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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Sonnabend, 21. März 1925.

Einzelnummer 10 Ps., Sonntags 15 Ps. 15. IahkgtMg

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afrion eine Berantwortuug ober (fleroähr in keinem Kalle übernehmen. iHürf» ahlnna beS BetugSgelbes ober «nlvritche menen etwaiger nicht orbnungSmäffiger 'let-nin- -ft nnacefdiloaen i<nftl*r<fton'o ftranftur* a. Main Nummer ttffxtt

$PWt"e> 68. Einzelnummer 10 Pf Sonntags 15 Ps.

Sranfreicö fürchtet unsere Jugend.

Wie foN das enden?

Biele Kandidaten u. keine Nachfolger in Preußen

Das nun feit endlosen Wochen hinter den Kutinen hhd auf offener Lzeae in |j,on fajt tragikomischen Wendungen aufgesührte Schau­spiel .Regierungsbildung in Preußen' hat ge­stern damit wieder einen dramatischen Höhe­punkt erreicht, daß Ministerpräsident Marx seine aussichtslosen Konstruktionsversuche einge­stellt und seinen Austrag zur Kabinettsbildung zurückgegeben hat. Die immer wieder umge­stürzten Pläne dieses vielbeschäftigten Strategen, die zuletzt auf die Bildung eines überparteilichen Beamtenkabinetts Hinausliesen, waren ja in oem Augenblick zum Scheitern verurteilt, als die Rechte einem Politiker ihre Unterstützung ver­sagen zu müssen meinte, der als heißumworbe- ner Kandidat für den Reichspräsident«! n- posten von vornherein aus dem Sprunge stand, nach einem anderen Krieasscha"vlatz a zrschw' n* men, sodaß dann der eben erst ausgetauchte Re­gierungskonzern vielleicht abermals in der Ver- senkung verschwunden wäre. Diese gänzlich un­haltbare und hoffnungslos verfahrene Situation hat Denn auch die Zentrumspartei bewogen, ihren Hauptstürmer aus der preußischen Regie- runp.sfront herauszuziehen, und ihn gänzlich füt die Reichspräsidentenwahl freizumachen

nachdem nun kostbare Sinken unwiderbring­lich vertan und verloren sind, geben die Ver- suche zur Bildung eines Beamten- und Zwifchenkabinetls weiter, um wenig­stens endlich einmal aus dieser fast unerträglich gewordenen Krisenluft herauszukvmmen. Ten« immer wieder mutz man aufs sc^är ste fa-Ar daß oieier ewige Zcrmürbungeiampj nicht damit abgetan ist, daß aus den Partcilagern heraus einer den anderen als schuldig bezeichnet und ihn der Sabotage', olitik bezichtigt. Tenn schließ­lich ist der leidtragende Teil doch der preußische Staat, dessen Verwaltung immer mehr aus den Fugen gerät und das Volk, dessen Hoffnungen, von einer Krisis zur andern verschleppt und ver­tröstet, allmählich einer ernsten Beunruhigung und bitteren Res gnation weichen müssen.

Die Verhandlungen über die Aufstellung eines neuen überparteilichen Kandidaten für den Ministerpräsidentenvosten und neue Möglichkeiten der Kabinettsbildung geben natür­lich fieberha t weiter, sind aber bis in die heuti­gen Mittagsstunden hinein noch zu keiner an­nehmbaren Lösung gediehen Ein halb Dutzend Namen schwirren durcheinander. Ta werden der frühere Finanzm>nister Samisch und der Kammergerichtspräsident T i g g e s ge­nannt. Auch auf eine Kandidatur des früheren Präsidenten des Reichsversicherungsamtes Dr. Kaufmann hatten sich Zentrum und Rechts- farteien vorübergehend geeinigt, haben diesen Vorschlag jedoch schon wieder ad alia gelegt Für ibn wird erneut ter Entwafsnungskommissar Peters genannt, während die Anregung, Höpker-Aschofs den gegenwärtigen demo­kratischen Finanzminister mit der Bildung des Kabinetts zu betrauen, bei den Rechtsparteien keine Zustimmung sand.

