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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
In-
Dienstag, 18. Au «ft 1925
Ein Komplott gegen den Gläubiger Amerika
M erste Zedikgung: Der Nökkerbund. Mmf»en der Tropen
** Ern Markttag auf der Jnse> Bali.
Die überfliijfige Konferenz. — Nur das deutsche Za fehlt noch.
50.
Der MiMSrrm ist befriedigt.
An die große Glocke.
(Eigene Drahtmeldung.)
gebilligt. (Das läßt auf den In deutliche Rückschlüsse zu! D. Red.)
als ein etnmS plumpes Manöver, um Amerika besser übers Ohr hauen $u können.
London, 17. August. ...........
„Eoening Times" melden auS Berlin: In ohne Zusätze gebilli, Berlin ist man einigermaßen erstaunt darüber,'halt der Rote 1 "
der Unrentabilität der genannten Zechen unmöglich sei, sie länger zu halten. Eine Kommlf- ston wurde eingesetzt, an der auch die Kommunalvertreter betieligt find. Etwa sechzig andere Zechen werden bei Fortsetzung der Wirtschaftskrise in nächster Zeit stillgelegt.
Die Sprache ßes Siegers Bedingungsloser Eintritt in den Völkerbund. (Eigene Drahtmeldung.)
Washington, 17. August. (Funkspruch.) Prä- stdent Eoolidge hat das gesamte dokumentarische Material über die Frage der Fundierung der belgischen Schulden an Amerika eingehend studiert. Die neuerliche, unerbittliche Haltung Amerikas in der Schuldensrage scheint fol- genden Grund zu haben: Frankreich, Belgien und Italien haben ein Abkommen abgeschlossen, wonach Belgien als erster gegen die ameri- kanischen Forderungen vorzugehrn hatte und zwar aus der Erwägung heraus, daß Belgien in Amerika die meisten Sympathien genieße und der frühere Präsident Wilson Belgien versprochen habe, die im Kriege eingegangenen Schul- den zu annullieren. Bei diesem Komplott handelt es sich für Frankreich und Italien darum, sich nachher ebensogünstige Bedingungen zu sichern wie sie Belgien erhalten haben würde. Zum großen TeU soll die gegenwärtige Strenge der Fundierungskommission gegenüber der belgischen Delegation auf diese Tatsache zurückzu- sühren sein. Man betrachtet das Abkommen
Reisebrief unseres Mitarbeiters Colin Roß, Im Malaie« - Archipel. I Markt in dem grötztcr, Bali-Dorf. I Märchenhafte Bilder. Spanferkel bei de» Malaie«. I Di« Mädchen mit de« Ticrange«. I Pirschtricks mit der Kamera.
Es war gerade Markttag, als ich aus den
Rotterdam, 17. August. (Privattelezramm.) Die Londoner „Times" stellen fest, daß irgend eine Einladung zu einer Konferenz an die deutsche Regierung bisher nicht ergangen ist, lediglich das eine sei sicher, daß sich die vier alliierten Staatsmänner vor Beginn der Tagung des Bölkerbundrates in Genf begegnen werden. Ferner fdjeint festzustehen, daß für den Fall, daß Deutschland kein Aufnahmegrsuch bis dahin einrcicht eine neue Aufforderung an Deutschland ergehen wird, nunmehr dem Völkerbund endlich beizutreten.
$,e Htzttrler Ktnebe« Nachrichirn ericheinen wvchenittch iechSmai uachmiiiag». hen Monai 2.— Mk. bei freier Einstellung 'n»« §^fd)äh8fteUe abaedvlt 1.80 Mk. Durch dtePost monauich 2.00 Mk.
* EnIwd^ebstbr. Beriaa und Stedakiion SchlachNioistratze 28/30.
gernWre«eT »61 lieb l<r>2. Mr unrerlanct etnaefonbte «ekträae kann die Re- »aktion eine BeranNvormno ober Gewähr in keinem stalle übernehmen. Rück- oeS BezuargeideS "der Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnunaSmästiger »Merlin» 'ft an«nekchko!ke» iomriierffonfo strankknr' a. Main Nummer 6380
N«mmer 191. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.
