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Kasseler Neueste Nachricht»«

GleichesRetzt für denSicherheitspalt

geplant!

terungen und w>-,de

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Ol­die

nterjKe bes Verlangens der Völker nach fried­licher Entwicklung und normalen weltwirtschaft­lichen Beziehungen lebhaft begrüßen.

wurde mit

32 gegen 22 Stimmen angenommen. Ein Antrag Badens, den Stichtag des L tober im Gesetz zu streichen, wurde gegen

salien wegen der Re-parationsver- pflichtungen würden danach einseitigem Ermessen Vorbehalten und

den Alliierten ein vertragliches Recht einräu- mcn, gegen Deutschland militärisch einzuschreiten

wenn sie einseitig einen deutschen Verstoß gegen Demilitarisierung des Rheinlandes annehmen. Gegen die Konstruktion einer Garantie der ab- zuschliießenden Schicdsverrräge wird gleich­artige Einseitigkeit und Recht des Garan­ten beanstandet, über den Angreifer zu entscheiden, selbst wenn der Garant Verbündeter einer Vertragspartei :st. 'Dadurch würde das Garantiesystem einseitig zu ungunsten Deutsch­lands durchbrochen werden. Das System sei mit dem Geiste der Völkerbundssatzung nicht in Einklang zu bringen, ©egen die Verbindung der Frage des Eintritts in den Völkerbund mit derjenigen des Sicherheitspakts wird kein grund­sätzlicher Widerspruch erhoben. Die Frage des Eintrittes selbst bedarf noch sorgfältiger Klärung. .Die Rote des Völkerbundsrates oom 13. März d. Is. hat die

Bedenken gegenüber Uebernahme der Ver­pflichtungen aus Artikel 16 nicht ausgeri»umt.

Es wird dabei aus die besondere militärische wirtschaftliche und geographische Lage Deutsch­lands verwiesen und festgestellt, daß Deutsch­land als Dtitalied des VÄkerbundes erst dann gleichberechtigt sei, Wenn die allgemeine Abrüstung erfolge. Im Schlußpaffus stellt die Note die bedeutsame Annäherung der beider­seitigen Anschauungen fest. Sie hofft auf ein positives Ergebnis der weiteren Erör-

Stimmen Badens und Lübecks abgelehnt. In der Schlußabstimmung wurde die Vorlage mit 38 gegen 17 Stimmen zum Be­schluß erhoben. Gegen das Gesetz stimmte Bayern, Thüringen, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Lübeck und die preußischen Provin­zen Pommern und Hessen-Nassau.

Deutschlands Antwort auf Briands Angebot.

Rückwirkung aus die Besatzungsklauseln. Keine einseitigen Schiedsverträge. Keine Repressalien und Angrisfsrechte. Vorbehalte für den VLLkerbund.

allem die

Auch Sütttolfc begnadigt.

Berlin, 22. Juli. Zu der der Amnestievor­lage wird daraus hingewiescn, daß den größten Vorteil von der Amnestie diejenigen politischen Verbrecher haben, die noch nicht festgesetzt wer­den konnten. Bemerkenswert ist, daß somit auch General von Lüttwitz amnestiert wird.

Don den Eisen bohnern gekündigt.

Neue Lohnbewegung der Gewerkschaften.

Berlin, 22. Juli.

Tic Eisenbahnergewerkschaften haben be­schlossen, den mit der Reichsbahn geschlossenen Lohnvertrag zum 31 August zu kün­digen. Die Forderungen gehen im Mesent- lichen auf eine Verringerung der Lohn­gruppen, auf Einführung einer Dienst­alterszulage sowie Gewährung durch­gehender Löhne für Schichtarbeiter.

Wehende Fahnen... Giockengeläut.

Essen am 31. Juli frei Jubeltage an Der Ruhr

Essen, 22 Julu

Der Essener Stadtverwaltung wnrd- von der Bcsatzungsbehördc mitgctcilt, daß die Räumung Essens bis zum 31. I u l i z w ö l i » h r u n d> 3 beendet sein werde. Tic Räumung der Haupt­stadt des rheinisch-westfälischen Fndnplierri'ierü wird vollkommen sein. Es bleiben weder Polizei - noch Gendarmcrietrupvcu in der Stadt zurück. Lediglich die französische Kohlcnniission.

Die Bevölkerung verhielt sich bei dcrRau- mung im allgemeinen ruhig, jedoch sanden in der Nacht trotz Verbctes einige Umzüge statt, bei denen es etwas lebhafter hergwa. -- In Herne kam es zu einigen kleinen Zu,ammen- stößen zwischen Angehörigen nationalistischer Verbände und Arbeitern. In B o ch u m hißte die Bevölkerung

spontan allerorts Flaggen.

Abends entfaltete sich in den Straßen und Lokalen der Stadt ein ungewöhnlich reges Leben. Immer wieder kam es zu patrioti­schen F r e u d e n ä u ß e r u n a c n det Bevöl­kerung, die mit stürmischer Begeisterung das Deutschlandlied fang. In Reckl^ua- Hausen läuteten gestern in der ganzen Stadt zur Feier der Befreiung die K irLr «a lo>ke n. Am Sonntag nachmittag soll ein g - o ß e t c st- z u g stattfindcn. bei dem die Vf.-ine die von ihnen zwangsweise abaelieferten Zahne» wieder in Empfang nehmen werden.

Das 6teuer6arometer.

Umsatzsteuern fallen. Biersteuern steigen.

Berlin, 22. Juli.

Der Steuerausschuß des Reichstages trat in die zweite Lesung der Umsatzsteuer ein. Ein Antrag der Regierungsparteien will den Steirersatz für die erhöhte Umsatzsteuer (soge­nannte Lurussteuer) mit Wirkung ab 1. Oktober 1925 von 10 auf 7% Prozent herab­setzen. Im übrigen soll an der in erster

Lesung beschlossenen Senkung der Umsatz­steuer auf P4 Prozent vom 1. Oktober 1925 ab festgehalten werden. Vertreter der Demokraten, Sozialdemokraten und Kemmunisten hielten beide Anträge für unzureichend und verlangten eine weitere Herabsetzung der Sätze. Staatssekretär Dr. Popitz bezeichnete die An­träge der Regierungsparteien als die äußerste Grenze, innerhalb deren ein Entgegenkommen möglich sei. Die Anträge der Regierungsparteien wurden schließlich auch angenommen. Schließlich wurde noch die B i e r st e u e r behan­delt. Hierbei verblieb es gegen den Widerspruch der Linken bei den Beschlüssen der ersten Lesung. Der Biersteuersatz wird also wie die Regierungs­vorlage bestimmt,» um 50 Prozent erhöht.

Berlin, 22. Juli.

lieber den Inhalt der deutschen Antwortnote an Briand wird mitgeteilt: Die deutsche Note stellt fest, daß die französische Note vom 16. Juni eine Reihe konkreter Vorschläge bringt, die zwar auf den deutschen Anregungen aufgebaut sind, ihnen aber in wichtigen Punkten eine andere Richtung geben und neue Ver­tragskonstruktionen hinzufügen. In Punkt 1 ist die Frage ausgeworsen, welche Absicht die alliierten Regierungen mit der Betonung des Umstandes verfolgen, daß die Regelung der Iicherbeitsfrage keine Aenderung der Friedensverträge mit sich bringen könnte. Die deutsche Regierung betrachtet es als selbstver­ständlich daß nicht für alle Zukunft die Möglrch- eit ausgeschlossen werden soll.

Verträge durch friedliches Uebereinkommen veränderten Verhältnissen anzupassen

und verweist auf gleichartigen Inhalt der Völ­kerbundsatzung. Das deutsche Memorandum habe den Paklabschluß nicht von einer Aende­rung der militärischen Besetzungsbestim­mungen abhängig gemacht, doch verweist die Note daraus, daß das Zustand'kommen eines Sicherheitspaktes eine so bedeutsame Neuerung darstellen würde, daß sie nicht ohne Rückwirkung

(Sin Welfer Spruch.

Don

Alfred Flemming.

Mn den Amir, der jugendliche Sohn des reichen Teppichhändlers Amir, war in Bagdad als einer der größten Tierquäler bekannt. Eines Tages lustwandelte Safed der Weise vor den Toren der Kalifenstadt. Da sah er, wie Ibn ben Amid einem gefangenen Vogel die Augen aus- stechen wollte und verbot es ihm. Der mutwilli­ge Jüngling verlachte aber den Rat deS Weisen und verspottete ihn noch obendrein. Als Safed bemerkte, daß seine wohlgemeinten Mahnungen nichts fruchteten, versetzte er Ibn ben Amir eine Ohrfeige.

