Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Abendzeitung

Mittwoch 4. MLrz 1925.

ÄmÄSf'

»e« -iabiun^sularr Mr »te iHitb'iufett aller oitrrb Fernsprecher an'aeaebenen Ä>>- ?d«n fom für «ufnahmebaten und «Uke kann u.»

flt «einen mit belond. tchmiertqem sas ton Uroj. qlttff<bla«i. Druckerei ^ldlachklio ftnrfte *«'* Metchäk'Skt'v' »Sln Str is reaenUb ««er -oa-'rktr Mrnfnr W «, "k-

Einzelnummcr 10P1-. Sonntags 15Pf. 15. Jatßdttg

j)i« huikUi iituttte«. Jiod>nd)iei« ernbeinen wochemtich «echsma« nachmiuans Sei Alwnnemeinsoreie betrapi füi den Mona« 2.- Ml bei reler ckuttellun« ns r'aus in i>er (i>eid)üH6iieUe abqeboh I.tuMk. Durchdte Pott monatlich LNu Mk austchiiebli» .-tufteU«»«s»ebübr Verla« und 'Jieboftion Schlachidotltralle 2x/»i Mruivrecher yfit itn t»2 ftilt nnnerlanat einpelandte dfttriine kann "te Re- «aktion eine -rieran'wortuuji oder <#rroähr in keinem Mflf nbernetimcn Jiiicf- abluna des femasaeldeo oder Snfpriitbe roeatn etrooioer »ich, ordnunasmantaer « n»tt-etchIl>Ne- n»«fchrckkl>n'i> ^ra-fhir n Mo»- Nummer RSxt«

C - 53. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.

Kasseler Neueste NiMtm

Hessische Abendzeitung

ReichMäsidentenwahl am 29. März.

DaS Amt des Reichspräsidenten ist durchaus

ge n;ei chn

oder den

Rach Artikel 51 der ReichSverfaflung wird ~ "" - Verbinde-

wl MW m 1(8! B «V-AÄT Berlin, 3. März. (Privat-Telegramm.) In Besprechungen der ReichS- re<ierung mit den parteifS rer« deS Reichstags einigte man sich dahin, daß der er «re W hlgang für die Wahl ses Relchsprastven» ten am Sonntag, den .9 März sta i findet.

Kandidatur Mart keineswegs festgrlcgt ist. Dr. Marx ist in Preußen neuerdings wieder stark in den Lordergrund getreten, sodaß vor­aussichtlich auch in den Zentrumskreisen einrge Bedenken gegen eine solche Kandidatur erhoben werden dürften. DeS weiteren wird von einer Kandidatur des früheren Reichskanzlers Dr. Euno fsir dir Rechtsparteien gesprochen Eine Anwartschaft Cunos ist sedoch sehr unwahr- scheinlich, da die Persönlichkeit Cunos in den weitesten Vollskreisen zu wenig bekannt ist. Dr. Luther dürfte als Reichskanzler zur Zeit er­heblich wichtiger sein und für die siortfuhruna seiner Politik augenblicklich schwerlich einen ge­eigneten Stellvertreter finden. Zunächst wird eine Frist von drei Wochen anfgestrNt wer­den müsien, bis zu der die Kandidaten für die Reichsprästdentrnwahl genannt sein müssen.

Schon am 29. Mär, Vrafldenttnwavl.

Berlin, 3. März. (Privattelegramm.) Ber­liner Blätter treten dafür ein, daß der erste Wahlgang bereits am 29. Mär, und der zweite, falls ein solcher notwendig werden sollte, am 26. April stattfinden solle. Der demokratische Parteivorsitzende Koch erklärte, für die ReichS- -'räsidentenwahl müsse schnell und energisch ein Zusammengehen der republikani- schon Parteien angestrebt werden, die si» möglichst schon für den ersten Wahlgana au- einen gemeinsamen Kandidaten zu vereinigen hätten. Auch der »Vorwärts" erNärt eS für selbstverständlich, daß die republikanischen Par­teien geschloffen austreten müßten Bei den Rechts' arteten beurteilt man die Aussichten für einen gemeinsamen schwarz-weiß-roten Kandi­daten als zuversichtlich.

SbertS letzte Fahrt.

Am Potsdamer Bahnhof und in Heidelberg. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. März.

