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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonntag, 29. März 1925

15. Jahrgang

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Wer M morgen im ersten Wahlgang siegen?

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Maffenauttnarscy der Kommunisten.

Berlin, 28. März. (Eigener Drahtbertcht.) Ausländische Redner schloffen ein großes inter­nationales Massenmeeting der Kom­munisten im Sportpalast mit einem Hoch auf die W e l t r e v o l u t i o n. Dann begann Ernst Thaelmann seine Wahlrede, in der er u. a. über die ablehnende Haltung der Kom­munisten gegenüber dem Dawesabkommen be­richtete und die Sozialdemokratie als Ver­räterin am Proletariat bezeichnete. Nach dem gemeinsamen Gesang der Internationale ver­ließen die Masten mit ihren Fahnen langsam den Saal. Durch den Abmarsch wurde der Stra- zenverkehr ohne ernste Zwischenfälle behindert.

gaben werden die zur Wahl gestellten am Am­boß der Zeit zu erhärten, wir aber werden sie von ihnen morgen zu heischen haben, wenn an­ders auch im Garten der deutschen Seele noch- einmal ein Frühlingssonntag anbrechen soll. F.R.

London 28- März.

Wie aus Washington gemeldet wird, plant der bekannte AutomobUfabrikant Henry Ford in Massenfabrikation den Bau von Lenkluft, schiffen mit einer Ttundengeschwindi^keit von hundert Metten, welche sechzehntaufeud Pfund kotzen sollen u. von einer Person gelenkt werden.

sprüche der Partei ins Zeug gelegt.

Das aber ist es, was als erster und letzter Gesetzesvaragrapb im Katechismus des Reichs­präsidenten mit Goldlettern eingezeichnet sein muß: Keiner Partei und nur dem Volke mit Gut und Blut bis zum letzten Atemzug verpflich­tet Denn so wenig sich das Rad der Geschichte zurückdrehen oder die Humanitätsduselei welt­fremder Schwärmer auf dieser bitterkalten Erde jemals verwirklichen läßt, so wenig kann das deutsche Volk von dem Glauben an Wiedcravf- strea, Weltgeltung und an ein kommendes besse­res Reich noch zu Lebzeiten lasten. Ob die Män­ner unserer Wahl ihre von hohem Schwung be­seelten Vorsätze u. Versprechungen zur Tal auszv- münzen imstande sind, cb sie die Titanenkräste milbringen. den gewaltigen Strom der Gescheh- niste zu Nutz und frommen des Landes dorthm zu lenken, wo nicht ihre eigenen, sondern die Früchte Deutschlands reifen sollen, ob sie das Zeug haben, jedem leidenden Untertan ein väter­lich-gütiges Herz zu widmen, den ganzen Volkk- koloß von siebzig Millionen jedoch, wenn es gilt, mit kühnem Wagemut zum Emsau aller Kräfte idi die unveräußerlichen Heiligtümer der Hei­mat mit fortzureißen diese genialen Führer-

Im ständigen Ausschuß des preußischen Land­tages erklärten gestern die Rechtsparteien, daß ie weiter den sachlichen Beratungen fern­bleiben werden. Ministerpräsident Marr entschuldigte sein gestriges Fernbleiben mit der Teilnahme an einer Taufe. Nach seiner Auf­astung habe ein Ministerium, das zurückgetrc- ten sei, die Geschäfte zu erledigen, die im wohl­verstandenen Sinne des Staatswohles erle­digt werden müssen. Ein solches Mini­sterium habe nicht nur das Recht, sondern auch

Dor neuen varlamenttstarmen.

Berlin, 28. März. (Privattelegamm.) Die Fraktionssitzungen des Reichs- und Landtages nehmen am Montag ihren Anfang. Dem Reichs­tag liegen allein dreiunddreißig Anträ­ge vor. Die Sozialdemokraten verlangen den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, ohne jede neue Verzögerung. Die große Stre- emannsche außenpolitische Rede wird frühe­stens Ende nächster Woche gehalten werden.

