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Aesstsche Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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»neeigenvretse: Einheimische »«fchäst,an,eigen Zeile20llfa. auSwürttge Geschäfts-

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Donnerstag, 13. August 1925

Nummer 187. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags IS Pf.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15, IaHkgaUg

Betaute Sieg über Lhambertain in London.

Die Urfad)cn der Preisentwicklung. !DasAWeiImiI!el„DöIkerbund".

Als das Statistische ReichSamt Vor einigen Tagen die neue Indexziffer für die Lebenshal­tungskosten mitteilte, gewann man nur eine Be» chätiaung dessen, was man schon am eigenen Leibe erfahren hatte. Die Ziffer für Juli zeigte gegenüber der von Juni eine Steigerung unterer Lebenshaltungskosten von 138,3 auf 148,3, d. h. um weitere 5 Prozent der Vorkriegskosten an Diese Erhöhung erschien nicht überraschend, son. dein lediglich als die Fortsetzung einer schon rett einiger Zeit vor sich gehenden Bewegung. Die GrotzhanoelSindexziffern ergeben im großen und ganzen das gleiche Bild. DaS deutsche Preis­niveau ist wieder im Steigen begriffen.

Wenn man angesichts dieser Preissteigerun­gen von einer neuen Inflation zu sprechen be­ginnt, so ist das natürlich unrichtig. Inflation bedeutet stets krankhafte Aufblähung d«S Kre­dites und des Zahlungsmittelumlaufes. Davon kann heute nicht die Rede fein, worauf der Reichsbankpräsrdent Dr. Schacht mit gutem Ke- wissen wiederholt Hinweisen konnte. Zwar be­tragt der deutsch- Gesamtgeldumlauf zurzeit etwa fünf Milliarden Reichsmark, aber der Kre­dit ist nicht übermäßig ausgedehnt worden. Die im Lande gezahlten taisächlichen Zinsen über­steigen den festgesetzten Reichsbanrdiskont um 30—100 Prozent. Nur durch diese vereinigte Kreditpolitik der ReichSbank und der Privatdan­ken ist eine Erhaltung der deutschen Währung gesichert. Nur durch diese Politik kann eine neue Inflation vermieden werden. Die Ursachen der Preissteigerung rühren also beule nicht von der Geldfeite, sondern von der W a r e n s e i 1 e her. Gefchwächte Kaufkraft der Konsumenten auf dem Binnenmärkte wie auf dem Weltmärkte verhin­dert den großen Absatz, auf dem unser Produk- tionsaparat eingestellt ist und bei dem allein ir trotz Billigkeit der Einzelprodufte rentabel arbeiten kann. Heute dagegen soll eine verrin­gerte Produktton die Rentabilität unseres durch die Kriegsjahre hindurch erhaltenen und später zum Teil auSgebauten Produktionsapparates gewährleisten! Dies führt dazu, daß ein »er- hältnirmäßig ,u großer Nutzen am Sinz:1« geschäft gemacht wird. Zu groß nicht im Sinne deü Unternehmers, der ja doch mindestens seine Produktionskosten — und zu diesen gehört auch ein angemessener Gewinn — herauswirtschaften will und muß, sondern zu groß im Sinne deS Konsumenten, dessen Kauflraft außeror­dentlich geschwächt ist. Und die Zahl der Kon­sumenten ist groß. Sie beschränkt sich nicht nur auf die letzten Verbraucher, sondern ein jeder Produktionszweig ist Abnebm'r der Produkte des Doraufgehenden, also nicht nur Produzent, sondern auch Konsument. Maßgebend für die zu erzielenden Preise bleiben allerdings die letzten Abnehmer des Inlandes und Auslandes. Die Preisgestaltung der Rohstoffe und Aalbzeugvro- duzierenden Indnstrieen bleibt an die^Leistungs- fähigkeit der die Fertigprodukte herstellenden Industrien gebunden, die ihrerseits ihren Kon­sumenten die Preise keineswegs diktieren kön­nen. Das ist im Ausfuhrgeschäft schon wegen der ftemden Konkurrenz nicht möglich. Diese zwingt zur Billigkeit. IM Jnlande vollends gilt der Satz: Wo nicht? gekauft wird, hat der Produzent das Recht verloren.

