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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Sonntag, 3. Mai 1925.

Einzelnummer 10 Ps^ Sonnys 15 Pf. 15. Jahrgang

Nummer 102. Einzelnummer Pf- 15 Pf.

Großbritannien nähert sich Frankreich.

Mach End, o Herr!

Entgiftung der Atmosphäre. Das Steuerbukctt.

Mit bewundernswertem Gleichmut und mit der nur dem Deutschen eignen schicksalgestähltcn Disziplin hat auch der am 26. April unterlegene Volksteil sich in das unabänderliche Ergebnis geschickt. Freilich hatte sich eine unheilvolle, haß- geschwängerte Atmosphäre um den in zwei Hälf­ten auseinandergespaltenen deutschen Eichbaum gespannt, die sich bis ins Privat-, Geschäfts- und Familienleben hinein fortfraß und in der brei­ten Oessentlichkeit, zumal in der Tagespres- s e, sich in spitzer, verbissener, verwerslicher Partei blinder Niedertracht, in Rankünen und Verun­glimpfungen entlud. Tatsächlich mußte der An­blick der vor wie nach der Kraftprobe von zwei reisigen, unversöhnlichen Heerhaufen belagerten Reichsfeste jedem aufrichtigen Volksfreunde das Herz zerschneiden, zumal die Warnungs- und Friedensrufe der neutralen Presse ungehört ver­hallten und selbst die werbende Idee der Volks­und Schicksalsgemeinschaft an dem Panzer star­rer Partei- und Klapensymbole abprallte.

Diese geballten, beängstigenden Spannungen der deutschen Volksseele hat nun endlich ein erstes großmütiges Schreiben des überstimmien Linkskandidaten und Führers Marx an Hin­denburg und an seine Wähler wie ein Blitzstrahl zerteilt und zugleich die überreizten und über­hitzten Gemüter und Köpfe mit dem kühlen Lust­strom der Beruhigung umfächelt. In echt demokratischer Gesinnung bekennt sich Marx zur Entscheidung des M e h r h e i t s w i l l e n s, und wünscht dem Volke die innere Ruhe und den äußeren Frieden zur Wiedergeburt, sowie die sittliche Reinigung und Erneuerung, ohne die es den ihm angemessenen Rang im Rat der Völker nicht wieder erringen würde. Kein Opfer jei groß genug, um dem schmachtenden Vaterlande den Frieden und die Freiheit wiederzugeben. Diesen männlich-ent­schlossenen Worten reiht sich würdig der Appell des demokratischen Kandidaten des ersten Wahl­gangs Dr. H e l l p a ch an, der mahnt, nun die Waffen ruhen zu lassen und dafür dem neuen Staatsoberhaupte die Ehrerbietung und tiefe Verehrung zu bezeugen, die ihm gebührten. Selbst im preußischen Landtag hat man am Donnerstag nach heftigen Zusammenstößen mildere Töne angeschlagen. Nachdem der volksparteiliche Redner die Mitverantwortung nicht nur der Sozialdemokraten, sondern auch der Deutschnationalen an den Regie­rungsgeschäften gefordert hatte, ließ sich Mini­ster S e v e r i n g, der Vielumkämpfte, sogar zu dem erstaunlichen Geständnis hinreißen, daß es besser wäre, wenn sich das Reichsbanner und sämtliche anderen Kampforganisa­tionen, nachdem sie ihren Zwea erfüllt, dem­nächst a u f l ö st e n, Und auch das führende Zentrumsblatt schreibt in seiner letzten Ausgabe: Der neugewählte Präsident hat sich dahin geäußert, daß es für ihn jetzt keinen Reichsblock mehr gebe, sondern nur noch ein deutsches Volk in seiner Gesamtheit. Also der Ruf zur Sammlung ergeht! Der Präsident kann sicher fein, daß dieser Ruf nicht u n g e - hört verhallen wird. Hindenburg wird, wenn er sich für die Einigung Deutschlands ein» setzt, auf keiner Seite sympathischere Zustim­mung finden, als bei der parteipoliti­schen Mitte. Man versucht also mit allen Mitteln, die innerpolitische Sturmflut abzndäm- men und die Hände für die Abwehr u. Verhand­lungen nach außen frei zu bekommen. Denn Reichskanzler Luther hat kürzlich ungeduldig den Zustand der Ungewißheit und Unklarheit gegeißelt, den Frankreich in allen deutschen Lebensfragen künstlich weiter nährt und somit das Zustandekommen internationaler Sicherun­gen verschleppt.

