Einzelbild herunterladen
 

Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung <

Di« Kotielci Ntutttei. »<«u6n<t>icii erlchriarl, wauxaitud ied>*mai .lachmitiag» Dtt fllenntmenttortte deträgi für t>tn Monai 2.- Mk- bei tretet Zustellung n« e>au», In bet GeichStiSttelle abgeboli Durch dte Pokl monatlich 2.0(1 Mk auslchlienltch Zuftellunasaebüdr Berlaa und Redaktion Scklachtboiktrake 28/30 Fernkvrecher 96t und 952. Rär unverlangt etngefanbte Beiträge kann die Sie- >aktion eine Berantwortuna ober (Seroäbr in keinem Ralle übernehmen. Rück- ablung beS BemgSgelbeb ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnungsmäkiiger vtetervna -ft angaeschlotsen Poftschetkkontv Rrankkurt a. Main Nummer 6380

Hessische Abendzeitung

»meiuenprede. «inbetmildx Seld>ätt»an«etget. Zette auswärtige »ef*4ft»- atuetaen Zeile 20 Pkg. Ramutenaiuetae« Zette SV Psa^Sletne Anzeigen ®a# Sot- 4 Psg_ giek(amen die Zeile 75 Ptg. Oikertgebübr 10 P?g. ibet Zukenbg. der Offerten 20 Psg.i RechnnngSbeträge sind innerhalb 5 Ta. tu befahlen. Maüaebenb tft der Kurs bes Zablunaskages. Für die Richtigkeit aller durch Rernsprecher aufaeaebenen An­zeigen sowie tiir Autnabmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Rür An,eigen mitbefonb. schwierigem Las 100 Pro,.Aufschlag. Druckerei : s-chlachtbof» ftrasse »8/3''. Geschäftsstelle Köln Ttr 5. leaenflb.berSgohrftr Rernkvr 951 n. 95.

Nirmmer 38. Einzelnummer 1y Pf., Sonntags 15 Pf. Sonnabend, 14* Febrnar 1925. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 15. Jahrgang

Herriot will Frankreich sanieren.

SKIeichmöes Gift.

Das Kampsprogramm der Tschekaleute.

.Was ist Tscheka?" fragte vorgestern der Vor­sitzende in dem jetzt in Leipzig wie ein Schreckenssilm abrollenden kommunistischen Hochverratsprozeß den Hauptangeklagten N c u- m a n n, der mit erstaunlicher Sachlichkeit und überraschender Intelligenz das grauenhafte Schicksal als Mene tekel wie ein Flammenzet- chen aufzucken läßt, das nicht nur den kommu- ni'stischen Gegenspielern wie Seeckt, Stin- nes usw., zugedacht war, sondern Deutschland selbst in das Chaos der Diktatur stürzen sollte. .Tscheka ist" so lautete Neumanns Antwort .in Rußland die Bezeichnung für die außerordent­liche Kommission zur Bekämpfung der Gegen­revolution". Ließ diese nüchterne, harmlose Andeutung ahnen, welch ein Meer von Blut, Tränen und namenlosem Grauen dieses tote von Vipernzungen gezischte teuflische Wörtchen .Tscheka" birgt?

Nun, von dieser sotojetistischen Inquisition sind fast ztoölftausend Verdächtige hingerichtet, durch Strafeppeditionen ganze Städte, wie Ni­kolajewsk, entvölkert, im ganzen etwa vierhun- derltausend Menschen hingeschlachtet wor­den. Drei Millionen Ruffen mußten außerdem bekanntlich nach der furchtbaren Mißernte des Jahres 23 an Hunger ,und Seuchen sterben, währenddes, wie aus dem Prozeß offenbar wurde, die Moskauer Machthaber hundeit- tausende von Dollars, die vielleicht aus dem Erlös verschleuderten Getreides bestanden, zu Umsturzzwecken in Deutschland und nicht nur dort, zum Fenster hinauswarfen. Noch heute schmachten, tote wir aus russischen Geheimberich­ten wissen, neunzigtausend Gefangene auf Geheiß der .Tscheka" ohne Urteil, ohne Ver­hör in russischen Gefängnissen, von denen vier­zig Prozent der Arbeiterschaft, achtundzwanzig Prozent der Intelligenz, 17 Prozent der Stu dentenschaft und der übrige Teil dem Bauern­tum angehören.