DaS verlorene Recht kann er nur wiederge­winnen durch eine Verbilligung der Produktton. Daß dies« möglich ist, hat di« großzügige Ratto- nalisterung im Kalibergbau bewiesen, nach deren Durchführung dieser Produktionszweig in der Lage war, beschäftigungslos gewordene Arveit- nehmer aus dem Kohlenbergbau in großem Um­fange aufzunehmen. Auf der gleichen Linie be­wegt sich die Stickstoffabrikation. Wah­rend hier die Bewegung schon auf der richtigen Bahn erfolgt, ist sie an anderen Stellen unserer Wirtschaft noch rückläufig. Man t>erfv*t durch eine gesteigerte BerbandSbildung der Absatzkrise Herr zu werden. Wenn diese Verbände «ine Rationalisierung der Produktton durchsetzen würden, müßte man ste ohne Einschränkung ve- fürworten. Ob eine Erhöhung der Brikettpresse Co Zentner um 5 Prozent, und eine Erhöhung r KokSpreik von 1,83 auf 1,90 pro Zentner ge­eignet ist, mittelbar oder unmittelbar zur Ab­tragung der sich auf über 10 Millionen Tonnen belaufenden Kohlenhalden beizutragen, ist aller­dings zweifelhaft. Kürzlich wurde der Preis der Tonne Stabeifen von 128 Mark aus 136 Mark heraufgesetzt, der BlechpreiS von 170 auf 185 Mark. Die zweifelhafte Zweckmäßigkeit dieseS VorgehenS ergab sich bald aus den Mitteilungen vom Eisenmarkte. Die Berichte hoben hervor, daß den Heraufsetzungen der BerbandSpreise tatsächlich nur eine nominale Bedeutung bei» käme. Die Lage der Verbraucherschaft batte es offenbar durch ihre mangelnde Kauffähigkeit unmöglich gemacht, zu den erhöhten Preisen umfangreiche Geschäfte zu tätigen.

Wie sich Briand die nachbarlichen Beziehungen vorstellt.

Deutschlands Eintritt in den Bölkerbund vor dem Abschluß des Sicherheitsvertra­ges. / Eine Kompromißformel für den „casus belli". / Kanada und Südafrika gegen den SicherheitSpakt. I Der unbeständige Vandervelde.

London, 12. August. (Eigener Informations­dienst.) Der Verlauf der Londoner Verhandlun­gen ist für Frankreich sehr günstig. Wenn Briand auch noch nicht tn allen Punkten gesiegt hat, so doch in den wichtigsten. Deutschland muß zu­erst in den Völkerbund, dann, so wurde er­klärt, sei die Bahn frei für „Zugeständnisse" durch England und Frankreich. Die in London vorlie­genden Berichte des Berliner Botschafters sol­len auf die Hoffnung abgestimmt sein, daß Deutschland den SicherheitSpakt nicht scheitern lasse. Nach allem, was die englischeOefsentlichkeit bisher über die Ergebnisse der Ministervr- sprechungen erfährt, hat Chamberlain in den ent- cheidenden Fragen nach gegeben. Lediglich n der Frage derOstgrenzengarantie ist er unbeugsam geblieben. Für Polen einzutreten, habe England keine Veranlassung, nachdem ein­wandfrei feststeht, daß die Optanten-Ausweisun- gen, die größte K u l t u r s ch m a ch Europas, zu- erst von Polen in die Wege geleitet worden sind.

* * *

Briand ist sehr drfrteb'gt

London, 12. August. (Eigener Drahtbericht ) Briand, der nach der ersten B^prechung die englischen und französischen Pressevertreter empfing, war in bester Laune und antwortete ausführlich auf alle Fragen, die an ihn gerichtet wurden. Er erklärte, Chamberlain und et hätten die Antwortnote an Deutschland Wort für Wort durchgeganaen. Briand erklärte wörtlich: „Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, daß ich sehr befriedigt bin und am Don­nerstag nach Paris zurückzukehren gedenke.

