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Numn er 94. Einzelnummer 10 Ps Sonntags 15 Pf.

Donnerstag. 23. April 1925.

Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang

Frankreichs neuer Kurs vor der Kammer.

Wer ist LatNaux?

Vergaugenhrft und Zulunsi ves Vielgehaßsin.

Die ganze Empörung der französischen Rechts­parteien hat sich gestern nach der Regierungs- ertlürung in der Kammer gegen Painleoüs neuen Finanzmtnister entladen. Als der bekannte französische Politiker Caillaux infolge des neuen Amnestiegesetzes gänzlich begnadigt und von seinen Anhängern in Paris bei mehreren Banketts besonders gefeiert wurde, wußte jeder, daß dieser hervorragende und erfolgreiche Staatsmann über kurz oder lang wieder zu einer einflußreichen Stellung gelangen würde. Za, man rechnete sogar allgemein damit, daß er einst der Nachsolger Herr io ts werden würde. Schneller als man erwarten konnte, ist Caillaur, ohne vorher zum Deputierten gewählt worden zu sein, in das politische Leben zuruckgckehrt, wenn auch vorläufig nicht als Mi­nisterpräsident. Aber er hofft als Finanzmini- ster durch alle Teile befriedigende Maßnahmen, das etwas stark zerrüttete französische Staats- geschäst wieder ins Gleichgewicht bringen und dem schon katastrophal gewordenen Sturz des Francs Einhalt gebieten zu können. Selbst feine zahlreichen politischen Feinde muffen zu­geben, siutz Caillaux für diesen schweren Posten besonders geeignet, ja, vielleicht sogar wegen seiner gründlichen Kenntnisse und vielseitigen Erfahrungen aus finanztechnischem Gebiete der e i n z i g e M a n n i n F r a n k r e i ch ist, der die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten meistern kann. Auf der anderen Seiten aber haben seine Gegner alles in Bewegung gesetzt, um seine Er­nennung zum Minister zu verhindern. Da ihnen dies nicht gelungen ist, gehen sie jetzt mit allen Mitteln in der Kammer gegen ibn an.

Ter heute 62 Jahre alte Joseph Caillaux hatte durch ein hervorragendes Werk über die Steuern in Fraulich die Aufmerksamkeit des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau au> den erst 36-jährigen gedenkt, der bald da^uf Fi- nanzmintster wurde. Diese Stelle beklei­dete er auch in dem Kabinett Clemenceaus Vcm Oktober 19^6 bis Juli 1809 und wurde im Jahre 1911 selbst Ministerpräsident. Als jo'cher führte er die Verhandlungen mit Deutschland wegen der Marokko-Kongofrage. Frank­reich erh.11 die volle Verfügung über Marokko, mußte jedoch einen Teil seines Kongegebiets an Deutschland abtreten Da man in Frankreich mit dieser Lösung nicht zufrieden war, mußt- Cail­laur im Januar 1912 zurücktreten. Caillaux mußte sich sogar vor dem Ausschuß verantwor­ten Während des nun folgenden Kabinetts Bartbvu bekämpfte Caillaur die Teikungsvorlage für die im Sommer 1913 durchgesührte dreijäh­rige Dienstzeit und wurde nach dem Sturze Bartl aus wieder Finanrminifter im Ministerium Dcumergue. Jevcch bereits im Frübschr mußte er zurücktretea, da seine Gat­tin das bekannte Revolverattentat auf den lieber des .Figaro", Gaston Calmette ver­übt hatte. Frau Caillaur wurde .war f r e i ge­sprochen, i6j Mann hielt es jedoch für ge­raten. sich für längere Zeit dem politischen Leben fern zuh rlten.

