Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitnng

15. Jahrgang

Einzelnummer 10 Ps-, Sonntags 15 Pf.

Dienstag, 14. Zull 1925.

R.

zu gewinnen.

leipeorbneter* Einzug hal.

das den

nach einem sofortigen Eintritt Deutschlands in in kurzer Zeit zusammen zu bringen

In Kürze sei auch das dritte, nicht minder einschneidende Tagesereignis verzeichnet Auch Brunners, des zweiten Bürgermeisters Tage sind gewählt. Zugleich mit dem neuen .Ober"

Der Entwurf der deutschen Antwortnoten an Frankreich kann als fertiggestellt angesehen werden. Man vermutet, dass die Reichsregierung mindestens vier bis fünf Entwürfe durchberaten höbe, bis man endlich die Richtlinien für die deutsche Antwort feftgelegt bar. Die für Diens­tag vorgesehene Sitzung des ReichLkabinetts dürste nur noch eine letzte Neberprüsung vorneh men. Nach unseren Informationen trifft es tatsächlich zu. dass die Reichsregierung den Bor. schlag einer mündlichen Konferenz zwischen Ternschland und Frankreich unterbreiten wird, und daß die Zwischennotr sowohl auf die Schiedc-gerichtsfrage als auch auf die Forderung

rüstigen und diensteifrigen Genannten der z. Zt. im preußischen Kultusministerium beschäftigte Regierungsrat La hm eher treten, der.'s langjähriger Wirksamkeit in Kasseler Regierungs-

WaS er der Welt zeigen will. (Eigene Drahtmeldung.)

KSni-isberg, 13. Juli.

Im verlaufe der gestrigen Tagung des Ver­eins deutscher Zeitungsverleger (f. a. Artikel 4. Spaltes streifte Dr. Eckener die gegenwärtige Lage der Luftschiftahrt und hob hervor, dass das Flugzeug nur für Entfernungen bis zu 1500 Ki­lometern in Frage komme. Für den Verkehr über weitere Strecken sei unbedingt das Luftschiff daS geeignetste Fahrzeug. Das Ergebnis der Amundsen-Erpedition habe gezeigt, daß bei dem heutigen Stande der Technik die Erreichung des Nordpols mit Flugzeugen zunächst unüberwind­liche Gefahren in stch schließt. Noch fei das nur unter Verwendung des Luftschiffes möglich. Dr. Eckener führte weiter aus. daß ihm daran liege, durch eine Luftschifferpedition zum Pol den Beweis dafür zu erbringen, daß das Luftschiff ein taugliches Mittel fei, eine große Rolle als vSlkerverbindendeS Ber- kehrSinstrument zu fpielen. Dazu erbitte er die Mitwirkung der deutschen Presse, um die Geldmittel eines neuen Zeppelinlustschiffes

ämtern gleichfalls Gelegenheit hatte, Einblicke in Getriebe kommunaler Geschäfte und Aufga-

Scheidemann geht,

Vizepräsident Stadler als Oberbürgermeister?

Nun hat auch Kassel sein Ereignis, das dem Kompaß auf der Kommandobrücke im Rathaus für Jahre hinaus Ziel u:t> Richtung geben und wegen seines politischen Eklats bis an die Gren­zen des Reichs und darüber hinaus nachhallen wird. Diese seit Wochen geheimnisvoll kolpor­tierte und prophezeite Tatsache parteipolitisch , auszumünzen, steht uns nicht an. Wie es denn unseren Lesern und uns erspart bleiben mag, den wüsten Hexensabbath des letzten Jahres mit 1 Mißtrauens- und Abbauverfahren, mit erbittet» 1 ten Rededuellen und VerwaltungSprozeflen ' die Götter mögen sie gnädig mit Nacht und Grauen bedecken wiederzukäuen. Auch fei dem scheidenden Stadtoberhaupt selbst überlassen, was ihm den Rücktrittsbeschluß eingab. Hier sei nur der Sachlichkeit und chronistischen Ordnung halber vermerkt, daß Oberbürgermeister Scheide­mann am vorigen Freitag bei den vorgesetzten Behörden aus gesundheitlichen Rücksichten um Versetzung in den Ruhestand nachgesucht hat, nadjbem ihm schon vorher auf Grund eines Darmleidens ein zweimonatiger Urlaub gewährt worden war. So hat denn, da dem Gesuch zwei­fellos entsprochen wird, dieAera Scheidemann'' in der Fuldametropole mit einem Schlage ein Ende, da der Amtsmüde aus seinem Sommer­urlaub bis zum L Oktober nicht mehr zurück­kehren wird.