Und nicht minder sind im Innern wirtschaft­liche und sozialpolitische Aufgaben von schicksals­schwerer Bedeutung zu bewältigen. Finanz- und Justizminister haben sie dieser Tage in großen Zügen umrissen. Mit leichtem Gru­seln mußten wir vernehmen, daß wir unter der Riesenlast der Steuern und Reparatio­nen noch viele Jahre schonungslos dahinkeu- chen werden. Ein Fehlbetrag für 1925 muß mit der Erhöhung derBier - und Tabak st euern ausgeglichen und Der geringe Ueberschutz von 1,5 Milliarden Reichsmark für Ab­deckung von Schulden und für einmalige Aus­gaben zurückgestellt werden, um das Reich wie­der kreditfähig zu machen. Aber das große Weißbluten der Reparationstilgung setzt erst im nächsten Jahre ein. um sich in einjähri­gen Intervallen bis auf 1540 Millionen Reichsmark zu steigern. Wie diese Riesensum­men aus dem Wirtschastskörper herausgepreßt werden sollen, oyne ihn zu erdrosseln, ist ein Rätsel, da» die neuen Steuergesetze lösen

sollen. Die öffentliche Meinung aber darf nicht aufhören, gegen eine Besteuerung ins Unge- messene schärfsten Widerspruch zu erheben, die die Lebenshaltung auch der Gesamt­heit, statt ihr die versprochene Erleichterung zu bringen, nur aufs neue zu verteuern und zu verschlechtern geeignet ist. F. R.

*

Wenn die Reparationen nicht wSren.

Berlin, 2. Mai. (Privat-Telegramm.) Die Besprechungen innerhalb der Fraktionen sind den ganzen Freitag über fortgesetzt worden. Die günstige Lage der Reichsfinanzen hat sich auch im April fortgesetzt. Auch der Monat April schloß wieder mit einem d rei ß i g p r oze n ti- gen Ueberschutz der Einnahmen über Die Ausgaben ab. Darin ist jedoch Die schwerste Be­lastung, die Reparationsabgabe nicht mit aufgeführt. Die Belastung von Bier und Tabak durch neue Steuern hat bis jetzt schärfsten Widerspruch aller Parteien gefunden.

Me Liebe roftet nicht. Chamberlain erneuert den französischen Bund.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 2. Mai.

Bei einem britisch-französischen Bankett führte Außenminister Chamberlain u. a. aus: Wenn unsere Freundschaft fest und unser Einverständ­nis vollständig ist, was haben wir bann von sonst irgendeinem zu fürchten? Ich habe die Hoffnung, auf der englifch-franzüsi- I chen Entente den wahren Weltstieden pn errichten, der es uns gestaltet, die Besorgnisse 3er Gegenwart zu vergessen und unsere Gedanken aus die Zukunft unseres Landes und unserer Raffen zu richten. Der französische Botschafter und e r seien Kollegen und Partner in einer großen Aufgabe von internationaler Be­deutung. Sie hätten sich mit einer Welt zu be­fassen, die noch immer unter Den durch Den Krieg verursachten Nachteilen leide, von Denen Mißtrauen und Eifersucht eine große Rolle spielten. Die Staatsmänner müßten Die Augen der Völker wieder in die Z u k u n f t len­ken. Von einer französisch-englischen Einigkeit in einer weisen Politik und klugem Handeln würde Der künftige Frieden Der Welt abhängen.

DieVymmiden SesFrkedens.

Churchills Weltfriedensprogramm.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 2. Mai.