Es kam dazu, daß er von seinen Feinden mehrfach verdächtigt wurde, eine gütliche Einigung mit Deutschland herbeisühren zu wollen. Vor allem wurde er dieserhalb von Clemente»» angeseindet, der ihn auch im Dezember 1917 wegen angeblichenEinverständ­nisses mit dem Feinde" verhaften 'ieß. lieber 2% Jahr dauerte Caillaux U n t er­such u n g s h a f t, bis er sich im April 1920 ro e- gen Hochverrats vor dem Senate zu ver­antworten hatte. Diese Anklage konnte zwar nicht ausrecht erhalten werden, doch wurde Cail- laui wegen leichtfertig mit Untertanen feind­licher Länder gepflogenen Verkehrs mit drei Jahren Gefängnis und Verlust der bür­gerlichen Ehrenrechte aus zehn Jahre bestraft. Die Gefängnisstrafe wurde als durch die Unter­suchungshaft verbüßt erachtet, doch wurde Caillaur aus fünf Jahre verbannt, d. h. er durfte nur einen beschränkten Teil Frank reichs besuchen und die Stadt Mamers wurde ihm als Wohnort angewiesen. Wenn nid) Cail­laur so äußerlich dem politischen Leben ent­zogen war. so war er doch nicht untätig Seine RechtsertiguttgsschriftMeine Gefangenschaft", die im Sommer 1921 erschien, ist -in großes Propagandawerk, das einen gewaltigen Erfolg hatte umsomegr. als ei bebauvtet. daß es so wohl im Jahre 1915 wie in den beiden folgen den Jahren Frankreich möglich gewesen wäre einen besonders günstigen Frieden zu schließen, lleberbaupt tritt Caillaur bei seiner ganien eifrigen Propagandatätigkeit, die er in den ihm zugänglichen Orten Frankreichs eröffnete, für'*< Verständigung mit Deutsckla n d ein, fib verspricht sscki für Frankreich größere Erfolae, wenn Deutschtand. wenigstens in wirtschaftlicher Beziehung, auf

gutem Fuße steht. Bei dieser Sachlage ist eS nur zu verständlich, daß seine politischen Geg­ner nach seiner Amnestie den Eintritt eines Mannes mit einer solchen Vergangenheit in das Ministerium mit aller Gewalt zu hintertreiben suchten. Sie fürchten, die Rache Caillaux für die ihm zugefügte Schmach und Wiffen ganz ge­nau, daß der streng restlich denkende Mann in dieser Hinsicht keine Schonung kennt. Heute wird über diese Frage in der Kammer gespr ch n werden und zwar ist der frühere Kriegsminister M a g i n o t beauftragt, die Interpellation seiner Parteifreunde zu begründen. Es ist nicht aus­geschlossen, daß es schon bei dieser Gelegenheit zu einem großen Skandal kommen wird, doch verjagt Caillaux nicht nur über einen gro­ßen und gewichtigen Anhang, sondern in w-ir»» Kreisen Frankreichs sieht ?jon in ihm den Ret­ter aus der Finanzn ot und den kommen­den Mann, vor allem hofft man, daß es seiner Erfahrung gelingen wird, auch die Fragen der itnralliierten Schulden zu regeln. M

Gin vielgehaßler Mann.

Caillaux wird verdammt. Durch Briaud gedeckt. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 22. April.

In der Kammerdebatte über die Regierung -- erklärung brachte der zwefte Interpellant Bert­ram die tiefe Erregung des Landes über Ca illauxs Ernennung zum Ausdruck. Sei etwa Caillaux der Mann, der das Vertrauen wiederyerstellen könne? Zu Caillaux gewendet: Sie hätten die Revision Ihres Prozesses bean­tragen sollen. Statt dessen zogen Sie es vor, durch die Hintertür der Amnestie hier­her zurückzukehren. Sie waren zur Zeit des Krieges der Front ferngeblieben. Sie haben an dem Sieg Frankreichs gezweifelt auf die Gefahr hin, Frankreich ins Verderben zu stürzen. Ihre Anwesenheit am Regierungstisch ist eine Herausforderung der Toten und Lebenden. Bei den Angriffen des Abg. Roy gegen Caillaux kam es zu minutenlangen T u - multfzenen. Der Abg. Blaisot griff Painlevs selbst an und erinnerte ferner daran, daß Briand und Caillaux sich nicht immer verstanden hätten. Außenminister Briand er­klärte, daß er bei feiner Untersuchung über die staatsgefährliche Propaganda Caillauxs 1916 in Italien keine Anhaltspunkte für die Schuld Caillaux habe finden können. An­dernfalls hätte er (Briand) feine Pflicht getan. Finanzminister Caillaux erwiderte daraus: Die Regierung habe keineswegs die Absicht, die Vorschüsse der Bank von Frankreich an den Staat zu erhöhen. Das B u d g e t für 1925, das möglichst ins Gleichgewicht gebracht werden solle, werde baldigst verabschiedet und das Budget für 1926 im Juni der Kammer vorgeleift werden. In dieses Budget werden alle Ausga­ben und die entsnrechenden Steuern ausgenom­men wrden. Alsdann werde die große Sa­nierungsoperation einsetzen, die eine Währungsoperation fein werde.

