Dienstag, 17. Februar 1925.
Deutschlands Weg ist vorgezeichnet
l?n
'S die Vormacht
fific erstrebt, unter
Deutschen Volkspartei hat Marx die antwort erhalten, daß seine Fraktion bereit sei, eine Regierungsbildung aus der Grundlage der deutschnationalen Erklärung über die Volks- gemeinschast zu unterstützen. Dr. v. Campe hat sich zu mündlichen Besprechungen darüber zur Verfügung gestellt.
um ein Mitte 3< rufpsch-japanisch
Asien erwacht.
Das Bölkcrringen im fernen Pazifik.
Deutschland ist aus der großen Weltpolitik ausgeschieden und beginnt allmählich immer mehr Blick und Sinn für deren Ereignisse und Entwictlungen zu verlieren. Die außenpolitische Ausmerksamkeit Deutschlands ist, soweit fte überhaupt noch vorhanden und nicht wie gegenwärtig durch sortgesetzte leidige innerpolitische Krisen und durch eine Kette höchst häßlicher, aber das große Sensationsbedürsnis oer Oefsenttichkeit ausreizender Slandale abgelenki ist, wie fasziniert aus den R h e i n gerichtet. Und das gewiß mit Recht. Bildet doch der Rhein den Hauptzielpunkt aller jener Angrifse, die von außen den Bestand Deutschlands als Staat geführt werden. Aber nur zu leicht übersieht ver Deutsche, daß es sich hier um Vorgänge haadett, die in unlösbarem Zujarnimnhang mit der gro ßen Weltpolitik überhaupt stehen und deshalb auch unter weltpolitischen Gesichtspunkten betrachtet werden müssen. Der Schwerpunkt der Wettgolinl für die nässte Zukunst liegt — das ist die Aniicht auer auj-enpotitiichen Koryphäen _ im Pazifik, und steht unter dem Zeichen Les politischen Erwachens Asiens. Zwe> Krastegruppen zeichnen sich bereits deutlich am Horizont des politischen Geschehens in und um den Stillen Ozean ab; die e u r o p ä i s ch - a ine- r i k a n i s ch e Gruppe mit den Vormächten England, Frankreich uno den Vereinigten Staaten aus der einen uno die asiatische Gruppe .Japan, China, Rußland/ aus der
Nur ein Notanker.
Seine Lösung vor MUtwoch in Preußen.
(Prioat-Telegr amm.)
Berlin, 16. Februar.
Ministerpräsident Dr. Marx war auch am gestrigen Sonntag bemüht, die Grundlage für sein Kabinett nach Möglichkeit zu erweit..n. Die deutsche Wirtschaftspartei hat sich der Stellungnahme der beiden Rechtsparteien angeschloffen, keinem Kabinett Marx zuzustimmen, wenn S e - vertag Innenminister bleibt. In Zentrumskreisen bezeichnet man daS tomm—*>e Preußen - kabinett als ein UebergangSministrrt- u m, daS alS solches, wir man hofft, wenigstens eine Zeitlang von der Deutschen BolkSpartei geduldet werden würde. Eine endgültige Klärung wird vor Mittwoch nicht zu erwarten fein. Die Sozialdemokraten haben heute eine FrakttonS fitzung einberufen und die anderen Fraktionen werden erst am Mitwoch, vor der Rlenarpttnng, zufammentreten. Bon der LaudtagSfraktiou der
Verstärkung der australischen Wehrmacht, der Ausbau des britischen Kriegshasens in Singa- pore usw, alle diese Dinge sprechen eine zu deutliche Sprache, eine Sprache, die auch in Deutschland gehört werd'n sollte.
Nummer 40. Einzelnummer 10Pf„ Sonntags 15 Pf.
ftellung in Asien und am .
liegt nicht dem geringsten Zweifel. Der bette Beweis dafür, daß diese astatischen Vormacht lendenzen vorhanden sind, ist die Abwehrpolitik der europa/ch-amerikanischen Gegengruppe. Die pazifischen Rastungen Amerikas, dl. fortgesetzte
fla*ciutm>rttle. (itoDcteddR *>d>anea«4enieu 3eH« *)■»!**- au*:oacltae s*e«a>ä!l»- arueiaenSeUe 20 Pt,, tfamiitti<a»Metaen delle 20 Äleta« Änwigcn Sori 4 Pia. Reklamen dir .Aelle 75 P's. Cffertgebftbr V» «fa. 'bei rtulenba bet Offerten zn Pig., :Hed)nun«8betrSae flnb Innerhalb 5 Ta. inbesablen. Maffaebend ist der Kurs oes lablunastaaes. ftür bte Rtth'iaket, aller Surck iternfprecber autaeaebenen Än- tetaen sowie für flutnahtnebaten nnt> Platze kann nicht aaranltert werden Kür fln,elaen mit befonb. fdtntferiaem Sag UM» l#roi.flttff»laa. Druckerei:sckla»tbo,, »raffe «80 GekchUttSlielle »Sin Str. 5. aeaenftb.ber Soohrffr frerntorom a. 95-
Herrlot in der Geldklemme.
