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Hesfische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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15. Jahrgang

Donnerstag, 7 Mai 1925.

Einzelnummer 10 Ps Sonntags 15 Pf.

Vor einer Umbildung des preutzischen Kabinetts

die im vorigen Iah' gen. Der Personalc

abbau ist mit großem Erfolg

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Go out wie gesichert.

Die Ausführungen Houghtons werden in einem Blatt dahin beurteilt, daß Schwicrtg-

jedem Mitarbeiter, deutsch muß er sein, deutsch mutz er fühlen, deutsch muß er denken und han­deln. In diesem Sinne wollen wir dem ganzen deutschen Bolle dienen." Prof. Haushofer, bezeichnete als die schlichte Aufgabe der pralti- fchen Abteilung: dienen, sammeln und vermitteln» und zwar vielleicht jahrelang in viel bescheidenerem Rahmen, als man erwarte.

Besonders günstig waren diesmal die Ein­nahmen von 23,3 Millionen in den Ostertagen, 'ire nur 15,9 Millionen betru-

London, 6. Mat. (Privattelegramm.) TaS

Unterhaus nahm die G o l d st a n d a r d d i l l in

dritter Lesung ohne Abstimmung an. Die Bill geht nunmehr an das Oberhaus weiter.

Berlin, 6. Mai.

Gestern tagten hier im Beisein von Mini­stern 400 Oberbürgermeister und Gemeindevcr- treter. Ter Geschäftsführer betonte, daß die neuen Gesetzgebungsentwürse über Steuer­reformen und Finanzausgleich ufw. entschei­dend seien für die Zukunft der deutschen Ge­meinden. Die Behauptung, daß die Gemein­den zur Zeit im Gclde schwimmen, stehe mit den Tatsachen in vollkommenem Wider-

Auch in Frankreich, Italien und Belgien be­absichtigt die Regierung, eine möglichst baldige Wiedereinführung der Goldwährung. Die öf­fentliche Meinung in diesen Ländern war jedoch seit langem der Ueberzeugung, daß eine der­artige Politik praktisch undurchführb-. ist, tum Teil weil der hierzu erforderliche Pro­zeß der Schmäleninq der Gelddecke einen un­günstigen Einfluß auf das Wirtschaftsleben ausüben würde und teilweise auch deshalb, weil dadurch die Last der Kriegsschulden außeror­dentlich vergrößert würde. Wenn man die

Das teure Netten.

Wie die Reichsbahn wirtschaftet.

Auf die scharfe, auch von «us euergW. ge­führte Kritik an der Tarifpolitik der ReichS- dov», rechtfertigt ftch diese heut« mit solgenoe« Gründe« und Zahle«, bei denen dem Laie« mehr schwindelt, als wie er ste im einzelne« nach,«prüfe« in der Lag« ist. Herr General­direktor Oes« spricht:

an der Themse

Starker Eindruck des Houghtonappells.

(Privat-Telegramm.)

London 6. Mai.

München, 6. Mai.

Gestern nachmittag sind die Junkers-Flug­zeuge mit den Herren der Regierung und ter Presse zur Einweihung des deutschen Museums gelandet. Abends besichtigte Reichskanzlei Tr. Luther den Festzug, der zu einem Ereignis wurde, wie es München fei* langem nicht gesehen hat. Ab 3 Uhr ruhte das ganze Gesckästsleven der Stadt. Jung und alt strömte in die Stra- ben. Reicher Fahnenschmuck und Girlanden prangten Den Mittelpunkt des Zuges bildeten Vier Wagen, die die Elemente mit grandiosen Mitteln darstellten. Niedlich war ein Reisewa­gen aus dem Jahre 1789 mit einem jungen, hei­leren Paar auf der Hochzeitsreise im Bieder­meierkostüm. Viel Beifall sanden die Wagen der Textilien, der Maschinenbauer, der Land- wirlschast und der Schlosser. Insgesamt wies ver Festzug 49 verschiedene Gruppen auf, in die dreißig Musikkapellen eingereiht waren, lieber dem Festzug kreisten fünf Flugzeuge.

