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Meler Nemste Nachnchim

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

15. Jahrgang

Sonntag. 26. April 1925

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Falscher Alarm wegen der Hindenburgwahl

Das

(rfid >. Vereinigung der Deutschnationalen der ct' Hgnale Klub", in der Roonstraße der Demo-- l w0' ^ie Klub, dessen Präsident der frühere Bot-

datz man auch keinen Zweifel daran gehabt hat,

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Reichsfarben. Selbst kn den reinen Arbeiter­vierteln sieht man neben roten Sowjet- sahnen und schwarz-rot-goldenen Fahnen manche schwarz-weitz-rote Fahne. Die Ruhe der Kommunisten mutet seltsam an, da eine voll­kommene Klarheit in ihren Reihen nicht besteht. In Tegel uiid Lichtenberg ist es in der letzten Nacht mehrfach zu Zusammenstößen ge­kommen. Von heute Mittag 12 Uhr ab befindet sich die Polizei in steter Alarmbereitschaft. Heute früh klebten Aufrufe an den Straßenecken, ge­richtet an das Proletariat, worin die Arbeiter jcktast, entgegen dem behördlichen Verbot zu einer Reihe besonderer Versammlungen am Sonntag einberusen wird. Die Ankündigungen wurden von der Polizei entfernt. Die großen 'luslandszeitungen haben eigene Vertreter nach Berlin zur Präsidentenwahl entsandt.

Ein Berliner Blatt behauptet, daß keines­falls die deutsche Reichsrcgierung absichtlich dem deutschen Volke tue Berichte verschwei­ge, die die Vertreter des Deutschen Reiches im Ausland dem Auswärtigen Amt erstattet hätten und die darin übereinstimmten, daß die Wahl des Fcldmarfchalls v. Hinden­burg einer Katastrophe für das deutsche Volk gleichkäme. Die Zeitungsmeldung ent­spricht keinesfalls den Tatsachen.

Nicht ein einziger Bericht hat sich in diesem Sinne ausgesprochen. Richtig ist, daß in den meisten der vorliegenden Be­richte, nicht in allen, betont worden ist, daß die Aufstellung der Kandidatur Hindenburg in der Ocffentlichkeit des Auslandes Bedenken her- vorgerufcn habe Diese Bedenken haben sich nicht gegen die Persönlichkeit des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg gerichtet. Aus allen Berichten geht vielmehr hervor, daß der Persönlichkeit des Genergsfeldmartchall^

Der Gipfel der Tollheit.

löenn England sich in die deutsche Wahl mischt.

(Durch Funkspruch.)

London, 25. April.

Ein Londoner Blatt schreibt, Hindenburg

flu»eiueiipretfe.<Sin6timnc0eoieidianeaiiwtieii .leite 3u»'>u au» uittije Leichaus- a meinen Zette 20 Ma. rtainiueuametuen Zeile 20 tzfg «keine Ärneigen oae'Sot 4 Pig. -Heflamcn Sie Zeile Pia. Offerigebübr 10 Pfg. ibei Zutenda. der Orierien SO Pig.i MechuunaSbelräae finti innerhalb 5 Ta. tu befahlen. Manaebend fff der Kurs »es Zablunasiaaes. Siir »te Mib'iqkei, aller SurL Sernspretzer autaeaebenen An- teiaen sowie'iir AutnabmeSalen und Plätze kann nich> garantier' werden Für Änteigen mii belond. kchwieriaem Latz UM Pro,.'llufscklaq. Druckerei: Smlachthot- ffrohe WRi' Kelchäsisstelle »Sin Str. 5 teaeniib.der Soohrftr Serntvr 051 n. 05-

Berliner im Klub.

Skizzen aus der großen Gesellschaft.

W» di« Junggesellen zu Hanse sind. Par­teilos vud Parteiklubs. Die Ritter turnt Automobil. Die Stieger und die anderen, «lud der Kaufleute. der Hochfinanz und des Hochadels. Wo die Srane« sich trcssen.

s ch a f 1 s und G e i st e s s ch ä tz e des neuen Volks st aats zu heben und das Steuer des Staatsschisss so einzustellen, daß es keinen Zickzackkurs zwischen den Parteiklippcn nimmt, sondern geradeaus und mit geschwellten Segeln aus die hohe See der Gegenwart und den fernen Usern und Tagen einer besseren Zu­kunft in ruhiger Fahrt entgegensteuert. F.R.