Das ist der Sinn des WortesTscheka" und dieses bluttriefende System wollte man dem trotz aller Demütigungen und Drangsal hochgezüchteten deutschen Märtvrervolk zu einer Zeit aufpsropfen, als die Sturmflut der In­flation den verzweifelnden Millionen die letzten Arbeitsgroschen entrissen hatte und in Sachsen und Thüringen nach dem ver­lorenen Ruhrkampf die Stunde der Diktatur deS Proletariats gekommen schien. Rußlands roter Feldmarschall SkoblewSky, auch Wolf, Helmuth oder Gorew genannt, der als Sieger von Kronstadt" einen Aufstand dort in Feuer und Blut erstickt hatte, ließ durch Deutsch­lands hinsiechenden Organismus die Gold­ströme der Dollars rollen, freilich nur um aus­zuputschen, die Waffenfabrikanten zu bereichern und die deutsche tote Armee auf Kriegsfuß zu setzen. Skoblewskvs Stabschef sitzt in der rus­sischen Botschaft, dort gehen die Kuriere und Häuptlinge ein und aus. Neumann selbst wird zur Leitung der sogenannten Terror- gruppe ausersehen, die unliebsame Spitzel und Kommunistenfeinde zuerledigen", d. h. kalt zu machen hatte, wie Neumann verrät. Ge­neral v. Seeckt soll, wie der FünferauSschuß ldarunter die Führer der Partei) bestimmt, in drei Monaten, schließlich in acht Tagen abge- sckoffen werden, erst im letzten Moment wird abgeblasen. Dann soll S t i n n e s an die Reihe.

Doch damit nicht genug. Selbst vor dem Kampf mit Ruhr- und Typhusbazillen scheut man nicht zurück, die an einem Kanin­chen, freilich erfolglos, auSvrobiert werden Kein Wunder, wenn die dreizehn Verteidige, der kommunistischen Sache mit allem Raffine­ment versuchen, den Höchst peinlichen Zeugen Neumann als unglaubwürdig oder gar gei­steskrank ad absurdum zu führen. Die Be­stätigung seiner klaren und präzisen Aussagen wäre zugleich da» Todesurteil für ein wie v bensbekenntniS, dessen Anhänger in blindwüti­gem-Parteifanatismus nicht nur ihrem Vater­land, sondern Europa das Grab zu schaukeln am Werke sind. In den Leipziger Enthüllun­gen über die Vorbereitungen deS revolutionä- reu Aufstande» in Deutschland durch die russische Botschaft in Berlin sieht der Reichsinstizmini- iffer sogar, wie uns heute gemeldet wird, eine Verletzt'na der Exterritorialität durch die Russen. F. R.

Moskau droht mW (8 walt.

Rotterdam, 15. Februar (Privattelegramm). ««» Motz'a» melde" engM e Blättert Tv drit'e Internationale veröffentlicht in den Moskauer kommunistischen Zeitungen eine lange Erklärung zum deutschen Tschekaproze» in Leip, zig, in dem es heisst, die dritte 3ntetnntionnk ar­beite nickt mit der Taktik der Polizeispitzel, doch bekenne sie sich offenrurRcvolutlon Sie werde Gewalttaten geaen ihre deutsche Anhän­

ger mit gleichen Gewaltmatznahmen be- antworten und ihre mutigen deutschen An­hänger nicht im Stich kaffen. Die dritte Inter- nationale fordere unentwegt die Weltrevolution und den Zusammenschluß des Weltproletariats auf jedem Wege, der Erfolg vdrspieche.

Serrüttete Finanzen.

Wie Herriot sein Land sanieren will. (Privat-Telegramm.)

Paris, 13. Februar.

Die gestrige Kammersitzung dauerte bis 2 Uhr 55 morgens. Die letzten Kapitel des AuS- gabe-Budgrts wurden mit 3486 Millionen Franks angenommen, sodaß das Budget jetzt im Gleichgewicht ist. Weiter wurde beschlossen, für 1925 3448 Millionen Franks für die Pensio­nen einzusetzen. Ferner soll die Penstonskassc ermächtigt werden, eine Anleihe von 1537 Millionen Franks auszugebeu. Herriot be­kundete von neuem den Willen der Regierung, sich jeder Inflation entgegenzusetzen. Seine Ehre würde darin bestehen, die Finanzen Frankreichs zu restaurieren. Er werde nicht dulden, daß Frankreich aus die gleiche schiefe Bahn gleite, wie seinerzeit die Böller Deutschlands und Oesterreichs.

