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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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ftraüe rR/flo. ®ef®<fft?fteBe ^dln Str. 5 teaenfib.her soohrfir Kernkvr '>51 n. Q5-.

Donnerstag, 5. MLrz 1925.

Nnmnrer 54 einytnummcr 10Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 Pf^ Sonntags 15 Pf. 15. ZtthrgNNg

Severins verzichtet auf das Innenministerium.

Der Wahfelözug beginnt.

Anweisungen für die Regierungspräsidenten. (Privat-Telegramm.)

Die Welt wird richten.

Herriot-Foch und der Kontrollüericht.

(Amtliche Lrahtmeldung.)

Paris, 4. März.

Santa und Dauer als Kandidaten.

Berlin, 4. März. (Privattelegramm.) Die deutsche Volkspariei und die W i r t - schaftspartei haben sich gestern für die ge-

Qualen ohne Ende.

Marschall r>och dirigiert den LoniroUoericht.

(Eigene Drahlmcldung.)

Rottrrdaut, 4. März.

Aus Paris werden ernste Schwierigkeiten aus der Botschastertonserrnz gemeldet. Der c n g l i» ch e Vertreter stade in scharfer Weise gegen den Kontroltbericht Stellung genommen, dessen Einzclstciten dcsstatd nachgeprust werden mußten, weil sie das Siazeryeitsprovtem mit der Entwaffnung verknüpften. Marschall Foist wur­de ersucht, insbesondere über die Wiedcrsterftel- lung des Großen Gencratftabes, über dir un- vousiündige Umwandlung der früheren Muni- tionsfabritcn, üver überzästiigr Mannschasten der Reichswehr, Militarisierung der Polizei, usw. Genaueres uiitzutcilen. Ferner soll Fach Vorschläge über die Räumung der Kölner -Zone machen. Las Komitee Fach wird nun den Kontroübericht einer neuen Prüfung unterziehen und neue Schlußfolgerun­gen ausarbeitcn. Man nimmt an, daß diese Arbeit acht Tage dauern wird.

Der 29. März.

Wahl und Favoriten für den Präsidentenstuhl.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 4. März.

Unter dem Dawessocft

Teuerung, Auswertung, Landwirtschaft

Von

Dr. W. M. trhr. v. Blssing.

Ministerpräsident Hrrriot hatte gestern zu Beginn der Sitzung der Botschastertonferenz eine Unterredung mit Marschall Fach und hieraus auch mit dem englischen Botschafter Lord Crewe, wobei er srststcllcn konnte, daß die Re­gierungen von Paris und Loudon einig darin seien, von den militärischen Sachverständigen ge­wisse Aufklärungen und Anregungen über »streu Bericht zu fordern. Ein Blatt will ferner wissen, daß die B e r ö s s e n t l i ch u n g des Kontrollberichts sowie des Gutachtens des Mi- litärkomitces als beschlossen angesehen werde.

meinsame Aufstellung einer bürgerlichen! Kandidaten für bie Reichspräsidentschaft ausgesprochen. Die sozialdemokratische Reichs- tagSsraktion wird am Sonnabend die Kandida- tensrage anschneiden. Innerhalb der demokrati- chen Partei wird jetzt auch die Kandidatur deS Reichskanzlers a. D. B a u e r erwogen. Inner­halb der Rechtsparteien wird immer stärker der Name Jarres genannt, für den auch die Wirt- chastspartei sich entschließen würde. Einem Pressevertreter gegenüber äußerte sich Dr. Lu- ther, daß er keine Neigung habe, als Reichspräsident zu kandidieren.

ken entgegenstehen

AnS der gewiß nicht zu verkennendenErho- luna und Beunruhigung, die unsere Wirtschaft fe-1 der Stabilisierung der Mark gefunden hat, tst man ieM geneiat, oft allzu optimitiscke und übereilte Stflvi-folaentngen zu ziehen. Man vergißt, daß e r st i m I a h r e 19->8 da« Dawes- Gutachten in vollem Untfon" in Kraft irir, und daß unS bis dahin nur eine Galgenfrist gewährt

ist. DaS Ausland ist in feiner Benrteiluna der deutschen wirtschaftlichen Zukunst erheblich vorsichtiger. Es hat nur einen Teil der unS gewährten Kredite langfristigfcstgelegt. Die meisten Tarlehn laufen bereits nach drei bis sechs Monaten ab. Man sieht daraus, daß wir noch lange nicht über den Berg herüber sind

Der Reichsiag am Freitag.