Marx regiert Weiter.

Rechtsparteien drohen. Unaufschiebbare Gesetze. Berlin, 28. März.

Die Eisen im Feuer.

Berliner Wahlsieber. Kandidaten und Sparer (Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 28. März.

Der Wahlkampf um den Prästdentenstuhl hat seinen Höhepunkt erreicht. Hunderte von Propa­ganda-Automobilen der verschiedenen Parteien durchrasen die Stadt, die je nach der Einstellung schwarz-weitz-rot, schwarz-rot-goldene oder rote Fahnen mit sich führen. Auf den Straßen flute­ten großen Menschenmaffen, die sich zu den zahl­reichen Demonstrationsversammlun- gen begaben. In den Nachtstunden kommt es dann meistens zu Schlägereien zwischen Kommunisten, Bismarckbündlern und Reichsban­nerleuten. Die politischen Leidenschaften sind außerordentlich angeregt, sodaß die Polizei in ständiger Alarmbereitschaft steht. Die Wahlbetei­ligung dürfte diesmal besonders stark wer­den, da die Präsidentenwahl vollständig das Jn- tereffe aller Kreise beherrscht. Trotzdem prokla­mieren die Sparer-Organisationen, die über die Regelung der Aufwertungsfrage außerordentlich empört sind, den W a h l st r e > k. Die geringe Aufwertung der Sparguthaben aus 2,'/s Prozent hält Hunde.tlausende von der Wahl

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Nummer 75. Einzelnummer 10 Pf^ Sonntags 15 Pf.

del bringen. Wenn England die Politik der Reparationen verfolge, so werde sich der britische Handel nicht erholen.

Das Karblnalproblem gelöst.

London, 28. März. (Eigener Drahtbericht.) In gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß das Schatzamt und die deutsche Regierung sich in Bezug auf die sechsundzwanzigprozentige Einfuhrabgabe endgültig geeinigt hätten. Ueber den Inhalt des Abkommens fehlen Anhalts­punkte, doch glaubt man, daß es vom deutschen Reichstag ratifiziert werden wird.

Nach dem 29. März.

Die Schalten des zweiten Wahlgangs.

(Eigener Informationsdienst.)

Umgestaltung die schicksalsschwersten Ent­scheidungen anbahnen und im Innern Win- schafts-, Lohn- und Verfassungskonflikte sich aufs schärfste zugespitzt haben. Noch hat es zu allen Zeiten und bei allen Völkern immer ein gehei­mes Wallen des Weltgeists gefügt, daß aus tief­stem nationalen Verhängnis und Niederbruch heraus noch jedesmal ein Retter und Geistge- wattiger zur Sammlung, zur Tat, zu neuen Zie­len und Fernen emporriß. Diesen Großen hat weder die Brandung der Revolution noch die hohe Dünung unserer Gegenwartsnöte emporge­spült, das wissen wir alle oder wir haben ihn noch nicht an der Stimme erkannt.

-Die vier prominenten Präsidentschaftskandi­daten haben in den letzten acht Tagen bis zur Wahl allenthalben in den deutschen Hauptstädten gewaltige Werbeschlachten geschlagen und dabei ihr Letztes an Geist und . . . Redekünsten herge­yeben. Bis aus die böse Sprengbombe der ,Ver- sackungspolitik", die der Kandidat des Reichs­blocks, Dr. I a r r e s, in die Reihen seiner Geg­ner zurückschleudern mußte und die niemandem geschadet, unserem Ansehen im Auslande aber alles andere als genützt hat, ist der Wahltanz bisher glimpflich abgelaufen, von einigen bluti­gen Schädeln abgesehen, die sich einige jugend­liche Heißsporne in Berlin beibrachten, Die Wahlprogramme der drei bürgerlichen Erkorenen haben z. T. stürmische und begeisterte Kundge­bungen entfesselt, da in ihnen Symbole und Ideale aufstrablten, an denen die einzelnen Gruppen mit ganzer Seele hängen. Alle drei ha­ben die deutsche Sehnsucht nach Freiheit und Gleichberechtigung, den Rus nach einem größeren, vereinten Deutschland 'hren Hörern ins Herz ge­hämmert, sich dabei freilich auch oft für die Wal

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Ein Schlag ins Gesicht.