Die beiden Rivalen, von denen einer für sieben Jahre dem neuen Deutschland den Stempel aufdrücken und den Weg in die Zu­kunft weisen soll, aus dessen Wink die gesam­te Wehrmacht zu Wasser und zu Lande ge­gen Rebellen im Lande und Feinde an den Grenzen marschiert, der Reichskanzler und Minister ernennt, Gesetze unterzeichnet und vollzieht, den Reichstag nach eigenem Gutdünken auflöst und das Volk zur Entschei­dung aufruft, haben sich gestern in letzter Stunde kraft der Rundsunkwelle noch einmal für ihre hohen Ideen eingesetzt: Marr wie Hin­denburg für die Zusammenfassung aller natio­nalen Kräfte, für Wiederaufbau und friedliche Wirtsche ftsentwicklung Europas, für Ausgleich der nationalen Gegensätze und Ueberbrü'ckung sozialer Klüfte. Nur daß Marx mehr sich an die Schullern des Auslands lehnt und von dort Erholung und Beistand erwartet, während Hindenburgs Reckengestalt, die fast wie ein My­thus in unsere kleine Zeit hineinragt, mehr an die eigene Kraft und Entschlossenheit zur Ab­tragung der Riekenlasten und zur Wiederauf- richtung der deutschen Freiheit appelliert. Keine neuen Kriegsschrecken will der greise Feldmar­schall für das sieche Volk heraufbeschwören; er hat sie ja 1914 aus Ostpreußens Fluren und drei Jahre im Westen von uns abgewandl. Aber den Willen zur Sparsamkeit, Ehrlichkeit und Gotwertrauen, die Pflichttreue und Hin­gabe an das Ganze, den edlen Wettstreit des Opfermuts möchte er als erprobte Führer un­ter den Deutschen entzünden, um eine glück­lichere Zukunft für sie heraufzuführen. Einer von beiden wird morgen aus dem Chaos geqen- einanderstrebender Kräfte als Sieger und Ret­ter emporsteigen. Seine Sache wird es sein, bte noch schlummernden, ungehobenen Wirt-

Seid aetoarnt!

Auswärtige Amt über Hindenburgalarm.

(Eigener Drahiberickt.l

Berlin, 25. April.

£ic uauetei Aeueuei "J.üd)iid>i«u erubeineu ivochemlich ledwmai naiömiuaao Der «boiuiemeiuepreie betr.iai für oeu tWonai 2.- Mk bei 'teier Zustellung nS vaiis. in »er <'>ef(bäu«iteUe abflebob l.su Mk. Durch ftie Poll monatlich 2.00Mk ausfchlteülich Zuktellunasoebitbr Verla» lind Hlebnftion Schlachiiwistrane 2H/8O retufpretber 05t nn» »52 Sfir itnnerlanat einuefanöte Beiträge fan» ot« Re- arito» eine Verantwornina ober Wewflbr In keinem Salle übernehmen Rück- ablnna des VenwSaelbeS ober «nlvrnche roeaen eirootaer nicht orbnuuqsmükiger 'iei-ntn ft ai'«-efchlaNr t'nftfmerffonir Srankfnr' a. Main Wummer 63>iii

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glerunq lN Washington Gras Bernstorfs ist, nnnmehfch hin/rc Kroll, In den Zelten 21. der rtinv öt't Volt?partetJietujSmtu', »u desit.t Spitze der Reichsaußenminister Dr. Streik-

97. Einzelnummer 10 Pf Sonntags 15 Pf.

mann steht. Das von diesem Klub erst kürz­lich bezogene Haus In den Zelten ist ein in den siebziger Jahren von Otto Wesendonck, dem Mäzen Richard Wagners erbautes Palais, in dem seine Gattin Mathilde Wesendonck, sie Freundin des großen Komponisten und Dichters in der von ihm vertonten sechs Lieder drei Jahrzehnte hindurch bis zu ihrem Tode 1P03 einen großen musikalischen Salon machte. Spä­ter kaufte Max Reinhardt das Haus und etablierte dort seine Theaterschule.

