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Donnerstag, 2. Zull 1925.

Mummer 151. Einzelnummer 10 Pf Sonntags 15 Pf.

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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung _____

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. ZEl)5AüUA

Wirtschastskneg auch mit Frankreich?

Millionen für den Wiederaufbau.

§uli. (Durch Funkspruch.) Die ardara richtete an das ame-

Newyork, 1.

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Ubeil

London, 1. Juli.

Bei dem Abfchiedsessen für den scheidenden japanischen Botschafter sagte Chamberlain in einer Rede, das seither abgelaufene englisch-ja­panische Bündnis habe zum ersten Male die Interessen des Westens und des Ostens ver­knüpft. Er hoffe, daß man in Japan erkennen möge, daß Großbritannien nicht nur dem Buch­staben, sondern auch dem Geiste seiner Verpflich­tung treu bleibe. Auf der anderen Seite hul­dige er mit Freude der von Japan eingenomme­nen Haltung. Der Herzog von York erklärte in seiner Rede, Japan und Großbritannien seien seit langem durch, Bande der Freundschaft ver­knüpft. Die Freundschaft zwischen beiden Län­dern war und bleibt die Grundlage, aus der der Frieden im Fernen Osten beruht. ______

Lkebesmahl an der Themse.

Die japanische Freundschaft wird aufgefrischt. (Eigener Drahtbericht.)

Budapester Sensationen.

Was Frau Oberleutnant Lederer aussagt.

(Eigener T rahtbericht.)

Budapest, 1. Juli.

Bekanntlich wurde vor einigen Wochen Gen­darmerieoberleutnant Lederer wegen Ermor­dung des MetlgermeisterS K o d e l k a zum Tode durch den Strang verurteilt. Ge­stern hatte sich nun seine Frau wegen Anstif­tung zum Morde und wegen Betrugs und Dieb­stahls sowie sein Bruder Alexander Le­derer wegen Vorfchubleistung zu verantwor- ten. Sensation erregte die Aussage der Frau Lederer, zwei verabschiedete Offiziere hätten wegen geschäftlicher Difterenzen K o - delka getötet. Der Vorsitzende stellte fest daß sechzehn verschiedene Vernehmungen ein wid-rsvrechend eS Ergebnis gezeitigt

6tn zerstörter NevolutionStraum.

Budapest, 1. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Bei einem Verhör bestätigte der verhaftete links- sozialistische Führer Vagi, den bei der Haus­suchung aujgeveclten Plan, daß er eine aus drei­ßig Mitgliedern bestehende Terrorgruppe orga­nisieren wollte, die die Aufgabe gehabt hatte, durch die Straßen von Budapest zu rasen und durch Revolverschüsse der Bevölkerung bekannt zu geben, das die proletarische Revolution von neuem ausgebrochen sei. Vagi Hostie bte Arbei­terschaft mit sich zu reißen, >odaß er Herrde. Lage gewesen wäre. Bei werteren Haussuchun­gen wurden auch Waffen vorgefunden.

Katastrophen derReuenWelt

Die Erdbebenzone dehnt sich aus.

Auch Mexiko betroffen.

(Eigener Drahtbericht.)

Rotterdam, 1. Juli.

Londoner Blätter melden neue Erdbeben. So wurde Santa Cruz von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Die Universität Chicago nimmt an, daß das Erdbeben von einem Beben unter dem Meere herrühre und ver­breitet die sensationelle Behauptung, daß der Spiegel des Stillen Ozeans zu finken beginne. (!) Auch Mexiko ist von dem Erdbeben hetm- n. .ucht In der Provipz T a m p i c o find zahl­reiche Ortschaften schwer beschädigt. Lus der Provinz Veracruz werden Tote und Verwun­dete gemeldet. DerExPreßzugTampico- M e x i k o ist infolge des Erdbebens en t g l e i st, wobei es achtzehn Verletzte und drei Tote gab.

Frankreich irgendwelche Lustkonventio - > neu abzuschließen. Die Pariser Nachricht, wo- t nach sich in Deutschland und Frankreich wegen 1 des Ueb erfliege ns deutschen Gebietes Ver­handlungen stattsänden, ist aus der Lust gegris,en.