Das Fazit seines Wirkens zu ziehen, sei einer späteren, abgeklärteren, harmonischeren Zeit Vorbehalten. Es wird von der Parteien Heß und Gunst allzusehr entstellt, als daß stch schon heute ein gerechte» Urteil fällen ließe. WaS ein Sterblicher an positiven Werten hinterläßt, be­darf keine» rühmlichen Aufheben» solange eS nicht die üblichen Menschheitsmaße überragt. Außerdem trägt jegliche bleibende Schöpfung ihren tiefsten Lohn in MH selbst. Deshalb soll man auch mit dem Abtretenden als Kind wild­bewegter Zeitläufte nicht rechten über unerfüllte Hoffnungen und Versprechen, die sich ihm ent­wanden. Man stelle einen besseren und zwar den besten Mann an seinen Platz, der dort zupackt, wo es nicht vorwärts geht, der aufbaut, wo das Feld brachliegt und ... der vor allem als Ritter St. Georg dem mit Recht in der Presse scharf attackierten Parteilindwurm den Garaus macht, der bislang Stadtväter und Bürgerschaft gegeneinanbertrieb ...

Man hat stch in Anbetracht des seit Monaten verwaisten Amtsthrons in den Fraktionen über­raschend schnell auf einen neuen Bürgerkönig ge­einigt, und ist dabei von dem sehr viel aussichts­reicheren Brauche der Ausschreibung und scharf abwägenden Auswahl unter den Be­fähigtsten abgewichen, um neue zeitraubende Konflitte zu meiden. Ein Verfahren, das, ähn­lich wie im Falle Intendant Belker, weiten, weniger parteilichen, Kreisen der Be­völkerung befremdlich und unangebracht e.'Hei­nen müßte, wenn tatsächlich die Rathausnot nicht schon am höchsten und ... der Neuerwählte, Regierungsvizeprästdent Dr. Stadler, nicht schon durch seine Kasseler Tätigkeit, als Mensch und Beamter, glänzende Befähigungen für das hohe Amt erwiesen hätte. Jedoch keine Lobge­sänge v o r der Tat. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Daß sich die Parteihydra so gut­mütig mit seiner Kandidatur angefreundet hat, nehmen wir als gute Vorbedeutung. Auch die heutige Wahl durch das Stadtverordnetenkolle­gium dürste glatt von statten gehen. Sachliche Arbeit gilt es zu leisten, bergehoch. Eiserne Spannkraft, schmeidige Elastizität, aller Nerven und Sinne, Scharf- und Weitblick in allen Wirtschasts-, ein warmes Herz und eiskaltes Hirn für alle Menschennöte, Weisheiten und Waffen des Rechts und der Kultur mit Blitzes­schnelle zu nutzen zum Heil der Stadt und ihrer Bürger ohne Unterschied von Stand, Partei und Religion: Das sei des Erkorenen Angebinde und Freibrief für den höchsten Ehrenposten.

Wie es der presse geht

Die Zeitungsverleger in Königsebrg.

Die bebe Verantwort»««. Schlechte $8ttt» jibastslaye. Das Rcichsprcffcrccht. Schic- les Grütze. bett Schirmberr« Eft» vreutzcris. Redakteur ttnb Poftmiaifter.

Königsberg, 13. Juli.

Nummer 161. Einzelnummer 10 Ps^ Sonntags 15 Pf.

Die Staffelet Neuesten Nachrichten eridjetner. wöchentlich 'echSmat nadjmiuaa* Der «bonnementsvreis betrag, für aen Mona«?. Mk. be> freier Zustellung ins Saus, in der Geschailsstelle abgehob 1^0 Ml. Durch die Potz monatlich L.M Mk. ausschlicnlich Zuftellungsgebnbr. Verlag und Sirbaflion Schlachttzosftratze 28/80. fterni'vrecher V51 und #52. Für unoerlang! eingeiandie Beiträge fann die Re­daktion eine Verantwortung oder Gewäbr in ieinent Falle üjernebmen. Rück- iabluna des Bczugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmätziger Liekeruno 'ft auSneftbloffen. t-oftfeberffonto ftranffurt a. Main Nummer 6380.

Da« Sprachrohr 6er Dolksseete.

