Kasseler Neueste Nachrichtm
Kasseler Abendzeitung
Sir stmieki Neuesten NaSrichien enthetnen wöchentlich ledjSmai nachmittag» Der «bonnkmei.isvrels beträfli für oen Mona, 2.- Mk- bei freier dufteUunn “• »•HÄ- ui »er MefchatieiteUe abaeboli 1.«i Mk. Durch die Poft monatlich 2.no Mk ausfchlieniich rfufteUuimäwbübr Verlag an.* Redaktion SdiladuhofftraSe 28/30 •eeriiforetber 951 unb «52. Mit unnerlanai einaefandte Beiträge kann hie Sie- «ftion eine Verantwortung oder (»eronbr in keinem t>alle übernebmen. Rü-k- ablnnö des Be,ugsgeideS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger leiernno 'ft onSoefihlot'en ■r'niff<t>.-'1ffonio Aranffur* a. Main Nummer fl.W
Hessische Abendzeitung
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Nnmmer 100 Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. Donnerstag, 30 April 1925. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Lettische Abwehr gegen Acankreichs plane.
Me steht es lm Reich?
Die neue parlamentarische Lage.
Im Reichstag wird gegenwärtig hinter den Kulissen über die durch die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten geschaffene innenpolitische Lage verhandelt. Man kann sest- steüen, daß sich die Weimarer Parteien nunmehr über ihre Niederlage vollkommen b e r u hi g t haben und den Versuch machen werden, mit dem neuen Reichspräsidenten aus völlig neutraler und unpolitischer Basis zusammen zu arbeiten. Aus wichtigen außen- und innenpolitischen Gründen will der Weimarer Block überhaupt den Eindruck vermeiden, als sei durch die Uebersttmmung des Präsidentschaftskandidaten Marx das politische lieber- gewicht aus die Rechtsparteien übergegangen. In deutschnationalen Kreisen spricht man neuerdings die Forderung aus, den Reichsblock aufrecht zu erhalten und ihn als Organisation aller Rechtsparteien für alle wichtigen politischen Fragen mobil zu machen. Dem gegenüber dürfte die Deutsche Volkspartei jedoch aus der Auflösung des Reichsblockes bestehen, da sie kein Jntereffe daran hat, über die bestehenden Abmachungen und Bindungen hinaus eine Organisation aufrecht zu erhalten, die ausschließlich für die Reichspräsidentenwahl gebildet worden war.
Die Linksparteien wollen ihre Opposition gegen das Kabinett Luther verschärfen. Da jedoch das Zentrum voraussichtlich nicht daran denken wird, aus dem Reichskabinett auszutreten, so wäre die Regierung Luther keineswegs in ihrem Bestand gefährdet. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, daß die Zentrumspariei mehr denn je Wert daraus legt, innerhalb der Reichsregierung mit verschärfter Wachsamkeit aufzutreten und namentlich in innenpolitischen Fragen Entscheidungen zu Verbindern, die dem Parteiprogramm zuwider- derlaufen würden. Nach der ersten Beruhigung bringt jetzt auch die Bevölkerung der besetzten Gebiete dem neuen Reichspräsidenten ihre Symp-athien dar. Die Feststellung der Wahlergebnisse hat jedoch gezeigt, daß im besetzten Gebiet eine beträchtliche Mehrhcit jur Marx gestimmt hat. In parlamentarischen Kreisen ist man der Auffassung, daß Hindenburg in seiner Eigenschaft- als Reichspräsident mit allen Parteien gleichmäßig verkehren wird, ohne die eine oder die andere Seite zu brüskieren.