Die Straßen, durch die der Leichen,ua deS Reichspräsidenten am Mittwoch geht, erhalten Schmuck durch Ftorumhüllung der La- fernen und grüne Girlanden Die Aufbah­rung des Garges inmitten der BahnhosS- f r e i t r e p p e erfolgt aus einem großen, schwarz drapierten K a t a s o l k, eingerahmt von Lor­beerbäumen unv Palmen. Bom Katafalk auf der Freitreppe wird dann der Sarg durch eine Allee von Lorbeerbäumen in die Bahn- hofshalle zum Sonderzug getragen. In hei- delberg wird der Zug um 9,30 Uhr von Ver­tretern der badischen Regierung empfangen wer­den. Eine Abteilung der badischen Schutz­polizei wird dem Zuge vorausgehen. Der Sarg selbst wird von Landjägern getra- gen werden. Reichswehrofttziere geben da8 Ehrengeleit, Schulkinder und »eretne Mitten Spalier. DaS Grab deS Reichspräsidenten ist

WodikKurdrnßaufen.

Ein kampflustiges Bergvolk.

3« ben unwegsamen EinSdr» Kurdistans Sehest sich die Ureinwohner aeaen die vrrliakte Tiir- kenberrschaii erhoben und die Mustafa Kemals Divisionen aeoen sich in die Schranke« acsor- dert. Freilich scheint die für -lle vrimriroe« Völker Saraklertsiiiche Street- und Rnnslott de« bciiätterfcn irreistestskamss verhSnantsvall yt werden, sodak, der Halbmond leichtes Spiel mit de« Redelle« bade« dürste.

Unter Kurdi'ian versteht man das von den Kurden bewohnte Land am Südabhange d;r armenischen Hochebene, das sich bis zu dem mesepotamischen Tiefland Hinz eht Im all­gemeinen ist Kurdistan ein rauheS, vielfach zer- klüstetes GeSirgsland, zwischen zahlreichen- benzügen ziehen sich wenig fruchtbare Hochftä- chen hin. DaS Klima aus ihnen ist kalt, meist folgt einem langen, harten Winter ein schönm, aber nicht allzu warmer Sommer. In den Tä­lern finden wir herrliche Waldungen von Fich­ten, Oliven und Balumateichen, welche die Gall­äpfel liefern. In den unwirtlichen Schluchten

hausen Brren und Eber,

auch ist dort eine besonder Art wilder Esel heimisch. Die nach Süden abfallenden Hänge sind fruchtbarer. Hier gedeihen Zitronen- und Granatbäume, an besonders warm:n Stellen findet sich auch die Da t t e l p a 1 m e. Große Haine von mächtigen Nußbäumen und Platanen sind an den Niederlaffungen ange aut. Das Land ist reich an Silber und Kupfer, doch findet keine Ausbeute statt. Außerdem sind auch Steinkohlen- und N'pbtaguellen sestgestellt. doch konnten sie bisher infolge der schwierigen Ber- keürsvcrbältnifle nicht abgebaut werden Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus dem Bergvolk der Kurden. Drucken bewoh­nen besonders in den Städten Armenier und Türken, im südöstlichen Teile, vor allem an den Ufern der das L. nd durchfließenden Flüffe Euphrat und Tigris, auch Araber. Die

Kurden, deren Zahl in der Türkei etwa andert­halb Millionen beträgt, gehören zur ironischen Familie deS indogermanischen Stammes und waren schon den alten Griechen bekannt. Die Kurden zerfallen in zwei scharf getrennte Stän­de oder Kasten, die auch äußerlich sehr verschie­den voneinander sind. Die Assireten bil­den die K r' e g e r k a st e und treiben nur Vieh­zucht, jedoch keinen Ackerbau. Die Kaste der Ackerbauer. Guranen genannt, können nie Krie­get werden und werden von der anderen Kaste sehr bedrückt ttnd a u s g e b e u t e t. Die Kurden sind ein tapferes, freiheitsliebendes Volk, dte sich durch