Wenn Frankreich leben soll.

Selb und Sicherheit in Painleves Programm. (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 22. April.

Gestern mittag hat Painlevs in der Kammer und Steeg im Senat die Regierungserklärung verlesen. In Bezug aus d'e Außenpolitik wolle Frankreich den Frieden und die Sicherheit, und es wolle, daß die internationalen Verträge reipektiert werden. Im Inneren suche Frankreich das wirtschaftliche Gleichge­wicht herziistcllen sowie eine vollkommene Steu­ergleichheit. In den nächsten internationalen Verhandlungen werde die neue Regierung die Entwicklung und die weiteren Ausführungen des Dawesplanes betreiben, ebenso die Re­gelung der interalliierten Schulden zu einem Abschluß sichren. Vor allem aber such: sie die Friedensgarantien und die Si­cherheit der Völker noch weiter auszubauen. Frankreich bleibe dem Genfer Protokoll treu. Keinen der drei Hauptpunkte dieses Pro­tokolls, d. h. weder den Gedanken der Sicherheit, noch den des Schiedsgerichts, noch den der Ent­waffnung der Völker, werde die neue Regierung mfgeben. Einer glücklichen Lösung der äußeren Probleme würde später eine Reorganisie­rung des Militärwesens folgen. Für heute fei für Frankreich das größte und drin­gendste innere und selbst auch äußere Problem: die Staatsfinanzen. Es soll ein ausge­glichenes Budget vorgelegt werden, in dem die Ausgaben nur durch Steuern und nicht durch Anleihen gedeckt seien. Zu diesen Bnfire»gungen müsse man jedoch von dem Lande die größten Opfer fordern. Die Batika«frage sei ein

für allemal Erledigt. Die Verfassung fit El -! faß - Lothringen werde nur mit dem Wit- lcn der Bevölkerung geändert werden.

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Widerspruch und Heiterkeit im Senat.

Paris, 22. April. (Eigener Drahtbericht.) ,m Senat zeigte sich wie in der Kammer ein i »geheurer Zudrang zu den Tribünen. Die Verlesung der Regierungserklärung löste bei den Stellen, die sich mit den steuerlichen Maßnahmen beschäftigen, bei der Mehrheit Heiterkeit aus. Als Justizminister Steeg seine Rede beendet hatte, wurde von der Linken gerufen:Und die Wahlreform?" Senator Gauthier de Villeine hat eine Interpellation über die Regierungserklä­rung in der Kammer eingebracht.

Das Vertrauen des Landes

Was man von Prinlevs erwartet.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 22. April.

Die gestrige Kammersitzung dauerte bis 1,10 Uhr nachts. Mit 304 gegen 218 Stimmen wurde eine Tagesordnung Leon Blums ange­nommen, in welcher der Regierung das Ver­trauen der Kammer ausgesprochen wird. Es heißt darin: Die Kammer vertraut, daß die Re­gierung ihre Pflicht des internationalen , Frie­dens. des sozialen Fortschritts der Gesetzgebung und der Steuergerechtigkeit fortsetzen wird. Die Kammer beschloß darauf, noch heute Nachmittag den Kammerpräsidenten zu wählen.

Hmdmvmg in Bayern.

Drei Kundgebungen. Enffchlutz der Volkspartei. (Eigener Drahtbericht.)

München, 22. April.

