen Landsleute zu überzeugen versuchen, denn von ihrer Achtung der auf die Verträge gegründeten Rechte und von ihrem Willen, moralisch abzu- rüsten, häng- der Frieden in Europa und dir Wiederversöhnung unter den Völkern ab."
nimmt an, daß Dr. Gauß jetzt gut mit den zwischen Großbritannien und Frankreich vereinvar- ten Vorschlägen bekannt sei. Damit sei der Zweck der Besprechungen der Sachverständigen erfüllt. Die Entschlüsse der Sachverständigen seien für die Regierungen nicht im geringsten bindend. Daher sei auch das strengste Stillschweigen beobachtet worden. Es scheine jedoch kein Grund zu Zweifeln zu bestehen, daß es den Juristen gelungen sei, die Hauptschwierigkeiten, die noch bis jetzt bestanden, zu beseitigen.
(Sin sträflicher Leichtsinn.
Was die Zeppelinkatastrophe verschuldete.
(Durch Funkspruch)
Rewyork, 5. September.
Kapitän Heinen hat erklärt, daß die Katastrophe der „Shenandoah" ein wahres Verbrechen sei. Man habe das Luftschiff unter ganz ungünstigen atmosphärischen Bedingungen ausfahren lassen. Die Sicherheits-Ventile hätten zum Teil gefehlt. Einige seien kurz vor dem Aufstieg entfernt worden. Die Heliumfüllung sei ungenügend gewesen. Um ein paar tausend Dollar zu sparen, habe man das Leben der Besatzung aufs Spiel gesetzt.
Helden des Geistes.
Maxim Gorki an Moskaus Akademien. (Eigene Drahttueldung.)
Moskau, 5. September.
Zu dem Jubiläum der russischen Akademie der Wissenschaften sind aus Deutschland, Javan und Norwegen weitere Delegierte eingctroffen. Die amerikanischen Vertreter — Oberst Haskel und Prof. Goodrich besichtigten gestern vir Putiloffwerke. Maxim Gorki schreibt aus Italien: Ich sah, mit welch bescheidenem Heldentum und welcher stoischen Tapserkeit die Führer der russischen Wissenschaft in den Jahren 1919 und 1920 entbehrungsvolle Tage in Hunger und Kälte durchlebten. Aus jener Zeit verblieb mir ein Gefühl tiefster und aufrichtigster Verehrung gegenüber jenen Helden des freien For- schungsgeistes. Die russischen Gelehrten haben während der Jnterventions- und Blokadejahrc durch ihr Leben und ihre Arbeit ein hervorragendes BeispielstoischerGesinnung gegeben. Die Geschichte wird dereinst sie mrr dem gleichen Stolze vermerken, der mich erfüllt, der ich als einfacher Russe diese Zeilen ftfyretbe. —Der deutsche Botschafter Graf Brockdorss- Rantzau betonte in seinem Glückwunsch, daß die Zweihuudert-Jahr-Feier der Akademie zugleich auch ein Jubiläum der engen Verbindung zwischen deutscher und russischer Wissenschaft ist.
London, 5. September.
Einem Blatt zufolge verlautet, daß die juristischen Sachverständigen gestern nachmittag ihre Arbeiten so gut wie vollendet haben. In d-" •‘-tfmiM’cn Punkten sei volle Uebereinstim- mung festgestellt worden. Der nächste Schritt sei, wie erwartet werde, die geplante Zusammenkunft der fünf Autzenminisier, wahrscheinlich an
Köln in 3 Monaten frei?
„Die Botschaft hör ich wohl..." (Privat-Telegramm.)
Berlin, 5. September.
Rach einer Presse-Meldung aus Genf, soll im Verlaufe der alliierten Ministerbesprechungen die Räumung der KölnerZone grundsätzlich vereinbart worden fein. Der Abschluß der Räumung soll in drei Monaten erfolgen.
3ti früh prophezeit!
Berlin, 5. September . (Privattelegramm.) Ein Londoner Blatt meldet mit aller Bestimmtheit, daß Dr. Sttesemann und die alliierten Außenminister am 20. September in Lausanne eine Konferenz abhalten würden, um zu dem Londoner Juristenergebnis Stellung zu nehmen. Dazu erfahren wir von zuständiger Stelle, daß es sich bei dieser Meldung um reine Kombinationen handelt. Der deutsche Vertreter Gauß hat in London nur '-ie juristischen Erläuterungen entgegengenommen. Erst noch seiner Rückkehr wird eine Kabinettssitzung darüber befinden, ob nun die Basis für eine Konferenz gegeben sei.
ES geht schief.
Ernste Lage für die Spanier vor Tetuan. (Eigener Drahtbericht.)
