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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 202. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

Sonntag, 30. Au inst 1925

Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

15. Jahrgang

Frankreichs Knute an der (Saar.

Zwischen Öen Wellen

bare Resultate zeitigen würde.

F. R.

amerika-

Ein Robert

Neuen Welt düstere Streikwolken heraufgezogen und der Ausbruch des Riesenstreiks der ameri­kanischen Kohlenarbeiter steht vor der Tür. Man ist gespannt, wie C o o l i d g e die Herausforde­rung beantworten wird, nachdem sich selbst der stolze Britannien dem Bergarbeiterultimatum hat beugen müssen. In Deutschland selbst hat zwar die Beilegung des Bauarbeiterstreiks die wilden Streikwogen geglättet, aber die Lohn­kämpfe bei Post, Reichsbahn, Bank usw. haben eine gefährliche Schärfe angenommen. Vielleicht gelingt es aber auch hier, verhängnisvolle Fol­gen für Volk und Wirtschaft abzuwenden. Die einzige Rettung wäre freilich, wenn der große Preisabbaufeldzug der Regierung bald greif-i

Krawalle vor der Oper.

Kommnnistentumulte in Paris. lEigener Drahtbericht.)

Paris, 29. August.

(Eigener Drahlberichl.)

London, 29. August.

Blatt veröffentlicht eine scharfe Kritik Donalds an der vom Völkerbund

Die Streiklawlne rollt.

200 000 amerikanische Kohlenarbeiter betroffen. (Durch Funkspruch^

Paris, 29. August.

Wie aus Newyork gemeldet wird, find alle Bemühungen, den Kohlenstreik zu vermeiden, vergeblich gewesen. Der Vorfitzende der Berg­arbeiter Lewis habe die formelle Anordnung ausgegeben, am 31. August um Mitternacht in den Streik zu treten. Die Zahl der streikenden Arbeiter wird auf 150200 000 angegeben.

An Paris verkauft.

Wie der Völkerbund an der Saar regiert.

Bismarck ebenso schwere Stunden bereitet wie die Unbrauchbarkeit des Graten den Wilhelm I absolut nicht verabschieden wollte Elisabeth **on Hehking, deren Gatte mhrzebntelang das Deutsche Reich als Gesandter in Kairo, Peking. Meri(o, Belgrad und Ham- bürg vertrat war nicht nur eine begabte Schrift­stellerin. sondern auch eine fähige' Diplomatin, deren Feder zahlreiche im Auswärtigen Amte bewunderte Berichte entflammten. Trotzdem war sie ein? Doplomatin obnr Erfolg, denn ihr Herz war stärker als ihr «erstand. In Peking lernt: sie den Helden der

Da« Rüffel im Riff.

Geheimnisvolle Pläne aus beiden Seiten.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 29. August.

Aus Tanger wird berichtet: Roch vor zehn Tagen schien es, als ob die sranzöstfche Offen­sive gegen die Riskabylen nur auf geringen Wi­derstand stoßen werde. Man nahm an, daß Abd el Krim alle seine regulären Truppen aus diesen Distrikten zurückge­zogen habe. Als letzte Woche General Boi- chat den Tsulstamm unterworfen hatte, schien kein Zweifel über Abd el Krims Absicht zu be- tehen, die ausständigen Stämme ihren eigenen Anstrengungen zu überlassen. Dies sei jedoch anscheinend absolut nicht geschehen, denn der französische Angriff auf den benachbarten Bra- nes-Stamm sei auf starten und hartnäckigen Widerstand gestoßen. Die Kämpfe waren sehr schwer und es gelang den französischen Trup­pen mit großer Anstrengung, ihr Ziel zu er­reichen. Die Hoffnung, daß die Operationen bald abgeschlossen sein werden, scheint jedoch wenig erfüllbar. Es fei unwahrschein­lich, daß irgendwie ein allgemeiner Vormarsch aus der ganzen Front ftattfinden werde. Es vürde jedoch zu gewiffen Zeitpunkten an ver- chiedenen Stellen vorgegangen werden je nach dem Widerstand, auf den man stoße. Es werde gehofft, durch dieses Mittel die Riskabylen zu beschäftigen, um ihre Bewegungen ausnutzen zu können. Die Absichten der Riflabylen sind in großes Dunkel gehüllt. Der Berichterstatter ragt, ob sie, wie sie erklärten, noch beabsichti­gen, die Tetuan- und Meliüafront anzugreifen oder ob dies eine Finte sei. Habe Abd el Krim einen Plan geändert? Aber auch Spa­niens Pläne seien unbestimmt. Würden wirk- ich Vorbereitungen im Hinblick auf eine große panische Offensive getroffen oder seien es vielleicht nur Vorsichtsmaßnahmen gegen einen drohenden Angriff der Riskabylen? Es ei nur gesagt worden, daß die Franzosen ent- schloflen seien, jeden Riskabylen aus dem Protektoratsgebiet hinauszutreiben.

