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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 155. Einzelnummer ia Ps, Sonntags 15 Pf.

Dienstag, 7. Zuli 1925.

Einzelnummer 10 Pf., Sonnlags 15 Pf. 15. §a^?gaUg

Anmndsens Einzug in die Hauptstadt.

In einem Zeitungsbericht Heißt es, die Ge-

London, 6. Juli.

ligen Heute wieder aufgerufen werden, da uhen erwartet würden infolge der

ähren haben, d

Blatt

lener Drahtbericht.) Ein z. Zt. über nie en Friedens-

Es knistert und schwelt.

Chinesische Racheakte. Streikgefahren. lEigene Drahtmeldung.)

Sultans und im Rahmen noch zu bestim­mender Grenzen zusichern. Man werde von Abd el Krim pro forma die Ausliefernng »on Waffen verlangen, aber nicht dir Ab­lieferung seines gesamten Kriegsmaterials.

Möglichkeit eines äffen , ..

angebots an Abd el Krim verhandelt werde. Man werde Abd el Krim und den Rif­leuten ihre vollkommene Entwickelungsfreiheit unter der nominellen Souveränität des

willigen heute wieder ausgerufen werden, da

Unri -------- " '

Tatsache, daß der Streikral die Absicht habe, die Elektrizität für die Baumwollfabriken abzuschneiden. Ein Blatt berichtet, daß die Streikführer fetzt von ihrer Politik des Ter­rors zu Torturen übergingen.. Als War­nung für andere wurden sechs Straßen­bahn angesiellte in dem Borort von Schanghai an den Händen aufge hängt, hef­tig durchgepeitfcht und dann wieder frei- gelassen. Die chinesische Handelskammer hat den Streikenden in Schanghai fünfhundert- taufend Dollar zur Verfügung gestellt. Die chinefischen Fabriken seien voll be­schäftigt und erzielten riesige Gewinne, während die Ausländern gehörenden Werke ihren Betrieb eingestellt hätten.

* * *

EaiNaux-Herriot aie Unterhändler.

Paris, 6. Juli. (Privattelegramm.) Ein Blatt glaubt berichten zu können, daß im letzten Rinistcrrat beschlossen wurde, daß Finanz- Minister Caillaux sich in kürzester Frist an der Spitze einer Sachverständigenkommission nach England begeben werde, um wegen der Schttidensraae tw iterhanbeln. Doa-rnen scheine es, daß die Reise Caillaur' nach den Bereinigten Staaten für den Augenblick nicht beschlossen wurde. Au seiner Stelle würde der Kammer­präsident H e r r i o t an der Spitze einer Mission über die Schuldenfundierung mit den Vereinig­ten Staaten verhandeln.

Der Held des Tages.

Szenen der Begeisterung um Amundsen. (Eigener Drahtbericht.)

Oslo, ß. Juli. .

In Anwesenheit einer -tnMeuri« Mensch-" menge erfolgte gestern die Ankunft der Polar- ffieger, die von der Königin im Motorboot be­grüßt wurden. Atarthingpräsident Suffe hieß die Polarslieger mit einer Anfprache willkommen. Amundsen sprach seinen Dank für die Willkom­mensworte aus. Bei dem Empfang im Schlosse begrüßte der König Amundfen und seine Gefähr­ten und überreichte Amundsen die Bürgerinedail- lc. Auch feilte Gefährten erhielten OrdenSaus- zeichnungen. Rach einem zu Ehren der Polar- flieger gegebenen Frühstück sprach Amundsen, der begeistert begrüßt wurde, in einer von der Osloer Arbeiterpartei veranstalteten großen Arbeiterver­sammlung. Auf dem Wege zum Schloß, wo ein Galadiner stattfand, waren die Polarflieger wiederum Gegenstaud begeisterter Huldigungen, der König sprach in einer Festrede aus, Amundfen und feine Begleiter hätten eine Tat auSgeführt, die den Namen Norwegens in der ganzen zivili­sierten Welt zu Ehren gebracht habe. Nach der Rede des Königs spielte die Musik die National­hymne. Hierauf ergriff Amundfen das Wort. Er gab eine Schilderung seiner Erlebnffe iund sprach seine Freude über den unerwartet glän­zenden Empfang in der Landeshauptstadt aus.

