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NuNiN e» 65. Einzelnummer 10Pf., Sonntags 15 Ps.

Mittwoch, 18. März 1925.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. ZahrgÜNg

Hermt-Chamberlains schweres Pariser Duell.

Ein neues Europa.

Was steht für Deutschland jetzt auf dem Spiel?

Von

Staatssekretär z. D. Frhr. v. Rheinbaben, M- b R.

Bei dem bekannten von Deutschland borge- Mäzenen Garantiepatt zu Fünfen handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger als um die Sicherheiten aus beiden Seiten der deutsch-französischen Grenzen sowie Dereitschaft zu S ch i e d s g e r i ch t s v er l r a - gen für die Regelung lünftiger Verhalt- nisse zwischen Deutschland und seinen Nachbarn an anderen Grenzen. Mit diesem klaren und positiven Schritt wollte man nicht nur auf die künftigen deutsch-französischen Verhandlungen in der Sicberheitssrage einwirken, sondern auch in all die öffentlichen und geheimen Verhandlungen und Jntriguen hineinleuchien, die im Laufe del legten Monate vor und hinter den Kulissen, innerhalb und außerhalb des Völkerbundes be­züglich anderer Deutschland aufs höchste in- teressterender Fragen, in erster Linie der Zu­kunft des R h e i n l a n d e s, gesponnen worden sind.

Frankreich gegenüber wurde die alte Formel wieder aufgestellt: Ohne Befreiung des deutschen Rheinlandes 'n absehbarer Zeii gibl cs keine Befriedung zwischen Deutschland und Frankreich und auch keine Befriedung Euro­pas. Die in einem feierlichen Pakt zu garantie- rcude Sichxrheit der heutige > dett^ch-ftanzöst- jujeufejrifiTjvj üvver.;"-i vtn jlrtidtflifl 6>t ibei» holten Verzicht darauf, die e I f a B lothringische Entscheidung von 1919 mit miltiärischer Gewalt zu Deutschlands Gunsten zu revidieren. Sie schließt dafür umso einwano- freier und energischer die baldmöglichste R e v i« fton der Saarfrage in dem Sinne ein, daß alle französischen Hoffnungen, hier noch im 5 rüden fischen zu können, für immer zum Schei­tern verurteilt sein sollen. Die deutschen Vor­schläge und die sie begleitenden Verhandlungen dürfen aber tm besonderen keinen Zweifel darüber lassen, daß Deutschland niemals freiwillig irgendeiner Regelung zustimmen kann und Wird, die etwa nach Abzug der milt- tärischen Besatzungstruppen dauernde Kon- t r o l l o r g a n e im Rh- 'ntanb einzurichten sich bemüht. Geradezu verhängnisvoll ist hier das engltsch-sranzöstsche Schlagwort derElements siables", d. h. ständige Kontrollorgane, die in juristisch und politisch völlig falscher und unhalt­barer Auslegung des Artikels 215 beS Friedens- Vertrages von der französischen Politik stän­dig, d. h für alle Zeiten f ü r die Rhein­lande und mit dem Sitz in den Rheinlanden er« trebt werden. Nicht nur die deutsche Regierung, andern die gesamte deutsche Oessentlichkeit hat >en allergrößten Anlaß, gerade diesen Punkt, d h. in Wahrheit die hier drohende große Ge­fahr schon jetzt noch klar zu erkennen und unzwet- deuiig immer wieoer dazu Stellung zu nehmen.

Vorläufig deutet alles daraus hin, daß immer­hin anders als zu den Zeiten des redewütige» Herrn PoincarL auch dort übereilte Festleguii- gen diesmal nicht erfolgen werden, so sehr auch die Opposition tobt und so sehr auch der polnische Satrap den mächtigen französischen Bundesge- nosien beschwört, auch diese deutschen Vorschläge ohne weiteres in die Wolfsschlucht zu werfen. Die Mililärkontrolle ist dabei plötzlich in den Hintergrund getreten. Sie hat als Vorwand ihren Zweck vorläufig erfüllt: Die Sicherheitsfrage beherrscht dafür das Feld, und wir sind nun ganz unzweideutig in eine neue Phase des Kampfes um den freien deutfchen Rhein eingetreien, der ohne Ver­ständnis und Anteilnahme unseres ganzen Vol­kes geführt werden kann.

