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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 37

15. Jahrgang

Freitag, 13. Februar 1925

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Sin schwarzer Tag aus roter Erde

Dortmund, 12. Februar. Im Südostseld der! Halten des Korbs fiel mir ein von den

Ga

ZecheMinister Stein" Schacht III ist gestern abend eine schwere Schlagwetterexplo­sion erfolgt. Die gleich nach der Explosion ein­gesetzten Rettungsmannschaften versuchten die entstandenen Brüche zu durcharbeiten, um an die hinter den Brüchen in zwei Reviere verteil­ten Leute heran zu kommen. Rur vereinzelte Bergleute sind gleich nach der Explosion noch le b e n d zu Tage gekommen. Es ist mit dem

Verlust von über hundert Bergleuten zu rechnen, zumal infolge der völlig gestörten Wettrrzufuhr die Gase nicht in dem erforder­lichen Matze abziehen können. Die Beranlaffung zu der Explosion ist noch dunkel. Bis heute morgen 4 Uhr waren dreißig Tote geborgen, außerdem acht lebende Bergleute. Rach dem bisherigen Befund hat eine große Anzahl Berg­leute den Tod auf der Flucht gefunden. Verschiedene Arbeitsstätten wurden von der Explosion unberührt vorgefuudrn. Dir Kaff.tr- flaschen der Bergleute standen noch, ohne daß sie umgestürzt waren. Die Bergleute haben allen! Anschein auf der Flucht in den Gasen ihren Tod gefunden. Eine große Zahl von Bergleuten wurde ohne äußere Verletzungen tot aufgefunden.

apparaten wurden die Bewußtlosen wieder ins Leben zurückgebracht. Aus Befragen er­klärte mir ein Mitglied der Rettungsmann­schaft, daß nur einige, leicht Betäubte mit dem Leben davongekommen seien und daß keine Aussicht bestünde, die noch in der Grube weilenden hundert Bergleute lebend zu­tage zu fördern, da^ie Gase durch den Bruch keinerlei Abzug hätten. Es spielen sich erschüt­ternde Szenen ab. Frauen und Kinder hört man nach dem Vater rufen.

f e n Betäubter in die Arme, den ich dann zunächst weiter führte. Mit Sauerstoff-

Wiege und Grab.

Warum Frankreich am Rhein bleiben will.

In unseren Kinderliedern schaukelt die Mut­ter immer noch ihr Kind in der Wiege, und sie wird es weiter titn, auch wenn keine Wiegen mehr da sein werden, außer in den Museums­räumen, wo der historische Hausrat der Urväter aufbewahrt wird. Die Wiege als Symbol der Geburtenleistung hat kürzlich der ameri­kanische General Allen mit folgenden Fra­gen in den Vordergrund des Jntereffes gestellt: Angenommen, daß ein Volk von neununddrei­ßig Millionen Grund hat, ein ihm vor kurzem noch feindliches Volk von zweiundsechzig Millio­nen zu fürchten gibt das der kleineren Grup­pe das Recht, solche Maßnahmen und Sanktio­nen zu ergreifen, die den Interessen seiner neu­lichen Kriegsgefährten und, praktisch gesprochen, allen übrigen Nationen schädlich sind?" In der Gegenüberstellung der Ziffern in diesem Satz liegt dasselbe Problem ausgedrückt, das Cle - m e n c e a u empfahl durch die Feststellung der Tatsache, einschließlich der notwendigen Konse­quenzen, zu lösen, es gäbe im französischen In­teresse zwanzig MillionenDeutsch zu­viel auf der Welt.

