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Freitai,, 20. Mai 1925.

Kasseler Neueste Nachrichten

15. Jahrgang. - Nr. 123.

erschweren.

Lebenshaltung dürfte

1

MAZ aus Mel.

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* ein.3^5

lieber Beamtenfragen äu

halt geboten wird.

ßerte sich der Minister dahin, daß das B e a m

Salzburg erzählte

So, bm,

Glück!

Tas Hänschen möchte gern um alles in der Welt ein Schwesterchen haben, es will sich aber

Die deutsche Handelspolitik müsse den inter­nationalen Zolle i b a tt zam Endziel nehmen. Unentbehrliche Nahrungsmittel und Rohsto.fe müßten grundsätzlich von Einfuhrzöllen frei sein. Unbedingt zu verwerfen sei die in der Zollver­lage vorgesehene Festlegung von Minimal- zöllen sür Getreide. Die Frage, ob und m

nicht verteuert, weitere Steuermilderun- g e n müßten sofort durchgesührt werden.

darstellten, dürsten nicht mit Einfuhrzöllen be­legt werden, die die Ausfuhr der Fertigfabrikate

neu Recht erhalten bleiben soll. Insbesondere darf in der Beamtenschaft darüber nicht der min­deste Zweifel bestehen, daß es für die Beamten ein sogenanntes ReichsreÄt nicht gibt. Mit der Bearbeitung eines alle Gebiete erschöpfenden Rcichsbeamtengesetzes sind die Ressorts zurzeit beschäftigt. Im Verwaltungswege sind geregelt worden z. B. in Einsicht in die Personalakten, die Bedingungen für den Eintritt in die verschie­denen Laufbahnen, der Urlaub und die Arbeits­zeit. Ich werde mich bemühen, Wege zu finden, damit der Versorgungsschein nicht nur den Be­rechtigten ausgehändigt wird, sondern auch tat­sächlich zu einer einen Leb en s beruf sichern­den Unterbringung führt. Abg. v. Frehtag- Loringhoven (Tntl.): Tie Monarchie er­warten 'wir durch große und wichtige Umwäl­zungen, die wir nicht in der Hand haben. Jetzt soll vor allem die Rechtsunsicherheit der Verfas­sung von Weimar beseitigt werden. Abg. Soll- manu (Soz.): Ich glaube schon jetzt mit aller Deutlichkeit erklären zu können, daß wir den Versassungsausschuß ablehnen toer den. Wir werden uns niemals mit Ihnen (zu den Deutscbnationaleni auf die Farben Schwarz- Weiß-Rot einigen. Abg. Dr. Schreiber (Z.): Die Leidenschaftlichkeit der Debatte beweist, daß die Einrichtung des Verfaffungsausschusses nicht opportun ist. Abg. v. K n r d o r f f (D. KP.) weist darauf bin, daß die Verfassung von Wei­mar verschiedene Mängel aufweise. Die Mehr­heit des Volkes wolle eine Verfassungsänderung.

Buch Max in Nölen.

Das dritte Kabinett vor dem Scheitern?

Brüssel, 28. Mai.

Der Ausschuß der Arbeiterpartei hat die au­ßerparlamentarische Regierungs - Kombination des Bürgermeisters Max abgelehnt. Mar hatte gestern eine zweistündige Unterredung mit dem König. Es verlautet, daß er ihm die M i n i st e r l i st e unterbreitet habe und daß er am nächsten Dienstag vor dem Parlament er­scheinen werde. Max erklärte indessen, er habe ans die Mission, die Regierung zu bilden, schon nach den jetzigen Verhandlungen verzichtet.

Woher mag sie nur das Loch haben, das Loch am Knie ... Es ist schwer von der Donau auf das Knie zu kommen. Aber im Zug geh« das alles. Sie sagt ganz allgemein: „Ich fahre so heim, mit einem großen Loch am Knie, und keiner weiß, daß ick komme."

Ick denke: Und keiner weiß, daß sie kommt. Und keiner — — weiß--daß sie--

Cb sie beute kommt oder morgen. Keiner weiß, daß sie kommt — — — Sie wird un­ruhig, hat ein paar Gewissensbisse, weil sie, wie

GcrnMS-Mes'.

