' üttfiSNI, l Befnter 1928. '
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ten. Lei Lenen die Garanttebank die Poft, und I weil sie die Wiedetaufrichtung eines montene. Staatsbankkredite an den Barmatkonzern rück- zrinischen Staates angestrebt hatten.
terstchett hatte, sollen sich von der Garaniiebinkl Tie Schweiz und Helfferichs Witwe. Die zurückgezogen haben. Die Folge davon sei, daß Mitteilung, daß die S chw e i z der W i 1 w e Dr. vie Postkredite auch in dieser Angelegenheit Helfferichs eine Abfindungssumme von auf das schwerste gefährdet seien. dreihunderttausend Franken ausbe
zahlen werde, ist insofern unrichtig, als die Höhe der gewährten Abfindungssumme noch nicht feststeht.
k i s ch . s r e u nd l i ch r Politik befolgt. Man hat >n Paris für die Expansionsbestrebungen Griechenlands nie viel Wohlwollen gezeigt, man betrachtet aber das griechische Patriarchat in Konstantinopel vor allem als einen Vorposten des griechischen Imperialismus. Tas Patriarchat gilt den Türken als eine peinliche Erinnerung an die Annerionspolitik Konstantins. Ein Pariser Blatt schreibt zur Ausweisung des Patriarchen aus Konstantinopel: Man könne nicht einsehen, warum nach Aufhebung des Kalifats nicht auch das Patriarchat, das heißt eine ausländische religiöse Behörde, aufgehoben werden sollte.
Athen für alles gerüstet.
, 3. Februar. (Funkmeldung.) Der Mi-
disterprästdent hatte eine längere Unterredung mil dem Generalstabches Mazarakis über die militärische Lage. Man erklärt hier, daß Griechenland entschlossen sei, seine Rechte aus alle Fälle zu verteidigen. — Der Präsident der Auslauschkommission hat entschieden, daß daS Recht auf der Seite der Türkei liege. Der Lausanner Vertrag enthalte keine Bestimmung, die hohe Persönlichkeiten von der Austauschklausel befreit.
Wirb die Dahn wieder «eurer?
Beamtengehälter und Personentarife.
Berlin, 3. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Reichsbahn steht vor der sehr schwierigen Frage, wie eine etwa vom Reichstag beabsichtigte allgemeine Erhhöhung der Beamten- g e h ä l t er zu tragen sei. Würde sie Tatsache, fo würde eine Erhöhung der Perfonenta- r i f e einschließlich der Zeitkarten um mindestens rehn Prozent nicht zu umgehen sein.
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Wenn die Sifenvahnrr streiken.
Berlin, 3. Februar. Die Lohnkrise der Eisenbahner hat sich bis zur Gefahr und Teilst r e i k s des Personals verschärft. In den der Regierung nahestehenden Kreisen weist man jedoch darauf hin, daß ein Eisenbahnerstreik eine nationale Gefahr bedeuten würde, da abgesehen von den rein wirtschafttichen Schädigungen schwerster Art, die durch eine solche Bewegung entstehen würden, auch die Gefahr eintreten könnte, daß im besetzten Gebiet das System der Einstellung von Retzieange- steilten wieder errichtet werden konnte.
Her mit Reichsbahn und Kanal! Verkehrsminister Krone und Mittellandkanal
im Ausschuß.