Gastfreiheit und Keuschheit auSzeichnen Die Treue halten sie jedoch nur bis zu einem gewissen Grade. Daneben sind sie der Blutrache leidenschaftlich ergeben und haben einen stark ausgeprägten Familiensinn. Die Kriegerkaste hat keinen Sinn für regelmä­ßige Beschäftigung und ziehen meist herum, wo­bei sie in schwärzen Filzzelten woh­nen. Sie scheren sich meist den Kopf und tra­gen nur einen Schnurrbart. Nur die Greife haben einen Vollbart. Die Reiter sind mit lan­ger Lanze, Säbel und Pistolen bewaffnet. Tie Fußkämpser tragen Flinten und im Gürtel ei­nen Dolch. Bekleidet sind sie mit einem engan­schließenden Rock, der durch einen Gürtel zu- sammengebalten wird, weiten Beinkleidern, ei- men weiten braunen und weißen Kasten. Die Guranen -sind fest angesiedelt, sie wohnen in niedrigen Steinhäusern mit einem flachen D ch, auf dem sie im Sommer auch schlafen. Ihre Mädchen werden in der Regel zwischen dem zehnten und zwölften Jahre g-gen Zahlung der Brautgabe verheiratet. Leidenschaftlich lieben die Kurden Musik und Tanz, vor allen Dingen ihren National tanz, den Tschopi, einen Ninatanz mit lebhaftem Hin- und He schwingen des Leibes, Ausstampsen der Füße und wildem

Geschrei, begleitet von Trommel und Pfeife. Der Hatz argen die Türken ist bei allen .Kurden besonders groß, obwohl über hierein» halb Jahrhunderte seit ihrer Unterwerfung ver­gangen sind, haben sie die Freiheft noch nicht vergessen Bereits im Jahre 1470 kam Kurdi­stan unter die Herrschaft der Osmanen. als die­se daS damalige Königreich Travewnd erober­ten. Aber richtig unterworfen wurden die Kur­den erst in den Jahren *°37 bis 1847. Be­kanntlich hat der spätere Generalseldmar- schall Gras Moltke auch längere Zeit in Kurdistan geweilt, als er zurb Ausbildung des iitrkischen HeereS nach dem Orient kommandiert war. Die Kurden sind militärisch in eine An­zahl Hamidiebregimenter gegliedert, die mehr­fach geoen die Armenier verwandt wurden. Da­bei ist eS stets zu den größten Greueltaten ge­kommen, denn dis Kurden hassen die Armem« noch mehr wie die Türken. Während d«S Welt-

der Reichspräsident im Falle seiner rung zunächst durch den Reichskanzler te n. DieS ist auch im Augenblick geschehen. Dock sieht die gleiche Bestimmung auch voraus, daß für den Fall einer vorzettigen Erledigung der Präsidentschaft die Vertretung des Reichs­präsidenten durch Reicksgesetz geregelt werden kann Es wäre doch sinnlos, noch eine Zw' - s ch e u w a h l vorzunehmen, da die Vertretung des Reichspräsidenten für die kurze Zeit von zwei bis drei Monaten, die bis zur Neuwahl er­forderlich sind, durch den Reichskanzler als durchaus genügend erscheint. ES ist bedauerlich, daß die Krtsis gerade in dem Augenblick e'N^e- treten ist, da wir vor allem in Fragen der Räu­mung Kölns und der HandelsvertrazS- verhandlungen mit Frankreich außenpoli­tisch sehr schwer engagiert sind. Schon deS öfte­ren hat gerade bei-solchen politischen Krisen der Präsident sowohl ein gewisses Festhalten an einer bestimmten Politik ermöglichen, wie auck untr Umständen vermittelnd eingreifen können

hi unmittelbarer Rühe deS noch erhaltenen Gra­bes ferner Mutter angelegt worden. Sämtliche Hetdelberger- Sänger werden die Feier mit Chören umrahmen.

Börse uuv Geschäfte geschlossen.

Berlin, 3. März. (Privattelegramm.i llus An' der am Mittwoch stattfindenden Lrauerfeierlichkeit für den verstorbenen Reichs- 'rästdenten soll die Berliner Börse auSfallen. Dieser Beschluß des Börsenvorstandes ist für heute zu erwarten. Die EinzelhandelSgemein- 'ckaft bm k-fchso^n. nm Mttwock,

von 35 Uhr die Geschäfte zu schließen.

man auch noch mit einem selbständigen kommu­nistischen Kandidaten rechnen,

In die Trauer um die Person des Reichsprä­sidenten und daS Mitgefühl für die Familie des so unerwartet Dahingeschiedenen mischt sich die bange Frage: Mas nun? Wird der Gesun­dungsprozeß des deutschen Volkes wieder durch die Hetze der Parteien gestört und gefährdet werden? Wird man alS Nachfolger EbertS die Person wählen, die wirklich über den Parteien stehend nur daS eine Ziel vor Augen hat daS gesamte Wohl des deutschen Dolles? Dr. K.

