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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 83. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. Mitttvoch, 8. April 1925. Einzelnummer 10 Pf., Sonntag« 15 Ps. 15. Jahrgang

Nach sechs Jahren noch kein Friede.

nten.

Behandlung durch ein vernünftiges Zus menarbeiten btr Zentralbau Falls Gold in so übermäßigen Mengen vorhan­den ist, um eine Gesadr für die Preisentwicklung zn bieten, so muß ein« entsvrechende Menge aus dem Verkehrgrzogen und den Bankreser. den zuaeführt Werren. Venn aber, wie Profes­sor Cassel annimml tk Preise infolge Verknap­pung der vorhandenen Goldbestände durch rapi­de ÄuSdebnnng deS Weltverkehrs fallen sollten, dann muffen neue Mrngn gelben Metalles aus den Reserven freigegeben werden, um die Preise

Die nächsten 203adre.

Fallende oder steigende Weltmarktpreise?

Von Sir Josiah Stamp, (Gouverneur der Bank von England.)

Die meisten Menschen treten so eifrig für eine Wiedereinführung der Goldwährung ein, datz sie jedes Zugeständnis einer Schwäche dieser Währung ablehnen. Meiner eigenen An­sicht nach hat sich die Goldwährung in den letz­ten hundert Jahren und besonders in den letzten vierzig Jahren als ein äußerst launi­scher Regulator in dem komplizierten Ge» balde des Welthandels gezeigt. Hochkonjunktu­ren und Krisen wechselten in dieser Zeit in dem bekannten Kreislauf einander ab. Ständig stei- gende Preise führen im allgemeinen zu einer lebhaften Geschäftstätigkeit, aber die Gewinn­chancen sind mitunter groß, daß unsolide, nicht nach streng kaufmännischen Grundsätzen geführte Unternehmungen aufsprießen und die Geschäfts­welt sich auf Kosten der übrigen Bevölkerung bereichern. Außerordentlich Spekulations­wut und Jndustrierittertum, die Zeichen einer treibhausartigen Hochkonjunktur, werden in der Regel durch eine Periode bedeutender Fallisie- ments und sinkender Warenpreise beendet.

Vor etwa einem Jahre wurde ich vor einem Ausschuß, bei sich mit der Entwicklung der Gold­preise einer bestimmten Ware befaßte, gefragt, wie sich wohl die Preisentwicklung dieses Arti­kels in den nächsten zwanzig Jahren gestalten würde. Da man mich trotz meiner Ab­neigung zu antworten zu einer Stellungnahme drängte, erklärte ich, daß meiner Ansicht nach mehr Faktoren für den R ü ck g a u g des G old­wertes und demenlsprechend für eine Stet, gernng der Warenpreise vorhanden seien, als für das Gegenteil. Ich glaube, daß der wohlbekannte und im Ausland hochgeschätzte englische DolkSwirtschaftler Prof. M. I. Key­nes derselben Auffaffung zuneigt. Auch Mr. M c K e n n a hat in einer kürzlich verofsentltch- t-n Arbeit über die Preisentwicklung aus dem Weltmärkte eine langsame aber ständige Auf- wärtSbewegung der internationalen Waren­preise vorhergesagt. Sollten einige der Länder, die jetzt auf Papierwährung umgestellt sind, nicht zur Goldwährung zurückzukehren wün­schen, oder falls sie zu dieser Währung zuruck- kehren. nicht mehr Gold benötigen, als sie be­reits jetzt in ihren Reserven besitzen, sollten sie ferner die Vereinigten Staaten ihr noch thesau­riertes Gold herausgeben und in Umlauf setzen, oder eS für internationale Kredite zur Verfü­gung stellen, sollte endlich die Goldproduktton gleich groß bleiben wie gegenwärtig, dann steht uns allerdings eine bedeutende Steigerung der Weltpreise für die Zukunft bevor Prof. Cassel, Stockholm, ist dagegen der Meinung, datz sich der Welthandel in nächster Zeit in so bedeutendem Umfange Heven wird, datz er mehr an Gold bedarf als die Goldberg werke zu produzieren tn der Lage sind, so daß Uch die Tendenz einer Senkung der Welt- Marktpreise infolge Verknappung des Gol- des bemerkbar machen wird. In diesem Falle - aber auch nu r in diesem Falle toutite sich der jetzt so vielgeschmähte amerikanische Gold- ich atz allerdings als em unerwarteter segcn auswirken, indem er die zu geringe jährliche Goldproduktion ergänzt und verhindert, daß das Gold zu wertvoll wird und daß demgemäß bie

Preise fallen.