Flaggen auf HaDmaft.

Ganz Deutschland trauert um Dortmund, i lPrivat-T ekegt amm.)

Dortmund, 13. Februar.

Bon Dortmund auS hat sich die Trauer über die Katastrophe nach Osten und Norden und Sü­den verbreitet In Dortmund wehen die Flaggen alle auf Halbmast. Immer weiter gehen die Bergungsarbeiten. Gerüchte sprechen jetzt von 135 Toten in der Grube.

Die Opfer liegen in vier langen Reihen auf Stroh gebettet. Bon den Sanitrttsmann- schafien ist eine Gruppe damit beschäftigt, die To­ten zu rekognoszieren. Draußen vor dem Zenchentor wartet immer noch eine ungeheure Menschenmenge. Der zweite der verungliöck- len Steiger befindet sich unter den Toten.

Wie sich die Gase entzündete«.

Dortmund, 13. Februar. (Privattelegramm) Obwohl die Bergungsmannschaften auf Zeche Stein" sehr unter den ausströmenden Gasen zu leiden haben, hofft man doch, im Laufe des heu­tigen Tages sämtliche Berschütteten an die Oberfläche schaffen zu können. Die Mehr- zahl der Toten zeigt die typischen Merkmale des Erstickungstodes. Es wird vermutet, daß der gewaltige Barometersturz in den letz­ten Wochen einen Einfluß auf das Unglück in­sofern anSübte, als einige betonierte sogenannte AuSbläserstollen geborsten waren und durch die entstandenen Sprünge das Gas in größeren Mengen ausströmte und zur Entzündung kam.

Grollende Bergarbeiter.

Das Ruhrgebiet nach der Zechenkataftrophe. (Telegraphische Meldung.)

Berlin, 13. Februar.

Infolge der furchtbaren Dortmunder Berg­werks-Katastrophe sind Polütjche Kreise der Meinung, daß das Reichsarbeitsministerium sofort eine eingehende Prüfung der A r b e i t S- verhältnisse im Ruhrbezirk vornehmen müsse. Uebereinstimmend ist gemeldet worden, dass sich der ganzen Bergarbetterschast eine un­geheure Erregung bemächtigt hat, die sich besonders darin auswirkt, daß Über die Ar­beitsverhältnisse ernste Bes ckch werden er­hoben werden. Bon Seiten der Gewerkschaften sind gerade jetzt wiedre aus Anlaß der Ent- schSdigungSzahlunge« an die Ruhrin­dustrie sehr scharfe Angriffe gegen die Bergbau- Unternehmer erhoben worden. Etz handelt ptt selbstverständlich nm rein wirtschaftliche Fragen die überhaupt mit dem wirtschaftlichen Wieder­aufbau so eng verknüpft sind, daß am allerwenig­sten politische Gesichtspunkte in Betracht ge zogen werden können. Der Reichskanzler, der sich zur Unglücksstelle begeben hat, wird, wie wir hören, Beranlaffung nehmen, auch mit d u Vertretern der Bergarbeiter - Gewerkschaften in Besprechungen einzntreten, um ihre An­sichten zu hören. Bon kommunistischer Seite wird selbstverständlich versucht, die in den Berg- arbeiterkreisen hersrchende Erregung dazu zu be­

iter die Regierung mit aller Schärfe entgegen treten wird. Das Reichskabinett wird Vorsorge dafür treffen, daß die Sicherheitesmaßuahmcn im Bergbaubetrieb und die Gestaltung der Ar- beitesverhältnisse keinen Anlaß dazu bieten sol­len, über eine Unterdrückung der Bergarbeiter­schaft zu klagen. Bei der Reichstagsdebatte über die Ruhrentschädigung wird es voraus­sichtlich auch zu sehr lebhaften Erörterungen über die soziale Lage im Ruhrgebiet kom­men. Bei dieser Gelegenheit wird auch das Reichsarbeitsministerium Erklärungen abgeben die zu scharfen politischen Zusammenstößen unter den Parteien führen dürften.

Das MchaWMs naht.

Vor Ueberreichung der Kontrollnote.

(Privat-Telegramm.)

Gens, 13. Februar.

Die Botschafterkonferenz kündigt an, daß sie auf Grund des Berichts der interalliierten Kontrollkommission, demnächst eine ausführliche Note nach Berlin richten Win.. Die deutsche Regierung soll von den fest- gestellten Verfehlungen genau und im entschie­denen Ton in Kenntnis gesetzt werden.

