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Die Malieier Hieueiter: Nachrichten ericheinen wöchentlich fedtSmal nachmiiiagk Der.Äbonnemenisvret» veträai für ren Mona, 2.— Mk. bei tret« Äustellun« >nS Vau8, in der GefchdltSitelle abgebolt t.ttii Mk. Dor» die Pott monatlich liiüäRf ausichliettli» SnfteÜuneSflebüht. yerlas und Redaktion Schlachtbofttratte 2H/80, Fernsprecher 951 und 952. ftüt unverlangt etnaelanbte Beitrüge kann die Redaktion eine Berantwortung oder (Seroäbr in keinem stalle ttbernehmen. Nück- iflblunfl deS Be-uasgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungAmätziger Vteferunn tft anKgekchlosien. iiMcheckknntn Frankfurt a. Main Nummer fi.380.
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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92. Einzelnummer 10 Pf„ Sonntags 15 Pf.
Dienstag, 21. April 1925.
Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Ein Hindenburgtag in Hannover.
Gewitter am Balkan.
Bulgarischer Herenlesiel. — Warnungssignale.
Das Verbrechen in der Kathedrale von Sofia hat die Lage am Balkan blitzartig beleuchtet. Ein besonderer Herd der Beunruhigung ist seit Kriegsende Bulgarien, wo der Kriegsausgang einen Umsturz hervorrief, der von der Klein- bauernschast ausging. Weite Kreise des bulgari. scheu Volkes machten für den unglücklichen Ausgang des Krieges das herrschende Regierungssystem verantwortlich, das die Interessen und Beschwerden des Volkes außer Acht gelassen habe und unbekümmert der Nöte des Landes nur die Interessen einer bestimmten Volksschicht vcr. treten habe. Die Mitglieder des Kabinetts Rado s l a w o s f. soweit sie sich nicht durch die Flucht der Verfolgung entziehen konnten, wurden in Haft genommen und dort jahrelang in unwürdigster Weise in Gefängnissen gehalten, ohne daß eine Anklage gegen sie erhoben wurde. Inzwischen wurde auch von der bulgarischen Vollsvertretung, deren Mehrzahl sich aus kommunistischen Bauern zusammensetzte, ein Gesetz angenommen, daß das gesamte Eigentum der unter Anklage gestellten Minister zu Gunsten des Staats beschlagnahmt wurde. In dem gegen die Kabtnettsmitglieder durchgeführten Hochverratsverfahren wurden diese zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
Es war vorauszusehen, daß das Regime, dar von der Regierung St a m b u l i n s k i gegen die übrigen Klassen des Volkes, besonders gegen die Besitzenden Und gegen die Intelligenz geführt wurde, keinen Bestand haben konnte, und so erfolgte vor rund zwei Jahren über Nacht die Ueberrumpelung der Stambulinski-Regterung, wobei das Heer sofort aus die Seite der Gegenrevolutionäre trat. An die Spitze der neuen Regierung trat der jetzige bulgarische Minister- Präsident Z a n k o s s, der den Rechtskreiscn angehört und deffen geschickte und zielklare Politik auch in außenpolitischer Beziehung manche Erfolge aufzuweisen hatte. Die Regierung Zankojf tonnte sich verhältnismäßig schnell durchsetzen, nachdem die bulgarischen Bauern unter der Regierung StaMbulinski hatten erfahren muffen, daß ohne Steuern ein Land nicht zu regieren ist. Die von der Regierung ausgeschlosienen Kreise sahen zwar ein, daß es ihnen nicht möglich war, sofort wieder durch einen Staatsstreich zur Regierung zu kommen, sie arbeiteten aber trotzdem schon seit langem an dem Sturze der Regierung Zankoss. Es wird ihnen nachgesaat, daß sie zur Aufrichtung einer Räterepublik schon seit Jahren mit Moskau in Verbindung stehen, von dorther große Geldmittel beziehen und ihre Di- rektiven für die Durchführung eines Staatsstreiches erhielten.
