Kasseler Abendzeitung
Mittwoch, 13. Mai 1925.
SV 110. Einzelnummer 18 Pf, Sonntags 15 Pf.
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. IiZH-ZaAg
Meter Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
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Berlin im Zeichen Hindenburgs.
Berlin, 12. Mai.
en auf Zuschuss e. Der
Straßentumulte bei einem Reiterfeft.
(Privattelegramm.) In 1 versuchten am Sonntag
Berlin, 12. 9Jfr.it
Berlin, 12. Mai.
Abd el Krtmö heMger Krieg
ter im Gebirge fetz orga- Rachrichten hat Abd el
nit
(Eigener Drahtberichi.»
Paris, 12. Mai.
Berlin, 12. Mai.
til ist j noch n
62 Städte (Verlust 27), Konservative 10 Städte (Verlust 11).
Wer hinter ihn tritt.
Begrüßungsworie der Parteipresse. (Eigener Informationsdienst.)
gierung durch
gung von revolutionswegen zu stürzen.
_________________ __________ >«ch«er» höchstens 5000 Personen teil. Drei kommlinistische Redner hielten Ansprachen, in denen sic zu schärfster Opposition aufsorderten. Es kam zu Reibereien, aber zu keinen ernsten Zwischenfällen.
Bom marokkanischen Kriegsschauplatz.
(Eigene Drahtmeldung.)
Pari«, 12. Mai.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. Mai.
Die erste politische Aussprache im Reichskabinett.
Zwischen Bahnhof und ReichSkanzlerPalaiS / Freie Hand für, den Reichs, tangier / Der Strotsbürgcr der Republik / Dertranen znr Per fön'ichk-tt.
sofort tot An der polh munistischen Te.nonstrat
(Eigene Drahimeldung.)
Berlin, 12. Mai.
Ganz lm Ginne Luthers
Hindenburg unter den Ministern.
Wer hat gewonnen?
Das amtliche Wahlergebnis in Frankreich. (Eigene Drahtmeldung.)
Amun bsen im Hoven Norden.
Warum der Flug verschoben wird.
*. (Privat-Telegramm.)
Als Ergebnis der Munzipalwahlen werden imtlich aus den Städten folgende Ziffern mit geteilt: Kommunisten 1 Stadt (unverändert), Sozialisten 42 Städte (Gewinn 18), soziolistiiLc Republikaner 8 Städte (Gewinn 3), Radikale 192 Städte (Gewinn 57), Rechtsradikale 13 Städte (Verlust 7), Linksrepublikaner 51 Städte (Verlich 33) demolratifch-rcpuhlilanische Union
Sre mäuftrn sich.
Die neue Partcitaktik der Kommunisten.
G e ß l e r teilnahmen. Der Reichspräsident bil- l i g t e alle innen- und außenpolitischen Entscheidungen des Kabinetts Dr. Luther und sprach ihm sein unverändertes Vertrauen aus Btel beacktet wurde, daß an der Aussprache Außenminister Stresemann nicht teil nahm. Zur Amnestiefrage hat Hindenburg geäußert: Ich wünsche, daß keine politische Partei sich irgendwie in der Amnestie zurückgesetzt fühle; ich will keine Partet-Reichsprü- s idcnts chast.
Beim Empfang des Reichspräsidenten von Hindenburg, an dem gegen dreihunderttausend Personen teilnahmen, kam es infolge des starken Gedränges zu zahlreichen kleinen Unfällen. Bis auf etwa fünfzig Fälle handelte cs sich jedoch ausschließlich um harmlose Ohnmachtsan fülle, von denen hauptsächlich Frauen und Kinder betroffen worden. Ein siebzigjähriger Arbeiter wurde vom Herzschlag getroffen und war " ' " ' ' ' ch verbotenen kom-
Steiffflr die Kugel.
Acht Todesurteile in Sofia.
(Privat-Telegramm.)
Sofia, 12. Mai.
Im Prozeß wegen der Attentate auf den König und die Kathedrale wurden gestern vom Kriegsgericht acht Angeklagte und der Küster der Kathedrale zum Tode, zwei Angeklagte zu sechs bezw. fünf Jahren Gefingnis verurteilt.
lerste verfassungsmäßig gewählte Reichspräsident geworden. Die Republik verlangt auch von den Unterlegenen die ernste und freiwillige Anerkennung des Ergebnisics aus ihrer politischen Anschauung heraus. Wenn die Achtung vor Hindenburgs Persönlichkeit und seinem Namen sich auf die oberste Stelle der Republik übertragen, dann ist seine Wahl ein Gewinn für die Stabilität der Republik gewesen. Die demokratischen Blätter setzen ihre Hoffnungen auf die Loyalität und die Versaffunqstreue des neuen Neichspräfi- dcnten. Der „Vorwärts" schreibt: Die Arbei- terschaft steht fest geschloffen, entschloffcner denn je, bereit, die Republik und ihre Verfaflung zn verteidigen und zu schützen.