WiHtigeuoretfe; fsuiäetnuictie -Äetchgitsancelgen Zeile MAa.. aasioarttge Geschnfts- anzelgen Zelle SO Pf«.. rtamilieuaaietgen Zeile W Vm «keine Anzeigen Oai &oti tsfg. Reklamen die Zeile 75 Ptg. Offertgebühr 10 via. lbei Zukendg. bet Offerten SO 6fgJ Rechnungsbeträge find innerhalb 5 Tg. zu bezahlen. Maßgebend ist bet Kurs !>eS Zablungstages. Mr bfe Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen An­zeigen sowie für Autnabmebaten und *Uä6e kann «ich' garantiert werben. Für An,eia-'' mitbesonb. schwierigem Satz 10" «roz.Aufschlag. Druckerei. Schlachthof- straffe Al/» . Geschäftsstelle Köln.Str.5. aegenüh.der Svobrstr. Sernfor 951 u. Y52

feiten in der Luft lägen, und sogar der Dawes- bericht politischen Konflikten ausgesetzt sei. Ein zweites Blatt weist darauf hin, die Worte des amerikanischen Botschafters seien sicherlich wohl erwogen. Das Blatt sagt aber nicht, an welche Adresse die Warnungen gerichtet sind. Ein Berichterstatter schreibt zu den Ausführungen Houghtons: Vielleicht können diese einen neuen und willkommenen Antrieb für die Sicher­heitsverhandlungen bilden. Eine ge­sunde Entwicklung liege darin, daß, wie ver­lautet, die Alliierten jetzt vor einem Ueberein- kommen über den W o r t l a u t der N o t e ständen, die an Deutschland in der Ab- rüstungs- und Kölner Frage erteilt wer­den soll. Man werde Deutschland seine Ver­fehlungen Mitteilen und erklären, die Köl­ner Zone würde geräumt werden, wenn jene gut gemacht seien, dann werde die alliierte Kon­trollkommission ihre Befugnisse an den Völker­bund übertragen. Auf diese Weise würden alle Erörterungen über die Zeitgrenze vermiesen.

Wie man Geschichte fälscht.

Die Aankeepreffe zur Houghtonrede.

(Durch Funkspruch.)

Newyork, 6. Mai.

Hiesigen Blättern zufolge sei die gestrige Warnung Houghtons an Europa nicht als ein unberufenes Eindringen Amerikas in die europäischen Mißstände zu betrachten. Ruhe und Vertrauen würden wieder hergestellt werden können, wenn Deutschland den Dawesplan und den Friedensvertrag erfüllen werde. Won« Houghton erklärte, daß Treu und Glauben in Europa wieder hergestellt werden müßten, um die amerikanische Hilfe anzuregen, so sei seine Warnung in erster Linie an Deutschland ^rich­tet gewesen und in zweiter Linie an diejenigen Staaten, die der Friedensstimmung entgegen- arbeiteten. (Diese Auslegung der Houghton- schen Grundsätze ist natürlich eine bewußte Irre­führung der öffentlichen Meinung, die seit lan­gem die absolut deutschfreundliche Haltung des früheren Berliner Botschafters und seine scharfe Einstellung gegen Frankreich kennt Tie Red.) Aus anderen Pressekommentaren geht deutlich hervor, daß Houghton Frankreichs ablehnende Haltung gegen die Abrüstungskonferenz treffen wollte. Auch das Zustandekommen des schwe­benden Sicherheitspaktes fei gemeint.

Numiu Ci 105. Einzelnummer 10 P^ Sonntags 15 Pf

Dir .'..aiielei iReueftei. Rachrichleu crutieinen wöchentlich -echöma- "athmiuaye Dei Äbonnemeiusvreis betrag' füt oen Mo nm 2.- Mk bei *t «1er Zustell nn. ms vaus. in »er Geschäftsstelle abgeboli l.st0Mk. Durch die Post monatltch gusfchlieffUch Zustellungsaebühr Perlaa un» Redaktion Schlacht«,'M", verniorether 951 nn» 952 ftür nnoerlana' ringefanbte Beiträge fany "-1« Re-

Vreußen ohne Severins?

Vertrauliche Besprechungen hinter den Kulissen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 6. Mai.