Gegenüber England hat der deutsche Schritt nach vorübergehendem geradezu gewoll- tem Mißverstehen der Aufrichtigkeit der deutschen Politik hervorgerusen, bezw. ermöglicht durch den Regierungswechsel tu England dazu ge­führt, daß eine gewisse grundsätzliche lieber- einftimmung als Wegweiser für die künftige Entwicklung wiederhergestellt worden ist. Das sogenannte Genfer Protokoll vom vorigen Herbst wurde soeben durch die Erklärungen Chamd.'r- lains in Gens begraben. Ais Ersatz wurde ton England im Prinzip unverhüllt aus eine Siche- rungspolittk der interessierten Mächte untereinander, d. h asio auf die Hin­zuziehung Deutschlands hingewiesen die sich mit dem wesentlichen Kern der deutschen Borschläge deckt.

Wie sehr englischerseits bei allen diesen Vorgän­gen auch immer auf A m e r i k a Rücksicht genom­men wird, wird auch äußerlich durch die Tat­sache der ausdrücklichen Erwähnung Amerikas als eines zwar leider außerhalb des Völkerbun­des befindlichen, aber ihm wohlwollend gesinn­ten und seine Schritte aufmerksam verfolgenden Staates hinreichend erwiesen. Damit kommen

wir zu der großen Frage, inwieweit durch den deutschen Schritt ein künftiger Eintritt Deu schlands in den Völkerbund be­einflußt worden ist. Nach bet erneuten Ein­ladung des Völkeronndrats zum Eintritt in den Völkerbund, die Deutschlands Enlwafsiiung bei eventuellen Sanknonrn zu berücksichtigen ver­sprach, ist nun die Berliner Regierung wieder zu bindenden Erklärungen gedrängt worden. Eham- bcrlain Hai außerdem in Gens ganz unverhüllt darauf hingewiesen, daß die englische grundsätz­liche Zustimmung zu den deutschen Vorschlägen IS Verhandlungsbafls für die Frage der reit mit der weiteren englischen Ansicht un­trennbar verbunden ist, nämlich den von Deutschland angeregten Pakt zu fünf unlösbar in den allgemeinen Völkerbundspakt Hineinzuar- beiten und damit zu seinem Bestandteil zu machen. Das wäre also nicht mehr und nickt weniger, als daß Deutschland bei einem Erfolg bezw. erträglichen Ergebnis der von ihm selbst angeregten Aktion Mitglied des Völker­bundes mit allen fernen Konsequenzen ist. Die deutsche Politik Wird also sehr auf der Hut sein und mit allem Nachdruck für oen bisher auf­recht erhaltenen Grundsatz kämpfen müssen, daß durch keine internationale Verbindung, auch nicht durch den angeblich Frieden brinanoen Nälker- bundspakt verhindert werden darf, daß Deutsch­land bei einem eventuellen künftigen Konflikt im Osten Europas die volle Freiheit behält, als einzig abgerüstetes und entwaffneter Land aus diesem Konflikt, sei es aktiv, sei es passiv als Durchmarschlanv heraus zu bleib i. 3tut durch diese .deutsche Sicherheit- wird auch die deutsche Entschlußfreiheit binstchtlich des künftigen deutsch-russischen Verhält- n i s s e s gewahrt bleiben. Jedem, der ernstlich über diese Fragen nachdem, wird kla- werden, daß wir in eine neue Phase des Ringens um unsere nationale Wi deraufrichtung einge­treten sind, die nur durch lüdyterne realpolitische Einstellung zu einem Ecklichen Ende geführt werden kann.

2n den FallgnibenvonVans.

Was Herriot und Chamberlain berieten.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 17. März.

