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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 149. Einzelnummer 10 Pf., Sonntap.8 15 Pf.
Dienstag, 30. Juni 1925.
Einzelnummer 10 Pf.. SmnlnflS 15Pf. 15. Aa^rgaU
Englands Kampf gegen den Volschemismns.
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der Straßenbahnen und fünf japanische Seeleute, die in einem Auto fuhren, mit Steinen bombardiert. Wiederholt mutzte die Polizei Menschenansammlungen zerstreuen. Eine jUntersuchungS. Kommission chinesi-
London, 29. Juni.
Der Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead führte in Loughborough über den Bolschewismus aus, Chambertin habe die wichtige Erklärung abgegeben, datz die Unruhen in China durch Agenten eines anderen Landes genährt würden. Zweifellos werde eine Zeit kommen, wo sich die Engländer zu fragen hätten, ob sie wirklich hilflos einem Lande gegenüber ständen, das na .dem Geständnis seiner eigenen Führer in der ganzen Welt durch eine unermüdliche geheime Tätigkeit das Ziel der Zerstörung des britischen Reiches verfolge. Diese Aeutzcrung Birkenheads ist besonders bemerkenswert, da sich hier zum ersten Male ein Kabinettsmitglied in ähnlichen Gedankengängen bewegt, wie sie neuerdings in der Presse scharf zum Ausdruck kommen. Garvin schreibt in einem Aufsatz über die Unruhen in China, die Extremisten in Moskau seien der Ueberzeugung, datz Großbritannien das Haupt- h i n d e r n i s für eipe Weltrevolution sei und daher würde von Moskau aus alles geschehen, was möglich sei, um die britische Stellung in Asien zu untergraben. Klügere Männer in Moskau, wie zum Beispiel Krassin, wützten genau, daß eine derartige Außenpolitik verfehlt sei, aber es herrsche eben der Geist Sinowjefss und er werde vielleicht in nicht zu ferner Zeit eine sehr unerfreuliche Entscheidung gegen Moskau herbeiführen.
Man tappt im Dunkeln.
Frankreichs Pflichten bei dem Friedenspakt. (Eigener Drahtberichi.)
London, 29. Juni.
Nichts kann uns trennen.
Reichskanzler Luther im goldenen Mainz.
(Privat-Telegramm.)
Mainz, 29. Mainz.
Bei Eröffnung der Kunstausstellung der Stadt Mainz im Rahmen der Jahrtausendfeier führte nach Vorträgen von Dr. Rodenberg über „Die neue deutsche Zukunft" und von Pros. Dr. Pautzschah über „Mainz in der deutschen Kunst." Reichskanzler Dr. Luther u. a. aus.
Du alle Zeiten hindurch sei daS eine geblieben, ror war und ist und sein wird: Das deutsche '■< !t, das Deutsche Reich! (Bravo!). Noch ein anderer Grund sollte die Schritte eines jeden Reichskanzlers nach Mainz lenken: Tie Huldigung vor dem großen Genius, der die Buch- d r u ck e r k u n st ins Leben gerufen hat, vor Gutenberg. Tas Wort Mainlinie ist nach meinem Gefühl eigentlich vielfach mißbraucht worden. Wie der Rhein keine Trennungslinie ist, noch fein kann, soauchderMain. Main «nd Rhein sind vielmehr eine uralte deutsche Kultur- und Wirtschafts straße. Ich habe stets gemeint, daß diese
Main-Rheinstratze eigentlich die kulturelle Mittellinie Deutschlands
darstellt. Die Lage von Mainz bedeutet für Deutschland den positiven Schlüsselpunkt der Verbindung zwischen DüdundNord. Wenn wir heute uns zu Volk und Vaterland bekennen, dann ist eS immer der gedämpfte Aufschrei eines Volkes in Not. Mainz, dem Mittelpunkt der dritten Zone, ift sicherlich der Leiter dieses Gemeinwesens besonders berufen, das Bekenntnis auszusprechen, daß wir
