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Hessische Abendzeitung

Freitag, 28. August 1925

15. Jahrgang

Einzelnummer 10 Sonntags 15 Pf.

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Frankreich wirst seine Netze aus

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Berlin, 27. August.

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scheu Ministern zu prüfen. Caillauxs Abreise aus London sei vorläufig auf heute festgesetzt.

L Mit Befriedigung hat die französische gierung festgestellt, daß die deutsche Regier nicht beabsichi'

Wie sie um Millionen feilschen.

London, 27. August. (Eigener Drahtbericht.) Das englische CommuniguS über die Bespre­chungen zwischen Churchill und Caillaux besagt, daß England vor drei Wochen sechzehn Mil­lionen Pfund Sterling jährlich forderte. Caillaur bot zehn Millionen. England schlägt nunmehr zwölfeinhalb Millionen vor. Caillaux veröffentlichte eine Erklärung, worin es heißt, daß Churchill auch die Gewährung eines Teil- tnoratoriums bis 1931 befürworte. Caillaux erklärt, er zweifle nicht, daß schließlich ein Ab­kommen doch noch geschloffen werd«.

Go denkt Berlin.

Erste Beurteilung der Briandnote.

Berlin, 27. August.

Von maßgebender Stelle erhalten wir zu der heute veröffentlichten Antwortnote eine Aeuße- rung, in der es u. a. heißt: Die deutsche Rezie-

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 27. August.

Wie Havas aus London meldet, hat der ame­rikanische Botschafter Haugh ton dem Fo- retzgn Office eine Mitteilung seiner Regierung über die französische Antwort in der Sicherheits­frage gemacht. Es sei wahrscheinlich, daß die letzten englischen Gegenvorschläge bezüglich Regelung der französischen Schulden bei Großbritannien im Verlaufe des heutigen Mi­nisterrats ausgearbeitet wurden, sodaß es Cail­laux möglich sein werde, sie nach seiner Rück­kehr nach Paris mit den übrigen franzöfi-

Tie gestrige Sitzung des Kabinetts war von ungewöhnlich langer Dauer. Sie ging erst nach vier Stunden zu Ende I« der siebenten Abend­stunde begab sich bereits drrKuriermit der Antwort »ach Paris. Zur gleiche« Zeit erfolgte die Informierung der drei Ententever- trcter. Rach Lage der Dinge ist die deuffche Ant­wort nur eine kurze und eine vorläufige. Sie enthält ledglich die Zusicherung der Be­reitwilligkeit Deutschlands, dir Verhand­lungen mündlich fortzusetzen.

Pariser GchalmetenkMnge

Die Presse als Sprachrohr. (Eigener Drahtberiäft.)

RAMMer 200. Einzelnummer 10Pf, Sonntags 15 Pf.

Also sprach Briand.

Frankreichs Note im Wortlaut.

Di« drei Haupivnakte: Kein Rüttel« a« Verträ­ge«; lei« Pakt ohne Völkerbund; Schiedsgerichte.

Berlin, 27. August.

Die dem Reichsaußeuminister von dem fran­zösischen Botschafter am Montag überreichte Note lautet in Uebersetzung wie folgt: Die französische Regierung fleht mit Genugtuung, daß die deutsche Regierung nach aufmerksamer Prüfung Der französischen Note vom 16. Juni ihrer lieber- zeugung Ausdruck gibt, daß eine Einigung mög­lich ist. Die französische Regierung wird sich auf die Darlegung derjenigen Bemerkungen be­schränken. zu denen sie in Uebereinstimmung mit ihren Alliierten durch die Prüfung der

drei wesentlichen Punkte der Deutschen Note veranlaßt wird.

Kurz und bündig.

Die deutche Antwort schon unterwegs.

(PrivabLelegramm.)

Kriege der Zukunst.

Frankreich alsFriedensgarant".