Ter Polksverein für das katholische Deutschland hielt dieser Tage eine große festliche Versamm­lung zu Ehren des anläßlich des Heiligen Jah­res zum Heiligen erhobenen katholischen Refor­mators für Deutschland Petrus Canifius ab und zwar gemeinsam mit der katholischen Schul­organisation und dent katholischen Lehrer- und Lehrerinnenverein. Pastor T h i e r g a r t lertetc die Kundgebung. In seiner Begrüßungsansprache wies er auf die Eigenschaften hin, die Mefeit Heiligen besonders verehrungswürdig mach m Konrektor Ebel erklärte im Namen des katholi­schen Lehrervereins: Im Kampfe für die kon­fessionelle Schule, wie sie im Geiste des heiligen Canisius entspreche, wollten die katholischen Leh­rer und Lehrerinnen mstt der Schulorganisatio.t Schulter an Schulter kämpfen! In feiner Fest­rede beklagte Oberschullehrer Günther- Werl di- Uneinigkeit des deutschen Volkes Tie CuNi- sinsseier sollte Anlaß geben, der Frage der kon­fessionellen Schule und der konfessionellen- L-st;- rerbildung erneute Aufmerksamkeit zu schenken.

Barmaks Zusammenbruch.

Gegenüberstellung von Zeugen.

Berlin, 28. Mai.

e

Asses Meßr.

Verfassungsausschuß oder nicht?

Berlin, 28. Mai.

Der Haushaltsausschüß des Reichstages stimmte gestern der Verlängerung des Notetats um zwei Monate zu. Zur Reuor- gaiiisation der Deutschen Werke wer­den in einer Denkschrift vom Reiche 18,5 Millio­nen Mark gefordert. Beim Etat des Jnnenmi- nisterinms betont Abg. Schlang e-Schöningen (Dntl.l nochmals, daß die Rechtsparteien mit dem Antrag auf Einsetzung eines Versassungs- ausschuffes keine grundsätzliche Ver­fassungsänderung beabsichtigen. Innen­minister Schiele meint, was in Preußen mög­lich fei, wo unter sozialdemokratischer Regie­rung ein Versassungsausschuß zustandegekom- itwn sei, könne auch für das Reich geschehen. Der.Minister zitiert eine Aeußerusig des Abg L ö b e in der Nationalversammlung am 31. 7. 1919, in der es heißt: „Wir tun das (Zustim­mung) in dem Vertrauen, daß die lebendi­gen Kräfte der Entwicklung stärker sein wer­den. als die papiernen Hindernisse, die damit auch gerichtet werden." Der Minister bittet, daß den lebendigen Kräften nun auch die Möglich­keit gegeben werde, sich zu entfalten. Abg. Schack iZtr.) warnt vor dem Verfafsungsaus- schuß. Eine Flut von weiteren Anträgen würde folgen und dann würde sehr große Unruhe int Volke entstehen. Vor allem würde die Flaggen frage stark beunruhigen.

Aus VolMk un& MttlGE

Riesenaussperrung in Oesterreich. Nach Lohn­streitigkeiten sind in der Wiener Textilindustrie etwa 2500 Mann, in den Streik getreten. Die Unternehmerverbände beschlossen hierauf mit der Aussperrung der Arbeiter in sämt­lichen Textilbetrieben Niederöfterreichs und Steiermarks vorzugehen.

Am Denkmal Schlagetcrs. Zur Einweihung des Schlageterdenkmals nm 1. Pfingsttag wer­den etwa zwanzigtaufend Menschen bei Schönau i. V. versammelt fein. Eine frühere Feldküche 'oll in Betrieb gefetzt werden.

Fünf Kurden am Galgen. Tas Kriegsge­richt von Diarbekr hat den Kurdenfährer Ahd cl Kadi, den Sohn des Scheichs Said, sowie vier 'einer Anhänger atm Tode verurteilt.

Moskaus Flug über die Wüste. Ein Sowjet- luftgeschwader von sechs Flugzeugen wird von Moskau aus über die Mongolei und die Wüste Gobi nach Peking fliegen. Es soll ein Flugweg nach dem Fernen Osten gesunden werden.

Was uns Max verheiß;.

Brüssel, 28. Mai. (Eigener Drahtbericht. Der Brüsseler Bürgermeister Max verwarf gestern in einer Rede den deutschen Sicherheitspakt, so- crn er von den Vereinigten Staaten und Eng­land mit feinen Kolonien nickt garantiert wür­de. Belgiens Sicherheit liege allein in der Stär­ke feines Bündnifses mit Frankreich u. in dem Verbleiben feiner Truppen am Rhein und an der Ruhr.

