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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

15. Jahrgang

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Dienstag, 24. Februar 1925,

Hemol und Chamberlain treffen sich in Varis

i

außerordentliche Schwierigkeiten

Sr- dea

Man rechnet mit einem neuen .

Schachzug, der sich allerdings mehr gegen Eng­land als gegen Deutschland richten kann. Tat- fache ist soviel, daß der französische Minifterprast.

dent Herriot entschlossen ist, die Regierungs­geschäfte nicdcrzul-gen, wenn es ihm nicht ge­lingt, die englische Regierung für seine Plane zu gewinnen. In Berlin weiß man sehr wohl, daß deutsch-englische ' Sonderverhandlungen im gegenwärtigaen Stadium der Dinge nur zu einer Berscharsung der Spannung zwischen Deutschland und Frankreich führen müssen. Die größte Gefahr li:gt darin, daß die Räumungs- rage noch ans Monate hinaus verzö­gert wird, und daß eS nicht gelingen könnte, zu irgendwelchen Vereinbarungen über die nörd­liche Rheinlandzone zu kommen. Ausserdem muß cs Besorgnisse hervorufen, daß immer wieder die deutsche Polizeifrage in den Vordergrund gedrängt wird und daß dadurch immer neue Komplikationen geschaffen werden.

Rach Herriot... 6a llaux?

Sein Thron wankt. Spannende Zwischenspiele. lEigener Informationsdienst.)

3m Techaus.

Bei Spiel und Tanz mit den Geishas.

Die in bet Soaatagunmurer geschilderte» lebaissc im japanische» Teebaus unter

Nummer 48. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Rechisbmch ohnegleichen.

Die deutsche Austreibung aus Polen. lElgener Drabebrruvi s

Berlin, 23. Februar.

Wie die deutschen Konsul-tsb-hörd-n in Po- noch in Polen befindlichen deutschen Op» noch in Koten befindlichen deutschen O P • tonten die Aufforderung zugestellt, das pol­nische Staatsgebiet innerhalb k«zesicr Frist zu verlassen. Bisher war noch nicht einem einzigen polnischen Optanten in Deutschland die Bbwan- derungsaufsorderung zugestellt worden. Nun­mehr aber haben die deutschen Behörden Nnwe»- iungen erhalten, den polnischen Optanten di- Aufforderung zugehen zu lassen, das Reichsge­biet innerhalb der vertraglichen Fristen zu ver­lassen, und zwar mit dem ausdrücklichen Bemer­ken, daß die deutsche Regierung durch daS polni­sche Vorgehen dazu gezwungen sei.

Sic aaneie» Meueiteu «awrrchieu etittieinen roOdxniltd) ied)#moi nachmniag» Der »bonneweniövrei» beträgt füt Den Monai 2.— Mk. bei tretet Mufteluiio >ns vau6, in der «eilbästsnelle abgebolt l^uMk, Dur» die Poti monatlich L0»Mk. auelchliemich .8ufteUung8eebübr Berlaa und Redaktion Schlachtkokslraße 2W3(i. >ernkvrecher 951 und 952 Mr unoerlanat etngelanbte Betttäae kann die Re- 'aktion eine Berantwottuna ober Gewäbt in keinem Falle übernehmen. Ruck- abluna des SiezuasaeldeS ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnunaSmaniger 'lefernn'’ 'ft nitStefAlofien Hofttdierffonto Frankfurt a Main Rümmer 63RH

Lm Schneckentempo.

Militärkomitee und Botschaster als Hindernis.

tEikene» D'^hivtrich t

London, 23. Februar.

Ei« Londoner Blatt berichtet, daß die eng­lisch-französischen Verhandlungen über das Pro­blem der deutschen Abrüstung und der damit verbundenen Frage der Räumung Kölns über das Wochenende fortgesetzt werden. Beide Regierungen verfolgen die Arbeit des Mili­tär k o m i t e e ein Versailles, dessen Aufgabe es ei. die Boranssetmngen festzulegen, die Deutsch­land dem Versailler Vertrag gemäß erfüllt haben müsse. Wenn der Entwurf vollendet sei, werde die Botschafterkonferenz übet die Form be- ließen müss-n, in der die Mitteilungen Deutsch­land iibermitelt werden sollen. Einem französi­schen Berichterstatter zufolge werde die Konse- rcnz der alliierten Minister, die im März nach Chamberlains Besuch bei Herriot zu­sammentreten w:rde, vielleicht in Brussel stattfinden. Ein nglischer Berichterstatter betont, daß sowohl das Versaill-r Militär»omitee alS auch die Botschafterkonferenz eher ein Hindernis als eine Hilfe für die Lösung der Probleme seien, da sie unvermeidlicherweise zur Verzögerung Veranlassung gäben und daß daher direkte Verhandlungen vorzuziehen seien. Die deutschen Minister seien für die direkten mündlichen Besprechungen mit den alliierten Staatsmännern statt für den Austausch diploma­tischer Noten. In amerikanischen Kreisen finde der Gedanke offener Verhandlungen gleichfalls und unzweifelhaft Zustimmung.