Tünde« der Snsiationszeit. —.Hilke für Laudrnirt und Handwerker. - Das künstliche Gleichgewicht. - Unbeaneme Retchs- ftenern. — Nicht beschlntztabig.
eigene Einnahmen gt Preußen war angewiese.. —, Minister gibt einen zahlenmäßigen Ueberblick über das Ergebnis des Jahres 1924. Eine so große Staatsverwaltung, wie die preußische, muß über einen genügenden Betriebsfonds verfügen. Der gegenwärtige von fünfzig Millionen reicht nicht aus. Die notwendige Notstauds- a k t i o u für die Landwirtschaft erfordcr- te erhebliche Mittel. Sechzig Millionen stellte Preußen allein zur Verfügung. Für weitere • Mittel übernahm Preußen die Garantie, besonders der Staatsbank gegenüber. Auch die Notstandsaktion für den gewerblichen Mittelstand erforderte große Mittel. Das Reich hat bisher noch nicht das Erforderliche und Zugesagte getan. Neue Mittel könnten in Preußen nicht dafür geschaffen werden. Die Besoldungserhöhung in Preußen erforderte einen Mehrbedarf von 170 Millionen; WE waren hier an das Reich gebunden. Das staatliche Auf-
Mailand, 12. Mai.
Bom Startplatz des Nordpolflicgcrss Bmund fen schreibt ein Berichterstatter: Wegen der scharfen Kälte haben wir beschlossen, den Polarflug bis Ende Mai oder Anfang Juni zu versa,icb-n, venu die außerordentlich niedrigen Temperaturen bereiten dem guten Funktionieren der Motoren große Schwierigkeiten. Auf jeden Fall muß dos Wetter bcffer werden Damit wir gegen Norden einen Platz finden, wo sich einen ebene Eisfläche befindet, die den Aufstieg derFlugzeugc crmög- licht. Wenn wir hier ausstiegen, müßte der Po-
Glindow (in der Mark) versuchten am Sonntag Kommunistenhaufen ein Reiterfest zu stören Sie drangen mit Stöcken auf die letzten Reiter eines Umzuges ein. Mehrere berittene Landjäger mußten «egen die Angreifer blank ziehen yn uuy tievuuvcu. .......... —-
Drei Lmtmsstkn erMten VeAetzung?n. ^ kommen 1924 ist gegenüber dem Voranschlag
Wie er elnzog.
Bilde» von Hindenburgs Fahrt durch Berlin- Berlin, 12. Mai.
Beim Einzug des neuen Reichspräsidenten In Berlin hat unser Berichterstatter folgende denkwürdige Bilder sestgehalten. Ein trüber regnerischer Tag! Die Reichs Hauptstadt befm- det sich in einer beispiellosen Spannung. Schon feit den frühen Morgenstunden herrscht in den Straßenzügen ein geschäftiges Treiben. Aus der ganzen Umgebung Berlins sind die Volksmassen herbeigeströmt. Die Reichshauptftrdt bat festlichen Fahnenschmuck angelegt. Ta ist kaum ein Haus, kaum ein Fenster, wo nicht die schwarz-weiß-rote Fahne im milden Lenzw.nde weht, aber auch schwarz-rot-goldene Fahnen sind ausmarschiert. Der Bahnhos Heerstraße ist mit einfachen, schlichten Girlanden bekränzt, der Treppenaufgang wird zu beiden Seiten von Lorbeerbäumen, Blattpflanzen und Palmer, flankiert. Die Reichsfarben wegen im Winde.
Schon seit den Vormittagsstunden beginnt der Aufmarsch der nationalen Organisationen, Verbände und Körperschaften. Unter musterhafter Disziplin, in grün-grauen Windjacken mit schwarz-weiß-rotcn Abzeichen bewegen sich endlose Züge, die in Reih und Glied am Stra- tzendamm Aufstellung nehmen. Es ist eine Strecke von sieben Kilometern, wo Kops an Kops die spalierbildenden Masten in dichter Reihenfolge Ausstellung genommen haben, links und rechts ein Menschenwall, der ohne Unter- biecbung sich von der Heerstraße bis zum Brandenburger Tor hinzieht, und der mehrere Hunderttausende umfaßt, lieber diesen Menschenwall ragt ein ganzer Wald von Fahnen. Ein farbenprächtiges Bild, das in der anbrechenden Abendstunde durch den Glanz der elektrischen Beleuchtung umstrahlt wird. Die Fenster und Ballone der Häuser sind von dichten Menschengruppen besetzt. Sogar auf den Dächern drängt sich Mensch an Mensch, um von der luftigen Höhe aus das prunkvolle Schauspiel mitzuc'-- leben. Als vom Brandenburger Tor herkommend endlich das Automobil des Reichskanzlers Dr. Luther sichtbar wird, löst sich die Spannung in lebhafte Bewegung aus. Doch immer vergebt noch eine Stunde des Wartens, bis endlich die Uhr die sechste Abendstunde anzeigt.