Berlin, 3. Februar. Der HauShaltS- auSschuß des Reichstages führte gestern die allgemeine Aussprache Wer den Etat für Wa s- serstraßen, Luft-und Kraftfahrwesen im Verkehrsministerium zu Ende. Reichsverkehrsminister Dr. Krone begründete in längerer Rede, warum das Reichsverkehrmi- nisterium in seiner verkleinerten Gestalt aufrechterhallen werde In erster Linie sprechen hierbei das außenpolitische Moment mit; durch das Beslehenbleiben des Verkehrsministerinm werde vor allem bezeugt, daß das Reich den Wunsch zur Wiedererlangung der Eisenbahnen nicht aufgebe. Durch die Errichtung der Reichsbahngesellschast seien ferner neue Verkehrsprobleme aufgetaucht. Bei den heutigen Verhandlungen spielte auch die Frage der Fertigstellung des Mittellandkanals eine Rolle. Abgeordneter Engberding (Dtl.) äußerte sich ausführlich über die Bedeutung der Binnenschiffahrt und über das Versagen des Schleppmonopols aus dem Mittellandkanal. Er stellte den Anttag aus Uebertragung der staatlichen Flot- terei auf dem Mittellandkanal an eine gemischte wirtschaftliche Gesellschaft unter Beteiligung des Reiches. Ferner forderte er. daß vor Beginn des Ausbaues des Mitellandkanals der Reichstag bezüglich der Linienführung nochmals gehört wird. Abgeordneter Schumann (Sog.) betonte demgegenüber, daß durch Erfüllung solcher Wünsche die Vollendung des Mittellandkanals vielleicht um
Jahrzehnte hinaus verzögert treiben könnte, was unter keinen Umständen anginge. Ueber die Linienführung des Mii-
tellandkanal« sei Jahr und Jahr gestritten, bis endlich der Plan endgültig festgelegt worden sei. Jetzt dürfe durch solche Wünsche keine Verzöge- rung in das große Unternehmen getragen werden. Der Verkehrsminister Krone stellte eine energische Fördern ng der Fertigstellung des Mittellandkanals in Aussicht. Abg. Gildemei- ster (D. Vpt.) betont, die Entwicklung des Kraftverkehrs erfordere gleichzeitig eine Regelung der Unterhaltungspflicht der Landstraßen Es sei hier ein weiteres neues Gebier für die Verkehrspolitik des Reiches, das im Gin« bernennten mit den Ländern zu lösen sei. Der Entstehung monopolartiger Gebilde au dem Gebiet der Transportversicherung des Roll- snhr- und Lastwagenverkehrs müsse mit allen Mitteln entgegengewirkt werden.
Thüringens Fehlbetrag ausgeglichen.
Weimar, 3. Februar. Im ersten gemeinsamen Haushaltsplan für daS Land Thüringen sind durch starke Abstriche und Erhöhung der Einnahmen aus Schulgeld in den Wahlschulen sowie der Steuern der ursprüngliche Fehlbetrag von rund zwanzig Millionen ausgeglichen worden. Der Etat balanciert nunmehr in Einnahmen und Ausgaben mit 84294 150 Mark. Der Finanzminister erklärte, daß die Regierung nicht daran denke, die Selbständigkeit des Landes aufzugeben und Thüringen an ein anderes Land zu verschachern. Das Volk allein werde über die Frage eines Anschlusses zu entscheiden haben. Das Schulgeld würde, so betonte der sozialdemokratische Redner, seine Fraktion bekämpfen und gegen den Etat stimmen, weil der Etat für die Regierung eine Vertrauensfrage darstelle. Die Komunisien lehnten den Etat ab.
Die Gläubiger beim Flnanzmknister.
Vorschläge für die Hypothekenaufwertung.
Berlin, 3. Februar.
Sachverständige deS Hypotheken-, Spar- und Schutzverbandes gab gestern Reichsfinanzminister Dr. Schiele Auskunft über den Stand der Aufwcrtuugsfragr. Danach find die Hypothekengläubiger bereit, für die notwendlgen Be- triebsmittelkredite die erste Stelle im Grundbuch bis zu zehn Prozent des Betrages f r e i - zu geben. Ueber die Verzinsung und Abtragung der Reichsschuld wurden dem Minister eingehende Vorschläge unterbreitet.
Gift und Vistoie.
Schiebergeschäste mit der Reichsmonopolstelle.
Berlin, 3. Februar.
Wie ein Berliner Blatt mitteilt, sollte der Kaufmann Martin Cohen, der sowohl auf eigene Rechnung Geschäfte mit Branntwein machte, als auch durch seine Verbindungen mit der Reichsmonopolverwaltung Ein- uhrerlaubniffe und andere Papiere für sonstige Interessenten vermittelte, verhaftet werden. Cohen hatte jedoch kurz vorher Gift genommen und er mutzte in schwerkrankem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. Unter seinem Kopfkissen fand man noch eine geladene Pistole. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Fall Cohen steht die Demission des Präsidenten der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein, Geheimrat Steinkopf. Einem anderen Blatt zufolge soll der Rücktritt des Geheimrats Steinkops von der Leitung der Reichs- Branntwein-Monopolverwaltung mit den Geschäften Cohens in keinerlei Zusammenhang stenhen. Er sei aus unaufschiebbaren Gesund- heitsrüüsichten erfolgt.
