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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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180* Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

Mittwoch, 5. A«>«st 1925

Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang

Elf Zechen im Ruhrgebiet Mgelegt.

verhafteten Deutschen find inzwischen in das Gerichtsgesängnis in Mainz überführt worden.

keine Sachsen sind, sondern Nachkommen von

Alliierte Fühler in Berlin.

Essen, 4. August.

Sim L August find im Ruhrgebiet elf Still­legungen und neunzehn Betriebseinschränkungen ausgesprochen worden. Unter de« ftillgelegten Sechen befinden sich zwei der größten Werke des Slinnes gehörigen Bochumer Vereins.

verloren. Rußland hat damit begonnen, zu­erst absolute Gesetze aufzuftellen. Man war aber gezwungen, zunächst rückwärts zu gehen, um auf einen festen Boden zu gelangen. Eine sozialistische Regierung wäre ohne Revo­lution und in kürzerer Zeit zum gleichen Re­sultate gelangt, allerdings unter der Bedingung, daß die öffentliche Meinung aufgeklärt gewesen wäre. Die Kommunisten wollen mit Gewalt die Welt erobern. Der Sozialismus aber will die Welt erneuern. Eroberung und Erneuerung der Welt find aber entgegengesetzte Auffassungen.

Gin Leben um-das andere.

Begnadigung der deutschen Studenten.

(Durch Funispruch.)

Moskau, 4. August.

, Der Prawda zufolge hat der Zentralsowset dre Begnadigung der zum Tode verurteilten dre, deutschen Studenten zu lebenslänglicher Kerkerstrafe, beschlossen. Die B-röffentlichnng der Begnadigung wurde ausgesetzt, dem Fersens die Begnadigung des vom Leipziger Reichsgericht zum Tod« verurteilten Russen Skoblewski mitgeteilt worden ist.

Beschleunigte Antwort?

Londoner Beratungen über die Sicherheitsnote. (Eigener Drahtberichi.)

Paris, 4. August.

Briand will mit dem englischen Minister­präsidenten am Mittwoch über die Beantwor-

Die verlassenen Schächte. Verschärfung der Krise im Ruhrbergbau. (Eigener Drahtberichi.)

Wein ist gewöhnlichxs Getränk.

Der Höhepunkt des dörflichen Lebens ist die Kirchweih. Vor dem Beginn des Tanzes wird der Kirchweihstrauß, ein Monstrum, oas mit Draht und bunten flatternden Bändern so groß wie ein Sessel gemacht wird, verstei« gert Der Bursche, der das höchste Gebot tut, oft Ändert Mark und mehr, ist Vortänzer, und das Mädchen, das er mit dem Strauß auSzeichnet, die Vortänzerin. Aller Geldstolz und alle bäu­erliche Rivalität kommt in diesen togelangen Tanzsesten zum Ausdruck, aber bis auf die ein- reißende Kinderarmut ist es eine mächtige erst- geborene Lebenskraft, die in den reicher, Schwa, bendörfern herrscht, oder, muß man'wohl timen, bis zu dem großen Umschwung, den die neue Zeil brachte, geherrscht hat. Durch diest sind alle Verhältnisse gewandelt, hier zum Schlim- men, dort zum Guten. T e m e s v a r. »> Haupt- siadt des Banats, des größten und reichsten Sie- delungsgebietes, soll vor siebzig I«hr»u nur acht Einwohner gezählt haben. Rach iöö7 aber kam die Zett der planmäßigen Magtzaristerunq Man lockte die Deutschen mit jedem mAglWnn Vorteil hinüber, unter der einzige« Bedingung, daß sie die ungarische Sprache aunahure-i. Wer -.lesen Weg ging, dem öffneten sich alle Aentter und gesellschaftlichen Vorteile. Die Sachsen in Liebenbüraen wurden ein Volk, das sich selber ständisch regierte; die Schwaben blieben eine Bauernbevölkerung, die zuerst von ötzerreicht-

Eozlallftische Siele.

Macdonald über Sozialismus und Revolution. (Eigene Drahtmeldung.)

Die Streikwelle In England und Amerika.

