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Meler Neueste Nuchrichtm
Sesstsche Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
15. Jahrgang
Einzelnummer 10 Pf» Sonntags 15 Pf.
Dienstag, 25. August 1925
Las Geheimnis der Aale Frankreichs
1
Das
Gin Llnzufrkedener.
amerikanisch-belgische Schuldenabkommcn (Eigene Drahtmeldung.)
Rewyork, 24- August.
Fürsten der Güdfee
Au Gast bei einem Fürsten von Bali.
Uuler Mitarbeiter Cella Roß Butte Me lettene Gelegenheit, aal der IchSuliea der Sunda-An- fei*. Ball, als Gas ------ --------
dem Seit einet L«
Der Präsident der Kommission für äußere Angelegenheiten Senator Borah hat an den Präsidenten der Finanzen und Schulden-Fun- dierungskoimnission Senator Smuth einen Brief gerichtet, indem er das amerikanisch-bel- gische Ti^ildenabkommen formell mitzbllligt.
4)08 heikle Vumpkapltrl.
London, 24. August. (Privattelegramm.) Die englische Preffe nimmt eine verbindliche Haltung ein. Man dürfe die augenblicklichen Schwierigkeiten Frankreichs nicht vergessen und solle bedenken, daß Frankreich auch seine Schulden anAmerikazu regeln habe. Ehe dies nicht geschehe« sei, werde man zu Endgültigem überhaupt nicht komme«. Andererseits sei die Forderung Großbritanniens von achtzehn bis zwanzig Millionen Psund völlig berechtigt. 56 habe selbst dreiunddreißig Millionen an Amerika zu bezahlen, zu denen Deutschland zur Zeit zehn Millionen beitrage. Auch dürfe ma« nicht vergessen» daß England bereits fünfzig Mil- lionen seiner Ansprüche aufgegeben habe.
i# eines balincfUthcn Fürsten
__________ Jridjeuvttbtenntntg bciiuroob» nen. Er schildert bett lür UNS Europäer «an, nnaewähnlichen Seftttnbel recht anschaulich:
Nummer 197. Einzelnummer 10 Pf, Sonntag« 15 Pf.
« "sg. Mefumen Me .feile 75 *»«. Cffertqebübr tO-Srg. «bei Zukenbg. der Offerten SO l‘tgj RechnunaSbetraae finb innerhalb 5 Ts. ,u bezahlen. Maßgebend ist der Kurs des LavlunaStaseS, Für dte Richtigkeit aller durch Sernkorecher out gegebenen Zn- Zeigen sowie ffit Auinabmedaten und Plätze kann archt salutiert «erden. Lür An,eisen mit belond. lchwierlaem Satz 100 Pro,».Aufschlag. Druckerei . Schlachthof- fttefte 2R/3O.®efd>äft«fteae; Soln.Str.s.aesenSb.der Snodrstr. ivernkpr.usi u.95.
GvA kommt sie...
Heute Ueberreichung der SicherheitSnotr.
Am heutigen Montag wird endlich nach einer ungewöhnlich langen Warlefrist die französische SicherheitSnote in Berlin überreicht werden. Ob das berühmte Sprichwort, daß das, was lange währt, gut wird, auch aus diese Note anzuwenden ist. wird sich erst völlig klar erkennen lassen, wenn der Wortlaut der Rote bekanntgegeben ist. Es besteht freilich heute schon guter Grund zu der Annahme, daß dies Sprichwort auf die SichtrheitSnote keine Anwendung finden wird. In England hat man eS für nötig gehalten, vie deutsche Oefsentlichkeit durch einen offiziösen Kommentar zu beruhigen und Ulan hat dabei der Erwartung Ausdruck gegeben, daß Deutschland die französische Note in dersöhnlichem Geiste ausnehmen solle. Schon die Tatsache, daß der Gedanke de» SicherheitSpakteS von Deutschland auSgeht, beweist ja, daß auf deutscher Seite dieser versöhnliche Geist Vorbanden ist. Dar wird freilich und darf auch die Reichsregierung nicht daran hindern, die Note selbst einer recht genauen Prüfung zu unterziehen. Dabei wird vor allem festsustellen sein, ob die Note in der Tat einen „Vertrag gegenseitiger Sicherung", wie in Zukunft der britische Ausdruck für den Wefwakt lautet, ernsthaft erstrebt, oder ob nicht doch der Gedanke einer einseitigen Sicherung gegen Deutschland wieder in den Vordergrund tritt.