GS geht abwärts.
Eine Zeche nach der anderen stillgelegt.
(Eigener Jnformattonsdienfi.)
Dortmund, 17. August.
Heute wurden die Berhandlungen über Die St.llegung der Zechen „Kaiser Friedrich", „Glückauf" und „Windables - Dank" fortgeseük. Generaldirettor Slippert von der Deutsch-
Einzelnummer io Pf„ Sonntags is Pf. 15. Jahrgang
-«86 VIC ITSMae. Paris, 17. August. (Drahtbericht.) Der
Frankreich und die deutsche Sicherheitsnote. , Oberste Mititärrat in Versailles hat den Inhalt ~ der Briandschen Antwortnote an Deutschland be
gutachtet. Der Inhalt der Antwort wurde vom militärischen Sicherheitsstandpunkt aus
Lohnkümpse und Kündigungen.
Berlin, 17. August. (Privattelegramm.s Die Lohnbewegungen, die in letzter Zeit nicht nur in Berlin sondern auch in verschiedenen anderen Teilen deS Landes eingesetzt haben, erfahren noch eine bedeutende Ausdehnung. Die Ortßbetriebsräte verschiedener Industrien sind in Verhandlungen über die Einleitung einhett- ltcher Lohnbewegungen eingetreten. Hierüber liegen heute Meldungen vor ans ^Snigsbera. Kiel, Braunschweig, Frankfurt, Aachen und Hannover. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, wurde am Sonnabend zahlreichen Beamten und Angestellten einer Reihe großer Berliner Unternehmungen zum 1 Oktober d. I die Kündigung zugestellt. Dir Zahl der Kündigungen wird auf dreitausend geschätzt.
Anzeiornvreis«:EinheimischeiSefchäsisaazeiaen ZetieÄibka- auswärtige (SefchäftS- an,eigen Zeile 20 Via.. stamilienan»eige« üeite 20 Pfg„ Kleine Anzeigen oaS Wort 4 Ufa- Reklamen dieZelle 75 Pig. Offerlgebllhr tu Pfg. «bei Zusenbg. der Offenen 80 $ia.i Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Tg. ,n bezahlen. Maßgebend ist der Kurs btt ZahlnngstageS. stllr die Richtigkeii aller durch sternsprecher aufgegebene «An» zeigen, sowie für Auinahmedaien und Plätze kann nicht garantieri werden, stür Anzeigen mii befonb. schwierigem Satz 100 Pro».Äufschlag. Druckerei: Schlachtbos- straste SlT.t- Geschäftsstelle Köln.Str. ki. aeaenub. der Spobrstr. sternspr.051 u. 962
ünö dleMltschatt?
Forderungen der Industrie.
AuS WirtschastAreisen schreibt man uns über die Stimmung, die in Jndustrielreisen herrscht folgende Zeilen, die die gespannte Lage kennzeichnen wollen. Wir geben sie als Beitrag zur augenblicklichen Wirtschaftskrise wieder: Im monatelangen parlamentarischen Ringen Hot der Reichstag die großen gesetzgeberischen Werke verabschiedet: die nächsten Arbeiten werden der Außenpolitik gewidmet Jein. Ohne Zweifel werden sich die innerpolitischen gesetzgeberischen Maßnahmen, insbesondere der Zolltarif und die Steuergesetzgebung auch aus die Wirtschaft äußern. Ebenso wird die Wirtschaft von der Sozialgesetzgebung aufS schwerste be. troffen. Doch davon soll nicht die Rede fein.
Heute handelt es sich darum, fast in letzter Stunde, festzustellen, daß die Wirtschaft bei den gesetzgeberischen Maßnahmen deS Reichstags und der Regierung stets zu kurz gekommen ist. Daß dem so ist, kann nicht Wunder nehmen. Dir ganze Arbeit deS Reichstags mutz an sich bei der parlamentarisch-polittschen Situation mit einem Kompromitz enden. Die Wirtschaft als solche verträgt keine Kompromisse; für sie kommt nur das klare entweder — oder in Be-
Reue Ausflüchte.