Ein Appell an die Unzufriedenen.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 16. Februar.
In der Kammerdebatte teilte Finanzminister Clementel am Sonnabend mit, daß in Bie» em Jahre für e i n u i. d zw an z ig M i ll i a r- den Franken nationale Gutscheine rückzahlbar seien. Es werde vom Vertrauen des Landes abhängen, ob dieselben zur Rückzahlung prä- enticrt oder weiterhin erneuert würden. Selbstverständlich werde cs möglich fein, für 21 Milliarden Franken neue Steuern zu schaffen. Eine andere bedenkliche Erscheinung fei ferner die Zunahme der KapitAlslucht. Zum Schluß erklärte H e r r i o t, daß das allgemeine Vertrauen wieder hergcstcllt werden müsse und daß an Bleer Ausgabe alle Franzosen mitzuarbeiten hätten. Die Regierung habe bis jetzt eine vorsichtige Finanzpolitik verfolgt. Sie habe es verstanden, den Banknotenumlauf nicht zu erhöhen. Die Regierung habe nicht die Absicht, den Steuerzahler noch mehr zu belasten. Die Jntereffen des Staates müßten allen anderen vorangehen. Ein Sozialist erklärte, daß die Sozialisten die Finanzpolitik der Regierung voll und ganz billigen. Auch sie seien der Ansicht, daß dir Restaurierung der Finanzen allem anderen vorangehen müsse.
Mr vergessen Such nicht.
Reichskanzlers Gruß an Ostpreußen.
tEigene Trahtmeldung.)
Königsberg, 16. Februar.
An einem Tc abcnd, an dem der Reichskanzler und Reichswirtschaftsminifter sowie die Spitzen der Behörden und Vertreter der Wirtschaftsverbände teilnahmen, begrüßte Oberpräfl- Bcnt Siehr den Reichskanzler und den ReichS- wirtfchafisminister mit herzlichen Worten. Reichskanzler Dr. Luther erwiderte: Ostpreuß n könne überzeugt fein, daß feine Gefamtlage in wirtschaftlicher Beziehung und was davon untrennbar fei, in fozialer Beziehung der Rcichsregierung immer gegenwärtig sei. Der Reichskanzler schloß: Blickt man aus die Entwicklung des deutschen Volkes im letzten Jahrsünst, dann dürfen wir trotz aller Rot der Gegenwart voller Hoffnung in die Zukunft Schauen. Ein vom Reichskanzler auf die Provinz Ostpreußen, ein Kleinod Deutschlands, ausge- brachteS Hoch wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. (S. a. die Weiteren Artikel.)
Kampf bis aufs Messer.
Trendelenburg-Raynaldi im Duell.
(Eigener Drab'vertcv '
Paris, 16. Februar.
ßu «umci »tuettei. flaä)ti»ieu erudetneti n>O<beniltd> tewamai nadnmiiag# Der «ldonnemenisvret» beträat für ben Monat 2.- Mk bet tretet duftellnna >n8 van» tn 6er GelLSftsItelle abaeholt >.80Mk. Durch Sie Pott monatlich 2.00 Mk ausfchließUch duttellunasaebtthr Verlag nnb Redaktion Schlachtbofttrafte 28/8(1. rernfpreiber 951 und 952 Rür nnverlanat einaefanbte Bettrüae kann hie Redaktion eine Verantwortung ober Gewähr In keinem Sa Oe übernehmen. Rück- ahluna deS tt»ew«8aelbee ober Ansprüche roeaen etroataer nicht orbnnna»mäfffoer ■‘iefernno -tt avaoefMItGen Postscheckkonto kirankfurt a. Main Rümmer 6Wo
Einzelnummer 10 Pf., SonntagS 15 Pf. 15.