Der polnische Korridor eine Absurdität.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 28. März.

Robert Dell betont in einer Wochenschrift, die Lage im polnischen Korridor sei tatsächlich unerträglich. Eine Bevölkerung sei ohne ihre Zustimmung gezwungen, ihre Natio­nalität zu ändern und fremder Herrschafst un­terworfen. Es sei unmöglich, nach einem Be­such des Korridors nicht Ile Überzeugung der deutschen Einwohner zu teilen, daß eine solche Einrichtung nicht dauernd sein könne. Früher oder später müsse sie durch eine Vereinbarung zwischen Polen und Deutschland geändert werden, und je früher desto besser. So- ?ar ein einflußreicher Politiker in Warschau ätte ihm dieses zugestehen müssen. Dell er­klärte, leider wollten sehr viele Polen die Schwierigkeit durch Annektion des Gebietes der Freistadt Danzig und des gesam­ten Ostpreußens lösen, um Polen zu ver­vollständigen. Dell schließt, die Polen selbst müßten erwägen, ob sie sich leisten könnten, dau­ernd mit Rußland und Deutschland in einem feindseligen Verhältnis zu leben

ES gilt!

Variationen über das Thema des Tages.

Sechsunddreißig Millionen deutsche Männer und Frauen werden morgen vor ihrem Gewissen, vor ihrem Vaterland und vor der Welt bezeugen, ob und wie die sieben dürren Jahre der Drang- und Wirrsal, der Demütigungen und Entbeh­rung, der körperlichen und seelischen Verelen­dung u. Verzweiflung, ob u. wie dieser Gang sich durch die Wüste, politischer Irrungen und Wir­rungen ... sie sittlich und politisch gereift und geläutert oder sie noch tiefer in Haß und Ver­blendung, in Schuld und Trübsal verstrickt und verstoßen hat. Schwer eingehen allerdings wird es dem geraden und schlichten Sinn des vielgeplagten Staatsbürgers, daß dieser Riesen- anfwand an Geld und . . . Nerven, die Auspeit­schung aller politischen Instinkte vier Wochen später noch einmal (in wenigen Monaten zum viertenmal) in Szene gesetzt werden muß, um endlich und zum erstenmal in vieltausendjähriger Geschichte dem besten Mann als selbsterwähl- ten Landesvater für sieben Jahre Wohl und Wehe der Republik auszuliefern.

Der altböse Geist der Eigenbrödelei und Zerrissenheit in Parteien und Kli- guen Hai es zuwege gebracht, daß die beiden höch­sten u. wichtigsten Führestellen, die das Volk zu vergeben hat, auf Wochen hinaus verwaist und verödet bleiben, denn auch in Preußen ist die Auflösung und Neuwahl des Landtages so ziem­lich beschlossene Sache. Und das alles zur Stun­de, wo des Reiches Schicksal wieder einmal auf Messers Schneide steht, wo sich außenpolitisch in bezug auf V ö l k e r b u n d und Deutschlands

Berlin, 28. März.

, In den Kreisen des RcichSblocks hält , man die Kandidatur Jarres trotz der Ableh- nung durch die Bayrische Volkspartei für stark , siknug, um auch ohne die Unterstützung der . Bayern einen zweiten Wahlsieg davon zu tra- gen. Die Einheitsbestrebungen im Lager des Zentrums und der Linken hat man von vorn­herein erwartet. Es wird weiterhin betont, daß der Reichsblock keineswegs seine Kräfte im ersten Wahlgang erschöpft hat und daß er für die zweite Abstimmung noch starke Reser­ven zur Vcrsügung hält, um sie in die Wag­schale werfen zu können. Der demokratische Kandidat Dr. H e l l p a ch hat die Parole ansge- geben, im ersten Wahlgang getrennt zu mar­schieren und dann bei der zweiten Abstim­mung vereint zu schlagen. Man hält cs daher für durchaus sicher, daß vom 29. März ab der Kampf um die Rcichspräsidentschaft außerordentlich riesenhafte Formen an­nehmen wird und daß es dabei zu entscheiden­den Auseinandersetzungen zwischen rechts und links kommt. Schon jetzt hat sich der Kampf um die Präsidentschaft auf die Regierungs- frage im Reiche und Preußen übertra­gen, sodaß auch die Parlamente ganz im Zeichen des politischen Ringens um die Reichs- Präsidentschaft stehen werden.