Von den großen Sportklubs, die gleich­zeitig auch gesellschaftlicher Mittelpunkt ihrer Mitglieder sind, ist vor allem der U n i o n k l u b und der Automobilklub von Deutschland zu erwähren. Präsident beider Klubs ist Graf Adolf Arnim, der von seinem Vater, dem be­kannten Politiker Grafen Hermann Arnim- Muskau, die einhundertzehntausend Morgen große gleichnamige Waldherrschaft mit dem prachtvollen vom Fürsten Pückler-Muskau ange­legten Park geerbt hat. Gewandt, klug und im­mer liebenswürdig gehörte Graf Arnim schon vor dem Kriege zu den beliebtesten Erscheinun­gen der Berliner Gesellschaft; er ist der geborene Präsident großer Klubs. Während der Union­klub, der ein eigenes Haus in der Sckadowstraße hat, schon seit vielen Jahrzehnten besteht, hat der Automobilklub von Deutschland erst kürzlich sein sünfundzwauzigjähriges Jubiläum gefeiert. Er hieß bis zum Umsturz Kaiserlicher Automobil­klub und steht auch jetzt noch unter dem Ehren­präsidium des Prinzen Heinrich. Den Flug­sport pflegt der D e u t s ch e Aeroklub, der sein Heim im Flugverbandhaus am Schöneber­ger Ufer hat. Eine Reihe anderer sportlicher Vereinigungen sind nicht ausgesrrochene Klubs, da sie auch Damenmitglieder haben. So der Berliner Lawn-Tennis-Turnierklub <Rot- Weiß-Klnb) genannt, der Berliner Schlittschuh- klub. der Goldklub u. a. m.

Von den in der Hauptsache gesellschaftlichen Zwecken dienenden Klubs ist der älteste He Ressource von 1794, die sich mit demKlub von SH*' zufini-n ein ntu?« H-ft" in d r 2ftkto-ia- sftaße geschaffen hat. Tie Mitglieder beider Klubs gehören vor allem alteingefessenen Ber­liner Kansmannsfamilien an. Die Leiter der Berliner Großbanken und anderer industrieller Werke dagegen finden ihren Mittelpunkt 'm Klub von Berlin. Hier früftüden jeden Mittag die Berliner Großbankdirektoren, besonders seit­dem das berühmte Restaurant von Hupka in der Ebarlottenstraße, wo Diplomaten, Hochfinanz und Hofgesellschaft zu tafeln pflegten, eingegan- gen ist. Die ehemalige Hofgesellschaft trifft sich heute vor allem im sogenannten Adligen oder Großen Kasino, das nm Pariser Platz unterge­bracht ist. Da do« vor dem Kriege fast nur äl­tere Herren der Hofgesellschaft verkehrten, nanu- ton cs die Jüngeren despektierlichSchauten- haus-. Auch dies Gebäude ist voll von histori- scheu Erinnerungen. In der ersten Etage da» Jahrzehnte lang der alte Wränget gewohnr. rin kleinerer Klub, dem ».her Adel aHr aua» Hochfinanz angehören, ist der Sport-Klub, der

Es gibt unzählige Klubs in Berlin, kleine und große, Sport-, Spiel- und Tanzklubs. Hier soll nur von den wenigen großen Klubs im eng­lischen Sinne gesprochen werden, die bald Mit­telpunkt gesellschaftlicher Beziehungen, bald Sammelplatz der Politiker oder Sportsleute, bald beides zugleich sind, vor allem aber den- jenigkn ihrer Mitglieder, die Junggesellen sind, die Häuslichkeit ersetzen. Unter den großen Berliner Herrenklubs können wir drei Ancn unterscheiden. Die politischen, sportli­chen und die mehr gesellschaftlichen Klubs. Ein alle Parteien und Berufe umsas- sewder, gewissermaßen überparteilicher politischer Klub ist die 1914 gerünbete Deutsche Gesellschaft, die vorläufig noch das schöne, mit Mosaiksriesen geschmückte ehemalige Pringsheimschc Haus Wilhelmstr. 67 gegenüber dem Palais des Reichspräsidenten bewohnt. Hier können sich die Mitglieder nicht nur geistig, sondern auch l e ib l i ch stärken. Denn jeden Montag Abend findet ein interessanter Vortrag, alle vier Wochen ein Konzert statt. Ganz in der Nähe, und zwar unmittelbar um den Reichstag herum, liegen auch die drei politischen Klubs von ausgesprochener PUtki Achtung. Gleich gegenüber dem Reichs­

AuföemS eökpunkt.

Die Rcichshauptstadt in fieberhafter Erregung (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 25. April

Gestern gab es in Grotzberliu dreiunddreißig Wahlversammlungen, für heute find zwanzig angekündigt. Die Straßen der Reichshauptstadt sind ungewöhnlich reich beflaggt, «lan sieht Fahne an Fahne in den alten und neuen

Es geht ums Ganze.

Zum Schickfalstag des deutschen Volkes.