Aufmarsch der Generäle.

Rotterdam, 13. Februar. (Eigene Draht- meldung.) Londoner Blätter melden aus Paris: Zu der Sitzung des obersten alliierten Landes­verteidigungsrates unter dem Vorsitz Fochs sind pierundzwanzig Teilnehmer anderer Staa­ten nach Paris geladen. Die Sitzung soll die Grundlage zu den Beschlüssen des Bot- schasterrates ergaben. Marschall Foch bat erklärt, für Frankreich gebe es nur einen Si­cherheitspakt, das sei die Rheingrenze.

Rarster Wetterwarte.

Trendelenburg erregt Hoffnungen in Berlin.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 13. Februar.

Wie wir hören, glaubt man in den Berliner Regierungskreisen, daß die neue Krise der dcutsch-sranzösischen Wirtschaftsverhandlungen schon in wenigen Tagen überwunden sein wird Staatssekretär Trend elenburg hat dem Reichskabinett telegraphisch mitgeteilt, daß die französische Regierung in der Frage derMeist - begünstigung weitgehende Konzessio­nen Deutschland angeboten habe.

Marx vor der Sphinx.

Schon in Preußen gescheitert? Neue Wendung. «Sigencr Informationsdienst.)

Berlin, 13. Februar.

Der Versuch des preußischen Ministerpräsi­denten Marx, eine Regierung der Volksge­meinschaft in Preußen zu bilden, kann schon jetzt als gescheitert angesehen werden, da die Sozialdemokratie dies nicht mitma­chen will. Man rechnet jetzt damit, daß die Be­sprechungen zwischen Mknisterpräfident Marz und den Rechtsparteien wahrscheinlich dazu füh­ren, dass Marr dem Landtag fein Mandat zurückgibt. ES könnte dann ähnlich wie im Reich eine Wiederwahl Dr. Marx mit den Stimmen der Rechtsparteien und deS Zen­trums sowie der Heineren bürgerlichen Grup­pen erfolgen. Rach dieser Richtung hin sind jedenfalls gegenwärtig noch ganz unverbind­liche Besprechungen im Gange.

Die deutschnationale LandtagSsrattien ist sich gestern zum Vorschläge des MmfftrvrSsi deuten Marx über die Bildung eines Kabi­netts der Volksgemeinschaft schlüssig geworden. Die Beratung war vertraulich

Der große Schweizer.

Chamberlains Ausflüchte im Unterhaus.

(Eigener Trobrderich i

London, 13 Februar.

Im Unterhaus fragten gestern zwei Abgeord­nete, ob gegenwärtig Unterhandlungen mit Frankreich ober Belgien über den Abschluß eines Garantievertrages im Gange fei­en. Chamberlain antwortete, dass die Regierung gegenwärtig in keinerlei Unterhandlnngen diefer Art stehe. Dagegen prüfe sie die Fragen, die durch das Genfer Protokoll aufgeworfen worden seien. Bezüglich der Schulden Italiens an England fei es wahrscheinlich, dass in einigen Monaten Unterhandlungen eröffnet we - den würben, flut >"'br-gen erklärt-- Churchill, dass die Regierung mit den früheren Regierungen da­rin einig fei, England tollte fo rasch als möglich zur Goldwährung zurückkehren.

WassoNm sie Werben?

Ein Wichtiges Kapitel zur Berufswahl.

In vielen bnnbetttanfenb Familien zerbricht inan sich in dielen Tagen der b-vorstehende« Schulentlasinug den Kor>» darüber, was «oder Madel werden fallen, denn mckts mein- als ein verfehlter Berns oder eine gescheiterte tristen;. Dte knavoen H.ri. weise unseres Mitarbeiters werben vielen in dieser wichtigen Frage nsiLtomtnen sein.

Nur wenige Eltern und Erzieher kennen die Verhältnisse in den einzelnen Berufen. Es fehlt ihnen die Uebersicht über die geforderten Vor- kenntniffe und die Aussichten für ein späteres Porwärtskommen. Die Auswahl der Beruxe ist schwer. Viele Wirtschaftszweige liegen dar­nieder und es besteht wenig Aussicht, sie bald wieder zu beleben. In einer großen Anzahl von Berufen herscht seit Jahren ein U e b er­äug e b o t an Kräften und es ist notwendig, vor einem zu starken Eintritt in diese Gruppen zu warnen. Welche Berufsgruppen leiden an Ueberfüllung und bieten wenig Aussichten für ein späteres Fortkommen?