Bei einer Kundgebung in Der Alberthall führ­te Churchill u. a. aus: Der WeltfrieDeu hängt von der gewiffenhaften Zusammenarbeit der beiden größten heutigen Mächtegruppen ab. In der neuen Welt jenseits des Atlantischen Ozeans hat das Washingtoner Abkommen Eng­land, Amerika und Japan, die drei führen­den Seemächte, dutck ein Band der Freund­schaft verknüpft, das die F r e i h e i t d e r M e e- i e reguliert In Der alten Welt bemüht sich Chamberlain, eine

Vereinigung Der größten Nationen Europas zu gegenseitigem Schutze unD gegenseitiger Si­cherheit zustande zu bringen. Das kann nicht dadurch geschehen, daß wir unsere Alliierten, mit denen wir in dunklen Kriegstagen zusam men standen, beiseite lassen ober dadurch, daß wir alte Freundschaften um neuer Freundschaft ten willen vernachlässigen; unsere Politik wird vielmehr die Form der Konsolidiernng des int Kriege errungenen Sieges durch die um- faffendereu und sichereren Bereinigungen des Friedens ersetzen. Unsere Politik in der Welt ist es, diese beiden Pyramiden aufzubauen und zu erhalten, die eine in der neuen Welt und die andere in der a l t e n, auf die der Frie­den aller Nationen gegründet werden kann.

Völkerbund und Versailles.

Der eine baut auf., der andere zerstört. (Eigener Drahtbericht.)

London, 2. Mai.

Auf einer Versammlung der Finanz- und Handelskreise erklärte Baldwin, der Völkerbund wache nicht nur über den Frieden der Wett, sondern er habe auch äußerst wertvolle Arbeit für die Nationen in seinen Organisationen >ür Mrtfchafts-, Finanz-, Wohlfahrt, und Transit- iragen geleistet Im Norden, Süden und in Mitteleuropa sehe man die wohltuende Hand des Völkerbundes. Mc Kenna erklärte, der Völker bunb habe in der Wieberaufbauarbeit Über­raschende Ergebnisse erzielt Durch ihn sei Die Wettwahrung stabil gehalten worden. Der libe­rale Abg. Abg. Kennworthy erklärte in

einer Rede, alle Versuche der Befreiung Euro­pas hatten durch Hindenburgs Wahl einen ernsten Rückschlag erlitten. Aber der Fehler liege wirklich nur bei den Alli­ierten, und zwar in dem lächerlichen und nn- burchführbaren Versailler Vertrag, in bei Na- delstichpolitik der Franzosen, der Verwendung farbiger Truppen im besetzten Deutschland und in dem englischen Vertragsbruch durch die endlos verzögerte Nichträumung Kölns.

Ein Tag des Grauens.

Was ein Reisender über die Todesfahrt erzählt. (Privat-Telegramm.)

Schneidemühl, 2. Mai.

Ein mitfahrender Oberingenieur gibt folgen­den Bericht über bas Eisenbahnunglück im pol­nischen Korribor (Siehe Beilage.) Vor Star- gard, wo sich eine kurze Böschung von sechs Meter Höhe befinbet, spürte ich plötzlich einen kräftigen Ruck. Der Wagen, in bent ich mich befnnb und der von Personen voll besetzt war, geriet ins Schwanken und stürzte die sechs Me­ter hohe Böschung hinab. Die übrigen Wagen standen wirr durcheinander, in einer Neigung von 45 Grad. In einem zersplitterten Wagen waren verschiedene Personen eingeklemmt, die mittels Stahlsägen aus ihrer Lage befreit wer­den mußten. Im ersten Augenblick des furcht­baren Anpralls waren uns alle die Sinne ge­schwunden. Nachdem ich mein Bewußtsein wie­der erlangt hatte, schritt ich über sechs bis zd)l Tot- hinweg und ginp zur Lokrmtive. Sie- lag mit den Rädern nach oben. Bedauerlicherweise war brciöicrfel Stunden nach dem Unglück noch kein Rettungskommando zur Stelle. Die Un- glücksstelle war in völliges Dunkel gehüllt.

Auss Tiefste erschüttert.

Das Beileid der Behörden zur Zugkatastrophe. (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 2. Mai.

