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J^eÜofl, 28. «UM- 1926.
Reeefte Rachrich«,
Um die Seele des Theaters
Auch dis Theaterbesucher werden organisiert und zwar gleich doppelt!
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Wesen so eng verknüpft wie der Ausdruck seines ~ r N^brung hin schwimmt. 7Nach den
Gesichts, wenn auch die meisten ihn nicht so leicht rl$Un8Cn ^^Mmukt die Größe des
verstehen. Fährt einer fort, einen Schuh zu ba?^rwi?Ei' ^r£u<r£’/äu'ä$c Färbung tragen, der abgetreten ist, so trägt dies da,u bei Zoll und 2 Fuß. In seiner Er-
Meinung ähnelt er einem Aaal. Eine besondere Eigentümlichkeit dieses Tieres, auf die der Ge- -ir chnwelst, Ist die, daß es drei Herzen hat Außer dem Hauptherzen besitzt es noch ein Herz' im Schwanz und dazu kommt ein anderes besonderes Herz im Pfortader-System.
und sicherlich nicht der schlechteste, vom Theaterlehen vollkommen abgewendet hat ... er muß zurügewonnen werden, indem eine christlich und deutsch eingestellte Organisation sich ihren Einfluß aus das Theater erzwingt!
Ist so die Trennungslinie klar gezogen, dang gibt es keinen Streit mehr. An den Theaterbesuchern liegt es nun. sich dorthin zu orientieren, wo ihre Anschauungen sich mtt dein ausgestelltem Programm decken.
tragen, der abgetreten ist, so trägt dies dazu bei, die Art des Ganges des Betreffenden zu befestigen. Ich möchte keinem, dem ich wohl will, den Rat erteilen, ein Mädchen zu heiraten, das ernen Fuß Nr. 4 in einen Schuh Nr. 2 preßt, denn em solches Mädchen ist zur Eitelkeit, Ziererei und Oberflächlichkeit geneigt. Das letztere ist nun allerdings keine große Weisheit, aber im allgemeinen dürste der brave Meisttr Knieriem tn fernen Ausführungen recht haben.
Haben Schwämme tierisches Leben?
Gehören die Schwämme zu den Tieren oder den Pflanzen? Hierauf antwortet Dr. Floericke in dem Kosmosbändchen „Wundertiere des Meeres": Obwohl die Schwämme in einzelnen ihrer Vertreter sowohl für den menschlichen - Haushalt (Badeschwamm) als noch mehr für die Gestaltung der Küstenländer in vielen Gegenden der Erde (Bohrschwamm) v. Wchtigkeit geworden sind, stehen sie doch tief unten auf der Stufenleiter tierischer Entwicklung. Sie sind die niedrigsten aller vielzelligen Tiere, eigentlich Merhaupt gar keine richtigen Tiere mehr, sondern lediglich Lebewesen. Da sie weder Bewegung?- noch Sinneswerkzeuge, weder Nerven stoch Muskeln haben, ja oft nicht einmal eine festnmriffene und bestimmte Form, wird auch jeder Laie sie eher für Pflanzen als für Tiere halten, und es bedarf schon einer genaueren Untersuchung, um hinter ihre tierische Natur zu kommen. Was wir als Schwamm zu bezeichnen pflegen, ist gar nicht das Tier selbst, sondern lediglich das Stützgerüst, das Skelett gewisser- naßen eines Tieres oder vielmehr eines Ticr- tockes, einer Tierkolonie von rückgebildeten, po- lvpenartigen Lebewesen. Im Leben siecht ein olcher Schwamm natürlich anders aus als getrocknet und gereinigt. Er ist dann nämlich auf einer ganzen Oberfläche noch von einer dünnen, chwärzlichen Oberhaut überzogen, und seine Hohlräume sind erfüllt von einer gallerartigen, weichfleischigenMasse, die beim Herausheben des Schwammes aus dem Meerwasser ausfließt oder sich leicht herauspressen läßt.
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Woraus besteht die Erde?