Der Havasbericht verbreitet über die gestrige Unterredung zwischen Herriot und Chamberlatn eine längere Erläuterung, worin es heißt, daß Lösungen in der Sicherheitssrage genau ge­prüft werden müßten. Man könne jetzt also noch nicht sagen, daß beispielsweise das Genfer Protokoll erledigt sei. Schon jetzt müsse für die Bölketbundsvetsammlung im September eine Ausgleichs- und BerMndigungssormel gefunden werden. Nach dieser Richtung seien Herriot und Chamberlain vollkommen einig. Sie haben besonders die Frage der Ostgrenzen Mit­teleuropas besprochen. Frankreich und England haben durch Unterzeichnung des Versailler Frie­densvertrages die

Grenzen Polens garantiert.

Frankreich beabsichtige niemals, die befreundete Nation zu irgendwelchen Verzicht zu veran­lassen. Polen müsse bei der ftrage einer Grenz­berichtigung zur Darlegung seines Standpunk­tes aufgefordert werden. Die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund unter Anerken­nung aller Verbindlichkeiten sei nach gemeinsa­mer Ansicht die Vorbedingung für den Abschluß eines Sicherheitspaktes, an dem Deutschland teilnehmen kann. Die Begriffe Sicherheit und Entwaffnung, seien nicht voneinander zu tren­nen. Frankreich wünsche die Fortführung des Schiedsgerichtsverfahrens, aber dieses sei nur da möglich, wo die Sicherheit schon bergeftellt sei. Zuerst also müsse die Sicherheit gewähr­leistet werden. ES bestand Aussicht auf eine Einigung. In der Unterredung HerriotS mit Benesch wurde leicht eine Verständigung erzielt

Wie sich Marianne sträubt.

Es geht nicht nach Frankreichs Wunsch.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 17. März.

lieber die Unterredung Chamberlains mit Herriot schreibt ein Blatt: Es scheint, daß wir von Großbritannien weder einen Pakt noch ein Protokollangebot erhalten werden. Das Schick­sal der Lststaaten interessiert den Sieger nicht, der noch die meisten deutschen Kolonien im Be­sitz hat. Es scheint immer klarer zu werben, daß eS unmöglich ist, dem folgenden D i» lemma zu entrinnen. Entweder wir werden im Einverständnis mit England etwas Zerbrech­liches schaffen, das unsere Freunde beunruhigen wird, ohne uns unserem Feinde näher zu brin­gen. oder wir werden etwas Ernstes schaffen ohne England. Man darf in London sich nicht einbilben, daß man uns Pflichten auferlegen

kann, ohne uns im Austausch dafür Rechte zuzu­gestehen. Wir wollen die französische und die europäische Sicherheit für alle Zeiten.

Geheim uno vertraulich.

Baldwin über die Pariser Unterredungen. (Eigener Drahtbericht.)

Loudon, 17. März.

In der gestrigen Sitzung des Unterhauses wurde an Baldwin die Frage gerichtet, ob die <* "ierung bei den Pariser Besprechungen zur Geheimdiplomatie zurückzukehren beab­sichtige. Baldwin erwiderte, Mitteilungen, deren Veröffentlichung zu gespannten Beziehungen mit befreundeten Staaten führen würden, müßten vertraulich behandelt werden; aber die Regie­rung werde wie bisher das Parlament und die Nation soweit und so früh wie möglich hinsichtlich der Leitung der auswärtigen Politik ins Vertrauen ziehen. Auf eine Anfrage Macdonalds schlug er für die Diskussion des Genfer Protokolls nächsten Dienstag vor.

Gooliöges Ruf an Guropa.

Frankreich will keine Abrüstung.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 17. März.