Gold hat nämlich wie alle anderen Waren die Tendenz, bie Uebel, bie sich au8 seinem cige- neu Uebrrfmß ergeben, von selbst zu regulieren. Wenn Summt, Baumwolle --der irgend eine an­dere Ware z. B. in so großen Mengen .naebo- ten wird, daß man den Artikel immer billiger und billiger kaufen kann und daß man ent- sprechend immer weniger andere Artikel tm Austausch dafür erhält, so wird mit der Zeit em Punkt erreicht, wo es sich nicht mehr lohnt, Gummi, Baumwolle usw. zu produzieren, d h. es tritt die Zeit ein, daß die Löhne und die Vtt- zinfung des eingebrackten Kapitals nicht mehr genügend Anreiz für Arbeit ober Kapital i-teten. Tann entsteht von selbst eine Einschränkung des Angebots und damit ein neues Steigen der Preise.

Das Hauptproblem für bie Verwendung von Gold als Währunasgrundlage ist die richtige sz-vondluna durch ein vernünftiges Zusam-

zu stützen. Es kann sich hierbei natürlich nicht um das Vorgehen einer einzelnen Bank han­deln, sondern nur um ein gemeinsames Vorgehen der Zentralbanken. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß , ein Hand-in-Hand-Arbei- ten der Banken zur Stabilisierung des Gold­preises und damit zur Stabilisierung der inter­nationalen Warenpreise auch eine Verständigung zwischen Bankwelt und Gcldbergbau notwendig machen wird, vielleicht sogar mit einer Beteili­gung der Banken an den Goldbergwerken.

Chamberlains Meneiekel.

Der Weltkrieg ist noch nicht zu Ende.

(Eigener Drahtbericht.»

London, 7. April.

Chamberlain hielt gestern in Birmingham eine Rede über bie allgemeine europäische Lage. Er gab zu verstehen, baß heute «och keine wahre FriebenSatmosphäre herrscht, obwohl ber Friede bereits vor sechs Jahren un­terzeichnet worden ist. Europa wirb beherrscht von ber Angst, einen neuen Krieg ausbrechen zu sehen, nicht gerade heute »ber morgen schon, aber wie ich glaube in den Jahren, bie wir noch zn leben haben werden. Wenn es aber nicht ge­lingt, diese Fnrckst zu zerstreuen und den Frie­den wirNich wieder herzuftellen, so bin idi davon überzeugt, datz Europa langsam aber gewiß einer neuen Katastrophe entgegengeht. Die Staatsmänner eines jeden Landes und besonders die bcS englischen Reiches, müßten bestrebt sein, das Vertrauen bei den in Aussicht stehenden internattonalen Besprechungen wieder hcrzntzcl- (en. 9tmt könne keine Sicherheit -rlsugru dn-ch Bündnisse mit den freunden von gestern gegen die Feinde von gestern. Eine Änderung der FricdenSv'-rträge könne erst nach Verlauf von Jahren mit dem Einverständnis .8er daran Beteiligten in Frage kommen.

mierung der Kandidatur JarreS zu verzögern. Die offene Sprache verschiedener Rechtsblatter hat nirgends Erstaunen hervorgerusen, denn man war sich in den rechtsgerichteten Kreisen von vornherein klar darüber, datz das Vorgehen beS Rechtsblockes eine große Ungeschicklichkeit war. Man wendet jedoch ein, daß man diejenigen Kreise nicht vor den Kopf stoßen wollte, die der Meinung waren, es würde möglich sein, die Basis des Reichsblockes zu verbreitern, wenn man den greisen Feldmarschall Hindenburg für die Präsidentschaftskandidatur gewinnen könnte. Man ist jetzt außerordentlich zufrieden darüber, daß der greife Feldherr die Kandidatur abg:- lehnt hat und für die Kandidatur Jarres mit der größten Wann» eingetreten ist.