Krim Den heiligen Krieg ausgerusen und feinen Bruder nach Tetschuan gesandt, um bet den Jebala-Stämmen Truppen auszuheben.
Die Blätter widmen dem Einzug Hindenburgs Bcgrützungsartikel. Einige Rechisblölter legen sogar ein ausdrückliches Bekenntnis zu dem neuen Staat ab. Die volkspartci- -ichcn Blätter weisen darauf hin, dos, an dem Gang der deutschen Außenpolitik nichts geändert werde, und daß alle Bestrebungen dahin gingen, eine ruhige und stetige Entwicklung des deutschen Wiederaufbaues zu gewährleisten. DaS Zentrumsblatt richtet an Den neuen Reichspräsidenten folg. Gruß: „Hindenburg ist der
Bei der Einbringung des Haushaltsplans für 1925 gedachte gestern Finanzminister Dr. Höpker-Aschhoss der schweren Inflationszeiten, wo die Ausgaben nur zu 1 Prozent durch gedeckt werden konnten.
Berlin, 12. Mai. (Eigener Drahtbericht.) In Dem feierlich geschmückten Plenarsitzungssaale des Reichstags hat Reichspräsident von Hindenburg heute um t L Uhr d-w vi>;.acfü)nebc= ucn Eid geleistet. Die feierliche Handlung vollzog sich programmäßig und ohne Zwischenfall. Beim Erscheinen des Reichspräsidenten brachen die kommunistischen Abgeordneten in Hochrufe auf die Sowjetrepublik aus und ver- lietzen Dann vollzählig und geschloffen vor Der Eidesabnahme den Saal.
Willkommen in Berlin.
Im Gedränge Der Hunderttauscnde.
Inzwischen ist der Zug auf Bahnhof Heerstraße eingelaufen. Hindenburg verläßt in aufrechter und frischer Haltung den Wagen. Alle Umstehenden lüften den Hut. In der nunmehr eintretenden feierlichen Stille einige leise Be- grüßungsworte des Reichstanzlers und der Mr- nister, ein Händeschütteln und ein Tücherwehen. Die kleine Tochter des Reichskanzlers spracht den Wivkommgruß und überreicht einen Blumenstrauß. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich jetzt die Nachricht: „Hindenburg kommt!" Nunmehr wird es vor den Ausgängen des Bahnhofes lebendig Als der greife Reis svrä- stdcnt sich zum Kraftwagen begibt, bricht ein Sturm von begeisterten Ovationen los. Die donnernden Hochrufe pftanzen sich wie ein Gewittergrollen von Mann zu Mann fort und dröhnen weithin in den umkreisenden Straßenzügen wieder. Die Fahrt Hindenburgs gestaltet sich nunmehr zu einem wahren Triumphzug. Während die Fahnen sich grüßend senken und ein Meer von hochgehobenen Händen dem Reichspräsidenten zuwinkt, vermengt sichrer Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" mit dem donnernden Gebrause der immer wieder von neuem auflebenden Hochrufe. Die zahlreich aufgebotene Polizei kann kaum die Massen zn- rückhalten. die stürmend nach vorwärts Drängen, und die bis an die Spaliere heranreichen. In der feierlichen Abendstimmung ertönen vaterländische Weisen, gesungen aus tausend von Menschenkehlen.
Am Brandenburger Tor wechselt daS Bild. Da alles abgesperrt ist. ist von Menschenmassen nichts mehr zu sehen. In ruhiger Fahrt geht cs an den „Linden" vorbei, zur Wilhelmstraße, wo in feierlicher Bel-uchtnno hinter dem fckmuk- ken Vorgarten daS Reichskanzlerpalais liegt. Alle Fenster sind erleuchtet. Die Polizeiposten salutieren und der Zug verschwindet 'M Reichskanzlerpalais.
