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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Mumn^e; 73 Einzelnummer IN Pf„ Sonntags 15 Pf.
Fre tag, 27. März 1925.
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang
Lloyd George als Zeuge für Oberschlesien.
Londoner Leuchtfeuer.
Chamberlain und das deutsche Programm.
Der englische Außenminister hat gestern vor dem Unterhaus das große Geheimnis zum Teil gelüstet, das bis jetzt über dem deutschen Sicbet- Leitkangebot lagerte. Der gebende Teil bei die- em Geschäft ist zweifellos Deutschland, da ja ein französischer Nachbar ein Interesse an bteer angeblich so heißersehnten Sicherung defsen bat, was er mit Tanks und Bajonetten aus die Tauer anscheinend selbst gegenüber einem Waffenlosen nicht sichern zu können glaubt. Der Gewinn, den Deutschland aus diesem Geschäft zu ziehen hofft ist nach allgemeiner Auffaffung der internationalen und der deutschen Presse die Revision der unhaltbar en Ostgren- pn. Freilich, nur aus friedlichem Wege soll diese Revision erfolgen. Deutschland verzichtet ai s bewaffneten Austrag seiner gegen Polen schwebenden Rechnung. Es beruft sich auf die Pälkerbundsbestimmungen, die eine schiedsge- riihtliche Regelung solcher Grenzstreitigkeiten zulassen.
Das Bedeutsame in den Ausführungen Chamberlains liegt zweifellos in seinen Worten, daß es für keine englische Regierung in Zukunft möglich sein werde, einen einseitig gegen Deut'chfand gerichteten Militärpakt mit Frankreich oben Belgien abzuschli-ßen. Gegenüber den Ausführungen Chamberlain? übt man an zuständiger Stelle in Berlin noch Zurückhaltung, da man die Ausführungen Chambenains über die Revision der Ostgren'e für unvollständig hält. Deutschland kann nur neuerdings wiederholen, daß seine Vorschläge in der Absicht erfolgt sind, der Welt den st ä r k st e n Beweis des deutschen Friedenswillens zu geben und sich dabei zu Zugeständnissen bereit zu erklären, die bis zur Grenze der Tragsähia- keit gingen. Man erwartete aber andererseits von dem Rechtsempfinden und dem moralischen Bewußtsein der übrigen Völler, daß sie Deutschland nichts zumuwn, was an seine Ehre und Stammestreue rührt. Wenn Deutschland erklärt hat, haß es das gesamte Grenzproblem lediglich auf dem Wege friedlicher Vereinbarungen zu lösen bestrebt ist, so liegt darin schon Deutschlands Wille begründet, daß es nicht etwa, nachdem die Westgrenzen durch einen Sicherheitsvakt unter allen Umständen gesichert erscheinen, seine Ostgrenzen durch Waffengewalt berichtigen werde.
Der polnische Außenminister Skrzynski hat nun aber bereits einen Vorhieb mit der Erklärung getan, daß Polen unter keinen Bedingungen eine Diskussion über die Revision seiner Landesgrenzen zulasten werde und daß keine polnische Regierung, ja keine Demokratie überhaupt, die geringste Aendorung ihrer Grenzen vornehmen lasten und unterzetchnen könnte. Skrzynski deutete an, daß Herriot wie auch Chamberlain die Anfsassung Polens vertrete, daß jede Diskussion über die polnische Grenze ein Spiel mit dem Feuer in einem Pulverturm gleichkomme und also einen Krieg heraufbe- sckwören müsse. Hier klafft offenbar ein ftar- fer Widerspruch. Skrzynski behauptet, Ghamberlain habe auch die Unverrückbarkeit der polnischen Grenzen zugesichert und Polen darin zugestimmt, daß selbst eine Diskussion über die deutschen Ostgrenzen den Krieg bedeute. Aus dieser Basis kann selbstverständlich Deutschland umfo weniger die Verhandlungen über seine Sicherheitsvorschläge führen, als in Polen eine starke Propaganda in dem Sinne eingeleitet worden ist, daß der Frieden Europas nur dadurch gesichert werden könnte, wenn Ostpreußen von der Landkarte verschwände und Polen unb Litauen zugeteilt würde. In diesem Punkte scheiden sich die Geister und eS wird angesichts der Erklärungen des volnischen Außenministers einer eindeutigen Erklärung Chamberlains be- dürfen ,ob er die Ausführungen Skrzynssts anerkennt.
