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Meier Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 168. Einzelnummer 10 Pf. S-nnt-gS 15 Ps. Mittwoch. 22. Juli 1925. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang

Wie Varis die deutsche Note begrüßt.

Kronstadt, Mitte Juli.

Wie Wallzavn o«e Note auslegt.

Gestern wurde kein

uduus Ju-

paris in heller FreuSe.

Wie Stresemann Briand gewann.

(Privat-Tclegramm.)

London, 21, Juli,

Die Besprechungen find___ _________

Punkte angelangt. Die Admiralität fordert drei Kreuzer in diesem und vier im nächsten Jahre. Es bleibt abzuwarten, ob Baldwin einen Ausgleich in den Meinnngsverschieoen - heilen herbeiführen kann. Im gegenwärtigen Augenblick besteht nicht die geringste Aussicht auf ein weiteres Nachgeben der Admiralität und es ist daher unter Umständen mit einer ernsten Admiralitäts-Krise zu rechnen.

(plus 38, minus 27), Radikale (Herriot) 444 (plus 8, minus 27), sozialistische Republikaner (Painleve) 49 (plus 11, minuS 8), Soziali­sten 91 (plus 24, minus 5), Kommunisten 2 (plus 1, minus 6). Anzahl der Stichwah- l en 196. Zwei Ergebnisse stehen noch aus.

Scliuh ins Schwarze.

Pariser Entzücken über die deutsche Note.

Die deutsche Antwortnote auf Frankreichs Sicherheitsangebot ist gestern nachmittag plan­mäßig und feierlich von dem deutschen Botschas- ter an Briand ausgehändigt worden. Die ersten halbamtlichen Auslastungen des Havas- Büros lauten über alle Erwartung günstig und Stresemann darf schmunzeln. Auch andere, na­mentlich Londoner Berichterstatter, heben her- vor. daß Briands Unterredung mit Hoesch sich Besonders herzlich gestaltete und daß mit einer Lösung der Sicherheitsfrage noch in diesem Jahr zu rechnen sei. Die Rückantwort des fran­zösischen Kabinetts Wird schon in etwa vierzehn Tagen angekündigt, die vermuüich präzise Vor­schläge für mündliche Vereinbarungen ent- halten wird, sodaß mit einiger Gewißheit schon für den Herbst mit einer Konferenz der drei leitenden Staatsmänner Briand-Stresemann- Ehamberlain in Gens zu rechnen ist.

Wie sich die Sitze verteilen.

Gesamtergebnis der Provinzialwahlen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 21. Juli.

Havas zufolge stellt sich das Gesamter­gebnis der GeneralratSwahlen wie folgt: Konservative 115 (plus 11, minus 17), Republi­kaner 236 (plus 23 minus 68), Linksrepublikaner 123 (plus 25, minus 60), Rechtsradikale 138

alten, ch e n

BeidenSlebenbürgen

Deutsche Poesie am Fuße der Karpathen.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Auch der heutige Reisebrief tiker und Volkswirtschaftler

Die Blätter melden auS Paris über den gtin­tigen Eindruck, den die deutsche Antwort in der Paktfrage dort hervorgeruseu hat. Ein Pa­riser Berichterstatter erfährt, daß die gestrige Unterredung zwischen Briand und Hoesch ehrherzlrch gewesen sei. Die deutsche Ant­wort bedeute anscheinend wirklich die Einlei­tung von Berhandlungen, die sofort zwischen Berlin und Parts ausgenommen wer­den. Briand sei der Ansicht, daß alle noch vor­handenen Schwierigkeiten innerhalb der näch­ten zwei Wochen überwunden würden

Stimmen der Wenschlitdkeit.

London, 21. Juli. (Privattelegarnnn.) Ein Blatt schreibt: Zwischen den alliierten Regie­rungen ist ein Meinungsaustausch eingeleitet worden über die deutschen Anregungen, eine Milderung der Entwasfnungsbedingungen ein- treten zu lasten. Die englische Regierung ist nicht abgeneigt, die Forderungen hinsichtlich der Luftfahrt einer Ueberprüfung zu unterziehen.

