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Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
15. Jahrgang
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
Freitag, 13. März 1^5.
Eine Mite Einladung für den Völkerbund
Gnölich toieOer deutsch!
Keine Ueberwachung der Züge durch Belgier.
zur Diskussion. Die zwischen England und Frankreich in dieser Frage bestehenden Meinungsverschiedenheiten scheinen noch nicht überbrückt zu sein. Heute wird Chamberlain seine große Rede über die Vertagung des Genfer Protokolls halten, die zu einer umfassenden Erörterung und Kritik führen wird. Chamberlain werde, so schreibt ein Londoner Blatt, allgemein die Art von Alternativplancn angeben, die dir Regierung für durchführbar hält. Es feien noch kaum Anzeichen für eine freundschaftliche Verein barung zwischen Großbritannien und Frankreich in der Frage des Genfer Protokolls vorhanden.
die Ausführung des DaweSplanes behindert werden. Ein Amrag der Arbeiterpartei, daß teilt Vertrag mit einem auswärtigen Staat ohne Zustimmung des Parlaments abgeschlossen werden dürfe, wurde abgelehnt.
Sltin” 61. Einzelnummer lO Pf., Sonntags 15 Pf.
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Diese Zeilen werden genügen, um zu zeigen, wievtel der englischen Politik daran liegt, -.as die unhaltbaren Grenzverhältnisse im Osten aus eine für Deutschland erträgliche Weise gerege., Werren. Was hier rnitspricht, ist das enguiche Interesse und die rationelle englische Annahme: ES ist u n m ö g l t ch, daß die Deutschen die Zer- stückclung ihres Landes aus die Dauer ertragen; w-im also Ruhe in Europa einkehren soll, 10 muf man ihnen wohl oder übel an dieser Stelle entaegenkommen! Inzwischen war es bekannt geworden, daß die deutsche Regierung aus freien Stücken die Wiederholung ihrer Unterschrift unter den Verzicht auf Elsaß- Lothringen angeboten hat. Elsaß-Lothrtn- gen - nicht mehr! - wat das Objekt der eng- fischen Zusage in dem Kriegsbündnis von 1914 Polen dagegen als osteuropäische Dependenz von Frankreich ist schon an sich keine Annehrnlichke't für England, erst recht nicht, wenn seine Grenzen den Keim fortwährender Gefahren bilden In England nimmt man an, daß die deutsche offen!» lüfte Meinung in diesem Punkt absolut fest sei" nut fr „ .
Soweit England Run aber tst der große französtscke Gegen,uz gekommen: die Forderung. Deutschland solle zuerst b e b i n g u n g 810 8 um Aufnahme in den Völkerbund nachsuchen. und dann werde man festen, was von einem Pakt, an dem Deutschland sich beteiligt und von
etwas übrig gehabt hat. Die deutschen Vor. schlage, heißt es bet ihr, könnten zwar noch nicht endgültig beurteilt werden, aber es fei „wohl bekannt", daß der polnischeKorrtb0r und die Verstümmelung Ober,chleftenS bu Deutschen ständig erbitterten, und baß diese Prcbleme Osteuropa dauernd in Unruhe ver- setzten. Danach heißt es ohne Umschweife: f^ttr Polen und für die Freunde Polens wird es vielleicht besser fein, zu erwägen, ob die Aussicht aus dauernde friedliche ober freundschaftliche Beziehungen zu einem sehr mächtigen Nachbarn nicht eines großen und edelmütigen Verzichts und eines vernünstigen Korn pro« m i f f e 8 in der Frage der Grenzen wert ist!
Gin gestrichener Kandidat.
Stresemann gegen GeßlerS Präsidentschaft.
(Eigener Jnformationsbtenft.>
Berlin, 12. März.