Gegen die Herausgabe des deutschen Eigentums. (Eigene Drahtmeldung.)
Washington, 17. August.
Eine Eingabe des Senators Johnston, die auch die Unterschrift von elf anderen Senatoren trägt, ist dem Präsidenten übergeben worden. Sie nimmt gegen den Schritt des deutschen Botschafters Stellung und gegen die Rückgabe der während des Krieges sequestierten deutschen Güter, solange die amerikanischen Anleihegläubiger von Deutschland geschädigt feie»
Rewyork, 17. August. (Eigener Drahtbericht.) Der amerikanische Dampfer „Lewiathan", sowie fünf weitere, von der amerikanischen Regierung betriebenen Ueberseedampfer, sollen, wahrscheinlich ans unbestimmte Zeit, stillgelegt werden. Der Schifssdienst der Regierung umfaßt gegenwärtig 279 Passagier- und Frachtdampfer. Diese Tatsache stellt einen neuen Beweis für die schlechte wirtschaftliche Lage deS Staates dar.
Amerika ist unerbittlich
Belgien als Schrittmacher Frankreichs und Italiens.
Basel, 17. August.
Die „Baseler Nationalzeitung" meldet aus Paris: Briand hat zu bestimmten deutschen Blätterkundgebungen, wonach für den Fall deS Eintritts Deutschlands in den Völkerbund Garantien gegen Mißbrauch von Deutschlands gutem Willen gegeben werden müssen, dem Ber- treter des „Malin" gegenüber wörtlich erklärt: Zwischen Paris und London ist in einem Falle absolute Uebereinftimmung schon seit Woche» vorhanden: Deutfchland kann nur bedin- gungsloö in den Völkerbund eintreten!
daß die deutschen Sicherheitsvorschlöge zu einer interalliierten Angelegenheit gestempelt werden sollen, die in Brüssel, Rom und Tokio geprüft wird. Der deutsche Außenminister hat in seiner Unterredung mit dem englischen Botschafter darauf aufmerksam gemacht, daß dadurch die ursprünglichen Ziele der deutschen Sicherheitsvorschläge umgestotzen würdein.
tracht. Die Reichsregierung kennt die katastrophale Krise, von welcher die Wirtschaft bedroht lst; sie hat ober bis zur Stunde keine Zett gesunden, irgendwie wirkende Matznahmen zur Abhilfe zu treffen. Mit theoretischen Erörterungen ist der Wirtschaft »ich- zu helfen. Die kleinen und Reinlichen Linderungsmittel können die Wittschast nicht reiten. Was sie verlangt und verlangeil muß, ist die Durchführung eines wirklichen Wirtschaftsprogramms unter tätiger Mitwirkung der berufenen Wirtschaftsführer. Die Verwirklichung dieser Forderungen liegt im Interesse des ganzen Volkes, denn auch hier gilt der Satz, daß ein Volk zunächst leben muß: „das Politisieren ist die geringere und spätere Sorge. Diese Tatsache schützt auch die Wirtschaft gegen den landläuft- gen und durchaus nicht begründeten Vorwurf, daß sie mit ihrem Programm die Sozialpolitik sabotieren wollte. Auch gegen den Vorwurf braucht sich die Wittschast nicht zu verteidigen, daß sie jetzt gerade mit ihren Forderungen her- vorttete, nachdem die Judustriezölle erledigt sind. Bereits im Anfang der Verhandlungen hat die Industrie ihrm Standpunkt dahin präziser!. datz sie an Zöllen kein Interesse habe.