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Noch ein Berliner Krevl'skandal I
Berlin, 3. Februar. (Privattelegramm)
Gegen die Allgemeine Garantiebank A.-G. Berlin, die in enger Verbindung mit dem Ver- icherungskonzern „Deutscher Lloyd" teht, sind, einem Berliner Blatt zufolge, Anschuldigungen wegen Kreditbetrugs in Höhe von etwa einer Million Mark gemacht worden Namhafte Rückversicherungsgesellschaf-
Dormot in Lcnöon abgedlitzt.
Rotterdam, 3. Februar. (Eigener Drahtb -r chi.)
Aus London wird gemeldet: Barmat ist vor einiger Zeit in Begleitung von drei Sekretären in London gewesen. Er besuchte verschiedene Banken und wollte Bankverbindungen an Inübfen. Es ist ihm in keinem einzigen Falle gelungen, das Gewünschte zu erreichen, weil man ihn allgemein für nicht sicher hielt und sich von ihm zurückzog.
^Bergarbeiter und Dawesvlan.
Die gestrigen Beschlüsse in Hannover.
Hannover, 3. Februar. (Privattelegramm.)
Tas Komitee der internationalen Bergarbeiterföderation faßte in seiner neftrigen Sitzung folgenden Beschluß: Der deutsche Bericht über den Dawesplan erklött, daß dieser gegenüber dem früheren Zustand des absoluten Zwanges einen Fortschritt darstelle. Das Internationale Beryarbeiterkomitee fordert die Landes- organifationen auf, darüber einen k ch r i f t • l i ch e n Bericht einzureicheu. Ferner wurden Lebensfragen der Bergarbeiter beraten. Die Vertretung des Berbandssekretärs wird Cook- England beibehalten. — Die V e r - Handlungen in Essen zwischen Reichs- arbetteminifterium, Zechenverband und den Angestelltengewerkschaften über den Schiedsspruch vom 12. vorigen Monats find ergeb- nislosgescheitert.
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Die Arbeitslosen nach Weihnachten.
3. ^ebruae. (Eigene Drahtmeldung.) Wie alljährlich, so ist auch diesmal mit dem Weihnachtsfest ein fühlbarer Rückgang an Arbeitsgelegenheit eingetreteu, der sich in allen Teilen des Reichsgebiets bemerkbar macht. Insgesamt hat die Zahl der unterstützten Arbeitslosen im Reich während des Monats Dezember um die gewaltigen Ziffern von 437 000 auf 529 000, also um 91 000 zugenommen.
Wie fle so sanft ruhn
Die Gräber unserer Gefallenen in Frankreich.
Berlin, 8. Februar.
Geh. Oberregierungsrat Horning von der Kriegergräberverwaltung bat eine größere Anzahl deutscher Kriegersriedhöse in Frankreich besichtigt. Tie Toten ruhen jetzt mit wenigen Ausnahmen auf den endgültigen Friedhöfen. Aus jedem Einzelgrab steht, soweit nicht die alten deutschen Grabzeichen belassen oder bei der um- bettung mitgenommen sind, ein schwarzes Holzkreuz, das den Namen und sonstige Personalangaben enthält. Schadhafte Holzkreuze werden fortlaufend ersetzt. Auf den ettva einen Meter hohen rechteckigen Massengräbern wurden große Tafeln mit den etwa sest- gesteLten Namen errichtet. Im allgemeinen zeigen die besichtigten Friedhöfe, soweit sie bisher instand gesetzt werden konnten, ein gutes Aussehen und sind ordentlich unterhalten.
Aus vom» mid 2IMrtfdöaft
Noch nicht Kriegsschiffe genug. Das Bau- orogramm der Regierung Macdonald soll um > r e i weitere leichte Kreuzer vergrö- zert werden. Die Admiralität hat außerdem )en sofortigen Bau von achtzehn neuen Zer- törern und Unterseebooten gefordert.
Kommunistenalarm und kein Ende. In R a- tatt sind mehrere Kommunisten im Zu>am- menhange mit einem M>rengstoffbund verhaftet worden. Bei den polizeilichen Nachforschungen entstand der Verbäckst, daß Mitglieder.der kommunistischen Partei die Sprengstosse vergraben haben.