Neber den Stand ber deutfch-franrSfifchen Handelsvertragsverhandlungen meldet eine halbamtliche Rote: Bevor die französische Delegation eine Entscheidung zu der letzten deutschen Stellungnahme trifft, hat sie es für notwendig gehalten, weitere Aufklärung, namentlich was die großen Linien für den abzuschlietzenden endgültigen Handelsvertrag betrifft, zu verlangen franbelSminiftet Raqnaldi hat Staafssekretär Dr. Trendelenburg heute durch einen Brief von dieser Absicht in Kenntnis gesetzt.
Sn feierlicher Ak«.
Der Bericht ist fertig .. Roch ein Jahr Kontrolle. (Privat-Telegramm.)
Genf, 16. Februar.
AuS Paris wird gemeldet: General Walch begab sich gestern zum Elhffee, wo der Mini- sterpräfident, bet Bizcminister und d r Präsident der Republik anwesend waren. Der kommende Kontrollschlußbericht bestet-t auch achtzehn eng beschriebenen Seiten und wird noch heute den bür gen alliierten Regierungen zugehen. Zwischen den alliierten Regierungen schweben auf Grund des letzten Teilberichtes aus Berlin Verhandlungen, die aber dem Schlußbericht nicht vorgreifen sollen. Doch erwartet man allgemein, daß der Schlutzbericht noch günstige Momente für Deutschland enthalten kann. Der französische Vorschlag geht auf eine Verlängerung der Militar- kontrolle bis vorläufig 3L Dezember.
anderen Seite.
Auch Rußland? Gewiß, Rußland bekennt sich immer offener als asiatische Wiaajt, für die Europa nur ein immer unwichtiger werden des Anhangjel ist. Das geht ocutliai aus dem russisch-lapainjchen Vertrag hervor, der, wenn er tatsächlich zur Durchführung gelangt, eine voittornmen neue Entwicklung nicht nur in Ost- a.ten. sondern in der ganzen Welt einkitet. Der Vertr. i hat nach außen hin freilich nur einen rein wirtschaftlichen Eharakter, regelt die Verteilung reicher Oel- und Kohteoorlommen tu Osiasien, die Frage der oßchinesiscken Bahnen sowie die seit langem strittige Frage des Beotzes der Insel Sachalin. Aber Weiter enthalt der Vertrag eine versteckte Klausel, die harmlos besagt: »Ein Anhang zu diesem Vertrage wird nicht veröffentlicht-. Wohl verpanden, es wird nicht gesagt, daß ein solcher Anhang »nicht beslehf, sondern nur, daß et nicht verosfentltchi wird. Daraus ergibt sich, daß er also vorhanden ist. Run bringt ein Berliner Blatt eine aus sehr zuverlässiger russischer Quelle stammende Information, wonach es sich bie diesem Anhang
' ------anuar in Peking unterzeichnetes
,^.— .,--es militärisches Of.ensiv- und Defensiobündiils handelt, und das folgende bindende Abmachungen zwilchen Rußland und <za pan bezw. China enthält:
Für ben Fall, daß Amerika, England oder Frankreich militärische Maßnahme'' gegen die Pekinger chinesische Zentralregierung oder chinesische Gebiete überhaupt ergreifen. Hali Rußland ein Truppenaufgebot von zweihundert - laufend Mann für China bereit und Wt ^Verfügung. Das ganze Territorium der Mittel Sachalin geht nach Ablauf von fünf Jahren in den Besitz Japans über, wenn Japan an Rußland vier kleine Kreuzer, ein Groß kam', s- chisf, dreißig U-Boote und sieben Zerstörer beert, die auf japanischen Werften neu zu bauen inb. Wladiwostok wirb mit Hilfe Japans m einer Floitenbasis ersten Ranges ausgebaut. Japan gewährt Rußland einen entsprechenden Barkredit in Höhe von sechzig Prozent der Baukosten. Die Ausbildung Ber chinesischen Armee, bie auf eine Friedensstärke von 800000 Mann gebracht werben soll, übernehmen zu gleichen Teilen und mit gleichen Rechten und Bezügen russische und iapanische Jnstruktions- ossiziere. Ter Bündnisvertrag, der 29 Bestimmungen enthalten soll, ist angeblich auf dreißig Jahre abgeschloffen worden und regelt das gemeinsame militärische, volitische und wirtschaftliche Vorgehen Rußlands. Japan- und Chinas
Der Vertrag ist zweifellos gegen England, Amerika und Frankreich gerietet und stellt gewissermaßen ein asiatisches Bündni- gegen diese Mächte bar. Tas Enbziel Ber Politik bes astatischen Blockes ist vermutlich bie Vertreibung Amerikas, Englands und Frankreiches nickt nur aus China, sondern ans ganz Asten. Daß die Politik Japans und Ru" * ”
Landgras, wrrde hart!