Berlin 4. März. (Privattelegramm.) Wie mitgeteilt wird, findet die nächste Sitzung deS Reichstages am Freitag nachmittag 2 Uhr üatt. Diese Sitzung wird die Frage der Reichsprästdentschast noch nicht berühren.

Gevering kehrt nicht wied-r.

Abgeordneter Grzcfinski-Kaffel Innenminister?

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 4 März.

Zur Frage der Kabinettsbildung in Preußen teilt der Vorwärts mit, daß S euer in g aus gesundheitlichen Gründen den Wunsch hegt, von seinem Amt alS preußischer Minister deS In­nern entbunden zu werden. Die Koalition von Zentrum und Demokraten mit Gevering dürste damit gescheitert sein. Anstelle Geve- riugS würden die Sozialdemokraten, falls Geve­ring bei seinem Entschluß beharrt, den früheren Staatskommiffar der LandeSpolizei und Land- tagSabgeordnetenGrzesinSkt-Kas- s e l in Vorschlag bringen. Die Wirtschafts­partei hat gestern dem Ministerpräsidenten Marx ihre volle Unterstützung zugesagt. Dr. Marx will der bisherigen Opposition insofern enlgegenkommen, alS er aus Gevering verzichtet und einen anderen Innenminister präsentiert.

Wie schon im größten Teil der gestrigen Aus­gabe gemeldet, hat die Reichsregierung sür die Wahl des Reichspräsidenten den 29 März und sür die evtl. Stichwahl den 26. April cstgesetzt. Augenblicklich stellt sich die Lage so dar, daß zwei Kandidaturen einander in schrof­fen Gegensatz gegenüber gestellt werden: eine Kandidatur Dr. Luther und eine Gegenkandl- datur deS früheren Reichskanzlers Dr. Marx, in denen die Rechts- und Linksparteien ihre besten Männer sehen. Wenn Marx gewählt wer­den würde, so wäre dies nach Auffassung maß­gebender parlamentarischer Kreise ein entschei­dender Schritt zur Rückkehr zur Politik Der Mitte, während aus der anderen Seite ein Sieg Dr. Luthers gleichzeitig den entschei­denden Erfolg Der bürgerlichen Politik in Deutschland bedeutete. Die endgültigen Kan- Dibaturen dürften jedoch erst kurz vor dem 15. Mürz scststehen. ES könnte jedoch schon in den nächsten Tagen eine grundsätzliche Entscheidung herbeigeführt werden, wenn es gelingt, alle bür­gerlichen Parteien von Den Deutschnationalen vis zum Zentrum auf eine einheitliche Kandidatur zu einigen. AnS diesen Grün­den sind die Demokraten und Gozialdemokraten gegenwärtig bis zum Aeußersten bemüht, das Zentrum dazu zu bestimmen, an dem bereits seit einigen Wochen gefaßten Plan einer Kan­didatur Marx unter allen Umständen festzuhal­ten. Die Entscheidung wird vielleicht auf dem Umwege über Die preußische Regierung fallen.

Berlin, 4. März.

Der preußische Minister deS Innern hat die Regierungspräsidenten beauftragt, die Vorbereitungen für die Wahl deS neuen Reichs­präsidenten sofort vorzubereiten. Die Wähler­verzeichnisse find aufzustellen, wobei die l e tz t e n Wählerlisten möglichst zu benutzen find. Selbst bei Festsetzung eines noch früheren Wahltermins müßten Die Auslegungsfristen für Die Wählerlisten eingehalten werden können.

Die Mmijäer im Oberhaus. Streit um Sicherheit, Räumung und Bersehiung.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 4. März.