Zwei wichtige deutsche Forderungen werden in der Note, die im übrigen, wie versichert wird, in freundlicher Tonart abgefaßt sein soll, abge- lehnt, und schon das scheint kein allzu günstiger Auftakt zu sein. Einmal werden nämlich die deutschen Vorbehalte in Bezug auf den Art. 16 der Völkerbundssatzung abgelehnt, man fordert auf der Gegenseite nach wie vor den bedingungs- losen Eintritt Deutschlands in den Bunv, und zum andern wird auch die deutsche Voraussetzung, daß die BesatzungSftisten eine Aenderung erfahren, zurückgewiesen. Hier muß allerdings noch geklart werden, ob diese Abänderung der Desatzungsfristen und deS Besatzungsregimrs nur innerhalb deS SicherheitSvertrageS -urückge- wiesen wird, und ob etwa, wie man im Ausland wissen will, die Möglichkeit über diese Frage später besondere Vereinbarungen treffen zu können, offen bleibt. Das ist naturgemäß für eine Politik, deren Ziel die Befteiung der besetzten Gebiete ist und sein muß, von ausschlaggebender Bedeutung, lieber die sehr schwierig« Frage deS OftpakteS enthält die Note sicheren Meldungen zufolge nichts.
Als Zweckder Note wird auch in dem britischen Kommentar „ein baldiges Zusammenkommen der interessierten Mächte zu einer mündlichen Erörterung' bezeichnet. Offenbar bleibt dabei aber die Frag«, wie dies« Zusammenkunft vor sich gehen soll, noch offen. Aus deutscher Sette steht man, wie berettS versebiedentlich betont wurde, auf dem Standpunkt, daß nur eine große Konferenz nach dem Muster der Londoner Konferenz deS Vorjahres zuttr Ziele führt. Eine Vorbesprechung juristischer Sachverständiger hält man in der Wilhelmsttaße in Berlin nicht für übermäßig zweckentsprechend, da man mit Recht die Ansicht vertritt, daß erst einmal die politischen Fragen ««regelt werden müssen, und daß eS dann erst Sack« die Juristen sein wird, diese politischen Vereinbarungen in die juristischen Formen ,n bringen. Ob und wann es , «dieser Konscrent kommen wird, läßt sich beute allerdings noch nicht übersehen. Sicke, scheint nur, daß die Frage deS Eintritts Deutschlands in den Völkerbund nicht mehr in der kommenden Vok- lerbundSversammlung, sondern voraussichtlich erst in einer späteren Sondertagung, vielleicht zu Anfang des Winters aufgeworfen werden wird da die arvße Paktkonferenz beMmmt erst nach der Bölkerbundstaqung zusammentreten kann Die Aussichten für eine große Konferenz find aber im allgemeinen ttotz gewisser Widerstände Frankreich- nicht als ungünstig zu bezeichnen. Man hat den Eindruck, daß England zu einer raschen Entscheidung drängt, und in dem englischen Kommentar wird ja auch mit Nachdruck betont, daß Großbritannien mit dem Pakt den Gedanken der Isoliert,ng aufgehe, und sich an die Geschicke Europas binde. DaS ist eine beachtenswerte Erklärung von großer Tragweite.
Tas Tempo, in dem sich die Dtnge weiter entwickeln werden, hängt ja nun keineswegs von Deutschland allein ah. Auf deutscher Seite ist die Bereitschaft zu einer großen Konferenz so ost letont worden, daß eS sicherlich nicht Schuld d-r ReickSregierung ist. wenn diese Konfer-nz bis heute noch nicht »«ltande gekommen ist. Man braucht nur an die Verzögerung der französischen Note zu denken, wenn man -ine Erklärung für daS bisherige, allerdings nickt über-
Ich war fest entschlossen, das Verbrennungs- fest vom ersten biS zum letzten Tage in Gianjar selbst mitzumachen, und wenn ich Im Freien hätte nächtigen müssen. Aber so viel Willensaul- wand war gar nicht nötig; denn de: Assistent- Resident von De» Passar vrmirtelte mir eine Einladung in den Paltest selbst. Das offizielle Fest dauerte drei Tage, das eigentliche acht. Aber als ich am ersten dieser acht Tage in Gianjar eintras, mußte ich feststrllen, daß das Fest tatsächlich bereits in vollem Gange war, daß also auch acht Tage nicht für den balinesischen Hunger nach Festen genügte, der ja freilich für unsere
worden... Aus Damaskus wird gemeldet, patz die französischen Truppen im Drusengebiet biS weit über zweitausend Man« Verluste erlitten haben. Ferner verloren sie elf Geschütze, dreitzig Maschinengewehre und eine größere Anzahl von Geschütz. und Gewehr-Munttio«.