Die Attentate auf General G e o rgi e f f und König Boris wurden in den ersten Tagen nicht als Warnungszeichen betrachtet. Heute weiß man, daß sie das Signal für einen allgemeinen Kommuni st enauf st and sein sollten. Wie der bulgarische Gesandte in Berlin, Dr. Poposf einem Pressevertreter gegenüber erklärte, sei die Regierung Zankoff schon fett langem unterrichtet gewesen, daß die Gegner des jetzt bürgerlichen Regimes in Bulgarien einen entscheidenden Schlag gegen die Regierung vorbereitet hatten. Nach dessen Angaben soll die bulgarische Regierung ein Originaldokument der russischen Sowjetregierung in Händen haben, in welchem Gesetz genaue Einzelheiten und Anweisungen über einen revolutionären Umsturz für den 15. April Punkt 12 Uhr mittags enthalten sind. Dieser agrar-bolschewistische Ausstand sollte zunächst in Westblgarien aufflammen und von da aus das ganze Land erfassen. Dieser w..ltsame Umsturz sollte durch eine Reihe Wohl vorbereiteter polittscher Attentate und Brandstiftungen in Sofia eingeleitct werden.
Es scheint nun, daß die offenbar auf sowiet- russische Anweisungen ausgeführten Attenttte nidft in dem vorgegangenen Ausmaß die allgemeine Erhebung der Ägrarlommunisten auSgk- löst bat. Deshalb sollte bei der Leichenfeier tn der Kathedrale die gesamte Regierung mit dem König in die Luft fliegen. Dieser furchtbare Anschlag läßt erkennen, daß die bulgarischen Agenten der Sowjettegierung ihr Spiel noch nicht verloren geben, sondern durch fortgesetzte Gewaltakte die staatlichen Organe einschüchtern und die Bevölkerung mürbe machen wollen. Ob e8 der bulgarischen Regierung gelingen wird, der offenbar außerordentlich weit verbreiteten und wohlorganisierten Tscheka Herr zu werden, ist eine Frage, die sich durch Entwicklung der Verhältnisse schon in den nächsten Tagen von selbst beantworten wird. Eines aber scheint sicher zu sein, daß vom Balkan her
die bolschewistische Propaganda neue gewaltsame Streiche vorbereitet hat, deren Ausgang und Endziel noch nicht zu übersehen sind.
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Sin zweiter Anschlag auf ven König.
Zürich, 20. April. (Eigener Drahtbericht.) Aus Sofia wird gemeldet: Im Nebeneingang des Konak wurde am Samstag ein Bolschewist beim Versuch, in die königlichen Gemächer einzudringen, von der Wache erschossen. Der Erschossene war verkleidet. Es wird behauptet, daß es stch um einen zweiten A t- tentatsversuch auf den König handelte.
Deutschland hoch in Lhren.
Eine Hindenburgkundgebung in Hannover.
(Eigener Drahtbericht.)
Hannover, 20. April.
Gestern mittag fand eine große Kundgebung zu Ehren des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg statt. Hierzu bereinigten stch außer den vaterländischen Verbänden, Kriegervereinen usw. eine vieltausendköpfige Menge vor der Stadthalle, die später unter dem Borantritt von vier Musikkapellen an der Billa Hindenburg« vorbeizog und dem Feldmarschall begeisterte Ovationen darbrachte. In einer Rede vor politischen und Wirtschaftsverbänden führte Hin. denburg u. a. au6: Die Tatsache, daß sich Parteien und Verbände, die nicht über alle Ziele der täglichen Kleinarbeit übereinstimmen, zu gemeinsamen Wirken zusam nengesunden h^cn, ist mir ein Beweis, daß es in DeutMand wieder vorwärts geht. Der schönste Abschluß meines Lebens wäre eS gewesen, wenn ich noch sehen dürfte, daß wir uns wieder mit der gleichen Einigkeit in
friedliche Arbeit am Wiederaufbau zusammenfinden, die uns einst beseelt hat. Ich würde auch als Reichspräsident nur die Pflicht kennen, auf der einmal gegebenen Grundlage der Verfassung und der heutigen Stellung Deutschlands in der Welt das Beste für mein Vaterland zu erstreben. Rücksichten auf irgendwelche Parteien oder ungefetzliche Sonderinter- effen würde ich nicht kennen. Anders darf auch der Staat nicht denken. Seine vornehmste Ausgabe mutz eS immer bleiben, das Wohl derjenigen Bolkßkreise im Auge zu behalten, die am schwersten unter der Not der Zeit leiden. Jeder Arbeit muß ihr gesetzlicher Lohn werden. Wenn alle Sorgen und