*

Der Vormarsch hat begonnen.

Paris, 29. August. (Privattelegramm.) Ha- vas meldet, daß die Operationen im Gebiet der Branesstämme sich planmäßig entwickelt haben. Am Abend des 27. August hätten die Truppen ihr Ziel erreicht, nachdem die Einschließung

Ernste Ausdehnung de« Seemannsstreitt.

London, 29. August. (Privattelegramm.) Ein Blatt berichtet, daß der inoffizielle See­mannsstreik, der in den britischen Heimatshäfen mit dem australischen Streik zusammenzutrefsen schien, in anderer Richtung ernsten Charakter annehme. Es scheint, als ob alle südafrika­nischen Häfen Von dem Streik berührt werden würden. Der Streik habe sich jetzt auch auf Neuseeland ausgedehnt.

zweier Stämme vollkommen geglückt war. Jn- olge dieser glücklichen Durchführung wollen ich verschiedene Stämme der Branes be- lingungslos unterwerfen.

Aus Washington verlautet, daß die ame.'.:_ n'schcn Sachverständigen augenblicklich fünf tZi toteb ne Bo-schlöge onsarbeiten, die der nan- zofischen Schulden-Mifston bei ihrem Eintreffen unterbreitet werden sollen. Alle diese Vorschläge seien unter Berücksichtigung der Zahlungsfähig­keit Frankreichs ausgearbeitet. Man sei der Ansicht, daß die französisch-englische Verständi­gung keinen Einfluß auf die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten haben dürfen. Man nehme an, daß die Vereinigten Staaten darauf,bestehen werden, daß Frankreich alle Betrage der Schulden, nämlich 3350 Millio­nen Dollar und die Zinsen bezahlen muß.

Am Scherenfernrohr der Zeit.

Was sich heute in der Außenpolitik abspielt, ist nach dem tragischen Erlebnis des Weltkriegs das gewaltigste, dramatisch abrollende, schicksal­umwitterte Schauspiel, das die gegenwärtige Menschheit miterlebt, ohne sich dessen recht be­wußt zu sein. Unter den Augen Europas wir­ken seine geschicktesten Staatsmänner am Web- Sder Zeit den Teppich, der dereinst vor dem r eines gerechteren, menschlicheren Völker­friedens ausgebreitet werden soll. Mit Titanen­kraft hat der an den Felsen geschmiedete deut­sche Prometheus sich wieder aufgerichte." und verficht trotz Tod und Teufel, trotz aller Geier- bifle unbarmherziger Bedränger seine unver­äußerlichen Menschenrechte. Und was früher in den mehr oder minder erleuchteten Hirnen der Staatslenker und hinter verriegelten Kon­ferenzsälen an Verträgen und Bündniffen sich zusammenbraute, darum wird heute wie auf einem Jahrmarkt vor Millionen Zuschauern gefeilscht und gezetert. Aber die Sonne der Oeffentlichkeit ist unser mächtigste Bundesge­nosse. Sie wird, wenn unsere Führer den Sinn der Stunde begreifen, das Blendwerk der Ver­sailler Spottgeburi in seiner ganzen Erbärm­lichkeit und Niederttacht kennttich machen und es mit seinen eigenen Waffen zu Fall bringen. Nie wieder wird sich der politische Fuchs so ahnungslos aus seinem Bau aufscheuchen las­sen tote bei dieser Riesentreibjagd, nie wieder die Stunde so reif fein, die Brandfackel Euro­pas mit friedlichen Mitteln auszulöschen, die seit sieben Jahren drohend über Kultur und Wettbewerb der Zukunft leuchtet. Und das deutsche Horoskop selbst steht nicht ungünstig.