Berlin, 23. Februar.

Die Durchberatung deS Militirkon trollberichts seitens der Alliierten bis En,

Seid auf der Hut!

Wetterzeichen in Oft und Weft.

Gewiß: Regieren und Politiktreiben heißt: Vorausschauen! Heißt: In dir Zukunft arbei­ten! Die Lebenslage der politischen Objekte, der Menschqn, der einzelnen Völker und Rassen zukunftsträchtig gestalten: die Bahn ihrer ge­sunden Entwicklung auszeichnen: die realen uns ideellen Gegenwartkräfte erkennen, sie zum Besten bar Menschen und Menschheit auszubil­den und sie nach Zielen lenken, die als wertvoll erkannt, sind. Jeder Politiker und Staatsmann muß ein ganzes Bündel Uüstzeug und Waffen mitbringen, die ihm die Vergangenheit geschmie­det hat. Ist die Gegenwart nicht das Ergebnis der Politik unserer Vorfahren? Tauchen im Spiel der Gegenwartskräfte nicht unmittelbar und oft plötzlich Ideen, Gedanken und Tatsachen auf, die in der Vergangenheit die Gemüter be­schäftigten und die längst abgeschlossen, erledigt und tot schienen? Eine tragische und mhstische Verbundenheit der Vergangenheit mit Gegen­wart und Zukunft l Wehe den Lenkern der Men­schen- und Völkergeschicke, die unvorbereitet von diesen Kräften überfallen werden! Wehe dem Volke, das aus seiner Geschichte nicht das Wesen und die Auswirkung jener Ideen und Kräfte der Vergangenheit erkannt oder die Erkenntnis nicht zu feinem Allgemeingut gemacht hat. Es wird .werden, trotz aller materiellen Stärke, denn stärker als Säbel und Kanonen ist die Gewalt der Ideen.

Die Idee der nationalen Rechte eines Volkes, der geschichtlichen und individuellen SRedile aller Völker, diese Idee, ausgegriffen von uns Deutschen, wird und muß zu einem schutz- wall werden, gegenüber den ruchlosen und wi­derrechtlichen Eingriffen In den Bestand unseres Volkstums. Diese Idee, feurig verfochten von unteren Staatsmännern, unseren politischen Körperschaften, dem gesamten deutschen Volk, wäre die wirksamste Wehr gegenüber den Ge­fahren, die im Weste, dem edelsten deutschen Stamme drohen. Wse die Dinge heute liegen, haben wir den Politikern der Gewalt, die im Westen unser Volk befdrohen. n u r d i e W a s f e unseres Rechts gegenüberzustellen. Sie kann nur dann wirljam jetn. wenn das ganze deutsche Volk auch bis inS Tiefste von dem Gedanken feines Rechts durchdrungen ist.