Di« französische Note fährt fort: Die deutsch« Regierung hat hinsichtlich der Art und der Tragweite der Schiedsverträge, die zwischen Deutschland einerseits und Frankreich und den Signatarmächten des Versailler Vertrages an­dererseits «bzuschlietzen sein würden, Vorbe­halte gemacht, die den obligatorischen Charakter dieser SchiedSverträge nach dem Muster der von Deutschland bereits mtt einigen seiner Nachbarn abgelchlossenen Schiedsverträge einschrän­ken würden. Diese letzteren Verträge sehen in allen Bällen die Anregung einer ständigen Per. gleichskommifsion vor, aber die schiedsgerichtliche Regelung im eigentlichen Sinne erstreckt sich nicht auf die wichtigsten Fälle, nämlich die politi­schen Fälle, also gerade diejenigen, die zum Kriege führen könnten

Nach Ansicht der Alliierten wäre ein auf diese Weise eingeschränkter Schiedsvertrag, der sich nicht auf alle Streitigkeiten zwischen den einan­der benachbarte» Ländern erstreckt, als Frie-

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Amerika In der Reserve.

Paris, 27. August. (Privattelegramm.) Wie ein Sonderberichterstatter aus 'London meldet, soll Chamberlain bei der Zusammenkunft mit dem amerikanischen Botschafter diesen ge­beten haben, zu intervenieren oder auf Caillaux einen Druck auzuüben. Der amerikani­sche Botschafter habe aber geantwortet, er habe von Newyork keine Weisungen erhalten.

Man halt es für wochrfcheinlich, daß sich Chamberlain bei dem Besuch des amerikanlschcn Botschafters Houghton persönlich über die bri­tische Anrmung für eine Gesamtregelung der interalliierten Schulden ausgesprochen hat.

die nördliche Rheinlandzone «och weiter besetzt zu halten. Je früher dieses Hindernis einer endgültigen Verständigung beseitigt ist, desto eher wird auch diejenige Einstellung des deut­schen Volkes gewonnen werden können, die die notwendige Voraussetzung dafür ist, daß die Bemühungen dtr Reichsregierung von dem Wil­len der überwiegenden Mehrheit in Deutschland getragen sind.

Wie Briand sich verschanzt.

Die drei Klauseln. Keine Konferenz. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 27. August.

Außenminister Briand teilte gestern abend den Preffevertretern mit, daß die Verzögerung inderUeberreichung der Note durch einige leichte formelle Abänderungen verursacht worden sei. Briand hob dann hervor, daß Frankreich in seiner Antwort bezüglich der drei Punkte, die es für wesentlich halte, n i ch t n a ch- gebe, nämlich 1. Garantiepakt, 2. Ein­tritt Deutschlands in den Völkerbund ohne Ausnahmen und Vorrechte und 3. Unver­seh r t h e it der Verträge. Nach Briand ist es so gut wie sicher, daß nach der Völkerbunds­versammlung keine Konferenz der Alliier­ten stattfinden werde. Das allzulange Verfahren einer Konferenz würde wahrscheinlich durch Un­terhaltungen zwischen den Außenmini­

hervorgehoben hat, daß der Sicherheitspaki weder die Bestimmungen des Vertrages über die Besetzung des linken Rheinusers noch die Erfüllung der in dieser Hinsicht im Rheinland­abkommen festgesetzten Bedingungen berühren darf", so besagt das, daß Frankreich n i ch t a u f sein« Rechte verzichten kann. Im übri. gen wiederholt Frankreich zu seinem Teile die bereits von den Alliierten abgegebene Erklärung, Vervflichtungen zu halten.