London, 4. August. (Durch Funkspruch.) Aus Newyork wird gemeldet, es bestehe wenig Hoff­nung, daß der Streik der amerikanischen Koh­lenbergarbeiter abgewendet werden kön­ne. Es werde erwartet, daß die Konferenz in Allantic City heute abgebrochen und der Streik-

Keine Verringerung der Besatzung.

Bonn, 4. August. (Drahtmeldung.) Der kommandierende General des französischen 33. Armeekorps in Bonn hat bei der Stadtverwal­tung in Trier 116 neue Offizierswohnungen, darunter vier Villen für Generäle, angefordert. Man befürchtet, daß die Franzosen in Trier die­jenigen ihrer Truppen des besetzten Gebietes unterbringen wollen, die frei werden, falls Eng­land nach der Räumung des Kölner Brücken­kopfes einen anderen Abschnitt übernimmt.

Dor neuen SoDnfömpfen!

Berlin, 4. August. (Eigene Drahtmeldung.) In vier Werkstätteuversammlungeu der Reichs­bahn am Montag in Berlin kam cs zu schweren Angriffen auf Generaldirektor Defer, der, wie gesagt wurde, noch immer amtiere. Hinsicht­lich der Lohnforderungen wurde« Resolutionen angenommen, mit der Aufforderung an die Or­ganisationen, die Forderungen bis spätestens 20. August zu befristen. Die Organisationen der Eisenbahnarbeiter verlangen für den August einen Ausgleich für die Teuerung und die Miet- teigerung und ab 1 September eine Erhöhung des Stundenlohncs um 12 Pfennig. Der Stand­punkt der Reichsbahngesellschaft ist der gleiche wie der der Regierung in der Beamtengehalis- rage, d. h. - b l e h n e n d. Ob die Gründe der Reichsbahngesellschaft betr. der kritischen Fi­nanzlage im einzelnen stichhalttg find, wird man er stsagen können, wenn die in Aussicht gestellte Ueberstcht über die Finanzlage vorliegt.

OTeue Mrlfchaftsvervanblungen.

Genf, 4 August. (Eigener Drahtbericht) Eine HavaSnote meldet, daß der deutsche Ein­spruch gegen die Kohleneinfuhrverbote der fran­zösischen Regierung vom Ministerrat zurückge- wiescn worden ist. Die Wiederaufnahme der deutsch - französischen Wirtschaftsverhandlungen ist auf de« 3. September festgesetzt worden.

London, 4. August.

Ramsey Macdonald erllärte in einer Rede vor einer Versammlung der unabhängigen Ar- bctterpartei: Glauben Sie, daß im Falle einer ozialistischenMehrheitim Parlament wir tm Stande wären, in einem oder in zwei Jahren die wirtschaftliche Struktur Englands vollkommen umzuwandeln und daraus einen ozialistischen Staat zu machen? Ich glaube e s n i ch t! Das wäre auch durch eine Revolu-

Dor fremden Richtern.

Die Teutschen-Prozcffe im Rheinland vertagt.

(Eigener Informationsdienst.)

lrcgt der tiefere Grund für die Verschärfung der Lage in dem gefühlsmäßigen Deutschenhaß, von dem bei weitem der größte Teil der öffentlichen Meinung beherrscht wird. Man muß zugeben, daß der deutsche Handel durch die Einfuhrsperre der Polen Verluste erleidet. Polen ist aber erstens mehr aus Deutschland angewiesen, als Deutschland auf Polen, und Polen hm zweitens mit einer allgemeinen Wirtschasts- und Finanz- krise zu kämpfen, die weit kritischer ist, als, trotz aller ihrer Schwere, die deutsche.