Brot unö Steuern.

Das Wirtschaftsprogramm der Demokraten.

Eife»ach, 26. Mai.

Auf der demokratischen Wirtschaststagung in Eisenach nahm, der preußische Handelsminister Tr. Sch " ei ‘fr er gegön den Getreide-

2oSn Buss in Ser Ostsee

Moskaus Befürchtungen vor dem Geschwader.

Rotterdam, 28. Mai.

Londoner Blätter melden, daß ein englisches Geschwader int kommenden Monat die dent- cheu Ostseehäfen anlaufen wird. Ein Moskauer Blatt knüpft an die Mitteilung über diese Eeschwaderfahrt in die Ostsee die Behauch inng, es handel sich um eine britische Demon­stration gegen Sowjetrußland.

Schwere Sache.

Hausarzt: Ick würde Ihnen raten, jeden Morgen vor dem Frühstück ein Bad tu nehmen.

Jung- Frau: Ja--ich frühstücke aber im

Bett ....

keins einst! llen. Als dieMuter mit ihm im Som­mer aufs Land fährt, hört der Kleine, oaß man ein Porzellanei in den Hühnerstall legt Tie Henne hält das für ein richtiges Ei und legt ihre eigenen Eier dazu.

„Ach", meint Hansckien, „könnten wir zu Hanfe nicht auch eine Puppe Hinsehen, Mittti Tann setzt mir vielleicht der Storch auch noch ein Schwesterchen dazu?"

■ Kulturmission.

Iw Metzer Stadtrat entrüstet sich? ein Gcm-'in- demitglied, daß einzelne Straßen immer nock deutsche Namen fragen, einige sooar die Namen deutscher Generäle... Wie . Wo . . das wäre ia ... schallen die Ruse, was sind denn das für Straßen ? ... Nun, die Goethestraße z. B. Oder war das vielleicht kein deutscher General?

DrMundkrt Kronen.

Eine Geschichte zwischen Wien und Hamburg.

Von

German M. Vorau.

Das Jahr soundsoviel.

In den Journalen liest man: „Tie Bankiers quellen auf oder sie hängen sich. Heber dem Wiener Prater kreisen die Raben ..."

In dem Tschecherl sagt die Dame mit den langen schwarzen Wimpern und dem roten Hut zu dem hageren Künstler: „Um Geld bin ich nicht zu haben."

„Um so besser" sagt der Künstler, nimmt einen Schluck Kaffee und denkt, daß die nächste Ausstellung besser ausfällt. Und der blaffe Künstler geht nicht allein heim in seine kleine bunte Wohnung.

Es geht auch ohne Geld Ja, es gibt Men­schen, die verschenken es an Wildfremde.

Solche Menschen gibt es! Natürlich sind sie meist jung. Ich kann so einen Fall erzählen: ■ Ick fuhr von Irgendwoher nach Irgendwo­hin, sah durck ein Fenster auf einen breiten Fluß. „Tas ist die Donau!" sagte sie. Sie trug eine lustige Baskenmütze und ein blaues Kleid. Als sie einmal den Mantel aufschlug, sah ich am Knie ein großes schönes Loch. Am Knie.

„So, das ist die Donau?"

Krise ta Orfterrrsch?

Tumulte um den Außenminister.

Wien, 28. Mai.

Aus eine sozialdemokratische Interpellation wegen einer antibolschewistifcheu Rede, die di­plomatische Schritte und überdies die Zurückuah- mc großer rustischer Staatsaufträge 'zur F»lm hatte, erklärte Außenminister Tr. Mataja, daß die Interpellation inoporlun und nicht im Interesse des Landes gelegen sei. Daraus erhob sich großer Tumult ans den sozialdemokratischen Banken. Die Abgeordneten schlugen mit den Fausten auf die Pulte und schrien: „Das ist eine unerhörte Provokation!" Mataja betonte schließ­lich, daß zwischen der Sowjetvertretung und Wien keinerlei Konflikt bestehe. Er habe ledig­lich eine Rücksprache mit dem russischen Geschäftsträger gehabt. Man hält die Stellung des Außenministers fetzt vielfach für erschüttert. Man ist auch unzufrieden mit Ma­taja wegen seiner Mmrerm-g, den Paßzwang im Verkehr mit TeMD-land anfziiheben. Die Haltung Matajas . M ausschließlich von seiner Rücksichtnahme auf Frankreich bestimmt worden.