Das Los der Montenegriner. In Belgrad wurden mehrere Agramer Stadträte wegen vollendeten Hochverrats zum Tode verurteilt,
Unter der belgischen Knute. Tie belgische Besatzungsbehörde bat elf Ruhrorteinwohner wegen verbotener Agitation ausgewiesen.
Dorten ist wieder da! Der Separatistenfüh- rer Dr. Dorten ist nach Deutschland zurückgekehrt und hat in Kreuznach das Wieder- erwachest der separatistischen Bewegung an« gekündigt.
Chinas Präsident verhungert. Die jetzige Pekinger Regierung läßt den früheren Präsidenten der Republik, Tsao Kun, langsam verhungern.
£urnm, (Sport, ©piei
Wichtige Sportereignisse für Kassel
Der unter Leitung von E. A. Kampmann, Kassel, am Sonntag den 1. Februar in Frankfurt a. M. taKnde Vorstand des Deutschen Ath- letik-Sportverbandes von 1891 beschloß u. a„ die allgemeine Tagung und den Sportlehrkursus für die Kreis- und Gausportwarte des Verbandes am 10. April 1925 in Kassel abzuhalten. Die technische Leitung liegt in den Händen des Reichssportwatts Brunner, Freiburg i. B. Am folgenden Tage, dem 11. April, finden in Kassel die Schlußkämpfe um die deutsche Meist e r s ch a f t in den Mannschaftswettkämpfen i m Boxen statt. In diesem hart umstrittenen Wettbewerb stehen z. Zt. noch die Landeskreise: Baden, Rheinland und Mittelrhein. Die Boxkämpfe werden von Verbandssportwart Weisleder, Eßlingen, geleitet und verbürgen erstklassigen Sport. Außerdem wurde die Herausgabe eines Jahrbuches für den Boxsport beschlossen.
>Gin Reitfest des Reitklubs.
Im Tattersall an der Wilhelmshöhe hielt der Reiiklub Kassel ein Reitsest ab, das der Winier- arbeit von Reitlehrer Kühn ein tadelloses Zeugnis ausstellte. Das gilt für Reiter wie Pferde. Zahlreiche Besucher fanden sich ein. Gut geglückte Dressurprüfungen leiteten den Nachmittag in wirkungsvoller Weise ein. Es folgte ein Ring- werfen und ein sehr hübsches und abwechslungsvolles Zigarettenspiel sowie ein figurenreichrs Abteilungsreiten. Dann galt es im Galopp mit brennender Kerze durch die Bahn zu sprengen.. nicht allen Teilnehmern gelang das Kunststück! Das Hindernisreiten ergab ein vorzügliches Bild des Pferdematerials und erwies die Gewandtheit der Reiter. Ein Schleifenraub und ein mnüsantes Fechtspiel mit auf Fechtkörbm befestigten Bollaons bildete den Schluß der Vorführungen, die allseitigen Beifall -anden. Reiterinnen und Reiter wurden mit Schleifen -md Preisen ausgezeichnet.
Für Jugendburg Ludwigstein.
Der Spielabend der Jungwerkspielgruppe zu Gunsten der Burg Ludwigstein findet nicht tote auf Aushängen irrtümlich angegeben, am Sonntag den 8. Februar, sondern schon am Donnerstag den 5. Februar abends 8 Ubr im kleinen Stadtparksaal statt.
„Jugendgold".
Am Sonntag beging der Wander- und Spottverein „Jugendgold- Kassel 1923 sein zweites Stiftungsfest. Die Veranstaltung im Lokal „Philippinenhof" konnte als gut besucht ange« sprachen werden. Spielleiter Rudolf Piu hatte in der Aufstellung seines Programms, sowie der Auswahl der Mitwirkenden eine glückliche Hand gehabt. Im Mittelpunkt der Abendunterhaltung stand das dreiaktige Theaterstück „Leichtsinn und Ehre", das einen nicht endenden Beifall ans- löfte. Die darin beschäftigten Personen Frl. Pfeiffer und Rau, sowie die Herren Kadner- Kuhn und Zaun gaben sich voll und ganz d-r Sache hin. Sehr schön fang Herr Hackel erst m uitd mit Herrn Böhme einige mit großem Beifall ausgenommene Sachen. Aus der großen
DerhatteZunker 15) Roma« von Auguste Bonow.