Anläßlich der an anderer Stelle geschilderten grauenhaften Eisenbahnkatastrophe im polnischen Korribor hat ber stellv. Reichspräsident der Reichsbahngesellschaft gebraljtet: Mit dem Ge­fühl tiefen Schmerzes beklage ich bas Unglück und Die Opfer an Menfck)enlebcn. Ich bitte Sie, den Angehörigei. der Opfer und den Verletzten den Aussruck meines herzlichen Beileibs v übermitteln. Dr. Simons. Der preußische Ministerprästbent Braun hat gteichsaits sein tiefstes Beileid ausgesprochen. ReichSkauzle» Luther sandte folgendes Telegramm: Die Nach­richt von dem entsetzlichen Etzenbahnuusatt hu! mich auf das Schmerzlichste bewegt Ich bitte Sie, den Angehörigen ber Verunglückten unb neu Verletzten meine aufrichtige unb tiefgehenbe An­teilnahme an ihrem schweren Leib auszusprechen.

polnische Wirtschaft: Der schadtza fte Damm

Schncidemühl, 2. Mai. (Eigene Drahtmel­dung.) WieDer Gesellige" meldet wird von der Reichsbahn der Gesamtschaden der Star- g.arden Eisenbahnkatastrophe mit zwei bis Drei Millionen Mark beziffert. Die genaue Feststel­lung wird durch das Verhalten der polnischen Behörden erschwert, die die deutschen Beamten nur zögernd an den Unglücksort heranlassen wollen. Die eingehendsten Ermittlungen wegen der schuldigen Baynbeamten wurden aufgenom­men. Der Eisenbahndamm wurde an zwei Stel­len als verwittert festgestellt und an einigen Stellen habe schon lange eine Senkung bestanden

Der i. Mai in aller Weit.

Meist ruhig verlaufen. (Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 2. Mai.

Die Mai-Feier ist in Berlin ziemlich un­bemerkt geblieben. Die Arbeiter hatten am Vormittag große Versammlungen abgehalten, die Forderungen über den Achtstundentag, Böi- kerversöhnuug und Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, Weltfrieden usw. aufstellten. Die Kommunisten haten zu einer Stratzendemonstrn- tion im Lustgarten aufgefordert, sie hatten damit aber keinen großen Erfolg. Rur in Lichtenberg bedrohten etwa hundert Demonstranten die Ar­beiter einer Möbelfabrik, von Denen ein 54jähri- ger Tischler schwer mißhandelt wurde. Auch in anderen Städten wie Frankfurt, Köln usw. find keinerlei Störungen vorgekommen. Im Ruhr- gebiet wurde nur auf wenigen Zechen gefeiert, während in Den übrigen Revieren voll gearbeitet wurde. Die Zahl bet Feiernden belief sich auf 13,92 Proz. gegenüber 27,84 Proz. im Vorjahre.

Seeteufels Abschied.

Felix von Luckuer vor der Weltumfeglting.

Ein vollbefetzter Stabthallensaal empfing den uns hier so lieb gewordenen kernigeit Seebären mit donnernbem Applaus. Und in feiner famosen Vortragsweise begann Graf von Luckner, als sich der nach kurzer Begrüßung nochmals einsetz­ende Begrüßungsjubel gelegt hatte, zu sprechen ubr die Skagerackschlacht, wie er sie sah. Was er gab, war kein militärischer Bericht, war keine bloße Schilderung, keine nüchterne Zahlenangabe es war ein Erlebnis Wie Luckner seine Zu­hörer in feinen Bann zwingt und vollends durch die Schilderung einer solch unerhörten Be­gebenheit läßt sich nicht schildern. Der Saal war eins und atemlos folgte man ihm in die Gi- gatttenwelt der beiden Flotten, die draußen auf der Nordsee in glühendem Stablhaael miteinan­der kämpften die eine, um eine eite Tradition ju wahren, die andere, um eine neue zu begrün­den. Von dem