Seht ihr, so kam es, daß der blasse Künstler nicht allein aus dem Tschecherl ging und so kam es, daß er seine kleine bunte Bude sehr gemiit- lick fand, obgleich er erst einen Tag in der neuen Stadt war.

Und dann ...

Ja, das wäre es eigentlich, was ich erzählen wollte: Daß es wirklich noch Menschen gibt, die einem Wildfremden dreihundert Kronen schen­ken ....

In den Journalen las man immer nock: „Die Bankiers quellen auf oder hängen sich. Ueber dem Wiener Prater kreisen die Raben."

In dem kleinen Tschecherl gab es vorzüg­lichen Kuchen. Tas alte Sofa knarrte wie ein abgebauter Bariton. Als es zehn Uhr schlug, stieß ich meinen Freund in die Seite. „Ach?" sagte er traurig, „ich muß noch zu meiner kran­ken Tante." — Reiber mußte er zu seiner kran­ken Tante. Klare jedoch meinte: „Nicht wahr, Sie wissen, daß das ein Scherz war, was ich Ihnen von Salzburg erzählte ...."

„Haben Sie nach einem Doktor geschickt?" fragt ein Mitleidiger, als ein Mann überfahren ist . Es war ja ün Doktor, der ihn überfuhr." sagt ein anderer „Wirklich?" ruft der Mitlei­dige. „Welch glücklicher Zufall?"

Unerwarteter Erfolg.

Ein junger Künstler von zweifelhaftem Ta­lent empfängt den Befnch eines reichen Kauf­manns, der ibn nach Betrachtung der Bilder fragt• „Verkaufen Sie viele Ihrer Werke?" „Ja", antwortet der Maler, nicht ganz der, Wahrheit gemäß, um den reichen Bcsucker zum Kauf zu bewegen. Dieser aber erwiedert: „Dann kommen <ie bitte morgen in mein OWäft, ich will Sie kehr hock $e'hn iw suche schon fett

Ichrennach einem so tüchtigen Verkäufer wie Sie." —

sie erzählt, vor Monaten von Hause ausgerückt ist. Eine Freundin in Salzburg lud sie ein. „Nein, du gehst nicht!" hatte ihr Vater gesagt. Aber sie fuhr doch. Und drei Monate später kehrte sie zurück.

Sie wird sehr unruhig. Ich freue mich über das gesunde hübsche Gesicht und frage: „Wie lange fahren wir noch?"

„Eine Stunde!"

„O weh! Eine Stunde? Wären es doch noch zehn!"

Sie kramt ihre Schätze aus. Es ist nicht viel: Ein kupfernes Hundert-Kronenstück mit einem Eichenblatt und ein Zweihundert-Kronenstück. Bei den Tausendern hört es schon auf. Das ist also der Barbestand, ihr Grundkapital. Ich frage zaghaft, ob ich ihr von den Kronen welche einwechseln sollte, ich hätte gern eine der Münzen.

Da aber — es geschehen noch Wunder — drückt sie mir dreihundert Kronen in die Hand und sagt: „Da haben Sie die Kronen, um Geld sind sie nicht zu haben."

Denkt euch, sie schenkt mir dreihundert Kro­nen und sagt, um Geld seien sie ....

„So —"" murmele ich ernsthaft, „um Geld sind Sie nickt zu haben. Um so besser! — Dank, vielen Dank!"

Wir stiegen in derselben Stadt aus. Hier wollte ich meirte Zelte ausschlagen. Mein Freund holte mich ab. Ich stellte vor und wir gingen zu dritt über die Hauptstraße. Vor den Bank­häusern standen die Bankiers und luden uns ein, ihre Lokale zu besichtigen. Ich behielt jedoch meine 300 Kronen und ließ mir meine neue Bude zeigen. Sie hatte fünf Meter im Geviert und verriet einen Lurus, der mich be­fremdete Es waren über drei Stühle da und sogar ein Klavier. Tie Flaschen auf dem Bord waren leider leer. Ich schenkte sie teilweise mei­nem Freund, teilweise unserer neuen Freundin, die sich bei uns schon sehr behaglich fühlte.