Zm Falle eines Krieges ...

Frankreichs Vorbehalte in der Antwortnote. (Eigene Drahtwelvung.)

Paris, 12. August.

Der Londoner HavaSvertreter berichtet, die ziemlich kurze Antwort an Deutschland be­handelt die Gesamtheit derFragen und vermeidet die Möglichkeit von Kontroversen. Sie werde der italienischen, belgischen und japanischen legte« rung übermittelt und danach Deutschland durch den französischen Botschafter tn Berlin zugestellt werden. Man ist in London der Ansicht, daß eine vorbereitende Sitzung mit Deutschland

noch vor dem Zusammentritt beS Völkerbundes einzuberusen ist. Beim Kapitel „Sanktionen" haben die französischen und englischen Diploma­ten sich bemüht, eine befriedigende Formel zu finden. Es dürfte sich darum handeln, ein Kom­promiß zu finden, das Frankreich erlauben würde, in gewissen Fällen, die den Charaktrc eines „casus belli" tragen, unmittelbar zu han­deln und das zugleich eine Unterscheidung zwi- fdjen der Verletzung der Grenze und dem Einfall in Die Besatzungszone machen würde.

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Beschleunigte Absendung der Aniworinole

London, 12. August. (Durch Funkspruch.) Die Brianv'schen Paktvorschläge sollen schon am Freitag der englischen Kabinchtssttzung borge« legt werden und nach ihrer Annahme alsbald nach Berlin gehen. Beide Staatsmänner sind darüber einig, daß der Eintritt Deutsch- lands in den Völkerbund dem Abschluß eines Sicherheitsvertrages vorauszugehen hat.

Gegen den Gichkchertspakt.

Dir Haltung der englischen Dominions.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 12. August.

Der Paktvorschlag soll zu einem wesentlichen Teil der Friedensderträge sowie deS Bölker- bundpaktes gemacht werden. Von den englischen TaminionS haben Kanada und Südafrika jede Beteiligung an einem europäischen Sicherheiis- pnkt abgelehnt. Die übrigen haben ihre Entschei­dung bis zur allgemeinen britischen Reichskon- ferenz ausgesetzt, die in der letzten Augustwoche in London zusammentreten wird.

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Donverveide »ieyi sich zurück.

Brüssel, 12. August. (Drahtbericht.) lieber die StellungnahmeBanderveldeS zurSicherhetts- frage ist man hier mit Mitteilungen zurückhal­tend, besonders, weil die Rote Banderveldes nach Paris und London wenigstens in Paris eine starke Verstimmung hervorrief, weil man daraus eine Unterstützung deS deutschen Standpunktes herauslaS. Seitdem hat Vander­velde versucht, in mehreren offiziellen Bespre­chungen die Bedeutung der Note abzuschwächen.

staatliche Sewständigkett

deutsche Volk im Innern M einen und in ein inpolitischer, finanzieller und kultureller Hin- deutsches Bruderland zu vereinen, nach außen d5»»?^^k?m-nrüi^naSw^^'«1wÄonte aber die Geltung und da« Ansehen zu verschaf- °°Ee rur die, Bcgrüßungsworfe und betonte m SÄmÄt, ÄS xer Reichspräsident ermuerte. einer ernsten Schicksalsverbundenheit aller Mit-

«m von

glieder unseres Volkes lebendig werden, wenn wir alle großen Schwierigkeiten meistern wollen.

te davon überzeugt, etchSpräsident ein ** ein

Als ich am 13. Mai d. I. in Berlin die Her- ren de« Reichsrats empfing, habe ich betont, daß

ich daS Eigenleben der Länder al« eine wichtige und wesentliche Grundlage der geistigen und wirtschaftlichen Entwicklung deS Reiches an- sehe und daher gewillt sei, der Zusammenarbeit der Länder und ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Meinen heutigen Besuch in München bitte ich Sie alS den Au «druck meines aufrichtigen Willens aufzu- fassen, mit den Landern auch enge perfön- ltche Beziehungen zu unterhalten. Ber. trauenbvolle Zusammenarbeit zwischen Reich und Ländern ift unerläßlich, wenn wir unser

Der Reichspräsident in München

Bayern fordert Sicherstellung der staatliche» Selbständigkeit.

