Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Freitag, 12. Juni 1925
Sin Pakt auf Gegenseitigkeit?
aihedrale von
welch ernste Gefahren für Deutschland entstehen, wenn die Frage des Durchmarsches im Sinne der französischen These geregelt werde.
lann die Garantie der Entmilitarisierung gemäß dem Friedensvertrag enthalten. In diesem Falle würde der Pakt die oben erwähnten Schiedsgerichtsverträge in sich schließen.
Paris, 11. Juni.
Ein Blatt schreibt zn den Genfer Sichcrhcits- bcschlüffen, cs ist möglich, daß die seit gestern von der Oppositionspartei in England eingenommene Haltung in gewissem Grade den Widerstand der deutschen Nationalisten gegen den geplanten Sicherheitspalt stärken und dadurch die Aufgabe des Kabinetts Luther-Strcsemann erschweren werde. Daß die englische Arbeiterpartei das Abkommen Briand-Ehambcrlain bekämpfen wird, war zu erwarten. Macdonnld glaubt blindlings an die Möglichkeit, das Werk des Weltfriedens allein durch Entwaffnung erzielen zu rönnen. Aber die konservative Partei verfüge über eine starke Mehrheit im britischen Parlament. Sic vrrpflichtc also formell England für die Gegenwart und die Zukunft. Das sei die tatsächliche Lage. Daran knüpft das Blatt folgende Bemerkung, deren Zweck ohne weiteres ersichtlich ist: Wenn die Deutschen sich durch eine besondere durch innere Kämpfe der Parteien in England beherrschte Bewegung irreführen lassen, würden sic bittere Enttäuschungen erlebcn. Deutschland must sagen, ob cs dem Pakt ohne Vorbehalte bcitretcn will.
Sie wittern Morgenluft.
Paris ist nm Englands Widerstand besorgt, (eigener Drahtbericht.)
Was Amerika befürchtet.
Washington, 11. Juni. (Eigener Funkspruch.) In Konqreßkreisen wird das größte Interesse für den Sicherheitspatr bekundet, ein" Anzahl Senatoren betrachten jedoch die anaeblichc Bestimmung, die Frankreich gestatten würde, Tritppen durch Deutschland 3 u senden. als ein ernstes Hindernis dafür, daß Deutschland das Abkommen gutheißt. Man betont, daß einer der bisherigen Haupteinwände gegen Amerikas Beitritt in den Völkerbund, die Nichtzulassung Deutschlands war. Ein anderes Blatt wünscht, daß sich ein Weg zu einer weite- für die Sickerheitspakic bekundet. Eine Anzahl rett Weltkonferenz eröffne, die dem Äb- rüstungsgedankcn gelten muß.
Flug nach Marokko,
lieber Frankreich und Spanien nach Afrika.
6. Reisebrief von Eugen Szatmari.
linier Berichterstatter hat »ach 6t« ersten 5iui«neu6e« Eindrücke» int Overationsgediet nachträalich auch de« entzückende«, hinreitzen- den Flug Tonlonie-Rabad in meisterliche« Zügen skizziert. Diese nur wenigen Dentsche« vergönnte windschuelle Fahrt wird starkes Interesse erwecken. Er schreibt uns darüber; Unten verschwinden die Häuser von Ton« laufe, zwei silberne Streifen laufen nebeneinander, die Hers, ein kleiner Nenenfluß der Garonne und das Canal du Midi, dem wir bis Carcaffone folgen. Das Wetter ist schlecht, der Himmel überspannt ein einziger Bogen anS vuntelm Grau, farblos liegt unten mit blaffen grünen Fleeten die Landschaft und schwere Born rütteln am Apparat, der mit
zweihundert Kilometern in der Stunde dahinfliegt. Der Motor brüllt mit einem nnbc-
Flucht vor Abö ei Krim.
Neue Einbrüche. — Abtransport des Zivils. (Eigener Drahtbericht.)
Paris, 11. Juni.