Da trat er dichter an sie heran und drückie sie auf die kleine Bank: „Hören Sie doch einen enttäitschten und unglücklichen, unverstandenen jungen Ehemann an und schenken Sie ihm Ihre Huld."
„Ich spiele übermorgen in einem Strind- berg, den nächsten Abend daraus schon wieder in dem Stücke eines modernen Autors. Da haben Sie genug Gelegenheit, mich zu bewundern und müssen wissen, daß ich mich in meiner Kunst am aufrichtigsten gebe. Und bann, Herr von Marlow, senden Sie mir bitte wieder Blumen hinter die Kulissen. Die vorigen hat sich meine Garderobefrau mitgenommen."
Er hielt sich für einen gewiegten Framnken- ner, der den kleinen Wink gut verstanden hatte. Sich verneigend schmunzelte er: „Ich farm Ihnen die Blumen und meine Huldigung ja auch in die Wohnung senden Oder eine and -re Aufmerksamkeit, edler und glänzender, in Form einer Robe oder eines Ringes. Ich bin Ihnen so gut und liebe Sie so sehr "
Toska Brauer sprang auf und maß ihn mit zornigen Augen Ihre Stimme bebte vor Verachtung: „Glauben Sie, daß eine Bühnenkünstlerin auch im Privatleben Rollen spielt? Ich kann mir meine Kleider allein kaufen und habe meine Freunde nicht dazu, daß sie mich beschenken sollen. Ich verbitte mir jede weitere Redensart und weiß, was ich Ihrer Frau Gemahlin girlde. wenn Sie sie mir auch noch nie in den eg gestellt haben. Jetzt erkenne ich Sie erst richtig und glaubte damals, daß Sie wohi verehren, aber nicht so ungezogen beleidigen können Ich bebaure Ihre Gattin von Herzen."
„Sie ist vielleicht gar nicht zu bebauern unb hat ihre Freiheit eben so wie ich sie habe " Er nahm die Entrüstung nicht ernst und umfaßte sie weinselig.
Wie eine Gerte bog sie sich zurück und schlug
ihn mitten in das gerötete Gesicht: „Da haben Sie bie beste Antwort!"
Erschreckt ließ er sie los und erbleichte. Zum zweiten Male hatte ihn eine Frauenhand geschlagen Die Lippen zusammenpressend starrte er die Erzürnte an. Und wie er sie ansah. stieg vor seine» Augen eine andere Gestalt auf: blo.rd, schlicht und vornehm und — verlassen. Da zuckte er noch mehr zusammen.
„Lassen Sie mich allein!"
Stöbert von Marlow verneigte sich unb schritt hinaus, mit der Erinnerung in der Brust, die in dieser Niederlage aufgelebt war.
Indessen stand der einsame Pierrot an einer Wand und starrte düster in das Treiben. Nein — hier paßte er nicht her. Er mußte heimfahren unb bie angefangene Oper weiter komponieren. Er sollte wieder der arme Musiker fein, der berühmt werden wollte, um einmal der geliebten Toska Brauer näher treten zu können. Jetzt durfte er nicht wagen, sie zu belästigen, selbst hier nicht auf dem ungebundenen Fest der Freude. Unb sie buchte auch nicht an ihn, sie tanzte mit einem vornehmen Mann unb war nun nicht mehr zu sehen.
Da verließ er ben Saal, irm sich im nächsten Nebenraum zu sammeln und bann heimzusah- ren. Unb wie er in das Zimmer eintrete-t wollte, stieß er, noch bleicher werdend, mit der heimlich Geliebten zusammen, die ihn verleg:» ansah:
„Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein! Ich will Sie nicht stören."
Ihre Stimme zittette: „Sie stören mich nicht, ich wollte eben zu den anbern zurückgehen, Herr Fellwock."
Steif verneigte er sich nochmals unb suchte nach Worten. Sie wußte ja nicht, wie er rang, hungerte nnb sie liebte. Endlich stammelte er: „Es ist so heiß da drinnen unb so einsam, trotz ber vielen Menschen." Unb als sie schwieg unb so schön in der bämmrigen Beleuchtung unter ben Palmen anssah, faßte er Mut unb sägte ihr bie Wahrheit: „Ich fühle mich einsam, wenn
Siezan mir vorbeitanzen. Ich bin nichts, habe nichts unb liebe Sie doch."