Wer das Szepter hat.

Befugnisse und Neuwahl deS Reichspräsidenten.

Die Präsidentenkrisis, die sonst vielleicht ein bis zwei Monate vor dem Ablaus der Reichs- Präsidentschaft Eberts am 1. Juli akut gewor­den wäre, ist da. Nach der ReichSvetsassung wird der Reichspräsident vomganzen deut­schen Volke gewählt. Diesem Erwrder- nis ist seiner Zeit bei der Wahl Eberts nicht Rechnung getragen worden. Die^ schweren in­ner- und außenpolitischen Wirren, in denen sich damals das deutsche Volk befand, ließen ein neues Aufrühren der politischen Leidenschrften als höchst gefährlich erscheinen, und so einigte man sich, den Reichspräsidenten nicht durch das Volk, sondern durch den Reichstag selbst zu wählen. Dies konnte verfassungsmäßig durch­gesetzt werden, da jede Bestimmung der Verwai­sung bei einer Mehrheit von zwei Drittel Stim­men abgeändert werden kann. Dieses Ma! wird man schon mit Rücksicht auf den zu erwart-nden Widerspruch der verschiedenen Parteien hiervon keinen Gebrauch machen.

Gespenst-rs?her- Noch

Sein Kommentar zum Kontrollbericht.

(Eigene Drahtmeldung.1

Genf, 3. März.

AuS Paris wird gemeldet: Die Botschafter- tonferenz tagt seit 10 Uhr zur zweiten Sitzung über den Kontrollbericht. Der Bericht deS Ber- sailler MilttärlvmitecS (Fach) umfaß! If Seiten ES handele sick,, so berichtet rin Pariser Blatt, bei diesem Bericht nur um einen Kommentar Das Komitee habe in keiner Weise den Entscheidun­gen der alliierten Regierungen vorgreifen wizsien. Der Bericht stelle u a fest daß nenn Deuts»- land Ende 1918 täglich etwa hundet Kanonen hätte Herstellen können, es nach A n s i ch t F o ch s heute noch täglich etwa fünfzig Kano- n e n bauen könne dank der Fabriken, die sich nickt umgestellt haben. Aus dem Bericht geh weiter hervor, daß vir R e i ch s w e h r, die nur eine Polizeitruppe sein solle, im Lause der letzten Jahre in ein Kriegsh> er auSgebaut worden, bereit fei, i" kürzester Zeit einzngreisen. Man will von Foch verlangen, daß er gewisse Puntte präzisiere und gewisse Borschläge unter­breite. wozu er bereit sei. Foch habe erklärt, man könne dir Kontrolle auf die einfachste Weise viel wirksamer machen als bisher.

OltßiT Euno Luther.

Bier Kandidaten für den höchsten Reichsposten. lEigener Informationsdienst.»

Berlin, 3. März.

, In politischen Kreisen rechnet man mit eint- .er Sicherheit darauf, daß etwa vier Kandidaten um die R-ichSpräfidentschaft kämpfen werden und »war ein Kandidat brr Rechtsparteie n, ein Kandidat der republikanischen Par­teien, eine unpvlitische Kandidatur und eine kommunistische Kandidatur. Dabei wird betont, nur solche Kandidaten auszustellen, die weder politisch, noch parlamentarisch an eine Partei gebunden sind Der frühere Reichs­kanzler Marx wird als Kandidat der repubft- kanifchen Parteien viel genannt. Zunächst ist hierbei zu betonen, daß das Zentrum sick feine Entscheidung Vorbehalten hat und eine

Das regkenmgsloseVmchen.

Absage an Marx ... Wetter vertagt.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin. 3- Mörz.