2. Die Alliierten sind nach wie vor überzeugt, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund die einzige dauerhafte Grundlage einer gegenfev tigen Garantie und eines europäischen Abkom­mens ist. Erst innerhalb des Bundes kann ein Staat seine Wünsche dem Rat unterbreiten, indem er von einem Rechte Gebrauch macht, bas allen dem Bunde angehörenden Staaten zustehl Aus diesem Grunde haben wir

mit Bedauern die Vorbehalte

der deutschen Note gelesen, wonach die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund noch der Klärung bedürfe, da das Schreiben des Böl- kerbundsrates vom 13. Mörz 1925 nach Ansicht der deutschen Regierung ihre Bedenke« nicht aus­geräumt hat. Die alliierten Regierungen können nur wiederholen, daß nach ihrer Auffassung der

Eintritt Deutschlands in den Völkerbund die Grundlage für jede Verständigung

über die Sicherheit bleibt. Es ist gerade das Fehlen dieser Sicherheit, das bis jetzt die allge­meine Abrüstung verhindert hat, die in der Böl- kerbundssatzung vorgesehen ist und aus die die deutsche Rote anfpiett.

ftern der alliierten Länder ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit würden die Evästb-juungen der juristrichen Sachverganoigen fott>,e 6ic ~wwäm»», . «*« ^«utichlatrd *r)s,1,r

Die Wirtin

. iu IIer Kreisgeriw^

Berlin, 27. August.

Paris, 27. August.

Einem Blatt zufolge stellt die französische Antwortnote eine sehr höfliche, aber feste Ent­gegnung auf die von der deutschen Negierung aufgeworfenen Fragen dar. Pertinar chreibt in einem Artikel, Farnkreich nehme alles in allem den Grundsatz der deutschen These an. Nur für einig« besonders flagrante Verletzungen mache Frankreich Vorbehalte. Wir sind aus den Völkerbundspakt zurückgekommen, d. h. auf eine Liga vo» Neutralen, die weder Ver­pflichtungen noch Sanktionen irgendwelcher Art kennen. Auch wenn der Sicherheitspakt nicht- geschwssen würde, würde alles in derselben Weise verlaufen, nur mit dem Unterschied, daß uns eine größere Aktionösreiheit bleiben würde. Einem anderen Blatt zusolge vereinigt die Note gleichzeitig den Wunsch nach Versöhnung mit vollständiger Aufrechterhaltung der Hauptgrund­sätze. Wer könnte nach dieser Note noch an unserem guten Willen und unseren friedfertigen Abfichten zweifeln? Homme Libre schreibt: Bezüglich der Anwendung der Garantien im Rheinlande wahrt Frankreich das Recht, Deutschland kann sich aber sagen, daß de sarto in der Folg gewisse militärische Erleichterungen gewährt werden können. Excelsior schreibt: Jetzt hat Deutschland das Wort. An ihm ist es jetzt, die Aufrichtigkeit seines Angebots vom Februar zu beweisen, indem es ohne Vorbehalte feinen Eintritt i den Völkerbund nachsucht, nd diese Zulassung und die Inkraftsetzung jer beabstchigten Pakte durch rasche Ausführung feiner Entwaffnungsoerpflichtun- gen beschleunigt. GauloiS bedauert es, daß man cS juristischen Sachverständigen überlassen will, Kategorien von Grenzverletzungen sestznsetzen, von denen die einen der Schiedsgerichtsbarkeit unterliegen sollen, während die anderen ein be­waffnetes Eingreifen Hervorrufen. Wenn Deutschland Frankreich gegenüber kriege- rische Absichten habe, so werde kein Sicher- heitspatt, fodnern mir die Stärke Frankreichs im gegebenen Streiffall entscheiden.

Lalllaux reift heute ab.

MU den Gegenvorschlägen Englands.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, Industrie, Landwirtschaft, des Groß- und Klein­handels, der Arbeitgeber usw. erlaffen eine Kundgebung, in der es heißt: Die deuffche» Bauarbeiterlöhne liegen schon seit län­gerer Zeit über dem Lohndurchschnitt. Sie be­wegen sich zwischen 7095 Pfennige für den un­gelernten und 0,80 bis 1,26 Mark für den ge­lernten Arbeiter und liegen auf der Höhe von 140 bis 180 Prozent der Borkricgslöhne. Der Lohn der Bauhilfsarbeiter und Tiefbauarbeiter liegt ausnahmslos über den Löhnen der i n- dustriellen Hilfsarbeiter und vielfach sogar über denen der industriellen Facharbeiter. Der Index der Baukosten ist um rund vier­zig Punkte höher als das allgemeine Preis­niveau. In manchen Bezirken haben übermäßige Schlichtungssprüche dazu geführt, daß die Bau­tätigkeit stillgelegt werden mußte. Nach Lage der Gesamtwirtschaft ist eijte weitere Lohn­erhöhung unm'glich. Reue Lohnerhöhung bedeutet Gefahr d ?