Im Oberhaus fragte gestern der Liberale Asquith die Regierung, ob sie ein Datum für Die Veröffentlichung des Kontrouberuytes feg« letzen konnte. Aaumungs- und Sicheryeitssrage hätten nichts miteinander zu tun. Dafür, hatte durch einen dreiseitigen Pakt zwilchen Großbritannien, Frankreich und den Vereinig­ten Staaten gesorgt werden sollen. Im Jnterej.e Der ganzen Welt läge es, einen umfassenden Palt zustande zu bringen. Di« wirkliche Frage märe, ob Deutichland bei der Erfüllung Der Bc- Dingungen des Friedensvertrageö wiche Psiiqt- oergesienheit bewiesen hatte, daß die Nichträu­mung dadurch begründet werden tonnte. Es mioffe ein Unterschied gemacht werden zwischen Maßnahmen, Die Deutschland berechtigterweise zu seinem Schutz gegen innere Unru­hen ergriff und solchen, die nur alS Mittel für einen äußeren Angriff gedeutet werden konnten. Lord Curzon erwiderte, Der Bericht Der Mi- litarkommihwn weroe in einigen Tagen Den al­liierten Machten übergeben werden, die dann sofort in eine Prüfung und Besprechung eintre­ten würden. Er srldd hoffe, daß Der

deutschen Regierung Gelegenheit gegeben werde, gehört zu werden,

da nach feiner Ansicht allein eine gemeinsame Besprechung und eine Mitarbeit in diesen Sa­chen diese großen Fragen zu einer befriedigen­den, raschen Lösung führen könnten. Aufgabe oct Berliner Kontrollkommission war eS, Tat­sachen sestzustellen. Aufgabe Der Regierungen ist es, Diese Tatsachen zu bewerten. Tas Belassen britischer Truppen in der Kölner Zone kann nur ans Grund wirklich wichtiger Ver­fehlungen berechtigt erscheinen.