Königsberg, 13. Juli. Reichspräsident von Hindenburg hat dem Verein Deutscher Zei- tungsverleger einen Geleitspruch gewidmet, in dem er seinem Wunsche Ausdruck gibt, daß daS Ergebnis der Beratungen des Vereins dem Laude unb dem Staude zum Segen werden möge. Auch Reichskanzler Dr. Luther hat in seinem Grußwort die Ueberzeuguug ausge­sprochen, daß die deutsche Presse den uuzerstör- baren unb unveräußerlichen Lebensrechten des deutschen Volkes Gehör unb Achtung verschaffen werde. Neichsanßenminister Dr. Stresemuun schließt feine Erklärung mit ben Worten: So trägt febe Zeitung unb jede Zeile einer Zeitung ein Statt Verantwortung für das freie Deutsch- lanb der Zukunft, das unser Wille schäften soll.

Der Traum des Lohrdunben«

Königsberg, 13. Juli. Bei ber Begrüßung?- feier cher Verlegertagung überbrachte Ostcrprüsi- bettt Siehr Gruß unb Dank bet Provinz Ost«

Die letzte Nacht der pariser Kammer

Ealllaux Budget nach hartem Kamps angenommen.

Auf Tob und Leben.

Verzweifelte Bekenntnisse Caillaux-Paiuleves. (Eigene Drahtrneldung.)

Paris, 13. Juli.

In einer Nachtsitzung ber Kammer erklärte Finanzminister Carllaux, er fei kern Be­wunderet ber Umfatzpeuer, aber bei einem o ungeheuren Budget könne man nicht am einen starken Einnahmetitel verzichten. Das Bubget müsse heute nacht verabschiedet werden, fonst könne er nicht länger Fi - nauziuinister fein. Auch Ministerpräsident Painlevä wies darauf hin, baß die Reche- rung heute nacht ein Budget haben müsse. Des­halb fei sie genötigt, die Vertraue ns frage zu stellen. Wenn bas Bubget nicht bewilligt werde, müsse eine andere Regierung ans Ruder treten. In bet Abstimmung würbe der so- zialistifche Zufatzantrag mit 325 gegen 245 Stim­men abgelehnt. In ber Gesamtabstimmung wurde das Budget mit 421 gegen 150 Stimmen angenommen. Die Sozialisten stimmten dagegen.

Als 6er Morgen graute ....

Paris, 13. Juli. (Privattelegramm.) Nach­dem Kammer und Senat im ganzen sechsmal die einzelnen strittigen Fragen des Budgets für 1925 erörtert hatten, ist heute früh 6 Uhr die letzte noch zur Erötterung stehende Frage durch einen Ausgleich geregelt worden. Nm 6,15 Uhr haben Kammer und Senat das Budget an­genommen Daraus toutbe das Parlament durch :in von der Regierung erlassenes Dekret ge­schlossen. *

Frau SalHour im Lazarett.

Paris, 13. Juli. (Privattelegramm.) Frau Eaillaur, die infolge eines erlittenen AutouufalleS im Kranken Haufe in Angers liegt, hat nicht gewünscht, daß ihr Manu fie be­suche, ehe er feine Pflicht in Kammer unb Senat als Finanzminister erfüllt habe. Caillaux hat sich barauf von abenbS bis heute früh 6 Uhr in Kammer unb Senat an bet Erörterung beteiligt.

Gteuergezank an der Seine.

Freunb unb Feind ber Umfatzsteuer.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 13. Juli.

Der FinanzauSfchuß bcs Senats, der über die von ber Kammer vorgesehenen Abänberungen beS Budgets beraten hat, besteht darauf, daß die Be­stimmung über die Befreiung lebenswichtiger Artikel und kleiner Betriebe von ber Umfatzsteuer aus bem Gesetz entfernt werde, das heißt, bas die U m f a tz st e u e r in ihrer Gesamtheit erho­ben werden foll. Bei ber weiter wichtigen Frage der Verpflichtung zur Angabe über im Auslaube befiubliche Vermögensstücke hat ber Senat nach gegeben, ebenfo wie hinsichtlich der Erhöhung ber Steuer vom Nutzen ber landwirtschaftlichen Betriebe. Die Kammer forderte eine Erhöhung von 75 Prozent. Der Senat hat sich zu einem Kompromiß bereit erklärt, indem er einer Er­höhung um 50 Prozent zustimme. Der Ausschuß ber Kammer hat sich der Stellungnah­me des Senates hinsichtlich ber Umsatzsteuer an­geschloffen, was zur Demission des Vorsitzenden führte. Daraus ergibt sich, daß die Sozialisten Gegner der allgemeinen Umsatzsteuer bleiben unb baß sie die Befreiung ber lebenswichtigen Artikel und ber Kleinbetriebe nach wie vor for- bern. Der Schluß ber Parlamentssession ist im Laufe beS heutigen Abends zu erwarten.