Ziele in Entwafsnungs- und Sicherheitsfrage, (eigener Jnformationsbienft.s
Berlin, 16. Februar.
Schon jetzt dürfte es feststehen, daß die angc- tünbigte Rote der Botschafterkonserenz über die Entwaffnungsfrage, die in der letzten Februar w o ch e in Berlin übergeben wird, eine Anforderung an die Reichsregierung enthält, eine Reihe von Beanstandungen der Mili- tärtommiffion zu beseitigen. Die Alliierten werden sich daraus beschränken, der Rote an Deutschland in einer Anlage alle „Verfehlungen auszuzählen, und sie durch einen Begleit- i ommentar zu ergänzen. Tie deutsche Regierung würde alsdann die Ausgabe haben, alle Beschuldigungen ber Militärkoiitrollkommisfion auf das Genaueste nachz » prüsen und zu widerlegen. Man stellt sich die Entwicklung der ganzen autzenpolitifchen Verhandlungen etwa otgendermatzen vor: Deutfchland beseitigt alleBeanstandungen in der Entwass- nungssrage und führt aus dieser Grundlage eine fosortige Verständigung über bie
Räumung der nördlichen Rheinlandzone herbei. Gleichzeitig erklärt sich die deutsche Regierung bereit, über ein etwaiges K o m pro - miß zu verhandeln, Botz die gleichzeitige Räumung der Kölner Zone mit der des Ruhrge- bietS vorsehen würbe. Im Anschluß daran kann bann über die Sicherheitssrage verhandelt werden. Niemals wird sich Bie Reichsregierung damit einverstanden erklären, daß etwa die Räumungösrage von der Lösung des Sicherheitsproblems abhängig gemacht werden dürste. Umgekehrt wird es erst bann möglich fein, über bie Sicherheiten zu verhandeln, wenn die Räumungsfrage gelöst ist. Man Hal in Berlin ben Eindruck, daß die Deutschland zu stellenden Entwassnungs- sorderungen nicht über das bekannte Motz hlnausgehen werden. Bei den sogenannten „Verseilungen" handelt es sich nicht um irgendwelche Verstöße gegen bie Vertragsbestimmungen selbst, sondern nur bie Auslegung gewisser Momente durch Bie Militärkontrollkoin- misflon. Die Regelung Biefcr Angelegenheit wird jedoch sehr viel Zeit rauben uu<t die Räumung ocr nördlichen Rheinlanozone auer Wahrscheinlichkeit nach für lange Wochen hinaus schieben.
»
Der Völkerbund al» Polizist Europa».
Paris, 16. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) In einem Artikel über bie Sicherheitssrage behauptet ein Pariser Blatt, bevor man daran gehe, in einem einzigen Pakt Italien, Frankreich, England, Belgien und später vielleicht auch Holland zu gruppieren, müßten sich Frankreich und England untereinander verständigen. Der Sicherhcitsvertrag, ben man vorbe- leite, könnte bereits in dem Augenblick sertigge- stellt sein, in dem der Völkerbundsrat zu- fammeutrete. Die Westmächte würden in diesem Vertrag erklären, jeder Angriss Deutschlands auf irgend einen Punkt ber Grenze von ber Nordsee bi» zur Adria würde als An- griff gegen die sämtlichen Alliierten betrachtet werben. Der Vertrag mußte vom Völker- bunb ratifiziert werden, dem bann auch die Mittel an bie Hand gegeben wären, bieseS Befriedungssystem aus andre Seile auszudehnen.
Wacht im Osten.
Luthers Treugelöbnis in Königsberg.
Am aeftriaea Sonntag wurde die tO. Drilliche Ott melle in Königs der? durch einen Festakt eröffnet, dem airycr S!e«sSkamler Dr. L n t b e r und Reichowirtlchaltsmmiiier Dr. Neuhaus zahlreiche Vertreter der Staats-. Provinzial- und städtischen Behörde« beiwohnten. Oberbürgermeister Dr. Lobmeier bewillkommnete die Gäste, worauf der Reichskanzler über Ostpreußens Schicksal $u wachen verivrach.
Königsberg, 16. Februar.