„Eigentlich könnten wir jetzt einen Kaffee trinken..."

z u bringen. Soweit die franjöfifae Verant­wortlichkeit. Margueritte stricht alsdann von der englischen Verantwortlichkeit und auch von er Schuld Oesterreichs und Deutsch­en d s und fährt Wann fort, in diesem Verbrechen, das tffle Regierungen begangen hätten, gebe es allerdings keine einseitige schuld, sondern eine geteilte Verantwortlichkeit -warum also diesen Artikel 231 des Vertrage: von Versailles, der die Regelung der Repara- ttcnSfrage von der Erklärung Deutschland ab­hängig mache: „Weil ich, da ich zuerst angegnf- len habe, allein schuldig bin?" Deutsch­lands Schuldbekenntnis wurde mit Gewalt durch die Drohung mit dem Einfall und der Zerstückelung aufgebürdet. Die Zeit der tttntmarischeu Urteile, gegen die es keine Beru- fung gibt, ist vorüber. Tas müssen wir aner rennen oser wir müssen aufoören, uns weg-i der Proklamierung der Mensckenreckte stolz zu ^4'7’- Solange diese Prozesse nicht von den wirklichen Vertretern geführt werden, fotan'c wird das erzwungene Zugeständnis der Besieg­ten null und nichtig bleiben. Erst wenn di's' Urteil gefällt sein wird, werden die wieder aus- gejöbnten Völker ihre Stimme erheben können, um als Opfer die wahren Verbrecher abzuurteilen.

das war also ein Scherz. Also dann! Ich hals ihr über den Kummer hinweg. Wir saßen noch eine Stunde prächtig auf dem alten knarrenden Sofa. Aber schließlich, da konnten wir doch nicht immer sitzen bleiben. Es war schon zwölf Uhr und Kläre — ich sagte wohl schon, daß sie Kläre hieß? — war sicher* müde. Wozu die Sorgen! Ich würde schon ein paar Bilder verkaufen und schließlich war noch mein Freund da. Wo einer ißt, können auch zwei offen, sagt man. Kläre hatte mir dreihun­dert Kronen geschenkt. Das war zu bedenken. Sie hatte ein herrliches Herz. Ich zweifelte nicht daran.

rotzitlegen. Alle Futtermittel sollten

Kunterbunt.

Allerlei gelungene Scherze. DasLilssmittkl.

,sm Preußischen Barmat-Ausschuß wurde be- jchlogen, die Vernehmung von Julius Barmat und Kutisker wegen ihres bc deutlichen Gesundheitszustandes zunächst durch den Vorsitz enden des Ausschusses allein vor­nehmen zu lassen. Der Zeuge, Bankrat Hein- z e, früher Vorsitzender der Wertpavierabteilting der Staatsbank, erklärte, er habe den Eindruck gehabt, daß er nach dem Frühjahr 1924 ausge- fttjaltet wurde.-. Das wurde von Mitgliedern des Direktoriums bestritten. Eine Gegenüberstellung des Zeugen Abg. Heilmann (Soz.) mit dem Zeugen Oberfinanzrat Dr. Hellwig unter Hinzuziehung des Finanzrats Rühe sand wegen der Aeußerung Heilmanns statt, Oberfinanzrat Tr. Hellwig fei der Vermittler eines Geschäfts gewesen, das den Zusammenbruch Bar­mats b e r b ei geführt habe. Zeuge Dr. Hellwig begreifet die Richtigkeit dieser Behaup­tung. Zeuge Heilmann beruft sich demgegen­über auf sachliche Mitteilungen des Direktors Schaeffer und der Fran Barmat. Besonders Frau Barmat habe ihren Mann dringend ge­warnt, sick^auf^die Sanierung der Berlin-

^frnrfMo we'Wetzeit

oll Stellung Notwendig aber fei-ein Vieh- ch 11 tzLS l l für die bäuerlichen Kreise der OWlerE-EuiMließtinss" Iv’tr'Je gerügt, daß die Regierung erst jetzt die kleine Zolliarisvorlage eiiigebracbt habe, obwohl ein Zolltarif die unentbehrlichen Voraussetzun­gen für Handelsverttaaän-'i-bandlungen bilde. Tas System des H o ch f ch u tz z o l l e s müsse verlassen werden zu Gunsten einer Handelspoli­tik, die im Sinn der einstimmig gefaßten B<> chlüsse der Konferenz v-n Genua den inter­nationalen Warenaustausch -Md die Bildung großer europäischer Wirtschaftsgebiete erleichtere.

NkÄ-sion öer Derfoffimg.

Schieles Reformen. Beamten- u. Flaggenfrage.

Berlin, 28. Mai.