Die gemeinsame Tagung des Reichsverbands der deutschen Industrie und der Arbeitgeberverbände stellte em großes wirtschaftliches Programm auf, und man hätte glauben sollen, daß dieses Programm in den Amtsräumen der Regierung eine praktische Auswirkung gefunden hätte. Nichts von dem. Bei dieser Tagung unterstrich der Vorsitzende deS Reichsverbands der deutschen Arbeitgeberverbände mit besonderer Deutlichkeit die Tatsache, daß die Industrie keine Gegnerin deS sozialen FottschrittS sei und datz letzten Ende» die Arbeitgeber die Väter des sozialen Gedankens waren. Der damalige Reichskanzler Marr fand warme und anerkennende Worte für die Tätigkeit und für die Bedeutung einer blühenden deutschen Industrie, welcher Deutschland doch vor allen Dingen seine Weltgelttmg verdankt. Bet. oiescu Reden ist eS geblieben
Vor einigen Wochen unterbreiteten die Arbeitgeberverbände dem Reichskanzler Dr. Luther ein bis in die Einzelheiten ausgearbeitetes Wirtschastsprogramm. Bis zur Stunde ist nicht einmal der Empfang dieses Programms bestätigt worden, noch weniger hat man den Versuch gemacht, an dessen praktisch« Durchführung auch nur zu denken. Alles was geschehen >st, waren die Verhandlungen der Atbettzeb-r und Arbeitnehmer deS Ruhrbergbaus, bei denen die Arbeitnehmer allerdings so wenig Einsicht m die wittschastliche Rot erkennen ließen, daß man kaum hoffen kann, im Zusammenarbeiten mit diesen vorwärts zu kommen.
Es ist nutzlos, in diesem Zusammenhang- von all den Ursachen zu sprechen, welche die deutsche Wirtschaft in die Krise geführt haben. Aber davon mutz die Rede sein, daß der jeH.gc Zustand nicht mehr zu halten ist. wenn nicht das Volkstanz« unendlichen Schaden leiden soll Die deutsche Wittschast sieht nur den einen Ausweg in der Durchführung des von ihr gestellten Programms und sie wird nicht umhin können, dessen Durchführung unter Umständen mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu erzwingen zu erzwingen im Interesse des Dolksganzen. Sie selbst würde es am meisten bedauern, wenn in diesem Wirtschastskampse Opfer fielen, aber er ist notwendig, wenn Deutschland gesunden soll Denn darüber dürste doch bei den einsichtige Volkskreisen kein Zweikel bestehen doß die
Gesundung des deutschen Bolles nicht von -er. Luxemburgischen Bergwerks, und Hütten A.-G. P"iftr alleln her, sondern in erster Linre von erklärte Namens der Gesellschaft, daß es wegen der Wirtschaft kommen muß. >— -------------- 2--LL- “
Es war davon die Rede, einen Wirtschaft-. diktator zu schaffen, dessen Aufgabe cs fein muß, ein zur Gesundung führendes Wittfchasts- programm dnrchzusühren. Die Demokratie mutz diesen Gedanken absurd finden. Es handelt sich aber darum, was der Wirtschaft helfen kann Parteipolitische Dogmen werden jetzt wenig ausbessern. Mit der Stabilisierung der Währung allein ist eS ebenso wenig getan, wie mit den währimgstechnischen und währungspolitischen Experimenten des Reichsbankpräsidenten. Die Wirtschaft ist keine Theorie und sie vetträgt keine; sie ist Praxis und rauhe Wirklichkeit.
menscheiiarmeu Bergen in dem menschenuber- süllten B-augli einttas. Bangli tst eines der größten Dörfer der Insel Bali, der westlichsten der kleinen Sundainseln. Heute waren die Be- wohner aller Ortschaften im Umkreis vieler Stunden zum Markt gekommen. Und alle saßen mit ihren Waren auf dem weiten Dorfplatz im Schatten des Hahnengefechtsturm und des Tempels beisammen. Ich hatte noch nicht viele Balier in ihrer ursprünglichen Art und Kleidung gesehen, vor allem noch nicht viele Frauen. Und d e wenigen, die ich auf den einsamen Ge- birgsp aden getroffen, hatten meist mit dem übet die Schulter hängenden Schleiertuch die Brüste verhüllt, wenn sie dem Europäer begegneten.