Der Wahlkampf brachte am gestrigen Diens­tag drei Kundgebungen des Abg. Schlange- Schöniugen, des Profe'ors Dr. Spahn sowie des pfälzischen Abg. Burger, die für die Kandidatur Hindenburg sprachen. Admiral v. Tirpitz betonte n. a., das Ziel Der politischen Arbeit müsse heute die Erhaltung der Reichseinheit im Sinne Bismarcks sein. Der Redner betonte, daß Hindenburg kein Parteikan- didat sei, sondern dem deutschen Bolkk gehören müsse. Die bäuerische BolkSpartei wird in einer Kundgebung für Hindenburg eintreten.

Würger Lod in Bulgarien.

Die letzten blutigen Kämpfe.

(Privat-Tekegramm.)

Wien, 22. April.

Aus Sofia wird gemeldet: Die Führer der bulgarischen Kommunisten sind erschossen. Die kommunistische Bewegung ist in den meisten Kreisen niedergeschlagen. Bei Klillnra versuchte eine bewaffnete Bande von Emigranten die bul­garische Grenze zu Überschreiten. Sie wurde sedoch mit Maschinengewehren und Artillerie­feuer zerstreut. In der Nähe von Sofia wurden über hundert Sauern bei einem Kampf er- schossen. Das Haupt der kommunistischen Ver­schwöre I a n k o w wurde im Feuergefecht mit einem Polizisten, der ihn verhaften wollte, er­schossen. Bei dem Kampf geriet ein Haus in Brand. Sämtliche Einwohnen die einer Bombe zum Opfer gefallen waren, fand man als Leichen.

DieBulgarenhöhleinBerlin

Drahtzieher des Attentats und Aufstandes. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 22. April.

Hier wurde ein Bulgarenklub aufgehoben, der an den Vorbereitungen des Attentats in Bulgarien unmittelbar mitgearfceitet haben soll. Die aufgefundenen Korrespondenzen lassen dar­über keinen Zweifel. Auch steht fest, daß ein reger Briesverkehr mit den bolschewisti­schen Führern der russischen Botschaft in Berlin beftanden bat. 41 bitlanrifdie Kem-nnnisten wurden verhaftet und in Moabit festgesetzt.

6in gefeierter Gast.

Warschau liegt Bene sch zu Füßen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Warschau, 22. April.

Gestern vormittag hatte Dr. Benesch mit Außenminister Skrznnski eine längere Kon­serenz. Um 1 Uhr wurde Dr. Benesch vom Präsidenten der Republik empfangen, der ihn zum Frühstück eingeladen hatte. BbendS gab Ministerpräsident Grabsti ein Essen, an das sich ein großer Empfang in den Räumen des MinisterratspräfidiumS anschiotz Der feierliche Akt der Unterzeichnung der Abkommen wird voraussichtlich heute erfolgen.

Vom Volke gewählt.

Heerführer als Staatspräsidenten.

Amerikas Natioaalberos Washington. Na­poleons Nachsolger Mae Matron. Südame­rikas Freiheitsheld. In den Länder« der Nevolntioae« «nd Bürgerkriege. W«-vei-s» und Admiral Hörig».

In der Geschichte der modernen Völker kommt es durchaus nicht selten vor, daß Generale Prä-- sidenten republikanischer Staaten wurden. Schon die Geschichte des Altertums, namentlich des Römischen Reiches, kennt zahlreiche Heerführer, oie eine Art Präsidentenstellung einnahmen. Von Napoleon I. abgesehen, der mehr die Stellung eines Diktators einnahm, und mit Gewalt gegen das damalige Direktorium vorging, kennt die Geschichte eine große Anzahl von Generalen, die zu Präsidenten gewählt wurden. Wohl der be­rühmteste General, der in geradezu vorbildlicher Weise spater das Amt des Präsidenten verwaltet hat, ist George Washington. Er wurde ein­stimmig zum Präsidenten gewählt. Auch f.äter, als nach vier Jahren seine Amtsperiode abge- laufen war, wurde er zum zweiten Male als einzigster Präsidentschaftskandidat aufgestellt und führte sein Amt bis zum Jahre 1797. In­mitten des heftigsten Parteikamoses, der oie U. S. A. erschütterte, hat er die Staatsschulden, die Landesverteidigung, die innere Verwaltung geordnet. Auch als mit den französischen Frei­heitskriegen die außenpolitischen Verhältnisse Amerikas sich immer schwieriger gestalteten, hat er es verstanden, Amerikas Stellung durch Nicht- beteiligung an den europäischen Verhältnissen zu stärken. Inmitten von Partei, Zank, Hader bat er in geradezu Vorbild! ich er Unbestech­lichkeit immer nur das Interesse des Landes bei all seinen Handlungen vor Augen gehabt und damit den Grundstein für den riesigen Äuf- schwuna Amerikas gelegt «>»k eine d-sittp Dr'- flieutietjaf16rd:c"e12amr verzichtet«' er,.h als * Jahre 1798 der Krieg mit Frankreich drohte, be­wog ihn Präsident Adams noch einmal, die Stelle des Oberfeld Herrn anzunchmen, worauf dann Frankreich einlenkte.