*

Marx' Nesseprogramm für die zweite Wahl

Berlin, 7. April. (Prwattelezramm. Der Dolksblock-Kandidat Marr wird nach Ostern eine Rundreise durch Deutschland unternehmen. Er wird in Königsberg, Stettin. Berlin, Mag­deburg, Münster, Koblenz. Karlsruhe und in Stuttgart sprechen u. sein Programm entwickeln.

Berliner Frav'inoswfterl

In Erwarttina der SicherheitS-Roten.

(Prlvat-Telegramm.)

Berlin, 7. April.

Der englische Botschafter hat gestern Berlin verlassen. Die Londoner Reise deS Botschafters bat hochpolitischen Charakter. Der Botschafter hatte vor seiner Abreise mehre«« und lange Un­terredungen mit Dr. Stresemann und dem Reichskanzler Dr. Luther. Der Londoner ' Moivmpresse «ukoloe hat England einen Teil des Herriotschen Fragebogens, der von den deutschen Ostgrenzen handelt, nicht ange­nommen. Die Herriotsche Rote geht morgen oder übermorgen nach Berlin. Die englische Rote wird Anfang kommender Woche folgen.

Rußland an der Themse.

London, 7. April. (Eigener Drahtbericht., Nach der Wöftehr Rakowskis nach London Hai er dem Ministerium ein Besuch abgestattet. Es sei aber nicht bekannt, so schreibt em Londoner Blatt, ob dies dazu berechtige, von neuen eng- lisch-russischen Vredandlungen zu sprechen. Die Sowietregierunq sehe sich durch den Druck der Umstände gezwungen, ihre Polittk gegen das Kapital zu ändern. Es bestehe Grund zu der Annahme, datz RolowSki gesagt wurde, die eng­lische Regierung sei vollkommen bereit, Rtißland eine Anleihe in England aufnehmen zu lassen

Die Sphinx an ber Themse

Roch kein A " -ocitßfrage.

(Privat-Telegramm.) *

London, 7. April.

Mac Reill teilte auf eine Anfrage mit, daß ein Bataillon französischer Truppen aus dem Sa a r- gebiet zurückgezogen werden soll. In Erwi­derung auf andere Abfragen erklär« Mae Reill, die Regierung habe bisher keine schriftliche Antwort auf den deutschen Sicherheitsvorschlag abgefchickt. Hinsichtlich der Frage beS Eintritts Deutschlands in den Böl - kerb und habe die Regierung keine neuen Jn- formattonen. Er könne nicht sagen, ob Deutsch­land noch auf den Bedingungen beharre, die cS für seinen Eintritt gestellt habe. Auf weitere Anfragen bezüglich Abänderung der ocutschen Ostgrenze« und ob die brittsche Regierung dieses den alliierten R-gierf"aen vargelegt habe, ver­wies Mac Reill auf die Erklärung. Chamber­lains vom 24. März und sagte zum zweiten Teil der Frage, nach seiner Ansicht lei s n i ch t Pflicht der britischen Regierung, einen sol­chen Schritt zu un ernhmen.

2Btnn öle Schulden nicht waren.

London, 7. April, (eigener Drahtbericht.) Einer Pressenotiz zufolge Hai ber englifch-sran- zösische Meinungsaustausch über bie Frage ber französischen Schuld an Großbritannien bie Tat­sache enthüllt, datz augenblicklich eine «nüber« brückbare Kluft die Standpunkte beider Länder

GS brennt auf den Näaeln.

Das Schicksal der Herriot-Sanierung.

(Eigener Drahtbericht.)

Genf, 7. April.

Aus Paris wird gemeldet: Die Kabinetts­sitzung über das neue Finanzprogcamm ist gestern Abend zu Ende gegangen. Ihr wichtig­stes Ergebnis ist, datz der Banknotenumlaus von 40 auf 45 Milliarden erhöht worden ist. Es so« eine Vermögensabgabe von zehn bis -.Wölf Prozent eingeführt werden. Hayas stellt fetz, daß Herriot die Dringlichliet für die borge- legten Finanzgesetze verlangen und deren sofor­tige Ueberweisnng an dm Finanzausschuß der Kammer beantragen wird. Man rechnet allge­mein mit größtem Widerstand ber Oppo^tion.