Frankreich doch nicht eines Tages die jähe und späte Erkenntnis dämmern, daß eS mit der Aech 1 ung Deutschlands unter den Farbigen sich Gegner aufgezogen hat, die nicht nur Frankreichs Prestige, sondern die Vorherrschaft der" Weißen Rasse selbst bedrohen? Jedenfalls bahnt sich außerhalb Europas ein Entwicklungsprozeß an, der den Staatsmännern zu denken geben sollte. F. R.
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Der, letzte Akt in London
Ein geheimnisvolles Konzil. (Eigener Drahtberichl.)
Stirb und Werde!
Coolidge über die Zeppelin-Katastrophe.
(Durch Funkspruch.?
Swampscott, 5. September.
Präsident Coolidge sprach die Ansicht «us, das Marinedepartement werde den Wunpis haben, die Shenandoah durch ein für militärische Zwecke verwendbares Luftschiff zu ersetzen Coolidge bezeichnete die Katastrophe als schrecklich, wegen der Verluste an Menschenleben, gav aber der Meinung Ausdruck, daß der Verlust von Luftschiffen sich nicht von der Zerstörung eines Kriegsschiffes unterscheide, die immer wieder zu Plänen zur Ersetzung des Schiffes führe.
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Paris, 5. September.
Wie aus Madrid berichtet wird, ist General Primo de Rivera, der vorgestern abend nach Melilla abgereist war, Hals über Kopf nach Teruan zurückgekehrt, weil die Lage in der Westzone der spanischen Marokkoftont in den letzten vierundzwanzig Stunden außerordentlich ernst geworden und das Schlimmste zu befürchten ist.
Die Antwort auf Loebes Friedensbeteuerung.
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Paris, 5. September.
In einer Erwiderung auf die gestern veröffentlichten Reden Loebes schreibt ein Blatt: Die moralische Abrüstung müsse nlcht,wie der Reichs- lagsvräsidcnt erklärt habe, der materiellen Entwaffnung folgen, sondern ihr vorangehen. Es wäre ein gefährlicher Irrtum, zu glauben, daß das bisher in kriegerischen Traditionen befangene deutsche Boll sich plötzlich in eine Gemeinde von sanften Schülern Tolstois verwandelt habe. Rach Loebe soll die nioralische Abrüstung aus gutem Vertrauen und absoluter Gleichheit der
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öffentliche Mittel
in Anspruch genommen werden. Die Zeichnungen der Kommunen überwiegen erheblich die privaten. Nichts wäre mehr an der Ordnung, als die ersten Architekten Deutschlands, die im Museenbau erfahren, vor allem aber die Künstler und Architekten der Provinz anfzurufen, deren Landesuniversität ihre Jubelfeier vorbereitet. Der freischaffende Künstler, der täglich mit der Form ringt, ist zweifellos berufener als der Geist im Verwaltungszimmer. Gerade die Uni- versität Marburg sollte alle Veranlassung haben, durch vorbildliches Wirken die in dem Sautterschen Protest (zweifellos stehen weitere Kreise dahinter) angedeuteten Folgen städtebaulicher Gewalteingriffe in die alte Gotik der Stadt aus Sandstein und Holz zu vermänteln. Der Besucher Marburgs fragt sich angesichts der Stilvielheit in den leider verzettelten Neubauten der Universität, ob es nicht ratsamer gewesen wäre, in die Universitätsbauten eine einheitliche Note zu tränen, sie bodenständig zu machen in Material nutz Außenform. Und wiederum fragt er sich, ob es den Kunstlehrern der großen Hochschule nicht möglich war, 6et
Marburger Konflikt.
Die Jubiläumsspende von Hessen-Nassau.
Im Juli 1927 feiert die hessische Landesuni- ' jerfitüt Marburg ihren vierhundertsten Geburtstag. Großzügige Ehrengaben sind in Vorbereitung. Als die Kasseler Stadtverordneten den Anteil der Provinzialhauptstadt an der besonderen I u b i l ä u m s s p e n d e der Provinz Hessen-Nassau bewilligten, wurde bereits über die Art dieser Ehrengabe berichtet. Während der Staat verschiedene Kliniken baut, teilweise hat er sie schon gebaut, finanzieren Städte und Kreise, aber auch Einzelpersonen die S ch a f- fung eines Kunstinstituts, das hessischer Kunst vom Altertum bis zum heutigen Ta- ge dienen soll. Was in bestehenden Sammlungen auf Hessen Bezug hat und entbehrlich ist, soll dem neuen Marburger Museum zugeführt werden. Auch dauernde Ausstellungen moderner Kunst denkt man in diesem Institut zu veranstalten. Ein Institut ist geplant, das den Studierenden der alten alma mater Anregung bietet, den Tausenden und Abertausenden Besuchern der Stadt aber weitere Anziehung bedeutet.