In einer lebhaften Aussprache stellten sich die Redner auf den Boden dieser Darlegungen. Besonders betonte Sanitätsrat Dr. Möhrina, daß nach Lage der Dinge die Theatergemeinde in der vorgezeichneten unvermeidlich sei. Allgemein wurde daß die Volkshochschule nicht neutral geblieben sei. Von einer Theatergemeinde könne Neutralität nicht gefordert werden. Deshalb auch diese klare Scheidung. Prominente Persönlichkeiten, die sich zunächst hinter die „Freie Volksbühne" gestellt haben, seien bereits zurückgetreten, namentlich die Geistlichkeit.
Dann wandte sich die Aussprache der positiven Tätigkeit zu, die zunächst zu entfalten ist Der Bürgerbund erklärte sich bereit, seine bisherige Vermittlung billiger Sondervorstellungen im Staatstheater mrt der kommenden Tätigkeit der Theatergemeinde des Bühnenvolksbundes zusammenzulegen, er wirkungsvollste Einfluß auf den Spielplan ist nach den Erfahrungen, die Pfarrer Fritsch in Magdeburg gesammelt hat, über den Kassierer zu gewinnen . . . durch die Garantierung der Abnahme bestimmter Kartenmengen für 'möglichst viel bestimmte Vorstellungen. In der nächsten Woche beginnen bereits die Verhandlungen mit der Intendantur über eine Art A b o n n e m e n t zu gruppenweise gestaffelten Preisen, die möglichst unter denen der offiziellen Abonnementspreise liegen. Wiederholt wurde bervorgehoben, daß jetzt von der Theaterleitung ein Entgegenkommen zu erwarten fei.
Die zweite Theatergemeinde mit der Losung „christlich und deutsch" wurde dann formell gegründet durch die Bildung eines Hauptaus- f ch u s s e s, der feinerseits die eigentliche Theatergemeinde in die Welt zu setzen hat. Die allernächste S'-it wird Weiteres über den Verlauf der Dinge bringen. In diesem vorläufigen Hauptausfchuß sind u. a vertreten Stadtveroro- netenvorsteher G e ck, der als Vorstandsmitglied ter Volkshochschule die Einspannung der vor acht Tagen gegründeten Theatergemeinde in ein- ftit'ge Richtung bedauerte, Stadtrat Bankier Schirmer, Stadtverordnete Sanitätsrat Dr. Mohring und Gewerkschaftssekretär Ober- bossel, Bürgerbundsleiter Schultz-Welch- b aus en, Pfarrer Herbert. Studienassessor Ao ser, Dlblwthekar.und Musi'schriW-Ler-Dr. Slruck, Dt7 Kaftan, Frau Sanitätsrat Dr. Hauptmann, Schauspieler Schlenk n a
bv bedauerlich auch die Sachlage ist, die tnnerhalb acht Tagen auf eine Gründung eine Stoette setzte . . eines ist erfreulich . . . das Interesse am Tbeater und damit an den kulturellen Etscheinungen der Zeit! r h
Nach den neuesten amerikanischen Berechnungen besteht die Erde hauptsächlich aus den folgenden Elementen: Eisen: 39,74 Prozent, Sauerstoff 27,71 Prozent, Silicium 14,53 Prozent, Mangan 8,69 Prozent, Nickel 3,16 Prozent, Kalzium 2,52 Prozent, Aluminium 1,79 Prozent, Schwefel 0,64 Prozent, Natrium 0,39 Prozent, Kobalt 0,23 Prozent, Chrom 0,20 Prozent, Kalium 0,14 Pro;., Phosphor 0,11 Pro;., Kohlenstoff 0,04 Pro;, Titan 0.02 Pro;. Nahezu 40 Prcz. der ganzen Erde besteht also aus Eisen. Wahrseckünlich wird der ganze Erdkern vom Eisen gebildet. An der Oberfläche allerdings ist das Eisen, nach dem Sauerstoff für den Menschen das wichtigste Element, recht spärlich vorhanden.
berliner Allerlei
Schulbeginn mit Hitzeferien. -- Barbette
kommern aufbewahrt, die alle miteinander verbunden sind und von denen jede nur mit einem von 20 verschiedenen Scklüsseln geöffnet werden kann. Diese 20 Schlüssel werden von 20 alten Dienern des Maharadschahs aufbewahrt, die das Hofamt der Juwelenwächter bekleiden. Diese Posten sind in bestimmten Familien erblich, und Äon ihre Vorfahren haben die Juwelen von Patiola bewacht. Bei jeder Oeffnung einer Stahlkammer müssen alle diese 20 Wächter zugegen fein; sie nehmen in einer Reihe vor den Stahlkammern Ansstellund und bewachen jede Bewegung desjenigen, der sich den unvergleichlichen Schätzen nähert.