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Der gefährliche Abb el Krim.
Paris, 24. August. (Drahtmeldung.), In einem Bericht aus Fez über die Taktil Abd el Krims heitzt eS u a.: Während die Riftruppen bisher jeden Fußbreit Boden solange wie irgend möglich zu behaupten suchten, ziehen sie es jetzt vor, sobald sie angegriffen werden, sich zurück- zuziehen. Die französische« Truppe« können daher ihre Erfolge nicht ausnutzen (!) und wenn sie minimale Berlufte haben, so bat der Femd keine größeren. (!) Die Ristruppen vermeiden durch diese neue Taktik nicht nur Ber- lüfte, sie zwingen zugleich di« Franzosen, im Vormarsch innezuhalten, um das wieder besetzte Gebiet in Brrtcid igungszustand zu setzen.
Das Ringen in Marokko.
Frankreichs große Anstrengungen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Rotterdam, 24. August.
Während die französische Offensive sortschrei- tet, ist es, wie aus Tanger gemeldet wird, in der Zone von Tanger zu neue« Erhebungen der Eingeborene« gekommen.- Die letzten Tage brachten mehrere Zusmmnenstötze im Operationsgebiet von Fez. Die dortige Gendarmerie liegt in Alarmbereitschaft. Gegeuwättig sind fra». zösische Arttllerievorbereitungen zu einem Generalangriff gegen Abd elKrim im Gange.
Der Freund aus Varis.
Besprechungen a« der Themse.
(Eigener Drahtberichr.)
Paris, 24. August.
Caillaux traf am gestrigen Sonntag Abend in London ein, wo er am Bahnhof vom französischen Botschafter, dem Bettreter des Fvreign Offiee und dem Pttvatsettttär Churchills empfangen wurde. Auch viele Neugierige hatten sich eingefunden und begrützten Caillaux. Dieser fuhr nach der französischen Botschaft, wo er woh. nen wird. Churchill ist heute Vormittag in London eingetroffen. Die stanzöfische Botschaft wird heute Abend zu Ehren Caillaux ein Bankett veranstalten, an dem auch Churchill und Man- t a g u e Rorman, der Direktor der Bank von England, tttlnehmen werden. Man ninmtt an, daß Churchill bei den bevorstehende« Besprechun. gen zuerst prinzipielle Fragen besprechen wird, bevor er sich endgültigen Besprechungen zuwen- dct. Erst will er die Möglichkeit periodischer Revisionen der Abmachungen, entsprechend der all- gemeinen finanziellen Leistungsfähigkeit Frankreichs prüfen und dann sich offen halten, bei Silken Schwankungen der französischen Valuta bändcrungen vorzunehmen. Endlich werden die Aussichten des Dawesplanes einen wichtigen Programmfünckt bilde«, da die Lttstungen Deutschlands einen unmittelbare« Einfluß auf die Zahlungen der Alliierte« an England aus- flben. England steht auf dem Standpunkt, unbedingt seinen Berpflichtungen gegen Amerika durch die Einkünfte des Dawesplanes und der Zahlungen seiner Alliletten «achzUkommen.
Der ganze Ott schien auf den Beinen.