Im Haushaltsausschutz des Reichstages ver­wies Reichsinnenminister Schiele auf die programmatischen Ausführungen des Reichs­kanzlers Luther, in denen es hieß: Die Reicks­regierung wird es sich angelegen fein taffen, die Bestimmungen der R e i ch s v e r f a s s u n g darauf nach zu prüfen, daß unser Staats­wesen mehr als bisher innerlich gesundet. Es kann nicht sein, daß die Artikel 48 und 18 der Reichsversassung, ferner die Frage der Abge- orbnetenhnmunität weiterhin so ungeklärt blei- i welchem Umfang Getreidezölle notwendig seien, ben und daß namentlich in der Flaggen- sei unverzüglich einem Ausschuß von frage der Zerrissenheit unseres Volkes Ein- Volkswirten und Praktikern zur Prüfung

_____ ..... ... .... zollfrei fein. Halbfabrikate, die die Grund- teure ck t als Sonderrecht neben dem allgernei- läge für unsere weiterverarbeitende Industrie

Sie Maske fällt.

Poiiiearö von seinem LandSmann entlarvt.

Paris. 28. Mai.

Victor Margueritte kommt in den Hach t- kapiteln seines kürzlich erschienenen Werkes „Die Verbrecher" mit dem Untertitel „Der letzte Krieg" zu folgenden Schlußfolgerungen: Tie französisch-russische Allianz, die bis zum Jahre 1911 den Frieden als Defensivinstrument zu er­halten wußte, wird durch die Militärabkommen

1911, 1912 und 1913 eftx Krie

r;.rr geworden war, erkennt man eine klare Entwick­lung unserer Außenpolitik. Sie folgt der Poli­tik von I s Wolski. Der Weg nach Straß­burg und $1 e tz führte von nun ab durch den Balkan auf Umwegen über Petersburg. Als 1913 Poincarö Präsident der Republik wurde, fährt er fort zu regieren und dank der russischen ■ Geheimfonds, zu denen sich die französischen Unterstützungen gesellen, wird die öffentlich' Meinung anläßlich der Balkanaktion auf die

Möglichkeit des Krieges vorbereitet.

Dann folgt das Drama von Sarajewo und die Reise Poincarös-Vivianis an den Hos des Zaren. In. diesem Augenblick waren die französischen und russischen Ansichten und 'Ab­sichten klar, so daß der russische Kriegsmintster General Suchomkinov — derselbe, der erklärte: Rußland ist bereit, Frankreich muß es auch fein! — in feinen Memoiren schreiben konnte: Da­mals gaben sich Großfürst Nikolaus, Ssa­sa n o w und P o i n c a r e das Wort, auf olle Fälle jede friedliche Lösung zum S ck e i t e r n

zugestimmt haben, spricht Autzenmnnfier Strese- mann: Im Namen der Reichsregierung elitäre Irti, daß die Regierung bereit ist, alsbald nach Annahme oes Vertrages in neue Verhandlun­gen Mit Spanien einzutreten besonder-.' auch im «innf der vom Abg. Scholz verlesenen Erklä­rung der Regierungsparteien. Die Reich"-reatc- rung bestätigt ferner ihre im HandelSvertraas- ansfchuß abgegebene Zusagen über ihre Mitwir­kung an einet Kreditaktion für die Wine-r. sowie wettere Hilfsmaßnahmen und wird diese Zusage sojvrt tu die Tat ttmsetzen. (Beifall rechts.)

*

Die einfache Abstimmung über den Artikel 1 des Vertrages bleibt zweifelhaft, da die Frak­tionen zum großen Teil nicht gesMo en ftitm men. Die Kommunisten und Völkischen stimmen geschloßen dagegen. Die Sozialdc-nokraten ent­haften nch der AWimmüng, Der Hammelsprung ergibt die Annahme des Artikels 1 mit 170 gegen 96 Stimmen bei 98 Enthaltungen. Zur ent scheidenden Schinßabstimrmmg hat Abg. Korest (Dem.) namentliche Abstimmung beantragt. Ter Antrag findet nicht die notwendige Unterstützung von 80 Abgeordneten. In der eins: er: Abfrün- ""'"9 wird der Antrag gegen die Kommunisten «ud Bolkftchen und die «einen Minderheiten der Ucorigen angenommen. Die Sozialdemokraten sind der Abstimmung bis auf wenige Ausnah­men fern geb liebem