- V,V,1J1.,
grrn fünfen poche oder an dasAn;iervon üller, Schulze, Lehmann, Meyer, es ist überall egal, alles ist verarmt, keiner bat mehr Geld ... aber die Lebensmittelpreise steigen, »te Steuer blüht sich auf, das Leben wird überall kostspieliger; ich sage ja, den Negern im Sudan, die in Badehosen Herumlaufen und Kokosnüsse und Bananen essen, geht es heute bedeurend besser, als uns f»genannten Kulturmenschen.
Die andere Seite.
^zwischen ist folgender Aufruf an die Be- d?lkerung ergangen; Am 18. August ist im Ma- glstratsiaale des Rathauses die Volksbühne Kassel gegründet worden. Ausgabe der Volksbühnen ist es, weitesten Kreisen der Volksgeno»- !L?"5^elmaßig und mit ständigem Wechsel der Platze gediegene Theater-Vorstellungen zu vermitteln. -vsm Wesen der Volksbühnengemein- r Keg* vollständig parteipolitische und konses- ^Mlle ReMralität. Irgend eine Tendenz In dieser Richtung ist mit der Volksbühne unver- ^"bar. Sie ist allein von künstlerischen Ge- sich^punkten geleitet. Maßgebend für die AuZ- toaM der Buhnenwerke ist einzig der Gedanke, M Ise diAerlsch gestaltet, ob sie Kunstwerke sind soweit wendet sich die neugrgründete Vokks- buhne Kassel an alle Schichten der Bevölkerung tchre Arbeit gilt idealen und kulturellen Zwek- ken, sie strebt höchsten Zielen entfielen. Darum ergeht an Alle, die guten Willens sind, der Ruf- „Hinein in die Volksbühne!"
Schuhe und Ghmalter.
Beobachtungen aus dem Alltagsleben.
In einer holländischen Zeitung veröffentlicht ein „Schuhmacher und Philosoph" einen Artikel, in dem er seine Erfahrungen über die Zusammenhänge zwischen Charakter und Schüh-Abtte- ten auseinandersetzt. Der gelehrte Schuhmacher schreibt: Getragene Schuhe lassen leichter den Charakter des Menschen erraten als die Linien der Hand. Zeigen Sie mir irgendeines Menschen Fußbekleidung nach zwei Monaten Tragens und ich will Ihnen den Charakter der Person beschreiben. Sind Hacken und Sohle gleichmäßig abgenutzt so ist der Träger ein entschlossener tüchtiger Geschäftsmann oder eine ausgezeichnete Ehefrau und Mutter. Ist die Sohle an der Außenseite durchgegangen, so ist der Träger zu abenteuerlichen Handlungen, die Trägerin zu dreisten Streichen geneigt. Ist die Sohle an, der inneren Seite durch, so zeigt dies von Schwanken und Schwäche an einem Mann und von Bescheidenheit an einer Frau.
Ein Kaufmann schickte regelmäßig zu mir, wenn er einen Kommis brauchte, und er hat auf meine Empfehlung hin mehrere meiner Kunden angenommen. Vor einigen Monaten kam ein Fremder in meinen Laden, dessen Schuhe an der äußeren Seite der Sohle iwgenutzt, während zugleich der Zeh etwas abgetragen war, indes der übrige Schuh sich so gut wie neu zeigte. Ich sagte, als er sich entfernt hatte: Der Mensch ist ein Taugenichts. Schon am nächsten Tage kam ein Polizeibeamter, um die Schuhe abzuholen; der Träger sei wegen Diebstahls verhaftet worden.
Ein junger Mann, der feit Jahren mein Kunde war, machte zwei Mädchen den Hof, die ebenfalls bei mir arbeiten ließen. Ich bemerkte, daß das eine derselben seine Schuhe an der äußeren Seite der Sohle zuerst abtrat, währenv das andere gerade auftrat und beide Schuhe gleichmäßig abnützte. Da ich sah, daß der junge Mann zwischen den beiden Mädchen schwankte, so nahm ich ihn eines Tages bei Seite, zeigte ihm die Schuhe seiner Flammen und sagte ihm, was ich Ihnen erzählt habe. Er heiratete die Geradetteterin und ist mit ihr glücklich, während die andere schlecht geworden und zugrunde gegangen ist.