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Ist dem aber sa? Eine der merkwürdigsten Tatsachen dürfte tqohl die sein, daß alle Fragen, die den deutschen Osten betreffen, dte ge­samte öffentl'iche Meinung noch lange nicht ge­schlossen genug zur Abwehr und Verteidigung auf den Pla, rufen. So wie es noch kürzlich bet dem Danzig-polnischen Postkonflikt geschah, so­wie ei jetzt uei der Austreibung aller Deutschen offenbar vpird, die sich für das Verbleiben in Polen entschieden hatten, so wie es nicht zuletzt alle die dqs S a a r g e b i e t und Rheinland berühreneden Fragen erwiesen. Nimmt dte öffentliche Meünung, besonders die stolze deutsche Weltpresse van diesen Dingen aber irgendwie Notiz? Es St, alS sei das deutsche Volk völlig gefühllos für das geworden, was an seinen Grenzen vor sich geht. In Frankreich ist eine ge- waltige politische Idee feit Jahrhunderten le- hendig: dienatürlicheGrenze Frankreichs ist der Rhein, muß der Rhein werden! Stele Idee war das Stimulans der Politik der fran­zösischen Machthaber seit Jahrhunderten Diese Idee, der Rhein Frankreichs Grenze, gibt der französischen Politik der Nachkriegszeit jene ge­waltige Stoßkraft, die auch den zähen Wilwrstand Englands ins Wanken zu bringen droht. Diese Politik will trotz, oder vielmehr gerade mit Hilfe der Versailler Bestimmungen da» Endziel aller französischen Politik erret- chen: die Macht über da» Stromgebiet des Rheine», somit die Macht über das deutsche Volk u,d somit die Hegemonie in Europa: .Frank- rejtb braucht den Rhein, um zu herrschen, Deutschland braucht ihn. um zu leben ft

Und dieser Gedanke soll un» die Fackel sein kn den politischen und diplomatischen Auseinan­dersetzungen, die sich um die Räumung der ersten Rh«nland;one entwickelt haben. Diese Angst, dieser Glaube an die Sicherheit tn der Rhein- gr-nze ist bu dem französischen Volke ebenso echt, wie fein Glaube an sein historisches Reckt aus den Rhein. DaS ist daS gesährltche für uns Deutsche, das gibt den politischen Ideen Frank­reichs jene gefährliche Stoßkraft. Heute soll die Äontrollnote den Boden bereiten, um Frankreich mit einem Scheine des Rechts sein im dolksrecktlichen Sinne tief unsittliches Ziel er­reichen zu lassen: die Deutschen, die rein deutsche Bevölkerung tm Stromgebiet deS Rheins los- zureißen von ihren Volksgenossen, sie unter französische Hegemonie zu bringen und Damit das ganze deutsche Volk machtlos und erbärm-

de März wird für Deutschland noch sehr gefähr­liche Situationen schaffen. Das Auftreten deS früheren französischen Ministerpräsidenten Caillaux, der vielfach alS der kommende Mann Frankreichs bezeichnet wird, ist in Ber­lin ziemlich lebhaft ausgesallen. Sehr gut unter­richtete Sreife sprechen nämlich von einer ernsten Gefährdung des französischen Ministeriums Herriot, das durch die F i n a n z k r i s e in geraten ist französischen

lich zu machen. Wieder steht daS französische Heer am Rhein. Wenn es nicht mehr abziehen wird... Deutsches Voll, waS wird dann aus deinem Reiche! Politik.treiben hettzt: Voraus­sehen! Kr- Kr.

Auf zur Konferenz!

Herriot-Chamberlain wollen sich treffen.

(Eigene Dtahtmeldu' d.)

(Senf, 23. Februar.

Pariser Meldungen zusotge find zwischen den Alliierten ltnteryanolungen im Gange, um die Möglichkeit einer Zusammenkunft in nach ter Zett zu prüfen. Diese Besprechungen bissen eine Konferenz Der Regierungs- Häupter fui März oder April erwarten. An wichtigen Berhandlungsgegenständen fehlt es nicht, nämlich: Kölner Frage, interalliierte Schulden, Genfer Protokoll und Sicherheitsfrage. — Herriet hatte gestern eine längere Unter­redung mit dem englischen Bo».s-chas­te r in Paris. Die besondere Aussprache zwischen £ erriet und Chamberlain gelegentlich dessen «eise nach Genf zur jo-ung des Völkerbund­rates ist nunmehr endgültig auf Den 7. März festgelegt worden.

Pariser Blätter betätigen, daß Ministerprast- deut Herriot gern Austen Chamberlain spre­chen werde. Die Frage Der Hinzu­ziehung Deutschlands zu den Be- prechungen werde gewiß eine der Hauptgegcn- tände der Unterredung bilden und auf keine u französischenWiderspruch stoßen. Aber wenn Deutschland sich unter diesem oder jenem Borwand in Die alliierten Besprechungen über den Bericht der Militärkontrolüommisston und die Frage der Aufrechterhaltung der Besetzung von Köln einmifchen wolle, so sei das unzulässig Sobald es sich darum handele. Pläne zu ent­wickeln die etwas anderes als die Durchsührt.ng des Friedensvertro^es beträfen, müsse Deutsch­land aus jeden Fall gehört werden.