Paul Boncour, der Freund und publizistische Vertrauensmann H e r r i o t s, schrieb kürzlich über dieses Thema:Selbst wenn das ganze Kriegsmaterial zu Staub geworden wäre, und für eine Armee nichts anderes vorhanden wäre als die Masse des Volkes, wird man niemals ein Volk von sechzig Millionen, das unter der Nie­derlage leidet und seinen Rang in der Welt wie­der einnehmen will, mit Gewalt bändigen kön­nen. Nur ein Garantiepakt und die in­ternationale Kontrolle des Völker­bundes (?) kann eine Aenderung bringen. Jetzt warten wir an der Rheingrenze, bis der Pakt geschloffen ist, den wir brauchen." Das soll heißen: Die Rh-inlande werden erst dann ge­räumt, wenn Deutskchland unter die dauern­de Entwaffnungskontrolle des Völ­kerbundes gestellt ist (wovon kein Wort im Frie­densvertrage steht), und wenn Frankreich seinen Garantiepakt gegen die zwanzig Millionen zu­viel bekommen hat! Für die Franzosen ist es schon Gewohnheit, aus dem Friedensvertrag zu machen, was sie wollen. Herr Paul Boncour la­det Deutschland auch dringend ein, in den Völ­kerbund zu kommen, der sich schon in Ober­schlesien als französisches Erekutionsorgan für krasse Verletzungen des Friedensvertrages be­währt hat, vom Saargebiet und von Danzig ganz zu schweigen, und dessen permanenter Kon. trollausschuß für die Entwaffnung Deutschlands bekanntlich einen französischen General als Vor­sitzenden haben soll. Frankreich will einen G a- r a n t ie p a k 1 haben. Gut, es kann sich selber sehr einfach einen schaffen: den Pakt, daß künftig von den französischen Eltern mehr Kinder gebo­ren werden sollen,als bisher; auf einen anderen Pakt hat es keinen moralischen Anspruch.

Das Verhältnks der Bevölkerung zwischen Deutschland und Frankreich ist gegenwärtig in runden Zahlen wie 6:4, der der Eheschließungen etwa wie 6:3,7, obwohl die Lebensver­hältnisse in Frankreich nach dem Kriege weit günstiger sind als in Deutschland. Für 1924 lie­gen erst die Zahlen des ersten Halbjahres vor, die für Deutschland auffallend niedrig erscheinen, doch läßt sich hier keine Schlußfolgerung ziehen, bevor die Statistik für das zweite Halbjahr er­schienen ist. Die deutschen Geburten sind zwar noch bedeutend zahlreicher als die französi­schen (für 1924 erste Hälfte bleibt das Verhältnis ungefähr dasselbe), aber sie übertreffen diese nicht mehr im selben Verhältnis wie im Jahre 1920. Darin zeigt sich der stärkere Druck der Ver­hältnisse in Deutschland gegenüber den fran­zösischen.

Heute ist das Bild also dies, daß Deutschland prozentual an Zahl der Eheschließungen immer noch merklich, an Zahl der Geburten ganz bedeutend h ö h e r st e h t als Frankreich Trotz­dem dürfen wir uns aber nicht über die Tatsache täuschen, daß auch bei uns die Geburtenziffer «nd ihr Ueberschuß über die Todesfälle in schnel­lem Sinken sind. Tas letzte Vorkriegsjabr 1913 ergab einen Ueberschuß der Geborenen über d,e Toten von 834 000: 1921 betrug er rund 700 000, 1922 rund 520 000 und 1923 nur noch rund 430 000, wobei allerdings zu berücksichttgen ist, daß sich das Areal und die Bevölkerungszahl Deutschlands durch den Krieg um rund zehn Prozent verkleinert haben.

Konnte man vor dem Kriege den zunehmen­den Wohlstand in Deutschland für die Abnahme der Geburtenhäufigkeit verantwortlich machen, so fällt die Schuld jetzt nach dem Kriege in der Hauptsache sicher aus die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, namentlich auf die Wohnungsnot. In den Plan Elemenceaus gehörte es hinein, daß deutsche Volk direkt so zu

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Unter Tage begraben.

Rettungsmannschaften arbeiten fieberhaft lPrivat-Teleqramm.)