Ein Berliner Blatt weiß von Parteiverhand­lungen über die Frage einer Umbildung des jetzigen Kabinetts in Preußen zu berichten. Ins­besondere wären zwischen den Abg. Hermes (Ztr.) und von Richter (D. Bpt.) vertrauliche Besprechungen erfolgt, wobei dieser die notwen vige Fühlung mit den Deutschnationalen auf­rechterhalten hätte. Man hält es für nicht un­möglich, daß diese Bestrebungen noch vor Frei­tag. dein Tage der Abstimmung über das Ver­trauen für das Kabinett Braun zu einem Ziele führe, das eine neue preußische R^^rung ohne Severing und ohne den erkkranten > ustizministcr Arn Zehnhosf mit sich bringen würde.

durchgeführt worden. Jrn Oktober.1923 betrug das Gesamt Personal der Reichsbahn über eine Million, jetzt nur noch 765 000 Köpfe. Die Leistungszulagen bedeuten für die ge­samte Finanzwirtschast der Gesellschaft sehr we­nig. Die Gesellschaft will für 1925 nur etwa zwanzig Millionen ausschütten, also noch nicht % Prozent der gesamten Ausgaben für das Kalenderjahr. Bei den unteren Gruppen der Beamten ergeben sich gegen 1913 Gehaltser­höhungen bis zu 88 Prozent. Das soge­nannte Realeinkommen liegt bei den Gruppen 1 und 5 erheblich über dem Einkommen der Vorkriegszeit, während die oberen Grup­pen schlechter stehen. Die Erhöhung der Ar­beiterlöhne im März und die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses führten zur Er- höhun g der Perfonentarife um zehn Prozent vom 1. Mai ab. Jede weitere

Lohn- und Gehaltserhöhung wird zu Tariferhöhungen

führen müssen, die aus die deutsche Wirtschaft ungünstig wirken. Der Besoldungsaufwand für die Mehrbezüge der leitenden Beamten beträgt dabei nur etwas über sechs hynd-r^n^' d Mark, also noch nicht eine Mark für Ä-n ^rpf des Personals. Die Pensionslast betrug 1913 114 Millionen, für das Geschäftsjahr 1925 beträgt ste 487 Millionen. In 1913 kamen auf 100 Mark Besoldungen siebzehn Mark für Ruhe­gehälter, in 1925 aber stebenunddreißig Mark. Tie Instandsetzung der Rhein- und Ruhr­bahnen wird in diesem Jahre allein rund hundert Millionen kosten. Eine große Reihe von Projekten sind in Angriff genommen, die jetzt zu einem gewissen Abschluß zu bringen sind. Alle diese Ausgaben mutz die Gesellschaft ans ihren laufenden Einnahmen decken, da ihr Kredite in größerem Umfange nicht zur Ver­fügung stehen. Aus den Einnahmen muß auch die.Reparationslast bestritten werden. Die Reichsbahn hat im ersten Reparakionsjahr zweihundert Millionen, im zweiten Jahr fünf- hundertundfünfundneunzig Millionen und im dritten Jahr fünfhundertundfünfzig Millionen und vom vierten Jahre ab

fechshnndertundsechzig Millionen Goldmark zu leisten. Die Zahlung am 1. März mit hun­dert Millionen ist pünktlich geleistet worden. Weiter sind bis Ende des ersten Geschäftsjah­res bereits zweihundert Millionen zurück; li­st e 11 e n, sodaß die Belastung im ersten Ge­schäftsjahr bereits vierhundert Millionen be­tragt. Die Rechnung für 1925 wird voraussicht­lich mit rund fünftausendfünfhun- deiktundfünfzig Millionen in Ein­nahme und Ausgabe ab schließen. Dazu kommen die hohen Verkehrs steuern. Die Reichsbahngesellschast betont, daß sie von der Lage der deutschen Gesamtwirtschaft abhängig fei. Die Einnahmen der Reichsbahn wer­den sich für 1925 in Millionen Mark auf 3548.7 stellen (gegen 3057,7 im Jahre 1913). Die Ausgaben betrugen insgesamt 1913 2205,2 Millionen, in 1925 insgesamt 4646,7 Millionen. Die Betriebszahl (Verhältnis der Ausgaben zu den Einnahmen) betrug 1913 72,12 Prozent der Einnahme, in 1925 83,74 Prozent. Die Ge­samtausgaben einschl. des Schuldendien­stes betrugen 1913 2655,5, 1925 4679,7 Millionen. Die außerordentlichen Ausgaben betrugen 1913 294 Millionen, 1925 358 Millionen. Der Neber- schuß betrug 1913 108,2 Millionen und wird für 1925 auf 511 Millionen veranschlagt, wovon für die Reparationsschuld vierhun­dert Millionen und für die Ausgleichs­rücklage 111 Millionen verwendet werden sollen.