Gegen die gestern gemeldete Kandidatur des Reichswchrmiuisters Dr. Gehler, für den auch Demokraten und Zentrum z. T. geneigt waren, hat jetzt Außenminister Dr. S t r e s e m a n n aus schwerwiegenden außenpolitischen Gründen Einspruch erhoben. Damit war die Entscheidung gefallen! DaS Zentrum und die Demokraten erklärten nunmehr, aus außenpolitischen Grütiden eine Kandidatur des Reichswehrm'ni- strrs Dr. Getzler nicht» ti ter stützen zu können. Die Zentrumsvorftände haben sich nunmehr rntschloffen, den
früheren Reichskanzler Marr als Einheitskandidaten
in Vorschlag zu bringen. Selbstverständlich lehnten die RechtSfarteien ab, Marx zu unterstützen. Die Folge davon ist, daß Dr. Jarres nach wie vor der Prästdentschaftökan- didat der rechtsbürgerlichen Parteien bleibt. In der Frage der Aufstellung eines bürgeritcheit Sammelkandidatrn dürfte heute die Emschet- düng fallen. Dr. Simons beabsichtigt nicht, eine ihm angetragene Kandidatur anzunehmen.
HMter derseMKüsn Türen. Unterhandlungen Über das Sicherheitsergebnis (Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. März.
Die Erörterungen zwischen der Reichsregie- rung und den alliierten Regierungen über das deutsche Sicherungsangebot, nehmen eine immer größere Ausdehnung an. Biel beachtet wird der gestrige Besuch des italienischen Botfätatters im Auswärtigen Amt. Stresemann zeigt sich sehr optimistisch über den Erfolg seines diplo matischen Schrittes. — Der deutsche Botschafter war gestern erneut über.eine Stunde bei Herriot. Ein Pariser Blatt spricht von einer Beunruhigung über die fortdauernden geheimen Verband- lungett hinter den Kuliffrn. Im auswärtigen Ausschuß weigerte sich Herriot Erklärungen über DichcrheitSpan usw. abzuzeben, als ein Kommunist gegen die Geheimhaltung protestierte.
Der Bvlkrbund ohne Deuifchland.
Naisuils letzte Tage.
Gefängnis und Harem des RäuberhauptmannS.
Von
Vincent Sheen.
(Tinern amtritaaifdre* Seriditerttntter joar £ r.crflöant, beu verichmitzteu biudtUtcbenen vcrrtt bet !Htftbtr«e, Siaituli. der >n An letzten zwanzig lobten tn Marokko du« JoUhc Rolle lvielte, im GekLagn.s zn ieben. wohin ilm !eiu rrbittertster G-gner Abb «l »ri« bat Ichasiea lasten. Er schreibt naS darüber.
Vielleicht erinnert man sich noch daran, daß stk,isuli zuerst von sich reden machte, als er einen englischen Berichterstatter ganz in der Rahe Tangers überfiel und plünderte. Er drohte w« gar, ihn ums Leben zu bringen, falls ihm die englische Regierung nicht ein Losegeld von zwanzigtaufend Pfund sterling zahle. Es wurde auch bezahlt, doch versuchte die englqcoe Regierung, ihm seinen Raub abzujagen und ließ ihn bis zu ,einer Bergseste verfolgen — aber vergeblich. So leicht ließ ,tch der alte «zUchs nicht fangen. Immer wieder entkam er nach feinen Streiszügen, bis ihn,. den SpanijN reundlich Gesinnten, nun doch sein Geichick ereilte. Ich fand den ,Herrn der Berge", wie er sich ,u nennen liebte, in der Le hm Hutte, die .ihm als Gefängnis bient, umgeben von prächtig gewachsenen Eunuchen, die bei meinem Eintritt grob vier vom Besuch überraschte Frauen tn eine Ecke tagten. Diese sehr hübschen Frauen hatten das Gesicht nicht verhüllt, sie warfen auf die Ankömmlinge verschüchterte Blicke. Die größte von ihnen liefe ihr Haar in dichten, langen Strähnen herniederwallen. Es war die
berühmte Lalla Avefhi,
London, 12. März. (Privattelegramm.) Ein Londoner Blatt schreibt, es werde bestätigt, daß der Standpunkt Italiens bezüglich der deutschen Sicherheitsvorschläge mit dem britischen übereinstimme. Ein anderer Berichterstatter meint, wenn Deutschland in den Völkerbund einbezogen würde, werde der Weg für hie Abrüstungskonferenz frei sein. Deutschland könne aber nur zum Eintritt veranlaßt werden, wenn man ihm in der Frage der Räumung des Rheinlandes eine billige Behandlung verspricht und wenn man seiner besonderen Stellung zu den osteuropäischen Problemen Rechnung trüge. Ein entwaffnetes Deutschland könne niemals für eine bewaffnete Unterstützung der Alliierten eintreten.
