Dienstag, 10. März 1925.
Das Genfer Programm öieser Woche
Hermes lagt
Aarres und Simons Präsidentschaftskandidat und Stellvertreter (Eigener Drahtbericht.)
Berlin. 9. März.
Verschiedene Sonntagsblätter bringen eine Nachricht, wonach sich die Rechtsparteien bereits
auf die gemeinsame Kandidatur Jarre 8 für die Reichspräsidentschaft geeinigt hätten. Diese Nachricht eilt den Tatsachen voraus. Der Führer Hergt äußerte sich gestern in Köln dahin, daß die bayerische Bolkspartet sich erst in den nächsten Tagen entscheiden werde. Bei den gestrigen Besprechungen der Parteivorstände und des Zentrums hat es sich lediglich um eine Vorberatung in der Kandivatenfrage gehandelt. Dir Entscheidung bleibt dem Parteiausschuß des Zentrums Vorbehalten, der erst am Mittwoch noch zufammentritt. Ein für die heutige Reichs- tagsfltzung eingcbrachter Initiativantrag besagt, daß die Vertretung des Reichspräsidenten vom Präsidenten des Reichsgerichts Dr. Simons zu übernehmen ist. Der Antrag dürfte von allen Parteien gutgeheißen werden.
Spick aus Amerika.
Barmat und der Direktor der Reichsfleischstelle.
Der Landtag in eigener Sache. — Wo blieben die zeduiaufeud Unten? — Ans Barmats Praxis. — Sechsiwudert, Kisten total verdorben. — Weil der Minister es wünschte, e Hintergrund. — <.... — Der Druck von oben.
Der ooliti aui
Nummer 58. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.
Herriots Gruß an Nrosmu.
Mit Krassin auf der Lyoner Messe.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 9. März.
Auf dem Festessen zur Eröffnung der Lyoner Messe wandle sich Herriot an den Sowjetbotschaster Krassin, in dem er den Vertreter eines großen, edlen und tapferen Volkes begrüße. Herriot fuhr fort: Ich erinnere bei dieser Gelegenheit daran, daß, als der große Krieg erklärt wurde, viele Russen sich erhoben, um das angegriffene Frankreich zu retten. Derartige Erinnerungen schaffen zwischen zwei Völkern unlösbare Baude und ich bitte Sie, Her- Botschafter, diesen meinen Gruß. Ihren Landsleuten mi. der ganzen Zuneigung Frankreichs zu übermitteln Sodann ging Herriot zu den inneren Fragen über. Die Regierung wolle das Budget durch Steuern ausgleichen. Frankreich habe den Frieden nötig: vor allen Dingen müsse Ordnung in die Finanzen gebracht werden.
allleiuei<ere!lceinM,nil»e^ddW><6a!>..i8«naeiUa2uaifl.«ua»ärlia«^el»^l8"|
“einen sowie für «utnahmebaten un6 Platze kann nid)' a°rantierroerbe" frü r «neigen mit beton», schwierigem Sag 100 Pro,. Aufschlag. Druckerei Schlachtboi.
strafte Ei .Geschäftsstelle Köln Str. 5. aeoenüb.her Soohrftr b-er„svr '>51 n. »5
Berechtigung nehmen.