„Pierrot!"
„Verzeihen Sie mir, einmal nur wollte ich sehen, ob ich Mut habe oder nur ein dummer Pierrot bin."
Ein letzter Kampf. Ein seliges Beben. Wie schwach sie seine Worte machten. Da siegte bie Liebe, da jauchzte das Herz, da wollte sie Weib sein — ganz Weib. Und sie zog ihn tiefer in ben Raum: „Komm, ben stolzen, reichen Granden hieß ich gehen, aber dich will ich. Nimm dir dein Glück, mein geliebter, dummer Pierrot."
Aufschluchzend sank der bleiche Pierrot ihr zu Füßen.
Und nebenan sangen bie Geigen. . .
Und nebenan lachte bie Lust. . .
Martha Rambow tat immer noch ihre Pflicht und waltete mit ber größten Umsicht, die sich im Laufe der Fahre nur noch verstärkt hatte. Ihre Bewegungen waren noch gerundeter unb reifer geworben. Sie kam eben aus bem fünften Tage- löhneihaus unb hatte nach einer Frau gefeh.n, die aus einer Stallucke gefallen war und sich den Arm gebrochen hatte.
Werner von Friemen ftanb an einer T-nne und sah ihr mit scheuem Blick nach. Nun wohnte sie schon Jahre unter seinem Dach, stand treu der Mutter zur Seite und arbeitete für drei, als wollte sie sich keine Minute Ruhe gönnen, tote man ihm immer wieder berichtet hatte. Da schob er den Lodenhut in die Stirn, ließ den Fuchs satteln, gab noch einem alten Knecht Anweisungen und wollte zum Landrat reiten um über eine neue Verordnung zu verhandeln. Zuvor aber wollte et noch bie Felder in Augenschein nehmen. Man konnte nie gründlich genug fein.
Als bann feine Blicke über die Felder gingen, verschwand langsam bie hatte Falte zwischen ben Brauen.
Groß unb weich war sein Blick, als et über bie heimatlichen Felber sah.
Er Hopfte dem Goldfuchs den Hals. Seine tiefe Stimme klang umschleiert in bet Erkennt-
vis, was et alles besaß und wie dankbar er sein •ennt.- ,
Ftohitch schüttelte ber Fuchs bie schöne Mähne Dann galoppierte er übermütig davon.
Die weiche Stimmung hatte Werner auch noch im Bann, als er vom Landtat kam und seinen Inspektor auf dem Hofe traf: „Haben Sie einen Augenblick, Hinzveter?"
„Kommen Sie. bitte, mit in mein Arbeitszimmer."
Et eilte bie fünf Stufen hinauf, öffnete bie schwere Hintertür bes Herrenhauses unb ging über den dämmrigen Flur ins Zimmer.
iFortjetzung folgt.)
Die Macht ber Musik.
Der Violinvirtuose bei den Maori.
Erfolge, wie sie wohl einzigartig dastehen dürften, hat der junge russische Violinist Toscha Seidel während seiner letzten Turnee errungen. Als er auf feiner Reise zu den Ma - o r i s nach Neuseeland kant, baten ihn bie Häuptlinge, ihnen etwas votzu spielen.
„Die Maoris sinb sehr musikalisch," erzählt ber Künstler, „unb so machte es mit Vergnüge«, ihren Wunsch zu erfüllen. Mein Spiel braute mir eine unerwartete Ehrung. Sie machten mich unter großen Zeremonien zum Erbhäupt- ling ber JRautatoa, eines Stammes, bem jechs- taufenb Seelen angeboren, und sie bekleideten mich mit einem Glücksamulett, das in einem Bild ihrer höchsten Gottheit bestand. Ich trage diesen hübschen Götzen seitdem stets auf met- nem Hetzen. Gefährlicher war es, als man mir auch »och ein anderes Geschenk machen wollte. Etn Häuptling forderte mich nämlich auf, die Zwölf schönsten Mädchen seines Stammes, darunter sein: eigene Tochter, zu Frauen zu nehme». Er brachte die schwatze» Schöne» gleich bet, und die wenig bekleideten Damen rückten mit mit ihren Liebkosungen auf den Leib, sodaß mir nichts anderes übrig blieb, als die Flucht.
wlll mcht einmal eine Frau, geschweige denn zwols."