Nach einer Havastncldung hat sich der fein- liche Druck im Abschnitt Ottczzan durch zahlreiche Einbrüche längst des Zeß-Flusses gezeigt. Die Franzosen haben sich auf dem Djcbal Azzcn-Berg festgesetzt. Tas französische Oberkommando hat beschlossen, als Vorsichtsmaßnahme dte Zivilbevölkerung von Ouezzan nach Liiden abzutransporticren. Ein italienisches Blatt meldet, daß die Einnahme von Tarn a t durch die Marokkaner den Franzosen einen Teil ihres Artillerieparkes kostete. Der Verlust von Tamat bedroht die ganze franz. Südfront.
Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages haben die Ressortminister wenigstens einen vorläufigen Standpunkt der Reichsregicrung be- kanntgeben können. Es handelt sich dabei jedoch lediglich um eine kritische Würdigung der durch die Ucberreichung der interalliierten Entwaffnungsnote und durch die Genfer Abmachungen zwischen Chamberlain und B riand geschaffene Lage. Besonders wichtig ist die Tatsache, daß vom Reichswehrminister Tr. Gehler sehr ernste Einwendungen gegen die militärischen Entwaffnungsforderungen der Entente, insbesondere gegen die verlangte Beseitigung der Oberbefehlsgewalt des General von Seeckt erhoben worden sind. Auch in der Polizeifrage hat der Reichsminister des Innern Schiele weitgehende Einwendungen gcaen das alliierte Memorandum gemacht. In den parlamentarischen Kreisen spricht man davon, daß die vorläufige Stellungnahme des Reichskabinetts nicht die volle Zustimmung aller Parteien gefunden habe, und daß namentlich von Seiten der Rechtsparteien eine entschiedene Abwehrstellung des Außenministers vermißt worden sei. Demgegenüber dürste jedoch der Verlauf der Debatte im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages gezeigt haben, daß vorläufig die Haltung des Reichskabinetts v o m R e i ch s- tag gebilligt wird, und daß die Parteien namentlich in dem Punkt mit der Regierung vollkommen übereinstimmen, erst dann mit den alliierten Regierungen in eine Diskussion der Licherheitsfrage cinzutreten, wenn die Voraussetzungen für die strikte Einhaltung der Räumungsfristen geschaffen sind.
Noch wett lm Felde.
Berlin zwischen den beiden Roten.
Berlin, 11. Juni.
Rußland gegen den Sicherheit-patt.
Berlin, 11. Juni. (Eigener Informationsdienst.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird sich die r u s f i f ch c Sowjet- regicrung voraussichtlich veranlaßt sehen, im Hinblick auf das in Genf beschlossene Turch- marschrecht der Franzosen ernste Mitteilungen zu machen. Rußland steht nämlich auf dem Standpunkt, daß im Falle eines russisch- polui scheu Krieges die deutsche Neutralität nicht respektiert werden könne, wenn Deutschland einer dritten Macht freiwillig oder unfreiwillig den militärischen Aufmarsch über deutsches Gebiet gestatten müsse. Dieser russische Standpunkt läßt zweifelsfrei erkennen,
SaMaur dal sie überzeugt.
Paris, 11. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Der Vorsitzende des Finanz-Ausschusses erklärte nach Beendigung einer Sitzung mit l-a.üar.x, die Debatte hätte eK erlaubt, die Meinungsverschiedenheiten, die im Ausschuß über das Budget für 1925 bestanden haben, zu beseitigen.