Gut gebrüllt, Löwe!

Caillaux über Sicherheft und Böllerfriede.

(eigene Tr thrmeldung >

Rotterdam, 23. Februar.

An» Paris wird gemeldet: Caillaux hielt gestern in Der Sorbonne eine große Rede, in Der er u. a. sagte: Wir müssen Die Verständi­gung sortsetzen, dürfen aber Die Sicher- heft Frankreichs nicht außer Acht lassen. Daß wir am Rhein stehen, ist unser Recht, oaS Dura» den Friedensvertrag begründet ist. Der vernünftige Teil deS deutschen Volkes wird darin weder eine Bedrohung noch ein Hinder­nis zur Bölkerversöhnung erblicken.

Don einem Tag »um andern vertagt.

Genf, 23. Februar. (Eigener Drahtbericht.i Aus Paris wird gemeldet: Ein Havasbericht besagt kurz, daß Der Antrag der Militärkontroll­kommission eine eingehende Erörterung der Botschafterkonferenz notwendig mache und daß am Dienstag über daS Gutachten der Mtli- tärrate» Beschluß gefaßt werden soll. — Ein Pariser Blatt äußert sich zum Kontrollbericht, er könne unmöglich Veröffentlicht werden. Heute kann nur gesagt werden, daß die Kontrolle fortdauern und daß die Besetzung Kölns ohne Abschwächung fortgesührt wird.

graziösen und anmutigen Geifhas finden in de» folgenden Tanzszenen und ansgelaskenc» Spielen eine» überaus reizenden Abfchluh.

Aus der ganzen Welt gibt es nichts Zierliche- res und Niedlicheres als solche junge Geishas, und man begreift die Vorliebe der Japaner für die Teehäuser, sowie ihre Ausdauer int An­chatten dieses Spielzeugs. Die Langmut der Lhesrauen, welche ihren Männern den Besuch dieser Häuser wohl oder übel gestatten, toiro Denn auch ost genug aus harte Probe gestellt. Doch geht cs in den besseren Teehäusern mei­stens ganz ordentlich zu. Der mimische Tanz von feinsinniger Grazie, der nun folgte, erinner­te lebhaft an die P Y g m a l i on - S a g e. Eine schlanke, blaßgesichtige Tänzerin des vornehmen Typus in dunkler Kleidung umtanzt mit aus­drucksvollen Gebärden eine zweite kleinere in bunter Gewandung, die regungslos im Hinter­grund steht. Es ist, erklären unsere japanischen Freunde, ein berühmter Künstler, der in Liebe für eine von ihm geschaffene Holzsigur entbrannt war, und diese zum Leben erweckte. Immer dringender, flehender Wirb das ausdrucksvolle Gebärdenspiel der Tanzenden, bald scheint Verzweiflung sie zu peinigen, bald sehnsüchtige Hoffnungen sie zu begeistern, das stumme Spiel der zierlichen Hände und die geschmeidigen Be­wegungen, die doch geschickt den männlichen Cha- ratter der Rolle markieren, erzählen deutlich das Gefühl des Künstlers.

Da beginnt die bunte Puppe im Hin­tergrund sich leise zu regen; das Köpfchen neigt sich zierlich seitwärts langsam; und mit fteifc-n Schritten tritt sie vor und folgt nun den Spuren ihres Schöpfers, unbeweglichen Gesichts, mit lieblicher Ungelenkigkeit jede seiner Bewe­gungen nachahmend. Denn, das von einem männlichen Geist geschaffene und von männlicher Seele belebte Geschöpf kann doch selbstverständ­lich nur männliches Empfinden kennen; so rai- fonniert die siligranartig ausgearbeitete Logik des japanischen Genins. Der Tanz des Künst­lers drückt nun nacheinander Erstaunen, Ent­setzen und Kummer über die unerwartete Wen­dung aus. Was soll er mit dem geistigen Leben feiner selbst in weiblicher Hülle anfangen! Plötz­lich mit rascher Gebärde zieht er einen Spie­gel aus fein em Gewand und hält ihn dem hinter ihm trippelnden Figürchen vor die Nase. Hineinschauen und — die Weiblichkeit in ssih erwachen fühlen, ist für diese nur das Werk eines Augenblickes. Den Spiegel in der Hand, mit reizend koketter Grazie, tanzt sie nun als lie- besehnendes Weib vor ihrem beglückenden Verehrer her.