Ein zweiter berühmter Generalpräsident war Mac M a h o n. Nach dem unglücklichen Aus­gang des Krieges 1870-71, wo er bekanntlich bei Sedan gefangen genommen wurde, wurde ihm nach Abschluß des Waffenstillstandes der Ober­befehl der Armee übertragen, um die Kommune in Paris niederzuwerfen. Auch nach Ueberwin- dung dieses Aufstandes behielt er den Oberbe­fehl und wurde nach Thiers Sturz zum Prä­sidenten der Republik erwählt. Er stand auf Seiten der monarchistisch-reaktionären Par­teien, doch gelang es ihm nicht, hauptsächlich we­gen des Widerstandes des Grafen Chambord, das Königstnm in Frankreich wieder herzustel- len. Zwar wurde er im Jahre 1873 auf sieben Jahre zum Präsidenten gewählt, doch hat er dieses Amt nur bis zum Jahre 1879 geführt, va er fühlte, daß die Stimme des Landes für ein gemäßigtes liberales Ministerium war. Bekannt ist, daß namentlich in den südamerikanjscken Re­publiken meistenteils Generäle die Präsident- schaftswürde innegehabt haben. So beispiels­weise Simon EB o t i b a r, der Befreier Südame­rikas, der, das Beispiel Washingtons nach­ahmend, auch sein Vaterland zu befreien suchte. Nach vielen Kämpfen mit den Spaniern wurde Bolivar, der die Seele der Ausstandsbeweanng gegen Spanien war, und die aufständischen Truppen führte, am 15. Februar zum Präsiden­ten der Republik Columbien gewählt. Auch in der Folgezeit hatte er noch viele Kämpfe zu be­stehen, die allmählich zu der B e f re i u ng Süd­amerikas führten. Nach seinem Sieg bei Innin und dem Erfolg des Generals Sucre bei Ayacucho, wurde die Befreiung Ober- und Nie- dorperus durchgeführt, das ihn ebenfalls mit daktatorischer Gewalt bekleidete und unter dem Namen Bolivia ienen eigenen Staat bildete. Fast von allen Einzelstaaten zum Präsidenten gewählt, hat er es nicht verstanden, seine Stel­lung zu behaupten; er griff überall zu dikta- l o r i s ch e n M a ß n a h m e n, die es wahr­scheinlich machten, daß er tatsächlich nach einer monarchistischen Stellung strebte. Der Gegen- a u f st a n d, der von Paez geführt wurde, brachte vollen Erfolg, Bolivar verzichtete im Jahre 1830 auf die Präsidentschaftswürde. Ruck in Mexiko haben fast ausschließlich Generäle die Prasidentschaftswürde inne gehabt, doch mei­stenteils auf diktatorischer Grundlage, viele von ihnen sind ermordet worden. Einer der bekann­testen ist der General Dia z, dessen Ehrgeiz ihn immer wieder an die Spitze des Staates führte und der sich stets von neuem gegen seine Gegner zu behaupten vermochte. Sein Nachfol­ger war der Gcn-ral Huerta, dem jetzt der "uf allgemeinen Wahlen hervorgegangene Gene, rrl Calle s, der bekanntlich vor Antritt feine! neuen Amtes eine Enrovareise machte und b'bei auch Deutschland besuchte, gefelgt fft.

Auch die durch Sun Bat Sen gegründete chinesische Republik steht dauernd unter dem