Am anderen Tage standen Safed der Weise. Ibn ben Amir und sein Vater vor Harun al Raschid, dem Beherrscher Bagdads. Amir, als Kläger, forderte Recht für die feinem Sohne an»

lcmds und von der Wirkung alkoholischer Ge­tränke auf die künstlerische Psyche halte.

Mein Vater hat geantwortet, daß mein Lieb­lingsheld Karl der Große und mein Lieblings- dichter Einstein sei, daß sich die Schule der Weis­heit geistig bereits überwunden habe, aber den Grasen Keyserling für einen braven Mann hatte, dem man sonst nichts nachsagen kann. Und toeuft die Russen mit dem kategorischen Jmperatio nichts anfangen könnten, so sollten sie ruhig wieder Schnaps ttinken hat mein Vater für mich geantwortet. Und hundertzwanzig ame­rikanische Reporter haben das sofort nach drü­ben an ihre Blätter gekabelt, wobei dem einen leider die Vorderzähne ausgeboxt wurden und ein anderer einen Tritt in den Unterleib bekam Aber er ist ein Sportsmann, tote ich, und wird sich nichts daraus machen.

An dem großen Juwelendiebstahl, der an mir verübt fein soll, ist kein wahres Wort. Der passiert erst auf der Heimreise. Und von dem kleinen Attentat auf mich werden wir wohl ad- sehen können, da ich alle Kinos der Welt sowieso ichon voll mache.

Die Taktlosen haben immer recht.

*

Mancher gibt nur deshalb acht auf sich, damit er die Selbstachtung nicht ganz Denket.

Wer von seiner Bescheidenheit spricht hat keine. Wauing.

anderen System werden vor Ausnahmefälle beanstandet, dte ein gewalt­sames Vorgehen zulassen, und zwar ohne vorhergehendes objektives Verfahren. Reprcs-

aus die Besetzungsfragen bleiben dürfte. Die tn Analogie zu den entsprechenden Völkerbunds bcstimmungen schon heute zwischen verschiedenen Staaten aufgebauten Schiedsverträge erschöpfen nach deutscher Ansicht zur Zeit die Möglichketten zur schiedlichen Regelung von Staatenkonslikten mit Aussicht auf praktischen Erfolg. Bei dem von der Gegenseite anscheinend

Stoeifrlei Wellen.

Heiße Zollkämpfe. Graf Kanitz sprach.

Berlin, 22. Juli

Im handelspolitischen Ausschuß des Reichs­tages nahm Reichsernährungsmtnister Graf Ka nitz Stellung zur Frage bei Agrar-Zölle. Der Minister erklärte u. a.: Erforderlich sei, wie auch die Sachverständigen festgestellt haben, eine Jn- tensiv-Wirtschaft, die durch einen mäßigen Schutz zoll stark gefördert werde. Die Mehrheitsent- fchließung des Agrarausschuffes fei im Sinne der Zollvorlage der Reichsrcgierung gehalten, wenn sie zu dem Schluß komme: Solange ein Abbau der Jndustriezölle nicht möglich sei, wäre nicht nur ein Verhandlungszoll für dte Landwirtschaft sondern auch ein leichter Schutzzoll erforderlich. Wenn der Agrar-Ausschuß sich für einen beson­deren Schutz der Veredelungsproduktion ausge­sprochen und Zollfreihcit für bestimmte Futter­mittel als notwendig erklärt habe, so werde üch auf diesem Gebiete eine Annäherung der Stand­punkte erzielen lassen. Abschließend hob der Mi-

Sünder der Politik.

Die Amnestie im Reichsrat beschlossen.

Berlin, 22. Juli.