Dortmund, 12. Februar.

Zu der Katastrophe auf Schacht 3 der Zeche Minister Stein" wird noch mitgeteilt: Die Ge­samtzahl der betroffenen Bergleute betrügt 137. Ach« Mann sind lebend geborgen. Trotz fieber­hafter Tätigkeit aller benachbarten Rettungs- nmnnschaften ist nicht damit zu rechnen, daß auch nur ein einziger der aogeschnitten-n Berg­leute noch am Leben und zu retten ist. Es sind insgesamt 180 Mann Rettungsmann, schäften zur Stelle. Andere stehen bereit, um die zu Bruch Begonnenen Strecken mit größter Beschleunigung frei zu machen. Die Rettungs­arbeiten werden erschwert durch die teilweise noch vorhandenen giftigen Rachschwa den. Seit Mitternacht weilen Generaldirettoi F u n k e und andere Bergwerksleiter an der Un­glücksstelle. Berghauptmann Overthun und an­dere haben die Strecke, soweit es bisher möglich ist, bereits befahren und besichtigt.

Tagt es in Preußen ?

Ein Marxkabinett der Volksgemeinschaft (Eigener D^ßr^richi)

Berlin, 12. Februar.

Der zum Ministerpräsidenten gewählte frü­here Reichskanzler Dr. Marx hatte gestern Besprechungen mit den Vertretern der deutsch- nationalen Volkspartei und der wirtschaftlichen Vereinigung. Letztere ließen Dr. Marx gegen­über keinen Zweifel darüber, daß sie jede Un­terhaltung darüber, sich an einer Unterstützung einer auf die Weimarer Koaliti on ge­gründeten Regierung für zwecklos halten. Ein Ministerium, in dem Minister wie Seve- ring und Hirtsiefer säßen, sei für die Wirtschaftsvereinigung unmöglich. Die Deutsch- nationalen halten an ihrem Standpunkt fest, sich an einer Regierung auf Grund der früheren großen Koalition nicht zu beteiligen. Die Anregung des Ministerpräsidenten, in Erwä-

Schon vorher gewarnt?

Unser Berichterstatter an der Unglücksstelle.

(Telegraphische Meldung.)

Dortmund, 12. Februar.

Bereits gestern Abend sollen an derselben Schachlstelle, an der heute das Unglück passierte, so erzählen die Bergleute und Rettungsmann- schaften, kleine Schlagwetter vorgekom­men fein, die durch Funken aus der Maschine in Entzündung geraten waren, doch nahm nie­mand an, daß es heute morgen zu einer so ent­setzlichen Katastrophe kommen würde. Tie Toten, die ich sah, waren ebne äußere Ver­letzungen. Nach den gemachten Wahrnehmungen kam ich zu der Feststellung, daß die noch einge­schloffenen Bergleute infolge der hinter dem Bruch festsitzenden giftigen Gase keinesfalls mehr gerettet werden können.

Gute Ratschläge ans Paris.

Paris, 12. Februar. (Privattelegramm.) Zum Regierungswechsel in Preußen schreibt ein Pariser Blatt, man könnte dem früheren Reichs­kanzler Marx einen guten Erfolg wünschen, wenn auch seine Kleinigkeit der Rechten gestattet habe, sich den Sieg der Linken zunutze zu machen. Wenn aber gleichwohl die Rechtsparteien nicht imstande wären, die Bildung eines republlkant- nischen Blocks zu verhindern, so würde dadurch ein Hindernis für das Streben nach der Reak­tion hin geschaffen werden. Das würde gleich­zeitig ein Eingreifen in das imperialistische Ka­binett Luther - Neuhaus - Streiemann bedeuten.

gimgen einzutreten, ob die Fraktion sich an den Verhandlungen über eine

Regierungsbasis von den Sozialdemokraten bis zu den Deutfchuationalen

beteiligen würde, wurde dahin beantwortet, daß man keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bei der Zustimmung der Fraktion darin sehe. Die Deutschnationalen erklärten, sie würden die An­regung der Bildung eines Bolksgemein- schastSkabinettS der Fraktion unterbrei­ten. In privaten Unterhaltungen werden die Aussichten dieses Versuchs von deutschnationa­ler Seite nur skeptisch beurteilt.