Inzwischen ist auch im preußischen Landtag der Kampf wieder entbrannt, der gestern nach vierund-wanzig Tagen Ost rpanse seine Arbeiten wiederaufnahm, um sich nach der Erklärung des Ministerpräsidenten B r a un sofort wieder zu vertagen; morgen und übermorgen soll die Aussprache der Parteien über die Erklärung vor sich gehen. Daß es habet an Auseinaadersetzuraen heftigster und schroffester Art mit der Regierung und untereinander nicht fehlen wird, darauf läßt schon die Aufnahme der Regierungserklärung schließen, die namentlich in ihrer Polemik gegen den deutsch national- kommunistischen Block", zu tumultarischen Kundgebungen aus der Rechten und auf der äußersten Linken führte, aber auch sonst sehr häufig von Lärm und Gelächter der Oppositionsparteien begleitet war. Mit einem Appell an bie Mehrheit der Opposition, von der lediglich destruktiven Politik jenes Blocks abzulassen und sich zur positiven Mitarbeit mit der Regierung wieder zusammenzufinden, schloß der Ministerpräsident, der sich für die Lösung der nächsten dringenden Aufgaben das von seinem Vorgänger Marx am 18. Febr. entwickelte Programm zueigen machte, und unter dem Apvlaus der drei Regierungsparteien und unter betäubendem Lärm ihrer Gegner seine Erklärung die nicht mehr als gute zehn Minuten in Anspruch genommen hatte, abgab.
Tatsächlich bandelt es sich jetzt auch in Preußen um die Alternative: Vertrauen für Braun oder Auflösung des Landtags, die jetzt abermals in so greifbare Nähe gerückt ist, daß man sogar schon amtlich Vorbereitunaen für die große Auseinandersetzung am 24. Mai oder 14. Juni treffen soll und PW ar bann gleichzeitig mit den Provinziallandtaqs- und Kreiswahlen. Ein Umschwung der Zen- trumsstimmung nach dem Ergebnis der Reichspräsidentenwahl ist jedenfalls eine falsche Rechnung der Rechtsparteien, denn das Zentrumsorgan betont ausdrücklich, daß nicht der geringste Grund Vorlage, von dem bisherigen Kurse abzuweichen. Wir werden, so schreib« das Blatt bei unserer bisherigen Politik bleiben. Wenn das Ministerium Braun bei der Abstimmung keine Mehrheit erhält, bleibt nichts anderes übrig, als den Landtag aufzulösen. Wir fürchten die Auflösung nicht, denn die Landtagsfraktion der Deutfchnationalen fetzt sich nicht aus lauter Hindenburgs zusammen. Das ist auch die Meinung bei den Demokraten, und da es danach ausgeschlossen ist. daß sich
darin bei den drei Regierungsparteien in den nächsten Tagen noch irgend etwas ändert, so bleibt es tatsächlich dabei, daß die Opposition vor die Wahl zwischen Auflösung und Vertrauensvotum gestellt ist. Die Entscheidung fällt am M i t tw o ch der kommenden Woche.
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Auflösung oder nicht?
Berlin, 29. April. (Privattelegramm.) Der Landtagsausschutz war sich gestern darin einig, daß man das K a b i n e 11 Braun mit allen Mitteln stützen soll und daß man zu diesem Zwecke alle verfassungsmäßigen Mittel anwenden solle. Gegebenenfalls könne auch eine Auflösung des Landtags in Frage kommen. Zunächst will man das Ergebnis über die Regierungserklärung abwarten. Die Demokraten werden sich mit einer Bil- ligungserklärung zufrieden geben. In sozialdemokratischen Kreisen ist die Stimmung für Auslöfung vorherrschend. Das Zentrum will erst die Rückkehr von Marx abwarten, ehe es eine Entscheidung trifft. — Auch die Rechtsparteien besprachen gestern Richtlinien für ein gemeinsames Vorgehen in Preußen.
Berlin bleibt le».
Die kommende deutsch-französische Spannung. (Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 29. April.