Nach den Mitteilungen unterrichteter Regierungskreise muß mit einer erheblichen Verzögerung der deutschen Antwort aus die interalliierte Entwaffnungsnote gerechnet werden, da das Gutachten jeder beteiligten Ressortstelle des Reichskabinetts erst eingereicht werden muß, ehe eine Stellungnahme der Gesamtregierung erfolgen kann. Hinzu kommt noch, daß der Beschluß der Reichsregierung über Annahme oder Ablehnung der Entwassnuiigs- sorderungen von der Gestaltung der außenpolitischen Lage abhängt, die nunmehr aus Grund der Genfer S ich er h ei t s b e sch lü s s e in em neues Stadium eintritt. Selbstverständlich ist es das Ziel der deutschen Diplomatie, eine Verhandlungsgrundlage zu schaffen, auf der eine Einigung über die Entwaffnungsfrage möglich sein würde. Diese Basis wäre aber nur dann vorhanden, wenn die Räumung deS Ruhrgebiets gemäß den Londoner Vereinbarungen pünktlich zum 16. A u g u st dieses Jahres sichergestellt wird, und wenn die alliierten Regierungen Deutschland einen end- gültigen Termin bekanntgeben, bis zu welchem die Räumung der nördlichen Rheinlandzone erfolgen wird. Erst wenn in diesen beiden wichtigen Fragen eine vollständige Klärung einge- treten ist, kann die Reichsregicrung daran denken, in der Entwaffnungsfrage Entgegenkommen zu zeigen. Das ganze Reichskabinett ist sich immerhin — wie man in den politischen Kreisen annimmt, — auf Grund der Haltuna der Parteiführer vollkommen klar darüber geworden, daß die neuen alliierten Forderungen nicht angenommen werden können, solange nicht die Gegenseite den Beweis dafür erbringt, daß auch die Deutschland gegenüber ein« gegangenen Verpflichtungen getreulich er- füllt,werden. Sian kann daher voraussehen, daß die Reichsregierung erst dann zu einem endgültigen Beschluß gelangen wird, wenn die vollständige Sicherheit auf pünktliche Räumung des Ruhrgebietes besteht. Möglicherweise wird daher eine Beantwortung der alliierten Entwaffnungsnote nicht vor der zweiten August Hälfte erfolgen.
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Ps. 15. Jahrgang
Gine ernste Gefahr.
Kanada will nichts vom Sichcrheitspakt wissen. (Eigene Drahtmeldung.)
London, 11. Juni.
In einem Leitartikel heißt cs, der Ernst der Erklärung des kanadischen Premier- Ministers, daß Kanada nicht Teilhaber des Paktes fein könne, könne kaum übertrieben werden. Der kanadische Premierminister habe dem britischen Volk und der britischen Regierung eine ernste und unwiderrufliche Warnung er- teilt, des Inhaltes, daß wcnu sie bei dem Pakt blieben, sie das ohne Kanada tun müßten. DaS Blatt erklärt, was Kanada heute sage, würden die übrigen Dominions morgen sagen. Die britische Regierung müsse daher wählen zwischen dem Pakt mit Frankreich und der Solidarität und dem festen Zusammenschluß des Reiches.
134. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Ps.
Eaillaux als Rechenkünstler.
Wie er Frankreich sanieren will.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 11. Juni.
Finanzminister Caillanx führte gestern vordem Finanzausschuß der Kammer u. a. aus: Mein Bestreben ist, alle Staatsausgaöcn durch Steuern zu decken. Es ist notwendig, bei der Beratung des Budgets für 1925 die größmögli- chen Ersparnisse zu erzielen. Gleichlaufend damit müsse die Erbschaftssteuer wesentlich abgeändert, die Steuersätze müssen geringer gestaffelt werden. Caillanx erklärte werter, man könne keine Sanierung durchführen, solange man ge zwungen ist, zu Anleihen seine Zuflucht zu nehmen. Für das Budget von 1925 mutz so bald als möglich eine vollkommene Deckung der Ausgaben gesucht werden, für 1926 aber müsse eine Sicherlnüt gefunden werden. Caillanx kündigte an, daß die Zahlungen, die Frankreich aus dem Dawesplan zukommen, zum größten Teil für den Wiederaufbau, zum restlichen Teil aber zur Schaffung einer Amortifationskaffe Verwendung finden müssen. Wenn er Zuflucht zu Vorschüssen der Staatsbank nehmen müßte, so würde er die Vorschüsse mit einem System genügender Garantien versehen.