Von Deutschland überflügelt.

Macvonald warnt vor bet Konkurrenz. (Privat-Telegramm.)

London, 28- März.

Macdonald betonte gestern in Nord-Jsling- ton in einer Rede, Englands neue Politik habe den enMifchen Handel bereits empfindlich geschä­digt Man habe Deutschland ein Repara - tionssystem auferlegt, das nicht nur die englische Kohlcnindustrie bedrohe, sondern auch den gesamten englischen Außenhandel. Heute leide England infolge der wirtschaftlichen Un­kenntnis derjenigen, die den V e rs a i l l e r Vertrag ausgearbeitet haben. Der Grund des erfolgreichen deutschen Wettbewerbs müsse in der besseren Organisation Deutschlands gc- ücht werden. In Deutschland herrsche Klug­heit, in England politische Beschränkung Der liberale Abgeordnete R u n c i m a n erklärte in einer Versammlung, die Bezahlung von Repa­rationen werde auf die Tauer nur Nachteile für die britische Industrie und den britischen Han-

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Ford als Luftschiffbaues

Bon einem Mann ,u lenken. (Eigener Drahtbericht.)

Ein teurer Präsident.

Wieviel kosten die Wahlen?

«nSsadea des Reichsmablbüros. Mit dem zweiten Wahlgang dreieinhalb Millionen. Der Geheimmsionds der Parteien. Sie schweigen sich ans.

Die Ausgaben für die Präsidentenwahl setzen sich zusammen aus den Ausgaben, die dem Reiaiswahlbüro entstehen und den vielen amtlichen Stellen in Stadt und Land, die anläßlich der Wahl ihren Beamienapparat meist durch Einstellung von Hilfsperso.ren auf kurze Zeit vergrößern müssen, um die große Arbeitslast, die aus wenige Tage zusammenge­drängt wird, bewältigen zu können. Zum Teil stellen sich allerdings auch freiwillige Hel­fer zur Verfügung; doch ist ihre Zahl nicht so groß, daß sie eine wesentliche Ersparnis im Ge­folge hätte. Aber nicht nur Personalausgaben hat das Reich, sondern vor allem sind es die Kosten,, die durch den Druck der Stimm­zettel und durch die vielen öffentlichen Be­kanntmachungen, die in der verschiedensten Form erfolgen, hervorgerufen werden. Man wollte diesmal, um die Kosten für das Reich zu verringern, die Ausgaben für den Druck der amtlichen Stimmzettel, die bei der letzten Reichstagswahl weit über hunderttausend Mark betrugen, den Parteien, die eigene Kandidaten aufstellen, aufbürden. Das hätte jedoch zu Un­gerechtigkeiten geführt, zumal die Mittel, die den Parteien zur Verfügung stehen, sehr ver­schieden sind, so daß manche diese Ausgaben kaum verspürt, andere schwer darunter zu lei­den gehabt hätten. Außerdem hielt >11411 »e.. nicht für angängig, da es sich-um eine''m oet * Verfassung v 0rg eschr i eb e n e Wahl han­delt, die Kosten hierfür, die natürlicherweise in den Ausgabenetat des Staates einzusetzen sind, den Parteien als nichtstaatlichen Organisatio­nen aufzubürden. Man darf allein die Druck, kosten für die amtlichen Stimmzettel für beide Wahlgänge mit mindestens zweihunderttausend Mark ansetzen.