Noch gestern abend haben die bisherigen Re­gierungsparteien die Forderung aufgestellt, daß das neue Kabinett nicht unter der Führung einesBeamten, wie es von der Rechten ge fordert wird, sondern unter der Leitung eines republikanischen Parlamentariers stehen müßte. Diese Forderung wird bei den weiteren Befpreclmngen mit aller Entschiedenheit bet Reckten gegenüber vertreten werden. Jeden- falls dürften wieder mehrere Tage vergeben, bis es zur Neuwahl eines Ministerpräsidenten kommt, wenn nickt die Auffassung jener parla­mentarischen Kreise durchdringt, daß die ganze heillos verwirrte Negierungsfrage bis n a ch d e r Präsidentenwahl vertagt wird, die dann ein klares Bild der gegenwärtigen politi- scken Strömungen im Volke bringen soll, lieber diesen Fall wird heute der Aeltestenrat deS Landtages Beschluß fassen, der vermutlich die Neuwahl abkbnen und die Vertagung auf den 31. März ausfvrechen wird. F. R.

* * *

Heroldsmfe für Marx

Berlin, 20. März. (Privattelegramm.) Rack dem wie schon in einem Teil der gestrigen Sus gäbe berichtet. Ministerpräsident Marx feinen Auftrag zur Regierungsbildung zurückge- geben hatte, sind Die Parteien sofort zu neuen B-'Grechnnaen zusammengetreten die heute während des ganzen Vormittags sortge'-X wur­den. Mehrere Berliner Blätter nehmet »n. raß in Der heutigen Sittung des AellestenrateS !"S preußischen Landtages ein Antrag auf Berta- gung der Regierungsbildung bis nach oer Reichspräfidentenwahl gestellt werden wird. Eine bevorstehende yroklsmation des Zentrums für Marx als Reichspräsident wird auf die Idee der Volksgemeinschaft und des inneren sozialen Friedens Hinweisen. 3n außenpolitischer Hin­

sicht tritt sie für die vesriedung Deutsch­lau d S und Europas sowie für tue Befreiung Der besetzten Gebiete ein. Gleichzeitig soll Der VölkerbundgeDanke eine wichtige Rolle in Der Proklamation spielen, ohne daß jedoch la­bet Den Entscheidungen Der Reichsregierung ir­gendwie vorgegrissen werden soll.

In baffer Angft.

Frankreich fürchtet unsere Jugend. (Eigener Drahtbertcht.)

Paris, 20. März.

Bei einem republikanischen Festmahl fragte der ehemalige Minister Isaac u. a., ob jetzt etwa die Sicherheit Frankreichs mehr gewährleistet sei als früher? Wer möchte behaupten, daß man jetzt nicht mehr Daran denke, Frankreich an­zugreifen? Bielleicht Die Verfasser des Be­richts der berühmten interalliierten Militärkon- trolllommission, von dem soviel gesprochen werde, ohne daß man ihn zu veröffentlichen wage? Mau denke zur Zett nur daran, Die Lasten Des Mill iärdiectsies zu verringern. Man zerstöre die na­tionalen Kräfte mit der Behauptung, daß jen­seits Der Grenze Freunde wären, Die den Krieg zu verhindern wüßten. Die republikanische S e - natsgruppe gab der Regierung ihre Besorg niS zu erkennen, da Deutihland feine Aufmerk­samkeit besonders der militärischen und sporr- lichen Borhereitung der Jugend zuwenve (!) um ließ den Kriegsminifter nach Dem Gesetzentwurf betreffend die militärische Vorberei­tung der Jugend fragen, Der seit mehreren Jahren aus seine Verodi - - ung warte. Schließ i'i) ST---'er gj < ' .v» 1 "

t r o ll b e r ich e iS eeZinnat, Damit die Äu,mert- famfeit für die nationale Sicherheit stäub ig auf­gerüttelt und waaSehalten werde.

Bgkhw n dlekhr fest.

Zwei ganz verschiedene Dinge.

(Eigener Drahtbertcht.»

London, 20. Mär;..

