Einzelbild herunterladen
 

Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Sonntag, 22. Februar 1925.

Regierungswiri'warr ohne Ende

Bittere Wahrheiten

unter Maskenslittern und Jazzbandge-.meinschaft ausgestreckt hat.

i die letzten rauschenden Feste am Hofe des ----------

n

L

teten

Marx der Unverdrossene.

l a s s e"n e Stimmung, wozu der Genuß Sake beitrggen mag, eines aus Reis bereit

/trag zunr deutsch Wirtschastsadkom

Er will noch einmal kandidieren. (Eigener D-abibericht s

Berlin, 21. Februar.

Gestern abend 10 Uhr hat sich Dr. Marx of siziell gegenüber dem Führer des Zentrums be reit erklärt, auch für die nächste Wahl des Mi. nisterpräsidenten mit Zustimmung der Rechts Parteien am 4. März

behandeln, das nicht einmal, sondern dutzend- mal die Hand zur Versöhnung und Völkerge- .... ...... p. R.

habe einen schönen Sieg errungen.

Eine Wirtschaftseinheit wollen wir zunächst werden, so schreibt ein Blatt, aber auch auf allen anderen Gebieten wollen wir dann zusehen, daß nach den Worten Stresemanns die Beziehungen zwischen den beiden Staaten so enge und so freundschaftlich werden wir nur möglich.

Nummer 45. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Wenn der Faschingsspuk entflieht ...

Nun hat noch kurz vor Toresschluß Frau Holle in toller Faschingslaune das weite Land in ein Wintermärchen verwandelt und -Baume und Sträucher mit weißen Daunen und Puder­schnee überstäubt. Und unter dem Welpen wel- chen Hermelin sehnen sich nun die allzufrüh er­wachten Knospen zurück nach den ersten blauen, lauen Frühlingsträumen. Umso toller werden

Helles (Scho aus Wien.

StrefemannS verheißungsvolle Botschaft.

(Privat-T elegramm)

Wien, 21. Februar.

Die Uaiteter Neuesten NaLrichleu erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. Der «vonnemeaisvreis beträgt für oen Monai 2. Mk. bei freiet Zustellung ins Haus, in der Geschäftsstelle abgedoli IZOMk. Durch die Poft monailich 2.00 Mk. ausschließlich Zuftellungsgebübr Verlag und Redaktion Schlachtbofktratze 28/80. Kernfvrecher 951 und 952. ftür unverlangt eingesandte Beiträge kann die Re­daktion eine Verantwortung oder Gewävr in keinem szalle übernehmen. Rück- ,al>lung des Be,ugsaeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsrnätziger Tieferuna fff ausgeschlossen Postscheckkonto ftronffurt a. Main Nummer 6380.

Das Genfer Weltgericht.

Ein großes Programm vor kleinen Geistern.

(Eigene Drahtmeldung)

Genf, 21. Februar.

Tie am 9. Mürz beginnende 33. Tagung des Völkerbundes umfaßt 22 Punkte. Einen großen Raum nehmen die Danziger Fragen ein, darunter auch die Frage der Aufhebung des polnischen Postdienstes. Außer Saatfragen kommt ferner die deutsche Note an den Völkerbund zur Verhandlung. Das Genfer Protokoll wird an erster Stelle der Tagesordnung stehen. Auf englischen Antrag wird sie bis September vertagt werden. In der Frage der Militärkon - trollkommisstvn des Völkerbundes wird der Rat zunächst darüber zu entscheiden haben, ob er in diesen Angelegenheiten einstimmig oder mit Mehrheit zu beschließen hat. Ferner wird ihm ein Bericht über die Befugnisse und Vor­rechte der Mitglieder der Kontrollkommission so­wie über die entmilitarisierten Zonen vorliegen.

An,eiaenvrelse: irindeimische Geschäsisaniemen Ze.le 20 v g. auswärtige Äeichäits- anzeigen Zeile 20 Psg., iwmllienanzeigen Zeile 20 Psg., Kleine Anzeigen«as Wori 4 Pig, Reklamen Sie Zeile 75 Pig. üffertgebübt 10 5fa. <bet3ufen6g.6eI Offerten 20 Psg.i Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Xg. zu bezahlen. Maßgebend ist der Kurs des ZablungstageS. Kür die Richtigkeii aller durch Kernfvrecher aufgegebenen An­zeigen. sowie für Auuiabmedaien und Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit befand, schwierigem Satz 100 Pro,. Ausschlag. Druckerei : L-chlachibof- strafte 28/80. Geschäftsstelle: Köln. Str. 5. gegenüb. der Svobrstr. Kernfvt.951 u. 952

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Ps. 15.