Im Berliner Auswärtigen Amt erwartet man mit Spannung die Beschlüsse der alliierten Regierungen über die Militär lontroll- frage. Man hatte angekündigt, dizß diese Beschlüsse alsbald nach der deutschen 'Präsidentenwahl gefaßt werden sollen. Die Reichsregierunq ist jedenfalls entschlossen, keinerlei Ansprüche au- Serkennen, die den wiederholt dargelegten deuten Standpunkte widersprechen. Nach deutscher Auffassung haben die Militärkontrollkommissionen in Deutschland ihre Tätigkeit beendet und müssen nunmehr durch Organe des Völkerbundes abgelöst werden. Ferner besteht die Reichsregierung nach wie vor auf der sofortigen Räumung der nördlichen R h c i n l a n d z o n e, die wegen des Militärkontrollberichtes hinausgezögert worden ist. Man hofft, daß die wahrscheinlich eintretende Spannung in Kürze beseitigt fein wird. Die französische Regierung sucht den Anschein zu erwecken, als fei ihr jetzt nichts mehr au einem Sicherheitspakt gelegen. Diese Drohung nimmt man ober in den deutschen Regierungskreisen nicht ernst; denn da die englische Regierung nach wie vor entschlossen ist, den Sicherheitspakt zustandezubrin- g e n, so werden die Franzosen ihrerseits kaum eine ablehnende Haltung einnehmen können.
Roch weit im Selbe.
Fachs Gutachten vor den Botschaftern. (Eigener Drahtbericht.)
Paris, 29. April.
Heute vormittag tritt die Botschafterkonferenz zusammen, um sich mit dem Gutachten des Marschalls Fach über den Kontrollbericht zu beschäftigen. Einer Zeitungsnotiz zufolge werden die Botschafter sich heute wahrscheinlich darauf beschränken, von dem Gutachten Kenntnis zu nehmen und erst nach Verständigung ihrer Regierungen die Redigierung bet Rote an Deutschland über die Entwaffnung vornehmen. Ein Pariser Blatt will wissen, daß dir neue französische Regierung der Veröffentlichung des Berichts der Kontrollkommission I ü n st i g gegenüberstehe und daß sie darauf be- tehen werde. Sie werde zweifelsohne Vorschlägen, daß die Alliierten die Reichsregierung in dringender Form auffordern werden, eine gewisse Anzahl von Forderungen innerhalb von drei bis vier Monaten zu erfüllen. Es verstehe sich von selbst, daß während dieser Frist die Militärkontrolle über die deutsche Entwaffnung beibehalten werde und daß die Kölner Zone während biefer Zeit durch die brittschen Truppen besetzt bleibe.
ES bleibt beim Alten!
Englands Schlußwort zum Wahlergebnis.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 29. April.
Einem Berichterstatter zufolge sei i« dip'o- ~at scheu Kreisen die vertrauensvolle Neberzeugung aufrecht et holten geblieben, daß die Wahl Hindenburgs keinerlei Aenderungen in der auswärtigen Politik Deutschlands herbttsühren werde. Daher bestehe nach britischer Auffassung weder im Hinblick auf das Sicherheitsproblem noch aus die
Entwaffnungssrage irgendein Grund zu einer Aenderung der Haltung seitens der Alliierten. Es fei allerdings zu befürchten, daß biefe britische Auffassung nicht der des f r a n z ö f i s ch e n auswärtigen Amtes entspreche. Der Berichterstatter meldet weiter, voraussichtlich werde der aus Paris mit In struktionen Br iands zurückgekehrte französische Botschafter de Fleuriau mit Chamberlain konferieren.
Gme Stimme der Vernunft. Englands Widerstand gegen die Dauerkontrolle.
(Eigener Drahtbericht.)
Rotterdam, 29. April.
Ein Londoner Blatt erfährt, daß die Beratungen über die deutsche Entwaffnung im englischen Kabinett dahin geführt werden, baß keine unbeschränkte Fortdauer der Kontrolle im Interesse des Friedens Europas liege. In Glasgow betonte Chamberlain, die Versöhnung der Völker müsse durch die Gleichberechtigung aller Festlandsrnüchte erreicht werden.
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Sin Wink Mussolinis.
Zürich, 29. April. (Privattelegramm.) Wie aus Rom gemeldet wird, hat das italienische Kabinett den Botschafter in Paris beauftragt in der Botschafterkonferenz für die Aushebung der wirtschaftlichen Kontrolle tu Deutschland nach Abschluß der noch laufenden Kontrollauf- träfle mit aller Entschiedenheit einzutreten.
Wie sich England saniert.
Churchills Rückkehr zum Goldstandard. (Eigener Drahtbericht.)
London, 29. April.