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schrciblichen Getöse, jede Unterhaltung in der Kabine ist unmöglich und meine Mitreisenden, zwei französische Offiziere, die zu ihren Trup- penteilen nach MarEo reisen, hüllen sich ebenso in ihre Zeitungen wie ich. Unten verschwimmt die Landschaft im Grau des Nebels. Nur manchmal, wenn die Lust ein wenig klarer wird, erkennt man unten die plattgedrückten Hügelket- ten, mit denen sich die Pyrenäen ankündigen. Wir landen in Perpignan, steigen in zehn Minuten wieder aus und in steilen Spiralen schraubt sich das Flugzeug auf tausend Mete- Hohe, die Pyrenäen überfliegen zu können. Die Wolkendecke über uns verdichtet sich jetzt noch mehr, und wie wir höher steigen, schließt sich auch unten der Rebel. Nur einen Augenblü?.. lang leuchtet die endlose Fläche des Mceres aitf, dann verschwindet sie und die Maschine fliegt zwischen zwei grauen Schleiern dayiN! die sich über und unter uns ausbreiten.
halb acht, da beginnt sich die untere Wolkendecke zu lichten. Die Wolken zerfließen Einem.leichten Nebel, dann liegt nur noch ei.t durchsichtiger Schleier unter uns, wie leichter weißer Tüll und dann verschwindet auch dieser. Wir sehen wieder das Meer zur Lucken, bläulich Srauund endlos ausgedehnt. Unter uns lausen bewaldete Bergrücken dem Meere zu, kleine Ortschaften liegen an der Küste, als ob sie ein Rie- lenkmd aus seinem Spielzeugkasten dorthin ^»■*fen Alten. Die rosenfarbenen und grauweißen Fleckchen der Häuser verdichten sich, »mL8n^-rtf^ Dren,. Zeigen dünne Rauchsäulen d'e.Hauser ballen sich zu einer Stadt zu-
ew Eiienbahnzug läuft unten und bleibt weck hinter uns zurück. Wir gehen tiefer.
Unter uns liegt jetzt B a r e e l o n a
■mit seinem Häusermeer, mit dem großen Hafen, den vielen kleinen Villen, die zwischen den grünen ©arten hervorleuchten und dem Wald der rauchenden Schornsteinen. Nach kurzbefristeter Landung fliegen wir dann der Küste ent» Jang. Zur Rechten steigen die katolonischcn r liegt jetzt in einem tiefen
Segel leuchten auf, wie H"" und dort steigt die Rauch- ^abe eines Dampfers empor. Unten wird die -andichaft immer farbenfreudiger, das Grii/ l“rteiA i°ucht plötzlich die graue Masse der gewaltigen Kathedrale von «£!ra0£n-a auf. das breite Silberband des mm unb verzweigt sich in hunderte
°°u Armen, die wie schmale Adern durch die ^ellai, laufen. Hellgrün leuchten unten die Weizenfelder von Valencia — ein wundervolles Land,
Sicherheit für beide Teile.
Wie man den Pakt au Stegen muß. (Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 11. Juni.
Ein Pariser politisches Blatt erklärt zu Ministerpräsident Baldwins Ausführungen: Paris habe bis jetzt geglaubt, durch eine Militär- konvcntion eine einseitige Garantie von England zu erhalten. Einerseits habe man geglaubt, in der entmilitarisierten Zone am Rhein ein neues Privileg zum Nutzen Frankreichs zu schaffen. Man habe sogar gemeint, der Garantiepakt solle den Friedensvertrag von 1919 zum Modell nehmen. Heute, nach den Erklärungen Baldwins, müsse man diese Hoffnung mifgeben. Sie sei in grausamer Weise dementiert worden. In einem anderen Blatt heißt es: FranzSsischerseits scheine man anziinehmrn, daß die britische Garantie am Rhein und die französische Garantie im Osten einseitig feien, d. h., daß England mit Frankreich und Belgien eine befondere militärische Konvention abschließen könne. Baldwin habe aber im Unterhause fcstgcstcllt, daß die Garantie doppelseitigen Charakter trage. Jetzt müsse man die Konsequenzen ins Auge fassen. Die Gegenseitigkeit will sagen, daß England Deutschland gegen Frankreich und Belgien Garantien gibt und daß, wenn es eine militärische Konvention mit Frankreich abschließc, es auch eine mit Deutschland abschließen müsse. Die Gegenseitigkeit will ferner fagen, daß, wrxi Frankreich Posen und die Tkchcchnslnmake» gegen Deutschland schützt, es auch evcnnieil Deutschland gegen Polen und die Tschechoslowakei schützen müsse. Wer den Schiedsspruch verweigert, der werde eben ein Feind.