Von den beiden Hauptgruppen deS Deutsch­tums im heutigen Rumänien, den Banater Schwaben und den Siebenbürger Sachsen, sind die Schwaben keine Schwaben und die Sachsen keine Sachsen. Woher sie stammen, ist sicher ge­nug bekannt: Aus dem moselfränkischen Deutschland, dem Strich gegen das Lurrmbur« gische und die Eifel. Ihre Ansiedlung erfolgte aus den Ruf der ungarischen Könige im 12. und 13. Jahrh. Das war die Zeit, wo man, noch von den großen sächsischen Kaisern her, in ganz Ost­europa die Deutschen schlechthin Sachsen nannte. Die Sachsen nahmen aus der Wanderung ihr Ackergerät mit, aber auch ihre Harnischmacher und Eisen zum Plattenschmieden. Wo sie lager­ten, fuhren sie nach der Sitte der alten ger­manischen Wandervölker ihre Fahrzeuge zu einer kreisförmigen Wagenburg zusammen. In der Mitte saßen und schliesen die Frauen und Kinder und draußen wachten die Männer. Diese alte Wagenburg der Wanderzeit, ins Steinerne übersetzt, existiert noch heute. Es ist die säch­sische Kirch en bürg, und bevor man ein solches Kirchenkastell gesehen hat, weiß man weder, was die Sachsen sind, noch wie sie zu dem Volke wurden, das sie sind.

In den Kirchenkastellen hat oft genug, wenn irgendein Kriegssturm über das Land ging, das ganze sächsische Volk gesteckt, und wenn es sich nicht die Burgen geschaffen hätte, so wäre es heute nicht mehr aus der Welt. Um die Kirche herum ist ein freier Raum, und dieser ist von einer hohen und starken, mit Türmen, Schieß­scharten und Bastionen versehenen Mauer um­geben. Vor der Hauptmauer liegt eine »weite, niedrigere, die V ie h v u r g, und davor der Graben, der früher stets mir Wasser gefüllt war. An die Innenseite der Hauptmauer sind ht mehreren Stockwerken die Wohnkammern angebaut, wo das Volk sich barg und seine Vor­räte hineinnahm, wenn der Feind kam. Nahe bei Kronstadt im Burzenlande liegt die Ge­meinde Honig berg. Sie hat ein besonders großes und wohlerhaltenes Kastell, das nie er­obert worden ist. 1612 wurde es von Gabriel Bathory belagert und mit Kanonen beschossen. Den Belagerten ging die Nahrung aus. Da be­schlossen sie eine List. Die Frauen buken Ku­chen von feinem Weizenmehl, dem letzten, was sie hatten, und warfen sie den Be­lagerern zu. Dazu wurde eine Hochzeit ver­anstaltet und die Feinde höhnisch zu Wein und Bier geladen. Enttäusch darüber, daß die drin noch so viel zu essen hatten, sollen sie abgezogen sein. Die Sachsen sind ein echtes und rechtes Volk. Sie haben Bauern und Bürger, Dörfer und Städte. Sie haben auch ihren Gelehrten- stand, Pfarrer, Lehrer, Arzt usw. Es wollte, sich bei ihnen auch ein Adel bilden, der die Bauern vielleicht untertänig gemacht hätte, aber bevor ihm das gelang, wurde er hinausgewor- sen und ging zu den Ungarn. Das geschah aber schon vor sechshundert Jahren. Seitdem hat es int Sachsenlande keine Burg gegeben, die nicht den Städtern oder Bauern gehört hätte.