Tas englische Presseecho beweist, daß die deutschen Vorschläge tatlächlich als der ernst" Wille Deutschlands gewertet und behandelt wurden, mitzuarbeiten an der endlichen Besrie- dunn Europas. Die Pariser Presse hält sich be. greislicherweise noch stark zurück, läßt aber jetzt schon die tiefe Enttäuschung und Ernstw- t e r u n g erkennen, in die Chamberlains politische Einstellung sie gestürzt hat.
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Scharfe Angriffe gegen Stresemann.
Berlin, 26. März (Privat-Telegramm.) Bei Beurteilung der Unterhausrede Chamber- lains betont ein Rechtsblatt, Chamberlains Sachlichkeit entbehre nicht eines srenndlichen Einschlags In der Frage der deutschen Oft grenzen wären seine Erklärungen wenig be- friebigend unb ebenso wenig werde man sagen können, baß er die Bedenken Deutschlands gegen den Eintritt in den Völkerbund wirksam entkräftet hätte. Durch die Berknüpsuug der R»u- mungs- und der AbrüftungSfrage werde die
Sache selbst nur wenig gefördert. Ein anderes Blatt benutzt die Darlegungen Chamberlains, um einen überaus heftigen Vorstoß gegen die Politik des Außenministers Stresemann zu unternehmen mit der Ueberschrist: „Ter Wahnsinn der Erfüllungspotittk aus dem Höhepunkt. Stresemann will bas Versailler Diktat anerkennen." Die Börsenzeitung erklärt, die deutsche Außenpolitik wolle gegenwärtig einen Kurswechsel vollziehen von einer pazifistischen Tendenz, wie sie selbst Wirth oder Müller-Franken dem deutschen Volke nicht zuzumuten gewagt hätten. Die Leitung der Außenpolitik durch Stresemann erscheinen als ein furA'tbarcg Ver- hängnis. Der Vertrag werde ein Stück Papier bleiben — sicherlich aus der feindlichen Seite und letzt-n End"s _ auch bei uns. Leichtherzig habe wohl selten ein Staatsmann gehandelt.
ObkiMkllkn Ist deutsch.
Lloyd George f Hofft eine Sensation.
(Eigener Drahtbericht.)
Basel, 26. März.
Telegrammen aus Lon on zufolge hat die große Rede Lloyd Georges im Unterhaus gegen Bolen und für Deutschlands uw- schmälerte« Recht ans ein ungeteiltes ObrrsMe sicn eine Sensation hervorgerufen, besonders lener Test, der sich mit Polens KriegSrii. Rungen und der oberschlesischen Frage beschäftigte. Selbst Lo"d Curzon habe daran 'esthallen wollen, dass die Gesamlabstim. mung in Obrschlesien für Deutschland ausgefallen sei, weöhalb Oberlchlesien bentscheS Gebitt hätte bleiben müssen. Oberschlesien würde "aS Elsast- Lothrinoen für die Zukunft sein. Die Rede Lloyd Georges betonte immer und immer toieb-r, daß England in ber oberschlesischen Frage für ein- Revision eintreten mü"*. bi- aber nur in Nebereinstirnmimg mit den Alliierten möglich fei. Der jetzige Zustand fti eine Bedrohung des F r i e de n s unb berühre Englands Interessen.
auch mit F r a n k r e i ch hat sich Deutschland über die Möglichkeiten eines Sicherheitspaktes zu verständigen gesucht Die Bedeutung der reutfaj« englischen Annäherung würde also lediglich darin zum Ausdruck kommen, baß England ber L n- ge Deutschlands ein größeres Ver- st ä n d n i s entgegenbringt als dies von französischer Seite bisher geschehen ist.
deutsche GoM reift Verhandlungen in der Stille.
(Eigener Drahlbrrichi)
London, 20. März.