Dtotfcf)rei der Gemeinden.

Die Oberbürgermeister tagen.

®r. Simons trifft ein.

München, 6. Mai. (Eigener Drahtbericht ) Der stellvertretende Reichspräsident Dr. Simons mit Staatssekretär Dr. Meißner, den Ministern Dr. Neuhaus und Brauns sind heute früh hier eingetroffen und wurden am Bahnhof von den Behörden empfangen.

ZnMiinchenemachtderdeulscheGeift

Vorspiele zur heutigen Einweihung des Deutschen Museums.

München in Feststimmung / Ein grandiose.- Festzug / Wissenschaft und deutscher Geist / Diener am deutschen Volk / Sin unvergeßliche" Abend.

Gründe untersucht, aus denen heraus die Sie­gerstaaten so langsam in der Wiederherstellung der Stabilität ihrer Währungen vorgehen, so finden wir, daß sie wie dies ia auch natürlich ist sich sozusagen auch in ihrem fiskali­schen Temperament unterscheiden. In England versucht man die Wäh-una ins Gl ich gewicht zu bringen, ohne ans die problematischen Aussichten der deutschen Kriegsentschädigungen zu warten Die kontinentaleuropäischen Mächte die unter der Ueberzeugung stellen, daß Deutsch­land seine Kriegsschulden Hezahlen muß, haben bisher gewartet, wie sich der Beginn der Zah­lungen in ihrem Geldwesen bemerkbar macken würde. Diese Mächte warten noch, denn, ob­wohl das Dawes-Programm die Samm hing der Kriegsschulden zu den vorgesehenen Zeitpunkten feftlegt, hat es die Ueberweisung dieser Entkckädignnassnmmen an die Gläubiger von der Aufrechterhaltung der Stabilität der deutschen Mark abhängig gemacht.

<£r weiß nichts neues.

Minister Loucheur über schwebende Probleme (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 6. Rai.

Der ehemalige Minister Loucheur sprach fici gestern in Brüssel für weitgehende Handelsab- iemmen ans, so z. B. in de- Schwerindustrie wischen Frankreich, Deutschland, England, Bel­gien und Luxemburg. Das Sicherheitsangeboi Deutschlands müsse man gutwillig prüfen Jeder Sicherheitspakt müsse obligatorisch auf dem Hrundsaü des Protokolls von Genf beruhen und werde als erste Bedingung den bedingungslosen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund enthal­ten. Frankreich und Belgien wollten ihre po ütische tmd wirtschaftliche Unabhängigkeit ver stärken und eine Sicherheits-Garantie verlangen

Luther-Gckener-Gven Hedin

Ein Künstlerabend im Löwenbräukeller.

(Privat-Telegramm.)

München, 6. Mai.

Anläßlich der Eröffnung des Deutschen Mn- seums gab die Münchener Künstlergenoffenschast Rarhalla im Löwenbräukeller gestern einen Fest­abend, an dem die Vertreter des Reichs, der Be­hörden l-nd prominente Persönlichlichkeiten teil­nahmen. Der äußerst humorvoll verlaufene Abend erreichte in begeisterter Stimmung seinen Höhepunkt, als Reichskanzler Dr. Luther gegen 11 Uhr abends mit brausenden Hochrufen empfangen und von Oberbürgermeister Schar- n a g I mit einer Ansprache begrüßt erschien. Auch des gleichfalls erschienenen genialen Führers d e s Z. R. 3, Dr. E ck e n e r und des aus Schwe. den herbeigeeilten Sven Hedin wurde gc- dn auf »ne Begrüßungswsrte in launi­ger Weise antwortete. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes fand die Feier ihr Ende.

Deutsch muß man fein.

Ein Geschenk an das beutfdje Volk.