Eine Protestkundgebung
aus der Feder von Professor Sautter -Kassel stellt nun die Angelegenheit der Jubiläumsgabe in die breite Oefsentlichkeit. Diese Kundgebung hat nüchstehenden Wortlaut: »Die Jubiläums- gabe der Provinz Hessen-Nassau zur vierhundertjährigen Wiederkehr der Gründung der Landesuniversität Marburg soll die Mittel liefern zur Errichtung eines Instituts für die Pflege der gesamten Kunstwissenschaft. Der erforderliche Betrag von mindestens einer Million Goldman ist durch Zuwendungen der Kommunalverbände, Städte und Kreise sowie solcher privater Stifter im wesentlichen gesichert. Soll dte Gabe der Provinz für Universität und Stadt Marburg nicht nur materiellen Inhalt haben, sondern von dauernder kultureller Bedeutung sein, so ist es notwendig, daß Plan und Durchführung des zukünftigen Jnstitutgebändes unter Heranholung wirklich künstlerisch schöpferischer Kräfte, unter Heranziehung unserer schaffenden Architektenwelt erfolgen. Statt dessen sollen sie, wie überraschenderweise bekannt wird, einem Verwaltungsbeamten, der bisher in einem Berliner Ministerium tätig war, anvertraut werden. Stadt und Universität Marburg haben in manchen Schöpfungen der letzten Zeit für städtebauliche und künstlerische Aufgaben wenig Glück gezeigt, nicht zuletzt bei der Errichtung einer Kinderklinik in unmittelbarer Nähe der Chorselte der Elisabethkirche. Um so mehr muß gegen die Absicht, unter Ausschaltung der allein berufenen schaffenden Kräfte, einem im Verwaltungsdienste stehenden Baurat eine so hochwichtige Aufgabe zu übertragen, schärfster Protest eingelegt werden. Die zahlreichen Stifter der zum Bau notwendigen Mittel, unsere gesamte Architetten- welt und über diese hinaus alle Freunde des historischen Marburgs haben ein Recht, zu verlangen, daß eine städtebauliche Aufgabe von folch hervorragender Bedeutung nur im ehrlichen Wettbewerb wirklich künstlerischer Kräfte gelöst wird. Es ist Sache des Arbeitsausschusses der Universität Marburg, kurzerhand eine unhaltbare Position zu veranlassen und ohne Zögern Voraussetzungen, wie die eben geschilderten, für die praktische Gestaltung der Jubiläumsgabe zu schaffen.' Diese Kundgebung wirft Schlaglichter. Es ist in der Tat unerfindlich, weshalb Marburg plötzlich in längst aufgegebene Bahnen lenkt, öffentliche Bauten fteihändig zu vergeben; umsomehr, als
VomHimmelzurEröe
Aus dem großen Bilderbuch der Zeit.
Nun liegt wieder einmal vom blinden Walten der Naturdämonen zerschlagen am Boden, was Menschenwitz und -Kunst in faustischem Drang zum dynamischen Wunderwerk zusammenfügte, um damit wenn auch nicht die Sonne, so doch den Erdball zu erfliegen. Amerikas ersten Riefenzeppelin, in'kühner Tatkraft bald nach Eintreffen und Muster von Z. R. HI erbaut, hat das tta- gische Schicksal nicht nur des Ikarus der Sage, sondern auch des ersten deutschen Wunderschif- feS bei Echterdingen und noch ein schwereres ereilt. Denn Zeppelins Unglücksschiss begrub nur sich selbst; die .Shenandoah" aber ritz fast die ganze Besatzung in den Mgrnnd des Todes. Ein Schrei des Entsetzens ist in der ganzen zivilisierten Welt wiedergehallt, denn man hatte nach der königlichen Weltmeerfahrt Eckeners und dessen Rekordflügen über Amerika und nach den Azoren die Luftkolosse als absolut sturm- und wetterfest angesehen, zumal es der Geistesgegenwart u. dem Geschick des Kapt. Heinen schon einmal gelungen war, den vom Sturm losgerissenen Riesenvogel zu bändigen und glücklich zur Erde zu lenken. Man sollte meinen, datz überlegenes besonnenes Führerturn auch diesmal der Elemente Herr geworden wäre, obwohl es an sich schon ein sträfliches Wagnis war, trotz der Warnungen des Marineministers, gerade zur Sturm- Periode mitten in die gefürchteten, blitzswnell losbrechenden, rasenden Tornados hineinzu- fteuent.