Denn selbst der vielgewandte Fallensteller Briand hat sich, trotz schroffster Zurück­weisung jeher Vertragsabänderung, schon in seinen Netzen verstrickt. Mit der Anerkennung

Japan warnt.

Vernunft statt Gewalt in China.

(Eigener Drahlberichl.)

London, 29. August.

Aus Tokio wird gemeldet, die japanische Re­gierung nehme die Meldungen über angebliche Vorbereitungen einer amerikanischen Aktion in ! China nicht ernst. Eine der höchststehenden japa­nischen Persönlichreiten erklärte, nirgends in China könne die Lage durch Gewalt geregelt werden. Japan sei Überzeugt, daß ein Punkt erreicht fei, bei dem die einsickstigsten Staats­männer mit den Staatsmännern Chinas für eine Lösung des augenblicklichen Problems, das nicht nur den Osten, sondern die ganze Well berühre, Zusammenwirken müßte. Die japa­nische Regierung hat in Kanton wegen des An grtffes gegen 3 japanische Matrosen protestiert.

Dis auf den letzten Pfennig.

Was die Franzosen in Amerika erwartet.

(Privat-Telegramm.)

Paris, 29. August.

Briefe, die ihn nicht erreichten" kennen, einen russischen Großkaufmann, der der Gesandtschast seine« Landes beigegeben war, nim Min-n- und andere Konzessionen von China zu erlangen. Ein russischer Cecil Rhodes, was Intelligenz und Energie anbettifft, bezaubernd als Persönlichkeit. Das Ehepaar unterlag seinem Etnflttß und die Politik der deutschen Gesandt- jchaft geriet immer mehr unter russischen Ein- Hub. Eines Tages tourbe Baron Heykinq nach Mexiko versetzt, und hier in dem Schmerz um den Verlust deS russischen Freundes diese ttreundschaft war sreilich nut eine rein geistige, bn.öte Baronin lebte mit ihrem Gatten in pludltofter Ebe entstand jenes klassische und vielgelesene Buch Auch die Gräfin Hetta T r e u b e r g geborene von Kaufmann, die vom Jahre 1915 bis 1919 einen politischen Salon -m Hotel Bristol machte, hatte Ambitionen als Diplomatin, die indessen beim Auswärtigen Amt keine Gegenliebe fanden und dazu führten.

ernannten Regierungskommisston für das Saar­gebiet. Donald schreibt: Während des letzten Jahres sei kein Fortschritt gemacht worden, um die Einwohner mit der Regierung durch den Völkerbund zu versöhnen, oder um ihr Ver­trauen zu gewinnen. Die Handlungsweffe der Kommission während der Jahrtausendseier habe einen seltsamen. Mangel an Urteilskraft bewie­sen. Das Saarvolk zeigte durch sei»- ruhiges und friedliches s.ci der Feier, daß cZ

Vertrauen verdiene, ovwolst feine augenblick­lichen Beherrscher es ihm verweigern. Donald weist darauf hin, daß der Präsident der Kom­mission, Ra ult und andere amtliche Mitglie­der an der Parade der französischen Truppen am 14. Juli teilnahmen und beim Vorbeimarsch der französischen Garnison Ehrensalut entgegen­nahmen. Er geht hierauf auf die fortgesetzte Unterdrückung der Presse ein. Die Kommission schreite dagegen nicht ein, wenn grobe Skandale, in die führende Beamte verwickelt sind, von Saarblättern aufgedeckt werden. Donald betont zum Schluß, daß die Kommission mehr die künf­tigen Interessen sichere, als vertragsgemäß die Wohlfahrt der Einwohner zu fördern.