Lasten gerecht auf alle Schultern verteilt sind, wird sich hierauf gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Rur fo kann man zum sozialen Frieden gelangen. Ohne die Wiederherstellung des deutschen Ansehens in der Welt ist unsere Lebensfähigkeit nicht zu erreichen. Vertrauen wird nur der gewinnen, der stch selbst vertraut. Nichts kann unseren friedlichen Zielen mehr schaden, als das verlogene Geschrei von einer drohenden militärischen Reaktion in Deutschland, die sich in meiner Kandidatur angeblich ausprägen soll. Ich betone hier mit aller Deutlichkeit, daß ich nichts anderes erstrebe, als waS die Gegner meiner Kandidatur für sich allein in Anspruch nehmen, nämlich dem deutschen Volke in
voller Souveränität und in voller Freiheit feinen Platz unter den anderen Völkern zu sichern. Um dieses zu erreichen, muß aber baldigst die schwere Anschuldigung unserer Verantwortung für den Weltkrieg fallen. All das Ge- schwätz von verfassungswidrigem Vorgehen, daS ich beabsichtigen soll, von sogenannten reaktionären und sonstigen gefährlichen Bestrebungen sind barer Unsinn. Unbeirrt durch Taaesmetnungen und perfönliche Angriffe würde ich im Falle meiner Wahl mit Sachlichkeit dahin wirken, daß un. ferem Baferlande, das wir in feinem Unglück um fo heißer lieben müssen, eine glückliche Zukunft beschieden fein möge.
Hindenburgs Bekenntnis
Frieden nach innen und außen.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 20. April.
Einem engl. Pressevertreter erklärte Hindenburg, er fei bereit, den vorgeschriebenen Eid auf die Verfassung zu leisten. Die Frage Republik oder Monarchie stehe gegenwärtig in der deutschen Politik nirgends zur Erörterung. Persönliche Wunsche seien daher nutzlos. Tie Sicherheitsfrage sei gegenroärtig Gegenstand internationaler Erörterungen. Daher könne er sich nicht persönlich in solche Fragen ein« mischen, mit denen stch in erster Linie die betreffenden Regierungen beschäftigen müßten. Er teile mit allen anderen Deutfchen ohne Unter- schied der Partei die Ansicht, daß die gegen- wärtige Grenze im Osten zu Gunsten Deutschlands geändert werden müßte, über, um den Frieden nicht zu gefährden, müsse die
Frage durch Verhandlungen geregelt werden. Ter Versailler Vertrag sei für uns bindend, wenn er durch ein neues Abkommen zwischen den Vertragsparteien geändert werde. Die Beachtung der militärischen Vorschriften des Vertrages sei natürlich bei der Erfüllung des Vertrages. Er teile durchaus die Ansicht, daß Deutschland nur von einer sried. licheu Entwicklung im Innern und im Ausland gewinnen könne und daß eS eine Torheit wäre, wenn sich Deutschland in kriegerische Abenteuer einließe. Deutschland sei nicht im- st a u d e, sich auch nur gegen einen kleinen Nachbarstaat zu verteidigen; denn auch Stgaten wie Polen und die Tschechoslowakei besäßen viel größere stehende Heer» als Deutschland.
Gebt ihm die Honv!
London, 20. April. (Privattelegramm.) Der pazifistische General Sir Hamilton betonte den entschlossenen Zug in dem Wesen deS Feldmarschalls Er (Hamilton) ist der Ansicht, Paris hätte zu Beginn des Krieges fallen müssen, wenn Hindenburg an MoltkeS Stelle gestanden hätte. Zum Schluß fragt Hamilton, wie tnatf Hindenburg, den man selbst herausbe- schworen habe, gegenübertreten solle, und er gibt darauf selbst die Antwort: Natürlich, indem man ihm die Hand reicht.
Alarm in Lissabon.
Ein Militärputsch. — Flucht bet Regierung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 19. April.
Havas berichtet aus Lissabon, am 17. April sei in Lissabon der Versuch eines militärischen Aufstandes unternommen worden. Die Morgenblätter bringen Einzelheiten, wonach Major Camatta mit Unterstützung von mehreren hundert Kameraden eine Art Direktorium errichtet habe und mehrere Beamte festnehmen ließ. Der Präsident der Republik und die Mitglieder der Regierung hätten sich in eine Kaserne geflüchtet. Kurze Zeit darauf hätten regierungstreue Truppen das Viertel umzingelt, in dem sich die Revolutionäre befinden. In mehreren Punkten der Stadt sei eS zu Zusammenstößen gekommen. Es seien Bomben geworfen und mehre Perfone« getötet worden. Spätere Meldun gen besagen, daß es den Revolutionären nicht gelingen wird, von anderen Truppen Hilfe zu erhalten. Der Abgeordnete Cunha Seal, der als Führer der Bewegung gilt, ist von der republikanischen Garde gefangen genommen. Der Verkehr in Lissabon ist vollständig normal. Die Banken sind ohne Unterbrechung geöffnet.
Eln blutiges Ende.
Gefangene Revolutionäre, -r Ruhe in Lissabon. (Privat-Telegramm.)
Lissabon, 20. April.
Die revolutionäre Bewegung gegen die Regierung ist den letzten MeldungKi zufolge vollständig n i e d e r g e f ch gl a g e n. Der Kamps gegen die Revolutionäre war sehr blutig und forderte auf beiden Seiten zwanzig Tote und zweihundert Verletzte. Fünfzehnhundert Aufständische wurden gefangen genommen und in einer Festung interniert. Die Ruhe ist jetzt wieder in Lissabon und Umgegend völlig wiederhergestellt.
Dunkle Tage in Bulgarien
Die Massenmörder in Sofia entdeckt.
(Eigene Drahtmeldung.)
Wien, 20. April.
Depeschen aus Sofia lassen erkennen, daß die Lage in Bulgarien außerordentlich kritisch ist. S o f i a ist fest in der Hand der Regierung. Einem Pariser Blatt zufolge wurden die Urheber des Attentats auf die Kathedrale in den Kommunisten Jankoff und Minkofs entdeckt. Letzterer, ein ehemaliger Pionieroffizier, soll die Höllenmaschine am Tage des Verbrechens auf dem Dache der Kathedrale angebracht haben. Die Entdeckung von Dokumenten beweise, daß daS Attentat auf die Kommunisten zurückzuführen sei. In einem dieser Schriftstücke heißt es, es sei unerläßlich, selbst die Frauen und Kinder zu toten, um den Sieg des Proletariats zu gewährleisten. Gegenwärtig befinden sich alle Führer der kommunistischen Bewegung hinter Schloß und Riegel. In dem Hause einer Französin entdeckte man Sprengstoffe, in einem anderen Haus eine Höllenmaschine. Die Sobranje ist einberufen worben.
Die Zwölfte.
Stimmungsbilder nor. de* Frankfurter Messe.
(Setter« eröffnet — Frankfurt als Baduttre- -ber. — Das Ricseuhaus der »loben. — Gebrauchs- und Luxusschud. — Zehnmarkware. Srad) Tabak ist wieder da. — Das Paradies der Stau. — Billiger als Kohle. — Das Heer der Ausländer. — Der erste Sonntag.