Auf dem gefährlichsten Punkt.

Wird der Handelsvertrag scheitern? (Eigene Drahtmeldung.)

Basel, 1. Juli.

Nach Baseler Nachrichten aus Straßburg trifft man dort alle Vorbereitungen für den deutsch-französischen Wirtschaftskrieg. Die gro­ßen Speditionshäuscr haben Sonderverladungen nach Deutschland eingerichtet, um vor dem Be­ginn des Zollkrieges sämtliche Exportläger ge­räumt zu haben. Aus Zürich wird gemeldet: Der gestrige Pariser Kabinettsrat hat auf Vor­schlag des Handelsministers befchloflen, auch gegenüber den am Sonnabend überreichten neuen deutschen Gegenvorschlägen an der Kon­tingentierung der elsässischen Warenproduktion festzuhalten, die Deutschland als unannehmbar abgelehnt hatte. Jnfolgedeffen steht die deutsch- französische Handelslage vor dem Gefahrpunlt, wenn auch noch immer nicht jede Möglichkeit einer Verständigung ausgeschlossen erscheint. Ein Berliner Blatt erklärt: Die letzte Pariser Mitteilung besogt nur, daß die ftanzüsifthc Wirtschaftsdelegation heute der deutschen Ab­ordnung in Paris Frankreichs letzte Vor­schläge für die Verhandlungen unterbreite.

Stadt SantaBardara rlchtete an das mne- rikanische Volk einen Aufruf, durch freiwillige Spenden zwei Millionen Dollar zur Wiedergutmachung der Erdbebenschäden auszu­bringen. Ferner bat die Stadt die Bankiers des Landes, eine Anleihe von zwanzig Millionen Dollar zum Wiederaufbau von Santa Barbara aufzulegen Zwei neue Erd­stöße erschütterten die unglückliche Stadt gestern nacht zwischen Mitternacht und Tagesgrauen. Einige Arbeiter, die die Trümmer nach Verschüt­teten und Leichen äbsuchten, wurden von ein- stürzenden Gebäuden erschlagen.

___________________ riegsgei sehen sei, werden alle Versuche mit Flugzeugen, die durch drahtlose Einrichtungen geleitet wer­den können, v e r h i n de r t.

Italiens Schuld an Amerika.

Vertagte Konferenz. Ein ausgesogenes Land.

(Durch Funkspruch.)

Washington, 1. Juli.

Die Beratungen wegen Umwandlung der talienischen Kriegsschulden in eine feste Schuld wurden gestern auf unbestimmte Zeit vertagt. Die italienische Kommission reifte sofort nach Rom ab, um neues Material für die Verhandlungen zu beschaffen. Der italienische Bankier Alberti versicherte nach Schluß der Sitzung, daß der fiskalische Druck in Ita­lien verhältnismäßig größer fei als in irgend einem anderen Lande und daß eine weitere

hätten. Der als Zeuge geladene Oberleut-I nant Lederer verweigerte d,e Aussage und verbot seiner Frau, über die Sache zu sprechen.

Gestutzte Flügel

Deutschlands T»d in den Lüsten.

Nachdem die uns im Londoner Ultimatum ausgezwungenen Lustklauseln abgelaufen waren, war die deutsche Regierung im März vorigen Jahres erneut mit ihren Wünschen bei den Bot­schaftern vorstellig geworden. Jetzt hat sie in einer schikanösen Note die Antwort erhalten. Das über uns seinerzeit im Versailler Vertrag ver­hängte Bauverbot sollte natürlich die Konkur­renz Deutschlands in den Lüsten für immer lahmlegen. Als dann die völlige Erfüllung aller Bedingungen durch Deutschland nachgewiesen wurde, kamen die neuenBegriffsbestimmun­gen" zur Unterscheidung ziviler und militärischer Lustfahrzeuge, die jetzt durch die neuen .Regeln" noch stärker und enger gezogen werden. Zwar werden einige Erleichterungen gegenüber dem bisherigen Zustand gewährt, die jedoch bei ihrer technischen Geringfügigkeit so gut wie wert­los find .aber im ganzen ergibt sich eine neue Erschwerung für Deutschland aus diesen An-