Ein Rewyorker Berichterstatter schreibt zu der cinjuberufenben Abrüstungskonferenz, Präsident tzoolidgk sei der AUsicht, daß die Frage der La»d- rüstungen in der Hauptsache eine europä-sche An­gelegenheit fei. Einladungen würden nur an die großen Seemächte gerichtet werden. Ein Pariser Blatt schreibt zu der Frage: Man kann nicht über bte Abrüstung zu Lande auf einer Konferenz be­raten, auf der nur fünf Seemächte vertreten sind. Wir dürfen, fo erklärt das Blatt, keine Be­sprechungen dieser Art annehmen. Setzen wir Präsident Coolidge auseinander, daß Frankreich und mehrere seiner Alliierten nicht auf bestimmte Abmachungen über ihre Sicherheit verzichten können. Die Vereinigten Staaten haben sich ge­weigert, dem Völkerbünde beizutreten und den Berfailler Vertrag zu ratifizieren. Sie behalten sich ihre ganze Aktionsfreiheit vor. Mögen sie uns Franzosen also gestatten, daß wir ebenso handeln. Man könne keine Bürgschaften ent­decken, die Berteidigungsmittel Frankreichs herabzusetzen, ohne daß die Sicherheit vollkom- men verbürgt ist. Coolidge will nut dann Ein- Übungen zur Konferenz absenden, wenn die an­deren Mächte gründlich sondiert worden seien. Washington wünsche vor allem sicher zu sein, daßdieBSlkerbundkonserenzauf- gegeben worden sei. Großbritannien würde bestimmt annehmen. Mau glaube auch, daß I a p a n der Einladung Folge leisten werde. Die Haltung Frankreichs erscheine dagegen zweifelhaft. Senator King hat angeregt, daß Coolidge auch Rußland einschlietze ohne Rück­sicht darauf, ob dite Vereinigten Staaten die Sowjetregierung anerkenne oder nicht.

Goll man, soll man nicht...

Man warnt vor dem Völkerbund.

(Eigene Drahttneldung.)

Berlin, 17. März.

Die Reichsregierung beabsichtigt, wie wir hören, die Entwicklung des Bölkerbundproblems demnächst in einem Weißbuch darzustellen. Die St morgen vorgesehene Kabinettsbesprechung nicht anberaumt worden, woraus man auf Schwierigkeiten schließt, die eine schnelle Beantwortung der Bölkerbundsnote unmöglich machen. Stresemanns Organ betonte gestern in Kommentierung der Rote, die Bedenken sach­licher Natur, die sich auf die Verpflichtungen des Deutschen Reiches nach Art. 16 und 17 be­ziehen, könnten vorläufig auch nach der Antwort des Völkerbundrates noch nicht als behoben an­gesehen werden. Deutschland dürfe nicht zu irgendwelchen Handlungen veranlaßt werden, die eine Kriegserklärung anderer Mächte gegen Deutschland nach sich ziei)en könnten. Die Blät­ter der Rechten bezeichnen demnach einen Bei­tritt Deutschlands zum Völkerbund für völlig inopportun. Deutschland würde auch durch sei­nen Eintritt sozusagen moralisch gebunden sein, die Lage hinsichtlich seiner Ostgrenzen anzuer- tennen. Auch in der demokratischen Presse tre­ten starke Bedenken zutage. Wir dürfen weder fremden Truppen den Durchmarsch gestatten noch selber an militärischen Bölkerbundsexpe- ditionen teilnehmen und uns nicht auf einen schlüpfrigen, abschüssigen Weg begeben, auch wenn er von den herrlichsten Friedenspalmen umfächelt fei

Götze Mammon.

Wie es im heutigen Rumänien aussteht.

Einer unserer Mitarbeiter, der in den letzten kritische» Wochen S.umämtn bereift und kennen gelernt bat. gibt mit charakteristische» Umri Isen ei» Bild vom betrügen Rnmäuic». delle» Wirt- ichastsko»slikt mit Deutschland bekanntlich noch immer nicht ansgesochte» ift »ud »eit- roenc zu sehr scharse» Spannungen geführt hat.

Bukarest, im März.

Ich möchte zur Erläuterung der hiesigen Lage ein Bild gebrauchen: Neu- oder Grotzrumänien gleicht einem Manne, der aus der Nachkriegszeit mit gefüllten Taschen zurückkehrte. Diese seine Gewinne an Land und Leuten haben sich jedoch zugleich als Lasten von großer Schwere entpuppt. Wenn es ihrem Träger, also dem Staate, nicht gelingt, die richtige Gewichtsvertei­lung herbeizuführen,, so wird fein Gang dem Beobachter von außen weiter bald unsicher ta­stend, bald sprunghaft vorwärtseilend erschei­nen. An einem methodischen Auspacken und Sortieren dieser Probleme, das zugleich zu ihrer Lösung bienen könnte, hindert ihn jedoch einer­seits die gewiß berechtigte Furcht vor der bol- f ch e w i st i s ch e n Meute, die immer wieder nach seinen Rockschößen schnappt, sowie auch die störrischen Manieren deS Steckenpferdes, dar feine Innen- wie Außenpolitiker am liebsten zu tummeln pflegen und zwar niemals Peitsche und Sporen nämlich des M a i e n t u m 8. Wenn gewisse stei)«,^.