Wie die Diuae sich nun ferner entwickeln Werden, läßt sich schwer übersehen. Erfolgver- svrechend ist die günstige Ausnahme der deutschen Anregungen in England, Belgien und Italien. Auch in Frankreich haben sich die offiziellen Regierungsstellen n i ck t u n k r e u n d. lach zu den deutschen Vorschlägen Verhalten Dagegen hat die französische CWofitton3prefie eine lebhafte Kampagne gegen den seplonten SicherheitSvakt unternommen, einen Feldzug, bei dem der französische Chauvinismus seine Hanpthilfstruvpen in den östlichen Racy- b ar n Deutschlands findet. Es bandelt sich m erster Linie um den Widerstand Polen5 gegen diesen Pakt und um die fo'msche Forderung, daß in ihm auch eine Anerkennung der vom Versailler V.rtrag im Osten gezogenen Grenzen enthalten fein muffe. Run trt nW " zusehen, was ein Abkommen über die W «- grenze mit Polen zu tun hat. Trotzdem scheint Polen entschlossen zu fein, das Zuttandekom- men dieses Vertrages unter allen Umstanden zu verhindern, wenn er nicht die Anerken- nu n g der p oln i schen 23 eft gr enz - en - halte. Demgegenüber kann nur auf die wteher holten Stimmen der englischen und amertkam- schen Presse verwiesen werden, aus denen ber- voraeht. daß man ’n diesen Landern in der Tot der Ansicht ist. daß die iehige R-aeluna der östlichen Grenzen Deutschlands auf die Tauer einen unhaltbaren Zu st and Hervorrusen mutz Im übria->n befaat fa auch der Artikel 19 des Versailler Vertrages, daß unabwendbare Best'^munaen des Vertrages abgeanoert werden können. Es würde daher e’ne Anerkennuna der gegenwärtigen deutschen Ostgrenzen durch iraend eine deutsche Regierung nt ema nd der ft eben An irgend einen Krieg mit Polen denkt natürlich ’n Deutschland kein vernmi tiger Mansch Man ist vielmehr alla-w-in der 'Wtct), bafe e’ne Berichsiauna der unhaltbaren O^gr"N- zen nur auf schiedlich.gütlichem Weg erstrebt werden könne. Es ist anzunehmen, daß van Seiten der deutschen Regierung derartige Vorschläge an Polen gerichtet worden, sind. Soweit wir unterrichtet sind, ist auch von selten des Völk- rbunde» In diesem Sinne in der letzten Zeit mit d-r deutschen Regierung verhan-
handelle sich da um
10 000 Kisten amerikanischen Specks und 5000 Kisten Schweineschultern.
Ich weiß, daß Julius Barmai sehr energisch bei der Reichssleischstelle auftrat, die das Geschäft nicht abschließen wollte. Die Reichsstelle wandte sich an das Wirtschaft smintster ium und hörte von dort, daß das Geschäft mit Barmat abgeschlossen werden müsse; es handle sich dabei um politische Interessen und um solche der Kreditgewährung. Das Geschäft wurde also abgeschlossen. Barmat lieferte dann aber zunächst nicht. Erst auf Reklamationen hin stellte er einen kleinen P osten in Rotterdam zur Verfügung, d. h. er überreichte in Berlin einen Lieferschein, den die Reichsstelle an ihre Rotterdamer Filiale mit der Aufforderung schickte, den Speck zu besichtigen und evtl, abzunehmen. Dabei stellte sich heraus, daß die auf dem Lieferschein erwähnte Rotterdamer Firma gar keine Waren für Barmat hatte. Wir reklamierten dann bei Barmat. Er gab uns einen anderen Lieferschein, der aus eine ganz andere Firma lautete. Nach langer Zeit bekamen Wir dann endlich
ganze achthundert Kisten von den vertragsmäßig zu liefernden 15000.
Inzwischen hatten wir, kaufmännischen Gepflogenheiten folgend, auf Grund des Lieferscheins A k z e p t e bei der Commerzbank für Barmat deponiert, die aber zunächst gesperrt waren. Barmat bot dann nochmals sechshundert Kisten auf den Vertrag an, die aber nicht abgenommen werden konnten, weil die Ware total verdorben war. Wir wollten, da die Sieferunge» anscheinend nicht herauszubekommen Waren, den Vertrag annullieren, was uns auch schließlich gelang. Gegen Barmat mußten wir aber erst 2l r- restdrohung erlassen, um die Akzepte für uns Wieder freizubekommen. — Stuf ausdrücklichen Wunsch des Reichswirtschaftsministeriums mußte die Reichsfleischstelle Nochmals int Jahre 1920 mit Barmat ein Geschäft abschließen. Damals batte die Reichsstelle selbst große Speckmengen in Holland liegen. Es kam aber der große Hafenarbeiterstreik dazwischen, sodaß wir unseren Speck zunächst nicht herausbekamen. Ich habe an den Verhandlungen um Freigabe dieser Waren teil- genommen: dabei hat Barmat nichts für uns getan. Nach einiger Zeit erschien Direktor Pöt- schow im Auftrage des Wirtschaftsministers Robert Schmidt bei mir. Ms der Unterredung ergab sich meiner Ansicht nach, daß
der Minister einen Geschäftsabschlust mit Barmat wünschte.