Der Reichsrat hat gestern den Gesetzentwurf über die Gewährung von Straffreiheit angenommen. Ter Gesetzentwurf sieht für gewisse politische Straftaten Straferlaß vor, wenn die erkannten Strafen ober der noch zu verbüßende Strasrest nur besteht in Geld­strafe oder Haft ober Festungshaft oner Gefängn is von einem Jahre. Nieder­geschlagen werden sollen die noch nicht erledigten Verfahren bei Zuwiderhandlungen gegen Para­graph 8 des Republikschutz gesetzt s. Die Niederschlagung des Verfahrens bei ben anderen Delikten tritt nur dann ein, wenn die Tat vor dem 1. Oktober 1923 begangen worden ist. Ge­meine Verbrechen werden wie üblich von der Amnestie ausgenommen. Der Reichsrat er­gänzte diese Bestimmungen dahin, daß in dem Straferlaß auch die Neben st rasen einve- zogen werden, soweit sie noch nicht vollstreckt sind. Ferner wurde bestimmt, daß die Amnestie nicht eintritt bei Verfahren bezüglich der Taten, die nach dem 15. Juni 1925 begangen worden sind. Staatssekretär Weisemann be­antragte, in den Straferlaß auch gewisse Laa- desverratsfälle einzubeziehen. Dieser Antrag

Das Wunderkind.

Aus Jackie Coogans Reisetagebuch.

Von

Rudolf Presber.

Der mehr durch geschickte Reklame als eigems Talent berühmt gewordene kleine Filmdarstel­ler Jackie Coogan ist auch in Deutschland, das er auf seiner Eurova-Reise besuchte, in. komi­schem Uebermaß t> er bimmelt worden. Rudolf Presber glossiert den Coogan-Rurnrnel in sei­nem bei Hesse und Becker erschienenen Buch Der Weg »um Ruhm" in Form eines Tage­buches, das der kleine Mann selbst führt, lieber die Europa-Reife heißt es da folgendermaßen: Ich bin jetzt in drei Ländern Europas ge­wesen. In England, Frankreich und in Deutjch- land. AVer ich finde keinen großen Unterschied zwischen ihnen. Auch nicht in der Sprache. Sie schreien alle so durcheinander, wenn ich komme, daß man doch nichts versteht. Oder immer das­selbe: ^Jackie Coogan" und das weiß tch ,chon.

Weder in England noch in Frankreich noch in Deutschland haben die Leute, so scheint es, schon mal einen neunjährigen Jungen gesehen; mindestens keinen, der aus Amerika kommt. Wo ich stehe oder hingehe, bildet sich allemal sofort ein Ring, ein Klumpen von Menschen, junge und alte, besonders viele Frauen darunter, die alle dasselbe dazu rufen und winken und mit den gänben fuchteln oder sie seufzend auf das Herz gen.

Hinter diesen Menschen, sagt man mir, sino Marktplätze und Parks und Denkmäler und Kathedralen aber ich sehe nichts davon, pich sehe immer nur Menschen, schreiende, winkende Menschen. Und ich rieche sie.

In Frankreich riechen die Menschen am köstlichsten. Man meint, man ist in ein Blumen- bickett gefallen. In E n gl a n d mischt sich ein wenig Geruch von Pferden, Ställen und Sattel­zeug in die Dustwelle. Und in Deutschland riecht man nach Tabak, Bier und Seife.

Die Frauen tun mir in England Weh, wenn Le mich küssen. Denn sie haben so entsetzlich

Aus Boliffl und Wirtschaft.

Spanische Aerzte bei der deutschen Wissen­schaft. Mitte August werden etwa hundert spanische Aerzte Deutschland besuchen, um die deutschen Verbältuisse aus eigenen Anschauun­gen kennen zu lernen.

Auch StaatSbäiiPter spannen ans. Der Prä­sident der französischen Republik ist zu seinem Sommeraufenthalt nach Rambouillet abgereist. Belgiens Außenminister Vnndervrldc ist zu einem Ferienaufenthalt nach Sarl-lo-Spaa ab­gereist.

Marseille ohne Banken. In Marseille streiken über hundert Bankangestellte wegen Ge­haltsforderungen.

Der Chinefengeneral in Moskau. Der in Moskau eingetroffene chinesische General H f ii e hat mit dem Oberkommand'ercnden F r u n s e eine längere Unterredung gehabt und besichtigte das Sommerlager der Roten Armee.

Kunst und Politik. Die polnische Regierung hat dem Staatstheater in Kattowitz unter­sagt, in der kommenden Spielzeit deutsche Aus­führungen zu veranstalten

Ein Balkanprogramm. Die gestern in der Skuvscktina in Belgrad verlesene Regie-

qctane Schmach, während Safed bescheiden zur Seite stand.

