Kasseler Neueste Nachrichten
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Kaffeler Abendzeitmng
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Hessische Abendzeitung
eoiinabenb, 18. Juli 1925.
Nummer 165. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Einzelrummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 15. JahrgüUg
DerSichecheitSpakt Englands Verderben.
Der Gtetn im RoNen.
Sicherheitsnote abgeschlossen. Was nun kommt.
(Von unserem Berliner Vertreter.)
Berlin, 17. Juli.
Mit der Fertigstellung der deutschen Antwortnote, die am Sonnabend in Paris überreicht werden wird, ist die außenpolitische Lage in ein ganz neues Stadium eingetreten. Aus maßgebenden diplomatischen Kreisen erfährt man, daß stch nunmehr die weitere Ent- Wicklung der Dinge in ziemlich rascher Reihenfolge entwickeln wird. Da die deutsche Regierung den Vorschlag machen wird, in mündliche Verhandlungen einzutreten, werden zunächst einmal die alliierten Regierungen unter sich in Beratungen über die Behandlung der deutschen Note eintreten. Diese alliierten Unterhandlungen dürsten aber nur ganz kurze Zeit in Anspruch nehmen. Nach der deutschen Note wird die französische Regierung lediglich zu antworten haben, ob sie zu direkten Verhand- lungen bereit ist oder nicht. In den Regierungskreisen wird übrigens nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß die deutsche Note nicht etwa einen detaillierten Konferenzvorschlag enthalten wird, wie man dies vielfach in den poli- tischen Kreisen irrtümlich annimmt. Vielmehr wird die Frage, ob und wann eine Konferenz stattfinden soll, selbstverständlich vollständig offen gelassen, da die Einberufung einer Konferenz erst nach eingehenden Erörterungen ins Auge gefaßt werden kann. Wie verlautet, werden bei der Ueberreichung der Rote von bei- Ben Setten Ansprachen gehalten werden. Wenn auch solchen konventionellen Vorgängen keine besondere Bedeutung betzumeffen ist, so wird man doch Wert darauf legen müssen, in welchem Sinne der französische Außenminister die Ansprache des deutschen Botschafters beantworten wird.
Daß die Veröffentlichung der deutschen Antwort nicht vor Dienstag erfolgen soll, Hai in den politischen Kreisen wenig Beifall gefunden. Da bereits am heutigen Freitag tnt Auswärtigen Ausschuß lebhafte Erörterungen einsetzen werden, wäre es nach Auffassung der parlamentarischen Kreise unbedingt notwendig gewesen, die Veröffentlichung sofort n aa> derUeberreichungder Note vorzunehmen. Die Reichsregierung beruft sich jedoch darauf, daß über die Bekanntgabe der deutschen Note besondere Abmachungen zwischen den beiden Regierungen getroffen worden sind, die von deutscher Seite aus nicht durchbrochen werden könnten. Reichskanzler Dr. Luther und Außenminister Dr. Stresemann werden sich im Auswärtigen Ausschuß noch sehr ausführlich darüber äußer», inwieweit die diplomatischen Aktionen der letzten Wochen die Haltung des Reichskabinetts beeinflussen konnten. Man macht nämlich dem Außenministerium vielfach den Vorwurf, daß es angeblich durch Rückfragen in Paris und London die Entschiedenheit des deutschen Standpunktes abschwächen könnte, und daß die diplomatischen Vorverhandlungen'vor der Absendung einer Note stets geeignet seien, die Wirkung des Dokumentes aü- zuschwächen. Gegen diesen Vorwurf wird sich Dr. Luther mit aller Entschiedenheit wenden, indem er die diplomatischen Berichte der deutschen Botschaften in Paris und London zur Verlesung bringen wird, . us denen hervorgeht, wie notwendig es war, die ganze politische Atmosphäre erst zu sondieren, ehe die deutsche AntworMote fertig gestellt werden konnte.