München, 12. Aug. (Eia. Drahtber.) heutigen Bormittag traf Reichspräsident Hindenburg und der bayerische Gesandte in Berlin hier ein. Zum Empfang hatten sich Vie gegenwärtig tn Bayern befindliche« Reich». Minister Dr. Getzler und Stingl, Minifierprüsi- dent Dr. Held und die Spitzen des Parlaments der Reichswehr und der Stadt eingefunven. Bor dem Bahnhof nahm der Reichspräsident den Borbeimarsch der Ehrenkompagnie ab und begab sich hierauf, begleitet vom Ministerpräsi­denten Dr. Held, durch die reichsten Flaggen- Smuck tragenden Straßen der Innenstadt zum enpgebäude de» Ministerpräsidenten. Hier hielt Dr. Held folgende Ansprache: Im Namen der bayerischen Staatsregierung heiße ich Sie in Bayern mit hoher Genugtuung freudig will­kommen. Wir find aufs tieffti " daß Eure Exzellenz al» Ri starker zielbewußter Führer DeS Reiches, Wahrer seiner Ehre und Förderer seiner Welt­geltung, zugleich aber auch ein treuer Schirm­herr der Rechte und Interessen der Einzelstaa- ten sein werde«. Wir in Bayern wissen, daß Deutschlands Schicksal unser Schicksal sein wird und wir lassen uns in unserer deutschen Reichs- geflnnung von niemandem übertreffe«. Möge es Ihrer weisen sicheren Führung gelingen, das

Vaterland wieder emporführen «ollen. Im baye­rischen Landtag begrüßte der L-rndtagSprSnven! Königsbauer den Reichspräsidenten und sprach die Neber,rugung au«, daß auch die große Masse jener Volksgenossen, welche aus sachlichen Grün­den eine andere Wahl wünschte, mit Zuversicht und Vertrauen Hindenbuurg alS den Präsiden­ten Deutschland» verehrt. Der LandtagSpräsi- dent nannte eS eine nationale Pflicht, vor einer

lleberspannuna deS Zentralismus zu warnen und bat ben Reichspräsidenten, seinen Einfluß dahin geltend zu mache», daß die geschichtliche Entwicklung deS Reiches trotz aller Röte der Zeit beachtet und die

DieVkrfaffungSfestr.

Festrede des Vizepräsidenten Stadler.

Kassel, 11. August.

Zur offiziellen Feier des sechsjährigen Be­stehens der Deutschen Versaffung versammelten ich am Mend des 11. August im großen Saal der Stadrhalle Behörden und Bürgerschaft. Der schlicht aber eindrucksvoll in Reichs- und Stadt- farben geschmückte Saal wurde in Einleitung der Feier erfüllt von den mächtigen Klängen der Bach'schen Lrgelptäludiums, das Organist Möller virtuos spielte. Der Beethovcnsche Festmarsch der Schutzpolizeikapelle leitete über zu einem Vorspruch aus einer Verfaffungspre- digt von Gustav Frenssen, den SladtbÜroinspek- tor Schünemann mit wohlklingendem Organ begeistert vortrua. Der Kasseler Lehreraesang­verein brachte anschließend zwei MännerchSre zu Gehör und dann ergriff unser neuer Ober­bürgermeister, Regierungs-Vize-Präsident Dr. Herbert Stadler als Vertreter der Regie­rung daS Wort zu einer außerordentlich sein durchdachten, sympathischen Festrede. Er griff darin zurück auf die Revolution und die furchtbare Zeit, die uns drohte, in der Zerris­senheit von Volk und Staat, Chaos und Bol­schewismus vor der Tür standen. Da sei die Verfassung von Weimar entstanden, bei der es nicht nur um den Bestand des Deutschen Reiches, mehr noch um die Errettung Deutschlands und Europas vor Chaos und Untergang gegangen sei. Tas teuerste Vermächtnis Bismarcks, die Einheit des Reiches sei durch die WfsMrcr Der- Hung gewahrt und g-kräftim^-N^ian dicsM- llen zur nationalen sei das letzte