Weines,« welches heiß oder wann getrunken wird. Die "meisten Mädchen führen Blu­mennamen, gemäß der in Japan herrschen­den Sitte; alle sind vier, fünf, ja sieben Jahre lang von ihrem Tanzmeister, Gesang- und Schreiblehrer unterwiesen worden, und beweisen durch dezentes zurückhaltendes Benehmen, daß der Unterricht sich erfolgreich auch aus nette Ma­nieren erstreckt hat. Die jüngeren sind

tionsnöte gleiten. Auch in der Sicherheits- und Rheinlandsfrage hat sich der großmächtige Bri- tenobmann noch nicht sestgelegt, wenn seine Franzosensympathie auch mit dem Plan einer verlängerten Militärkontrolle lieb­äugelt, die man uns auch nach der Rhein- und Ruhrräumung als ständig in Deutschland sta­tionierte Militärs, zugedacht hat. So wagt man nach sieben schweren Leidensjahren ein 62-Mil- lionenvolk im Namen der Weltgerechtigkeit zu

LondonerScha!marenklänge.

Vorschläge und Tröstungen.

(Privat-Telegramm.)

London, 21. Februar.

Ein Londoner Blatt schreibt: Nach der Her­ausgabe des Kontrollberichts mache C6 der deutsche Wunsch nach Verhandlungen notwen- big, in Erwägung zu ziehen, wann und wie Deutschland zur Beratung dieser Frage zugezo­gen werden solle. Aus Grund der vertraglichen siechte würde es das Nächstliegende sein, wenn ich die Alliierten über den TeHt der Note einigen und sie aus dem üblichen diploma­tischen Wege nach Berlin senden würden. Die andere Methode, nämlich nach dem Vorbild der letzten Londoner Konferenz, die Wünscl>e der deutschen Regierung und ihre Bemerkungen im Laufe der Verhandlungen vor einer endgül­tigen Entscheidung zu hören, sei sicher elasti­scher. Doch könne sie natürlich nur im Falle vollständiger Einigkeit zwischen den Alliierten angenommen werden. Ein anderer Berichterstatter erklärt, daß der Bericht keines­wegs einen so ernsten Charakter habe, wie man in weiten Kreisen angenommen habe. Der Ver­zug, die Umgehungen und Verstöße in be­zug auf das Kriegsmaterial seien schwerlich bet­ört, baß sie bei Festigkeit ber Alliierten und gu­tem Willen ber Deutschen nicht binnen verhält­nismäßig kurzer Zeit beseitigt werben könnten. Man werde jedoch mit einer lan­gen Erörterung über die Sicherheits- polizei zu rechnen haben.

Munde, .chlürfen ein wenig Fischsuppe, tunken Krebsstücke in das Miniaturtellerchen mit brau­ner Sauce- nach der Landessitte alles durch­einander. Ein halbes Dutzend allerliebste: Pup­pen ich meine jungen Mägdelein von zwölf bis fünfzehn Jahren nebst einigen gesetzteren siebzehn- bis zwanzigjährigen ausdrucksvollen Wesen haben sich dicht vor uns hingehockt, be­trachten mit kindlichem Erstaunen und besche>be- nem Kichern unsere ungeschickten Finger, die nur mit Acühe die Speisestückchen zwischen die Enden der Eßstäbchen festzuzwicken vei stehen, und ge­raten gleich uns, in eine harmlose ausge-

nun ------ _

dröhn die letzten rauschenden »este . . Prinzen Karneval hinwtrbeln. Aber schon grinst hinter Faschingsspuk, hinterNarreteien, Tanz und Liebesslirt das fahle Letchenbnterge- sicht des Aschermittwoch herüber. Es wtrd für manchen ein jähes, bitteres Erwachen fern, ein Aschermittwoch zugleich für ein ganzes Volk, als dessen Karnevalszauber man mit galligem Humor das im Reiche glücklich gemeisterte, tn Preußen jedoch hoffnungslos durcheinander Witoelnde Regierungschaos bezeichnen könnte. Nach seinen gescheiterten Kanzlerver­suchen, nach Brauns erbitterter Kraftprobe, nach langer, mühseliger Pionier-und Flickarbeit ist der Marxflug nun auch in Preußen kläglich zu

Darf man hoffen ?