Sonderbar muten die Bestimmungen über die Luftschiffe an. Das Luftschiff kommt nach den Erfahrungen des Krieges als Kriegsmittel überhaupt nicht mehr inbetracht, abgesehen titel» leicht von Amerika, weil dieses über Helium oer- küat. wäbrend mit Gas gefüllte Luftschiffe von

Ordnungen. , ,, ,

Die technischen Erleichterungen bestehen ein­mal darin, daß die zugelaffene Geschwindigkeit eines Flugzeuges in zweitausend Meter Hohe von hundertundsiebzig aus hundertundachtztg Kilometer in der Stunde hinaufgesetzt ist, also um 5,9 Prozent. Diese winzige, kaum wahr­nehmbare Erleichterung bedeutet nur, daß em Flugzeug sechzig Kilometer weiter fliegen kann als bisher, und die Erhöhung der Geschwindig­keit in zweitausend Meter bat wenig technischen Wert, wenn man nicht KeichzeiriA die GiM chöhe des Flugzeugs steigert; aber die Gipfelhöhe von viertausend Meter ist bestehen geblieben. Ferner ist die zulässige Ladung einer Maschine von sechshundert auf neunhundert Kilogramm erhchi worden. Wenn man inbetracht zieht, daß dabei im Gegensatz zu der deutschen Berechnungs­weise die Franzosen in das Gebiet der Ladung den Flugzeugführer und den Mechaniker mitm» rechnen, so ist auch diese Erweiterung nur etn sehr geringfügiges technisches Zugeständnis. Die Regel, wonach jeder Einsitzer mit mehr als 60 P. S. Motorleistung als Kriegsgerät an­gesehen wird hat gar keinen Sinn, denn selbst ein Einsitzer mit 150 P. S. ist als kriegerisches Material nicht zu brauchen. Dadurch soll Deutschland nur die Beteiligung an internatio­nalen Rennen unmöglich gemacht werden. Durch die Regel, wonach jedes Flugzeug, das ohne Führer fliegen kann, als Kriegsgerät anzu-

fügt, während mit Gas gefüllt« Luftschiffe jedem Flieg-r in Brand geschos. werden können. Das Lustschift hat nur noch friedliche Bedeutung für den völkerverbindenden Verkehr und für Forschungszwecke. Trotzdem sind auch für Luftschiffe in den neuen Regeln noch Beschränkungen aufgestellt worben, so daß es sich auch hier lediglich um eine Be­kämpfung der deutschen Konkurrenz handeln kann. Der für Amerika gebaute Z. R. 3 um­faßt aber bereits siebzigtausend Kubikmeter und ein Luftschiff, wie es etwa für die Nansensche Nordpol-Expedition erforderlich ietn würde, müßte hundertausend Kubikmeter Haven. Im übrigen enthält die Note neue Fesseln.

Nach einer weiteren Vorschrift könnten fast alle gegenwärtig in Deutschland arbeitenden Zivilflugzeuge draufhin untersucht wer­den, ob sie nicht militärischen Zwecken, etwa durch einen stärkeren Motor angepaßt wer­den können. Tie Vorschrift über lebe- neuae- baute Flugzeug Listen zu führen siegt be­denklich nach Industriespionage aus; das Garan­tiekomitee hat es hiernach in der Hand, über iebe kleine Einzelheit genauen Bericht zu ver­langen. Das gleiche gilt für die F l u g s ch ü l e r und Führer, sodaß also die Machtbefugnisse des Garantiekcmitees vollkommen unoeschräntt find und eine Art Kleinkindergartensystem über ein Kulturvolk verhängt wird, das selbst die Neger am Senegal ablehnen würden.

chci^>t geht dir Note darauf aus, fast jede Arbeit in einer Flugzeugsabrik zum Still­stand zu bringen und lahmzulegen. Das Garantiekomitee ist also allmächtig über den deutschen Flugzeugbau. Willkürlich kann es hier­nach alle diese neuen Regeln zu Deutschlands Ungunsten anwenden, ohne daß Deutschland irgendwelchen Rechtsanspruch hätte, sich dagegen zu wehren Die ganze Frage muß als eine A n - gelegenbeit des deutschen Bolkes betrachtet werden, das es sich aus die Dauer nicht gefallen lassen kann, daß es von der Betätigung in der Luft ausgeschieden wird. Selbstverständ­lich wird es die Reichsregierung ablehnen, mit

Der fliegende Gras.