Die ®tragen waren mit zu Bogen gebundene« Palmwedeln und Blütengirlanden geschnrückt. Aus dem Martt ein dichtes Getriebe, vor dem Palast eine Menschenmenge, durch die man sich kaum hindurchwinden konnte. Im ersten Palast. Hof bot sich ein putziges Bild: da exerzierten ein halber Hundert kleiner brauner Bürschchen, alS „Pfadfinder" ausstaffierl. Es waren JungenS von vielleicht fünf bis acht Jahren. Tie trugen blaue Kniehosen und rote Matrosenblusen. In den Händen hielten sie kleine Fähnchen. Sie marschierten, exerzierten und schwentten mir tödlichem Ernst unter dem Kcknmando eines pausbäckigen, vielleicht fünfjährigen Dicksackes, der mir der Würde eines Generals und dem Eifer eines Feldwedels vor seiner Trupp« mar- scviette. Dabei sangen sie und warfen nach dem Rhythmus des LiedeS ihre braunen, nackte« Beine, wobei sie sich in watschelndem Takte von einem Bein auf das andere fallen ließen, was sie augenscheinlich für besonders militärisch und schneidig hielten. Rur mit Mühe konnte ich mir das Lachen verbeißen, aber die Umstehenden sahen mit großer Begeisterung zu. Sie, wie auch der Fürst, hielten diese Exerzitien der .Pfadfinder", di«
eine ganz neue Schöpfung auf Bali
waren allem Anschein nach für etwas ganz Besonderes, denn die Knaben waren überall dabei und marschierten stolz vor der Gtorbe des Fürsten. Rur während der beiden letzten Tage des Festes verschwanden sie von der Bildfläche. In dem Festtrubel, der den ganzen Palast er- füllte, war es gar nicht leicht, den Hofbeamten verständlich zu machen, daß wir als geladene Gäste kämen. Der Fürst selbst war gerade abwesend, mit ihm der größte Teil seines Hofstaates. Dazu kamen di« sprachlichen Schwierigkeiten. Eine Zeitlang stand ich ratlos mit meinem Gepäck imnitten der Menge, umgeben von einigen auf mich eiinedenden und oen Kopf schüttelnden Hofbeamten und Dienern. Glück- lickerweise traf in diesemAugenbltck drrAsststent- Refldent ein, der von heute ab gleichfalls tat Palaste Wohnung nahm. So war alles rasch gc. r«ge;lt, zumal auch der Fürst kurz darauf zurückkam. Mein Zimmer stieß dtrett auf den Haupthof des Palastes, den man mittels eines darüber errichteten Daches in eine Tanz- und Festhalle verwandelt hatte. Daran grenzt« der Hof, in dem die Leichen aufaebahrt werden sollten. Ich war also so zenttal wie möglich untergebracht, und es konnte mir so leicht nichts entgehen. Freilich hatte diese Sage auch einen Nachteil Während ihrer Feste scheinen die Balinesen nicht zu schlafen.
Die ganze Nacht hindurch war etwas los
und vor allem riß die Musik der Gamelang, von dem sechs Kapellen in nächster Näh« meiner ZiMmers aufgestellt waren, niemals ab. Die erste Nacht konnte ich kein Auge zutun, aber dann gewöhnte ich mich daran, und ich wäre ausgewacht. hätte man plötzlich mit dem Spielen aufgehört. Der Tod ist auf Bali kein Trauerfall wie bei uns, und di« Verbrennung ist überyaupt ein Fest, das größte, das die Insel kennt. Mit Recht; denn durch die Flamme, die die letzten Körperreste verzehrt, wird die Seele erst ganz vom Körper gettennt und kann frei und erlöst in den Himmel aufsteigen. Sie bleibt dort nicht lange: Kein Himmel kann so schön sein wie Ban. Wenn die Seele die nötige Reinigung durckgemacht und die Hinterbliebenen in den Zeremonien, welcke der Seele die Rückkehr auf die Erde ermöglichen, nicht läfstg waren, steigt sie auf einem Tautropfen wieder zur Erde nieder und verkör- Pett sich alS Sohn oder Tochter eines ihrer ^Lieben. Es ist also kein Kind zur Trauer
mäßig schnelle Entwicklungstempo suckt. Wer Deutschland auf einer solchen Konferenz vertreten wird, ist naturgemäß eine Sorge spaterer Tage, doch darf beute wohl schon darauf verwiesen werden, daß es zweckmäßig sein würde, wen» tu einer deutschen Delegation, der ja doch daran gelegen sein muß. daß ihre Haltung von den gesamten Regierungsparteien gebilligt wird, dte stärkste geaenwärtige Regte,ungsparttt vertreten ist Eine solche Maßnahme würde sich aus den velsckiedenfieu Grunde« sehr empfehlen. DaS ist aber, wie gesagt, eine Sorge spätere: Tage, zunächst wird es Aufgav« der Regierung sein, die stanzösische Rote etttgehend zu vrükeit . .
Der große Augenblick.
Ueberreichung der Note um 5 Uhr nachmittags. (Eigener Drahtbertcht.)
Berlin, 24. August.
