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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

HeMche Abendzeitung

Dienstag, 17. Marz 1925.

Polen im Aufruhr wegen der Westgrevze

Bei der

Das Volk ohne Heer.

Getzler über Völkerbund und Abrüstung.

Eoolidge macht Ernst.

Die Abrüstungskonferenz in Sicht.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 16. März.

Der Fernseher.

Bildübertragung durch den Telehor. Ausschaltung der Pbotograobie. / Elektrtt

Wetterwolken im Osten

Polnische Drohungen gegen Deutschland.

(Eigene Drahtmeldung.)

Kattowitz, 16. März.

Gestern fanden in Kattowitz, Rybnik und Tar- nowitz große deutsch-feindliche Kund­gebungen gegen eine Aenderung der Wcst- grenzen Polens statt. Die Eisenbahndirektio» hatte Ertrazüge eingelegt. Es wurden auf­reizende Reden gehalten, in denen verlangt wur­de, die Deutschen wenn nötig m i t G e w a l t aus Polen zu entfernen. In einem Demonstrations­zug wurde ein Wagen mitgeführt, an dem eine lebensgroße Puppe in deutscher Uniform auf- geknüpft war. Dir mehrtausendköpfige Men­ge ging unter Schmährufen auf die Deutschen und auf Englands Verhalten im Völkerbundsrat auseinander. Zu Tätlichkeiten kam es nicht.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. Zu kAUNg

Sie marschieren getrennt.

Ein eigener Kandidat der bayr. Bolkspartei.

(Privat-Telegramm.)

München, 16. März.

Die Landesvorftandsfltzung des Bayerischen Bauern- und Mittelstandsbundes hat in der Frage der Reichspräsidcntcnwahl folgenden Be­schluß gefaßt: Der Landesverband hat es abge­lehnt, die Wahl des Kandidaten der Rechts­parteien seinen Mitgliedern und seinen Anhän­gern zu empfehlen. Welchen Kandidaten die Parteileitung diesen Vorschlägen wird, hängt von der Entscheidung der Wirtschaftlichen Ber­einigung am Dienstag ab.

$*c ^aoelei j<eueitm Aachrichien etidjetnen mödjentlid) sechsmal nachminagS Der AboiiaemrniSvrets betragt für oen Monat 2. Mk. bet tretet Zustellung !>?,a^?/bt»»^Ä/a/tt^'"'L^^"baedolt 1 .Sulfit. Durch die Post monatlich 2.00 Dir vl? 3ufteUungögebubt, »erlag und Redaktion Schlachtdotstraäe 28/30

unverlangt eingetandte Beiträge kann die Re-

?ahlrtnnn hlan8 ° «r Gewädr in keinem stalle übernehmen. Rück.

ffl1' des Bemgsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger t ieterttna ist ausgeschlossen. Postscheckkonto strankiurt a. Main Nummer ßssn

latste Verbrechet. I Der Telehor alsKriegs­gegner-. I Fernsehen für jedermann.

Das Problem, Bilder so weiterzuleiten, wie wir Töne durch Telephon und Radio über­tragen ,hat die Physik schon seit der Erfindung des Fernsprechers intensiv beschäftigt. Die Aus­gabe, die jetzt gelöst ist, war folgende: Jedes Bild, ein Gesicht, etwas Schriftliches, Landschaft oder was immer es auch sei, das vor dem Ob­jektiv der Sendestation erscheint, soll im selben Augenblick ohne jedes photographi­sche Verfahren auf dem Projektionsschirm der Empfangsstation sichtbar werden und zwar mit jeder seiner eventuellen Bewegungen. Ter Erfinder des Apparates, der ein Fernsehen praktisch möglich macht, ist Dionysos von Mihaly, ein junger ungarischer Ingenieur, der jetzt in Berlin weilt. Er nennt seinen Fernsehapparat Telehor.