Die schwere Artillerie des Wahlgroßkampfes !;at sich ausgetobt. Der Gencralsturm der Wäh- ermaffen um die Wahlurne kann beginnen. Seit den Jahrhunderten, da in Worms, Aachen oder Mainz die deutschen Kurfürsten Reichs­apfel, Krone und Szepter an den würdigsten aus ihren Reihen verschenkten, hat kein Tag das Volk so in seinen Tiefen ausgewühlt wie der 26. April. Denn der 29. März war nur Auftakt und Vorspiel, eine Generalprobe, die unge­zählte Tausende mit lächelndem Gleichmut von ferne mit ansehen zu können glaubten. Was morgen jedoch auf dem Spiele steht, haben die Zeitungeri, Flugblätter und tausend andere Wahltromw-ln seit vier Wochen auch den ein­fältigsten und stumpfsten Hirnen eingehämmert. Und während km Gegensatz zu dem geschäftigen Volksblockkandidaten Marr, der in einem Dut­zend und mehr Städten fein Programm der Duldung und Verständigung nach innen und außen entrollte, der greife Volksheld Hinden­burg seinen Fuß nicht über Hannover hinaus­setzte und nur in wenigen schicksalsschweren Worten sich an seine Wähler wandte, waren die Sturmtrupps in beiden Lagern bemüht, mit schwersten Mixen und Gegenminen Schrecken und Ve> wirrui g in die Reihen der Gegner zu tragen.

Darum ist es hohe Zeit, daß de' Wahl­orkan mit a^en dramatischen Spannungen und Zwischenfällen zu Ende geht, daß das entwür­digende Schauspiel jäh auslodernder Volksver­feindung unverzüglich zum Abschluß kommt, daß wieder Ordnung, Eintracht, Stetigkeit ip das von wildem Parteifanatismus widerhallen­de, verwaiste N icsishaus einziehen. Drum werden morgen zuur lebten Male die Wahlsire­nen schrillen und der Junge mit dem Greis, der Gebrechliche mit dem Kraftkoloß, hoch und niedrig, arm und reich, Millionen hoffnungs­seliger Frauen und der letzte von sechsunddrei- ßig Millionen Wählern muß morgen fein Ge­wicht in die Schicksalswage der Zeit werfen, um vor seinem eigenen Gewissen und vor dem der Weltgeschichte die Verantwortung mitzu­tragen, wem morgen die Schlüssel des Reichs­bewahrers ausgeliefert und das Reichssteuer anvertraut werden soll. Denn nie hat seit Jahr­tausenden < 'n Volk in brünstigerer und in tie­ferer Sehnsucht des Führers und Schirmherrn geharrt, der es nach den sieben Schmerzensjah­ren der körperlichen und seelischen Nöte, der Enttäuschungen und Demütigungen und hoff­nungsloser Finsternis wieder zur Achtung vor sich selbst und der Welt, zu Selbstbesinnung und Selbstbewußtsein, zur Ueberwindung von Klas­sen- und Parteiwirrsalen, zum Glauben an Deutschlands Wiederaufstieg und künftiger Weltgeltung, zur Sicherung seiner unveräußer­lichen Reckt' zurück- und dem Tag der deutschen Freiheit entgeget führt, dessen Morgenleuchten schon Mnt; 3e~* Bergen aufbämmert.

mache den Eindruck eines ehrlichen Mannes, und seiner Erklärung, daß er der Verfassung treu bleiben werde, dürfe nicht mißtraut werden, weil er offen eingeräumt habe, daß er unter glück­licheren umständen das Regime, dem er loyal gedient habe, vorziehen würde. Aber selbst penn Hindenburg nicht ehrlich wäre, bestehe we­nig Wahrscheinlichkeit. daß er als Präsident ge­fährlicher werden würde, als wenn er freier Mann bliebe. Wenn andererseits irgendwelck

Kommunisten für Thälmann

Eine Berliner Kundgebung. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 25. April.

Im Berliner Sportpalast fand gestern abend eine von den Kommunisten einberufene Wahl­versammlung statt, in der Präsidentschaftskan­didat Thaelmann und Ruth Fischer über dieNotwendigkeit der internationalen Aeltrevolution" sprachen. Einer Pressenotiz zufolge sind in Hamborn fünf Stadtverordnete und ein eBigeordneter aus der kommunistischen Partei zur Sozialdemokratie übergetreten.

Der Terror in Varis.

Alarm nach den blutigen Zusammenstößen.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 25. April.