Es ist überhaupt schwer, sich vorzustellen, daß dtr Beziehungen zwischen Deutschland und Poeln .normal" werden könnten, solange zwi- schen beiden Stamen die Grenzfrage schwebt. Für Deutschland ist es ausgeschlossen, sich dau­ernd mit dem Vorhandensein des Korridors unv mit der Trennung Danzigs vom Deutschen Reich rbzufinden. Beides ist bei den sogenannten Frtcdensverhandlungen in Versailles durch polnischen Betrug und durch die Leichtgläubig- leit und Unwissenheit Wilsons und Lloyd G->. o'.geS zustandegekommen. Die Polen aber er­klären, jeden deutschen Wunsch nach Aenderung de: Grenze als einen Versuch zur .Vierten Tei­lung Polens" zu betrachten. Die Unversöhn­lichkeit dieses Gegensatzes führt zu jenem Gefühl erbitterter Feindschaft, und dieses ist ein schlech- ter Berater für Handelsverträge und allgemein wtrtschaslliche wie politische Beziehungen

Die Kosten des Krieges in Marokko werden auf monatlich etwa hundert Millionen Gold­franken geschätzt. Nmürlich kommt es darauf an, ob der Krieg in zwei Monaten, in einem halben Jahr oder in zwei Jahren beendet wer­den kann. Das letztere ist wegen der Kosten für Frankreich praktisch ausgeschlossen. Selbstver­ständlich wären die Franzosen imstande, mit unbegrenzten Mengen von Truppen, Geld und Material den vollständigen Sieg in Marokko zu erkämpfen. d. h. Abd el Krim und seine Leute zur Ergebung zu nötigen. Die beiden Haken bei der Sache sind nur, daß die Stimmung in der Armee und bei einem großen Teil des Volkes gegen den Krieg ist, und daß, wenn die Kriegskeslen ins Uferlose gehen, kein Wagemut und keine Künste mehr den Franken halten können. Daher also die Friedensgeneigtheitl

Die beschleunigte Räumung des Ruhrgebiets ist ein Ausfluß bei marokkanischen Schwierig­keiten. Frankreich braucht seine Truppen und nimmt sic aus dem rechtsrheinischen Deutschland zurück.

Deutschland und Polen sind belastet durch den Z o l l k r i e g, der durch das polnische Vor- grh-n sofort die Formen gegenseitiger scharfer Vergeltung angenommen hat, weit über bloße zollpolftis-Dc Maßnahmen hinaus. Polen geht von der gefälschten Voraussetzung aus, daß daz Zugeständnis einer Einfuhr von 600 000 Tonnen Koh.'e aus dem abgetretenen Teil Oberschlesiens, das mit d-m Beginn des Sommers 1925 ablief, r»r Rormalgrusdlage der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen gehöre, und daß die Ver- tortg/tung dieser Wenge als eines Dauerkontin. genls durch Deutschland einen .unfreundlichen W* und den B-ainn der Zollfeindsckaft oar. stelle. Natürlich kann davon keine Rede sein. Die Menae von 600000 Tonnen bedeutete eben­so eine U'bergangSbestimmung, wie die durch den V-ttrag von Versailles Deutschlands auf- gezw-i»aene Zollsreibeit der elsaß-lsihringischen Produkte für fünf Jahre. Als diese Zeit abge- laufen war. hm niemand daran gedacht, Deutsch- lmtds Recht zur Erhebung von Zöllen von der elfatz-lotbringischen Einfuhr zu bestreiten und seine Ausübung a's eine unfreundlich« Hand­lung zu betrachten. Auf der polnischen Sette

London, 4. August. (Drahtmeldung.) Die Times- melden aus Berlin: Es wurden wei­tere Anfragen nach Berlin gerichtet, die im Laufe des Montags überreicht werden sollen. Das französische Kabinett bewachtet die Annahme der Entwaffnungsnote als Vorbedingung weiterer Verhandlungen über den Sicherheitspakt. Wie es heißt, sollen Unterhandlungen zwischen Lon­don, Paris und Brüssel für die Einberufung einer Konferenz in der Sicherheitsfrage tm Gange sein, zu der auch Deutschland seine Vertreter entsenden soll.

tung der deutschen Sicherheitsnote vom 20. Juli beraten Der Quai d'Orsay hatte gestern den Antwortentwurs fertiggeftellr. Der Aufenthalt Briands in London wird, Chamberlains Zu­stimmung zu der Unterredung vorausgesetzt, zwei Tage dauern. Briand wird nur wenige Mitarbeiter mitnehmen. Es ist auch wenig wahrscheinlich, daß Caillaur Briand be­gleitet, da letzterer außer der Sicherheitsfrage in London keine anderen Fragen besprechen will.