Amerikas Fehdehandschuh.

Japan-England bestehen auf Vorrechten inChina.

(Eigener Drahtdertcht.)

London, 6. Juli.

Ein Londoner Blatt fchreibt in einem Leitar­tikel, ein furchtbare Gefahr für die innere Auflö­sung und das ChaoS in China fei am Horizont erschienen. Mitten in die augenblickliche Verwir­rung hätten die Bereinigten Staaten einen wohl­gemeinten Vorschlag geworfen, der jedoch wohl nur als eine Herausforderung angesehen

treu geblieben sind, lassen Zeichen von Er- m ü d u n g erkennen. Die Branas namentlich, die wacker auf unserer Seite gekämpft haben, schwanken. Der größte Teil dieser Stämme hat unserem Generalftab mitgeteilt, daß man nicht

Der Gchuldentopf.

Von Sir Josiah Stamp.

(Gouverneur der Bank von England.)

Das zur Zeit namentlich für die Entente­sieger äußerst peinliche Schuldenproblem, über dem ihre schärfsten Finanzköpse grübeln, hat der einflußreiche englische Wirtschastssührer in fol­gender geistvoller Plauderei für uns behandelt: Wer Gelegenheit hat, sich mit ameritanifd)en französischen oder italienischen Finanzleuten über die Lösung des interaAiierten Schulden- vroblemS zwanglos zu unterhalten, muß sich über die Verschiedenartigkeit der geäußerten Ansichten und die in ihnen enthaltenen oft un­überbrückbaren Gegensätze wundern. Selbst bei den Vertretern einzelner Rationen finden sich völlig widersprechende und oft unvereinbare Auffassungen. Ich wies kürzlich in einem Zei­tungsartikel nach, daß, wenn man die gesamten durch den Weltkrieg entstandenen Schulden t n einen Topf werfen oder wie es mit dem eng­lischen Fachausdruck heißtpoolen* würde und die Verteilung der Anteile an der Gesamtsumme nach dem vorhandenen Volksvermögen der ein» zelnen Nationen vornehmen würde, die Ver­einigten Staaten nur 1461 Millionen Pfund aus dem Pool zu erhalten hätten, anstatt der über elf Milliarden Pfund, die sie jetzt fordern. Schal­tet man aber einen ethischen Faktor ein, in- dem man sagt, die USA. »hätten eigentlich- gleich bei Kriegsbeginn kämpfend an der Seite der Alliierten stehen müssen, und verteilt man dann die Anteile nach der Leistungsfähigkeit, so hätten die Vereinigten Staaten nicht nur nichts aus dem Pool zu erhalten, sondern sie hätten noch etwa zebn Millionen Pfund ein» zuzahlen, die dann an die einzelnen Alliier»

etwa durch Spitzfindigkeiten darum herumzu- drücken versuchen. Die Leute, die wirklich durch einen Gegenanspruch von uns betroffen würden, sind leider diejenigen, die heute am wenigsten Verständnis für unsere Schwierigkeiten an den Tag legen und die auch durch die Drohung, daß un solcher Anspruch besteht, völlig kalt gelassen werden. Der wahre Kernpunkt des inter­alliierten Schnldenproblems liegt aber in der französischen Schuld, die durch die obige historische Betrachtung in keiner Weise be­rührt wird.

mehr auf fie zählen könne. Die anderen Stämme, deren Gebiete sich in den Händen der Rifleute befinden, sind enttäuscht, weil fie die Ernte nicht einbringen können. Anstatt eines Vormarsches, den man ihnen versprochen hatte, ersahren fie täglich neue Einbrüche der Riftruppen, begleitet von Plünderung und Terror. Die muselmanischen Behörden erklären, daß fie nicht mehr für die dis fetrt treu gebliebenen Stämme bürgen können, falls nicht eine rasch durchgeführte Offensive das ver­lorene Gelände befreit. Die Lage werde immer ernster, und auch Fez fei bedroht.