Wie Schatzkanzler Churchill gestern im Unterhaus beim Budget 25'86 bekannt gab, wird England vom heutigen Tage wieder zum Goldstandard zurückkehren, fodann werden die Zölle für Uhren, Wanduhren, Automobile usw. wieder eingeführt. Dies würde vom 1. Juli geschehen. Ferner wird die Einkommensteuer um sechs Penee pro Pfund herabgesetzt werden und gewisse Vorzugszölle wieder eingeführt. Die schwebende Schuld, so betonte Churchill, betrage nur noch 7646 Millionen Pfund Sterling. Dadurch sei die jährliche Zinsenschuld um siebzig Mlliionen Pfund Sterling gesunken. Churchill erklärte, daß die Regierung die Politik fortsetzen werde, wonach die Staatsschulden unter allen Umständen amorti fiert werden müssen. Die Gesetze, die die Goldausfuhr verbieten, werden am 31. Dezember abgelaufen sein. Die Rückkehr zum Goldstandard sei immer von der Regierung befürwortet worden. Gegenwärtig betrage die Goldreserve der Bank von England 153 Millionen Pfund Sterling, außerdem sei die Bank im Besitze von 186 Millionen Dollar für die Schuldabtragung an Amerika. Die Ausgaben für das Budgetjahr 1925'26 seien um 9 400 000 Pfund weniger als im letzten Jahre veranschlagt worden. Die Einsparungen würden dieses Jahr in den verschiedensten Ministerien gemacht werden. Deutschland werde England an Reparationen 9'4 Millionen Pfund bezahlen. Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer und der Grundbesitzfteuer sei vorges-hen. Er (Churchill) fei >u’erbem Anhänger einer Erhöhung der Einfuhrzölle. Das Unterhaus stimmte allen von der Regierung eingebrachten Anträgen zum Budget zu.
Lind nochmals Amerika.
Keine BeforrmiZ um Deutfchlands Kurs.
(Durch Funkfpruch.)
Newport, 29. April.
Die Haltung der Washingtoner Regierung Hlndenburg gegenüber werde dieselbe fein, wie gegenüber einem neuen Oberhaupt eines unabhängigen Staates. In amtlichen Steifen wird betont, daß die deutsche Wahl eine Angelegenheit sei, an der die Regierung offiziell nicht luterefsiert fei. Es wurde angedeutet, daß ein offizieller Kommentar unpassend und diplomatisch unangebracht wäre. Im Staatsdepartement wurde weiter angedeutet, das Departement wisse von keinen Entwicklungen in Deutschland, die irgendwelche Aenderungen in der bisherigen Haltung des Departements be- zuguch Anleihefragen rechtfertigen würden
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Waltzan Vermittelt
Newport. 29. April. (Durch Funkfpruch.) Der deutsche Botschafter Freiherr v. M a l tz a n hat ceftern bei einem Frühstück im Bankierklub gesprächsweise Ausführungen über die Bedeutung der Wahl Hindenburgs gemacht, die wefenilich zur Befestigung des ersten ungünstigen Eindrucks beitrugen.
Nordiee-Donau.
Wann kommen Weser- u. Werra-Maiu-Kanai? Die Berbiuduua von Nord- und Südbeutick- laud aus de« Wasserwege ist schon lange 6er Trau« weiter Bolkskreisc gewesen. t<s scheint, datz i« »icht allzu lernet Zeit dieser Iran« zur Wahrheit werben wird. 3u Bremen besaßt «an sich eingehender als zuvor mit diesem Probte« und man iit sich bewußt, datz der Weser de« einziger! rein deutsch und von internationalen Fesseln treu aeblicbeuen groben Strome die Aufgabe ;u- sallt, diese Verbindung herbeizuiühre».