Kronstadt war eine mächtige Festung vor einer Paßgruppe wie Hermannstadt. Ihr modernes Bild ist anders geworden als das ihrer Schwesterstadl im Westen. In He r m a n n« ftabt gibt es noch viele Straßen, die das Bild 1 vergangener Jahrunderte zeigen: die Häuser ein- oder zweistöckig, mit festen, dicken Mauern, großen Toreinfahrten und langen schmalen ; Höfen. Auf ihnen wurden die Planwagen mit , den Erzeugnissen des Gewerbes bepackt, das in ! der Straße getrieben wurde, und durch die Tore rasselten die Gefährte hinaus Bis tief nach Un­garn und der Walachei. Die Straft des Sachsen­volkes ruhte auf dieser mittelalterlichen Art von städtischer Industrie und auf dem Bauerntum Ihor den Toren. Bauer wie Burger war wehr­haft und wußte mit dem Schwert und der Wall- büchse so gut zu hantieren wie mit Psiug, Web«

schiss und Goldschmiedehammer. Hermonnkiadt blieb das geistige Zentrum, Kronstadt machte die Wandlung zur modernen Jndubftrie« ftabt durch, riß die alten, festen Bürgerhäuser nieder und baute statt ihrer Wokm- und Ge­schäftshäuser. Nur auf dem Kronstädter Markt­platz stehl noch das alte Rathau«, aus dem der mächtige viereckige Turm herauSfächst, und daneben die gewaltigeSchwarze Kirche", ein gotischer Hallenbau, dessen Dimensionen schoy zeigen, wie reich und mächtig die Bürger wm

prechung im eigentlichen Sinne nicht die Rede ein. Es bestehe die Möglichkeit, daß

Stresemann im September nach Genf komme und dort mit Briand und Cham­berlain zusammentreffe. Auf diese Weise könne eine unformelle Konferenz abgehalten werden. Einer Einberufung einer internatio­nalen Konferenz widersetze sich Briand entschieden. Ein dritter Bericht lautet: Man hegt Vertrauen, daß es zu einem Meinungsaus­tausch am Konferenztisch dank der Versöhnlich­keit der Deutschen kommen werde.

Schämet beißbamberfoin.

Antwortnote und ösfentliche Meinung.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 21. Juli.

Der deutsche Botschafter St Ham er hatte gestern (Montag) nachmittag mit Chamber- Inin eine halbstündige Besprechung, in deren Verlauf er die deutsche Antwort auf die fran­zösische Note überreichte. Es verlautet, daß bfc deutsche Antwortnote am Mittwoch Mor­gen veröffentlicht wird. Sthamer setzte außerdem Chamberlain den Standpuntt der deutschen Regierung und der öffentlichen Mei­nung zu den europäischen Problemen in länge­ren eingehenden Ausführungen auseinander.

Auch Mussolini ist im Dl.de.

Rom, 21. Jttli. (Privattelegramm.) Der Me Botschafter Baron von Neurath ussoltni gestern eine Kopie der deut­schen Antwortnote überreicht und ihm die Schritte in London und Paris kundgetan.

Zn letzter Stunde.

Abwendung deS Riesenstreiks in Schlesien.

(Eigene Drahlmeldung.)

Breslau, 21. Juli.

Die Nachricht von einer unmittelbar drohen­den Aussperrung von rund 63000 schlesischen Textilarbeitern trifft, wie die Schlesische Pro­vinzkorrespondenz von zuständiger Seite er­fährt, nicht zu. Die schlesischen Xegtilunter« nehmungen haben von der Ankündigung einer Gefamtanssperrung auf Einwirkung des Schlichters der Provinz Niederschlefien bis auf weitere Verhandlungen Abstand genommen.

Biegen oder brechen.

Englands Admirale geben nicht nach.