Sin Friedensangebot Frankreichs.

werden kann. Washington habe mit seinem Vorschlag einer sofortigen Reform drr jetzt von Ausländern in China genossenen exterrito­rialen Rechte von neuem gezeigt, daß die Repu­blik des Westens nicht bereit fei und nicht fähig sei, die größere Seite der orientalischen Fragen zu erfassen. Japan werde diese Forderung Ame­rikas sicher als einen Beweis dafür ansehen, daß Amerika endlich den Fehdehandschuh hingeworfen habe. Man müsse sich wundern, daß ein so augenscheinliches Ergebnis einer Etn- mischung in das Fremdenrecht inmitten einer fremdenfeindlichen Bewegung nicht wenigstens einigen der Leute im Weißen Haus zum Bewußt­sein gekommen fei, denn e« gebe wahrscheinlich nicht einen einzigen Amerikaner, der wünsche, daß Japan mit China oder den Bereinigten Staaten Krieg führe. Die javanische Regierung und einige der größeren Mächte teilten die auch in Großbritannien nachdrücklich vertretene An­sicht, daß eine Erörterung der Abschaffung der exterritorialen Rechte der Ausländer in China bedeutend verfrüht fein würde.

Kein? Vollmacht des Generaikonsuls.

Kanton, 6. Juli. (Funkdienst.) Der amerika­nische Konsul in Kanton sagte in einem In­terview mit einem Reutervertreter, er habe auf einer Schanghaier Konferenz erklärt, er könne ohne besondere Bevollmächtigung seitens seiner Reaicrnng nicht handeln, sondern nur als i n * offizieller Beobachter zugegen sein. Er hoffe, daß Mittel und Wege gefunden würden, um Verhandlungen zur Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen einzuleitcn. Der deutsche Generalkonsul gab eine ähnliche Erklä­rung für die deutsche Regierung ab.

Der Feind dringt ein.

Painleve richtet die Kopfhänger auf. (Durch Funksprucy.,

Paris, 6. Juli.

Painleve hat der Presse folgende Erllä- tuttg znstellen lassen: Es ist richtig, daß verschie- bene treu gebliebene Stämme zum Teil abgefal- len sind und die Ristruppen durch eine Bresche in die französischen vorderen Linien eindringen ließen. Nufere Truppen, die gegenwärtig die besten Stellungen inne haben, sind in der Lage, den Feind zurückzufchlagen, fodaß ihm feine Angriffe teuer zu stehen kommen werden. Einerfeits sind unsere Gegner besser bewaffnet als vor zehn Jahren. Sie wissen das Gelände, den Schutz von Laufgräben ufw. geschickt auszu­nutzen. Andererseits hat die moderne Tak­tik, besonders die für einen entfcheidenden Schlag erforderliche Konzentration der Streit- kräfte, den Abfall, der treugebliebenen Stämme und infolgedessen das Anwachsen der feindlichen Einbrüche zur Folge. Man darf sich alfo nicht beunruhigen lassen, wenn auf einer fo ausge- oehnten Front derartige Schwierigkeiten örtlicher Art einen Rückzug oder eine Umgrup­pierung unserer Stritkräste nach sich ziehen.

Abfall berRisstämme.

Die Sache der Franzosen steht schlecht.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 6. Juli.

len zu verteilen wären.

Ein bekannter amerikanischer Finanzmcmn mit etwas spitzer Feder Hai diese Betrachtung meinerseits als eine .humoristische Skizze* be­zeichnet. Ich glaube, daß diese Krttik etwas weit über das Ziel hinausschießt und behaupte nach wie vor, daß es äußerst schwer ist. die wirtschaft­liche.! und moralischen Grundlagen zu finden, auf denen ein so schwieriges weltwirtschaftliche«. Problem gelöst werden kann. Vernunft und ' praktische Durchführbarkeit fordern, daß wir uns l bet unseren Betrachtungen auf einen begrenzten Kreis von Tatsachen beschränken und dann den. höchsten gemeinsamen Nenner finden müssen, ' um in unserer heutigen nüchternen Zeit eine Lösung der Frage überhaupt zu ermöglichen. Ein italienischer Freund hat mich vor kurzem daraus hingewiesen, daß in den frühen Tagen deS Mittelalters italienische Geldgeber einem, englischen König eine Anleihe gewährten, die niemals zurückgezahlt worden ist. Die Schuldsumme an sich selbst Zins und Zin­seszinsen ist bereits zu einem Betrage an- gewachsen, der Italiens Verpflichtungen an England bei weitem übersteigt.