Unter Mussolinis Fittichen.
Faszisten und Kommunisten in der Kammer. (Privat-Telegramm.)
Rom, 12. Marz.
Die Debatte über die Innenpolitik in der Kammer wird voraussichtlich heute mit einem Vertrauensvotum abgeschloffen werden. Gestern trat der liberale Abgeordnete Giovanni für die Freiheit im politischen Leben ein, wobei er eine lebhafte Auseinandersetzung mit den Faszisten hatte. Ein faszistischrr Abgeordneter rief dazwischen, die fafzistische Partei sei ebenso maßgebend wie der Staat, da sie die Macht besäße. Zwei kommunistische Abgeordnete sprachen gegen diese Ansicht. Eine Erklärung über den Kampf der Regierung gegen den Kommunismus lehnte der Minister ab.
(Privat-Telegramm.)
Effen, 12. März.
Dir Belgier haben die Ueberwachung der Eisenbahnzüge in der besetzten Ruhrzone mit Bem gestrigen Tag an die deutschen Behörden zurückgegeben. Aus dem Hauptbahnhof bleibt jedoch der militärische Kontrollposten bestehen.
Mffckr Neueste Nachrichtm
Was Europa öroftt.
Verstümmelte Grenzen. — Genf und Versailles.
Von
Dr. Paul Rohrbach.
Die englische Presse bat in den letzten Woche.» lebhaft die Notwendigkeit einer Revision der unmöglichen Grenzen betont, die durch den Per- failier Frieden im Osten Deutschlands geschaffen sind. So schrieb ein einflußreicher Pariser Journalist: Unabhängig von einem englisch-fran- zösisch-belgischen Sicherheitspakt wird das Seufer Protokoll unter Berücksichtigung der Beben- ken der englischen Dominions revidiert. Die,e Revision muß vor allem -vorfeheu, das England niemals für bie Garantie oder «Sicherung der gegenwärtigen Grenzver- hältnisse im Osten (Danziger Korridor. Oberfchlesten usw.) und im ® üb osten Europas haftpflichtig gemacht werden kann Vorstehendes wird noch befonberS dahin erläutert, baß bie Zustande im Osten unnatürlich seien; namentlich die künstliche Trennung Ostpreußens vom übrigen Deutschland fei unhaltbar Am besten sei es, wenn England und Frankreich gemeinsam bie Berichtigung der östlichen Grenzen einleiten mürben Ein anderes Mal heißt es: Ein Versuch, die gesamte Versailler Karte von Europa sur immer als unveränderlich zu erklären, mußte zu einer Katastrophe führen, die schlimmer als bie letzte fein würde. Die Stabilisierung Osteuropas kann nur durch eine Revision der Grenzen erfolgen. Deuttch lanb'S Ostgrenzen können keinen Bestand Habel.; man Hai nur zwischen friedlicher Revision und
und man sagt, wenn sie im Gatten von Taopa« tut spazieren ginge, müßten vier Sklavinnen ihr verschweliberisch reiches Haar tragen. Einer der Endlichen hob dann einige Teppicke auf und bedeckte das nit das kleine Häuflein eng an- einanbergefeftmiegter Frauen, um sie den Blik« ken der Besucker zu entziehen. In meiner Be- gleitung besann sich ein früherer deutscher Ossi, zier, der aus bet französischen Fremdenlegion entwichen war, in der er einen Vorgesetzten- posteu bekleidet hatte: er biente aegentoärtig als Leutnant bei beu Risiruppen. Wir sanden Rai- fuli auf einem Stapel Kiffen hockend. Er heftete feine Augen auf uns, Augen, die benetr eines Evers dieser Gebirge glichen. Seine Hände ka- men uns weiß vor, lang und gepflegt wie die einer Frau. Seine struppigen, »och schwach mit Henna gefärbten Brauen überschatteten winzig kleine Pupillen, und hinter der Decke, in die er fein häßliches Gesicht verborgen hatte, sahen (reife Büschel seines ebenfalls mit Henna gefärbten Bartes hervor. Der alte Bandenführer em'«fing mich ziemlich freundlich. Er war wütend, daß man ihm nicht feinen Wunsch erfüllte, so schnell wie möglich mit ihm ein Ende zu machen! — Ich habe den Tod gewünscht, unb ich will sterben. Man soll mich tofort umbringen. Hat man mir Pferd und Sattel genommen, soll man auch mein Leben nehmen. Der Prophet erwartet mich im Himmel. - In der Tat weigert sich der Gefangene, Nahrung zu sich zu nehmen, und feine Umgebung fürchtet, daß er
durch Hunger Selbstmord begeht,
obwohl dies vom Koran als eines der schlimmsten Verdrechen betrachtet wird. Als ich ibn fragte, ob er Spanien grolle, weil es ihn habe fangen lasten, sagte er: Sprechen Sie vor mir nicht mehr das Wort Spanien ans. Die Zeit, da der Herr der Berge Spanien diente, ist vorbei. Jetzt ist der Herr der Berge Gefangener. Dann ereiferte er sich wieder gegen seine Bezwinger und betonte von neuem seinen Willen zu sterben. Ich begab mich nach Tadvantt und besuchte dort den alten Palast R a i s u l i s. Die Rifleute haben hier alles durchwühlt in der Hoffnung, einen vergrabenen Schatz zu finden. Bisher haben sie nichts gefunden als eine Menge Knochen, von denen der größte Teil von Gefangenen herrührt. die fnaifuli hier lebendig begraben ließ. Drei Skelette konnten identifiziert werden; sie sollen drei Frauen an« gehören, die der Räuberbaiivtmann umbringen ließ, — weil sie ihm nicht mehr gefielen. Er säuberte auf diese Art seinen Harem von den Damen, die ihm zu alt wurden. Man versichert, daß er die Frauen, die ihm untreu geworden , waren, kurzerhand
lebendig einmauer t ließ.
Wenn Raisuli auch keine geh.ffmen Schätze vergraben hat, so besaß er doch ein beträchtliches Vermögen, besten sich die Rifleute bei der Einnahme des Schlaffes von Tadyarut bemächtigten. Man fand in Lederbetiteln viele spanische Silberstücke und marokkanische, französische und englische Gold..tünzen. Die Ledersäcke waren in die Grundmauern des Palastes eingelassen. Es wird behauptet, daß Raisuli früher von Spanien eine Iahresrent' von sechzehn Millionen Pesetas erhielt. Der Herr der Berge wird demnächst vor ein Kriegsgericht gestellt werden, weil
Verhandlungen, zu denen man Deutschland hercwziehen soll, zu halten ; t i! Die französisch" Presse behauptet, Chamberlain und Herriot hätten sich über diese Bedingung schon geeinigt. Für Deutschland ist sie n i ch t a n n c ) m - bar — wenn erstens Zveisel darüber bestehen, ob wir sofort einen vollberechtigten Ratssitz erhalten, und wenn zweitens unfir Eintritt so aiisgelegt werden kann, daß wir damit die erneute und bedingungslose Garantie deS Friedens von Versailles, einschließlich aller Grenzen vollziehen. In beiden Punkten ist der frun- zösische Plan offenkundig gegen Deutschland ac- richtet, W ir aber haben keinen Grund, weich zu werden. Alle künstlichen Mafenahmm werben die französische Valuta nicht davor chutzen, immer weiter zu fallen, wenn Frankreich nicht aufhört, der F r i e 0 e n s st ö r e r Europas und der Störer der amerffaniich.'-l und englischen Wirtfcha'tsinkeressen zu fein. TW ist bie Stelle, wo iele französische Politik jetzt sterblich ist.
Gosse?? wir heitreren?
Die Genfer Einladung für ben Völkerbund. (Eigener Informationsdienst.,
Berlin, 12. März.