Der französische Botschafter de Fleuriau ist cuS Paris zurückgekehrt. Aus Grund feiner Vollmachten erwartet man einen detaillierten Meinungsaustausch ber alliierten Regierungen ES gehen Gerüchte von einem zweiten Memo randum um Deutschlands um, bas sich eingehend mit ber Schiebsspruchfrage und den Fragen beschäftigen soll, die sich auf die deutsche West- unb Ostgrenze beziehen. Als Grundlage dieser Vorschläge dürften die zwischen Deutschland einer» seits und Schweden, der Schweiz und Finnland andererseits abgeschlossenen SchiedSverlräge gelten. Ein politischer Korrespondent will wissen, daß drei tßuntte zur Verhandlung komme i werden: 1. Die nat-onale Abhängigkeit der Staat n; st. die territoriale N'iVerletzlichkeit und 3 die höchsten vitalen Staats'nlcreffcn.
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Selbst Amerika hofft.
Rewyork, 26. März, (gunftelegramm.) Hiesige offizielle Kreise sprechen sich über die Ern- sfünrrg Chamberlains zu den deutschen Vorschlägen unb über diese iclLft äußerst optimistisch aus. Auch die Presse beurteilt die Lage im allgemeinen dahin, daß ein neuer unb entscheibenberSchrittzur Regelung der politischen. Lage in Europa getan ist, wenn Englands Vorgehen auch in den übrigen Säubern eine Nachfolge finben sollte.
Fmu und Bolitif.
W«S muß sie vom Weltgeschehen wissen.
Ja müßleliae« Schoüea bat sick! der Weitblick der modearr» Frau neue JaieresiruSLbiete erobert. Mit dem Geschenk deS Fraueaivabl- rechis bet sie aber auch staatsbürgerliche Pillch- te« auf sich genommen die eine unierer Mitarbeiterin ne» in oerMrtbtnSootseit. w-irmherü- oen Betrachtnune» nüber kennzeichnet.
Frau unb Politik kam nun in einen untrennbaren Zusammenhang, während die meisten abseits ober gleichgültig dieser Neuerung gegcn- iiberftanben, waren sich die berufenen Führerinnen sofort ber ungeheuren Tragweite der Ausgaben bewußt unb begannen als Erstes gegen die Interesselosigkeit den eigenen Reiben zu käntp- sen. Die wirkliche Ur fase in der GletchgülUg- keit lag wohl in Der Schwierigkeit, die Materie als solche zu verstehen und sie zu beherrsche«, solange alle Zusammenhänge unklar und unbegreiflich blieben, schien das Feld ein wes'its- , fremdes unb ließ das wctrmguillende weibliche GefühlSmoment kalt aber in der Beziehung wurde die Zeit unsere beste Lehrmeisterin re- rabe die Führerinnen triefen immer wieder v n Neuem auf die Last b?r Verantwortung hin, welche die neuen Rechte den Frauen aufert gte. unb wenn wir bedenken, daß in Deutschland mehr denn
eine und eine holör Million Frauen mehr leben, wie Männer,
spricht die Zahl als solche in klarster Logik zu uns, denn sie ist politisch schematisch aussckl a- gebend, als Resultat der jetzigen Verhältnisse. „Praktisches Wissen ist die Wurzel der Vernuft — in diesem Sinne müssen es bte deutschen Frauen als vornehmste, selbswerstöndl che Pflicht aufsassen, ihre Interessen für Politik u wecken und zu steigern, um sich mit den lebendigen Gegensätzen der Jetztzeit auch veliii'ch selbst auseinander zu setzen. Wir m ssen unteren eigenen Gesichtswinkel zur Politik haben und ibn vertreten können. Wir müssen das 5er-
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Die deutsch-polnMen VerhanSlunmn stocken
Berlin, 26. März. (Ptivattelegtamm.) In den deutsch-polnischen Hanbelsvertragsvcrhand- lungen wurde ber Plan einer birektrn Eisenbahnverbindung zwischen Deutschland und Polen genehmigt. Der übrige Teil der Verhandlungen ist über den Anfang noch nicht hinausgc- kommen, so daß die Gerüchte über einen deutsch- polnischen Zollkrieg ab 1. April nicht ganz unbegründet sind. Sachlich beständen Meinungsverschiedenheiten die noch auf eine lange Ver- bandlnngS^aner hind«-itt<-ten. Die volnischen Delegierten sind nach Warschau abgercist, um neue Instruktionen einzuholen.