Zusammenbruchs der privaten Bauwirffchast, der zwei Millionen in der Bauwirffchast lebende Arbeitnehmer treffen und weit über das Bauge­werbe hinausgreifen würde. Lohnerhöhungen im Baugewerbe würden sich sofort auch in Han­del, Industrie und Handwerk fortsetzen und Preiserhöhungen nach sich Hetzen, die ihrerseits wieder neue Lohnsorderungen zur Folge hätten. Die Preisabbauattion der Re­gierung würde von vornherein ergebnis- unb aussichtslos sein. Richt darum han­delt es sich, die Lebenshaltung der Arbeiterschaft dur chniedrige Löhne herabzudrücken, aber nicht Erhöhung der nominellen Lohnziffern, sondern nur Steigerung und Verbilligung der Produktion und damit Stärkung der Kauf­kraft kommen Verbrauchern und Arbeitnehmern zugute. Wer die Bauarbeitgeber bei Fortdauer des Streiks mit bedrängt, trägt zur weiteren Verteuerung und Verschlechterung der Bauwirt- schast mit bei und schädigt die Allgemeinheit.

gierung festgeitellt, daß bte deutsche Regierung nicht beabsichtigte, den Abschluß eines Sicher- beitspaktes von einer Aenderung der Be­stimmungen des Friedensvertrages ab­hängig zu machen. Jedoch lenkt die deutsche Re­gierung zweimal die Aufmerksamkeit darauf, daß die Möglichkeit gegeben fei, die bestehenden Ver­träge auf dem Wege der Vereinbarung neuen Verhältnissen anzupaffen, wobei sie auch auf gewisse Bestimmungen der Bölker- bundssatzung hinweist. Ebenso btinof fie m* @etuptta. -ixun y3pu,h e r « ~ . y .

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weder der Friedensvertrag rwch.Wrcck gesetzt werden dürfen. Ebensowenig wie öer . dürfen auch die Garantien für feine Durch sührung oder die Bestimmungen, welche die An. Wendung dieser Garantien regeln, und in ge­wissen Fällen ihre Erleichteffmg vorsehen, durch die in Aussicht genommenen Abmachungen ge ändert werden. Wenn die Note vom 16. Juni

rung teilt di« am Schluß der französischen Rote vertretene Auffassung, daß es nicht zweck­mäßig sei, den Notenwechsel fortzu­setzen. Hervorgehoben werden muß jedoch, daß die in der französischen Note vertretene Auf­fassung, als wenn die deutsche Note vom 2U. Juli alle grundsätzlichen Fragen bereits er- lchöpfend behandelt hätte, nicht zutreffend ist. Die französische Antwortnoke vom 16. Juni hatte zwar die deutschen Vorschläge wiederholt, jedoch nicht erkennen lassen, welche der verschie­denen Lösungsmöglichkeiten bei den Alliierten selbst als ihrer Anschauung entsprechend in Be­tracht kommen. Hiermit hängt auch di« von alliierter Seite der deutschen Regierung über­mittelte Anregung zusammen, einen Rechts- sach verständigen zu informatorischen Be­sprechungen zu entsenden, in denen insbesondere die Anschauungen der Alliierten in dieser Frage darzulegen wären. Die deutsche Regierung hat keinen Anlaß, eine Einladung abzulehnen, die sich darauf bezieht, sich über die Einzelhei­ten des Vertragswertes zu informieren, schon um diese Informationen als Grundlage für ihre eigene Stellungnahme zu verwerten.