Die Frage des Beitritts Deutschlands zum Völkerbund haben Chamberlain-Herriot durch die Vereinbarung wieder aufgerofit, daß Deutschland erst Mitglied des Völkerbundes sein müsse, ehe cs an einem Sichcrheitspakt mit den alliierten Regierungen teilnehmen könnte. Ein solcher deutscher Schritt könnte natürlich nut aus freiem Willensentschluß erfolgen. Alle deutsckzen Beitrittsversuchc scheiterten ' an orr' noch gänzlich ungeklärten Frage der Position, die dem Deutschen Reiche als Völkerbundsmacht cingeräumt werden würde. Ter deutsche Sitz im Völkerbundsrat ist Deutschland zwar zuge- ffchert worden, man verlangt jedoch von Deutschland, daß es auf alle Vorbehalte ver- zichtet, auf die es niemals in seiner jetzigen Lage verzichten könne. ®8cnn man Deutschlands Wünsche tatsächlich in Genf anhören würde, so könnte vielleicht eine Grundlage geschaffen werden, auf der in absehbarer Zeit die Zulassung zum Völkerbund betrieben werden könnte.
Genfer Serenaden.
Wir werden eingeladcn. — Chamberlains Tag Genf, 13. März.
In der gestern abgehaltencn Gehr msttzung des Völkerbundes wurde der Entwurf einer Antwort an Deutschland beraten, die einer Aufforderung Deutschlands zum Beitritt in den Völkerbund gleichkommen wird. Ferner nahm der Rai den Bericht 6er Mittel und Wege zur Sicherung der Kontrolltätigkeit bei den besiegten Mittrk- mächten entgegen. Weiter stand die
Einführnng einer Generalkontrolle in der entmilitarisierten Rheinlandzone
Krieg zu wählen.
Ein zweites Blatt schreibt: Die Gefahr liegt nid'! am Rhein, wo Deutschland nicht daran denkt, Frankreich anzugrei-en, sondern in dem Mil mttmndnis Frankreichs mit Polen, dem zu« Itebv Deutschland tn Stücke gerissen wurde. Die W- Genschrift „Spectator" stellt sich aus einen „he Künftigen" französischen Standpunkt und meint, ohne die Ostsragen speziell zu berüh- ren Frankreichs einzige Sicherheit ist ein zned- 1 ich es und zufriedenes Deutschland. Aber tote kann Deutschland friedlich und zufrieden sein, weit'! es die Rheinprovinz tn den Händen Frank, reick s sieht? Die französischen Bajonette aut deutschem Boden, Erinnerungen wie der Ruhr- einfüll sowie Versuche französischer Spitzel, separatistische Republiken im Rheinland zu schaffen— da- alles sind Dinge, die die französische Sicher- beit vernichten. Frankreich soll den ersten Schrttt tun, indem e8 die Vereinigung Oesterreichs und Tirols mit einem beut« sch n Staatenbund gestattet. Von der hoch - ang-'iebnen .Times" weiß man, daß sie niemals aus freien Stücken für Deutschlands Interest en
eie rüsten gegen Frankreich.
Englands Luftflotte im Jahre 1929.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 12» März.
In der Debatte über die Luftstreitkräfte im Oberhaus sagte Lord Salisbury, die Regierung hoffe, daß bie britische Berteidigungslustflotte tm Jahre 1929 aus sechshundert Maschinen bestehen werde. Frankreich werde bann immer noch eine große Ueberlegenheit haben, aber bie britische Luftmacht werde bann gerade zum Schutz der Heimat ausreichen. Was die Abrüstungskonferenz betreffe, so gebe es kein Land, daS so wie England für eine Beschränkung der Rüstungen fei unb die Regierung werbe jebe sich bietende Gelegenheit benutzen.
Baldwin und die deutsche Industrie.
London, 12. März. (Eigener Drahtbericht.) Baldwin erklärte auf Anfrage, er halte es nicht für möglich bie Wirkungen der Reparationszahlungen auf die Löhne und Arbeitsbedingun- aeu in Deutschland abzuschätzen. Es stehe der deutschen Regierung frei, den Industrien Unterstützung zu gewähren. Nur dürfte dadurch nicht