(Privat-Telegramm.)

und daß die Hoffnung bestehe, daß Deutschland im September in den Völkerbund ausgenommen werden wird. Ein anderer Be­richterstatter schreibt: Briand habe erklärt, die Antwort könne als Berhandlungsgrunb- läge zwischen Frankreich und Deutschland die­nen. Die Verhandlungen würden zunächst allein zwischen Frankreich und Deutschland geführt werden. Frankreich werde jedoch seine Alliierten zu Ra.e ziehen, b.vor es feine Antwort an Deutschland erteilt Unter diesen Umständen könne von einer internationalen Be-

Der dritte Teil der deutschen Antwort be­schäftigt sich mit dem in der Note Briands ent­haltenen Vorschlag der Eingliederung der abzuschließenven SchiedsVerträge tu den Sicherheitspakt. Hier setzen die juristischen Er­örterungen ein. Die sranzösisch« Regierung hat Bekanntlich die Forderung ausgesprochen, daß Frankreich und die anderen Mächte das Recht erhalten sollen, im Falle eines deutsch-polnischen Konfliktes als Garanten für die Innehaltung der Schiedsverträge aufzutreten. Diese Forde­rung lehnt die Reichsregierung unter eingehen­der juristischer Begründung ab. indem sie daraus hinweist, daß Deutschland nicht verpflichtet wer­den könne, beim Abschluß eines Sicherheitspak­tes mit den Weltmächten seine rechtlichen Be­ziehungen zu anderen Mächten, die nicht am

am Sommersitz Coolidges aufhält, sag­te, daß er die feste Ueberzeugung habe, daß bte deutsche Antwortnote, wenn sie auch nicht die ranzösischen Forderungen annehme, zum gerbst eine Konserenz Vorschlägen werde, die zu einem befriedigenden Uebereinkommen zwischen Deutschland und Frankreich führen dürfte. Deutschland könne Frankreich jedoch nicht das Durchmarschrecht im Falle eines Angriffs auf Polen oder die Tschechoslo­wakei zuaestehen. Weiter müsse Deutschland die von Frankreich angeregte Garantie der mit diesen Ländern geschlossenen Verträge ab­lehnen. Die Sehnsucht deS deutschen Volkes sei die Befriedung Europas, ohne die der durch den Dawesplan verbürgte wirtschaft­liche Wiederaufbau unmöglich ist.

Sin Bravo aus London.

Optimisttfche Stimmung über die Rote.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 21. Juli.

Der erste Eindruck in amtlichen Kreisen über die deutsche Antwort ist, wie ein Blatt berichtet daß sie nicht nur endgültig die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Verhandlungen bedeute, sondern auch auf eine gute Gewähr für den er­folgreichen Ausgang. Ein diplomatischer Be­richterstatter schreibt auch im Foreign Office habe gestern eine optimistische Stimmung ge­herrscht. Das Blatt betont, daß Deutschlands Eintritt in den Völkerbund nicht erfolgen könne, bevor nicht Köln geräumt sei. Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund hänge daher von seiner eigenen Initiative ab. Die Räumung deS Ruhrgebiets beweise, daß die Alliierten be» aosichtigen, ihre Versprechungen bezüglich Kölns genau wie die hinsichtlich der Ruhr zu erfüllen.

Freflich, der alte mit allen Schleichwegen der Polittk vertraute Pariser Fuchs wird wohl wis­sen, warum et mit dem ausgestreckten Friedens­finger StresemannS gleich die ganze Hand Deutschlands ergreifen möchte. Denn sein Schifflein schwankt bedenklich in dem Sturm der i Finanz, und Marokkopolilik, sodaß der Vielge- toanble heute kaum noch weiß, auf welche Mehr­heit er sich bei den künftigen Kammerentschei- dungen stützen soll. In Nordafrika bleichen die Gebeine schwarzer und weißer Marokko- kämpfer. Der Kolonialkrieg hat Formen ange- nemmen, die den Einsatz großer Heeresmaffen und letzter Staatsgelder nötig machen und die Geduld deS braven darbenden französischen Rentners sieben Jahre nach dem Weltkrieg abermals auf eine starke Probe stellen. Finanz- minister Caillaur versucht zwar mit wahrhaft genialer Virtuosität, den Staatshaushalt zu balanzieren und den Frankabsturz ins Boden­lose aufzuhalten. Aber dazu braucht er einen ruhigen und gefälligen Nachbarn im Osten und die moralische Unterstützung der alten und neuen Welt,' wenn anders London-Washington nicht eines Tages die Schuldenschlinge fest zu­ziehen sollen. Deutscherseits herrscht jedenfalls das Bestreben vor, den Gang der Verhandlun­gen nach Möglichkeit zu beschleunigen, zumm man stark daran interessiert ist, daß gleichzeitig mit der Sicherheitsfrage auch andere wicht-ge Probleme wie die der neuen Entwafs- nungSnote und der deutschen Luftfahtt ge­löst werden. Da auch der eintritt Deutschlands in den Völkerbund in den Vordergrund aller Entscheidungen gedrängt worden ist, ver­steht es sich von selbst, daß der Weg mündlicher Verhandlungen schleunigst Beschritten werden muß.