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volen Ist verblüfft... England jubelt.
Rotterdam, 26. März. (Privattelegramm. > Meuter meldet, daß der polnische Gesandte gestern Nachmittag im Auswärtigen Amt erschienen ist Chamberlain habe zu Llohd Georges Rede keine Erklärungen geben können, da es sich um keine ministerielle Auslassung gehandelt habe. — Ein Blatt schreibt: Ter Schritt des polnischen Gesandten beweist, das Lloyd Georges Rede gewirkt Hai. Lloyd George hat für ganz England und für die Unteilbarkeit Ob e rfchlesicnS gesprochen.
Sin englischer Sonnenstrahl. Darf man auf Chamberlain bauen?
(Eigener JnformanonSbieofl.)
Berlin. 26. März.
In Berlin ist man geneigt, der durch die gestrigen Ausführungen Chamberlains ein- geleitttcn neuen Wendung der englifchcn Außenpolitik starke Bedeutung beimeffen, wenn sich aus der Haltung Englands ergeben sollte, daß man Deutschland alS einen maßgebenden Faktor der Garantierung des Friedens anerkennen will. Man wird sich englischerseits darüber klar wer.en müssen, daß Deutschland nicht einseitig den anderen Mächten Garaa- tien geben kann, ohne selbst seine berechtigten Wünsche aus R e s p e k t i e r n n g der deutschen LcbenSinteresscn anerkannt zu wissen. Wie wir hören, ist die englische Regierung über den deutschen Standpunkt genau unterrichtet Chamberlain dürste vor der Abgabe seiner Erklärungen durch den deutschen Botschafter in London ausführlich unterrichtet worden sein, sodaß seine Erklärungen keineswegs eine rein zufällige Erscheinung darstellen könnten. Zwischen seinen Erklärungen und den deutsch-englischen Unterhandlungen steht zweifellos ein starker Zusammenhang, der auf eine erfreuliche Berbefferung der deutfch-engli- schen Beziehungen hinzuweifen fcheint. Aber
Schon Im borst rüdften Stadium.
Washington, 26. Mckirz. (Funkdienst.) Man glaubt hier, daß die Angaben Chamberlains über die deutschen Garantievorschläge Anzeichen dafür sind, daß die englisch-französischen Unterhandlungen über dir Sicherheitsfrage vorgerückter sind als man im allgemeinen annimmt Chamberlain müsse unbedingt der Zustimmun Frankreichs gewiß aeroefen sein, umsomehr, als Chamberlain der Frankreich am freundlich- it e n gesinnte Minister Englands sei.
tlnd noch einmal Jar res.
VerfackungSpolitik und Weimarer Verfassung.
(Eigene Drahimcldung.)
Stuttgart, 26. März.
Präsidentschaftskanoidat Dr. Jarres führte gestern u. a. hier aus: Wenn man jetzt seine Tätigkeit im Ruhrkampf heruntersetze und ihn als Rheinländer zweiter Ktasse tzinstelle, so wehre er sich dagegen. Bei Aufgaln oes passiven Widerstandes habe er eine fta r k e d e u t s ch e p o'- l i 1 i k verlangt und vorgeschlagen, zu erllärrn, daß auch wir so lange vom FrieddnSoertrag eni- bundcn seien, bis die Ruhreinbrecher die Völker- rechtlichen Zustqndr wieder hergeftellt hätten. Dies sei keine Katastrophenpolitik. Seine Gegner hätten jedoch mit dem Gedanken eines autonomen Rheinlandes gespielt. An diesen peinlichen Auseinandersetzungen kön >e jedoch nur der Feind seine Freude haben. Wir müssen auf allen Gebieten eine nationale Außenpolitik treiben, aber keine nationaliftifche, sondern würdig und besonnen, unter Ablehnung i aller pazisistisiycn und internationalen Ge an- kcngänge. Auch müßten wir Achtung vor dem grundlegenden Verfassunasgesetz von Weimar haben, ba6 nur auf vrrfassungsmäßi gern Wege geänbert werben bürfe.
2lusdieka^geBankg?fchob?n
Sie verschleppen ben Kon: »llbericht.
lEigener InsormanonSbienst)
Berlin, 26. Marz.