Bot Sicherheits- und Entwaffnungskonsetenzen. sEigener Informationsdienst.)

Berlin, 21. Februar.

In den Berliner außenpolitischen Kreisen ver­folgt man mit Aufmerksamkeit die Borbeteitun- gen ber alliierten Regierungen für eine euro­päische Konferenz zur Regelung bet S i cherheitSfrage, bie voraussichtlich >m Mai zusammenireten soll unb zu ber Deutschland nur als Teilnehmer geloben werden soll. Dieser Ta­ge ist der deutsche Botschafter in London. Dr. Stdamer, von einer maßgebenden englischen Persönlichkeit davon unterrichtet worden, da das Sicherheitsproblem sich jetzt im Stadium entscheidenbet Vorbereitungen befinbe, nach de­ren Abschluß die Einberusm-, einer Sicherheits­konferenz erfolgen soll. Ein Pariser Korre­spondent in London will wissen, daß Deutschland

Wie soll bas enden!

Ueberpattcilich, Beamtenkabinett, Auflösung?

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 21. Februar.

Aus die Frage, was nach dem Sturz des Preutzenkabinetts Marx werden soll, antwortet die deutschnationale Presse mit bet Auslösung b e S Landtages. Das Blatt ber Bolkspartei erwägt bie Bilbung eines par­teipolitisch neutralen Beamtenkabi­netts unter ber Führung von Marx. Das Zentrumsorgan erklärt, bie Fraktion des preu- jischen Zentrums sei fest entschlossen, den ein­mal von ihr befolgten Weg weiter zu gehen. Die Koalitionsparteien würden weiter kämpfen, koste es, was es wolle. Auch das De­mokratenblatt sagt, die gegebene Antwort auf de« gestrigen Tag könne nur bie sein, daß Marx den Fehbehanbschuh c-nfuimmt uVtb eeu Waffengang fortsetzt. Der Vorwärts chreibt, es bleibe logischerweise nur bie W ie- berwahl von Marx unb bie Wiederherstel­lung des gestürzten Kabinetts übrig. Die bei­den Rechtsparteien machen kein Hehl daraus, daß allein das Festhalten an Severing dem Kabinett Marx zu seinem so raschen Sturz ver- holfen hat. Fest scheint zu stehen, daß unter Aufrechterhaltung ber Kandibatur Marx von feiten ber Weima-er Koalition bie beiben Rechtsparteien gemeinsam mit ber Wirt­schaftlichen Vereinigung roieber einen eige­nen Sanbibaten stellen werben.

wieder zu kandidieren.

Jede Aussicht jedoch, daß das Zentrum mit den Oppositionsparteien Kompromisse schließen wird, wird allgemein verneint, da ber Sturz der Regierung Marr zu einem völligen Bruch zwi­schen ber Deutschen Volkspartei unb dem Zen­trum in Preußen geführt hat. Im übrigen ist man in ben preußischen Zentrumskreisen ber Meinung, baß bie Reichstagsfraktion heftigen Widerspruch in ben Parteikreisen fin­den wirb, wenn sie etwa bas Verhältnis zur Deutschen Bolkspartei im Reiche länger aufrecht erhalten wollte. Früher ober später müsse fit" ber Konflikt auch im Reiche auswirken.

Bruch gegangen.

Nach wilderregten Skandalszenen, die der Al,g. Heilmann mit sogen. Enthüllungen üoer Parteigeschäste Stresemanns mit dem übelberüchtigtenSpritweber -entfachte, (Stre- semann hat den Einwürfen unverzüglich den giftigen Stachel genommen) mußte Marx gegen die 221 Stimmen der Opposition die Segel strei- dien. Damit ist das preußische Siaatsschtss (zum wievielten Male?) aus Sand geraten und um das Abschleppungsmanöver erhebt sich ein wü­ster Lärm.Auflösung!" heißt es von rechts. Beamtenkabinett aus überparteilichen Mmi- stern" rufen die Volksparteiler.Wiederwahl" und Wiederherstellung des Marxkabinetts for­dern die Linksparteien. Und tatsächlich schemt sich Marx aufs neue an die Syflphusarbeit ma­chen zu wollen. ,