Was auf d?m Spiele steht.

Der zweite Prösidmt und die Reichsregier.mq.

(Eigener Jnformattonsbienst.t

Berlin, 7. April.

Wie wir erfahren, wird die Reichsregierung Luther nach dem Ausgang ter Präsidenten­wahl vom 26. April dem neu gewählten ReichS- präsibenten ihre Aemter formell zur Ver­fügung stellen müssen, da der Reichspräsi­dent die Reichsregierung in ihrem Amt b e st ä- tigen mutz. Allerdings hängt cs dann von dem Ausgang der Präsidentenwahl ab, ob ree neue Reichspräsident bei dieser Gelegenbeit ocn Ver­such machen würde, eine Umbildung der ReichSregiernng "i ersplol-trn, nie in den lewen Tagen mekrfach «t- gezogen worden

ist. Unter den Demokraten soll Neigung bestehen, im Falle einer L-uvridung seS RcichsknbincttS in die Regierung Luther einzutreten, roe.tn die unbedingte Zusicherung nt:f eine ?. der

vom Außenminister Stresemann eingeleitete« Politik in ber Sicher! -ntS- und in der Volker- bundssrage auch fernerhin erfolgen würbe.

Wer erfliegt dm VwkdMr?

Ein Arncrik- er br cht itr '{uni auf

voneinander trennt.

(Eigene Trabtmclduug.)

Also doch Jarres?

Warum Die rätselhafte Verzögerung.

(Eigener JnsormattonSbienst.)

Berlin, ". April.

Die Kandidatur des Oberbürgermeisters Dr. JarreS wirb nunmehr am Mittwoch prokla­miert werben. Nachträglich steht man ein, baß ei ein schwerwiegender Fehler war, die Prokla-

Washinglon, 7. April.

Präsident Coolidge genehmigte einen Vor­schlag des Polarforschers Mae Millan be- tresfend Erforschung deS Gebietes zwischen Alaska und dem Nordpol mit Hilfe von Rcgierungsflugzeugen. Man hofft, den in die­ser Gegend vermuteten arktischen Konti­nent zu entdecken. Dieses Gebiet ist der ein­zige weiße Fleck auf der Karte des Nordpols. Die Expeditton wird am 15. Juni beginnen.

ImNUnifterzuklnder.

Was man sich an der Themese erzählt.

kommt. Das Otebalt reati nicht oaS. Ab­geordnete lut Znündcr. Gegen iic Rrdeilnt. Der Man» von Rang.

Im April 1925.

Der erste Arbeiterminister, der in Downing Street Nr. 11, also als Nachbar des Premiermi­nisters, eine Amtswohnung bezog, I R. Clpues, erhebt in einem Zeitungsartikel bittre Klagen « über die hohen Unkosten die mit dieser Dienst­wohnung verbunden waren: Man denkt allge­mein, daß der politische Inhaber des Hauses Nr. 11 sich des freien Besitzes auf öffentliche Un­kosten erfreut. Ein vollkommener Irrtum. Er erfreut sich nur ber Chance, insolvent zu wer­den, wenn er nur knappe eigene Mittel hat. Es ist zwar richtig, daß die Miete nichi von ihm gezahlt wird, aber er hat dadurch durchaus kei­nen finanziellen Gewinn, denn er muß zu viel Ausgaben in Verbindung mit dieser freien Wohnung übernehmen. Der Staat bezahlt nur einen Botenjungen, das gesamte Hausper- s o n a l, etwa neun Personen stark, ist von dem Hausinhaber zu unterhalten, zu bezahlen und zu beköstigen. Wenn man in Nr. 11 einzieht, muß man eine beträchtliche Menge von Haus- baltsstücken, Möbeln, Betten, Dienstbotenaus­rüstung, Glas und Geschirr, anschaffen. Bei Un­terhaltungen und Gesellschaften mußte ich alle Kosten und Ausgaben für Aushilsedienstboten bezahlen, auch für die Bedienung in der Garde­robe, die in einem ber Büroräume eingerichtet werden muß. Ich mußte auch beträchtlich ru den allgemeinen Unkosten dieses öffentlichen Amtes beitragen.