Die dentschnationale Landtagsfraktion be'chäs tigte sich mit einem neuen Vorschlag von Marr hinsichtlich einer Regierungsbildung auf breiter Grundlage. Ei war sich arm einig, daß man em Kabinett mit dem Minist r Severing nicht billigen könne daß man vielmehr an den feiner Zeit in dem Antwort- fchreiben auf die Anregung der Bildung eines Kabinetts der Bolksgemeinscha.t metier- gelegten Standpunkt sefthalten müsse. Auch v-e Deutfche Bolkspariei beabsichtig, nicht, neue Br. schlüffe zu fassen. Die Ministerprüfidentenwabl .st vorläusig vertagt worden. Bor Mitte der nächsten Wocke dürste eine grundsätzliche Klärung der preußischeu Regietungsfrage nicht geschafsen fein.

nicht ein Scheinposten, wie mancher Laie anzn- , nehmen scheint Im Gegenteil hatten die Schöp­fer der Reichsversassung dem Reichspräsidenten insofern eine maßgebende Rolle zugedacht als er gleichsam über den Parteien stehend-, be­sonders burdt bte Machtbefugnisse, bie ihm durch Artikel 48 der Reichsverfassung gege- ben sind, einen Gegenpol zu ben politischen Ma­chen schatten ber einzelnen Parteien ZusallSkom- binationen u a. bilben sollte. Er sollte ber ruhende Punkt in der Erscheinungen Flucht sein, er sollte eine gewisse Beständigkeit ber Politik gewährleisten unb Sckützer ber Verfassung fein. Abgesehen babon, baß ber Reickspräsibent auf biefe Weise ein hohes Maß von Verantwortung zu tragen hatte, ist biete Stellung mil einer großen ArbeitSlast ver­bunden: denn alles, was der Reichspräsident zu zeichnen hatte, mußte genau überlegt und durch­dacht fein, denn die Gefahren, die bei einer auck nur etwas leichtfertigeren Handhabung dieser Pflickten bestehen, sind ungeheuer. Nicht nur, daß sie die Person des Reichspräsidenten im Inland unter Umständen zu mitzkreditieren ver­mögen, eS bestehl auch immer die große Gefahr, daß das Ausland sick brüskiert fühlt ober einen falschen Eindruck der tatsäckl'chen Verhältnisse erkält. Wenn auch die Verantwortlichkeit des Reichspräsidenren durch Artikel 50 der Reicks- versossung, nach dem alle seine Anordnungen und Versügungen. auch solche aus dem Gebiete der Wehrmackt. zu ihrer Gültigkeit der Ge-

u ng durch den Reichskanzler zuständigen Reichsminister bedürfen, etwas geminden wird, so ist doch ohne weiteres einzusehen, daß beim Fehlschlagen irgenb einer Unternehmung als Sckulbiger der Reicksvrasi- dent immer gesucht werden wird. Die Vorbe­reitungen zur Neuwahl des Reichspräsidenten haben noch nicht begonnen Es ist auch sehr unwahrsckeinlich, daß brr Ablauf biefer Woche irgenbwelcke Schritte geschehen, da die maßge­benden Regierungskreise es für notwendig hal­ten die Präsidentenwabl nicki zu Überstür­zen Allgemein herrsch, der Wunsch vor. daß die deleiligien polftikcken Kreise nack Möplich- kei« eine allzu große Zersplitterung vermeiden nd sick aus gemeinsame Ka n d i d a t u r e n e 1 gen Die Demokraten schlagen vor. daß Me repubUkaniicken Parteien, d h. Zen- trum Demokraten unv Sozialdemokratie, sich aus et.i gemeinsame Kandidatur einigen. Dehn- Itd) we den auch die Rechtsparteien vor­her besti mte Vereinbarungen treffen, um eme Sammlnoid'tur auszustellen Da die K om - muntzMen ihre>ftftS »einerlei Vereinbarungen mit enseren Partelkreisen eingehen wollen, muß

Dersieckwlel an der Themse

Der Kriegsminister kann nicht antworten.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 3. März.

Auf eine Anfrage im Unterhaus erwiderte gestern der englische Kriegsminister, der volle Bericht der interalliierten Militärkontrollkom- misston werde jetzt von dem alliierten Militär- komitee tn Versailles erwogen. Es sei verfrüht, eint Mitteilung zu veröffentlichen. Wedgcwood Ben fragte erneut, ob die Regie­rung nicht in der Lage sei, eine allgemeine Er­klärung darüber abzuaeben, bis zu welchem Maße Deutschland abgerüstet habe. War- thington Evans sagte, er würde im Augenblick dies nur widerwillig tun aus Furcht, den Fragesteller irrezuführen. DaS Parlamentsmit­glied Crawford fragte: Können wir Bte Ver-

«