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Hundertdreißig Tote bereit- geborgen.

Dortmund, 12. Februar. Zn der in den folgenden Berichten ge­schilderten Schlagtvetterkatastropye auf der ZecheMiniter Stein" hatte sich bis heute mittag 12 !lhr die Zahl der verunglück­ten Bergleute auf 130 Tote erhöht, von denen 89 bereits ge­borgen werden konnten, während sich 50 noch im Schacht befinden.

HinterBarmatkulissrn

Was die gestrige Vernehmung ergab.

Barmat und der Reichsn>irtschaftsminist-r. Eine verdächtige Hansfnchnng. Ei« interei- ianter Zeuge. Wie Barmat i« ollnni) Geld machte. Sie haben alle verdient.

Berlin, 12. Februar.

Im preußischen Untersuchungsausschuß für die Barmat-Kuttsker-Affäre erklärte Ministe­rialdirektor Falk mit Bezug auf die Bekun­dung Klinghammers, er hätte ihn an einer Aussage im Erzberger - Helfferich- Prozeß verhindern wollen, daß er durch- , aus fachgemäß gehandelt habe und sich auf seinen damaligen Vertreter, Ministerialdirektor Abegg, berufen könne. Kriminaloberinspettor Klinghammer betont demgegenüber, in der Angelegenheit seiner Zeugenaussage im E r z - : berger-Helsferich-Prozeß halte er . seine Behauptung aufrecht. Eine von ihm ver­faßte Anzeige, die den Gegner des Herrn Helf-

' ferich in Verdacht buchte, fei

der Staatsanwaltschaft nicht übergeben

worden. Hierauf wird der Zeuge Abg. Wis­sel vernommen, der gegenüber der Aussage Klinghammers, daß viele Fälschungen vorgekommen seien, und daß die Fälscher in hohen 'Stellungen des Reichswirtschastsmini- steriums geseffen hätten, feststellt, er, Wissel, habe heute wie damals keinen Grund gehabt, an der Integrität der ihm im Reichswirtschaftsministe­rium unterstellt gewesenen Beamten zu zwei- seln. Er selbst habe niemals eine Ein­fuhrbewilligung erteilt. Kriminalkom­missar P i p o wird sodann über seine Teilnah­me an der Haussuchung bei Barmat vernommen. Er hörte damals auf dem Flur ziemlichen Lärm. Der Abg. H e i l m a n n und

t Herr Kltnghummer waren in heftigen , Streit geraten. Die Sache löste sich aber bald wieder und Heilmann bat mich, der Durch-

suchung als Zeuge beiwohnen zu dürfen. Ich gestattete das. Etwas merkwürdig war mir die Sache natürlich vorgekommen, daß sich

ein Abgeordneter für die Angelegen­heit so einlegte.