In der Kammer wurde gestern über den be­reits berichteten blutigen Kommunistenzwischen­fall diskutiert. Abg. Vbarnegaray erklärte, die Kommunisten wollten wie in Rußland auch in Frankreich den Terror einführen. Rach dem Freispruch Sadouls habe Abgeord­neter Vaillant-Couturier die dreihundert- taufenb kommunistischen Kämpfer ausgefordert, sich bereit zu halten, um mit der Waffe in der Hand die Truppen des Ge­nerals Castelnau niederzukämpfen. Der soziali­stische Abg. Compere-Morel mißbilligt die Zwi­schenfälle. Der kommunistische Abg. Marcel C a- chin erklärte, man könne sich noch keine ri*tige Meinung über die vorgestrigen Vorfälle bilden. Tie Unterfuchung fei kaum eröffnet wor­den. Darauf . betonte Innenminister Schrame«, daß die Regierung alle Maßnah­men ergreifen werde, um die freie Aus­übung aller Berfassungsrechte der Staatsbürger ficherzn«ellen. Tie Regierung stelle sich über die Parteien, jedoch er­warte sie, daß das Parlament die aufreüenbe Campagne mißbillige. Auch Ministerpräsident Painlevs ergriff das Wort, um seiner Miß­billigung über das Geschehene Ausdruck zu ge­ben. Eine Tagesordnung svricht der Re­gierung das Vertrauen aus. daß sie die freie Ausübung aller staatsbürgerlichen Rechte sicherstellen und alles tun werde, um Gewalt­taten zu unterdrücken.

da tzder Feldmarschall persönlich die Verfas­sung achten und nicht die Hand zu irgend­welchen Experimenten in bezug auf die Außen­politik ober eine gewaltsame Aende - rung der deutschen Reichsverfaflung bieten würde. Die Erklärung des Generalfeldmar­schalls v. Hindenburg über seine Stellung zu der Verfaffungssrage und zu den aktuellen außenpolitischen Fragen haben die entstandenen Bedenken nach den vorliegenden Berichten zer­streut, sodaß in den meisten Hauptstädten eine Beruhigung der außenpolitischen öffentlichen Meinung

eingetreten ist. Um so bedauerlicher ist e8, daß diese eingetretene Beruhigung durch deutsche Pressestimmen gestört wird, die zum Beispiel sortgese.tzt von Telegrammen über Kreditzurückziehungen sprechen, die niemals im Auswärtigen Amt eingegangen sind, oder die von einer Katastrophe Deutsch­lands sprechen, wo diese Ausdrücke selbst im Ausland nicht gebraucht worden find. Auch die Knudgebungcn des BolköblockS zur großdeutschen Frage haben nach den im Auswärtigen Amt vorliegenden Amt vorliegenden Berichten ebenfalls zu Be­denken Anlaß gegeben. Aufgabe der deutschen Lefsentlichkeit sollte eS fein, die Beunruhigung, die etwa durch den Ausgang der Reichspräsi­dentenwahl im Ausland entstehen könnte, a b - zudämmen und zu beruhigen, statt sie durch Aufgeregtheit in Deutschland zu vergrößern.

Gke müssen sich entscheiden

BriandChamberlain treffen sich im Mai. (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 25. April.

Wie ein Pariser Blatt berichtet, wird der gcstern in Paris eingetroffene französische Bot­schafter in London de Fleuriol mit Außen­minister Briand über die schwebendne politi­schen Fragen eingehend verhandeln, da sowohl in London wie in Paris die in der letzten Zeit un­terbrochenen Verhandlungen über die Entwaffnung, über die Räumung der KölnerZone und über den S i ch e r h e i t s - Pakt wieder aüfgenommen werden sollen. Wahrscheinlich würde Briand und Chamberlain im M a i eine Begegnung haben. Ob diese Zu­sammenkunft in London oder in P a r i S statt- finden werde, könne man nicht sagen; aber es sei wahrscheinlich, daß London gewählt werde.

Gefahr seitens derjenigen Grupper bestehe^-'

Hindenburg unterstützten, dann werde st«^ t.ff fremde Einmischung in ittnerbeuifd)e v^Toor« , . gr,Hielten ungeheuer vermehrt werden^,hx^et

größte Achtung entgegengebracht wird «ni-swürde der' Givfel der Tollheit fein, roepn ^ri)- - " " * ' ' land fickt an irgendwelchem Versuch, die Ent­

scheidung der deutschen Wähler ungültig zu machen oder zu beeinflussen beteilige.