Obwohl die deutsche Antwortnote nicht vor Mittwoch veröffentlicht werden soll, werden jetzr in den parlamentarischen Kreisen, wie man uns aus Berlin mitteilt, nähere Einzelheiten über ihren sachlichen Inhalt bekannt. Dte Reichs- regierung erklärt in dem einleitenden Teil der Note, daß sie die Fortsetzung der bisherigen Verhandlungen über die Sicherheitsfrage wünscht und das sie bereit ist, ihre bisherigen Vorschläge, die sie aufrecht erhält, eingehender zu interpretieren und einige notwendige Er­gänzungen vorzunehmen. Im zweiten Teil wird bezüglich des Eintritts tn den Völkerbund Betont, daß Deutschland prinzipiell entschlossen ist, seine Aufnahme in den Völkerbund zu ve- treiBen, daß aber die Reichsregierung bte be­stimmte Erwartung hege, daß bis baoin die Räumung des Ruhr- und Sankttonsgeblets so­wie die ber nörblichen Rheinlandzone vollzogen rft Deutschland müsse weiterhin in ber Frage des Artikels 16 ber Vlökerbunbssatzungen etn bestimmtes Entgegenkommen forbern, da die französische These von dem Durchmarschrecht mit den Interessen und ber Sicherheit des deutschen Volkes unvereinbar fei, und daher von keiner deutschen Regierung anerkannt werden könne.

Sicherheitspakt teilnehmen, unter die Kontrolle ber Vertragsstaaten zu stellen. Damit wird ber wesentlichste Inhalt ber deutschen Note erschöpft fein. -r-

Die Bahn ist frei!

Pariser Ausnahme ber deutschen Antwortnote. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 21. Juli.

lieber die deutsche Note veröfsentticht das halbamtliche Havasbüro folgende , Auslastung: Die Beweisführung der Note folgt tm allge­meinen den Linien ber französischen Note. Sie bedeutet in klarer Weise bie Eröffnung von Verhandlungen. Die deutsche Regierung macht gewisse Vorbehalte, namentlich hinsichtlich der Zulassung Deutschlands znm Völkerbund unv der sich daraus für Deutschland auf Grund des Artikels sechzehn des Statuts ergeben- den Berpfli chtungen; aber das sind gewiß Punkte, die man erörtern muß und die ohne Zweifel bei späteren Verhandlun­gen geklärt werden können. Die Rote ber ReichS- regicrung liefert den Beweis, daß der Wunsch besteht, zu einem Ergebnis zu gelangen, was tn Paris günstig ausgenommen wurde. ReichS- außenminister Stresemann erklärt auch nicht, daß es besser wäre, eine Konferenz ber interessierten Staaten einzuberufen, um die Erörterung foet- Staateu einzuberufen. Der Meinungs­austausch wird auch die Verpflichtungen klären, die sich evtl, bei Unterzeichnung des ge­genwärtigen Sicherheiispaktentw'irfes ergeben können, namentlich waS das Schiedsgerichtsver- achren im Falle eines Konflikts anbetrtsst. lebrigens will Außenminister Briand auf diese Weife die Verhandlungen fortfetzen. Man Hom, daß bie französische Antwort auf bie deutsche Rote in etwa 14 Tagen fertiggestellt fein wird.

Bo

vor »vs aufrichtet, wird dem ierefie begegnen.