25 Jahre Zeppelinluftschisf.

Wir staunen beute, wo logen. Rttlittrttaiionen uns bie grobe (Srfiabung des Snftgrafen entriffen haben, über feinen Hclbenfinn nnb Opfermut und beugen uns vor de« unbeirr­baren SchSvferwilleu eines Deutschen, der trotz härtester Sckicksalsschlöge seinen Traum und den der Menschheit in bte Tat umsetzte, «em Name umfliegt beute wieder den Erdball. Fünfundzwanzig Jahre sind jetzt, 2. Juli, eit dem ersten Ausstiege eines Zeppelrn-Lust- chisfes dahingerauscht. Er blieb insofern er- olglos, als das Laufgewicht, das zur Höhen- teuerung dienen sollte, versagte. Es wurde nun zurch einen Höhensteuer ersetzt und nach meh­reren Zwischenversuchen erfolgte am 21. Okto­ber des gleichen Jahres (1900) ein zweiter auf flieg, der wohl gelang. Aber noch war die Prüfungszeit derZeppeline" nicht vorüber. Es kam ein neuer, schwerer Schlag: die Gesell­schaft, die bisher den Bau von starren Luftschif­en betrieben hatte, lösie sich auf, und so blieb dem kühnen Erfinder nichts weiter übrig, als fein Vermögen daranzugeben, um das Luft­schiff anzukaufen. Er veröffentlichte in den Blättern einenAufruf zur Rettung der Luftschiffahrt", der aber tauben Ohren begeg­nete. Fünf Jahre lang mußten wieder ver­gehen, ehe ein neues Luftschiff aussteigen konn­te, das am 30. November (1905) die

Der Krieg im Riff.

Wuchtige angriffe Abd el Krims.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 1. Juli.

In dem amtlichen Marokkobericht heißt eS: Im Osten verschärft sich der feindliche Druck in Richtung Mcila. Er stößt auf starke französische Streitkräfte. Ernste Einbrüche in der Gegend von Dahar seien aufgehalten worden. Das Gros des Feindes vermeidet gegenwärtig einen Angriff auf die französischen Frontab­schnitte im Zentrum und im Osten. Auch irn Osten von Kelag haben feindliche Einbrüche stattgefunden. Diese Streitkräfte sollen im Nor­den des Ouergha-Fluffes Schützengräben ausgeworsen haben. Irn Süden von Lukkos führen feindliche Streitkräfte in Stärke von loOO parallel mit der Linie der französischen Posten Berteidigungsarbeiten aus. (S. a. Dep. 2. S.)

erste Landung eines Starrlustschisses auf festem Boden ausführte, die bisher von den Gegnern für unmöglich gehalten wurde. Und als am 10. Oktober des nächsten Jahres (1906) ein neuer Luftkreuzer zwei Stunden siebzehn Minuten sich in der Luft halten konnte, da mutz­ten auch die Gegner zugeben, daß derLust­graf" seinen Kampf um die Eroberung der Lust glücklich zu Ende führen werde. Auf der Ballonhalle am Bodensee wurde die Reichs­flagge gehißt. Aber erst das Jahr 1908 brachte den vollen Triumph der Zeppelinkreu­zer: der Etat sah zum ersten Male eine Ent­schädigung von 500 000 Mark für den küh­nen Erfinder und die offizielle Erwerbung zweier Luftschiffe für das Reich vor. Und nun begannen die Siegesflüge derZep­peline", deren sich die Aelteren unter uns noch mit Stolz und Freude erinnern werden: die Siebenunddreißig-Stundenfahrt Friedrichs­hafen-Bitterfeld, der Bodensee- SBerlinf lug, der im Bilde verewigt wurde, in Berlin von Tausenden begrüßt, die ihn um­drängten und ihm die Hand drückten, bis end­lich am 22. 3 u n i 1910 das erste deutsche