Beim Telehor wird in einer zehntel Sekunde das jeweilig vor dem Objektiv stehende Bild in winzige Würfel, in die sogenannten Bildelemeu- te, zerlegt. Zugleich mit der Zerlegung wer- den die Lichtpünktchen, aus denen das Bild be­steht, durch die sogenannte Seelenzelle zum elek-

Der französische Botschafter in Washington D e chn e r hat am Quai d'Orsay mitgeteilt, daß Staatssekretär Kellogg auf Anordnung des Präsidenten Coolidge eine Rote an die Mächte oorbereite, in der er diese um ihre Ansicht über die Einberufung einer internationalen Ab­rüstungskonferenz ersucht hat. Die Einladun­gen sollen zunächst nur an England, Frankreich, Italien und Japan ergehen.

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ger der Massen, je fester es in den merzen wohnt. Nicht der Ueberstaat wird uns von willkürlicher Machipolitik befreien. Befreien wird uns nur die einige Genossenschaft rechtlich ge­sinnter Völker. Der Wahlspruch, den wir Deui- ichen uns als hohes, leider noch fernes Ziel kur unser Reich erkoren haben, er gilt auch für die Völkerwelt:Einigkeit und Recht und Frei­heit!"

Vizepräsident Thugutt hat sein Rücktritts- gefuch eingereicht. Er erklärte, sein Wirkungs­kreis sei sehr beengt gewesen, sodaß er eine weitere Verschlimmerung der Lage in den Ost­gebieten nicht habe verhüten können.

Sin verlockendes Angebot.

Deutschland als Völlerbundsmitglied.

Genf, 16. März.

Der Völkerbundsrat hat die Rote an Deutsch land in Beantwortung seines Memorandums abgesandt. Der Rat bemerkt, daß Deutschland auf dem Fuße der Gleichberechtigung ausgeuom-

men werden wolle. Der Rat stellt fest, daß die be­fragten Regierungen hiermit völlig überein­st i m m e n. Der Rat hält dieses P r i n z i p d e r Gleichheit, aus dem alle die gleichen Rechte und Pflichten erwachsen, für eine der wichtigsten Grundlagen des Völkerbundes. Deutschland weist auf seine besondere militärische Lage hin. Es spricht die Befürchtung aus. daß es nicht in der Lage sein werde, wenn durch die im Para­graphen 16 vorgesehenen Maßnahmen Feind­seligkeiten entstehen sollten, sein Gebiet zu verteidigen. Darum müffe Deutschland im Falle internationaler Verwicklung selbst das Maß ,ei- ner Beteiligung bestimmen. Der Rat erklärt, daß der Völkerbund bei Inanspruchnahme sein.-r Mitglieder zu militärischen Operationen ihre militärische Lage berücksichtigt. Es wird Deutschland selbst zu kommen, vor dem Bollerbundrat zu erklären, in welchem Umfange es seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Der Rat erinnert im übrigen daran, daß ein Mitglied des Völkerbundes und des Rates stets an den Entscheidungen über geplante Aktionen teilneh­men wird. Andererseits gestatten es die Bestim­mungen des Paktes nicht, daß jedes Mitglied des Verbundes selbständig entscheidet, welche Maßnahmen es zu ergreifen habe, wenn die Streifigkeiten auf Grund des Paragraphen 16 bereitsbegonnen haben. Es erscheint daher aus­geschlossen, daß ein Mitglied des Völkerbundes und des Rates während einer Aktion abseits steht. Rur durch aktive Arbeit als Bölkerbunds- kann em Staat Einfluß auf die Be- schlüsse des Völkerbundes auSüben.

Wegen der angeblichen Gefahr einer deutsch­polnischen Grenzberichtiguna zu Ungunsten Po­lens hatte der Warschauer Magistrat eine große Kundgebung für die Unversehrtheit des polni­schen Staates einberufen. Bei einer Demon­stration von etwa Tausend Personen betonte der Bürgermeister, daßniemand im Lande sich bereitfinden würde, auch nur einen Fuß breit Bodens herauszugeben". Die Absicht eines stärkeren Trupps Demonstranten, vor der eng­lischen Gesandtschaft eine feindliche Kundgebung zu veranstalten, wurde von der Polizei vereitelt. Vizepräsident Thugutt hat sein Rücktritts-

(Eigener Drahtbericht.)

Hamburg, 16. März.