Am nächsten Morgen wurde ich zum Ministe­rialdirektor Dr. Falk gerufen, der mir sagte, daß der R e i ch s w i r t s ch a f t s m i n i st e r die Akten sofort haben wolle. Ich hatte den Ein- druck, daß ihm das nicht ganz angenehm sei. Auf eine Frage aus dem Ausschuß erwidert Pipo, daß ihm die Einforderung der Akten durch den Reichswirtschaftsmtnister ungewöhn- l i ch erschienen sei. Gedanken habe er sich aber nicht weiter gemacht. Oberverwaltungsgerichts- rat Schoss, der Nachfolger Dr. Falks in der Lei­tung des Landespolizeiamtes, sagte dann aus: Ernes Tages habe Klinghammer zu ihm gesagt, daß ihm früher in einem Falle Barmat der Leiter des Landespolizeiamtes in den Arm gefallen wäre. Dann habe er die Vorgänge bei der Haussuchung erzählt. Der Zeuge habe damals zu Klinghammer bemerkt, daß aus den Akten nicht zu ersehen sei, ob daraus etwas ver­schwunden sein sollte. Er habe den Eindruck gehabt, daß die Akten vollständig waren. Später sei ihm gesagt worden, die Sache fei langst in Ordnung. In einer Zwischenbe- merkung erklärt der Zeuge Falk, daß man beim Landespolizejamt im Interesse einer Versol- gung schwerer Delikte kleinereDeliktebei der Staatsanwaltschaft dahin beschrie- ben habe, das Verfahren ein zu stellen. Der nächste Zeuge, Redakteur Georg David- sohn erhebt zunächst Verwahrung gegen bte Zusammensetzung des Untersuchungsaus­schusses, in dem ein befangener Richter, der Abg. Kuttner sitze, der die Interessen der Bar- mat und ffuti Ster vertrete. Er, der Zeuge, werde daher seine Aussage mit allen Konse­quenzen verweigern. Gelegentlich einer Reise nach Holland habe er von einem holländischen Kollegen eine despektierliche Bemerkung über Barmai gehört, da er die Differenzen Barmats mtt der Butterhandelsvereinigung kennen ge» -ernt hatte. Die Butterhandelsvereinigung habe höchstens mit ein oder zwei Prozent Verdienst kalkulieren dürfen, während

Barmat fünfundzwanzig Prozent und mehr zu verdienen verstanden habe.

Trotz einer Beschwerde der Butterhandlung beim Minister Schmidt sei es ihnen nicht gelun- gen, Barmat auszuschalten. Der Gewerkschasts- angestellte Bernhard Baumeister habe dem Zeugen wiederholt erklärt, es sei aktenkundig nachgewlesen, daß gewisse Prominente der So- ttaldemokratischen Partei geradezu an dem Barmatgeschäft beteiligt seien. Man kenne direkt davon sprechen, daß das, was er Beteiligung oder Interessiertheit nenne, sich bis zu Herrn Ebert hinaus erstrecke. In Holland sei Barmai scherzweise Baron Barmat ge- nannt worden, weil er mit dem Gelbe so um -

21m Anglticksschacht.

Ein Berichterstatter an der Unglücksstelle. (Privat-Telegramm.)

Dortmund, 12. Februar.

Ein Augenzeuge drahtet uns folgende Schilderung der Katastrophe: 12 Uhr 30 Minuten nachts brachte mich das Auto in schnellem Tempo der Unglücksstätte zu. Bei meinem Eintreffen konnte ich die bei solchen Un­glücksfällen typische Menschenmengen wahrnehmen. Ein Sekretär gab mir eine kurze Schilderung über den Umfang des Unglücks, das er für eines der größten der Ge­schichte erklärte. Nach großer Mühe konnte ich zu dem Schacht gelangen, der von Schupo­beamten vollständig abgesperrt war. Es herrschte hier ein nervöses Hasten und Treiben von Rettungsmannschaften, Polizei- bearnten und Angestellten der Zechenverwal­tung. Der Unglücksschacht selber ist von Ret­tungsmannschaften umlagert, doch vermag niemand zu den Verunglückten vorzu- dringen, da die dort unten herrschenden Gase jeden Rettungsversuch unmöglich machen. Ein­zelne Rettungsmannschaften, die von Gasen be­täubt waren, holte der Korb herauf. Beim verelenden, daß, was von den zuviel vorhande­nen zwanzig Millionen nicht gewaltsam abge­schnitten werden konnte, durch Hunger und Kummer zugrunde ging. Hiergegen wehrt sich der deutsche Lebenswille bisher mit Erfolg, wenn auch die Einbußen nur zu deutlich sind, die wir trotzdem erleiden.