Die letzten Korrekturen.

Bor ber «bfenbung ber Sicherheitsnote.

(Eigene Drahtmelduna.)

Berlin, 13. Juli.

sind gezählt. Zugleich

soll auch ein neuerB- . ....

ten. Und zwar soll an die Stelle des noch sehr

Keine Snterttentfon Englands.

London, 13. Juli. (Eigene Drahtmeldung.- Reuter erfährt, daß die britische Antwort auf das spanische Ersuchen um Intervention in Marokko dahin geht, keine Aktion zu unternehmen, die als Verletzung der Neutralität der Tangerzone ausgelegt werden könnte. Die Regierung ist nicht der Ansicht, daß die Tangerzone sich in unmittelbarer Gefahr befindet.

Eckeners Nordpol-Zeppelin.

tlnietaenoretfe; titnbetmifebe AelchSstSaazetgen Meile SOgfa- auswärtige ameiaen Zeile 20 Psg., rfamilienatueiaen ,-ieile so «sg, Klewe «meigen

Reklamen die .Helle 76 Pia. CffertgeS ilbr WWa. 'bei Zulendg. der Off er ten 30 Pig.l Rechnungsbeträge ffnd innerhalb 5 >_g. tu bezahlen- llkatzaebend in der icnrs deS HablungstageS. stür die Richtigkei! aller durch Fernsprecher ausgegebenen an* -eigen sowie für Autnalunedaten und Plätze kann nich» garantiert werden. Für Wiäen mit bekond. schwierigem SaMOn dr^ÄussMaL Druck«et: S»lacht^s- kratze SU/Ä>. Geschäftsstelle Köln Str.5. aegeniib.der Svobrftr. Fermvr.ml u. »v-

den Döfterbund sehr ausführlich eingehen wird. , Die bisherigen Kabinettsbesprechungen haben er­geben, daß von einem bedingungslosen Beitritt s Deutschlands zum Völkerbund absolut keine Re­de sein kann. Wenn die Gegenseite das Recht Deutschlands anerkennt, daS deutsche Gebiet vor den unberechtigten Durchmarsch fremder Truppen int sichern, dann würde, allerdings die wichtigsten Bedenken in Fortfall kommen. Wie wir ersah ren, wirb Außenminister Dr. Strefemann bereits in ber nächsten Sitzung des auswärtigen Ans­chusses in der Lage fein, die deutschen Richtlini­en für die Beantwortung ber beutschen Sicher- heitsuote ben Parteiführern zur Kenntnis zu bringen. Bei einer nochmaligen Durchberatung kann sich die «bfenbung noch um ein paar Tage verzögern.

Spanien auf dem Sprunge.

Vormarschsignal Immer neue Siegesberichte.

(Eigene Drahtmeldung.)

Madrid, 13. Juli.

Ein amtlicher Bericht deutet an, daß es wahr­scheinlich notwendig fein werbe, bie Straf­aktien gegen Marokko fortzusetzen unb neue militärische Positionen mit ben tn Marokko vorhandenen Streitkräften zu erreichen. Das Marokkoproblem beschäftige heute das Jn- tereffe ber Welt. Abb el Krim könne zum Mit- telpunkt einer religiösen unb sozialen Bewegung im westlichen Europa werben. Der Rebellenherd im Ris bedeute eine schwere Ge- ahr für bie Zivilisation unb den Frieden ber Westmächte. Dem letzten Pariser Marokko- pericht zufolge ist bei Bab Taza ein feinbliajtr Vorstoßver su ch gegen die französische Stel­lung unter schweren Verlusten für den An­greifer aus gehalten worden. Die abtrün­nigen Tanks hätten gestern ben Wohnsitz des Kaid Bechir angegriffen. Energische Gegen­angriffe der franzoseutreueu Eingeborenen hätten den Feind schließlich unter schweren Ver­lusten zurückgeworfen.

Beugt sich Abdel Krim?

Das Friedensprogramm von Madrid. (Privat-Telegrarnm.)

Paris, 13. Juli.