Geist der Lettischen Flotte erzählte er einleitend, von dem Kampfeswillen, der alle beseelte, von den mannigfaltigen Ver­suchen. den Englänoer aus seinem Rest heraus­zulocken, von den Tricks, die man erfand: Den Periskop-Minen, den Zeit-Minen, die durch Eb­be und Flut in die Häfen hineingetragen wur­den und bann endlich von dem großen Augen­blick, als es mitKlar Schiss zum Gefecht" am Morgen des 31. Mai in nebelverhangene Nordsee hinausging... Und dann schildert er die Schlacht. Wie er sie sah, von seinem schweren Ge>ch.ttzttrrm aus -in grandioses furchtbares Gemälde von brennendem Meer wirbelnden weißglühenden Panzervlatten in ungeheuren Er- plosionen. Von den Panzerkolossen, die mit 8ti bis ItoOOO pferdigen Maschinen gegeneinander fahren um sich zu vernichten. Schwimmende Festungen an denen Menschen jahrelang bau­ten, die ein wohlgezielter Schuß in die Muniti- onskammern in Atome auffliegen läßt in feuri­gem Wirbel... Und

die Nordsee aufgewühlt bis zum Grund; gleichsam, als ziehe das Weltall das Wasser aus ihr heraustürmten sich die gewaltigen Fontainen der Geschoßeinfchläge «u achzig bis inp Meter Hobe, die Schiffe fast verdeckend.. Und in dem unerhörten Lärm der Schlackt jeder einzelneru- big auf seinem Posten: Erst die Sicherheit des schtffes dann das Wohl des einzelnen Und Luckner gedachte der Heldentat des Pumpenmei- sters Müller von S. M. S.SeidliN", ber die muhenden Wasserventile zu den von den Flam­men bedrohten Munitionskammeren, den Tod 'm Angesicht, öffnete, und mit feinem Leben das Schiss rettete. Oder der Heldentat Steinbrinks, '^es Führers der Zerstörerflotille, ber durch drei sperr ketten hindurch gegen die Engländer jis- te, dem das Schiff unter den Füßen wegaeschos- sen wurde und der kaum aus dem Wasser gezo­gen, das nächste Boot weiterführte, auf Dem er noit erfolgreichem Durchbruch den Heldentod

Die Flotte mußte ansgeltesert werden, schloß Luckner, aber der Geist lebt weiter, um cittft mit unbefleckter Flügge eine neue Fl-tte tu erfüllen Rach titrier Pause erartff von Lnck- rter nochmals das Wort, um Ernstes und Hei­teres aus seitier Schiffsjungenzeit vorznvlau- beru Und fet es das heitere oder dos ernst' bie drollioe Geschichte von den 14Pankanken' 3ber die Schilderung aus der Zeit, wo es ihn umdreckigsten" ging cm Strande von Kingston, er wußte es pockenv tu erzählen, und fein Pub- Htitm jubelte ibm Beifall zu. Jetzt will Gras ^uctiter, der beute hu Kasseler Rudervereinweflt, eine Weltreise auf eigenem Schiff ber »Vaterland» antreten und vielleicht auch als neues Anziehungsobiekt einen Flettiter-Rotor mitnebmen um deutschen Geist Draußen in der Wett über den Meeren zu provaaieren und für die Heimat will er einen Film mifbrimen, Her tedem Deutfchen d'- Kolon! Msrage eindring- Itch Nar machen wird, der die Schönheit-n ftem- seinen fall mit dem Endziel: ein ^-^Ewnenvolk muß Kolonien haben' Und er 'wftt. daß auch Kassel sich mit Svenden für die- m 7n'= deren Erträge wiederum deutschen WechUahrtsemrichtunaen -r^ttr kommen, Nch rerrh!t* b»i-,ttaen w-rd VnfprtDer , faü verschloß ihm alle weiteren WorteGlück, nche Fahrt" und ein recht herzlichesAus Die- Cfr'£fa!' schk.

2hif datz Frledr toerö*

Marx ort Hindenburg. Das erlösende Wort.

Berliu, 2. Mai.

Reichskanzler a. D Marx hat von Sigmaringen aus au Hindenburg ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen aufrichtigen Wunsch ausspricht, daß