Jedenfalls werden die Urheber der neuen preußischen Regierungskrise, die nunmehr einer Staatskrise verzweifelt ähnlich sieht, alles auf- bieten müssen, um ihr gewagtes Unterfangen vor dem Lande und vor ber Geschichte zu recht­fertigen. Denn wie sehr namentlich in Preu­ßen Volks- und Staatswirtschaft verwildert und verwuchert sind und der gemarterten Volksseele Licht und Luft zu rauben drohen, ließen die weitaesteckten Kultur- und Wiri- schaftsziele des im Keim erstickten Marxpro- gramms, lassen vor allem die Sumpfdünste der Finanzskandale ermessen. Alles Dinge, die mit Schuld an dem jammervollen und trostlosen Zustand sind, in dem die innere Volkskrast in Parteihader u. schweifender Unrast dahinsiecht, ohne sich zum Nationalbewußtsein, zu einem neuen geschlossenen Volksstaal- gegen den er­barmungslosen, bestialischen Erdroflelnngsgrlfs des seiudseligen Europa aufraffen zu können. Nur so konnte es kommen, daß der rumäni­sche Zwerg dem deutschen Goliath hohn­lachend entgegentritt und einen Wirtschaftskrieg vom Zaun bricht, der ihm sonst teuer zu stehen kommen würde

Die Ausführungen Dr. Stresemanns ü£ci oen Zusatzvertrag österreichische.. --------- .

men, insbesondere bie Erklärung, daß Deutsch- lanb trotz aller Hemmnisse fest entschlossen sei, die Beziehungen zu Oesterreich eng unb innig zu gestalten rufen hier ein freundliches E ch o hervor. Insbesondere wird die Mitteilung, e3 bestehe die Absicht, die wechselseitigen Sicht- vermerksvorschristen auszuheben, auf das lebhaf­teste begrüßt. Der Gedanke der Berkehrsfreihett

Tänzerinnen, Trommel- und Pauken­schlägerinnen;

die älteren sind schon zum Gesang unb Samisen (Guitarren-) Spiel übergegangen. Jene gleichen ben aufbrechenden, taufrischen Knospen, diese den entfalteten, ausdrucksvollen Blüten. Jede Musme ist mit einem kleinen Täschchen für Puder, Rotschminke und Moschus, mit einigen winzigen Papiertaschentüchern, sowie einem Miniaturnecessalre ausgestatkel, welches Spiegelchen, Kämmchen. Puocranaste unb Pinsel birgt unentbehrliche Gegenstände, da das Ge­sicht stets weiß gepudert, die Mitte der Lippe Dunkelrot und das Haar in Glätte erhalten sein muß. Im Gegensatz zu ben in graue ober dunkelfarbige Kleider gehüllten soliden Bürgers­leuten schmücken sich die Geisha's oder Tanz- madchen mit prächtig gemusterten bunten Ge­wändern; zumal der Obi oder Leibgurt, der in einer Rückenschleife von überraschender Größe anslänst, zeigt öfter die köstliche Weberei. Mit Zierat behängen sich die Japanerinnen nid)t; nur etwa ein Fingerring und eine Nadel im Haar, deren Spitze zum Aufspießen von Rasch­werk dient, sind beliebt Das pechschwarze, durch Salben und Oel fettglänzende und je nach dem »!ler : i -d.,1 ivifierte Haupthaar zieren

jkünstliche Schmetterlinge unb Blumen,

Bei den Geishas. .

Tanz unb Spiel im japanischen Teehaus.

»»»<§ tt'ÄÄ'äsa: In Begleitung des Führers Jgutshierreich- ten wir das Teehaus. Einige zierliche Mädchen begrüßen uns am Eingang, indem sie sich auf die mattenbelegte Flur Niederwersen und den Kopf bis zum Boden beugen. Der Schuhe be- raubt, werden wir eine schmale Huhner­st j e g e hinauf in einen großen Raum geführt, der im Handumdrehen durch Einsetzen von pa- viernen Zwischenwandtüren halbiert ist; unser Zimmer mißt jetzt ungefähr sechs Meter im Geviert. Einige auf meterhohen eisernen Leuchtern brennende Unschlittkerzen erhellen den Raum, der trotz des absoluten Mangels an ,r- gend welchem Möbel behaglich aussteht durch die blonde Naturfarbe des Holzes und die un- vergleichlicheSauberkeit. Einige flache Kissen werden gebracht, und wir.hocken, 1° gut es eben gehen will, auf ben elastischen Mat- tenboden nieder. Die gewöhnliche Sltzweife ist nämlich, daß man sich mit dem Gesäß auf bie Hacken niederläßt. Jeder von uns erhielt dann ein zwanzig Zentimeter hohes lackiertes Tischchen vorgesetzt auf welchem mehrere Ge­richte von Fisch sowohl gebraten und gefüllt al- roh und in Scheiben geschnitten nebst Sojatunke, wohlschmeckender