Die große politische Aussprache über diese Rote soll am Mittwoch beginnen. Die Aussprache wird mit einer vom Reichskanzler abgegebenen Regierungserklärung ringelet» lei werden, die stch auf die allgemeine innere und äußere Politik erstrecken soll. Mit der Besprechung der Regierungserklärung sollen verbunden werden, die Beratung der von den Sozialdemokraten eingebrachten Interpellation und das von den Völkischen einge. brachte Mißtrauensvotum gegen den Reicksaußenminister Dr. Stresemann. Wie das Reickskabinett über den Ausgang dieser politischen Aussprüche denkt, geht aus einer Preffc- nott, hervor, die der Ansicht Ausdruck gegeben hat daß die Regierungskoalitton aus der außenpolitischen Aussprache ohne irgend welche Gefährdung oder Erschütterung hervorgehen wird, lieber den voraussichtlichen Inhalt der deutschen Antwortnote glaubt ein Ser» Itner Blatt zu wissen, daß weitere Verhandlungen mit der ftanzösischen und indirekt auch mit der englischen Regierung angeregt werden sollen. Ob die deutsche Antwort den unmittelbaren lieber kl ang zu mündlichen Verhandlungen über den Sickerbeitsvakt zur Folge haben wird, ob also schon im August eine Jnternatio- nale Kcnserenz wird stattfinden können,
das wird von einer dem ReickSaußemninister nahestehenden Seite noch für ungewiß erklärt; dagegen wird wahrscheinlich zunächst ein Meinungsaustausch zwischen Paris undLostdon stattfinden. Es fei anzunehmen, daß die Note auf dte verschiedenem von Briand berührten Gegenstände konkret eingehe und nickst nur eine Empstmgsbetätigung darstelle.
Falsche Moskauer Gerüchte.
Berlin, 17. Juli. (Prrvattelqgramm.) Die Pressenachricht, die Stellung des deutschen Botschafters in Moskau, Grafen Bro ck- vorff-Rantzau sei erschüttert, ist völlig aus der Luft gegriffen und kann nur aas durchsichtige Tendenzmeldung bezeichnet werden.
Wo sich die Wege trennen.
Englands Kolonialreiche gegen den Pakt. (Durst, Fuukspruch^
Kapstadt, 17. Juli.
Bei den parlamentarischen Verhandlungen über die geplante südafrikanische Anleihe wurde von einem Redner auf daS Telegramm hingewiesen, das General Smuts bezüglich deS Sicherheitspaktes nach London gerichtet hatte. Smuts erwiderte, er habe nur warnend darauf hingewiesen, daß die britischen Staatsmänner, wenn sie stch jetzt von der Gemeinschaft absonderten und sich auf eigene Faust an einem Sicherheitspart beteiligten, einen Keil in daS britische Reich treiben und vielleicht noch erkennen würden, daß ihr Borgehen dazu führe, dem britischen Reich« das HerzherauSznschneide«. ES sei wahrscheinlich, daß mehrere Dominions dem Si ch e r- heil Spalt nicht beitreten, sondern daß sie eine eigene Politik versiolgeu würden. Hierdurch würde ei« Element der Zwietracht und der Verwirrung in die Politik deS britischen Reiches hineingebracht, und sehr schlimme Ergebnisse könnten die Folge sein.
Kreuzerschlacht im Äntekhaus Englands Riesenflotte. — Lloyd Georgs Mine.
(Eigene Drahtmeldung.)
L o n d o n, 17. Juli.
Bei der Flottendebatte beantragte der Liberale Sir John Simon im Unterhaus formell, die Voranschläge um hundert Pfund ,u vermindern und sagte, England würde durch die neuen Voranschläge die VölkerbundssaiMNgea brechen. Es sei nicht wahr, daß die britische Flotte an einem Mangel an Kreuzern leibe. Großbritannien habe 49 Kreuzer gegenüber neun amerika- tuschen und achtzehn japanischen Wb elf Kreuzer vom modernsten 19000 Tonnen-Typ, während die vier anderen Großmächte zusammen acht haben. Vizeadmiral Henniker Hugha« erklärte, der wirkliche Stand an Kreuzern sei: Großbritannien 52 Kreuzer, zum Teil veraltet, Amerika 21 Kreuzer von teilweise höherer Geschwindigkeit, I a p a n 20 Kreuzer, von denen sechzehn in der Lage find, zweiunvdreißig Knoten zurückzulegen. Im Vergleich mit den zwei britischen Kreuzern dieser Geschwindigkeit hätten Frankreich und Italien je fünf Kreuzer. Der Konservative Bellars erklärte, es sei unwahrscheinlich, daß die ASrüstunas- konserenz stattfinden werde. Ma» müßte eventuell auch ohne Frankreich die Konferenz abhalten und feststellen, wer gegen äie Abrüstung verstoße. Alsdann sprach Lloyd George: Er könne nicht sehen, von welchem Lande Großbritannien eigentlich bedroht werden könne. England fällte es ablehnen, einen Streit mit Japan ober ben Bereinigten Staaten überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Die Staatsmänner sollten erklären, ob Großbritannien Während der nächsten gehn Jahre mit einem Angriff von ir» nenbeincr Seite zu rechnen habe. Eine solche Erklärung sei nettoenbig, ba bie zur Verfügung stehenbe» Gelber beschränkt seien. Am Schluß der Debatte betonte Bridgeman, daß Großbritannien seine Ausgaben für die Flotte gegenüber 1914 um 15% Millionen herabgesetzt habe. Andere Länder hätten weit mehr m o - dernere Schiffe, als Englund gebaut Wenn Großbritanmen bie aus dem Krieg gewonnenen Erfahrungen zu verwerten versmuue, würde dies eine Katastrophe wie damals in der Seeschlacht bei Coronel mich stch ziehen.
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Mobilisierung gegen ben Streik.
London, 17. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Bridgeman erneuerte heute seine Bemühungen, um die Zechenbesitzer und Bergleute zu einer
Konferenz zusamenznbringen. Das Kabinett erörterte gleichfalls diese Frage. Bridgeman tritt, wie verlautet, dafür ein, daß diese Konferenz noch vor Einstellung der Arbeit und nicht nach ihr erfolge, da die Stimmung nachher von Bitterkeit erfüllt sein müsse. Der Untersuchungsausschuß zur Ermittelung der Ursachen des Streiks beriet gleichfalls. Die Untersuchung wird im Lause des morgigen Tages eröffnet.
Auf nach Washington.
Die englisch-amerikanische Einheitsfront.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 17. Juli.
Rach teiltet Reuter Meldung besagen bie letzten Anzeichen aus Amerika, daß bie Vereinig, ten Staaten mit bet britischen Regierung bezüglich Chinas vollkommen über- einftimmen. Die allgemeine Politik beider Länder sei, so rasch wie möglich das P t o - grimm bet Washingtoner Konferenz vorwärts zu treiben, da bie Verhältnisse in China für einen solchen Schritt günstig sind. Dte Tarifkonfetenz müsse notmenbigerwerre jeder Konferenz über die Frage der Exterritorialität vorausgehen, mit der sich nur ein Ausschuß befassen kann. Die amtliche nach Paris telegraphierte Mitteilung, in der die amerikanische Haltung gegenüber China genau dargelegt wird, ist nicht veröffentlicht worden. Amtliche Kreise hoffen jedoch, daß diese Erklärung die Möglichkeit jeglichen Mißverständnisse s für die Folgezett beseitigt werde.
Der (Staube HM.
Wie der Präsident fein Frankreich tröstet. (Eigene Drahtmeldung.»
Paris, 17. Juli.
In Cherbourg veranstaltete gestern die Stadt- Verwaltung zu Ehren des Präsidenten der Republik ein Festmahl, in dessen Verlauf dieser das Wort ergriff: Vergessen wird nicht die Treue und heiße Anhänglichkeit des Lan>eS an den freien unb bemokratischeu Institutionen, die eS sich selbst gegeben hat. Sie haben eS ihm erlaubt, den Steg zu erringen, als es sie hat verteidigen müssen. Sie wird es ihm auch gestatten, mit Sicherheit und Erfolg bie Wege zu beschreiten, die die Welt zu einem soliden unb bauerhasten Frieden führen müssen. Ich zweifele nicht daran, daß in einigen Tagen bas Vertrauen, das wir in die Zukunft unseres Landes fetzen, eine klare Rechtfertigung in der Bereitwilligkeit finden wird, dem Appell der Regierung zu folgen, und den Maßnahmen den Erfolg zu sichern, die unsere öffentlichen Finanzen und anderer Angelegenheiten wieder in Ordnung zu bringen.
Wie sie das Recht verdrehen.
Zwei Plaidoyers vor dem Haager Gerichtshof.
(Eigene Drahtmeldung.)
Haag, 17. Juli.
Bor dem Obersten Gerichtshof äußerte sich Polens Vertreter über ben deutsch-polnischen Konflikt in Oberschlesien (f. a. 2. Seite) wie olgt: Deutschland habe aus einer Stickstoss- abrik in Chorzew im Widerspruch zu Artikel 256 des Versailler Vertrages eine Aktienge- ellschaft oberschlesischer Stickstoffwerke gebildet. Diese neue Aktiengesellschaft müsse daher als eine Scheingesellschaft angesehen werden, sodaß Bolen als berechtigt anzusehen sei, die Fabrik zu beschlagnahmen. Auch habe bie deutsche Regierung bereits ben internationalen Gerichtshof in Anspruch genommen, bevor überhaupt polni- cherseits eine endgültige Entscheidung gefaßt worden sei. In der Rachmittagssitzung legte der zweite polnische Vertreter Nachdruck auf die Feststellung, daß Deutschland und Polen beim Abschluß der Genfer Konvention Artikel 4 die- er Konvention ben Artikel 256 des Versailler Friebensvertrages ausdrücklich von dieser Anrufung ausgenommen hätte. Der internationale Gerichtshof könne schon deshalb unmöglich befugt fein, über den Fall der Stickstoff- abrik in Chorzew zu entscheiden, da in dieser Angelegenheit ein Prozeß vor dem gemischten deutsch-polnischen Gericht in Paris schwebe. Dieser Fall Wurde von dem Redner folgendermaßen zusammengefaßt: Deutschland habe behauptet: Ihr habt die Skickstoffwerke in Chorzow enteignet in Widerspruch zu Artikel 7 unb anderen der Genfer Konvention. Polen entgegnet hierauf: Diese Fabrik ist in Wirklichkeit Eigentumdes Deutschen Reiches und dieses Eigentum hat Polen kraft des Artikels 256 des Versailler Vertrages erworben.(!) Hierauf erklärte der Vertreter der deutschen Regierung, Prof. Kaufmann, daß et zur Vorbereitung einer Antwort den Gerichtshof um Vertagung ersuchen müsse.
Am Lebensabend.
Höhere Beiträge und Ruhegelder für Angestellte. Die Rentenbankkreditanftalt genehmigt. Höhere Beiträge zur AngeftelltenversiLe- rung. — Invalidenrenten erhöht. — Ende des Personalabbaus.