Der aus Madrid zurückgekehrte Abgeordnete Malvp hat über das französisch-spanische Ab­kommen einem Pressevertreter erklärt, daß dle Bedingungen, die man in Madrid aufgestellt habe, für Abd el Krim annehmbar seien. Verhandele Abb el Krim nicht, bann werbe dte spanisch französische Einheitsfront in Er­scheinung treten. Wenn aber Abd el Krim Ber- hanblungenauuehme, werbe man bie in Madrid festgesetzten Bedingung u veröffentlichen und eine neue Verteilung ber Marokko- zoneu vornehmen. Die Rifleute könnten stch nach ben Regeln einer autonomen Ver­waltung selbst regieren, müßten aber unter ber Souveränität des Sultans bletben wie bie französische unb bie spanische Zone.

Die 3L Hauptversammlung beS Vereins Deutscher Zettungsverleger würbe «"geleitet durch programmatische Ausführungen des Vor­sitzenden Kommerzienrat Krumbhaar. Er führte u. a. aus: Die politische Umgestaltung unseres Rechtes hat den Einfluß der Presse m ganz außerordentlichem Matze geklart. Mit ihrem Rinfluß ist aber auch ihre Verant­wortung um ein Vielfaches gewachsen. Die Lage des deutschen Zeitungsgewerbcs tst ntcht mehr entfernt so günstig, als vor etnem Jahr und droht von Tag zu Tag sich zu ver­schlechtern. Eine Aufgabe von höchster polrttscher Tragweite tritt an uns heran: die Reuformung des beutfdjen Presserechtes. Wir Verleger stehen dabei auf dem Standpunkt, daß alle Ve- lange der Presse, soweit sie nicht in dem zwischen uns und den Redakteuren vorgesehenen Normal- unb Tarifvertrag enthalten sinb, in bem neuen Reichspresserecht kodifiziert werden muf­fen. Nicht immer sind sich deutsche Zeitungen, oft allzu befangen nur in innerpoltttschen Vor- stellungeu. ihrer Wirkung gegenüber bem Aus­land bewußt gewesen. Aus der deutschen Presse mutz das Ausland erkennen, daß es tu den Lebensfragen unseres Volkes einen einhert- licheu deutschen Willen gibt. Kammer, zienrat Dr. Krumbhaar schloß mit dem Aus­druck tiefempfundenen Dankes an die g cf amte ostpreutzifche treffe für ihr mannhaftes und erfolgreiches Wirken bei der

Verteidigung dieses deutschen Bollwerk«.

Im Namen der Reichsregierung erklärte Mi- uisterialdirektor Dr. Kiel, daß Anne n - Minister Schiele im letzten Augenblick durch dringende politische Ausgaben au ver Reise verhindert worden sei. Insbesondere aber hat Reichspräsident v. Hindenburg mich beauf­tragt, so fuhr er fort, feiner Freude darüber Ausdruck zu geben, daß der Verein g er ave hierher feine Tagung verlegt hat. An den Reichspräsidenten wurde folgendes Tele­gramm gesandt: Versammelt in der deutschen Ostmark sind wir uns besonders der Pflicht be­wußt, die Einigkeit des deutschen Volkes Uber allen Pvrteiverpflichtuugeu herbeizuführen une zu Helsen. Nur burch die

Einigkeit de« Volkes kann die ReichSeiuheit gesichert unb bie Unnatur gewaltsam erzwun­gener Zerreißung urdeutschen BodeuS der ganzen gesitteten Welt zur Erkenntnis gebradit und der friedliche Wiederaufbau Deuftly- lands zur Wirklichkeit werden. Hierfür zu kämpfen unb die Welt über die Zustände tm deutschen Osten aufzuklären, bleibt eine wichtige Pflicht der Presse. Dankbar gedenken wir beS Schutzherrn Ostpreußens in schwerer Zeit. Bei den geschäftlichen Beratungen wurde der Entwurf für einen Tarif- und Normaldienst­vertrag, sowie der Plan für die Errichtung einer Versicherungsanstalt grundsätzlich zu­gestimmt. Es wurde allgemein festgestellt, daß die zunehmende Verknappung deS Ka- p i t a l S und bie Versteifung des Kredites die Lage im ZeitungSgewerbe merklich verschlech­tern. Auch die Erhöhung der Postbestell­geb ü t) r e n für Zeitungen stellt eine große Be­lastung dar. In einer Entschließung würbe gegen die ablehnende Haltung beS Re ichs post- mi n i st e r i u m s, die Bestellgebühren herav- zusetzeu, Einspruch erhoben.