Ob darauf eine Lieferung erfolgt ist, weiß ich nickt, weil ich bann ausschied. Die Geschäfte mit der Amerima seien io geführt worden, daß die Herren der Reichsfleischstelle sich mit dein Reichswirtschaftsministerium, und zwar mit Herrn Pötschow, telephonisch in Verbindung setzten. Sie haben gesagt, daß ein Herr Barmat es wäre, der Redensarten führe, Wie, er hätte freundschaftliche Begehungen ufW. Abg. ißin fern eil: (T. $.): Tie sollen zu Herrn Pötschow über die Geschäfte mit Barmat gesprochen haben? Zeuge Schwan: Ter Reichswtrt- schaftsminister Schmidt hat damals gesagt, daß er es nicht gern sehe, Geschäfte mit der Amerima abzuschließen, aber daß er es wünsche, daß die Firma zum Wettbewerb ytgetaffyi werden solle. Abg. S ch w e r i n g (Ztr.): Sie sprachen von p o- liti scheu Interessen, von denen S>e nicht wünschten, daß sie in die Geschäfte hinein» gezogen würden. Zeuge Tckwon: Das kann ich nicht beantworten. Abg. Lüde-
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15« ZaÜkgKÜA
Berlin, 9. März.
Im Preußischen Untersuchungsausschuß für die Barmat-Kulisker-Asfäre stellte der Vorsitzende am Sonnabend fest, daß der Vorwurf des Reichstagsausschusses, der Landtag habe seine Untersuchungen ohne Rücksicht auf die gerichtliche Untersuchung geführt, unbegründet fei. Es seien Besprechungen mit dem Staatsanwalt und dem Untersuchungsrichter gepflogen worden. Alles, Was hier geschehen ist, sei so geschehen, daß seitens des Staatsanwaltes oder des Untersuchungsrichters nicht der geringste Einwand dagegen hat erhoben werden können. Der Zeuge SchWon, seinerzeit Direktor der Reichssleischstelle, bekundet dann: Die Reichssleischstelle hat auf Wunsch des Reichswirt- schafisministers gegen ihren Willen zweimal Geschäfte mit der Amerima machen müssen. Eins dieser Geschäfte liegt im Juni 1919; es
Wie es dazu kam.
Bölkerkampf um den deutschen Sicherheitspatt.
Die Vorgeschichte des deutschen Sicherheitsangebots, so wird uns von berufener Sette milgeteilt, geht bis in den Dezember vorigen Jahres hinein, da sich das Kabinett Marr in Demission befand. Die Frage der Räumung der Kölner Zone war damals gerade akut geworden, und es stand schon fest, daß die Entente die Nichträumung der Zone mit Verfehlungen begründen würbe, bte Deutschlanb in der Entwaffnungsfrage gemacht habe. Daneben spielten aber auch noch andere größere außenpolitische Fragen eine bestimmende Rolle. Es erschien zWeiscllos, daß es das Ziel H e r r i o t s War, einmal durch das Dawes-Abkommen dte Regelung der Reparationsfrage und auf der anderen Seite durch das sogenannte Genfer Protokoll die Lösung der Sicherhettssrage zu erreichen. Die neue konservative Regierung in England zeigte sich der Idee des Genfer Paktes durchaus abgeneigt In Frankreich suchte man daher nach einem Ausweg und holte den Gedanken des Garantiepaktes der am Rhein interessierten Staaten wieder hervor.
Als bestes Mittel, Frankreichs Befürchtungen aus der Welt zu schaffen, und zugleich die Rau- mung Kölns durchzusetzen, betrachtete man nun auch in Berlin eine Beteiligung Deut s ch- lands an dem genannten R he in-sicher - heitspakt. Man wird sich erinnern, daß von deutscher Seite schon zwei Versuche dieser Art unternommen Worben sinb, einmal unter ber Regierung Cuno und einmal unter der Regierung Stresentann. Beide Versuche f(»eiterten jedoch an ber ablehnenden Haltung Frankreichs. Dessen ungeachtet hielt man tm Dezember vorigen Jahres die Zeit für gekommen, den Versuch zu Wiederholen Man erörterte zunächst in p r i v a t e n D i s k u s s i o n e n mit dem englischen Botschafter in /Berlin bie Frage einer Beteiligung Deutschlands cm dem genannten Garantiepakt und setzte bann bte Diskussion H London fort. Deutschland suchte vor allem is diese Weise eine 23etlu t$ u n g der fremden Besetzung des Rheinlandes zu erreichen Ein Sicherheitspatt der alle am Rhein interessierten Staaten — und das sind dte meisten europäischen Großmächte - dazu verpflichtet. sich gemeinschaftl'ch gegen jedent Staat iU wenden, der die vom Versailler Vertrag gezogenen Grenzen im Wsten nicht beachtet. W irde einem Weiteren zehnjährigen Verbleiben der al- alliirten Truppen im Rheinlande lebe logische
Der Pakt zu Fünfen.