»Was kannst du zu deiner Rechtfertigung an- geben, Safed?" fragte Harun, als Amir geendet.

»Beherrscher der Gläubigen," begann Safed, .ehe ich mich rechtfertige, will ich dir eine Frage vorlegen. Was wurdest du tun, wenn ein frem­der Mensch deinem Bruder die Augen ausstechen wollte?"

Ich würde ihn hart bestrafen," warf Harun ein.

»So wisse denn, großer Harun, daß ich sämt­liche Geschöpfe, die Allah gleich uns erschaffen, als meine Brüder und Schwestern betrachte. Kannst du mir jetzt noch verargen, daß tch Ibn ben Amir gezüchtigt habe?"

Harun schüttelte sein Haupt, dann fuhr er sich durch den Barl und sagte zu Amir gewendet: Safed ist im Rechte gewesen. Sein Sohn hat sich nicht an Safeds Bruder zu vergreifen. Ihn bekommt fünfzig Stockschläge, und du zahlst zweihundert Goldstücke, weil die Erzieyung bei» nes Sohnes eine falsche war. Ta Sas-d mit sei­nen Geschwistern nicht teilen kann, fließt das Geld in die Staatskasse." Also geschah e8.

viele Knochen und so wenig sonst was. In Frankreich habe ich den ganzen Tag daS Ge­sicht voll Schminke und Lippenpomade von der öden Küsterei. Aber in Deutschland rezitieren sie Gedichte, die ich nicht verstehe, zwischen oen Küsten und schenken mir Blumen, die schon haiv verweist sind.

Wenn ich alle die schlechten klebrigen Bon­bons effen müßte, die mir geschenkt werden, wäre ich längst an der Cholera gestorben. Und wenn ich in alle die Bücher und Alben etwas hineinsckriebe, die sie mir schicken, zuwerfen uns Hinhalten, könnte ich bis an mein Lebensende nichts tun, als meinen Namen schreiben, und müßte ein hoher Achtziger werden.

Unter den sinnigen Geschenken, die ich jetzt bekommen habe, befindet sich ein Zeppelin, ein Keines Nilpferd, ein Bechsteinflüael, der von selbst spielt, ein Reise-Auto mit Küche und Te­lephonzelle, eine Freikarte für die '-Berliner elektrische Straßenbahn,' ein Schaukelpferd, das zugleich ein Nachtstuhl ist. eine Nachbildung der Peterskirche in einem Zehntel der natürlichen Größe und das lebensgroße Oel-Porträt einer älteren Dame, die ich nicht kenne. Man sagt mir, nur Hindenburg hätte nach der Schlacht von Tannenberg so viele und so schöne Geschenke bekommen wie ich.

Ich habe schon siebzehn Heiratsanträge be­kommen von gutsituierten Damen. Von weniger gutsituierten unzählige. Sie wollen alle zum Film oder mich heiraten, oder mich heiraten und zum Film. Mein Vater hat sich ein Klischee­brief drucken lassen, in dem er für die große Ehre dankt, aber ich sei zu so was noch zu jung. Die meisten Damen schreiben dann zurück, sie werden gerne warten, denn das seien sie ge­wöhnt.

Gestern bin ich wieder interviewt worden. Ein Jubiläum schon sünfhundertmal. Man hat mich gefragt, was ich von der Relativitäts­lehre halte und wie ich zur Schule der Weisheit des Grasen Keyserling stehe, und wie das Niko­tin auf mich wirkt und wer mein Lieblingsheld und mein Lieblingsdichter ist; und was ich vom kategorischen Imperativ, fton der Zukunft Ruß-

nister hervor, er habe nicht geglaubt, daß Dte Agrar-Enquete zu einem so

positiven Ergebnis im Sinne der Agrarzölle kommen würde, wie es tatsächlich der Fall sei.