zu bringen, hätte England die Mittel: 1. Seine eigene Garantie für die französische Sicherheit zu verstärken. 2. Die Frage der französischen Schulden mit größter Generosität zu behandeln. 3. Die Deutschen zu überreden, daß sie Frankreich bedeutende wirtschaftliche Zugeständnisse machen, hauptsächlich für das lothringische Eisen. Schlägt diese Politik fehl, hält Frankreich an Polen und der Kleinen Entente fest und besteht daraus, daß Deutschland sich mit allen seinen heutigen Grenzen bescheiden muß, dann ist England in einer furchtbar unbequemen Lage, denn je stärker Deutschland wird (ein ganz unvermeidlicher Vorgang), desto schärfer wird es das französische Veto heraussordern, und wenn Deutschland Frankreich schlägt und Belgien und Nordfrankreich bis zum Kanal überrennt, dann ist England gefährdet. In dreißig Jahren wird England entweder so stark sein, daß es kein Deutschland zu fürchten braucht, oder so schwach, daß es auch mit Frankreich zusammen gegen Deutschland nicht aufkommen wird. In dreißig Jahren wird aber Frankreich auf jeden Fall schwächer als Deutschland fein, und für England wird es dann daraus ankommen,ob es, wie 1870, stark genug sein wird, um gleichgültig zuzusehen, was Deutschland mit Frankreich anfängt, oder nicht!
Wie man sieht, sind die Gedankengänge ganz und gar anglozentrisch angelegt. Das Eigentümlichste an ihm ist jedenfalls, daß für den Ver- saffer der einzig sichere Punkt in der kommenden Wiedererstarkung des Deutschen Reiches zu liegen scheint.
(Eigene Drahtmeldung.)
Königswinter, 29. Juni.
Aus Anlaß der rheinischen Iahrtausendfeicr,UntersuchungS - Kommission chinesi. war die Stadt Königswinter am Sonnabend in scher Staatsmänner ist für die Vorgänge in ein Meer von Licht getaucht. Die großen Schanghai ernannt worden.
Eine Feennacht am Rhein
Was dem Deutschen ziemt.
Lord Birkenhead gegen den BölMewismuS. (Eigene Drahtmeldung.)
alle eines Volkes sind, das untrennbar zusammenhält. (Bravo.) Die deutsche Regierung wird darum alles tun, was in ihrer Kraft liegt, um das Los, das den Landen nm Rhein bereitet ist, zu mildern. All unsere Arbeit wird aber getragen werden von der einen großen Hoffnung, datz dem deutschen Volk und dem Deutschen Reich eine wahrhaft glückliche Zukunft in nicht zu ferner Zeit wieder erwachsen möge.
Dir Dolk-partti für ©trefemann.
Berlin, 29. Juni. (Privattelegramm.) Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei wird am Dienstag zur politischen Sage Stellung nehmen. Wie maßgebende Kreise der Partei versichern, sind die Behauptungen von einer Gegnerschaft gegen den Außenminister Dr. S t r e s e° mann vollkommen aus der Luft gegriffen.
Ehlna duckt sich.
Vorläufig Ruhe. — Nachwehen in Schanghai. (Privat-Telegramm.)
Schanghai, 29. Juni.
Die Lage in Schanghai, Tientsin, Tsingtau, Tschifu und Peking ist ruhig. — Eine Versammlung chinesischer Bankiers in Hongkong hat beschlossen, die Banken heute wieder zu
Rheinhotels boten einen prächtigen Anblick. Der Kölner Regierungspräsident Graf Adelman» hielt im Freien vor tausenden von Zuschauer» eine Ansprache, in der er u. a. faßte: Die Rückerinnerungen der großen Tage einer mehr als tausendjährige» Vergangenheit, die dem elementaren Volksempsinden entsprächen, sollte» uns stahlhart machen in dem Willen, daß die Einigkeit, das köstlichste Erbe unserer Väter, ungeschmälert erhalten bleibt, daß die Zukunft nicht weniger Treue und Liebe zu unserem angestammten deutschen Bolksfkmmi finde als die Vergangenheit es tat Nachfolgende Motorfahrten auf dem nachtdunklen Rhein, im Hintergrund prächtiges Feuerwerk und die erleuchtete Ruine Drachenfels, boten unvergeßliche Bilder. Im Nachtigalleutal bei Königswinter wurde morgens ein steinerner Altar eingeweiht, der für alle Zeiten bezeugen soll, daß tausende Deutsche die unzertrennliche Zusammengehörigkeit des Rheinlandes mit Deutschland feierten.