Zuerst die akademischen Berufe. Wenig Aussicht aus eigene Eristenz bieten die Berufe der Aerzte, Richter, Rechtsanwälte, Theologen und Philologen, von denen noch eine große An­zahl entweder keine Stellung haben oder sehr schwer um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Auch die Lage unter den Junglehrern ist noch immer sehr schwierig, auch hier sind noch Tau­sende ohne jede Anstellung. Am schlimmsten liegen die Verhältnisse im Kaufmanns« stände! lieber hunderttausend Hand­lungsgehilfen sind stellungslos. Rur dis besten Kräfte finden infolge der ungeheuren Anforderungen ,die gestellt Werden, Aussicht auf ein Fortkommen. Daher sollten alle Eltern es sich reiflich überlegen, ehe sie ihre Kinder diesem Berufe zuführen. Aussicht auf Vorwäratskom« men haben nur diejenigen jungen Leute, die dir unbedingt notwendigen Vorkenntnisse, gute» Deutsch, sicheres Rechnen, leichte Auffassungs­gabe mitbringen. Vor allen Dingen ist vor der Zuführung von Lehrlingen in den B a n f b e * amtenberuf zu warnen. Die Banken ha­ben bekanntlich in den letzten Jahren Zehntau- scnde ihrer Angestellten abgebaut. Der Bedarf an Bankangestellten ist noch aus Jahre hin- aus gedeckt. In den technischen B<""t- fen besteht dagegen noch Aussicht auf latere» Fortkommen, da deren Entwicklung noch unge­ahnte Möglichkeiten bietet.

Welche Aussichten bietet daS deutsch« Handwerk? Seit Jahren klagen die kleinen Handwerksbetriebe über Lehrlingsmangel. Ge­rade aber die Handwerksbetriebe bieten Gewähr für eine wirklich gute durchgreifende Ausbil­dung. Aufnahmefähig sind vor allem die Grup­pen der Drechsler, Gerber, Färber, Maurer, Tapezierer, Dreher und Zimmerer. Auch die Ausbildung als Schlosser, Tischler, Schlachter, Schuhmacher usw. bietet noch gute Aussicht auf späteres Fortkommen. Besonders groß ist der Lehrlingsmangel in den landwirtschaft­lichen Betrieben und den damit zusammenhän­genden Berufen. Hier bietet sich auch dem kör­perlich schwachen Menschen die Aussicht, durch Betätigung in freier Natur sich gesundheitlich zu kräftigen. I

Das weibliche Geschleckt ist besonders zu warnen vor dem Eintritt in den k a u s m ä n- Nischen Beruf. Gewiß steht heute der Sinn vieler junger Mädchen dahin, sich möglichst schnell eine Verdienstguelle zu schaffen. Aber der kaufmännische Beruf stellt heute Anforde­rungen ,die den eigentlichen Beruf, als Fran und Mutter gefährden. Dazu kommt noch di« starke Arbeitslosigkeit. Geeignete Be­rufe für das weibliche Geschlecht sind in der Hauptsache: Kindergärtnerin, Säuglingspflege­rin, Schneiderin, Hausgehilfin, Landwirtschafts­gehilfin ufrv. Notwendig ist vor allem, daß die Eltern selbst erst wieder einmal das Vorurteil gegen die Hausgehilfin überwinden und diejenigen Bevölkerungskreise, die weiblich« Kräfte beschäftigen, diese als gleichwertig« Volksglieder betrachten. Auskunft über Berufs­beratungsstellen erteilen die Arbeitsämter und, soweit der kaufmännische Beruf in Be­ttacht kommt, die Geschäftsstellen des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes.

E!n veurfchrr Lmuettag.

Reichskanzler Luther auf Zeckw Stein.

Dortmund, 13. Februar. (Privattelegramm.) Reichskanzler Dr. Luther ist in Dortmund ein­getroffen und begab sich sofort zu der Unglücks- stätte. Ter Reichskanzler beabsichtigt, in die Grube zwecks Beüchtignng der Unglücksst-.lle einzufahreu. An den Bürgermeister von Torttnund drahtete der Kanzler: Die Schrei kenSnackricht von der Katastrophe auf der Zech» Stein hat mich aufs tiefste erschüttert. Sprech««