bte wirklich den Reid aller Frauen erwecken ro»' mu6te> Zur Andien, beim König von Ror- wegen begab. Im diplomatischen Korps in Oslo wird erzählt, daß sich Frau Kollontai durch ihr arrogantes Benehmen beim norwegischen Ministerium des Aeußeren unmöglich gemacht und dieses ihre Abberufung bewirkt habe. Hof­fentlich wird ihre neue amerikanische Kollegin in Bern sich dort beliebter machen. Wie die Zei- tungen melden, ist nämlich Miß Luci Senat, cherson als erste Gesandtschaftssekretärin der amerikanischen Gesandtschaft in Bern zugeteilt. Außer diesen zwei offiziell mit diplomatischen Posten betrauten Frauen kennt die moderne Ge­schichte noch eine kleine Zahl von Diplomoien- ftauen, die auch aktiv in der Diplomatie tätig gewesen sind. Die bekannteste von ihnen ist die Fürstin Dorothea von Lieven, geborene von Benckendorff, deren Gatte von 1813 bis 1834 rus- si.scher Gesandter in London war. Die Fürstin, ttne Freundin des großen französischen Staats­mannes Guizot, lebte nach dem Rücktritt ihres Mannes in Paris. In beiden Hauptstädten ver» sastnrnelte sie die iübrenden politischen und di­plomatischen Persönlichkeiten um sich, schrieb bi. rette Berichte an Kaiser Nikolaus von Rußland und war der Mittelpunkt einer großen Zahl von Intrigen und polischen «binnen, die zum Teil von großem Nutzen für Rußland gewesen sind. ,chr Spitzname war .die diplomatische Sibylle von Europa". In ihre Fußtapfen trat die Gränn Olympia Usedom. Gattin des langjährigen preußtichen Gesandt-n am italienischen Hofe in Florenz Grafen Gnido Usedom. Die Taktlosig- 'eiten dieser exzentrischen Frau, die sich für eine begabte Dtplomatt - hielt und trotz aller War- uungen immer wieder in die Politik mischte.

Verhör in Vatis.

Rechenschaftsbericht der Minister.

(Eigener Drablbericht.)

Paris, 29. August.

In dem gestrigen Ministerrat ^richtete Mi­nisterpräsident P a i n l e v s über die Lage in Marokko und Syrien, Außenminister Briand über die deutsche Antwort auf die letzte Note, rxinanzminister Caillaux gab ein ausführli­ches Exposs über die Londoner Verhandlungen. Die vom Marineminister getroffenen Maßnah­men zur Beteiligung der Marine und beson­ders der Marineluftslotte an den Operationen in Marokko wurden gutgeheißen.

2Benn grauen regieren

Künstlerinnen der Politik.

Diplomatinnen, nicht Diviomafeufraucn. sind Erscheinung in der politischen Geschuhte aller Staaten. Das Warn« au erörtern, wäre »»galant. Trotzdem mehr als dieses Wort soll nicht gesagt werden b°be« »ach dem Kriege zwei Grotzmächte Frane« ans diplomatische Poste« berufen, teme Mitarbeiterinnen plaudert darüber:

Tie Sowjet-Regierung hat vor einem Jahre Frau Kollontai zu ihrer Gesandtin bei der norwe­gischen Regierung in Oslo ernannt, freilich schon einige Monate daraus wieder abberu­fe n. Frau Kollontai, eine ebenso schöne wie ele­gante junge Frau war die Gattin eines zaristt- schen Generals, die ganz jung ihrem Manne wegltef, um der revolutionären Bewegung zu leben, später Bolschewistin wurde und dann den Volkskommissar für die Marine, einen jungen fünsundzwanzigjährigen Matrose,i Dybenko heiratete, der wegen seines grausamen Vorge­hens in Kronstadt bekannt geworden war. Wa­rum Frau Kollontai nach so kurzer Zeit von ihrem Posten zurückgerusen und in Ungnade ge- sallen ist. hat nickt sestgestellt werden können, vielleicht wegen des Bildes, das durch alle illu- sttierten Zeitungen der Welt ging und zeigte, wie ne sich in einer