Sie fragen mich, ob ich glaube, daß der Charakter sich dadurch bilden lasse, daß man
Urplötzlich kam nun eine Einladung für gestern abend nach dem nämlichen Rathaussaal zur Gründung einer Theatergemeinde Kassel im Rahmen des Bühnenvolksbundes, der, wie schon die Einladung betonte, offen für die Gesundung des modernen Theaters auf der Basis christlicher Kulturbestrebungen wirkt.
Was spielt? Der Einberufer der gestrigen Versammlung, Stadtverordneter Oberbos sei, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschastsbundes in Kassel, gab den anwesenden Vertretern von 36 Verbänden und sonstigen Organisationen, die für Kulturbestrebungen eintreten (ihre Gesamt- mftgliederzahl wurde auf 12- bis 15000 geschätzt) unzweideutige Auskunft. Die Freie Volksbühne sei eine über ganz Deutschland verbreitete sozialistische Theatergemeinde, die nun auch in Kassel „ihren Laden aufmachen" wolle. Schon in der Gründungsversammlung habe er „der Katze die Schelle umgehängt" und auf die Unmöglichkeit für die christlichen Gewerkschaften hingewiesen, einer Sache mit einseitiger Einstellung zu dienen
Die in diesen Tagen erschienenen Werbungsdrucksachen, so setzte Oberbossel auseinander, haben das Wort „freie" weggelassen und sprechen nur noch von einer Volksbühne. Das gebe ganz besonders zu denken. Die Gründung einer zweiten Theatergemeinde sei, weil eine Einheitlichkeit nicht zu erzielen, eine zwangsläufige.
■ Das Wort hatte zunächst der Geschäftsführer des „Buhnenvolksbundes" in Frankfurt a. M , Leweke. Noch dessen Ausführungen ist diese Organisation der Theaterbesucher hervorgewachsen aus den Ersghrungen bei der Kulturpropaganda der sozialistischen Parteien. Es gab eine Scheidung der Geister, weil eine Neutralität nicht möglich ist. Der Bühnenvolksbund stellte daher '".Mn Vordergrund seines Programms den Begriff „Christlich und deutsch". Dazu be- kcnne sich der größte Teil des deutschen Volkes. Der Buhnenvolksbund erstrebe, den dichterischen Vertretern einer christlichen und deutschen Gedankenwelt Gelegenheit zu geben, auf deutscher duhne zum deutschen Volke zu sprechen. Weiter se- die sittliche Lage des heutigen Theaters zu reformieren, nebenher aber das künsüerische
"pflegen, Kitsch—auf der Vereinsbuhne zu bekämpfen und Verbindung des Volkes mit der Kunst herzustellen ... die dra- mcttische Kunst müsse wieder zum Gut der Familie gemacht werdeü!
Die Reformarbeit habe sich aber auch auf die Schauspieler zu erstrecken, ohne deren Heraus- fuhrung aus nackter Materialisierung eine Wiedergesundung des deutschen Theaters undenkbar sei. Wetter erinnert Redner an die Angriffe gegen den jetzigen Intendanten des Kasseler Staatstheaters, Paul Bekker, als dieser in einem Pchtrag von den Opernregisseuren gefordert hatte, möglichst sinngemäß den Willen des Komponisten zum Ausdruck zu bringen . . . die Regisseure belieben mrt dem Dichtwerk zu machen was sie wollen . . . in Kassel allerdings werde man faurn mit diesen Auswüchsen der heutigen Re- giefunft in Berührung kommen!
Der Redner betonte dann außerordentlich scharf die Trennungslinie zwischen den Auffassungen über moderne Kunst auf der Bühne ""d den beiden „Verbraucher"-Organisationen des Theaters, deren jede eine Weltanschauung Di- Führer beider Organisationen sind sich über das sie Trennende vollkommen klar, sind sind es aber auch hinsichtlich strecken- weisen Zusammengehens, vor allem bei Ver- handlungen mit der Theaterleitung. Fest steht, baß sich ein großer Teil des deutschen Volkes
Buntes Allerlei.