Kriegsziel ber Feinde zerbrochen. Der Redner verbreitete sich dann über die neue Staatssorm, die er keinesfalls als die bequemste bezeichnete. Dom Gegensatz der Parteien fei das politische Leben abhängig — Pflicht der Parteiten sei die Heranbildung zielbewußter politischer Führer. Worte des Gedenkens widmete Stadler dann dem verstorbenen Reichspräsidenten und Worte der Ehrfurcht und der Hoffnung seinem Nach­folger. Dann wandte sich der Redner an die deutsche Jugend, bet er ans Herz legte, immer Gegensätze zu Überbrücken, eine Synthese zu finden zwischen gefühlsmäßig-idealistischer ire- bensaufsassung und staatlich nationaler Notwen- digkeit. Dann kam er aus die Flaggen frage zu sprechen, die leider noch das deutsche Volk ent­zweie. Einen Weg gebe es da nur, der mit wahrheitsliebender Ehrfurcht an den alten und mit wohlüberlegter Staatsbejahung an ven neuen Reichsfarben vorüberführe. So werde Einigkeit in deutsche Stämme kommen, überall, im Rheinland, in der Pfalz sei der Beweis für die Sieghaftigkeit der »östlichen Willenskräfte erbracht. Versailles nur Episode — wenn auch eine furchtbare, aber Großdeutschland werde kommen, weil es der einheitliche Wille so ver­lange. — Auch über Deutschlands Stellung zur Sicherheits- und Abrüsttmqlssrage sprach der Redner. Europa stehe an einer Schicksalswende — wir Deutsche glaubten an die Macht der Ideen, den Sieg de« Geistes. So sei der Weg zur Verständigung beschritten. Europa müsse endlich begreifen, daß es für seine Lander nur gemeinsamen Aufstieg oder Untergang gebe. Aus gemeinsamen Aufstieg hoffe daS Deutsche Volk, mit ungebrochenem stolzen Mut, glaube Deutschland an die Sieghaftigkeit deutschen Glaubens, an einen innerlich freien deutschen Menschen. Mit Gerhart Hauptmanns FreiheitS- ruf aus seinem Festspiel zur Jahrhunderlseter schloß der Redner mit elnem Hoch auf die deutfche Republik, und gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes. Lebhafte Ovationen bewiesen den Eindruck, den Stadlers Rede auf die Anwe­senden gemacht hat. AlS sich der Beifallssturm legte, folgten in der Programmfolge erneut Orchester, und Lhorvorträae. Unter Musikdirek­tor Kneifels Leitung wurde der Ambrosianische Lobgesang in Zusammenspiel von Kapelle und Orgel selten schon zum Vortrag gebracht. — Fran, Wagners Orgelphantafie schloß würdig den Abend der eindrucksvollen Kundgeming. eciilt.

Die Feier der OteldWgierung.

Hindenburg nimmt die Parade ab.

Berlin, 11. August.

ter Sitzungssaal deS Reichstages ist anläß- kich der Berfassunasfeier in der schlichtesten, aber vornehmsten Weise ausgeschmückt worden. Wenn man den Saal betritt, schlägt einem eine Wolke würzigen Tarmenduftes entgegen. Tie gesamten Tribünenrändet sind mit Tannen-- ftuirlanben geschmückt, an beiten in gleichmäßi­gen Abständen dir Wappen der Länder der deutschen Republik angebracht find. Dir Redner­tribüne versinkt in goldgelben Blütenkelchen und Tanncngtün Der Tftch des Präsidenten ist g.int von Tannen umgeben, so daß kein Eck-

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