Reichskanzler Dr. Luther sührte bei einem Festakt auf der Königsberger Messe u. a. aus: Tie allgemeine Lage Ostpreußens, das verstümmelt und vom Mutterlands abgeschnitten ist, kann auch vom größten Optimisten nur als außerordentlich schwierig bezeichnet werden. Sie wissen, daß die Binnenschiffahrt durch das polnische Pommerellen völlig darnie- derliegt. und auch der Eisenbahnverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland vollzieht sich durchaus nicht reibungslos. Besonders schwierig sind die Verhältnisse an der Weichselgrenze. Zwar hat das glänzende Abstimmungsergebnis vom Juli 1920 bestätigt, daß das südliche Ostpreußen und West- preußen
deutsch sind und deutsch bleiben wollen. Aber die im Frühjahr 1922 sestgelegte Grenze verlaust so ungünstig, daß der Weichseldeich nicht weniger als viermal durchschnitten ist. In der M e m e l s r a g e hat sich die deutsche Reichsregierung fortgesetzt bemüht, durch Ver- handlunaen mit Litauen auf baldige loyale Durchführung der Autonomie, insbesondere auf baldige Ausschreibung der Wahlen zum me- meländischen Landtag hinzuwirken. Ich begrüße es deshalb, daß der neue litauische Herr Ministerpräsident in seiner Programmrede bie baldige Vorlage eines Gesetzes über die Wahlen int Memelgebiet in Aussicht gestellt hat. Nachdem vor wenigen S agen oer Optionsvertrag unterzeichnet ist, wird die jetzt unter der Bevölkerung des Memelgebietes noch vorherrschende Beunruhigung über bie Optionsfrage schwinden. Dir jlchrelangen Verhandlungen bezüglich der Grenzsührung an der Weichsel haben einen wirklichen Erfolg leider nickt erzielt. Auch die Regelung des Zuganges zur Weichsel ist in einer Weise erfolgt, die für Deutschland und Ostpreußen durchaus unbefriedigend ist. Diese ganzen Verhältnisse werden von der deutschen Regierung als im Widerspruch stehend mit dem Versailler Vertrag betrachtet.
Sie sind überdies in jeder Weise unnatürlich, namentlich die mehrfache Durchbrechung oes Deichsystems durch die Grenze kann erhebliche Gefahren für die hinter ben Deichen liegende Marienwerder Niederung herausbeschwören Die deutsche Regferung wirb deshalb t i feber sich bietenden Gest genheit immer wieder auf diese unnatürlichen Grenzverhälinisse Hinweisen und eine Besserung mit allem Nach- druck erstreben. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet wirb die Reichsregierung für Ostpreußen alles tun, was möglich ist. Ostpreußen braucht für seinen wirtschaftlichen Verkehr vor allem rechtliche nnb vertragliche Sickerungen. Wir sind nr* stets ber Notwendigkeit guter deutsch- russischer Beziehungen bewußt geblieben. Diese Iseberzeugung von dm gem.ein'mnm wirtschaftlichen Interessen ist auch in Rußland lebendig. Wir haben daher die bestimmte Hoff- nnng daß es gelingt, bei bm Handelsver« tragsverhanblungen mit Sowjetruß- lanb ein befriedigenbes Ergebnis zu erzielen. Nachdem bie Ausarbeitung der Hauptvertrags« gegenstände innerhalb der Ressorts unter Hinzuziehung von Sachverständigen beendet ist, wirb eine
kleine Delegation am 24 b. M. nach Moskau abreifen.
Die HanbelSvertragsverhandlungen mit Polen werden am 1. März beginnen Die deutsche Regierung ist auch hier der Ueberzenguna, daß eine Veritändigung im beiderseitigen wirtschaftlichen Interesse der beiden Völker liegt. V o aus- f e tz u n g eineS befriedigenden Erfolges ist selbst- verständlich, baß Polen den guten Willen ber beutscken Regierung nicht durch eine un- sreunbliche Haltung gegenüber ben in Polen lebenben Deutschen beeinträchtigt. Gerade tu diesen Tagen hat Deutschland eine Protest- n ot e gegen die Ausweisung evangelischer Geist, licker nach Warschau richten müsien Die Reich?- regierung wird bei den Handelsvertragsvev- hgnblungen mit Rußland un* Polen alles daran ketten, um die Wünsche Ostpreußens burchzufetzen. Der Reichskanzler brockte dann ntm Ausdruck, daß bas Reich sich immer bemühen werde,
Ostpreußens Lebenskampf gu unterstützen.
Durch feine großen Leistungen auf wirtschast- i lichem und luliurellem Gebiet gebe Ostpreußen
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