Sin Fisch mit drei Herzen.
Eine der merkwürdigsten Fische, die die Na- wrgeschuhte kennt, ist der Schleimaal, der sich in der Monterey-Bai in Kalifornien findet. Dieser Fisch ist blind, aber so gefräßig, daß keine anderen Fische in denselben Gewässern gefunden werden. Um ihn für den mangelnden Gesichts- inn zu entschädigen, besitzt der Schleimaal ein außerordentlich feines Taftgefühl und einen unbekannten chemischen Sinn, in dem man eine Art außerordentlich verfeinerten Geruchsinn vermutet. Man hat durch Versuche festgestellt, daß der Schleimaal sofort, wenn in einem Agnarium
Vor einer Woche etwa fand auf Veranlassung der Volkshochschule unter Führung von Studien- rat Zergiebel eine Versammlung im Kasseler Rathaus statt, zu der führende Persönlichkeiten aus allen Kreisen der Bevölkerung geladen und erschienen waren zum Zwecke der Bildung einer Theatergemeinde einer „freien Volksbühne. . " Einflußgewinnung auf die Gestattung des Spielplans des Theaters und Wiedergewöhnung der Bevölkerung an die dramatische Kunst wurden der zu gründenden Theatergemeinde als Bestimmung gesetzt. Inzwischen hat die Werbungstätigkeit durch Presse und Plakate eingesetzt.
Der Rundfunk.
Was uns der Freitag bringt.
„ .10,45 Uhr: Wirtschartsmeldungen. — 11,55 U6r- JAansabe. — 12 Uhr: Nachrichtendienst und Witt- schaftsmelöunsen. — 12,55—1 Uhr: Nauener Zeit.
— 3 Ubrr Wirtschaftsineldungen. — 4,15 Uhr: ^^.eÄL ^nst ter Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. — 4,20 Uhr: Nachrichten- T Wirtschaftsmeldungen. — 4,30—6
^'»„-A^rauen-Nachunttaa. Programm u. a.: Ambewahrung der Herbst- und Winter- j1- Heer-Mannollo. Kerner
e Ä, SranfTitrter Hausfrauenvereins. —
Uür: Die Lesestundc Meisterwerke der Welt- Quichote" von Cervantes. 4-vrecher: O. W. Studtmann. — 7 Uhr: Wirtschafts.
"in /ZT7,15 Ubr: Die Besvrechuna. — Uhr: Vortrag von Herrn F. v. Artus: „Aus. geUorbene und ausuerbende Tiere." — 8—8 so itfir- alte China", Vortrag von Herrn Major a. D. Ban,a Lvrccher O. W. Smbtmann. - 8,30-9,30 .her Tanzkapelle Steinmetz. — 9,30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung. — 10 llür- siz-wusabe - 10-11 Uhr: Cabaret-Abend. A,L iNez.), Wir Konzertmeister Kraus (Violine). Am Flügel: verr Dr. Reinhold Metten. Haus-Eier.
mft dem Bubikopf. — Geldmangel überall.
Das Thermometer sagte 34 Grad hn Schat- ien an, und es hatte den Anschein, als brenne öte Sonne nicht auf Berlin herunter, sondern aur den Sudan. Berlin war an diesem Tage fchkimmer als ein Backofen. Die Herren konnten sich nicht mehr retten, und wenn sie auch nicht adamsgleich durch die Leipziger Straße promenierten, so hatten sie doch ihre Jacketts aus dem Atm, und mancher Kavalier steckte Kragen und Kravatte in die Hosentasche. An solchem Tage wirft es mehr als drollig, wenn elegante Damen mit geschlossenem Pelzkragen uno Wmterhnt spazieren gehen, nur, um mit der Mode Schrift zu hatten. Und so ist einmal öte Mode, sie eilt der Jahreszeit immer einige Monate voraus. Noch eine sonderbare Sache: Es war Schulbeginn und die Kinder erhielten greich nach den ersten Stunden Hitzeferien.