Der wichtigste Faktor für die praktische Lösung des Problems ist meiner Ansicht nach der Fortschritt der internationalen Moral. Obwohl auch für England viele Jahre vergehen werden bis seine Schuldverpflichtun» gen getilgt sind, muß es heute eine ganz andere Stellung zu dem Problem einnehmen als jene amerikanischen Staaten, die einst ihre Verpflich- tungen England gegenüber annullierten. Für die Union selbst und deren rapiden welt­politischen und weltwirtschaftlichen Fortschritt liegt jene Zeit so weit zurück als die Sintflut. Die Taten gelten als die einer anderen Zeit. Für die weit längere Perspestive des englischen Reiches dagegen bedeuten mehrere Jahrzehnte so viel wie ein Tag. Es gibt unzählige Gründe, weshalt eine Diskussion <u»»r die Verrechnung jener alten Ansprüche töricht und nutzlos ist. Zum ersten haben wir di« Bedingungen der An» leibe ja bei deren Abschluß von vornherein fett- aelegt und wir sollten uns als ehrenhafte Kaufleute jetzt späterhin hüten, irgend welche Aenderungen an tmferen eigenen Ab­machungen etnzufügen Bestehl wirklich von unserer Seite aus ein Bermögensansprnch an jene amerikanischen Staaten, so liegt dessen Summe zum mindesten noch nicht fest: der Be­trag bildet aber sicherlich nur einen Teil unserer heutigen Schuld Falls wir beim Abschluß bet Anleihe bereits mit dem Gedanken einer Aus­rechnung älterer Ansprüche kokettierten, so hat- ten wir dies gerechterweise bei den Verhand- hingen durchblickeu lassen müssen. Endlich aber dürfen auch individuesie Verluste in finanziellen Spekulationen mit Teil-Regierungen nicht auf eine Stufe mit Abmachungen unter großen Re­gierungen. die völlig deS spekulativen Charak­ters entbehren, gebracht werben.

Wir Engländer hoben stets darauf Wert ge­legt. als ein stolzes Volk zu gelten. Fall» wir unserer Ehre leben sollen, müssen wir leben be» rechtigten Anspruch, der sich gegen uns richtet, anerkennen und dürfen uns nicht

Russischer Sumpf. Skandalprozeffe und andere erbauliche Geschichten.

Das empörende Todesurteil über zwei dentfche Studenten wegen aaeebhäet Spionage bat die «äsen aller Wett auf das rätselhafte, dem übrigen Europa jetzt völlig entfrentbete «ttieu« reich «enlnldier Prägung »-lenkt. Unfer rni- üfcher Mitarbeiter wem von SkandalvU,epen elften «Ranges zu beruhten, die grelle ®»ias= lichter auf Menfcheu und Zustande werfen.

In Odessa wird zurzeit der Prozeß der obersten Behörden per Stadt Cherson verhan­delt. Der Hauptangeklagte Sosronow wird ve- chuldigt, ungeheuere Beträge von Verwal­tungsgeldern unterschlagen zu ha­ben Auch soll er wilde Orgien und Trmkge- läge im Hause des Sowjets veranstaltet haben. Die Miliz (Polizei) hat er öfters aus dem Bett herausholen lassen und zwang sie, bet sei­nen Orgien luftige Lieder zu singen und zu tanzen. Sämtliche Sosronows nahmen Be« stechungsgelder an und verübten zahllose Verbrechen. Der Ches der Miliz, alfo der P o - lizeipräsident, hat sich gleichfalls groye Unterschlagungen zuschulden kommen lassen. Er ist u. a. wegen Kuppelei angeklagt. Der Ches der Kultusabteilung, dem die religiösen Angelegenheiten obliegen, verlangte für die Er­laubnis Gottesdienste abzuhaltcn, unge­heuere Beftechungsgelder. Er ließ sich auch in natura mit Wein und Frauen bestechen. Charakteristisch ist auch der folgende Vorfall, der sich vor kurzem in Moskau zutrug. Eine Abtei­lung