Abg. Frau Sender <Soz.) meint, der Mi­nister habe offenbar Überlesen, daß der Ausschuß zum Ausdruck gebracht habe, »daß ein lückenloje: Zollschutz der Wirtschaftslage Deutschlands nicyi entspricht". Weiter habe die Agrarkommission festgestellt, daß die deutsche Landwirtschaft nur durch innere Verhältnisse leide, nämlich Kapttst­und Kreditmangel und durch den Steuerdruck. Das sei doch alles in allem eine vernichtende Ab­lehnung der Zollvorlage der Regierung. Abg. Dr. Dietrich-Baden (Dem.): Deutschland jei nicht in der Lage, seinerseits eine Politik des Freihandels zu treiben. Auf die Dauer sei diese gegenseitige

Absperrung ein Ding der Unmöglichkeit.

Andererseits sei durch die Politik der Mehrheit des Ausschusses ein solcher Zollschutz für in­dustrielle Artikel und eine solche Verteuerung der Lebenshaltung zu erwarten, daß die Lcmdwirt- schaftszölle nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden könnten. Die demokratlsche Partei werde keinesfalls mit Mindestzöllen pak­tieren und der Versuch, die Futtermittel unter Zoll zu bringen, werde zu einem scharfen Kampf der Demokraten gegen die Regierung führen. Abg. Frau Sender lSoz.): Unsere Vorschläge gehen darauf hinaus, einen Abbau namentlich derjenigen Jndustriezölle vorzunehmen, die die landwirtschaftlichen Produktionsmittel betrafen. Ferner müßten die Anssuhrbefchränlungen für die Landwirtschaft fallen. Auch der Minister habe die Frage, wie die Zölle sich auf die breiten Mas­sen auswirken, nicht einmal gestreift, obwohl gerade aus ihre Beantwortung Millionen von Volksgenossen warten. Die Zollpolitik der Re­gierung und der Rechtsparteien bedeute eine

Enteignung der... GrofigrunddeNtzer.

Polens Todesstoß für hie Teutfchen.

Warschau, 22 Juli.

Das in dritter Lesinia nnactionrntmc Agrar­gesetz sicht die Enteignung und Austei­lung aller Güter vor, d-e grufier nl-5 ISO Hektar sind. Jährlich müsse« 3W ono Hektar ent­eignet werden. Die betroffene» Gutsbesitzer er­halten Rentenbriefe, deren Wert jedoch niedriger ist als der MarstvrciS ves enteigneten Besitzes. Ferner werden alle Güter enteignet, deren Besitzer polnisckte Bürger deutsch er Nationalität sind. In den östlichen Wovwodsck>aften beträgt die Höchstgrenze eines zulässigen GittrS 300 Hektar. Ter Scjm ist nach Annahme des Gcfetzcs in die Ferien gegangen.

Donnerstag, 23. Juli 1925.

zu beschließen. Heber das Schicksal bei Zolloor- lage und den voraussichtlichen Abschluß der Tagung vor den Sommerferien ist nicht ze- fprochen worden.

Kleine Bosheiten

Man hat sich in Gesellschaften gut unterhal­ten, wenn man Gelegenheit hatte, gut von sich zu reden.

*

Die kurzen Bekanntschaften find die besten.

Größten Eindruck auf uns macht der Ein­druck, den wir selber bei anderen erwecken.

15. Jahrgang. Nr. 169.

weitere Steigerung der Verelendung der Mass:n. Ab. Dr. Moses (So;.): Man müsse frei von parteipolitischen Gesichtspunkten und nur vom Standpunkt des Arztes aus bezüglich der Volks­gesundheit eine

böse Zukunft Voraussagen, wenn die aegenwärrige Zollvorlage Gesetz werde Abg. Fehr (Wirtsch. Vergg.j hebt hervor, daß die Landwirtschaft kein Interesse an hohen Prei- fen habe, sondern nur solche Preise wünsche, die ihr die absolute Betriebssicherheit gewähren. Es handele sich nur um ein Provisorium.

Offene Türen in OrfferreiO.

Bor der Aufhebung des Paßvcrmcrks.

Berlin, 22. Juli.

Wie verlautet, wird der nach Beilin zurück­gekehrte österreichische Gesandte Dr. Frank so­fort die Schlutzverhandlungen über die Anf - Hebung des Vfsumzwanges im Ver­kehr mit Oesterreich und dem Deutschen Reiche aufnehmen. Man erwartet ein günstiges Ergeb­nis bis Montag. Der letzte österreichische Mi- uisterrat hat die letzten Hindernisse beseitigt.