Im Ueberseeklub in Hamburg führte Reichs­wehrminister Dr. Geßler in einem Vortrag über die aller Kampfmittel entblößte deutsche Wehrmacht u. a. aus: Diese Frage, die in dem Augenblick wieder akut wird, wo der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und Deutschlands Teilnahme an den S a n k 1 i o n s - maßnahmen des Völkerbundes wieder erwo­gen werde, scheine solange müßig, als das Pro­blem der allgemeinen Abrüstung nicht gelöst sei, Indem der Minister die demütigende Art der Kontrollmaßnahmen hervorhob, wies er darauf hin, daß an heimliche Rüstungen in Deutschland selbst die besten Köpfe tn der En­tente nicht mehr glaubten. In einem so uneini­gen Volke wie dem deutschen fehlten für heim­liche Rüstungen alle Voraussetzungen. Die Tat­sache, daß in den vergangenen Jahren auch in der schwierigen Zeit die Truppe nicht den Hän­den ihrer Führer entglitten sei, mache alle Vor- würfe der Politisierung gegenstandslos. Die Kernfrage des Berufsheeres sei die Versor­gung des verabschiedeten Soldaten. Der Redner schloß mit der Mahnung zur Einigkeit, zu der auch das im Volke wurzelnde Heer beitrage

Ein Stich ins Wespennest.

Polnischer Alarm wegen des Sicherheitspaktes. (Eigener Drahtbericht.)

Warschau, 16. März.

krischen Impulse gewertet. Das Bild zerlegt in Punktserien gleich der Loslösung eines jeden einzelnen Fadens bei einem Gobelin und übt ebenso wie die Wellen der drahtlosen Telephonie in jeder Richtung seine Wirkung aus.

_ ' ' .. Empfangsstation, der Reproduzieren- den Oscillograph genannt werden aus den elektrischen Stößen wieder Lichwariationen und die zu reproduzierenden Lichtbilder gruppieren sich in ebensolcher Reihenfolge aus dem Projek­tionsschirm, wie die Reihenfolge war, in die sie die Sendestation zerlegt hat. Das Erscheinen der Lichtpunkte spielt sich s o s ch n e l l ab, daß wir nicht imstande sind, sie einzeln wahrzunehmen. Wir meinen, das ganze Bild erscheint aus einmal vor uns, das heißt unsere Augen sind hier das Opfer derselben Sinnestäuschung wie beim Film.

Numrr.e. 64 Einzelnummer 10 Pft Sonntags 15 Pf.

Deutliche Wink an volen.

Köln, 16. März. (Pl idattelearamrn.) Ein Londoner Berichterstatter drahtet seiner Zeitung: Auch in Paris werden die deutschen Sicherheits­vorschläge als mögliche Verhandlungsgrundlage betrachtet. Polen soll klar gemacht worden sein, daß England und Frankreich, gemäß dem Se- cherheitspakt, Polen vor einem deutschen Angriff schützen würden und daß eine Grenzrevi- d i e r u n g auf schiedsgerichtlichem Wege für Deutschland wenig aussichtsreich wäre. Hier wird jedoch betont, daß eine Grenzrevision auf die Dauer unvermeidlich und daß Polen am wirksamsten durch eine gutwillige Verständigung mit Deutschland den Frieden bewahren könne.

Die von unS schon am Sonnabend gemelde­ten polnischen Mobilisationsmaßnahmen gehen soweit, daß auch die im Auslande ansässigen polnischen Offiziere zurückberufen werden.

Der enttäuschte Macbonald.

Leichenrede zum Genfer Protokoll.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 16. März.

In einer Versammlung der Arbeiterpartei erklärte Macdonald, daß die Arbeiterpartei einen Frieden anstrebe, der auf Vernunft und Gerechtigkeit beruhe. In G e n f sei ein Proto­koll abgeschlossen worden, daß alle europäisc^n Stationen mit Ausnahme Rußlands verbunden hätte. Dann wäre eine Abrüstungskonferenz zusammengetreten und das Protokoll hätte seine volle Wirkung erreicht. Deshalb sei es um so bedauerlicher, daß das Protokoll jetzt wieder ab- gelehnt worden sei. Er sagte, die Sicherheit könne niemals durch militärische Pakte erreicht werden. Der Kontinent sei nur sicher, wenn m ihm keine Waffen sabriziert und kein Waf­fenhandel getrieben wird.

Recht und Mit.