fabelhaften Toilette

lieber die gestrigen kommunistischen Kund- prbungelt teilen die Morgenblätter mit, daß die Zusammenstöße besonders heftig vor der Oper waren, wo die Kommunisten versuchten, die Be- sucher der Oper am E i n t r i t t zu der Borstel lung zu verhindern. Sie gingen mit Fuß­tritten und Stockfchlägen gegen die eingreifenden Polizisten vor, von denen viele leicht und zwei schwer verletzt wurden. Es wurden über 140 Personen verhaftet.

des deutschen Anspruchs auf allgemeine Ab­rüstung hat er auch den bisher scharf bestrit­tenen Rechten auf neue Abmachungen Vorschub geleistet, die den veränderten Zuständen Rech­nung tragen. Die letzte Note hat denn auch deutsche Versuche dieser Art grundsätzlich zuge­standen, freilich nur im Rahmen der bedin­gungslosen Völkerbundmitgliedfchaft. Sogar die unerhörte Anmäßung, nach eigenem Er­messen im Falle eines Zahlungsverzugs oder int Falle eines deutschen Konflitts mit seinen östlichen Vasallen als Garant über Deutschland herzufallen, wird man Frankreich aus der Hand schlagen können, sodaß Herr Briand tatsächlich, wenn die deutsche Politik ihm zäh auf den Fersen bleibt, einen Stützpunkt nach dem an­deren wird räumen müssen. Einstweilen sind diese Ziele jedoch in weite Ferne gerückt: Denn vorläufig steht noch Pakt gegen Patt, Welt ge­gen Welt, besser gesagt Recht gegen Gewalt, Licht gegen Finsternis, sodaß man, um die Fä­den nicht abreißen zu lassen, zum Strohhalm eines I u r i st e n-Zwischenspiels gegriffen hat, das ohne politische Bedeutung ist und bereits am Montag in London beginnt. (Der deutsche Delegierte Ministerialdirettor Gauß gilt als einer der fähigsten Juristen und besten Kenner des Völkerrechts. Er ist der Verfasser aller In letzter Zett abgeschlossenen Verträge und Noten.) Ob sich das Dreimännerkollegium im Gestrüpp der Klauseln und Paragraphen festfahren, ob es die Bahn für die Außenmini st erkon- ferenz ebnen wird? Es Wird in beiden Fällen nur eine mehrwöchige Pause mit seiner Arbeit auszusüllen haben.

Jedenfalls hat sich der politische Hochdruck wieder an der Themse verlagert, nachdem eben erst Caillaux mit seinem Schuldenköfferch-n dort abgezogen ist. Sein Schachergeschäft mit John Bull hat zwar zu keinem definittven Ab­schluß geführt, ist aber trotzdem von der Pariser Hauskapelle mit einem Siegestusch hegrüßt worden. Tatsächlich hat er es fertig gebracht, die englische Schuldforderung von 20 auf 12% Mill. Pfund Sterling herabzuhandeln. Ja, man hat sogar schon Amerika in den Schulden­schlamm hineingezogen, jedoch eine energische Abfuhr aus dem Weißen Haus bezogen, das sich an gar keine Londoner Bindungen zu kehren gedenkt, sondern wie heute aus Washington ge­meldet wird, strikte auf Zahlung seiner gepump­ten Milliarden besteht. Dem Meisterboxer Cail­laux steht also jenseits des Weltmeeres ein sehr kühler Empfang bevor, zumal die amerikanische Presse noch eben rund heraus erklärt hat, daß man die Franzosen für durchaus zahlungsfähig hält und ihnen nicht die geringsten Vergünsti­gungen einzuräilmen beabsichtigt.

Inzwischen sind auch über das Ophyr der