Krisen allüberall.

Sicherheitspakt, Marotta und Polen.

Die Franzosen sind aus dem Ruhrgebiet ab- gcrückt. Die drei Sanktionsstädte werden wahr­scheinlich auch bald frei sein und das übrige be­setzte Gebiet? Wenn der Sicherheitspakt geschloffen ist, müßte die restliche Besatzung lo- gischerweise fortfallen. Es ift aber nicht nötig, gerade in diesem Punkt bei den künftigen Ver­handlungen fofort eine Entscheidung herbeizu- führen. Wir haben ihn in unserer Julinote be-! tont, um keinen Zweifel an unserer Meinung zu laffen, und weil es notwendig war, bei dieser Gelegenheit eine Grundlage für späteres Zurück- greisen auf die Julinote zu schaffen. Was da­gegen die Frage des Durchmarsches und die Verbindung des deutsch-französisch-englischen Westpaktes mit der französisch-polnischen und französisch-tschechischen Ostpolitik betrifft, so liegt für Deutschland kein Grund vor, einen Rückzug gegenüber dem Inhalt seiner Rote anzutreten. Können die Franzosen sich zur Nachgiebigkeit nicht entschließen, so haben wir diesmal Zeit, zu warten.

Die fortdauernde innere Unklarheit der Lage

Mainz, 4. August.

Das Kriegsgericht der Besatzungsarmee in Mainz hat die Abhaltung der vom Kriegs­gericht in dem geräumten Ruhrrevier eingelei­teten Strafverfahren gegen Deutsche vertagt. Die

geht in der Hauptsache daraus zurück, daß weder in Frankreich selbst noch außerhalb Frankreichs jemand ein Programm der auswärtigen Politik aufstellen kann oder mag, solange die Finanz- und Währungsfrage und der Krieg in Marokko nicht entschieden sind. Das Schlimme für Frankreich find die kurzfristigen Verpflichtungen von ca. 60 Milliarden Franken, für deren Rückzahlung keine Mittel vorhanden find, außer durch Erhöhung der Steuern, durch neue Anleihen oder durch Druck von Papiergeld. Das erste ist nicht mehr möglich; das zweite ginge nur mit Hilfe des Auslandes, d. h. prak­tisch gesprochen Amerikas, in genügendem Umfange, unter der Bedingung eines gewissen Maßes von Demilltaristerung; das dritte wäre die Inflation. Caillaux hat den Plan, eine innere Anleihe mit Garantierung ihres Goldwertes herauszubringen. Das würde be­deuten, daß die Regierung es unternimmt, den Frankenkurs in der Nähe des jetzigen Gold­wertes des Franken, etwa bei einem fünftel des nominellen Betrages, stabil zu machen. Ein sehr kühner Experiment, dessen Ausgang niemand Voraussagen kann. Ohne Hilfe des Auslandes ist es gleichfalls nicht durchzuführen. Das aus­ländische Kapital wird sich aber umso schwerer zu einer Unterstützung der französischen Währung entschließen, je weniger die frauzösifche Politik geeignet ist, eine wirkliche Befriedigung Euro­pas herbeizuführen.

: moselfränkischen Einwanderern, so find auch die ; Schwaben an der unteren Donau, an der Drau , und an der Theiß keine Schwaben, sondern ihre : Vorfahren kamen aus der Rheinpfalz und dem ; badischen Land. Alle Arbeit, die int Banat ge­tan ist, haben die Deutschen getan. Im Früh­ling ist das Land ein grünes, int Hochsommer