Nach vorsichtigen Schätzungen dürfte der erste Wahlgang zirka 1,2 bis 1,5 Millionen Mark kosten. Wesentlich verteuert wird natür­lich die Reichspräsidentenwahr durch den mit ziemlicher Sicherheit zu erwartenden zweiten W a h l g a n g. Die Ausgaben verdoppeln sich fast genau, denn die Organisation des zweiten Wahlganges kommt in nichts billiger zu stehen, als die des ersten, da der Apparat, der im zwei­ten Wahlgang benötigt wird, der gleiche bleibt wie im ersten. Alles in allem wird demnach dem Reiche eine Gesamtausgabe von 2,5 bis 3 Millionen Mark erwachsen, die eher noch größer sein dürfte als geringer.

Man würde damit allerdings noch kein voll- ständiges Bild von den tatsächlich erfolgten Aus­gaben für die Reichspräsidentenwahlen erhal­ten. Denn was die Parteien an Kosten auf­zubringen haben, dürfte bei weitem die Aus­gaben überschreiten, die das Reich hat. Hier werden wir allerdings, im Gegensatz zu anderen Staaten, wie z. B- Amerika, wo regelmäßig nach einer Wahl die von der Partei zu tragenden Kosten veröffentlicht werden, keine Anga­ben erhalten. Dies schon deshalb nicht, weil es heute zum guten Ton gehört, daß eine Par­tei über »nicht allzugroße Mittel verfügt. Ist dies doch! ein Vorwurf, den die Parteien von rechts bis links nur allzugern gegeneinander erheben. Trotzdem kann man sich ein ungefäh­res Bild von den Ausgaben machen, wenn man sich die Ausgaben überlegt, die durch die direkte und indirekte Propaganda für die einzel­nen Kandidaten entstehen. Versammlungen werden abgehalten, Umzüge veranstaltet, Flug- schriften. Wablzettel in riesigen Mengen ver­teilt, Inserate in die Zeitungen gesetzt, und was sonst noch dazu gehört, um die Wäblermas- sen aufzurütteln und zur Wahlurne zu holen.

Allerdings können wir uns noch damit ttö- steu, daß in anderen Staaten die Wahlkosten noch wett höher als bei uns sind, da es z. B. in Amerika durchaus üblich ist, einen um- fassenden Stimmenkauf ,u betreiben. Gott sei Dank sind wir noch nicht so weit, daß sich der Deutsche seine Stimme erkaufen läßt.

zurück. Nach den Informationen der maßgeben­den Regierungskreise würde es möglich fein, ? ; s zumlO. April noch >

ganz neue Vorschläge hinsichtlich der zweiten 1 Abstimmung

zu machen. Aller Voraussicht nach wird die Ent­scheidung um die Rcichspräsidentschaft zwischen den drei bürgerlichen Präsidentschaftskandidaten Jarres, Marx und Hellpach ausgcfoch tcn werden. Für die demokratischen Richtungen handelt es sich mir noch um die grundsätzliche Streitfrage: ob Marx oder Hcllpach als Ein- heitskandidat der repiiblikanisch-demokra- tischcn Richtung aufgestellt wer en soll. Reichs­kanzler Dr. Luther wird Anfang nächster Wo­che aus Schreiberhau nach Berlin zurück- kehren, da der Ausgang des ersten Wahlkampfes Entscheidungen der Regierung notwendig macht.

Die Bahn ist frei.

Herriots Fragebogen als Verhandlungsbasts.

(Eigener Drahtbertcht.)

Rotterdam, 28. März.

Reuter meldet, daß der britische Kabinettsrat den Herriot'schen Fragebogen an Deutschland als Grundlage von Verhandlungen für den deutschen Garantiepakt anerkannt hat. Die britische Regierung werde nunmehr Deutschland zu offiziellen Verhandlungen einla­den. Tag bedeute aber noch nicht die Annahme der einzelnen Bedingungen Frankreichs. Beson­ders von englischer Seite wird jedes Eingehen auf die Forderungen Polens abgelehnt.