Und nun lag plötzlich hinter einer Biegung der Dorfstraße dieses
Vollendete Bild menschlicher Schönheit vor mir. Der ganze weite Platz war voll Menschen, sitzenden, hockenden, kauernden, steheaorn und gehenden. Alle in farbenbunten Sarongs mit Blumen im Haar, alle mit nacktem Oberkörper, vollendeten Körpern in hüllenloser Schönheit. Ich hielt den Wagen sofort an und wagte nicht, näher zu fahren. Ich fürchtete, die Har- monie dieses Bi'des zu stören, fürchtete, daß bei meinem Erscheinen alles erschreckt auseinander- stieben würde, zerrinnen und zerfließen wie ein Phantom. Erst nach einer ganzen Weile schlenderte ich langsam, scheinbar gleichgültig dem Markt zu. Photo- und Kinokamera ließ ich wohlweislich im Wagen. Ich hatte bisher immer wieder erlebt, daß vor allem hie Frauen ich abwandten, zum mindesten sich verhüllten, wenn ich sie zu photographieren suchte. Aber die Kamera war es nicht allein. Ich mußte auch meine Augen in Zucht nehmen. Ich mußte die Frauen so anblicken lernen wie es die eingeborenen Männer tun in vollster harmlosester Natürlichkeit. Noch konnte ich das nicht völlig, und so
übersah ich geflissentlich die nackten Frauen. Ich schlenderte durch die schmalen Gassen, welche die Menschenmauern freiließen. Ich musterte die Körbe mit Kokosnüssen, Rambutan und Mangos, die Bananendolden, die Betelnüsse, die säuberlich präparietten Zuckerrohrscheiben. Ich prüfte die knusprige Haut der appetitlich gelöste- ten Spanferkel, untersuchte sachlich die Qualität der Töpferwaren. Wohl eine Stunde oder zwei bummelte ich so über den Markt, prüfte, suchte und lauste; dann konnte ich den Frauen und Mädchen in die Augen sehen, in diese großen, dunklen Tieraugen, ohne daß sie den Kopf wandten und konnte meine Blicke über ihre Brüste gleiten lassen, ohne datz ie diese bedeckten. Dann erst wagte ich, meine Kamera zu holen. So langsam und gleichgültig, wie ich gekommen, ging ich und ebenso kehrte ich mit dem schweren Apparat zurück. Ich nahm zunächst nur den
kinematographischen Aufnahmeapparat
mit. So naiv und unberührt von westlicher Technik ist heute kaum noch irgendein Naturvolk, datz es nicht die Photokamera zum mindeste» den Begriff nach kennt, aber die Kinokamera ist noch unbekannt. Die kann gut als ein Vetrnessungs- injtrnmcnt oder dergleichen Harmloses gelten, wenn man sie nur geschickt und unauffällig Hand, habt. Eine Mutter kann ihr Kind nicht so sorg, lich im Arm hatten, wie ich jetzt meine Bamberg- kamera auf den Markt trug. Ich war in der letzten Zeit ein wenig sorglos mit ihr geworden So gut hatte sie bisher alle Strapazen der Reise iwerstanden, baß ich ganz vergessen, daß es sich im Grunde doch um einen sehr empfindlichen und komplizierten Apparat handelte In den chinesischen Westbergen war ich damit in einen >on der Wüste Gobi herüberwehenden Sand, türm geraten, so dicht, daß man die fxmd nicht mehr vor den Augen sehen konnte. Auf dem Nangtsekiang wäre er mir bei einer Sampan, ahrt einmal beinahe ins Wasser gestür-t Und nie oft hatten unachtsame Träger ihn fällen lasen! Wie gesagt, ich war etwas sorglos geworden, aber nunmehr überkam mich ein riesiger Schreck, inn Gottes willen, wenn nur nicht jetzt noch dem Apparat etwas passiert, jetzt, wo es das letzte und schönste zu filmen gilt:
die vollendet schönen Menschen inmitten eine vollendet schönen Natur. So schritt ich mit meiner schweren, kostbaren Lag
Sie Baben olles vorbereitet
Paris. 17. August. (Drahtbericht.) Der Pariser „Maftn" schreibt: Der französische Außenminister Briand erklärte, daß die Einberufung einer großen Konferenz nicht unbedingt notwendig fei, da die zur Vollendung des Sicherheitsabkommens notwendigen Vorbereitungen schon getroffen werden. Der „Matin" fügt hinzu, daß die deutschen Staatsmänner auf diese Weise von den wichtigen Verhandlungen ausgeschattet sein werden.