ein gelbes Meer von Weizen und Mais,

in dem die baumreichen Dörfer wie dunkle In­seln liegen. Die Bauern sind reich; wer eine« von ihnen fragt, ob er mit Ochsen pflügt, kann eine Grobheit zu hören bekommen. Es wird nur mit Pferden gearbeitet, und die Arbeits- Pferde im Stall eines Banater Bauern sind stets so blank geputzt, wie bei der Kavallerie. Sechs- mal im Jahre ist Hausputz, jedes Haus ist blendend frisch getüncht; mancher wohl­habende Bauer hitt Parkettfußboden in der guten Stube, und einen Flügel darin, auf dem »bie* Tochter spielt. Seit alles Land kultt- viert ist, und keines mehr zugekaust werden kann, pflegt es nur wenige Kinder zu geben. Auf jedem Bauernhof stehen zwei schöne Häuser, das »große- und das »kleine-; denn mit fünfzig Jahren pflegt der Bauer in den »Vorbehalt- zu gehen und ins Altenhaus zu ziehen; ins Haupt­haus zieht dann der junge mit feiner Frau. Bei den Sachsen in Siebenbürgen ist es anders dort rackern sich die Alten ab, bis fie nicht mehr können, und die jungen Leute müssen zu­sehen, wie sie in ein paar Kammern unterkom­men. Im Banat und in der Bacska steht noch manches Haus, das zweihundert Jahre alt ist und in der ersten Besiedelungszeit gebaut wurde, mit Wänden aus gestampftem Lehm und Rohrdach. Nur die Schornsteine, die früher aus Weidenruten geflochten und mit einem Mantel aus Lehm bekleidet waren, sind auch bei den ältesten Häusern durch gemauerte Rauch­sänge ersetzt. Der schwäbische Bauer trägt dunkle Tracht, halbhohe Stiefel und einen Beinen runden schwarzen Hut. Die Mädchen und Frauen haben vielfach schon die Volkstracht gegen eine halbstädtifche Kleidung ausgegeben. Ein richtiger Vollbauer ist, wer eine ganze »Session-, d h. dreißig Joch Ackerland, etwa so viel wie fünf­zehn Hektar, besitzt. Gegesfen und ge­trunken wird mächtig.

Scbwaben-Varadles.

Deutsches Schicksal im Ungarland.

Von Dr. Paul Rohrbach.

In der Bacska, den 18. Juli 1925.

Tief im früheren Ungerlenb bat nufer weit« und völkerknubiger Mitarbeiter mit dem war­men deutschen Herzen und dem Späherblick des Forschers an reichbesetzter Tafel unserer schwä­bischen Brüder zu Gast gesessen, aus Watt und Miene« ihr glück- «ud teibbewegteS Schicksal abgelefen. Ju seinem fünften und letzten Reifebrief bat er ihren Tagen und Taten ein Denkmal gefetzt. Er schreibt tn dem Brief: Es gab drei Schwaben-Gebiete im alten Un­garn: das Banat, die Bacska und die »Schwä­bische Türkei-. Das Banat ist heute zwischen Rumänien und Jugoflawien geteilt, die Bacska ist jugoslawisch geworden und die Schwäbische Türkei ift_ ungarisch geblieben. So ist diese deutsche Siedelungsgruppe, die mehr als zwei Jahrhunderte gemeinsame Geschichte erlebt hat, in drei Teile zerrisen. In jedem von ihnen wohnt nahezu eine halbe Million »Schwa­ben-. Wie aber die Sachsen in Siebenbürgen

befehl für den 1. September ausgegeben wird, da bann das augenblickliche Lohnabkommen ab- läust. Präsident Coolidge gab zu verstehen, daß er nicht einzugreifen beabsichtige, bis die Berg­arbeiter tatsächlich streiken. In diesem Falle wür­de er ein Schiedsverfahren Vorschlägen. Die Bergarbeiter haben diesen Vorschlag jedoch abge- lehut. Während der Streik der englischen Kohlenarbettcr vermieden werden konnte, dauert derjenige der Tertilarbeiter in der Graf­schaft Norkshire nach wie vor fort Es streiken tiDnich. «.SaliM ttn, insgesamt 250000 Textilarbeiter. Die Regie- s toafiu ortnhÜS mi.6

rung scheint zu beabsichtigen, in diesem Konflikt öer«orurtetlen unb &nff^tno^e^crnn^' zu intervenieren. Ein RegierungSvcrtrctcr reifte Lj snns 9t0

am Sonnabend nach Bradford ab, wo er mit ben|öf"fe Maffen^?iiw mebr^knutraNi-^^i«' Arbeiterdelegierten in Fühlung treten wird. verloren ?TL