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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 195. Einzelnummer 10 Pf^ Sonntags 15 Pf.

Sonnabend, 22. Auauft 1925

Einzelnummer 10 Pf» Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang

Ab- el Krim an das französische Volk.

Ehlna den Ehinesen.

Deutschland und die Wirren in China.

Die ausschenerregenden Vorgänge in China, über die wir zumeist aus englischen, d. h. nicht unparteiischen Quellen unterrichtet werden, be­urteilte man bei uns in Deutschland vielfach durchaus verkehrt. Zumeist begegnete man der Auffassung, es handle sich um eine bolschewisti­sche, von Moskau in Szene gesetzte Bewegung, als welche sie besonders gern in den eng­lischen Areldungen hingestellt wird, um ihr vo» vornherein alle europäischen Sympathien zu nehmen. Rußland steht zwar die Schwierig­keiten, in welche die europäischen Mächte in China geraten sind, sicher nicht ungern und för­dert ste, soviel es kann, zumal an einem starken Echo der chinesischen Wirren in Indien nicht gezweifelt werden kann, ccker mit bolschewisti­schen Verstiegenheiten haben die Ereignisse in China auch nicht die leiseste Berührung. Ge­rade das starke Hervortreten des Stuben« tentums in der Bewegung beweist zur Ge­nüge, daß es fidk um rein nationale, um nicht zu sagen nationalistische Motive bei den chinest- schen Unruhen der letzten Monate handelte. Aber man täte der durchaus gesunden und gerade für uns Deutsche vielfach sympachischen Be­wegung bitte/ Unrecht, wenn man ste einfach als Fremdenseindlichkeit abtun wollte. Viel­mehr hat sich vielleicht noch nie zuvor eine frem­denfeindliche Bewegung in irgend einem Lanv so ausgesprochen nur gegen einzelne Rationen vornehmlich Engländer und Japa­ner gerichtet, während andere durchaus un­berührt davon bleiben.

Es war überaus charakteristisch, daß vor kurzem in einem der chinesischen Häsen, die von der Bewegung erfaßt waren, in Schang- Hai, ein Streik der Hafenarbeiter ausbrach, besser gesagt, ein Boykott, der grundsätzlich die Entladung der antommenben sremd-n Schiffe cMehnte, baß aber ein ankommendes deutsches Schiff glatt und ohne den ge­ringsten Widerstand von irgend einer Sette le« dient wurde, weil eben Deutschland nicht zu denjenigen Ländern gehört, gegen die sich der chinesische Rationalismus ausbäumt. Deutsch­land hat nämlich gemäß Artikel 128 des Ver­sailler Diktats auf alle in China zustehenden Sonderrechte bereits verzichtet. Dasselbe hat dir russische Sowjet-Regierung freiwillig getan. Eben diesen Sonderrechten der Fremden gilt ober der Kampf Cinas in allererster Linie. Genau wie dereinst die Souveränitätsrechte der Türkei durch die vielgenannten Kapitulationen der Großmächte beschränkt waren, ist es mit den Souveränitätsrechten Chinas der Fall. Die Chi­nesen wollen restlos Herr im eigenen Hause sein. Die türkische Angora-Regiernng hat dieses Ziel vor wenigen Jahren in Lausanne erreicht Sie war Gegner der Ententemächte im Kriege und hat dennoch diesen bedeutsamen Schritt zur Freiheit tun können. China war Bundesgenosse der Entente, und ihm ver­weigert man dieselbe Vergünstigung! Dabei hat sich der Präsident Tuan Chih Jui durchaus gegen den Willen deS chinesischen Volkes bas ausgesprochene Sympathien für Deutschland hegte, nur deshalb 1917 auf die Seite der En­tente geschlagen, weil ihm ausdrücklich für die­sen Fall der Verzicht ans die fremden Sonder­rechte versprochen worden war. Der Mobr will nun nicht einfach gehen, nachdem er feine Schul­digkeit getan hat; vielmehr fordert er seinen verheißenden Lohn und fühlt sich elend betrogen, weil man ibn ihm vorenthält.