Zum zwölften Wale öffnete am gestrigen Sonntag die allgemeine Frairksurter internntto- nalc Mustermesse den Besuchern ihre Pforten, wohlansaebaut und wie immer streng bran. chenmaßig aufgezogen. Der internationale Warenverkehr soll gepflegt werden, der wichtig« Ausgleich von Angebot und Nachfrage soll sich auf der Messe vollziehen. Frankfurt hat es von jeher als seine Ausgabe betrachtet, neue Wege zu ebnen und Neuland zu entdecken, bei aller Rücksichtnahme auf die Notwendigkeiten der Aus, stellet und Einkäufer. Ganz allmählich haben sich so in Frankfurt drei Großmarkte herausgebildet, Textil, Schuhe und Leder. Hier ist auch die 12. Messe wiederum führend und e< lohnt sich schon einige Augenblicke bei diesen Sonderzweigen des Messegeschäftes zu verweilen. Ein völlig neues Bild bietet dieses Mal die Messe der Textilien. Eine völlige Neuordnung war durch die Errichtung des prächtigen
„Hauses der Moden"
nötig geworden, das von den Architekten Peter Behrens, Professor vonLoehr und Robert Hollmann erbaut, in feinen stattlichen Ausmaßen von 200 Meter Länge und 40 Meter Breite, allen Ausstellern von Fertigware, besonders aber der Konfettion Raum genug bietet, ihre Ware in schlichtem, doch künstlerischen Rahmen darzubieten. Das Haus der Moden, zu der Frühjahrsmesse nur behelfsmäßig sertiggrstellt, wird im Herbst auch Probierräumc und einen.schönen Vorführungssaal besitzen. Schon rein äußerlich hebt es sich aus dem Gewirr der Frankfurter Messebauten durch seine imposante Länge, vor allem aber die schon begonnene Verkleidung mit Untersberger Marmor heraus. Die Fe st halle tft jetzt den Stückwarenfabrikanten und Grossisten zugeteilt. Alle Arten von Stoffen werden hier gehandelt, vom einfach schlichten Kattun biS zu der
pompösen Seide und dem noch kostbaren Damast. Tiefe Zweiteilung der Textilmesse erleichtert das Geschäft allen Einkäufern. Das frühere Suchen hat ausgehört, denn Stückware und Konfektion sind jetzt streng getrennt. Die Galerien der Festhalte sind besonders für die Aussteller von Gardinen hergerichtet worden, denen nun auch Ausbreitungsmöglichkeit gegeben ist.
Schuh und Leder.
Diese Branchen waren von jeher Stützpunkte der Frankfurter Messen. Auch dieses Mal sind die Aussteller in stattlichen Zahlen gekommen, wissen sie doch, daß Franffurt der Qualitäts- Markt für Schuhwaren ist, den bisher leine andere deutsche Messe erreichen konnte. Zn vcn Ausstellungkojen, die teilweise mit auserlesenem künstlerischem Geschmack hergestellt sind, rann man ein starkes Hervortreten des Gevrauchs- s ch n h e s bemerken. Der Luxusschuh ist zwar ebenfalls noch vorhanden, doch haben sie Fabrikanten eingesehen, daß bei der derzeitigen finanziellen Lage der Bevölkerung Hauptgewicht auf einen guten Gebrauchsschuh gelegt werden muß, der bei allerdings ziemlich hohen Preisen am leichtesten Käufer findet. Die billige sog. Zehnmarksware wird nur von Wenigen gesucht, ein sehr erfreuliches Zeichen, denn der Verkauf von minderwertiger Ware hat weder dem Fabrikanten noch dem Großhändler und Detaillistcn Freude gemacht. Man steht, auch wieder gute, ia ausgezeichnete Porteseuillewarc, oft in neuen Formen und Mustern, darunter sehr luxuriöse Stücke, die vorerst jedoch »och der Käufer harren.
Reue Branchen auf der Messe.
Erfreulicherweise haben sich -wi der diesjah« rigen Frankfurter Frühjahrs« <sse eine Reihe neuer Branchen eingefunden, die seither nicht oder nur bei den erste» Messe» vertrete» waren. So ist die Tabakindustrie reumütig au- das Franksurter Messegelande zurückgekehrr. Tie Tabakaussteller verzichten dieses Mai aus die große Ausmachung. Rein sachlich, wie das einer Messe entspricht, zeigen sie ihre oft sehr schön« und gute Ware, unter Verzicht auf alle unnötige Reklame. Völlig neu im Rahmen der Frankfurter Messe sind die Rahrungs- und Ge- u u ß m i r t e l. Hier haben stch die bedeutendsten Werke Deuffchlands zusammengefunden und eS fehlt wohl kein wichtiges Erzeugnis für die Küche, von der Margarine angefangen, bis zu den verschiedenartigsten Suppenwürze» und Würfeln. Auch einige Schnapsfabrikanten zeige» ihre Erzeugnisse. In diesem Zusatmnenhang darf auch daraus hingewiesen werde», daß die Möbelmejse nunmehr auch aus das Gelände