Ich überbringe der Stadt Mainz und n Ä «-2N.V c.*A-e f4-e.tr..
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beje.it? und unbesetzt, besten Grütze des Herr'» Reichspräs'föhnten (Beifav
Garvin schreibt bezüglich Chamberlains Unterhausrede, der endgültige Verzicht Deutschlands aus Elsaß-Lothringen bedeute für Deutschlands westlichen Nachbarn einen unschätzbaren Vorteil, aber auch Frankreich müffe nun ausdrücklich und absolut aus das Recht eines separate» Vorgehens zu Deutschlands Nachteil, wie eS im Falle der Ruhrbesebung m Anspruch genommen worden sei, verzichten. Ein anderes Blatt Ahrt aus, die Sicherheitsdebatte im Unterhaus Mbe keine größere Klarheit gebracht. Wesentliche Fragen, der Anspruch Frankreichs auf ein zefondertes Vorgehen unter Berufung auf den Versailler Vertrag unb auf Unterstützung feines polnischen Verbündeten bedürften restloser Aus» klärung, bevor sich Großbritannien auf irgendeine Garantie einlassen könnte. Abgesehen von diesen Erwägungen seien die Vorschläge die besten, die zur Zeit möglich wären.
Dos Noir Kreuz.
Tagung der Sanitätskolonne».
Tie diesjährige Provinzialverbandstagung stihrte am gestrigen Sonntag die Sanitätskolonnen vom Noten Kreuz der Provinz Hessen- Rassau zur Vertreterversammlung in den Bür- gerjälen zusammen. — Die in überaus stattlicher Anzahl Erschienenen erledigten in reibungsloser dreistündiger Verhandlung unter Vorsitz des Provinzialverbandsvorsitzenden H a m e r a n die gesamte Tagesordnung. Unter den anwesenden Gästen waren neben den Vertretern des Hessischen Kolonnenverbandes und des Waldecker Landesverbands Herr Vizepräsident Volkhard! für den durch die Marburger Universitätsfeier verhinderten Oberpräsidenten Dr. ' Schwandet, Herr Eger vom Deutsche» Landesverein, Berlin und der durch seine Verdienste um die Sanitätskolonnen bekannte Oberstabsarzt a. D. Dr. R e y m a n n.
Die Vertreterversammlung eröffnete der Vorsitzende Ham eran mit einem kurzen Rücfltlick über das verflossene Jahr, das er als recht günstig sür die Sanitätskolonnenbe- wegung bezeichnete. Die Tätigkeit im allgemeinen fei lebhafter geworden, das Interesse habe sich gesteigert — die Beanspruchung der Kolonnen sei weit stärker geworden, überall herrsche Aner- kennung für die fast jeden Sonntag in Anspruch genommenen Sanitäter, die erst kürzlich bei der großen Taunuswettfahrt wiederum einen glänzenden Beweis ihrer guten Organisation gegeben hätten Der Verband gewann in Hessen-
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Vorsitzende dann die zckt Diskussion stehenden Puntte der Tagesordnung und berührte die beide» Fragen, die im Hauptbrennpunft des Jn- rereffes der Sanitäter liegen: die Unsallversiche- rung der Kolonnen und den Stand der gesetzlichen Unfallfürsorge, welch letztere, obwohl ein dringendes Bedürfnis, noch immer nicht geregelt worden fei. Besonders empfahl er den Sanitätskolonnen, eine lebhafte Propaganda zur Verhütung von
Unfällen auf der Straße zu betreiben und durch Plakate und ähnliches besonders die Jugend über die Gefahren der uiobcrnen Verkehrsstraße aufzuklären. Auch die Ausbildung für den Eifenbahnrettungsdienst soll durch erneute Fühlungnahme mit den Eisenbahndirektionen wieder ausgenommen werden. Im Wasser-Rettungsdienst erwachse den Sanitätskolonnen, die früher diesen Dienst allein ausführten, neuerdings eine gewisse Konkurrenz durch die außerordentlich rührige Deutsche Lebensrettunasgesellschaft in Dresden, deren Bestrebungen so anerkennens- und dankenswert seien, nunmehr aber auch auf das allgemeine Gebiet übergingen.