Das allem ist die letzte Ursache der chinest- schen Wirren! China hat bereits die Deutsch­land in Versailles aufgelegten Fesseln nicht gut­geheißen, hat als einziges Land die Unterzeich« nung des Versailler Dokuments verweigert! Run fordert es auch für sich unbedingte Zoll- autonomie, unbeschrankte Finanz« und Justiz- hochett und Abzug aller fremden Trup­pen ans dem Lande! In China weiß man, daß das Reich der Mitte, wenn nicht der Welt­krieg dazwischen gekommen wäre, heute wahr­scheinlich als Kolonialland unter die europäi­schen Großmächte, Japan und Amerika aufge­teilt wäre. Der Wiederkehr ähnlicher Gefahren will man ein für alle Male Vorbeugen, indem man auch die bedrohlichen Anfänge einer Kolo­nisierung mit Stumpf unb Stil ausrottet, wie ste die fremden Vorrechte unb Kapitulationen, die Unerreichbarkeit der meisten Ausländer siir die chinesische Gerichtsbarkeit und vor allem die fremden Truppen dar^ellen, deren Anwesenheit in Juni die blutigen Ereignisse in Schanghai und Canton verschuldet hat.

Ob die von Amerika geplante China- Konferenz die Erregung beschwichtigen kann wer weiß es? Eines ist jedenfalls sicher: mit bloßen beruhigenden Fiebermitteln

Bor ernsten Verwicklungen in Wim.

England verlangt internationales Eingreifen.

London, 21. August. (Eigene Drahtmeldung.) Austen Chamberlain ift soeben eiligst nach London zurückgekehrt, um die Lage zu unter­suchen, bie dadurch geschaffen worben ist, voß die Regierung von Souton den vritifüfcn Schis fen das Anlaufen der chinesischen Häsen unier- sagle. In England ist man der Meinung, daß die Regierung von Kanton, obgleich ste sich ge­genüber Peking für unabhängig erklärt hat, nicht das Recht habe, in die Bezieh-ingen zwischen den fremden Mächten in China einzu­greifen. Man nimmt an, daß die Regierung von Kanton dem Druck der Agenten Moskaus nachgegeben hat, die überall verkünden, daß Großbritannien das erste Hindernis aus dem Weg zur Freiheit Chinas und ,ur Revision oer Vertrage sei. Chamberlain ist der Meinung, daß die Haltung der Regierung von Kanron eine Verletzung des Völkerrechts darstelle, die die Schaffahrt aller Länder berührt. Der Sekre­tär des Foreign Office hat sich mit den inter­essierten Regierungen in Verbindung gesetzt, um wenn möglich, eine gemeinsame Aktion gegen die Regierung von Kanton zustande zu ''ringen, da die britische Regierung mit der Sautoner Regierung nicht diplomatisch verhandeln kann, sondern gezwungen ist, sich an die Pekinger Re­gierung zu wenden, die allgemein anerkannt ist.

Der teure Boykott.

Millionenverluste der britischen Kaufleute.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 21. August.

Rach Meldungen aus Honkong scheint der Boykott gegen die brttifd>cn Erzeugnisse nidji

ist die Krankheit nicht mehr zu bannen! Rur eine verhängnisvolle Selbsttäuschung kann heute noch darüber hinwegiäuschen, daß die Ereignisse in China und ebenso in Marokko, ebenso anscheinend bereits in Syrien und in dem (schon frei gewordenen) Arabien nur Teiler- schoinungen, nur Anfänge einer riesenhaften Be­wegung find, die Europa wohl noch viele Jahr; und vielleicht Jahrzehnte in Atem halten wird

Ille das Datettand.

Ein Appell der Rifregiernng an Frankreich.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 21. August.