An der Börse war bei der Hitze große Fläue und Flaute, und es war nur Nachfrage nach Brauereiaktien und nach den Aktiengesellschaften der Eiswerke. — Alles andere warfen die Börsenjobber in Schlaffheit von sich und, statt Geld zu verdienen, setzten sie sich in das Auto und fuhren in das „Seebad Wannsee" hinaus. Wer seinen Winteranzug bei seinem Schneider sich bestellt hatte, telephonierte schleunigst Ob. In dieser Hitze einen Winteranzng?
Das schöne deutsche Varietee, die Seala, ist in Funktion getreten. Es war ein Ereignis allerersten Ranges, als das Etablissement seine Pforten öffnete. Hier findet sich das ganze genüge Berlin am Premierentag zusammen, von hier breitet sich der Ruhm der tüchtigsten Arttsten über den ganzen Erdkreis aus. Es ist sonderbar: Erregt eine Nummer in der Scaia Aussehen, so reden Me Zeitungen Berlins davon und in der Gesellschaft unterhalt der Herr seine Dame mit den Erzählungen aus diesem Varietee. Das erste „Winterprogramm" (ich schwitzte wie ein Hochofen) machte uns mit „Barbette" bekannt. „Barbette" macht die tollkühn- 'sten Dinge am Reck und jeder dachte, daß „Barbette" eine schöne Dame sei. Manche verliebten sich auch schon stillerweise in „Barbette", da laut die 'Enttäuschung. Barbette riß die Perücke vom Haupt und siehe da, ein allgemeines Oh, Oh! ging durch die Reihen. „Barbette" verbeugte sich und verschwand, aber nun weiß niemand, ob „Barbette" ein Herr oder eine Dame ist. Die verfluchten Bubiköpfe!
Die Geldlosigkeit der Berliner Zeitgenossen hat zur Folge, daß die Kaufleute um 10 Uhr ihren Laden öffnen, um 12 Uhr ihn wieder schließen, um 2 Uhr behutsam den Riegel wieder zurückschreben, um etwaige Kunden zu empfanden, um 5 Uhr aber Feierabend machen, dicke Milch trinfen und sich nachher aufs Och legen. In meiner Straße akkordierten zwei Geschäfte. Sie gaben durchschnittlich 20—40 Prozent und fühlen sie sich wieder wohl und wie frisch geboren. Aber mein Freund, Herr Jansen, atkör- dierte nicht. Nun hat er nichts mehr. Er verkaufte, um wieder einmal bares Geld zu sehen, den ganzen Ladeniuhatt an einen Kravatten- 1tt ctr4*!>-v* 9|f > Mark
Professor Sr. Ionsthsn Lemirck.
Als Nachfolger des Mttthemaiikers Prof. Walter von Dyck ist durch Wahlvorschlag veS Gesamtkollegiums für die Studienjahre 1925=26 und 1026-27 der ordentliche Professor der Experimentalphysik Gechimer Regierungsrat Profi Dr. Jonathan Zenneck vom bayerischen Kultusministerium zum Rektor der technischen Ho<y- chule München ernannt worden. Pros. Zenneck, ein geborener Württemberger, steht im 55. Lebensjahr und ist namentlich durch leine Arbeiten über drahtlose Telegraphie bekannt geworden. Längere Zeit war er Leiter des physikalischen Laboratoriums der Badischen Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen.
Die Äuwekenkammer des Maharadschahs.
In London erregt gegenwärtig der Maha- radschah von Pattala großes Auffehn, einer der reichsten indischen Fürsten, der die indischen Herrscher bei der Völkerbundsitzung zu Genf bertrcten soll. Der ungewöhnlich schöne Mann erscheint in einem wundervollen, m t Juwelen übersäten Turban und trägt überall an feiner i?.ung und an seinen Fingern die kostbarsten Edelsteine. Die Juwelen, die er mitgebracht hat und deren Wert auf 100 000 Pfund geschätzt totrb, stellen aber nur einen kleinen Bruchteil der Ed.'lsteinschätze dar, die er in der Juwelen- kanimer seines Palastes verwahrt. Den Wert der Diamanten des Herrscherhauses von Patiala genau anzugeben, ist unmöglich. Die Sammlung geht über tausend Jahre zurück und lst beständig vermehrt worden. Tie Edelsteine werden in einem großen Gemach des Palastes in 20 Stahl-