Die Aufgabe der Weser ist nicht allein eine verkehrstechnische und wirtschaftliche, sondern vor allem auch eine nationale und deutsche Notwendigkeit. Zwar gilt es auch hier, große technische Schwierigkeiten zu überwinden und alle technischen Hilfsmittel mobil zu machen, aber der Lohn wird der Mühe wert fein. Bei mittlerem Niedrigwasser betragt die nutzbare Fahrwassertiese der Weser bei Münden nur 1,10 Meter, nimmt bis Minden zwar auf 1,50 Meter und bis Bremen auf 1,60 bis 1,70 Meter zu, genügt damit aber nicht im entferntesten den Anforderungen, die heute für den Binnenschiffsverkehr zu stellen sind. .Wenn man auf dem bisher beschrittenen Wege der Niedrigwasserregulierung mit gleichzeitiger Anreicherung des Kleinwassers durch Zuschußwasser aus! neuen Talsperren fortschreiten wollte, so müßte zur Erreichung ständiger guter Fahrwassertiefen ein so gewaltiger S1 auraum geschaffen werden, gatz an die Verwirklichung gar nicht zu denken ist. Man wird vielmehr zu dem. Plan einer durchgehenden
KanaWkLNM des ganzen Wasserlauf-« von Münd'-n bis Bremen zurückkehren müssen, den Bremen schon tm Jahre 1899 für feine Verbindung mit dem Mittellandkanal bis Minden aufwärts zur Ausführung bringen lassen wollte. Zwischen Bremen und Minden sind bereits zwei Staustufen vorhanden, nämlich bei Bremen-Hastedt und Dörverden. Auf dieser Strecke müssen noch fünf, neue Staustufen errichtet werden, um der Schiffahrt durch Aufstauung des Wassers stets ausreichende Wassertiefen zu sichern. Beim Bau dieser Stauanlagen sollen große Flugschleifen abgeschnitten werden, wodurch auch eine Verbesserung bef Wasserkraft erreicht würde. Nach den bisherigen Untersuchungen wird es möglich sein, mindestens 150 Millionen Kilowattstunden au sder Wasserkraft zu erzielen. Von Minden aufwärts bis Münden wird der Wasserlauf der Weser ebenfalls zu kanaliste- ren fein. BisHameln, wo ebenfalls schon ein Wehr besteht, ist es möglich, starke Flußkrum- mungen durch Schleusenkanäle abzuscbnei- den. Hinter Hameln stromaufwärts wird das Wesertal so eng, daß dies außer bei H o l ? m i n- den nicht mehr möglich ist. Hier werden die Schleusen mit den Kraftwerken unmittelbar neben den Wehren im Strome errichtet werden muffen. Die, Kanalisierung der Weser zwischen Munden un» Minden erfordert achtzehn neue Stauanlagen, sodaß die ganze Strecke Miinden- Bremen neben drei vorhandenen
dreiundzwanzig neue Schleusen erfordern würde. Die zwischen Münden und Minden ge- toinnbare Wasserkraft ist für den oberen Ab- !chnttt bis Hameln zu 172 Millionen Kilowatt- tunben unb für ben unteren zu 107 Millionen Kilowattstunden berechnet. Für die Fortsetzung des Wafferweges von Münden nach dem Süden kommt ein Werra-Main-Kanal in Frage. Bis Herrenbreitungen handelt es sich um eine Kanalisierung der Werra, wo vierunddreißig Stauanlagen für den richtigen Wafferstand zu forgen haben. Im Anschluß daran ist ein selbständiger Kanal bis Bamberg geplant. Der Wafferspiegel des Mains würde bei Bamberg zwölf Meter tiefer als der ge- plante Kanal zu liegen kommen, sodaß es möglich tst, den Kanal über ben Strom
aus einer Brücke hinwegzuführen unb an ben Main-Donau-Kanal bei Bamberg anzujchließen, ber bei Kehlheim in bie Donau munbet. Zwischen Münben unb Bamberg fol- len zwei Talsperren errichtet werden, eine tm Tale der Schleuse bei K l o st e r V e ß r a an der «udwestseite des Thüringer Waldes mit achtundvierzig Millionen Kubikmeter und une anbere im Oberlauf ber zum Main fließenden A bei Koburg mit elf Millionen Kubikmeter Soffer. An der neuen Wasserstraße werden Sa ff erlrafte gewonnen werden b>e *27 Millionen Kilowattstunden nutzbare Leistung ergeben können. Von der Verwertung dieser Wafferkraste hangt es in erster Linie ab, ob die bet dreihundert Millionen Mark bei Vorkriegszeiten veranschlagten Baukosten gut getilgt