eröffnen. Der Ausschuß der Maklervereinigung will die Fondbörsc am 7. I u l i wieder er- öfinen. In Schanghai wurde gestern nach einem anderen Reutertelegramm viel mit Steinen geworfen. U. a. wurden die Fahrgäste
Feststellung, datz Deutschland durch England veranlatzt worden ist, die Diskussion über den Sicherheitspakt zu erösnen. „Es ist Berlin, das spricht, aber es ist die britische Piv- litik, die sich in dem gesprochenen Wort offenbart." Ein Rückzug in die Politik der Isolierung ist für England nicht möglich, weil L don von Calais aus bombardi
Dieser mit lebhaftem Beifall utfyenommenen Ansprache des Regierungsvertreters folgten dann zur Tagesordnung längere Ausfiihrungen des Abteilnngsleiters Eger (Berlin). Dringend legte er den einzelnen Kolonnen ans Herz, überall darauf hinzuweifen, daß der Dienst des Rot-» Kreuzes ohne Rücksicht auf Rang und Stand, Religion oder Politik ausgeübt werde. In der Unfallversicherungsangelegenheit hält der Redner alles Erreichbare für erreicht — dagegen lasse die gesetzliche Regelung der ITnfattfürforge reichlich lange auf sich warten — so beschäftige zum Seifbiel die gleiche Angelegenheit die frei, willige Feuerwehr fchon seit dreißig Jahren (?). Diese Regelung fei jedoch dringend nötig — als krasses Beispiel der katastrophalen Zustande führte Redner an, daß die Hinterbliebene Fa- milie eines MannkZ, der ein Kind aus dem Wasser retten wollt- unb dabei selbst den Tod fand, vom Staate mit sage und schreibe dreißig Mark abgefunden worden fei. Der Sanitärer letze gewiß gern fein Lehen für d'e Mitbürger ein — aber das wenigste, was er verlangen
Nach Erwähnung interner Angelegenheiten ergriff dann Vizepräsident Volkhardt als Vertreter des Oberpräsidenten, dessen Grüße et der Versammlung übermittelte, das Wort zu außerordentlich warm gehaltener Ansprache, in der er betonte, daß de: Oberpräsivent als Vor- Ntzender des Provinzialvereins mit lebhaftem Interesse die Bestrebungen der Sanitätskolon- neu zu unterstützen bereit fei soweit die vorhandenen Mittel dazu reichten, die in diesem Jahre durch das verhältnisinäßig günstige Ergebnis der Jnbiläumsfammlung etwas reichlicher vor- tanben seien. Er begrüßte den erfreitlic^n Auf- chwung, den die Bewegung im letzten Jahre genommen hat und die regx Tätigkeit, die nunmehr nicht mehr wie früher für Dienst im Kriege, son- dem mit vollem Recht jetzt im Dienste der All- aemeinheit ausgeübt werde. Das könne den Sanitätskolonnen nicht genug gedankt werden — ihre Arbeit gereiche zum Segen des Volkes und des Vaterlandes.