Sn einem Monat verdient.
Ucbcr 160 Millionen als Daweszins.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 11. Juni.
®uf eine Anfrage erklärte Guinncs im Unterhaus, daß die Gesamteinnahmen auf Grund des Tawesplanes int Mai sich auf 160 Millionen 144 943 Goldmark belaufen. Nach den letzten Zahlen beträgt die d e u t f ch e Besteuerung annähern 117 Goldmark pro Kopf der Bevölkerung. Der Dnwesplan beruhe auf der Prüfung ber deutschen Steuersysteme, die so lange nicht erneut würde, als Deutschland Zahlung leiste. '
ecfäte Weizen im Juni reift und wo der Boden an manchen Stellen drei.
1 6®6aut werden kann nut A^^en. Reis und Futterkräutern. Nach links tauchen am Horizont die Konturen der Balearen auf. Wir überfliegen eine 3i u i n en ft ab t — Sagun t um, die einst verloren ging, während Rom beriet. Dann ? Hnten glänzt der Spiegel eines
seichten Binnensees, aber schon türmen sich be« waldete Berge entgegen, die Maschine steigt wie- der hoher Von weitem sieht man schon Ali- cante, mit der steilen von einer Zitadelle ge- frenten Kuppe der heiligen Barbara. Wieder frhnn Landung. Dann geht es weiter. Es ist L?" Mittag geworden und die Sonnenstrahlen dringen nut einer sengenden Glut in die Sabine in ~je Walder unten schienen verdorrt zu bas Gründer Negation verfärbt sich ins Gelbliche, Staubwolken lagern überall aus den Straßen und den Dörfern. Ein riesenhafter
Wald von Dattelpalmen
liegt unten wahrhaftig wie ritte Oase, im aus- gedorrten Land. Wir überfliegen Cartagena ®JLri Kriegshafen, den rechts und link» verteidigen und bald wendet sich daS Flugzeug nach dem Westen zu. Schon leuchten tm Norden die hohen Gipfel jjex
Strefemann-Luno.
Fhre Vorschläge für die Sicherheit Europas. (Eigene Drahtmeldung.)
London, 11. Juni.
Einem hiesigen Blatt zufolge enthielt der deutsche Sicherheitspakt folgende Punkte: Auf Grund des Cnno'kchcn Vorschlages von 1922 erklärt sich die deutsche Regierung bereit, einen Pakt mit allen Mächten abzuschließen, die lebenswichtige Interessen am Rhein besitzen, um einen Krieg zwischen den Unterzeichnern auf beträchtliche Zeit hinaus unmöglich zur machen. Ter Pakt soll die Form einer Verpflichtung der Unterzeichner gegenüber den Vereinigten Staaten erhalten. Gleichzeitig soll ein allgemeiner Schtedsgerichtsvertrag zwischen Frankreich, Deutschland und Belgien abgeschlossen werden. Aehnliche Schiedsgerichts- verlrägc können auch mit anderen Staaten zur friedlichen Regelung von politischen und Rechtsstreitigkeiten abgeschlossen werden. Deutschland wird einem lokal begrenzten Pakt, der eine Garantie des territorialen Status quo am Rhein bedeute, zuftinnnrn. Ein solcher Polt