Wie wir hören, ist bie beabsichtigte Note der alliierten Regierungen an Drutschlanb, bie noch in diesen Tagen abgehen follte, plötzlich verzögert worben. In ben Kreisen bes Berliner Auswärtigen Amtes herrscht hierüber große Beunruhigung, ba man befürchtet, baß bie gesamte Räumungsfrage infolge ber noch beftehen- ben Unklarheiten auf bie lange Bank geschoben werben wirb. Im englischen Unterhaus erflärtc ein Regierungsvertreter, es sei noch unbestimmt, wann unb in welcher Form ber R o n- irollbericht über bie Verfehlungen Deutfch- lanbs veröffentlicht werben würbe.
auswachsen beä Staates aus politischen 5ofgerungen versolgen unb in Kontakt kommen mit dem staatsbürgerlichen Wesen, gleif-biel ruf welchem Gebiet, um unser Ick so in eine bestimmte Einstellung zu Br naen. Wir mö en irren, selbstverständlich, aber keine Entwicklung fängt mit einem Vollkomm'nheitSstad'nm an, wir müssen auch unsere Fehler ertragen können und daraus weiter lernen, um zu eir.em fortschreitenden EntwicklunaSfluß zu kommen. Wir müssen mit offenen Kurten erschauen, was Staat heißt, was Staat ist. unb bantit im Innern anfangen Aus ber Familie heraus greift unser Wissen zum Berus, zur Gemrinbe, um Staat, unb alle«, was Gutes, Ebles und H'If- reiches tn uns liest, muß sich hier auswirk"», bann werden wir die Enge einer Verkett' ng von Staat und Einzeftnbivchuum versieb"n. Auch bierwiederum ist es eine Selbswe^ä'chlich- keit, daß bet Frau alle Gebiete des H-ls-nköit- nens, also ber Wohlfabrtvfleae, Soüi l'ürs-rge aus ihrer weiblichen Einstellung berait«, am närffien liegen, was aber praktisch ausgewertet eine weitere Steigerung ftaatspolitischer Gedanken zur Höbe ib-aler Größe bedeutet Er ist also Pflichtsgche ber Frau, sich um Pelit'k tu kümmern, wobei ausdrücklich betont wchd daß politische und parteipolitische Bildung kei"erlet Einheit sind. Unser Wissen baut sich s-iner Grundstellung aus ber Geschichte auf, zu bem wir icne Erlebnisse und Erfahrungen hinzuttin, welche wir alle imbebingt gemacht haben, wir müssen auch wissen,
wem wir unsere Stimme geben, um das Schaffen und Vertreten unseresDillens. in bie richtige Hand zu legen. Wir müssen wissen, wie alle rne Fragen, n-elche uns fo wefensuab scheinen aufpcsaßt toerben, wir müssen wissen, wie Kultltraek'Iet, Srzi Ige- biet staatsgeweinsc!oktttch ausgcfaßt wird, um bandeln zu können So w-rden rott, unme k- lief* fast, allmählich in unser- Pflichten hinein« wachsen denn febon ieet muß feftgeflefft werv'ii, wie barmnnif* durchrchnittlih diese Gern-inar- beit von Monn unb Frau herfävft rub w l-be positive Beeinftutzt'na aerobe die bürae l che Frau aus so viele Fragen ber Gefe^gebung gehabt hat Weit entiernt, sich als Politikerin im Reich?- oder Landtag am tParteigeiänf zu beteiligen, handelt die bürgerliche Fran ihren Wöhlern gegenüber sinna-mätz durch thre Tat, von der gemeinhin wenig in die Oeffeutlt- leit bringt. Wie aber soll eine Hausfrau unb Mutter bei beo zwangSläusige" ?chwi.>rigkeit?n bet Heutzeft noch genügend Muße baben, um sich zu orientieren? Die Frage ist äußerst schwie- S, aber es hat sich ergeben baß Frauen, w-lche mit Interesse diesen Fragen zuwanbten. es alS wne Erholung aussaßten. im angefangenct Sinne weiterzuftreben, unb nah Uebertoinbiing bes Anfangsstadiurns ist ei» allgemeiner Heber- blick garnicht beschwerlich ober zeiitaubenb. Ei-