Handlungen teilnähmen, fei äußerst wünschens- töert Bezüglich Der Washingtoner Abrüstungs­konferenz heiße es, daß augenblicklich keine Ber- ftändigting zwischen Großbritannien und Frank­reich erzielt fei. Die Kleine Entente und die öst­lichen Staaten übten einen beträchtlichen Druck aus Frankreich aus, damit es eine weniger negative Haltung einnehme.

Stätten hes Grauens.

Am Schauplatz der Wirbelfturmkatastrophe. (Durch Funlsprucy.)

Newyork, 20. März.

Präsident Coolidge hat für das vom Wirbel sturm verheerte Gebiet angcordnet, daß das amt1 rtkanifche Rote Kreuz seine gesamten Hilssque» lcn zur Verfügung stellen soll. Im Stürmgebk: sind alle Spitaler überfüllt. In vielen Fallen waren die Chirurgen gezwungen, die Operationen ohne Chloroform vorzunehmen, do die Vorräte erschöpft waren. Das ganze Zerstörungswerk mar in fünf Minuten vollendet. Vor Ausbruch des Sturmes war das Wetter fehr schwül. Der Himmel zeigte eine aschgraue Farbe. Plötzlich brach der S t u r m l o s. M u r - physborough steht in Flammen. Die Truppen sind in allen betreffenden Städten attfgeboten worden. Von allen Seiten werden Extrazügc und tausende von Auto­mobilen mit Hicfsmacerial avgesandt. Der Trans-Continentat-Zug von San Franzisko nach Newyork ist in Anapotis ans den Schienen tirXIvnfc.et'i ' Dir B gpen wurden

Knrtenhu^iere srrvruü« qq» mrc,-p 2 sinh ums Leben ge k 0 m m c n. In den Stra- ßen wurden Straßenbahnwagen über- cill umgeworfen. Der Viehbestand ist im ganzen Ilmkreis sozusagen vernichtet. Es kam vor, daß Kühe und Pferde meilenweit wcggefckleudcrt wurden. Der Sturm war so heftig, daß vielfach Den Leuten, Die sich auf der Straße befanden, Die

Sfeiber vom Selbe gerissen

Im Unterhaus erklärte Baldwin gestern auf eine Anfrage, daß der K 0 n t r 0 l l b e r i ch t gegenwärtig einer eingehenden technischen P rüsung unterzogen werde. Die englftche Re- gcernng fei Der Ansicht, daß Die Frage der Räu­mung Kölns nichts mit der Frage Der Sicherheit Frankreichs zu tun habe. Die jüngsten Unterredungen Chamberlains cn Genf und Paris hätten an diesem Tatbestände nichts geändert Alle Fragen würden am nächsten Dienstag zur Behandlung kommen. Dem K a - pinc11 hat Chamberlain bereits gestern über die Pariser Besprechungen Bericht erstattet Mit dem französischen und amerikanischen Bot­schafter hacke Chamberlain gestern inbczug auf die Sicherheitsfrage Unrerredungen.

Schlau auf Schlag.

Eine Ostcrkonfcrenz in London?

(Privat-Telegramm.)

Rotterdam, 20. März.

Nach einer Meldung des Pariser TempS aus Berlin ist eine neue deutsche Note über den Stand der Abrüstung, die Wiederaufnahme der Militärkontrolle und im Zusammenhang Da­mit auch über die SicherheitSsrage und oen Eintritt in Den Völkerbund an nie alliierten Regierungen unterwegs Die deut­sche Regierung sei jrtzl entschlossen, unter allen Umständen zu einem Abschluß der Differenzen mit den Alliierten zu kommen. Der deutsche Boc- schatcfr war gestern wieder über eine Stund lang bei Herriot und nm Mittwoch Abend in der englischen Botschaft. Mitteilungen -nfll frfien Botsckatt. Mitteilungen Londoner Blättern zufolge findet die nächste Zusammen­kunft zwischen Herriot und Chamber- l a i n in der Lsterwocke in London statt. Früher würde auch kaum die Entscheidung über den Räumungstermin der Kölner Zone fallen.

Man muß sie zähmen.

Frankreich zum Entschluß gedrängt (Eigener Lrahtbericht.)

London, 20. März.

Ein politischer Berichterstatter glaubt, das Der Plan de» tschechoslowakischen Bußen ministerc Benefch betreffend zwei besondere Gruppen von Pakten sympathische Erwägung gesunden habe und daß Chamberlain seinen ganzen Ein­fluß für das Zustandekommen einer Konferenz zwischen Deutschland und Frankreieck geltend mache. Daß die Bereinigten Staaten, wenn auch nur in beratender Eigenschaft an den Ser»

wurden. Leichen wurden vom Sturm zum Teil zwei Meilen weit wcggetragen. Zahlreiche lieber» lebende sind Irrsinnig geworden und irren auf freiem Felde umher.

*

Bis jetzt tausend Tote.

Paris, 20. März. «Prioattelegrmmn.) Wie eine Meldung ans Newyork besagt, beläuft sich nach den letzten Berichten die Zahl Der bei Dem Tornado Getöteten auf tausend, die der Ver­wundeten auf dreitausend Personen. Man be­fürchtet, dotz noch eine große Zahl von Personen unter den Trümmer.1 liegt.

Die sieden Kandidaten.

Wie der amtliche Stimmzettel aussieht. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 20. März.

Amtlich wird gemeldet- Die aus Grund von Wahlvorschlägen für den ersten Wahlgang Der Reichspräsidentenwahl zugelallenen Anwärter, deren Namen auf dem amtlichen Stimmzettel vorgetragen sind, sind folgende: 1 Otto Braun, preufiifdjer Ministerpräsident a- $, 2. Dr. Hein­rich Held, bayerischer Ministerpräsident, 3- Dr Willi Hellpach, badischer Staatspräsident, 4. Dr. Karl Jarres, Rcichsminifter a. D., Ober­bürgermeister, 5. Erich Ludendorff, General Der Infanterie a. D 6. Wilhelm Marx, Reichs kanzler a. D-, 7. Ernst T a e l m a n n, Transport­arbeiter und Mitglied des Reichstages.

Der Schrecken Japans.

Slngapore im Unterhaus.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 20. März.

Im Unterhaus verteidigte der Martnemini» fter gestern dieFlottenbafisvon S1 nga- Pore, die keine Bedrohung Japans darstelle. Zudem unterhalte England mit Japan die freundschaftlichsten Beziehungen Mardonald erklärte, es fei mit Rücksicht auf Die Beziehun­gen zu Japan bedauerlich, Daß Dieser Plan von Der konservativen Regierung wieDer oufge- gtiffen worDen sei Bellairs (Konsecvattv) trat für völlige Abschaffung der U-B 0 01e ein und bedauerte Da ßdie Dominions nach dem ein und bedauerte, daß die Dominions nach dem bauen dürften. Hierauf wurde der Marineetat in der Hauptsache angenommen.

Der Prinz hält Hof.

Feierlicher Morgenempfang im St. Jamespalast.

König Georg reift gen Süden Hofvarade »or dem Prinz von Wales. Damen nicht zngelaffen. Strenge Musterung. Der Kratzfuß. Prunkvolle Uniformen. Phan­tastische Trachte«. Ansklang.

London, März 1925

Kalt bläst der Wind von Irland her unb die Herren Wetter-Experten sagen, daß dies liebliche Wetter, hellster Sonnenschein mit Regen- und Schnee-Böen, bie ganze Woche hindurch anbal-- ten soll. Jedenfalls hat das Aerzte-Kolle- g i u m dem Könige gestern nicht gestattet, Den geplanten ersten Spaziergang im Schloßpark zu unternehmen. Er ist Doch recht angegriffen von )er langen Krankheit, Die er bis vor ganz 'urzer Zeit im Bett durchkämpfen mußte. DieVic­toria und Albert" wartet vor Gibraltar, um Den Kranken wahrscheinlich an der Süd- küste Frankreichs an Bord zu nehmen und ihn im sonnigen Mittelmeer voller Ge­nesung zuzusühreu.Royalties" sicco bie von allen Verehrtesten Personen. Heil und auf Kind und Kindeskind übergehende ruhmvolle Tradi­tion dem Hause, unter dessen Dach der König oder die Königin oder überhaupt ein Mitglied des königlichen Hanfes geweilt hat. Ein kleines Charakteristikum: Da wird in Deutfckland ein Film aufgeführt, der in Overettenart Vorgänge an einem kleinen Fürstenhof zu bebandcln scheint. Dor Berickierstatter über-diese Neuheit

«msfprechm,M e b.- Film mit ben Fürstlichkeiten umgeht.