Der Reichstag trat in die zweite Beratung deS Gesetzentwurfs über den Ausbau der An- gestelltenversicherung ein. Die Vorlage sieht eine Steigerung der Leistungen der Ängestelltenverstcherunq vorn 1. Juli 1925 ab und eine Beitragserhöhung vom 1. September 1925 ab vor. Abg. Aufhäuser (Soz.) wendet sich gegen die Höhe der neuen Beiträge, die für die Angestellten untragbar seien. Es sei erfovrderlich, die Versicherungsgrenze von 6000 Mark der Vorlage mindestens auf 8400 Mark zu erhöhen. Der Redner setzt sich dann noch für das obligatorische Heilverfahren bei der Angestelltenversicherung ein. Aba. Schneider- Berlin (Dem.) bestätigt, daß dte Renten auch jetzt noch als dürftig zu bezeichnen seien, betont aber, daß eine höhere Rentenzahlung auch höhere Beiträge voraussetze. Der Redner unterstützt bann eine Heraufsetzung der Versicherungsgrenze auf 7200 M. Abg. Thiel (Dt. Vp.) gibt namens der Kompromißparteien eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Die Kompromißparteien hielten an der paritätischen Beitragsleistung fest, weil das die Voraussetzung sei für eine paritätische Verwaltung der Versicherung. Die Vorlage bringt eine
Auswertung, bie fast an die VorkriegSgreuze heranreiche. Gegenüber ben Vorwürfen, oaß die Angestelltenversicherung Vermögen anhäufe, müsse betont werden, daß die Zahl der Ruhe- geldempfänger sich in wenigen Jahren verdoppelt haben werde. Eine solche Politik auf lange Sicht läge sicherlich mehr im In- tereffe der Angestellten und des Vaterlandes, als die agitatorische Phraseologie der Sozialdemokraten. In der Einzelberatung der Vorlage werden alle kommunistischen unb sozialdemokratischen Abänderungsanträge bur chdie Kompromißparteien abgelehnt. ES bleibt bei der von ben Kompromißparteien beschlossenen AuS- schußsassung. Beim Abschnitt »Aenve- rung per Reichsversicherungsorb- nuttg“ setzt sich Abg. Karsten (Soz.) bafür ein, daß die in der Novelle vorgesehene Bet« tragserhöhnng zur Invalidenversicherung nur für bie Erhöhung der Renten, nicht aber für bie Ansammlung von Versicherungsmögen verwandt werde, wie es bei der Angestelltenversicherung geschehe. Abg. Lambach .'Dntl.): Seine Fraktion würde zu diesem Teil ber Novelle geteilt stimmen. Abg. Molden- Hauer (Dt. Vp.) betont, daß bie Jnvalidenvcst- sicherungSitovelle eine Mehrausgabe von 100 Millionen Mark für die Wirtschaft bedeute. (Hört! Hört! rechts). Me Deutsche Volks- Partei könne einer solchen Mehrbelastung zur Zeit nicht zustimmen, da schon die Angestelltenversicherungsnovelle eine Mehrbelastung von 40 Millionen bringe. Abg. Esser (Ztr.) erklärt, daß der Ausschuß bie brennenbe Frage der In- validenvetsicherung noch vor ben Ferien habe lösen wollen. Er habe den sehr weitgehenden sozialdemokratischen Antrag auf ein auch für bie Wirtschaft erträgliches Maß reduziert unb dann aber ber Rentenerhöhung zugestimmt, weil ba ein dringender Notstand zu lindern war. Deshalb bittet der Redner, diesen Abschnitt der Novelle auch hier anzunehmen. Nach weiterer Aussprache wird dieser Teil ber Novelle unter Ablehnung sozialdemokratischer unb kommunistischer Abänderungsanträge in der Ausschußfafsung bewilligt. Annahme findet ein interfraktioneller Antrag, der ben Grundbettag der Invalidenrente aus 168 Mark erhöht.
Ein sozialdemokratischer Anttag, der die Versicherungsgrenze in der Angestellten- versicherung von 6000 M. der Vorlage auf 8400 Mark erhöhen will, wird in namentlicher Abstimmung mit 231 gegen 192 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. In einer weiteren namentlichen Abstimmung wird ein anderer sozialdemokratischer Antrag mit 240 gegen 179 Stimmen abgelehnt, bet das Heilverfahren für die Angestelltenversickerung zum Muß- Verfahren machen will. Die Gesamtvorlage wird bann auch in britter SBeratunng unb in der Schlußabstimmung angenommen.
Der Abbau beendet.
Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über eine 2. Aenderung der Personalabbauverordnung. Reichsfinanzminister v. Schlieben:
Die gegenwärtige Vorlage bringt die gänzliche
Aushebung der Abbaubestimmungen, die Einschränkung der Einstellungssperre ufw. Der Minister begrüßt auch im Interesse der Beamtenschaft die Verbesserungen, die die Vorlage