Die kommtlnistische Presse veröffentlicht Resolutionen über eine neue Parteitaktik So muffe sich u. a. die K. P. D. bereit erklären, mit den Sozialdemokraten und den republikanischen Parteien von Fall zu Fall zusammenzugehen, soweit sie Die elementarsten MindestforDerungen erfüllen. In einer Situation, so heißt es wörtlich, wo unsere Partei das Zünglein an Der Wage zwischen einer Rechts- und einer sogenannten Linksregierung bildet, ist es geboten, daß wir Der Linkskoalition gegen die Rechtskoalition die Existenz ermögltchen. Diese Tak- jedoch nur Dann richtig und zulässig, wenn licht Die Möglichkeit besteht, eine solche Rc- ig Durch eine proletarische Maffenbewe-
um vierzehn Millionen zurückgeblieben. Großen Schote« tat ÄÄr-voürr Paybbau )e« besetzten Geoiet.- Lei Ü u v e Ws trägt nur 34 Millionen. Der Vorwurf der Thesaurterungspolitik ist unberechtigt, denn fünfzehn Millionen Reichsentschädigung für Kriegsfolgen müssen alsbald verausgabt werden. Fünfzig Millionen Reichsentschädigung für verlorenes Staatseigentum müssen als Staatsvermögen wieder angelegt werden. Fünfundzwanzig Millionen Gemeindeanteil sind den Gemeinden zur Verfügung zu stellen.. Der Haushalt für 1925 ist im Gleichgewicht mit 2830 Millionen. Dieses Gleichgewicht ist künstlich hergestellt, da ein Einnahmeposten von 417 Millionen erhöhte Ueberweisnngeu und erhöhte Steuereinnahmen eingestellt ist. In Wahrheit ist also ein F e h l b et r a g in dieser Höhe vorhanden. Dieser Fehlbetrag von 417 Millionen wird auf 248,6 Millionen zurückgehen, wenn als Reichssteueraufkommen die Beträge eingestellt werden, die der Staatssekretär Popitz als voraussichtliches Aufkommen des Jahres 1925 bezeichnet hat. Bei Den preußischen Einnahmen kann mit gewissen Reserven gerechnet werden, allerhöchstens aber mit fünfzig Millionen. Es
Einem Berliner Blatt zufolge fei Dem gestrigen Abendessen zu Ehren des Reichspräsidenten eine Besprechung in Der Reichskanzlei voraufgegangen, an Der Reichspräsident von Hindenburg, Dr. Simons, der Reichskanzler Dr Luther, der Reichsinnemninistcr Schiele und der Rcichswehrminister SD:.
Paris, 12. Mai.
Einem Pariser Blatt zufolge wird Die Botschafter konferenz wahrscheinlich erst am Freitag den Bericht der Kontrollkommission einer Prüfung unterziehen. Bis zur Billigung der Rote durch Die Kabinette in London, Brüssel, Rom und Tokio seien noch einige Tage erforderlich Zwischen London und Paris bestünden noch MernnngS- verschiedenhciten. Ein anderes Blatt fügt hinzu, Daß crtz gestern französifcke Borfchläge als Antwort auf Englands Memoradnum nach London । abgcgangcn seien. Erst nach der Prüfung könne Die Bolichasterloiifcrnz Den enDgültigen Text Der Rote an DeutschlanD entwerfen.
Von Lag zu Lag vertröstet.
Die Entwaffnungsnote zwifchen London uParis (Eigene Drahtweldung.)
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bleibt somit ein
Fehlbetrag von zweihundert Millionen, der nur durch eine bessere Gestaltung des Finanzausgleichs beseitigt werden kann. Aus einem Ueberschlag der Reichssteuern ergibt sich, daß das Reith von falschen Voraussetznngen ausgeht und! daß der Finanzausgleich anders gestaltet werden mutz, insbesondere das Reich auf 10 Prozent der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer beschränkt werden muß. Aus der Beratung der Reichssteuer- g e s e tz e ist folgendes hervorzuheben: 1. Die preußische Staatsregierung hat sich für eine Veranlagung der Einkommen des Jahres 1924 ausgesprochen, weil diese ein klares Bild des wirklichen Aufkommens gibt und damit erst Wieder die Grundlage für eine richtige Finanz- gebarung schassen würde; 2. Das Zuschlagsrecht der Länder und Gemeinden nur Erfolg haben, wenn das Recht nicht »,« eine absolute Höchstgrenze gebunden wird und wenn eine Veranlagung der Einkommen- und Körper« schastssteuer nach dem p—nßischeu System, d. h. für das Rechnungsjahr nacy dem Ergebnis des borangegangenen Kalender- und Wirtschaftsjahres durchgeführt wird. Die Reichsfinanz. Verwaltung muß erhalten bleiben, aber sie darf nicht alles in die Hand nehmen, nicht auch den letzten Rest von Selbstverwaltung der Länder und Gemeinden vernichten. Anstelle der Vielheit von Steuern brauchen wir wenige große Steuern. Erhaltung der Währung, Gesundung der Wirtschaft muß unsere Parole fein« Die Aussprache über das Erpose des Finanzministers beginnt am Dienstag. Bei der namentlichen Abstimmung über den Termin für die Wahl der Provinziallandtage und Kreistage stellt sich heraus, daß das Haus wiederum beschlußunfähig ist.
In der sofort anberaumten neuen Sitzung steht zur ersten Beratung der Antrag auf Aushebung des Gesetzes über den Verkehr mtt Grund- tzüüen vom 10. Februar 1923. Rach der Er-