Rekruten der Roten Armee

wartete im Kasernenhos drei Tage lang auf die ärztliche Untersuchung. Endlich verloren die Leute die Geduld. Als ein junger, gut gekleide­ter und gesund aussehender Sowjctbeamier vor- beigmg fragten ihn die Rekruten, wieso er nicht Soldat wäre? Der Beamte erwiderte, daß er krank seiDu Aermster", wurde ihm zugerufen, wir werden dich gleich heilen!* Mit diesen Worten stürzten sich die Rekruten aus den Be­amten und fingen an, ihn zuschaukeln". /(Sin russischer Brauch, bei der» das Opfer ost bis zur Besinnungslosigkeit in die Lust geprellt wird.) Nachdem derKranke* solcher Art behan­delt worden war, kam die Reihe an die anderen Beamten und schließlich an den Kommissar. Alle wurden so langegeschaukelt", b i s s i e d i e Besinnung verloren. Endlich mußte eine Abteilung der Roten Armee mit Maschi­nengewehren hcrbeigeholt werden, um die Rekruten zu überwältigen. Das Urteil int Pro­zeß gegen die ausständigen Rekruten lautete auf ein Jahr Gefängnis für jeden. Eine ausführ­liche Geschichte aus der blutigen Zeit des Bür­gerkrieges ist soeben in Moskau erschienen, und dieseGeschichte des Bürgerkrieges 1917/20" ist stellenweise die erschütternde Lektüre, di" man sich denken kann. Der unheilvolle Bür­gerkrieg, oen schon Sophokles den fürchter­lichsten aller Kriege nennt, wütete in Rußland seit der Oktoberrevolution 1917 bis ins Jahr 1920. Manche Episode aus jenen blutigen Tagen erinnert an die düstere Tragik Shakespearescher Dramen stosse. So erzählt das oben erwähnte Werk unter anderem die folgende Episode: Einen Herrenhof am Ufer der Wolga hielt eine Kompagnie der Roten Armee besetzt. Die Weißen drangen in großer Uebermacht vor. Nach heftigem Feuer­gefecht wurde der Herrenhof im Sturm genom­men Nur fünf rote Soldaten wurden lebendig gefangen genommen. Da stellte es Ü.H heraus, daß es frühere

Offiziere der kaiserlichen Garde

waren, die von bett Bolschewisten mit Gewalt mobilisiert und an die Front geschickt waren. Der General der weißen Truppe erkannte unter -en Gefangenen feinen eigenen Sohn, die anderen waren Offiziere des Regiments, das unter feiner Führung manche Schlacht des Welt­krieges durchgemacht hatte. Der General lud feine früheren Waffenkameraden zu einem Abendessen ein. In dem prunkvollen Haufe des Gutsbesitzers wurde ein opulentes Mahl mit herrlichen Weinen aus dem Hauskeller serviert. Tie Offiziere waren glücklich, wieder In ihrem früheren Kreise zu sein und versicherten, daß sie nur unter dem Druck der Gewalt, und um ihre Familien nicht dem Verhungern zu überantwor­ten, gegen ihre eigenen Kameraden gekämpft hätten. Das Gelage dauerte bis zum frühen Morgen. Dann schlug der General vor, einen SP a zier-'ang am schönen Wolga-Ufer zu machen. Tie stark angeheiterten Offiziere folg­ten der Aufforderung, sahen aber bald mit Ent­setzen, daß auf einem Felsen oberhalb des UserS fünf frifch gezimmerte Galgen

standen Im nächsten Augenblick wurden sie ge- fesselt, und der General las ihnen das Todesur­teil wegen Hochverrats vor. Keine Beteuerungen halfen mehr. Unbewegt sah der General zu, wie