Wie bereits gemeldtt, wird heute Nachmittag 5 Uhr die Briand-Rote dem Autzen- mmister Strefemann überreicht werden. Gestern Mittag hat der ftanzöflsche Botschafter die Vertreter der französischen Tagespreise in Berlin empfangen. Er hat über den Inhalt der Rote keine Mitteilungen gemacht, doch versichett, daß die Rote erst im Laufe des Sonnabend bei ihm eingegangen, von ihm also nicht zurückgehalten worden ist. Alle gegenteiligen Mitteilungen und Schlußfolgerungen in der deutschen Presse hätten keine Grundlage. Auf das Ersuche« der deutschen Regierung, die Note statt erst am Freitag schon am Mittwoch zu veröffentlichen, liegt eine Zustimmung der französischen Regierung bis jetzt nicht vor. Die Ncichs- regierung hofft jedoch, daß bte Zustimmung noch im Laufe des heutigen TageS erteilt wird. Unmittelbar nach Ueberreichung der Note wird daö Auswärtige Amt die Ueberfetzung derselben einleiten, sodaß frühestens morgen Mittag vcm Gesamtkabinett der Inhalt der Rote vorliegen wird. Wie wir weiter erfahren, hat der Außenminister schon für heute Abend 9 Uhr eine Besprechung angcordnet, die sich aber nur ganz allgemein mit der Materie befassen wird. Herr Strefemann hat die Unterbrechung seines Urlaubs, die nur auf acht Tage vorgesehen war, bi- zum 31. August verlängert.
2Dann wird Die Note veröffentlicht
Berlin, 24. August. (Privattelegramm.) Wie wir hären, ist das Reichskabinett entschlossen, die französische Antwortnote spätestens zwei Tage nach ihrem Eintreffen zu veröffentlichen. EL besteht deutscherseits nicht die Absicht, sich auf irgendwelche Abmachungen hinsichtlich einer längeren Hinauszögerung der Veröffentlichung einzulassen. DaS Reichskabinett beabsichtigt, die deutsche Stellungnahme zur Rote in einer längeren Erklärung festzulegen, die gleichztttig mit der Note veröffentlicht werden soll.
Briands Lleberraschung.
De: Geist der Bersöhnung? (Privat-Telegramm.)
Paris, 24. August.
Alle bisherigen Mitteilungen Über den Inhalt der Antwortnote wurden Sonnabend Abend von B r i a n d in dem übliche« Presse- Empfang samt und sonders als Phantasiegebilde erklärt. Man werde überrascht fein, so fugte Bttand, von dem Geiste der Ber° f öhnung (?) der a«S feinem Pattentwurfe spreche und von dem Gedanken der Mäßigung, den seine Rote auSsprrche. (Man warte ab!)
•
Berufung des Auswärtigen Ausschußes.
Berlin, 24. August. (Privattelegr imm.) Aus parlamentarischen Kreisen erfährt man, d«tz Vie sozialdemokratische Reichstagsfraktion an den Vorsitzenden deS AuSwärttgen Ausschusses deS Reichstages ein Schreiben gerichtet hat, das mit Rücksicht auf die bevorstehende französische Rote die sofortige Einberufung des AusfchusfeS verlangt. Auch die Deutsch- völkischen beabsichtigen eine ähnlich« Forderung zu stelle«, da sie unter allen Umständen vor dem Beginn der Verhängungen über den Stand der SicherheitSftage unterrichtet fein wollen.
Fatale tleberrafchungeu.
Wasser in ben französischen Wein. (Eigene Drahtmeldung.)
Zürich, 24. August.
Ein Mailänber Blatt melbet aus Tanger: Auster bet spanischen Armee hat Abd el Krim auch die französischen Truppen erneut geschlagen und die französische Offensive zum Stillstand gebracht. Zwischen Fez und Meines ist die französische finde von Abd el Krim umzingelt und teilweise durchbcrochen
Die Raffelet Neuesten WaAtttbten erscheinen tc8Äentlt<t> ieÄSmai nachmittags. Der Abonnimemsvreis beträgt für ben Mona, 2.- Mt- bei 'teter dufteUuna
Sernlvrechrr 851 und 853. fkür ««»erlangt etnaelgnbte «eiträge kann Me Wett alt ton eine fBetgntroortuna ober «ernähr in keinem Valle übernehmen. Rückzahlung deS «ezugSgelde» oder «nlorüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist ansgefchloffen. Postscheckkonto fttonffurt a. Main Nummer 6So.