Ungarns vor kurzem geneigt schien.'-Sung vy möglichen Wirtschaftskrieg zwischen.' '_% mänien und Deutschland eine tm Grunde nahe­liegende'Annäherung zu hiesigen Zirkeln zu Her« suchen, so ist wohl dieser Fühler ergebnislos ver- laufen.

Leichte Akzentuierung von diplomatischen Höf- lichkeiten der rumänische Außenminister war der erste Kondolenzbesuchen aus der deutschen Gesandtschaft nach dem Tode Eberts bewei­sen, daß man in Bukarest vorläufig nicht daran denkt, die korrekten Beziehungen zu Deutschland weiter durch tendenziöse Slim- mungsmache vor irgendwelchen Politikern oder sensationslüsternen Zeitungen beeinflussen zu lassen. Gewiß ist die Mentalität der Regieren­den nervös und auf der Suche nach neuen Hilfs­quellen. Denn obwohl das Budget balanziert, fo macht sich ietzt dock die M i ß e r n t e des Jah­res 1924 fühlbar eine Mißernte, die freilich nickt sowohl ungünstiger Witterung, als einem vorher nicht übersehenen Produktionsrückgang infolge der rigorosen Agrarreform z^uschreiben ist. Die Lebensmittelpreise sind an sich nach unseren Begriffen billig. Die kleinste Stei­gerung jedoch, tote sie bei dem letzten Sinken des Lei eintrat, macht das Los der Staatsbeamten und kleinen Privatangestellten zu einem bekla­genswerten, da Gebälter und Löhne sehr niedrig sind, namemtlich bei den ersteren. Ihre Zusage der Gehaltsaufbesserung kann die Regierung un» ter obwaltenden Umständen garnicht halten; sie geht auch nur zögernd an das neue, dringend nö­tige Pensionsgesetz heran. Die Ausfuhr von Weizen ift schon seit längerer Zeit verboten, leider hatte man das Verbot durch Freilassung des Weizenmehles fast illusorisch gemacht die von Gerste und Roagen seit fünf Tagen. Die Zeitungen rufen nach einer Wirtschaftspo­lizei in deutschem Zuschnitt und wahrhaftig! wenn wir an Knauserei Gewöhnten die sorglose Verschwendung mitweißemBrot hierznlan- de seben, so könnte man denken, daß eine rechtzei­tige Rationierung oder Backeinschränkungen von Weiser Voraussicht zeugen würden. Die Regie­rung ist bei der Tilgung ihrer inneren Schuld angelangt und wendet ein sehr wün­schenswertes Jntereesse auf die Reform ihrer Verkehrsmittel, wie Eisenbahn, Post und Tele­graph.

Der ehemalige General und Gouverneur von Bessarabien erzählt uns etliches Interessante von der halbfäbriaen Arbeit seines Sohnes in einem deutschen Bergwerk. Der junge V. hatte von den Kommunisten, denen der Name und die Strenge seine? Vaters aeaen bolschewi­stische Umtriebe wohlbekannt waren, viel zu lei­den. Gewiß ein neuer Beweis dafür, wie weit die Arme Moskaus re;<fen Daß man von ru­mänischer Seite auch einem out empfohlenen Vitblizisten mit leichte'- Zurnckbaltuna begegnen würde, schien mir nickt weiter verwunderlich, immerhin sind mir von ernannter ministerieller "Seite, wie von einem Mitmiede de? Senates ae- miske Veraünstianna»n versprochen, sowie Ein­blicke in erstklassige Bauten und Ein- r i rf) t it n a e n auf kulturellem Gebiete innerhalb Bukarests zuteil geworden, fodaß man unsere Kollegen in der Heimat nur bitten kann, allen ftom Dniestr- und Donanssrand etwa noch zu ihnen flatternden Enten rerfituhin die Hals-- ab­zudrehen. Zur Beruhigung der Gemüter sei