Eckener selbst hat durchblicken lassen, daß seinem Schiss unter seinem Kommando das Verhängnis nicht zugestoßen wäre. Nun hat zwar Präsident Coolidge selbst dem heutigen Frühtelegramm zufolge, der Katastrophe den bitteren Stachel dadurch abgebrochen, daß er den Verlust nicht tragischer beurteilt, als die Opfer, die jährlich das Meer verschlingt. Auch hat et sich sofort für den Neubau eines zweiten Shenandoah für Kriegszwecke ausgesprochen. Und der oben erwähnte tapfere Kapitän Hei - nen hat den sträflichen Leichtsinn der Besatzung beim Aufstieg gebrandmarkt, die die elementarsten Sicherheits-Vorschriften gänzlich außer Acht gelassen hat. Es läßt sich jedoch nicht verhehlen, daß der Zeppelin-Enthusiasmus unter den Vankees durch die Todesfahrt stark abgekühlt ist, und daß sie fürs erste auch Eckeners weltweite Luftprojekte überfchatten wird. Und das wäre angesichts der so hoffnungsvoll begonnenen Zeppelinspende eine härtere Prüfung für uns als für die Neue Welt. Denn damit würde der einzige und hellste Stern in der deutschen Leidensnacht verlöschen: Das Streben nach der Weltherrschaft der Lüste, der Bezwingung des Nordpols, die unter Eckeners Führerschaft garnicht fehlschlagen kann. Und dieses geistigen Vorrangs und Vorsprungs darf sich Deutschland nicht begeben, wenn es mit der politischen Ohnmacht nicht auch die wissenschaftliche verschwistern will. Sieghafter und stolzer als durch alle Beschwörungen, Programme, Proteste und salbungsvolle Friedenshymnen werden wir uns den Weg zur Gleichberechtigung und zum Vertrauen der Völker durch kulturelle, technische, wirtschaftliche Großtaten erzwingen, die o h n e fremdes Erbarmen, ohne Kredit« und Patte Mein aus den unerschöpflichen Tiefen der Volksseele geboren werden.
Was ist in diesen freudlosen Frühherbsttagen nicht Mes von goldenen Friedenszeiten, Versöhnung. Verbrüderung geschwärmt und inbrünstig erfleht worden. In Stockholm, Marseille, Men, Paris, Genf hat man Paradiese aus Erden gemalt: Dir Mgemeine Abrüstung, das Selbstbe- stimmungsrecht der Völker, Schiedsgericht und Völkerbund sind in bewegten Worten gepredigt und . . . umstritten worden. Und in London ringen jetzt die Juristen um die Friedenspalme hinter verschlossenen Türen, um die europäische Friedensburg für die nächste Konferenz fturnv reif zu machen. Aber was können alle diese ehrlichen, ernstgemeinten Sammelrufe verfangen, solange an dem auf der Kriegsschuldlüge aufgebauten Haßgötzen von Versailles nicht gerüttelt torrben darf, solange Reparationen und Besatzung wie Vipern am deutschen Lebensmark sangen, solange die »große Nation" das Recht der farbigen Völker (Marokko. Syrien) und der Pha- rifäer John Bull (in Mossul) mit Füßen tritt?
In den Kolonien ist nun der Pfeil Frankreichs, den es mit den schwarzen Hilfsvölkern gegen Deutschland abschoß, schon auf den Schützen zurnckgeprallt. In Marokko ist die große Offensive an der spanischen Front in ein bedenkliches Stadium geraten. In Syrien haben die Drusen eine französische Zitadelle gestürmt und werden wahrscheinlich abermals im gesährlichen Siegesrausch auf Damaskus vorstoßen. Sollte
Teuerung durch Steuern?
Minister von Schlieben bestreitet... (Privat-Telegramm.)
Breslau, 5. September.
In einem Preffeinterview erllärte Reichsminister v. Schlieben auf die Frage, ob die Behauptung, datz der gegenwärtige hohe Preisstand in Deutschland zum großen Teil auf die Gestattung der Steuern zurückzuführen sei, daß alle diese Behauptungen über die Erhöhung der -tcuern unrichtig sind. Auch die Behauptung, daß durch die Vorauszahlung von ' leuerbeträgen, die im nächsten Jabre wieder zurückerstattet würden, womit der Witt- aber in* Augenblick wichtige Betriebsmittel aus der Substanz entzogen würden, widerlegte der Minister und führte dafür verschiedene Beispiele an. Die irrtümliche Ansicht, daß durch den Ueberschutz an den Reichssteüern in den ersten vier Monaten des R res 1924, aus der Wirtschaft zu-