Chamberlains Unterrebung mit Herriot.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 9. März.
Ein diplomatischer Berichterstatter glaubt versichern zu können, der englische Minister Chamberlain sei in Paris der Ansicht gewesen, daß der deutsche Paktvorschlag zu Fünsen eine annehmbare Verhandlungsbafis abgeben könne. Herriot habe jedoch ernstliche Gin» Wendungen gemacht und habe dargelegt, daß der Paktvorschlig besser ausgenommen werden würde» wenn ihm ein enger gehaltenes Sicherst eitsabkommen zwischen England,
Frankreich und Belgien vorausginge. Nach Ansicht Chamberlains würde ein Pakt, der Deutschland ausschlietze, sowohl von den englischen Liberalen als auch von der Arbeiterpartei bekämpft werden und ein nachfolgendes Kabinett würde sich durch einen unter solchen Umständen abgeschlossenen Vertrag nicht als gebunden halten. Die Alliierten müßten sich unter sich verständigen, bevor sie mit Deutschland verhandeln.
Aber der Abschluß eines interalliierten Paktes zu Dreien, der dem Patt zu Fünfen vorangehen müsse, könne bei dem augenblicklichen Stande der Dinge in London als unannehmbar bezeichnet werden. Herriot hat auch darauf hingewiesen, daß er eine Gefahr für den territorialen Status von Polen enthalte. Frankreich werde nur in vollständiger Ucbeteinft i m = mung mit Warschau handeln. Auf liefe Bemerkung habe Chamberlain geantwortet, tue allgemeine Entspannung, die der Abschluß eines
deutsch-französisch-englisch-italienisch-belgischen Sicheryeitsvertrages
in ganz Europa auslösen werde, könne die besondere Lage Polens nur konsolidieren. Ein Havasberichi schließt: Jetzt seien die französischen und englischen Bedingungen in gewissem Grade die gleichen. So hätten die beiden Staatsmänner geglaubt» daß, bevor man eine Verhandlung mit Deutschland anknüpfe, dieses seine Zulassung zum Völkerbund nachsuchen müsse. Andererseits könne ber Abschluß des Garantievertrages mit Deutschland nicht die Herabsetzung der Be setzungsdaner des Rheinlandes, die noch zehn Jahre dauern müsse, nach sich ziehen, noch könne irgend ein deutscher Verstoß hinsichtlich der Entmilitarisierung des linken Rheinufers ohne Abwehr der Entente erfolgen. Die Frage der Räumung der Kölner Zone fei nur gestreift worden.
Dir Handel Meuetten «acftrtdnen «Kbeiiien wocheuiltch ledwmai uadnniuaee Der Äbomiemenieoreie betrau, für oeu Äouai i — Mf-bei '"«er Zustellung ins -Saus, tn öer Geschafisnellr adgedoli I.kii Mk Dur» ö i e »o ftm on a iltcb 21 Mi iDif auofchtieftlich Zuttelluuusuebüvr Berlau und SMoHlon Schlachthoistrafte 2W8O. ,>erulvre»er 951 iinf 952. Für unnerlanal tinaekandie Bettraar rann die Re- loftlon eine Verorttroortnnfl ober «ernähr In feinem Kalle übernehmen. Rück- »ahlitna des Veumsnetdes ober Ansprüche roeaen etrootoer nicht ordnonasmSftiger 9ir>-rtin-> Ut nuanel»lofien iioftf»e<ffonto STranffur» a. Main Nummer 63H(i
Mete Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung _____
enthalte. Es bleibe dann eine gewisse Zahl von Fragen noch ju prüfen, die keineswegs zu unter= chätzen seien, der griechisch-türkische Konflikt, der deutsche Protest gegen die Anwesenheit französischer Truppen im Saargebiet ufw. Es sei zweifelhaft, ob die Woche aus- reichen werde, um eine derart umfassende unt wichtige Tagesordnung zu erledigen. Trotzdem werde Chamberlain schon am nächsten Sonnabend oder Sonntag Herriot wieder sehen.