Fisch und gedünsteter Reis, LotoS,öa>rzel.^ Omelett, Gerstengericht in Rubelform, Konsitüren unb Raschwerk

mit seinem Aroma, aber fadem Geschmack ustv. in kleinen lackierten Holzkummen oder Porzellan, tellerchen standen. Schlachtfleifch wirb in Japan wenig gegessen, und nur äußerst Selten bekommt man Schweinefleisch und Geflügel; dagegen gel­ten Krebse und Fische als Rationalspeise. Im Innern des Landes und in den Bergen, wo Wassertiere selten sind, leben zahllose Menschen als Vegetarier, Brot gibt es freilich tn Japan nicht; seine Stelle vertreten Reis, 5-ufe und Gerste. Wir nehmen nun die beiden viereckigen, zierlichen Eßstäbchen zur Hand und bringen nach dem Borbilde unseres Führer- bald ein geschnitten Fleischstückcheti, bald ein wenig Gemüse, bann einen Ballen Reis-Körner, dann mal wieder ein Stück Zuckerwerk zum

Und wir sollen wir uns der schweren Wetter erwehren, die namentlich aus den Sturmecken an Seine und Kanal gegen uns Heraufziehen? Der ganze Heerbann der alliierten Militärs ist unter Fachs Leitung zur Entwaffnungsoffen- yve gegen uns ausgerückt. In einem hundert­seitigen Pamphlet hat man ein Sammelsurium von deutschenVerfehlungen- zusammenge- pantscht, bie so lächerlich unb kindlich sind, daß man sie der kopfschüttelnden Mitwelt zu ver­raten, sich scheut. Aus den kümmerlichen Rudimenten des einzigen gefürchtetenGra­sten Generalstabs", der straff organisierten Grünen- unb ... den deutschen Turn- und Sportvereinen hat man die Furcht vor einem schlummernden deutschen Millionenheer den seisten sranzösischen Rentnerbäuchen einge- impst und verweigert damit den Deutschen die Reckte auf Rhein und Ruhr. Herriot mit feinem stehenden Riefenheer und den sechstau- fenb Flugzeugen hat längst im Verzweiflungs­kampf um seinen Ministersitz und im Schlepp­lau der Nationalisten offenen Verrat an der Sache ber Demokratie begangen, der er den Weltfrieden versprach. Und Chamber­lain hot um der freien Hand im Orient und am Mittelmeer willen den Stockftan- zofen Herriot flrupellos seine Bastionen an Rhein unb Ruhr errichten lassen, wenn auch nur auf befristete Zeit und ohne ber französi­schen Vorherrschaft auf dem Kontinent Vor­spann leisten zu wollen. Noch hat er den gal­lischen Hasardfvieler in der Schulden zange und l"6t ihn im Einverständnis mit dem Gläubi­ger am Hudson tiefer und tiefer in die Jnfla-

münbliche Entwassnungsverhanblun- gen vorgeschlagen hat unb zu einer Einigung mit ben Alliierten zu gelangen hofft. Die engli- che Regierung sei ber Ansicht, baß, wenn Deutschlanb einen gemeinsam ausgearbeiteten Text annehme eine solche Abmachung, ber Ent- enbung einer einseitigen alliierten Note vorzu­ziehen sein werde, bie notwenbigerweise ben Charakter eines Ultimatums tragen müsse.

6in freto elhaftes Gpiel.

Lonbon, 21. Februar.

Der Unterhausabgeorbnete KennwortY äußerte sich im Outlook über bie Kölner Frage dahin, daß im Richträumungsfalle bie Lage Deutschlands sehr ernst sei. Tie Industrie sei knapp mit Betriebskapital versehen. Die Le­benshaltungskosten seien größer als in irgend einem anderen Land. Die Lage des Mittel­standes sei schlecht. Das Spiel, das die Alliier­ten mit Deutschland treiben, werbe bas deutsche Volk in die Arme ber Nationalisten unb Junker treiben und bie Schwierigkeiten ber republika­nischen Regierung noch vermehren. Englanb müsse zum Geist des Tawesplanes zurückkehre» und Deutschland unb Rußlanb ohne Vorbehalte in ben Völkerbund aufnehmen.