Das politische Rechtsempfinden der Deutschen.

Von

Dr. Simons, ste!lv. Reichspräsident.

Dr. Walter Simons, der bisherige Reichs- xerichlspräsident und jetzige stellvertretende Reichspräsident, hat vor kurzem seine politischen Anschauungen in bedeutsamer Weise in einem Vortrag dargelegt, den er bei der Jahresfeier der Deutschen Hochschule für Politik hielt. Dieser Vortrag enthält eine scharfsinnige Abgrenzung der beiden so vielfach entgegengesetzten und doch so eng zusammen gehörenden Begriffe Politik und Recht.Politik und Recht sind feindliche Brü­der," sagt Simons, und wer beiden dient, steht in Gefahr, es mit beiden zu verderben. So hat man mir während meiner kurzen und schweren Ministerlausbahn mehr als einmal vorgeworfen, daß hei mir der Jurist dem Politiker in den Nacken schlüge; und ich warte jetzt auf den schlim­meren Vorwurf, daß mein Richtertum von Politik beeinflußt werde Der erste Ta­del war ohne Zweifel in gewissem Grade be­gründet, denn niemand, der keine Schlange ist. kann aus seiner Haut, und mir ist in jahrzehnte­langem Dienst am Recht eine feste Richterhaut gewachsen. Den zweiten Tadel aber würde ich ein gutes Gewissen entgegensetzen, denn ich habe niemals politischen Parteigeist »der politischer Zweckmäßigkeit Einfluß auf mein Rechtsurteil gestattet." Die Stellung der Rechts­idee und der politischen Idee in ihrem gegensei­tigen Verhältnis ist sehr ungleichartig:Der it-in(Iub ocr Rechtsidee auf die Politik ist oft unzweckmäßig; der Einfluß der Politik auf das Recht tst immer unzulässig. Und doch sind Recht und Politik Zwillinge, geboren am Tage der Entstehung, des staatenbildenden Lebe­wesens Mensch. Beide drängen sich den Völkern der Gegenwart mit unerhörter Wucht auf, und ganz besonders unserem deutschen Voll.

Wie sich heute jeder Deuffche, der feine Pflicht gegen das Land seiner Väter und seiner Kinder erfüllen will, mit den politischen Tatbeständen in vollem Ernst und tiefem Verantwortungsgefühl beschäftigen muß, so kann heule weniger als je der Staatsmann weitgehender Berücksichtigung des Rechtsgedankens entbehren. Forderungen des Rechts und Forderungen der Politik sind so eng miteinander verwebt, die politischen Ent­scheidungen der letzten zehn Jahre haben so ge­waltige Wirkungen auf das Rechlsenchfinden und die Rechtsgestaltung hei allen Nationen, beson­ders bei der deutschen, ausgeübt, daß es für den denkenden Betrachter der Gegenwart ein unab­weisbares Bedürfnis ist, sich über das Verhält­nis Rechenschaft abzulegen, in dem Recht und Politik zueinander stehen." Simons betont den fundamentalen Gegensatz zwischen der Politik, der »Kunst des Möglichen", die auf dem Macht­gedanken begründet ist, und dem Recht, das eine ideale Forderung aufstellt und dessen Bedeutung ganz au! geistigem Gebiet liegt. Aber das hohe Ziel, das er aufstellt, ist es, »das politische Han­deln immer mehr an den Rechtsgedanken heran- zubrtngcn", obwohl dieses Ziel nur in der Ewig­keit erreicht wird. Innenpolitisch hat der Rechts­gedanke im deutschen Volk durch die Jnsla- tionspolitik und die Errnächtigungs. gesetzgebung schweren Schaden gelitten, und die Parteien haben den Rechtsgedanken als Vor­spann für ihre Zwecke benutzt. So wichtig cs auch ist, hier das Recht möglichst mit den poli­tischen Erwägungen in Einklang zu bringen, so ist doch die Rolle, die der Rechtsgedanke in der Außenpolitik spielt, noch bedeutsamer:Er ist die starke Triebfeder zu einer vernunftgemäßen Gestaltung des Zusammenlebens staatlich geform­ter Völker."