In den nun folgenden Tänzen wurden die Tätigkeit einer Wäscherin, ein Sonnen- schirmspiel, ein Fächerspiel usw. mit ent­sprechenden Pantomimen von einer oder mehre- ren Geishas unter Musik und Gesang dargestellt. Nach und nach hafte sich eine ganze Reibe von jungen Tanzmädchen, welche die Nachricht von der Anwesenheit fremder Menschen berccigelcät, eingefunden. Anfangs ging es noch ruhig zu; es wechselten Tänzchen ab mit musikalischen Pro­duktionen, bei denen die kleine Pauke, zwei Handtrommeln und der Samisen sich hören lie­ßen, bis mein Führer ein Gesellschafts­spiel vorschlug: Mutter und Wolf. Hur- tig hoben sich die Geishas aus die Füße, und nun tollten wir alle zum Hasch-Hasch aus dem Mattenboden herum! Es war wirklich reizend, und Die niedlichen Menschenschmetterlinge in ge« wandten und graziösen Bewegungen umher­huschten und jedesmal in Jubel ausbrachen, Wenn sie uns ertappeten. Nachdem die Geisha z sich müde gesprungen und atemlos auf die Mat­ten gesunken waren, begann eines der bekannten , japanischen Finaerspiele: „Steine, Schere, Pa- . Pier". Zwei Spieler streckten sich die reckte Hand entgegen, welche in gestrecktem Zustande das Papier, gespreizt die Schere, geballt den Stein bedeutet und nennen zugleich den bargefteöten Gegenstand mit Namen. Gewinner ist, Wer den „stärkeren" Gegenstand Wählte, nach der An. nähme, daß die Schere das Papier schneidet, das . Papier den Stein einhüllt und der Stein die ; Schere abstumpft. Erfreut über die lieblichen ’ Eindrücke, beschenkten wir die munteren Kinder, brachen endlick auf und vielstimmig Hang uns ’ ein „Schonara“ Ade, nach.

Wenn man den Tanz der Geishas — Männer . finden es unter ihrer Würde zu tanzen— auch ; als durchaus dezent bezeicknen muß, so halten ‘ e? die Geishas doch nickt allzustrenge mit der i Moral. Meist niederer Herkunft, verdingen sie sich ihren Lehrern, den Tanzmeistem, um, in di«

Prediger in der Wüste.

Kein Diktat, sondern Verhandlungen.

«Stgene Drahtmeldung. >

London, 23. Februar.

Pariser Blätter erheben nach Der Ueberreichung des Milftärlontrollberrchts energischen Wider- sprach dagegen, daß Deutschland eine Stimme in den Besprechungen über Die Räumung Kölns erhalle. Ein Londoner Blatt schreibt. Die alliierten Regierungen wurden entscheiden inüs- en, ob sie sich auf ein scharfes diplomatisches Bor. gehen und den Austausch argumentativer Noten einlossen ober Den deutschen Vorschlag einer d i - rekten Konferenz annehmen sollen. Es sei anznnehmen. daß die britische Regierung, die be­strebt sei, Die Kölner Besetzung zu beenden, aas letztere Verfahren vorziehe. Einem zweiten Blatt zufolge sehe die britische Regierung Konferenzen zuerst mit Frankreich, Dann mit anderen Mächten als eine dringende Notwendigkeit an. Deutschland wünsche bei einer Konferenz gehört zu werden, bevor Schritte bezüglich des Berichts der Kontrollkommisnan unternommen werden. Ein diplomatischer Berichterstatter will wissen, daß die Frage der Veröffentlichung des Berichts auf unbestimmte Zett verschoben sei. Herriot wünsche die Frage Der Räumung Kölns mit Den Fragen der Sicherheit und des Genfer Protokolls yt verknüpfen. Die britische Regierung aber fei weiterhin gegen eine Verbindung dieser Fragen. Ein drittes Londoner Blatt schreibt: Wenn Deutschland einen ernsten Bruch Der mili­tärischen Bedingungen des Versailler Vertrages begangen habe, so sei c» die Pflicht die Be­weise dafür sofort zu veröffentlichen. Die brtttsche CcffcntluÄcit wolle Den Grund für die fortgesetzte Aufrechterhaltung der isolierten britischen Streitkräfte in Köln wissen.