Nach den ersten paar Monaicn erhielt ich von meinem Kollegen, dem Ersten Kommissar der Arbeiten, eine Mitteilung, daß er angewiesen sei, von dem Right Honoürable I. R. Elynes für Brennmaterialien, Elektrizität, Heizung und sonstige Unkosten achtundsechzig Pfund sechzehn Schilling einzuziehen. Wenn ich das Telephon benutzte, wurde ich häukig gefragt, ob es ein Dienst- ober ein Privatgespräch sei. Für letztere ober als solche angesehene Gespräche erhielt ich Rechnungen. Wenn ich Befehl erhielt nach dem Buckingham-Palast zu fahren oder sonst einer offiziellen Versammlung, wurde mir nabegelegt, daß nutzer dem Chauffeur noch ein Diener mit­genommen werden müsse, und ich erhielt eine Rechnung für die Gestellung eines folchen Man­nes. Es Ist nicht richtig, daß Ich gesagt haben soll, fünftaufenb Pfunb Gehalt feien für einen Kabiuettsminister zu wenig, aber es ist inchi ge­nug für einen Minister, derin der Downing Street wohnen muß. Fünftausend sind genug für die Arbeit, aber in keiner Weise ausreichend für die Erlaubnis, sie zu verrichten."

Der Parlamentsabgeordnete Sir Harrn Brit- tein hat einen eigenartigen Vorschlag gemacht, um die Redeslut im Parlamnek einigerma­ßen einzudämmen. Diese ist nämlich zur Zeit schon fast zur Springflut ge* 'arbeit. Tie neu gewählten Mitglieder hüben das unabweisbare Bedürfnis, ihre /.Speeches" vom Srapcl zu las­sen, und sie sind entweder darin gewandter, das Auge des Sprechers auf sich zu lenken, wozu ber traditionelle brave Zylinder dient, als ihre alteren und ältesten Kollegen oder des ..Speakers Eyes" schweifen unwillkürlich häufiger zu oen neu_ aufgetauchtcn parlamentarischen .Stars" hinüber. Jedensalls fühlen sich die älteren par- j lamnlarlschen Kämpfen durch die neuzeitliche ! Betätigungslust junger £ täfle stark beengt. In (bet alten guten Zeit war so etwas je rar nicht Idenkbar. Tie neuen Purlawrntarier batten sich irrst hübsch artig zu verL.ilteri, bis sic cs wo. n !konnten, vor der i ast-en Versau ... m tu j reden. Kurz, für denSpeaker" wird i e 'Sache |immer }&'-. ieriger. 5ir 'a> .- er e . liet jVorschlag geht nuu dahin, den Mio.iliedcrn Zu gestatten, die ...Speeches" schri ftlim ?is:u« reichen, damit sie in den amtlichen Pa Samerns» bericht aufgene-mmen werden und auch in dir lo­kale Preise übergehen können.

Sir Harrp weist darauf hin, daß das gke-che Verfahren schon Im amerikanischen Kongreß mit arotzem Erfolg auarwondet wird, und' wi-wiel Zett Dem Hause gespart werden tihinte. G. er­klärte: ..Von 10 Parl.-M. Hütten itzn.oc'ieus sechs ihre Rede« nick- zu Rutz n a Krvmwcn des Houses, sondern für ftwc Wähler. N id diese 1 würden sie früh genug imHansard" (dem of­fiziellen Bericht) zu lesen bekommen." Dieser Gedanke verdient auch ns dem Konnncnee Nach­ahmung, wo vielleicht noch mehr wichtige Zeit mit langen Inhaltlosen Reden verschwendet wirb.

Der verstorbene Freund Deutschlands, George Natbaniel Curzon, hctt eine merkwürdige Skala der Rangerhöhungen erlebt. Als Sohn des vier­ten Baron Searsdale zog er alsCommoner*