ES ist nunmehr fast ein halbes Jahr her, daß das Tawes-Guiaaften in Kraft getreten ist. und man wird daher heute bereits gewisse Auswir- r-mgn und, mit einiger Vorsicht, auch gewige Zu- kunstscutwictlunen übersehen tonnen, ras er» i sie Ziel des Gutachtens war die Stabiliste- r u n g der deutschen Währung. Tank der erfolg­reichst-n Arbeit des Retchsfinauzmiuisters Lr. Luther und des Reichsbainprafidenten Dr. Schacht kann dieses Ztel als erreicht fi ltert. Tie Deckung des deutschen Papiergelounuanjes 1 übersteigt erheblich die in dem neuen Bankgesetz , vorgesehene Grenze Dadurch dürste auch trotz , der steigenden Passivität Der deutschen Handls- btlanz für 1924 die Stabilität unserer Währung uns absehbare Zeit gesichert bleiben. Die Ver­stärkung des Gold-u. Devisenbestandes bei Reichsbank ist durch da« Einströmeu der Da­wes -Anleihe und ausländischer Prioatkredite veranlaßt. Diese Kredite haben ohne Zweifel dazu beigetragen, den Zinßsuß in Deutschland ganz erheblich zu senken. Die ausländischen Darlehen haben haben weiter dazu beigetragen, daß sich ganz allmählich in Deutschland ein Markt in Privatdiskonten zu bilden beginnt, wodurch naturgemäß die Reichsbank entlastet und eine weitere Senkung der Zinsfüße her­beigeführt wird. Eine Folge der ausländischen Darlehn ist allerdings eine Steigerung des inländischen Preisniveaus. Eine be- sondere Beachtung verdient dabei die Preisbe­wegung der Konsumgüter. Deren Preise ha- den erheblich mehr angezogen als die der Ju- dustriestosfe Ter Grund dafür ist in der star­ken Steuerbelastung der gesamten deut- scheu Wirtschaft zu sehen, die sich lähmend aus die gesamte Produktion legt. Aber auch hier soll das neue Steuersystem eingreifen und die Kapitalneubildung wieder ermöglichen. Auch die hohen Ein kommen st euersätze hätte man in Vorkriegszeiten nicht für tragbar ge­halten. Ihre Höhe hängt mit den Reparatioas» Verpflichtungen zusammen. Diese noch sehr scharke Besteuerung verlangt von der Reichsft- nanzverwaltung außerordentliche Sparsamkeit, sodaß sich die Reichsfinanzverwaltung mit allen Kräften auch einer Aufwertung der Vor­kriegsanleihen wird entgegen stellen müssen. Man must sich darüber klar sein, daß alle Aufwer- tungsplane, mögen sie liegen aus welchem Gebie­te sie auch wollen, durch die Annahme des Da­wes-Gutachtens zunächst einmal hinfällig gewor­den sind. Diese Erkenntnis ergibt sich aus den Auswirkungen deS Gutachtens mit zwingender Notwendigkeit Nach der Annahme deS Dawes- Planes sind der Industrie zwar nicht unbedeu­tende Kredite im Auslande eröffnet worden. Doch diese Darlehen müssen verzinst und zu- rückgezahlt werden. Daneben aber ist die In­dustrie mit einer Reparationslast belegt worden, die ihre VorkrieaSverschuldung übersteigt. Und dos in einer Zeit der wirtschaftlichen Depression, die zweifellos nicht so schnell überwunden wer­den wird, wie es heute vielleicht den Anschein hat! Die Aufwertungsfreunde können angesichts dieser Tatsache vielleicht aus den Gedanken kommen, die von den Daweslasten nicht berührte Landwirtschaft in erhöhtem Maße zur Auswertung ihrer Vorkrieashypotbeken heran- zutieüen Tie Annahme ist jedoch ein Irrtum, daß diechLandwirtschaft, infolge der (Steigerung der Getreidepreise und durch die aller Wahr­scheinlichkeit nach noch längere Fahre anhaltende feste Tendenz auf dem Getreideweltmarkt, die Aarartrise endgültig überwunden habe Die Viehpreise hinken noch außerordentlich nach, und die Landwirtschaft hat si» bisher »eineS- wegS von den Substanzperlusten erhole« können, die sie während der StabilisierunaS- krise durch die außerordentlich scharf zufassende Besteuerung und durch die schleckte Ernte er­litten bat. Eine Delastung der Landwirts tost mit -rhöhten Aufwerrunasverpftichturtgen kann daher hon sehr unliebsamen Folgen begleitet sein A ir sind, wie die Dinge nun einmal lie- gen, daraus angewiesen, unsere landwirtkchast- ltche Produktion immer intensiver und eroiebi- gor zu gestalten. Einer Fntensiviervna unserer Lanowirtschaft über wurde Die Verpflichtung zur vermehrten Aufwertung der VorkriegShyPothe­

Messe-Karneval.

föin Paradies für Einheimische und Fremde.

Bbtkerwanbernna nntee Der Erde. Fremde

Slieaergrübe ... Sieklameballons. vonel« lamonaher. Triumphe bet Technik. Der neueste Dameuschnh. Bölkeraewimmel.

Zwar ist nach dem Verebben der Trauerkun« De vom Tode des Reichspräsidenten das Räder­werk der Messen wieder im alten Gang. Aber es ist doch, als läge eine unsichtbare schwere Hand lähmend auf der Geschäftigkeit dieses lenzsrohen .Närzsonntags, nicht die laute Messefröhlichkeit auf den Straßen, in den überftillten Kaffees, und man hört mindestens ebenso oft die Frage: wer wird voraussichtlich als Sieger aus der Präsidentschastswahl Hervorgehen, als das altbekannte Messegespräch vom »guten oder schlechten* Geschäft, von den Messeaussichten usw., die den Optimisten in rosigste Stimmung versetzen. Als besonderes Ereignis die Eröff­nung des Untergrundmessehauses auf dem Markt! Stromgleich die Menschenmas­sen, die dabei nicht fehlen wollten. Man wur­de förmlich vorwärts geschoben und atmete er» k tert aus, als der Zwangrundgang beendet war. Sehr vorteilhaft präsentiert es sich, und die Aussteller werden eine wahre Völkerwan­derung von Sehleuten über sich ergehen lassen müssen. Schon tauchen Reklamemänner auf, be­staunt von der Menge, die in der Peterstraße und der Grimmaischen Straßen sich drängt, und darüber die Reklamen der Metzhäuser. Die Auslagen der Geschäftshäuser! Und Reklamezettel, Reklamefesselballons schweben in blauer Luft, Surren der Metallvögel, welche den ganzen Tag die Stadt überfliegen. Gegen Mittag wurden von einer bekannten Firma, welche Zahnpasta herstellt, tausend Rekla- meluftballonS freigelaflen, weitere drei­tausend an die beglückte Jugend verteilt, die leuchtenden AugeS und verlangenden Herzens diesemMassenaufstieg" zusah. Um die Kostbar­keiten (allein daS Messehaus der Rosenthal- Porzellane!) auch nur fluchtig zu betrachten, wäre eine dreifache Verlängerung der Messe nötig. So weiß der Beschauer schließlich nicht, was das Schönste war, die