Paffagierluftschiff feine erste Reise antrat. Dasselbe, das den NamenDeutschland" führte, bezeichnet einen entscheidenden Schritt zur Lösung des Gesamtproblems der Luftschiff­fahrt, sofern diese als Verkehrsmittel auch für Personenbeförderung in Frage kam. Freilich fehlte es auch nicht an Zwischenfällen, die immer und immer wieder die Luftschisfahrt ernstlich zu gefährden drohten. Am furchtbar­sten war die Katastrophe bei Echter - dingen (4. August 1908), über die das offi­ziöse Telegraphenbüro folgendes meldete:

Echterdingen, 5. August. (Telegramm.) Der Unfall des Zeppelinschen Ballons wurde da­durch verursacht, daß infolge eines überaus heftigen, plötzlich einsetzenden Gewitterstur­mes eine Gondel des Ballons in die Höhe gehoben wurde. Als ste wieder aus dem Bo- den aufprallte, explodierte ein Motor, und- der betreffende Teil des Ballons fing Feuer. Mehrere Soldaten, die mit dem Hal­ten der Gondel beschäftigt waren, wurden mit in die Höhe gerissen und bei der Explosion schwer verletzt. Graf Zeppelin stand tief erschüttert vor seinem vernichteten Lebens­werk. Der Ballon wurde vom Sturm weg- geriflen und in der Lust brennend völlig ver­nichtet.

i Getötet wurde bei der verhängnisvollen Ka- i tastrophe niemand, wohl aber wurden mehrere Personen schwer verletzt. Zwei Stunden vor , dem Unfälle, waren dem Grafen Zeppelin von der Reichsbank auf Antrag der Reichsregierung : 500 000 Mark überwiesen worden, wodurch die i Weiterführung seines Lebenswerkes gesichert erschien. Außerdem veröffentlichten die Zeitun­gen einen Aufruf zu einerNational­spende" für den Grafen Zeppelin, der von einem überräschenden Erfolge begleitet war.

Wies er doch 6 096 555 Mark auf, eine Summe, : die Gras Zeppelin zu einerZeppelin-Stistung" mit dem Sitze Friedrichshafen bestimmte, und die den Bau und Betrieb von Luftschiffen för« 1 dern sollte. Zu seinem 75. Geburtstage, 8. Juli 1913, wurde derGroßadmiral der Luft- : schifsahrt" im Reiche und überall, wo Deutsche wohnen, wie selten einer gefeiert, und selbst

Steigerung zu einer Kapitalsabwande­rung aus Italien führen müsse, daß der Druck der Besteuerung des Rationaleigen­tums für Italien sechsmal größer sei als für die Vereinigten Staaten und daß die Nach- kriegsausgaben Italiens für Heer und Flotte in Gold geringer feien als vor dem Kriege, im Gegensatz zu den Rüstungen in andern Staaten.

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Auch Xheunis reift nach Washington.

Brüssel, 1. Juli. (Privattelegramm.) Der belgische Kabinettsrat hat gestern die Mitglieder der belgischen Mission bezeichnet, die in Washington über die Konsolidierung der Kriegsschulden verhandeln soll. Füh­rer der Mission ist der ehemalige Ministerpräsi­dent THeunis. Ihm werden vier Sachver­ständige beigegeben werden.

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Mussolini denk! nicht an Soldreform.

Rom, 1. Juli. (Privattelegramm.) Der Mi- nisterprästdent und der Finanzminister empftn- gen gestern die Vertreter der kleinen und der mittleren Banken. Bei dieser Gelegenheit de­mentierten sie das Gerücht, daß die Regierung daran denke, die Goldwährung einzu­führen und erftärten, daß man gegen die Verbreiter mit allen Mitteln vorgehen werde.