Werden und alle britifchen Gewässer von Dünkirchen und Boulogne aus mit Unterseebooten verseucht werden können. Daraus folgt, daß England in Frankreich, in der Bewahrung Frankreichs vor dem Schicksal, zur Basis eines deutschen Angriffs aus England zu werden, aber auch an der Politik, die von Frankreich gemacht ward, interessiert ist. Was die Engländer wünschen ist eine Garantie Weniger für Frankreich gegen Deutschland, als für denjenigen Stand der Dinge in Westeuropa, der für Englands Sicherheit wesentlich ist." Es kann nicht der geringste Zweifel darüber bestehen, daß Deutschland in absehbarer Zeit wieder eine starke und auch kriegsfähige Macht fein wird. Die Deutschen begreifen, daß sie ihre heutige Westgtenze, d. h. den Verlust von Elsaß-Lothrin- gen, Hinnehmen müssen, weil hierin nicht nur Frankreich, sondern indirekt auch England interessiert ist. Bei Straßburg und Metz ist die französische Sicherheit in gewissem Sinne auch englische Sicherheit. Indem aber Deutschland dieses Zugeständnis macht, spürt das deutsche Volk gleichzeitig die Unmöglichkeit, sich auch noch mit der Verstümmelung im Osten mit der Abtrennung von Danzig, dem polni- scheu Korridor und Oberschlesien und mit dem Verbot der Vereinigung mit Oesterreich abzusinden. Der deutsche Standpunkt hierzu ist: „Ich bin zwar einverstanden, daß die östlichen Grenzen nicht mit Gewalt geändert werde» sollen, aber nie und nimmer werde ich sie als einen dauernde» Zustand betrachten." Diesen deutschen Standpunkt akzeptiert der Engländer. Oberschlesien, der polnische Korridor und Oesterreich sind ihm an sich gleichgültig; sofern aber die Erfüllung der deutschen Wünsche auf vtesem Gebiete geeignet Wäre, den europäischen Friede» zu garantieren, könnte England die deutsche Sache zu der seini- gen machen. Hier aber setzt der französische Widerstand ein, der de» Engländern ärgerlich ist. Der Engländer glaubt, daß, Wenn Deutschland von allen Seiten her eingxpreßl, ein neuer Krieg daraus entstehen wirb — und der Franzose glaubt, datz, wenn man Deutschland nach allen Seiten Freiheit des Wachstums gibt, ausgenommen nach Westen, die Deutschen bald so stark sein Werben, daß auch ihr Marsch nach Westen nicht Wirb aufgehalten Werben können.
Die Hauptsache, bie man begreifen mutz, ist, daß England eingesehen hat: Wenn der Friede in Europa erhalten bleiben soll, so muß der Vertrag von Versailles zugunsten Deutschlands revidiert Werben; allerdings nicht im Westen, Weil hierin keine Gefahr für England läge, Wohl aber im Osten und Süden. „Um Frankreich zum Einverständnis ।
Sn Amerikas Licht.
Die Politik des nächsten Menschenalters.
Von
Dr. Paul Rohrbach.
Wir habe» heute keinen Krieg mehr, aber wir haben auch leinen wirklichen Frieden, unb wir sind mehr als früher genötigt, uns um das Urteil des Auslandes zu kümmern. Zwar wäre es kaum ein Gewinn, wenn Wir uns viel damit abgeben Wollten, unsere eigenen Verhältnisse ober die allgemeine europäische Situation durch französische ober sowjetrussische Augen zu betrachten, denn bereu Einstellung ist so planmäßig tendenziös, datz nur Zerrbilder her- auskommen. Anders steht es mit der englischen und vielleicht noch mehr mit der amerikanischen Presse. Noch vor zwei Jahren hätte man niemandem raten können, sich in amerikanischen Zeitungen über deutsch-europäische Angelegenheiten zu orientieren, aber jetzt Hal sich das merkwürdig geändert. Der einflußreiche NeWyorker Journalist Frank. H. Simonds, früher ausgesprochen deutschseindlich, hat seine Haltung jetzt geänbert und referiert über bie europäischen Dinge, Wie bas beim „unbefangenen" Amerikaner das Natürlichste ist, in einer gewissen englischen Einstellung. Aus diesem Grunde und Wegen seiner großen persönlichen Geschicklichkeit sind seine Artikel interessant. Kein amerikanischer Journalist schreibt, Was seinem Publikum langweilig ober unsympathisch ist. Wenn baher eine Straft Wie Simonds jetzt mehrmals in der Woche spaltenlange e ° t - t i k e l verfatzt, 'n bene» Deutschland im Zentrum ber Betrachtungen steht, so ist bas kein gleichgültiges Zeichen.
Einer feiner letzten Artikel beginnt mit der