Pelze, die Disouterien, die entzückenden Puppen, die Porzellane, die Kunstkeramik, die Schätze deS Universitäts-Messehauses, des Grassimufeums mit Fayencen, Spitzen, Seiden­schals. Lampenschirmen, Kunstgläsern, Messing­arbeiten der Eindruck ist stets der gleiche: daS Staunen und die ehrliche Bewunderung der unendlichen Vielseitigkeit. Und doch, den wirk­lichen Begriff von der Größe der Leipziger Mes­se bekommt man erst draußen auf der Techni­schen Messe. Diese Stadt der Technik ist über­wältigend: das Bewußtsein der anerkannte» Leistungsfähigkeit der deutschen Technik erfüllt den Besucher mit heiligem Stolz. Man sie gesehen haben, die Maschinenkolosse, die Präzi­sionsmaschinen, Werkzeugmaschinen, diese Gi­ganten der Technik. Unsere großen Werke sind mit Ausstellungen zu finden, davon eine jebe eine besondere Sehenswürdigkeit ist. Im Hai se der Elektrotechnik triumphiert die Elektrizität, surrende Motore, elektrische ohne Gewicht be­triebene Uhren, Kontroll-Turmuhren, Schaltap­parate, Feuermelde-Anlagen, die interessanten Polizeimelde-Anlagen, der Diebesschutz, das alles bereinigt der Siemens-Konzern in großer, übersichtlicher Ausstellung. Die Wärm em es- s e mit den praktischen Vorführungen der Wärmeverwertung, der Wärmeersparnis.

Tropenglut herrscht hier.

Auch be sparsame und vielseitige Verwendbar­keit deS Gases wird hier gezeigt. Interessant und lehrreich der Abbau von Teerpräparaten. WaS kann alle? aus Teer gewonnen werden, bis zu Retten, Aschenschalen. Wenige Schritte da­von der gefällige Neubau der Schuh- und Ledermesse. Prachtvolle Rohleder zum Verarbeiten für Lurussckmhe, amerikanischen Ursprungs, in allen möglichen und unmöglichen Modefarben, bedruckt, goldbronziert, sogar Ei- dechS- und Krokodilleder muß jetzt Bertolten, um den Damenkuß zu schmücken. Die spitze Form ist immer noch Trumps, aber der

hohe Absatz kehrt wieder, leider! Ja. die Mode ist eine unerbittliche, grau­same Tyrannin' AlS neuestes und bewährtes Verfahren der geklebte Schuh, der von ei­gens konstruierten Maschinen zusammengeklebt wird: der LuruSschuh, wie auch der Sportstiesel, ohne einen Stich ober einen Nagel, äußerlich nicht zu nterscheiden vom genagelten oder ge­nähten Schuh und um fünfzehn Pro­zent billiger. Die Daumesse mit neuen Modellen in Holzhäusern, die NahrungSmittel- messe mit lockenden Schätzen, die ausländischen Meßhäuser, das österreichische, Schweizer, tsche- choflowakische, italienische Meßhaus, die Ausstel-