Das kommunistische Organ veröffentlicht einen offenen Brief Abd el Keims an das fran­zösische Parlament. In ihm heißt es u. a.: Man wirft uns vor, daß wir Rebellen find. Wir kämpfen aber für unser Vaterland. Seid Ihr nicht daS erste Volk gewesen, das zu den Waffen gegriffen hat! Wir drücken unseren Wunfch aus, di: Hilfsquellen unseres Landes zum Wohle seiner Einwohner zu entwickeln. Jetzt waren wir so weit, uns von Spanien zn befreien, als wir von Frankreich angegriffen wurden. Wir wenden uns an die französische Ration, damit sie diesem Hinmorden einer kleinen Ratton, Die entschlossen ist, lieber zu sterben als sich zu unter­werfen, mit allem Nachdruck Einhalt tut.

* * *

SranzSfifche Erfolge bei Taza.

Paris, 21. August. Funkspruch.) Haves meldet ans Fez den werteren Vormarsch der französischen Truppen, die in der Gegend von Taza operieren. Der Feind hat leichten Wider- pänd geleistet. Im Zentrum ift eine Abteilung in nördlicher Richtung vorgestotzen. Eine Ko­lonne hat die südlichen Ausläufer des Tandert- Gebirgszuges besetzt. Gestern abend haben die vier in dieser Gegend operierenden Abteilungen die vollständige Einschließung des Taul-MafsivS ausgeführt. Sämtliche Stämme sind mit ihren Herden und ihrer ganzen Habe dabei eingefan- gen worden und haben sich unterworfen. Größere Truppenmengen find nach Marokko abgegangen.

M

3m Hauptquartier der Drusen.

Jerusalem, 21. August, (Funkspruch.) Einem deutschen Journalisten ist es gelungen, nach Med jel, dem Hauptquartiffr der Drusen zu gelangen. Gleit^eitig mit dem Berichterstatter trafen in Medjel französische Parlamentäre ein, die die französischen Friedensbedingungen dem Sultan übergaben. Die Drusen sollen danach fünftau­send Pfund Kriegsentschädigung zahlen, alle ge­schädigten Kaufleute voll entschädigen und die bei den Kampfhandlungen erbeuteten Waffen zu.

aufzuhören. Die Kaufleute hatten dadurch bis­her einen Schaden von über 240000 Pfund täg­lich. Eine Reihe von Handelshäusern hat be­reits einen Teil der Angestellten entlassen müs- esn. Man beklagt sich bitter über die Untätig­keit der britischen Regierung.

*

Die unbequemenBanditen".

London, 21. August. (Drahtbericht.) Der Daily Telegraph hält es für unwahrscheinlich, vaß Peking mit Kanton unter einer Decke stecke. Das hindere aber nicht, daß eine Regierung, die kein internationales Statut besitze und des­halb überhaupt nicht anerkannt werden könne, gegen England beleidigende Maßnahmen ergrif­fen habe. Die Mächte, die den Washingtoner Vertrag über China unterzeichnet haben, hätten das Recht, die bolschewistische Regierung von Kanton als Vanditen-Band: anzufehen.

Deutschland bleibt neutral.

Keine Teilnahme an der Zollkonferenz.

(Eigener Jnsormottonsdienst.)

Berlin, 21. August.

Wie wir hören, wird die Reichsregierung an der geplanten Zollkonferenz der Mächte mit China sich nicht beteiligen, da eine Einladung an Deutschland von keiner Seite ergangen ist, und die chinesische Regierung sich damit einverstanden erklärt hat, daß die bisherigen wirtschaftlichen Abmachungen zwischen den beiden Ländern ungekündigt fortbestehen werden.

rückgeben. Sultan Airasch erklärte diese Forde­rungen für unannehmbar. Freiwillig werde er die erbeuteten Waffen an die Franzosen nicht zn- rückgeben. Er verlange mit seinem ganzen Volke nicht nur die Autonomie des drusiischen Gebietes, sondern die völlige Unabhängigkeit ganz Syriens und zwar ein freies Parlament, eine nationale Regierung, einen König oder Prästdenten als Staatsches und ein eigenes Heer. Wenn Frank­reich es wagen sollte, das Drusenvolk anzugrei­fen, erklärte der Sultan, werde in ganz Syrien der Ausstand ausbreche«.

Sie haben Lett.

Verzögerte Ueberwachung der SicherheiiSnote. (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 2L August.

Die Agentur Havas teilt mit, daß die fran­zösische Antwortnote auf die deutsche Rote zur Sicherheitssrage vom 20. Juli erst Ansang nächster Woche in Berlin übereicht werden wird und daß mit ihrer Veröffentlichung in ungefähr einer Woche zu rechnen fein wird.

Englisch» Gchiutzfo.gerunaen.

London, 21. August. (Privattelegramm.) Der englische Krtegsminister hat erklärt, daß der Abschluß des Grenzpaktes zwischen Deutschland und Frankreich es Frankreich ermöglichen würde, die Ausgaben für seine Streitkräfte erheblich herabzusetzeu und dadurch in die Lage versetzt zu werden, Zahlungen an England zu leisten. Pain- lev« sagte in der belgischen Handelskammer in zur Zeit noch fern. Es handele sich zunächst Paris, Entscheidungen in der Paktfrage seien darum, zu einer Einigung zu kommen, ob Frank­reich Sicherheiten für feine Grenzen habe.

Endlich tret!

DieSitten" französischer Stabsoffiziere.

(Eigener Drahtbericht.)

Düsseldorf, 21. August.

Die Räumung der Sanktionsstädte nähert sich der letzten Etappe. Aus Düsseldorf und Duisburg fluten die fremden Truppen über die Rheinbrucken zurück. Am Sonntag wird Düs­seldorf von den fremden Soldaten frei feilt. Fast unglaublich find die Klagen der Inhaber frei gewordener Offizierswohnungen. Hebe rein» stimmend fügen sie aus, daß sie fast alle Zim­mer in gemeiner Weise beschmutzt vorgefunden haben. Auch wertvolle Bilder, Porzellane irfro. sind verschwunden. In der bisherigen Woh­nung eines höheren französischen Stab^o'ftzft" fehlen Tevpiche und Kronleuchter. Für alle Schäden hat die Stadtgemeinde aufzukommen.

Die Snlanögläubioer.

Protestversammlung der Kasseler Rentner.

Eine Versammlung der Rentner war gestern nachmittags einberufen und zwar, wie es in der Einladung stand,auf ausdrücklichesDrängen der Mitglieder des Rentnerbundes, unter denen eine überaus heftige aber durchaus erklärliche und entschuldbare Erregung und Erbitterung darüber herrscht, daß die Unterstützungen zur Zeit nur etwa ein Drittel der Kosten des vom statistischen Reichsamt festgestellten notwendigen Lebensbe­darfs decken, obwohl dieser nach § 1 der Reichs­grundsätze zur Fürsorgepslichtverordnung durch die Fürsorge zu gewähren ist, bezw. laut § 14 der Reichsgrundsätze für Kleinrentner, entspre­chend ihren früheren Lebensverhältnissen, noch überschritten werden sollen." Ort der Versamm­lung ist das Wilhelmsgymnasium. Die Aula, dir sonst srohe Jugend als Gäste steht, war überfüllt. Vorwiegend die bekannten Typen derer, dieeinstmals bessere Tage gesehen" haben. Für Schwerhörige hatte man besondere Plätze freigelassen. Wohl ein Dutzend Damen und Herren sprechen teils mehr, teils weniger zur Sache, und wenn manche Uebertreibung fällt hinsichtlich der Geldausgaben der Stadt Kassel, so muß die Erregung entschuldigen. Scharf poin­tierend gibt Herr Euler, unseren Lesern durch seine flammenden Darlegungen des Rentner­elends und der Rentnerforderungen vertraut, den Auftakt. Für ausländische Gläubiger, so klagt er an, gibts volle Hände, für Jnlandsgläu- biger leere Hände! Als Staatsgläubiger, darauf fußt der Redner, sind wohlerworbene Rechte zu wahren. Ist wirklich kein Geld vorhanden, wenn zwei Oberbürgermeistern das Gehalt gezahlt werden kann? Wenn der zweite Bürgermeister demnächst mit 1000 Mark im Monat einen schönen Lebensabend bekommt? Niemand sollte ein Einkommen haben, das über gerechte Grenzen hinausgeht, während andere gänzlich unzu­reichende Almosenunterstützung erhalten. Frau Pfarrer Paulus möchte mehr als bisher den Verschämten helfen. Es follten ihr Gelder zur freien Verfügung gegeben werden, deren Em­pfängern nicht nachgesorscht wird. Dann be­klagt sich ein Rentner über das Wohnungsamt, ein Frl. Winter fordert gerechtere Aufwertung. anarzt Dr. Lohmann führt u. a. einen be- ers tragischen Fall von Rentnerelend an . . ein alter Mann verkaufte, um seine Frau vorm schlimmsten Darben zu schützen, sein künstliches Gebiß! Warmherzige Worte prägt Kreispfarrer lic. Bachmann: Es kommt zum Untergang des Abendlandes, wenn wir nicht zur Bruderliebe zurückfinden. Frl. Günther von der Ver­einigten Fürsorge vom Hilfswerk und Rent-rer- bund greift ihrerseits erschütternde Fälle von Altennot aus ihren Erfahrungen heraus, die sie als die noch nicht schlimmsten bezeichnet. Be­sonders leidet, wer zu allem Elend auf möblierte Zimmer angewiesen ist. Dann bleibt von der 32 Mark-Unterstützung so gut wie nichts! Wei­ter belegt sie die ungleichmäßige Auswirkung der Aufwertung, von der die Rentner nicht viel zu erwarten haben. Zwei Vertreter der Sozial­rentner, die Herren Pohl und Osterberg, for­dern gemeinsames Vorgehen. Ersterer schildert die Erbitterung unter den Sozialrentnern, denen soeben die Rente gekürzt worden ist. Manch altes Mütterchen hat eine Mark ausgezahlt erhalten. Sein Ausruf:Vereinter Kampf!" findet lebhaften Beifall. Als dritter im Bunde bietet sich durch Herrn Röther der Zentralver­band deutscher Kriegsbeschädigter an ., die Kriegsopfer erhalten nicht mehr als die Rentner. Auch hierDank des Vaterlandes". Der zweite Sozialrentner bedauert, daß die Stadt Kassel vorzeitig die Renten kürzte, wäh­rend der Land kreis sie erhöhte. Stadtverord­neter Rektor Waldfchmidt verspricht als Vertre­ter der deutschnationalen Sraktion im Stadtpar­lament deren Einsetzen für die Rentner beider Art bis zu den weitesten Grenzen des Möglichen. Ein Vertreter der Bundesleitung in Berlin ver- sichert, in Berlin werde nicht geschlafen. Klar und unzweideutig schält Frl. Stadtrat Bogt aus der komplizierten Materie das Wesentliche heraus. Helfen kann nur Wiedergut­machung durch das Reich, aber nur durch dieses. Dorthin muß sich der berechtigte Protest wenden. Und nicht gegen die Stadt, deren Wobl- fahrtsamt jetzt schon mit einem Etat von 5 Mil­lionen arbeitet. Die Stadt tut, was sie nut kann. Außerdem << währt sie Mietbeihilfen, Kleiderunterstützungen, Arztfreiheit, freie Arze- nei, dann und wann sogar Kuraufenthalt- Wenn die Wünsche der Rentner noch nicht er« süllt sind, so liegt eS nicht am guten Willen der Stadt. Noch einmal präzisiert die Vertreterin wes Wohlfahrtsamts, dessen Grüße sie über-