Im allgemeinen darf man sagen, daß die in der französischen Note vertretene Anschauung iw einer weniger starren Form zum Ausdruck kommt, als in der ersten französischen Note. Jn-l«» wieweit die Note sachliche Annäherunge» an r-en ^Standpunkt der deutschen Note vom 90. Juli zum Ausdruck bringt, ist beim ersten Studium schwer zu erkennen, da ihre einzelnen Wendun­gen ausdehnungsfähig sind und sowohl einer optimistischen wie einer pessimistischen Aus­legung Raum geben. Auf zwei Punfte sei be­reits heute hingewiesen. Die französische Note erklärt, Deutschlands Eintritt in den Völker­bund erneut als die Grundlage jedes Sicher- hcitspaktes. Sie nimmt auch Stellung zu der von Deutschland angeregten Idee der allgemei­nen Abrüstung un. bekennt sich erneut zu dieser tragenden Idee des Völkerbundes. Deutscher­seits kann nicht anerkannt werden, daß Deutsch­lands Nicht - Zugehörigkeit zum Völkerbund einen Grund gegeben hätte, bi« allgemeine Ab­rüstung nicht vorxunehmen, zumal Deuffchland schon in Versailles das Ersuchen gestellt hat, dem Völkerbund beizutreten, ein Ersuchen, das damals von den alliierten Mächten abgelehnt worden ist. Somit ist also dieser nach ihrer eigenen Ansicht selbst der Grundlage beraubt worden, die allgemeine Abrüstung prccktisch durchzuführen. Grundsätzlich darf festgestellt werden, daß für den Fall des Beitrittes Deuffch­land di« allgemeine Abrüstung nunmehr ats aktuelle Aufgabe deS Völkerbundes anerkannt wird. Hinsichtlich der deutschen Vorbe­halt« wegen seiner Eintrittes in den Völker­bund erkennt Deutschland an, daß es formal richtig sei, daß diese Frag« noch zwischen dem Völkerbund und Deuffchland gelöst werden muß Frankreich aber ,md seine Allierten verfügen Mer einen entscheidenden Einfluß im Völker­bund,, der, wie Deutschland glaubt erwarten zu können, auch dazu benutzt werden wird, um in der Frage der taffächlichen Gleichberechtigung DeutsthlandS dessen berechtigten Wünschen zu entsprechen. Deuffchland fordert auch keine Sonderrechte, sondern wünscht, daß für alle Völker, die in der gleichen Lage sind, ihre militärische, geographffche und wirffchaflliche Lage bei der VölkervundSexerittive berückstch- ffgt wird.

Deutschland hat nicht die Absicht, die for­male Bestimmung des Völkerbundes zu «ei­le 6 e n. wonach der Eintritt ieder Raffon be­ding ungslos erfolgen mich, glaubt jedoch, daß die int Dökkerbundsrat vertretenen Mächte, ebenso wie sie für den Fall des Eintrittes Deuffchlands für seine Vertretung tat Rat und Sekretariat eintteten wollen, auch die Macht haben, die in Artikel 16 der VSlkerbundssatzung liegenden Bedenken wegzuräumen. Die deuffche Regierung verweist in biefern Zusammenhang auf die im deutschen Memorandum vom Sep­tember v. I. ausgesprochene Zurückweisung der Anerkennung einer moralischen Schuld und auch auf die weitere Erklärung, baß DeuffcÄand zu kolonialen Mandaten ebenso zugelaflen werden müßte, wie andere Rationen. Die weitere Aufrechterhaltung der nach deutscher Ansicht vertragswidrig besetzten ersten Zone ist nicht vereinbar mit Versöhnung und Verständigung und der sich daraus ergebenden endgültigen Befriedung Europas. Deuffchland hat alles getan, den Entwaffnungsbe­dingungen zu entsprechen. Di« wenigen noch beuchenden Restpunkte dürfen nicht Anlaß sein,