In dem Durchdringen des Schiedsgedan­ke n s sieht Simons einen wichtigen Erfolg der Rechtsidee und er führt dafür ein Beispiel an: »Das schönste Beispiel dieser Art lernte ich vor zwei Jahren auf einer Reise nach Süd­amerika kennen. Ton steht aus der Patzhöhe de. Anden das gewaltige Standbild des Christo rebentot, des Erlösers Christus, als Denkmal für das Ende eines schweren Grenz- Breits zwischen Argentinien und Chile. Dieses nde 'st durch Schiedsspruch erzielt worden, nach­dem bereits Grenzgeiechte stattgefunden hatten und Blut geflossen war ein in der Weltge­schichte äußerst seltener Fall." Deshalb hält er esür einen «ungeheuren Sieg des Rechtsge­dankens über die Machtpolitik", daß die Völker­bundstaaten imGenferProtokolldenAn- g r i f s s k r i e g für ein Verbrechen erklärt haben. Grade wer der Waffenmacht entkleidet ist, mutz beim Rechtsgedanken Schutz suchen, und daher sind wir Deutschen heute mehr Denn ie auf das Recht angewiesen »Das bewaffnete Recht ist öfte. gebrochen worden als das unbewasinete," schließt Simons. «Das Recht bedarf umso toeni»

Das Problem des Fernsehens ist also gelöst. Die Perspektiven, die sich uns hierbei eröffnen, sind ungeahnt, beinahe phantastisch. Unser gan­zes öffentliches Leben wird sich allmählich ver­ändern. Jetzt erst hören alle Entfernungen auf, fallen alle Grenzen. Wir sitzen in unserem Znn- mer und stehen doch mit der ganzen Welt in Kontakt. Das gesprochene Wort, das uns der Radio vermittelt, wird anschaulich durch das Telehor, das uns alle Ereignisse schon während ihres Geschehens vor Augen führt.

Der Wissenschaft ermöglicht es selbst cm Än Orten Beobachtungen auszuführen, wo nst überhaupt nicht ober nur für kurze Zeit möglich wäre. §Z. B. bei Tiefseeuntersuchungen ober bei unerträglicher Hitze.)

Der Kaufmann sitzt gemächlich in seinem Zimmer, verhanbelt mit seinen Geschästsfreun- den. die in einer Entfernung von Hunderten von Kilometern sind, fchließt Verträge, tauscht Unter­schriften aus denn das Telehor lann wie die Bildtelegraphie die gesendeten Bilder auch sest- halten und das alles ohne Irrungen und Täuschungen.

Einbrecher, Defraudanten, Hochstapler werden von nun an das Leben recht schwer haben. Selbst die dir sorgsamst ausgearbeiteten Fluchtpläne macht das Telehor zunichte. In kurzen Augenblicken kann die ganze Welt, alle Grenzstationen, jeder Polizist, kurz und gut, die Photographie des Täters oder die Fingerabdrücke zur sicheren Identifizierung erhalten. Dadurch wird die Ausgabe der Polizei ungemein er­leichtert.

Selbst Kriege macht das Telehor zur Nn- Möglichkeit. Dem mit Fernsehapparaten ver­sehenen Gegner bleibt nichts verborgen. DaS menschliche Auge, ausgerüstet mit dem Telehor, bringt durch alle Hindernisse. Die Ueberraschung, dieser Hauptsaktor eines jeden Krieges, wird da­durch gänzlich ausgeschaltet

Der Nachrichtendienst wird durch das Telehor von Grund aus umgeschaltet. Alle int voraus zu erwartenden interessanten Ereignisse oder plötzlichen Geschehnisse können von den an- wesenden Berichterstattern in der ganzen Welt zu gleicher Zeit gesehen werden.

Da die Sendestation des Telehors ein klei­ner Apparat ist, zu dessen Gebrauch keine besondere Vorrichtungen notwendig sind, wird es möglilb fein, überall, wo sich Mensche i, be­finden, mit Hilfe dieses Apparates zu allen in« tereffanten Ereignissen die ganze Welt als Augenzeugen zu rufen.

Die Versuche, die bet Erfinder auf eine Gnfcrnitng von 100 Kilometer gemacht hat, haben sich glänzend bewährt. Man hat in dieser Stu­fet» ung u. a. Buchstaben, eine kleine Dorfland-