(Eigener Drahtbericht.)

München, 6. Mai.

dem feierlichen Orilttt: .nns»*# b,, llemie zur Erforschung und Pflege des 'Deutsch tums in der Univerfttätsaula nahmen neben hervorragenden Ehrengästen und der bayerischen Regierung auch Kronprinz Rupprecht teil. Der neugewählte Präsident der Akademie, Pros. Pseilschiffler bezeichnete als deren Ausgabe die Verbindung von wissenschaftlicher und prak­tischer Arbeit, die dem gesamten Deutschtum in der Wett gelte, sowie absolut überparteiliche Einstellung der ganzen Tätigkeit.Nur eins verlangen wir," so schloß der Präsident,von

Vaplei- oder Sold?

Wiederlehr der Goldwährung in Europa.

Von

Hartley Withers, London.

Ein kürzlich von der sog. amerikanischen Gold- und Silberkommission herausgebrachter Bericht übereuropäische Wahrungen uuo Finanzen" weist bedeutungsvoll darauf hin, daß die Einführung der Goldwährung in Europa allgemein gewünscht wird". Schweden hat bereits die Goldwährung praktisch durchge­führt, in England wurde sie gestern im Un­ter-'aus angenommen. Die gegenwärtige Ten­denz im internationalen Geldmärkte geht nach einer Stabilisierung der Valuten Dura Wiedereinführung der Goldwährung sowie durch Ausgabe von Silber und sonstigem Metallgeld anstatt des Papiergeldes. Wo Metallgeld eirtge= führt wurde, ist es vom großen Publikum allge­mein lebhaft begrüßt worden. Die Länder, die ihre Währungen in letzter Zeit aus Goldbasis stabilisiert haben, sind u. a.: Oesterreich, Deutsch­land, Polen, Ungarn, Tschechoslowakei, Rußland, Litauen, Lettland, Finnland, Schweden, die Schweiz und Holland. Der bekannte englische Publizist N. Angell hat in einem Buch gezeigt, daß Frankreich nach seiner Niederlage im Jahre 1871 sich wirtschaftlich in erheblich günstigerer Weise entwickelt habe, als das siegreiche Deutsch­land. Die oben gegebene Liste der Staaten, die bereits praktisch zur Goldwährung übergegin« gen sit> scheint diese Auffassung zu bestätigen, denn wir stellen in der Liste der Länder, die ihr Geldwesen nach der Inflation aus gesunde Grundlage gestellt haben, in cmifälliger Weise

JSieblen de,tt Hauptsisaerstaat»n. nHtvkick jyrtrrtiix-atjö, BriW.ns/eJrckkLns und- Englands fest. (Letzteres hat die Goldwährung bereits beschlossen Die Redaktion.) *

Die intereffai; ,'.e Tatsache über die Wieder­herstellung der Währungen der besiegten Mächte ist die, daß sie zum größten Teile durch die v o n außen kommende Finanzhilfe derje­nigen Staaten zuwege tarn*, die ihre Niederlage vorbereitet hatten. Mr. Angell würde daher in ddr Lage fein, ohne weiteres zu zeigen, daß eine der Hauptverpflichtungen einer siegreichen Nation in einem modernen Kriege die ist, den besiegten Feind in seinem Geldwesen wie­der auf gesunde Füße zu stellen. Ter Grund für diefe Verpflichtung mag, wie im Falle der an Oesterreich und Ungarn gewährten Finanzhilfe, in der Hauptsache Mitleid sein, er mag aber auch, wie im Falle der Anleihe an Deutschland auf der Ueberzeugung beruhen, daß eine solche Finanzhilfe die einzige Möglichkeit zur Beitreibung von Kriegsentschädigungen 'st. Welche Ursacke auch immer mitspricht, man kann an der eigenartigen Tatsache nicht vorübergehen, daß auch im Weltkriege erst die Sieger die Be­siegten währungstechnisch wieder auf die Füße gestellt haben. Unter den Siegerftaaten sind die Vereinigten Staaten allein aus der rei­nen Goldbasis geblieben, doch fühlen sie sich im Besitze wahrer Go 1 dk> erge durch oie schwankenden Währungen anderer Staaten stark beunruhigt.