VoMsiche Hochspannung.
Tas Sicherheitsangebot vor der Oeffentlichkeit.
tEigkner Informationsdienst.»
Berlin, 9. März.
Die deutsche Regiermkg hat über die Sicherheit s s r a g e em schriftliches M eworan d u m auögeaibeitet, welches den alliierten tlienieiungen überreicht worden ist und die ausführliche Stellungnahme zu den Problemen der Greuzgarantien int Westen enthalt Die deutsche Regier mig ist der Ansicht, daß es vorteilhafter neroefen wäre, wenn man es der Diplomatie überlassen hätte, durch direkte Unterhandlungen erst eine fertige Vcrhandlungsgrund- lage zu schaffen. Auf der anderen Sefte besteht jedoch tein Grund, deutscherseits der öffentlichen Erörterungen aus dem Wege zu gehen. Autzcn- minister Stresemann äußerte sich gegenüber unserem Mitarbeiter, daß er bereit sei, die voIle Verantwortung für das Vorgehen der Reichsregiernna auf sich zu nehmen. (Siehe auch den heutigen Leitartikel.) In Berlin werden innerhalb der nächsten acht Tage wichtige außenpolitische Ents,l»eidungrn erwartet Ein MM der Botschasterkonserenz wird voraussichtlich Gute der W°ck»e gefaßt werden, wenn bte alliier ten Regierungen sich untereinander über die Sicherheitsfrage verständigt haben. Jedenfalls sind die deutschen Botschafter in London, Paris und Brüssel in dieser bedeutsamen Angelegenheit nach B e r1 i n berufen Worten.
•
Die aufgescheuchien Geierschwärme.
Genf, 9. Mörz. (Privattelegramm.) Wie ein Pariser Blatt meldet, hat auch d,e kleine Ente u t e gegen ein Sicherungsabkommen mit Deutschland Stellung genommen, sofern nicht Deutschland auch die Ostgrenzen ausdrücklich anerkennt. Anerkennung des gegenwärtigen territorialen Zustandes sei die erste Vorbedingung eines Schiedsgerichtsabkommens.
beit Worben. Im Zustanbe völliger Entwaffnung ist Deutschlanb jeboch nun und nimmer in der Sage, sich an irgend einer kriege r i s ch e n Sanktionsmatznahme des Völkerbundes zu beteiligen, Wie solche in dem genannten Artikel 16 vorgesehen Werben. Es wurde daher bei den erwähnten letzten Verhandlungen mit dem Völkerbund von deutscher Seite immer wieder betont, daß zunächst der Völkerbund selbst einen Weg finden müsse, um Deutschland von den Verbindlichkeiten zu befreien, die es nicht tragen tönn?. Solange dies nicht geschehe, sei an einen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht zu denken.
Was man in (Senf beschließt.
Das Riesenprogramm einer Woche.
(Privat-Telegramm.)
Genf, 9. März.
Der englische Außenminister Chamber- la in ist in Gens eingetroffen. Mit dem gle'djen Zuge sind Glanzet und Benezelos eingetroffen. Lriand und Srialoja werden erwartet. Der belgische Vertreter Hymans und der schwedische Unden werden erst Dienstag eintrrfsen. Die ziemlich umfangreiche Tagesordnung fürSonntag galt nur internen und finanziellen Fragen. Man glaubt, daß der Bölkerbundsrat sich schon m0i- gen mit einer der wichtigsten Fragen, die auf der Tagesordnung stehen, beschästigen werde. Mit dem engltsrl-en Anträge auf Vertagung der Beratungen des Genfer Protokolls, der Frage der Militärkontrolle und der cr.tmitiiari fierten Zone, der Danziger Frage und der deutschen Note, die die Bedingungen für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund