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Sonntag, 31. Mai 1925.
Einzelnummer 10 $f„ Sonntags 15 Pf. 15. ZahkgaNg
SlUttttttet 125. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Ps.
Komm, beil'ger Geist!
Deutsche Pfingsten 1925.
Wenn morgen mit sanftem oder brausendem Wehen Morgenwind um Baumkronen, um Bergkuppen, um Blütenkelche und Menschenstirnen fächelt, wenn Freunde und Liebende sich zueinander gesellen, gleichviel ob zur Fahrt ins sprühende Morgenrot oder zu knieender Andacht im mystischen Kirchendämmer vor blumenbekränzten Altären ... dann vollzieht sich an ihnen, an uns aufs neue, zum fast zweitausendstenmal, das Wunder jener feurigen Geisteserweckung, das die Jünger des Herrn hinaustrieb, das Evangelium der Liebe, Gnade und Erlösung unter allen Völkern der Erde auszubreiten. Und wie aus verblassenden Kastanien- und Fliederdolden, aus brennenden Dorn- und Ginsterbüschen, aus den flammend aufgebrochenen Blütenkelchen der Rhododendron-, Magnolien- und Pfingstrosen - Ballen, aus den glutenden Saat- und Wiesenteppichen, aus Duft- und Melodienrausch, wie aus dem Herzen der Natur ein Strom des Glücksrauschs bricht und die Erde in Seligkeit erschauern läßt ... so werden die Flammen der Harmonie, deS Verstehens und Verzeihens, heiliger Lebensfreude und brüderlicher Gemeinschaft morgen, wenn auh nur für Stunden, in Millionen Menschenseelen emporzüngeln.
Denn das ist der gewaltige unsterbliche Dreiklang des Pfingserlebnifles: Die Heiligung der Sinne in den Tempeln der göttlichen Schöpfung, der Geist der Einmütigkeit im Dienst einer hinreißenden Idee und die allmächtige Sehnsucht, das Reich der Liebe, des selbstlosen Schaffens, der geistigen Vollendung aufzurichten auf dieser leidzerfressenen Erde. Und das ist das schönste Pfingst- geschenk an alle um die äußeren Glücksgüter des Lebens Betrogenen: Daß innerstes Seelenglück, Schätze deS Geistes, Menschenhoheit und Würde nicht an Besitz und Vorrechte, an aufgespeichertes Bildungskapital gebunden sind. Wie ost hockt der Nabob mit gesprungener Seele und toten Augen vor seinen Goldgötzen und wie ost erleuchtet die Göttin Phantasie die enge Mansarde des geistig Begnadeten oder die blassen Wangen einer Leidenden. Der jähe Drang zu geistigem Aufstieg und Wachstum, die beglückende Freude am gelungenen Werk kann die Faust am Pflug und Schraubstock wie die Feder deS einsam Ringenden beflügeln; wenn auch zwischen den dröhnenden Eisenhämmern und summenden Rädern der Fabrikmoloche die sprießende Pfingstsaat leichter verkümmern kann.
So darf denn der deutsche St. Georg furchtlos dem Pfingstmorgen entgegenreiten, wenn auch der Tod mordlustig Stundenglas und Hippe über ihm schwingt und der Teufel gierig ihm zur Seite tanzt. Denn Wirtschasts- und Geldnot sind größer als je in deutschen Landen, Entlaflung, Stillegung, Lohnkämpfe sind ihre düsteren Begleiter. Zolltarif», Steuer-, Aufwertungsgesetze drängen zur Entscheidung und werden die Klüfte im Volk noch mehr aufreitzen. Dabei drohen rings an den Horizonten schwere aufziehende Wetter. Wird die Ruhr nun auch am 16. August geräumt werden, weil Frankreich sich nicht noch in eine verhängnisvollere Sabotagepolitik als Unruhestifter Europas hin- «inlavieren kann, so werden doch die Peitschenhiebe der EntwaffnungSnote uns biS auf» Blut treffen. Denn ehe nicht Reichswehr und Schutzpolizei geknebelt, die Deutschen Werke nochmals umgestellt und den Schnüfflern Ge- nüge geschehen ist, werden die Glocken am Rhein nicht daS Dankgebei der Befreiung in alle Lande hinausdröhnen können. In noch größerer Gefahr ist der Stresemannsche Sicher- beitSpakt, der nun erst vor dem nächsten Völker- vundrat in Genf zwischen Briand und Chamberlain ernsthaft diskutiert werden soll. England hat vorläufig sein letztes Wort in Paris gesprochen und neue Aufklärungen wegen der Schiedsgerichte verlangt, während Briand selbst das heikle Thema bis zu einer persönlichen Aussprache mit Chamberlain und Benesch im Juni ruhen lassen will.
Lauter als je ergeht darum heute der Sam- melruf an alle Brüder deutscher Zunge, den Seist der Zwietracht und Zerrissenheit abzule- ten, um des Pfingstwunders teilhaftig zu wer- en. Wie jene, die vor Jahrtausenden sich plötzlich verstanden, obwohl fie in fremden Sprachen redeten: der Perser, der Galiläer, der Grieche... sie alle hörten ihre geliebten Mutterlaute, weil in ihnen der Geist der Liebe und Erleuchtung lawinengleich alle Schranken des Volkstums, der Sitte und Gewohnheit niedcrbrach. »Mit der Liebe komm, o Mutter Erde, und gib ein Meiden im Leben, ein Herz uns wieder" sang tz^vabenS unseliger Dichter Hölderlin. Daß
dieser Wille zur Brüder- und Völkergemeinschaft, der Beige versetzt, wieder in tiefster Inbrunst in uns lebendig werde und uns den Platz unter den Völkern verschafft, der uns gebührt — sei unser tiefstes Pfingstgebet. Denn stärker als die Macht der blanken Schwerter ist, was schon Napoleon ausgesprochen hat, die Macht der Ideen. F. R.
Gorge kn der Seit...
Mahnung zur Geduld und Sparsamkeit. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 30. Mai.
In einer Berliner Zeitung kommt Reichsfinanzminister v. Schrieben auf seine ernste Beurteilung des Staatshaushalts zurück. Ueber die Notwendigkeit, den Etat für 1925 zu balan- zieren, bestehe völlige Einigkeit. Der Etat soll von alten Verpflichtungen einmaliger Art 6c« reinigt werden. Sonst sei eine geordnete Finanzwirtschaft unmöglich. Eine RcParationS- rücklage sei höchst zweckmäßig, um eine Erfüllung der auswärtigen Verpflichtungen sicherzustellen. Der Minister fügt hinzu, daß er die moralische Pflicht von Reich und Ländern, der Existenznot breiter Kreise nach besten Kräften zu helfen, nicht leugnen wolle. Diese Hilfe sei jedoch nur möglich, auf der Grundlage eines in sich ausgeglichenen Etats. Jeder Schritt über die Grenze der Tragfähigkeit des Etats bedeute die Gefahr einer Wiederkehr der mühsam über- wundenen Finanznot und damit neues schlimmeres Elend. Hieraus ergebe stch die Notwendigkeit stärkster Ausaabeneinschränkung und größter Sparsamkeit auf allen Gerieten und in allen öffentlichen Körperschaften. Eine Finanzpolitik, die auf Grund eines vorausschauenden Finanzplanes versucht die Balanzierung des Etats aus möglichst lange Sicht zu sichern, ist keine Thesauriernngspolitik. Die dem Reichstag vorliegende Steuerreform wird nur dann zum Ziele kommen, wenn bei der Beratung der Steuergesetze Rücksicht auf den Etat genommen wird. Die aus einen Steuerabbau gerichteten Bestrebungen sind zwar verständlich, aber darum nickt wenige» gefährlich, sobald sie das Gleichgewicht im Haushalt gefährden.
Ein heikles Thema.
Englands Antwort auf Briands Entwurf. (Eigener T rahtbericht.)
Paris, 30. Mai.
Ein HavaSvertreter erklärt, daß der englische Botschafter in Paris, LordCreve gestern mittag im Quai d'Orsay eine Note betreffend das französische Sicherheits-Memorandum über die der deutschen R-aiernng zn erteilende Antwort übermittelt hat. Die französische These soll in den wesentlichen Punkten befriedigen, jedoch verlangt London noch eine Auftlärung über gewisse Fragen sekundärer Art. Man könne jedoch annehmen, daß ein endgültiges Einverständnis hierüber erzielt würde. Die Einwendungen deS Foreign Office solle die Schiedsgerichtsverträge betreffen, durch die der Sicherheitspatt vervollkommnet werden soll. Eine Antwort an die deutsche Regierung könne erst später erzielt «nd nach Berlin übermittelt werden.
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Berliner Wetterdienst.
Berlin, 30. Mai. (Eigener Informationsdienst.) In Berlin zweifelt man ernsthaft daran, daß bei der Schärfe der englisch-französischen Meinungsverschiedenheiten in absehbarer Zeit überhaupt eine Lösung der Sicherheitsfrage in Betracht kommen kann. Die ReichHregierimg wird die denkbar größte Zurückhaltung bewahren, um nicht die geschloffene Front der Alliierten durch ungeschickte diplomatische Attionen wieder herzustellen. Man würde eS deutscherseits begrüßen, wenn eS gelingt, die Sicherhcitsfragc zurLckzustellen, bis eine Einigung über dre Entwaffnung erzielt worden ist. Die deutsche Diplomatie würde dann wesentlich günstiger auf die Entwicklung der Sicherhei sverhandlun- flcn einwirken können. Die zurzeit noch bestehenden Gefahren liegen darin, daß Frankreich darauf bestehen könnte, vor einer Lösung des Sicherheitsproblems jedes Zugeständnis in der RäunmngS- u. Entwaffnungssrage abzulehnen.
Marokkofleber in Varis.
Kabinett Painleve in Gefahr?
(Eigener Drahtbertcht.)
Paris, SO. Mai.
Eine nochmalige Nachzählung der abgegebenen Stimmen hat ergeben, daß nur 516 (siehe auch Depesche 2- Seite) Abgeordnete für die Tagesordnung deS Kartells in der Marottofragc für die Regierung gestimmt haben, während 29
Abgeordnete dagegen stimmten. Zwanzig Abgeordnete haben sich der Stimmabgabe enthalten. Die Stimmung der sozialistischen .Kammerfraktion ist außerordentlich erregt. Die nochmalige Unterstützung des Kabinetts Painlevö konnte nur mit großer Mühe durchgesetzt werden. Einer anderen Meldung zufolge ist die Sprengung des Links-Kartells trotz der Kammerabstimmung nur noch eine Frage von Tagen. Ein Parteiblatt schreibt: Die Sozialisten stehen vor der Anwendung der Gewalt gegen das Verbrechen des neuen Krieges.
Im Nebelmeer des Nordpols
Wo ist Amundsen gelandet? Vergebliche Suche.
(Privat-Telegdamm.)
Berlin, 30. Mai.
In einem Funkspruch von Bord der „Fram" heißt es: Das unsilytige neblige Wetter hat sich weiter im Polarbecken ausgebreitet. Der Nebel ha» sich bis zum 85. Breitengrad ausgedehnt. Es ist möglich, daß er den Pol bereits erreicht hat. Wahrscheinlich dürften die Flieger, selbst wenn sie den Rückflug angetreten haben sollten, eine Landung vornehmen, um zu vermeiden, daß die beiden Flugzeuge sich aus dem Gesicht verlieren. Die „Hobby" hat die Packeisgrenze vom Kap Willkomm bis zum 80,23. Längengrad abgesucht, ohne die Flieger gesichtet zu haben. gTer ainerikanischc Flieger Mac Millan will am 80. Jun- von Westen aus einen Erkundungsflug ins Grönländische Meer unternehmen. Man hofft, daß Mac Millan die Expedition Amundsen, die auf jeden Fall versuchen werde, in etwa sechs Wochen zu Fuß nach dem Kap Columbia zu gelangen, unterwegs treffen werde.
Amerika Hai gemahnt.
Theunis macht sich nach Washington auf. (Privat-Telegramm.)
London, 30. Mai.
Der belgische Botschafter. Baron de Carlier, hat gestern den Schatzamtsfekretär Mellon benachrichtigt, daß die belgische Regierung wünsche, Verhandlungen für die baldige Fundierung der b e l g i s ch e n S ch u l d an die Vereinigten Staaten zu beginnen. In einer Erklärung sagte Mellon, Baron de Cartier habe ihn verständigt, daß Belgien eine Kommission entsenden werde, die unter dem Vorsitz des früheren Premierministers ThcuniS stände und zu der noch andere hervorragende Leute gehören würden.
Im Feuer Md-el-KrimS.
Blutige Gefechte in Marokko.
(Eigene Drahtweldung.)
Paris, 30. Mai.
An verschiedenen Stellen der Marokkofront haben neue Einbrüche des Feindes stattqcfun- den. Eine Abteilung von Rifleuten in Stärke von 250 Mann hat am 27. Mai in Nordwesten von Hazzi Dezza angegriffen. Dieser Angriff ist von den Stämmen unter französischer Artillc- rieunterstützung zurückgewiesen worden. Der Feind hat neun Tote zurückgelaffen. In der Gegend von Kiffane find die! Telephonverbindungen zerstört worden. Der Feind hat ein starkes Feuer auf die französischen Posten und die den Franzosen treuen Stämmen eröffnet.
Das seufzende Albion.
Schon wieder Konkurrenzsorgen.
(Eigener Drahtbericht.)
London, SO. Mai.
Der liberale Führer Sir Alfred Mond griff in Swansea die Finanzpolitik des Kabinetts »an. Die englische Industrie werde augen- ch durch Steuern bedrückt, außerdem gebe das Land unnöttgerweise 120 Millionen Pfund für Rüstungen aus, während Deutschland, das keine Rüstnngssorgen kenne, seine ganze Tattraft für bett Wirtschaftsgang zur Verfügung habe. Es werde nicht mehr lange dauern, bis Deuffchland England aus feiner starren Stellung im Welthandel verdränge.
Der Beamte soll schweigen
Muffolinis neueste Verordnung. (Privai-Telcgramm.)
Rom, 30. Mai.
Der Justizmiuister hat in der Kammer einen Gesetzentwurf eingebracht, bis zum 31. Dezember 1926 Beamte und militärische Personen zu entlaffen, wenn sie innerhalb oder außerhalb des Dienstes durch Kundgebun- fen bewiesen haben, daß fie sich in Wider- pruch mit den allgemeinen politischen Richt- linien der Regierung gesetzt habe«.
Don innen heraus.
Eine Pfingstbetrachtung.
Von
Artur Brausewetter.
„Das Alte ist vergangen. Siehe, es ist alles neu geworden." Das ist der Pfingstgruß und die Psingstlosung.
Aber leider ist es in Deutschland noch nicht neu geworden. Immer noch nicht. Woran das liegt?
Daß wir den Quell der Erneuerung noch nicht gefunden haben. Dieser Quell heißt: Von innen heraus.
Als Deuffchland vor etwas mehr als 110 Jahren in tiefem Verfall war, wenn auch noch nicht in einem so liefen wie heute, da traten Männer auf wie Ernst Moritz Arndt, Schleiermacher und Fichte. Sie riefen nicht zu den Waffen, sie predigten nicht den Krieg. Sie wußten, daß ein Volk, bevor es fähig war, die Sache seines Vaterlandes mit den Waffen zu führen, erst innerlich rein und gesund sein mutzte. Die Erneuerung von innen heraus war der Grundgedanke alles dessen, was sie lehrten und flammend in die verzagten Herzen gossen: „Wern nur Eintracht und Treue immer mehr die Oberhand gewinnen; wenn wir nur standhafter fori- fahren zu zeigen, daß es unter uns etwas Heiliges gibt, worauf wir unverbrüchlich halten, daß wir noch immer das männliche Volk sind, dessen schönster Beruf es immer gewesen ist, die Freiheit des Geistes und die Rechte des Gewissens zu beschützen."
Wenn heute der Pfingfigi-ist du?" '—ff."" Lande braust, wenn er beugt und bricht und aus- baut — um eins wollen wir ihn bitten: daß er die Herzen beugen und wieder auswärts richten möge, daß die gewaltige Kraft eines unwiderstehlichen „Stirb und Werde" in ihnen lebendig werde Das aber ist nur möglich durch eine Neu- werdung von innen heraus.
Aus dreifachem Gebiete müßte 4efe eintreten. Zuerst auf ethischem. Die sittlichen Mächte müßten wieder die führenden werden, vor allem im öffentlichen Leben und in der Politik. Mag das Parteileben eine Notwendigkeit sein, eins ist klar: cs hat die Moral, hat die Begriffe von Änständigkeit und innerer Vornehmheit verwirrt und vergiftet. Nicht nur, daß ein Deutscher den anderen bekämpft, was in einem so zerrissenen, auf Einigkeit gewiesenen Land an sich ein Verhängnis ist — d'.e Mittel, mit denen diefer Kampf geschieht, sind so unmoralisch und skrupel- los, daß die ersten Tugenden einer Nation: Ge- rechtigkeit, Wahrheit und Siebe, darunter zu- gründe gehen müssen. Bevor der Parteifanatismus nicht verstummt, kann an eine sittliche Erneuerung nicht gedacht werden.
Die sittlichen Mächte müßten aber auch die führenden wieder in der Familie und in der Erziehung werden. Nur eine reine Jugend kann imstande/sein, die Hoffnungen und Erwartungen zu erfüllen, die ihr armes Vaterland auf sic setzt. Niemals eine innerlich getrübte und befleckte Ein überspannter Nationalfanatismus macht cs hier nicht, sondern die von „innen heraus einsetzende Erneuerung des sittlichen Empfindens, der sittlichen Betätigung. Niemand könnte diese durch Wort und Vorbild so pflegen, wie eine reine Mutter. Deshalb kommt die. fer auch im Gefüge und in der Entwicklung unseres Vaterlandes eine so führende Rolle zu.
Das zweite Gebiet, auf dem die Erneuerung bmt innen heraus sich vollziehen müßte, ist das g e ist i g e. Nicht die Menge des angelernten Stoffes, nicht die Gabe schneller und sicherer Erfassung, nicht die Beherrschung gtößerer geistiger Materien macht die „Bildung" aus, sondern nur die Vereinigung innerer geistiger Gaben, mit denen eines gesund und stark entwickelten Gemütes. „Wer sich durch die Verehrung für große Männer dazu bestimmen läßt, ihrem Beispiele prattischen Einfluß auf fein tägliches Leben zu geben; wer seinen Eltern dient aus allen seinen Kräften und im Dienst des Fürsten treu ist biS zum Tod; wer stch durch sein gegebenes SBcrt unbedingt gebunden fühlt, solch ein Mann mag vielleicht nicht Büchergelehrsamkeit besitzen, aber ich behaupte doch, daß er wirklich gebildet ist", lebrt Kung-fu-tze.
Und auch das dritte Gebiet, für das dies „von innen heraus" gilt, gehört untrennbar mit den beiden anderen zusammen: das religiöse. Wer heute noch glaubt, Deuffchland könne ohne eine innerlich religiöse Erneuerung wiederauferstehen, dem möchte ich 8. von Rankes Wort entgegenhalten: Eine große des Namens tour- dige Nation läßt stch gar nicht denken, deren Po. lifffches Leben nickt von religiösen Zielen angeregt und erhoben würde."
Die große innere Klarheit, die mehr ist alS die deS Intellektes, schafft nur eine innerlich er«