Doch, um auf ben Eiswindvon Island her" zurückzukommen, infolge der beklagten Krank­heit des Königs wird heute der Prinz von Wales eine neue Vertretungspslicht ausüben und im St. James Palast einen Morgen­empfang mit aller würdevollen traditionellen Ze­remonie abhalten. Die Vorstellungen bei dieser Morgenkur gelten, als wären sie vor dem Könige selber erfolgt, und so groß ist der Andrang zu dieser Ehre, baß morgen Vormittag biefelbe Gala-Zeremonie noch einmal stattsinben muß. Zwar sind biete derben Empfänge nur für Drän- ner. Ter Glanz der Toiletten wirb fehlen, keine junge Debütantin wirb mitsamt ber Frau Ma-' ma in Sorge, Angst unb Verlegenheit zittern. Aber boch ist bie Sache auck für Männer nicht so einfach unb Schneiber. Kammerbiener unb auch Damen werben keine leichte Zeit heute morgen burchmachen, benn bevor ber Moment bes Vorbeizuges kommt, sinb noch manche an- bere schärfster Kritik burchzumachen. Für ben, ber nicht daran gewöhnt ist, ist das Passieren der langen dichten Zusckauergasse ein eigen Ding, aber dann kommt die eigentliche Prüfung erst. An den Portalen stehen mit wahren Lur- augen begnadete Beamte des Oberstkammer- Herrn-Departements, die mit scharfem, schnellem Blick jeden Eintretenden von oben b i s un­ten m u ft e r n. Den Herren entgeht auch nickt der kleinste Knopf, und es handelt sich nicht allein darum, daß der Anzug genau den Bestim­mungen enfsprickt, fondern daß auch alle einzel­nen Stücke peinlich korrekt getragen werden. Bei neu ernannten und beförderten Offizieren über­nehmen ihre Vorgesetzten diese Musterung mit derselben unnachsichtigen Strenge, wie ein Un­teroffizier vor einem Paradeantreten. Ist diese Prüfung vorüber, kann man bis zum Vorzim­mer vorwärts, wo die diensttuenden Z e r e - monienmetffet die Namen rufxn. Dann schreiten sie langsam weiter bis zum Halt vor dem Prinzen. Eine tiefe Verbeugung und es ist gewesen.

Und wenn auck die Damen fehlen, es ist dock immer wieder ein fesselnder Anblick in die­ser farblosen nüchternen Zeit ein Bindeglied zu jener versunkenen. Da kommen die Ka­bln e 11 8 m i n t ft e r, bie nicht weniger gl-in- zenb angetan sinb, wie bie Felbmarschälle und Abmirale, ba kommen bie großen Diplomaten heran in ihren von Goldstickerei strotzenden Uni­formen und ihrer funkelnden Sterne unb Hals- orben Pracht, bie Garben unb Lorbleutnanls in Scharlach und Gold, in Vermillion und Sil­ber. Peers in ihren pracktvollen, mit Herme­lin verbrämten Scharlachroben, kirchliche Wür­denträger in ihren kanonischen Gewändern, Rich­ter in ihren Allongeperücken, Magisttaisperso- nen unb Lorbmajors, alle in ihren Amtstrach- ten. Unb' langsam, wie sich bte Farbenpracht allmählich in baS nüchterne Schwarz unb Weiß wanbelt, fühlt man sich Wieber in ben Alltag versetzt. Zwei gewaltige unsichtbare Torslüael sckwingen langsam zu, unb es ist wieber 1925 mit Einkommensteuern unb Auto-Omnibussen, mit WohnungS- und Nahrungskümmernissen. Und mit der Sonne ist e8 auch kümmerlicher ge«